Geld

Jahrhundertelang gab es nur sehr wenig Geld. Die meisten Menschen hatten kaum Geld. Was man brauchte, machte man sich selbst oder man tauschte gegen andere Dinge untereinander. Unser Lebensbereich war klein (ähnlich dem Revier eines Tieres).

Es war ein Vorrecht des jeweiligen Herrschers, Geld zu prägen und in Umlauf zu bringen. Es wurde versucht, es irgendwie mit materiellem Wert zu unterlegen, durch Bestandteile wie Kupfer, Bronze, Silber, Gold. So konnte der Tausch von Dingen durch diesen kleinen und handlichen Ersatz erweitert und erleichtert werden. Das kam dem Leben, dem Handel, dem Austausch, der Flexibilität und schliesslich unserem Wohlergehen zu Gute.

Aber wie das Geld in Umlauf bringen? Nun, der Herrscher wird es ganz gerecht an jeden einzelnen Einwohner in seinem Reich verteilt haben, damit keiner zu kurz kommt und keiner bevorteilt wird. Sie werden sicher davon gehört haben? Soweit mir aus Überlieferungen bekannt ist, war das ein willkommenes Vorrecht des Herrschers, gegen Naturalien aller Art, Geld an seine Gefolgsleute zu verteilen und damit seinen Bedarf und den Bedarf der Staatsverwaltung zu decken. Und Herrscher hatten grossen Bedarf und je mehr ein Reich organisatorische Strukturen aufbaute, desto grösser wurde auch der Bedarf des Staats- und Verwaltungsapparates. Nicht nur Herr Napoleon Bonaparte konnte sagen „Der Staat, das bin ich!“ Mehr oder weniger hätten das alle Herrscher sagen können, aber nicht alle waren so selbstbewusst, waren so frech oder hatten gar darüber (nach-)gedacht.

Geld ist ein Schmiermittel in den zwischenmenschlichen Handelsbeziehungen. Weil wir uns für Geld etwas kaufen können und weil Geld nicht stinkt, erleichtert es den Tauschhandel sehr.

In den Jahrhunderten der Neuzeit nahm die Zahl der kleinen Herrscher zu und ihr finanzieller Reichtum wie auch der Reichtum an Gütern nahm zu. Das Volk blieb arm. Reichtum an einer Stelle angehäuft, braucht leider Viele, die diesen Reichtum schaffen. Je grösser das Volk oder die Zahl der beherrschten Völker, je grösser die Chance auf grossen Reichtum des Herrschers, wenn er sich behaupten konnte und wenn er seinen Reichtum bei den Untertanen auch einsammeln und entsprechend lagern konnte. Das war nicht selbstverständlich. Dazu brauchte es durchaus Intrigen, Mord, Ausbeutung und andere gewalttätige Mittel. Sonst war der Herrscher verloren.

Leicht einzusehen, dass die Unzufriedenheit im Volk wuchs und dass sich diese Unzufriedenheit irgendwann auch entladen würde. Die Revolutionen von 1648 bis 1918 waren die Folge. Eine gewisse Notwendigkeit oder Gesetzmässigkeit kann man dem schon zuschreiben, wie das Herr Karl Marx und Herr Friedrich Engels und Andere nach ihnen so interpretiert und geschrieben haben.

In ihrem Optimismus, nun alles besser zu machen, sahen die "befreiten" Menschen und ihre Revolutionäre die Zukunft für das Volk rosig wie das der Reichen zuvor. Da hatten sie sich aber geirrt, wie wir heute rückblickend feststellen müssen. Die geträumte schnelle Besserung für Alle, wenn die Herrscher gestürzt, verjagt oder besser gleich ermordet waren, blieb meistens aus. Wenn jetzt Alle reich werden sollen, dann muss das ganze Volk noch viel mehr schaffen als zuvor, denn der Reichtum muss ja geschaffen werden. Der fällt ja nicht vom Himmel. Wenn die Zahl Derer, die jetzt reich sein wollen, plötzlich dramatisch steigt (sogar maximal steigt auf: Alle), dann bedeutet das maximale Arbeit für Alle. Da wir aber nicht zugleich arbeiten und geniessen können, kamen diese Gesellschaften schnell an ihre wirtschaftlichen Grenzen. Für wirtschaftliches Wachstum mussten sich unsere Vorfahren also wieder ausbeuten, jetzt sogar selbst ausbeuten. Da wir das nicht so gerne tun, mussten uns die Oberen, die Regierenden und die Chefs und Bosse etc. wieder in die Zange nehmen und zwingen (also ausbeuten). Die Herrscher waren jetzt weg, aber die wirtschaftlichen Notwendigkeiten blieben. Die Realität hatte sich gar nicht geändert, schon gar nicht verbessert.

Nun waren das Volk und die Regierungen in eine gemeinsame Organisation gezwungen, die wir „Staat“ nennen. Wir verbanden mit dem „Staat“ gleich die Hoffnung, dass der uns nun alles beschaffen könne, was wir uns wünschen, Wohlstand, am besten sogar Reichtum und den dann auch noch für Alle. Dass der „Staat“ ja nicht selber Werte schafft, sondern dass wir das als Volk schon selber tun müssen, kam uns gar nicht in den Sinn. „„Staat“, „Vater Staat“, sorge Du für uns“ war schlichtweg eine Fehlansicht. Alles, was uns „Vater Staat“ geben, schenken, ausleihen, garantieren, subventionieren, absichern oder vorbeugen soll, müssen wir ja selbst erarbeiten, müssen wir als Volk selbst schaffen. Ich muss erarbeiten, was ich geniessen will, aber wir alle zusammen als Volk müssen das auch. Dort liegt unsere Schnittgrenze des möglichen Wohlstandes oder gar Reichtums für Alle. Die oder der Realität rechnet sehr genau, in Bezug auf uns Menschen in der Regel relativ, sonst auch absolut.

Etwa seit der Zeit des Jugendstils um 1900 kamen zunehmend Gruppen von Menschen in den Genuss, nicht als ausbeutende Herrscher, Chefs oder Bosse reich werden zu können und zu müssen, sondern auch durch ihrer Hände Arbeit einen gewissen bescheidenen Wohlstand zu erreichen: Eine beheizbare Wohnung, ein Bett und Tisch und Stühle, wenige Schränke, Kleidung und eine einfache Küche. Dazu mussten diese Menschen aber einen Arbeitsplatz haben, der vergleichsweise gut bezahlt wurde, denn sonst war dieser bescheidene Wohlstand nicht möglich. Viele Menschen mussten weiter die weniger gut bezahlte Arbeit verrichten und konnten sich daher auch keinerlei Wohlstand leisten.

Es kamen kriegerische Auseinandersetzungen dazu, sogar Weltkriege. Solange wir zusammen vertrauensvoll Handel trieben und damit die Produktionszahlen pro Betrieb immer mehr steigern konnten, konnten die Preise sinken. Im Krieg mussten plötzlich riesige Mengen Güter produziert werden, die zum Leben eigentlich nicht taugten, sondern nur zum Töten. Da der Handel durch die Kriegsparteibildung begrenzt wurde, denn mit dem Gegner und seinen Getreuen handelte man natürlich nicht, stiegen die Preise tendenziell wieder.

Interessanterweise hat Geld keinen eigenen Wert. Geld ist eine Drittstruktur (wie übrigens auch der „Staat“), eine Ersatzstruktur für das Original. Seinen Wert erhält Geld durch den Wert des Originales, den Geld ersetzen soll. Der nominale Wert, der aufgedruckte Zahlenwert auf dem Geldstück oder Geldschein oder die Zahlen auf dem Konto sind nur Theorie, sind nur Ersatz, sind nicht real. Für uns hat das Geld nur diesen Wert, weil wir ihn sehen und einfach glauben, so wie das heute in Wissenschaft und Wirtschaft und Politik eben so üblich und „normal“ ist. Seinen realen Wert erhält Geld durch die vorhandene Menge von Gütern und Dienstleistungen, die wir gegen Geld eintauschen können. Wenn diese Tauschbarkeit durch Mangel auf einer der beiden Seiten oder auch durch Überfluss auf einer der beiden Seiten verändert wird, ändert das die Preise nach oben oder nach unten. Das ist gesetzlich nicht einfach änderbar, weil das eine Naturregel ist, die wir nicht einfach gesetzlich ändern können. Nur Kinder und Dumme (zu denen wir Alle einschliesslich mir gehören) versuchen das.

Wir tun so, als könnten wir, ja hätten wir unsere Realität und Relativität geändert. Wir schaffen jetzt wie der lebende Gott schuf oder/und wie das leblose allgemeine Sein oder/und wie die evolutionäre Natur die Erde und uns entwickelte. Egal was wir glauben, etwas wirklich schaffen oder entwickeln können wir nur in sehr engen Grenzen.

In den Jahren nach dem ersten Weltkrieg (real bereits der 2. Weltkrieg) waren unsere Vorfahren alle sehr reich. Sie hatten Scheine in ihren Geldbörsen mit einer Zahl und dahinter vielen Nullen. Stellen Sie sich vor, Sie hatten damals und hätten heute Scheine mit 7 Nullen. Nominal war relativ plötzlich das ganze Volk reich geworden. Real war dieses Geld nur fast nichts wert. Die vielen produzierten Güter für den Krieg hatten keinen Wert mehr und die Güter für das Leben gab es wenig, aber Geld gab es im Überfluss. Auch damals war es schon Geld, dass sich die Staatenlenker gedacht hatten, dann allerdings auch noch auf Papier drucken liessen. Heute wiederholen wir bzw. unsere gewählten Parlamentarier und Regierungen das, aber sparen sich das Drucken auf Papier.

Wir benutzen heute Geld nicht nur als Tauschmittel, sondern auch als Antriebsmittel, als Anreizmittel und da wir in vielerlei Hinsicht bereits an unseren Grenzen sind, steigen die Preise bzw. der nötige Anreiz. Wer die 17. Stunde am Tag arbeiten soll, will die höher bezahlt haben als die 1. Stunde, denn die 17. Arbeitsstunde am Tag tut weh. Der Anreiz muss also intensiver werden. Bei Einem ist das folgenlos, aber wenn das Viele oder gar Alle betrifft, vergrössert sich die Geldmenge und führt teilweise damit zu Geldentwertung. Nur wenn in der 17. Stunde solch grosser materieller und langlebiger Wert geschaffen wird, dass er den Stundenpreis ausgleicht, entsteht keine Inflation. Zahlen sind eine Beschreibung der Realität, aber sie sind nicht einfach die Realität. Beim Geld ist das sehr wichtig, aber auch bei anderen Dingen.

Solange wir an den nominalen Geldwert glauben, können wir uns gegenseitig mit Geld treiben. Die oder der Andere muss uns nur genug Geld geben, dann prostituieren wir uns sogar. Dann tun wir alles. Umgekehrt auch. Wenn wir Arbeitnehmer sind, können wir das Prinzip sogar umkehren und durch Arbeitsverweigerung sogar höhere Löhne fordern. Dass uns das Alle zusammen am Ende wieder belastet und die Preise steigert und damit die Geldentwertung steigert, ist uns ja nicht bewusst.

Mit Geld können wir andere Menschen antreiben oder werden wir von Anderen angetrieben. Unser Vertrauen in die Eintauschbarkeit von Geld gegen gewünschte Dinge oder Dienste sorgt dafür. Aber die Arbeit tatsächlich verrichten, produzieren oder dienen, können nur wir Menschen oder unsere Maschinen mit Fremdenergie in unserem Auftrag.

Je grösser die Geldmengen wurden, desto näher kamen sie an die Grenzen der materiellen Deckung. Mit dem Ende des Bretton-Woods-Systems Anfang der 1970iger Jahre wurde die materielle Deckung schrittweise ganz aufgegeben.

Seitdem haben die Nationalbanken und die Internationalbanken (z.B. Die Weltbank, die EZB, ...) das Problem, dass sie etwas tun müssen, was eigentlich gar nicht geht: Eine Geldmenge zu einem fiktiven, aber stabilen Geldwert in Umlauf halten und diese Geldmenge auch noch den jeweiligen Änderungen in der jeweiligen Gesellschaft entsprechend anpassen.

Ein Wert, auch ein Geldwert, ist prinzipiell eine nicht bestimmbare Grösse. Wenn wir nur ein Ding haben und sonst nichts, können wir nicht sagen, wie viel uns etwas Wert ist. Erst der Vergleich mit mindestens einem anderen Ding, macht es mir möglich, zu sagen: Dies ist mir mehr wert als das andere. Handelt es sich um eine grosse Anzahl von Dingen, werden auch solche Vergleiche schwierig und jeder Mensch wird die Bewertung wieder etwas anders vornehmen. Damit wird es sehr schnell unübersichtlich. Insofern war es ein Geschenk aus Glück und Verstand, dass es den Amerikanern gelang, einen erstaunlich wertstabilen Dollar zu schaffen, an den sich die meisten anderen Länder mit ihren Währungen anlehnen konnten. Trotzdem müssen wir festhalten: Der Wert des Dollars war und ist völlig fiktiv im freien Raum. Natürlich haben die Notenbanker und Ökonomen mit allen möglichen Wirtschaftszahlen ein Gerüst zu schaffen versucht, mit dem ein begründeter Geldwert zu definieren war. Da können wir den Amerikanern nur gratulieren zu diesem Erfolg und uns allen Anderen auch, denn wir hatten mit den Amerikanern einen Halt, der vielen Ländern wahrscheinlich überhaupt eine eigene Währung ermöglichte. Trotzdem, ohne materielle Unterlegung hängt der Wert des Geldes im völlig freien Raum und ist nun mal nicht fest begründet. Wir glauben diesen Wert des Geldes und unser Glauben ermöglicht diesen Geldwert.

Nun kommt eine interessante Ansicht:

Die hohe und wachsende Staatsverschuldung ist ein immer wieder Kredit Aufnehmen bei unseren Kindern, inzwischen schon nur noch gedachtes, nicht einmal mehr gedrucktes Geld. Wenn wir diese Summen mal auf die Anzahl der Bewohner des jeweiligen Landes oder noch markanter, auf die Anzahl der Steuerzahler des Landes umlegen, dann wird völlig klar, dass keine Generation diese Schulden wird abbezahlen können. Die Ansicht massgeblicher Leute in den 60iger und 70iger Jahren des 20. Jahrhunderts, die Folgegeneration würde das spielend können, da sie ja viel reicher, effektiver wirtschaftend und im Überfluss leben werde, hat sich zumindest bisher nicht erfüllt, oder? Eigentlich sind wir ja schon diese Generation. Es spricht viel dafür, dass es für uns keine Grenze gibt, ab deren Erreichen wir sagen können: „Jetzt haben wir genug gesammelt und vorgesorgt, jetzt haben wir genug Reichtum. Jetzt können wir nur noch faulenzen.“ Für Einzelne auf Kosten Anderer (Ausbeutung) ist das näherungsweise möglich, aber nicht für uns alle zusammen. Im Grunde ist die Weltwirtschaft bankrott, nur noch nicht zahlungsunfähig, weil sich unsere Politiker und Notenbanker einfach immer neues Geld denken. Die Realität hat unsere Ansicht aus den 60iger und 70iger Jahren des 20. Jahrhunderts widerlegt. Wir müssen umdenken.

Andrew Leigh schreibt in seinem Buch „The shortest history of economics“, vor die Wahl gestellt, hätten wir lieber längeres Leben als viel Geld. Geld sei weniger wichtig. Ich halte das für einen Irrtum. Wir wollen beides und können doch nur eines von beiden haben. Ich nehme an, dass bei der Untersuchung, die er erwähnt, diese Möglichkeit gar nicht mit bedacht wurde.

Aber, und nun die neue Ansicht von einer ganz anderen Seite:

Ein Finanzsystem braucht Geld. Das ist heute nicht anders als zu den Anfängen der Entwicklung von Geld vor über 2000 Jahren. In einem frei floatenden Geldsystem ohne materielle Unterlegung gibt es überhaupt nur gedachtes Geld, auch wenn es als Scheine gedruckt oder als Münzen geprägt ist. Die Notenbanken haben das Recht, Geld auszugeben und in Umlauf zu bringen und wenn der Geldwert stabil bleiben soll, dann wird die Geldmenge mit dem unbekannten finanziellen Wert aller Waren und Dienstleistungen in einem Gleichgewicht stehen und bleiben. Der Wert unseres Geldes ist relativ. Wieder versuchen die Notenbanker, Ökonomen (und Politiker?) ein stabiles System zu erhalten und das ist Ihnen bis auf viele Ausnahmen im Grossen und Ganzen bisher ja auch erstaunlich gut gelungen. Da müssen und dürfen wir den Entscheidungsträgern und Verantwortlichen gratulieren und ihnen sehr dankbar sein. Nur, in Zukunft darauf verlassen, dass das weiter so bleibt, dürfen wir uns nicht.

Das Geld musste in Umlauf gebracht werden (wie früher auch schon). Einerseits konnten sich die Banken das Geld bei der Nationalbank leihen und konnten es mit Gewinn an die aktive Bevölkerung weiter verleihen. Andererseits kauften die Nationalbanken später Schulden der Staatsverwaltungen und Regierungen, damit diese ihren finanziellen Eigenbedarf und den Bedarf der Staatsverwaltungen decken konnten.

Eigentlich gehen wir ja davon aus, dass die Regierungen der „Staaten“ ihre Schulden bei den Nationalbanken wieder abbezahlen. Sie müssen ja auch Zinsen an die jeweilige Nationalbank zahlen. Manche Regierungen kapern daher ihre Nationalbank gleich wieder und lassen sie nicht selbstständig arbeiten. Im Grunde machen sich diese Regierungen nur wieder mehr oder weniger zu Herrschern alter Art, die das Geld gleich selbst ausgaben und jetzt ausgeben. Das ist natürlich verlockend und da wir Menschen Verlockungen kaum widerstehen können, auch regierende nicht, ...

Findige Ökonomen und Politiker haben das alles natürlich vorausgesehen. Deshalb haben viele „Staaten“ in die Verfassung eine Art von Schuldenbremse aufgenommen. Die ersten Massnahmen dieser Art (z.B. in den USA bereits 1905) sollen schon über hundert Jahre alt sein und seit dem gelten. Da aber Schuldenbremsen früher oder später das Wachstum abwürgen, hat man sie so gestaltet oder später praktisch einfach so angewandt, dass sie möglichst nur symbolisch wirken, also nicht wirken. Die Realpolitik findet jede Menge Mechanismen, wie sie die Schuldenbremse umgehen kann, ohne es selbst zu bemerken und das nachgeordnete Volk merkt es auch nicht. Mir ist übrigens bisher nicht erkennbar, dass Frauen an dieser Stelle in Führungsposition schlauer handelten als Männer. Wir sind alle so clever, die Frauen auch, dass wir Mittel und Wege finden, um uns selbst zu betrügen, ohne es zu merken. Da herrscht relative Gleichheit zwischen den Geschlechtern. „Relative“ Gleichheit, weil ich fürchte, dass beide Geschlechter auch da nicht so gleich sind, weil die Frauen nachgiebiger sind und damit menschenfreundlicher und weil sie damit das System noch schneller an die Wand unserer Realität fahren. Funktionierende Schuldenbremsen hätten unsere heutigen Staatsverschuldungen zuverlässig verhindert. Ohne funktionierende Bremsen dürfen Autos („Staaten“) doch eigentlich gar nicht auf die Strasse?

Das Dumme an der Geschichte ist, dass unser von unseren Träumen, Theorien und Wünschen gesetzter Bedarf höher ist als das offenbar von der evolutionären Natur und/oder dem leblosen allgemeinen Sein und/oder dem lebenden Gott uns zugestandene Mass, das wir als Realität und Begrenzung für uns einzelne Menschen und als Volk und als Menschheit insgesamt hinnehmen müssen.

So denken unsere Notenbanker eine Menge Geld und bringen es in Umlauf, das dem Wert der wachsenden Menge von Werten und Dienstleistungen entspricht. So weit, so gut. Das Gleichgewicht ist eingehalten. Das Wachstum aber, das wir alle glauben, zu brauchen, erfordert eine zusätzliche Menge Geldes, damit wir als Bürger und als Volk immer wachsenden Wohlstand erarbeiten und dann haben und die Firmen und Banken immerfort Gewinne. Dieses Geld „zu viel“ wird sich in den kommenden Jahren zumindest teilweise als Inflation bzw. Geldentwertung bemerkbar machen und die Notenbanken werden nicht ausreichend Werkzeuge mehr haben, das Geld wieder aus dem Verkehr zu ziehen, denn in dem Augenblick, wo sie es täten, würden sie selbst die Rezession und für Viele den Bankrott einleiten, was sie ja gerade verhindern sollen und wollen. Das ist nicht ihr gesellschaftlicher und verfassungsmässiger Auftrag, weil unsere Väter und wir immerwährendes Wachstum und immerwährenden Wohlstand wollen und das so in die Verfassungen und Gesetze geschrieben haben. Nun sind wir alle in der Sackgasse und es gibt kein Zurück. Wir haben uns selbst den Rückweg abgeschnitten. In unseren menschlichen Grenzen ist unbegrenztes Wachstum nicht möglich, auch wenn wir es in Verfassungen oder Gesetze schreiben oder Staatsorgane mit sich ausschliessenden Aufgaben betrauen. Was in unserer Realität nicht geht, das geht nicht, auch wenn wir uns das noch so sehr wünschen. Hatten wir das nicht schon im Alter von 3 bis 9 Jahren gelernt?

Meines Erachtens war der letzte Zeitpunkt, als wir noch hätten umkehren können, vor dem Jahre 1971. 1971 wurde in Bretton Woods die Goldbindung des Dollars als Leitwährung aufgegeben. Gibt es eigentlich einen Zusammenhang zwischen Bretton Woods 1971 und dem letzten ausgeglichenen Staatshaushalt Frankreichs 1973? Wann hatten die USA und Deutschland ihre letzten ausgeglichenen Staatshaushalte ohne staatliche Schulden? Auch nach dem 1. Weltkrieg traf man schon einmal solch eine Entscheidung und es folgte eine grosse Inflation.

Das nächste kommende Ende ist eine Frage der Zeit, aber Sie merken sicher bereits, wir kommen ihm immer näher und das immer schneller. Die Zeit um 1923 lässt uns grüssen.

Nun könnten wir natürlich all Denen, die Einfluss auf die entsprechenden Entscheidungen und Entwicklungen hatten, grosse Vorwürfe machen. Ich fürchte, die Grenze zwischen sinnvoller Geldmenge und nicht mehr sinnvoller Geldmenge war und ist ein breiter Graubereich ohne ersichtliche Grenze. All die möglichen wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Zahlen, an denen sich die Entscheidungs- und Verantwortungsträger orientiert haben, waren selbst nur Graubereiche und unsere menschlichen Augen sehen nicht scharf genug, um die Grenzlinien zu erkennen. Viel zu spät erkennen wir, dass wir schon weit über die Grenze hinaus geraten sind und gar nicht mehr zurück können. Ich bezweifle allen Ernstes, dass ich es besser gemacht hätte. Wie Sie wissen, weiss ich nicht, was ich nicht weiss. Das gilt auch für Geld.

Das ist nicht eine Frage von „Schuldig sein“, das wir vor Gericht bestrafen könnten. Das ist eine Frage von „Mensch sein“ und wer wollte Mensch sein bestrafen? Das sollten wir auch Firmenlenkern zugestehen, die nicht auf kriminelle Weise die Zahlungsunfähigkeit ihrer Firma oder ihres Konzernes verursacht haben. Wir sind alle Menschen und schuldig oder unschuldig, je nach dem, von welcher Seite und mit welchen Vorurteilen man uns betrachtet. Da ist nichts objektiv.

Nun haben wir alle Angst vor der Inflation in Erinnerung an die grosse Inflation zwischen den beiden Weltkriegen. Die ganze Fachwelt schaut auf damals, um die Katastrophe heute um jeden Preis zu vermeiden. Aber die Verhältnisse von damals sind heute andere und auch wieder nicht andere. Lebende Organismen und deren Mehrzahlstrukturen (Menschheit, Völker, Volksgruppen etc.) denken und handeln nicht wie Maschinen. Wir können Regeln und Gesetze aus leblosen Forschungsgebieten nicht einfach auf solche am Lebenden übertragen. Einfluss dürfte wahrscheinlich haben, dass die damalige Inflation vor Bretton-Woods stattfand, die derzeit ablaufende in einem Finanzsystem danach. Aber auch damals hatte man die Geldbindung an Gold zuvor aufgegeben, nach der Inflation noch einmal wieder eingeführt. Einfluss dürfte wahrscheinlich auch haben, dass die damalige Inflation auf Menschen traf, die in ihrer grossen Mehrheit von der Hand in den Mund lebten und ihr verdientes Geld für den täglichen Bedarf ausgaben. Heute dagegen gibt eine grössere Anzahl der Menschen und noch mehr von Institutionen und anderen Akteuren ihr Geld viel weniger in den täglichen Bedarf. Heute ist uns bewusst, dass wir in Werte investieren müssen, die lange halten, denn wir müssen ja für die Zukunft und für unser Alter vorsorgen und Gewinne erwirtschaften (auch wenn wir das eigentlich gar nicht gerne tun und unser Geld lieber in den schnellen Genuss stecken). Ob wir wirklich insgesamt finanzielle „Gewinne“ erwirtschaften können, bleibt eine spannende Frage. Nach unseren derzeit vorherrschenden Vorstellungen können wir das sehr gut, aber in der Realität muss ich das inzwischen sehr stark bezweifeln. Wie kann ein Mensch oder ein Volk finanzielle Gewinne erzeugen, wenn er oder es zwar über Dreiecksstrukturen über lange Kanäle, aber am Ende doch sein Geld nur aus seiner eigenen rechten Tasche in seine eigene linke Tasche umschichtet? Wir sind nur zu dumm, unser eigenes Wirtschafts- und Finanz-System zu verstehen. Dafür sorgen unsere menschlichen Grenzen und unsere daraus begründete menschliche Relativität.

Unsere gut begründete Vorsorge für später hat zur Folge, dass wir einen grossen Teil der aus gedachtem Geld erwirtschafteten finanziellen Gewinne in die sogenannten Werte, ganz überwiegend „Wertpapiere“ und Immobilien gesteckt haben. Deren nominalen Werte (die Zahlen auf dem Papier) steigen und die Wertzuwächse werden gefeiert als Erfolg, als Gewinn, als zukunftsweisend, als Reichtum, jeden Tag auf's Neue. Vorsicht! Der reale Wert der Immobilien und noch mehr der der „Wertpapiere“ ist gar nicht zu bestimmen. Er ist auch meines Erachtens in den letzten Jahren gestiegen. Da wir nicht eine Minute in die Zukunft schauen können, kann sich das aber schnell ändern, in beide Richtungen. Die Zahlen werden sich mit hoher Wahrscheinlichkeit ändern. Was darüber ist, dürfte grösstenteils Inflation und heisse Luft sein? Dann würden wir jeden Tag an den Börsen und in den Medien die Inflation und die heisse Luft feiern, die wir doch eigentlich bekämpfen wollen, nur weil wir sie nicht als solche wahrnehmen, denn sie betrifft oder betraf bisher nicht unseren täglichen Bedarf. Da wir diese Gewinne als „nachhaltigen Wertzuwachs“ betrachten, machen sie uns Freude und wir deklarieren sie als solche. Diese Zahlen sind nominal. Ihre realen Werte kennen wir nicht. Vorsicht! Wir wissen nicht, was wir nicht wissen.

Unser Missverständnis hat zumindest zwei Folgen:

Erstens werden sich die Werte der „Wertpapiere“ und der Immobilien irgendwann in der Zukunft zu einem beträchtlichen Teil in Luft auflösen (ähnlich 1923 und 2008), nur ohne ausreichende Kompensationsmöglichkeit irgendeiner führenden menschlichen Institution). Denken Sie daran, dass ein grosser Teil Vorsorge für unsere Renten und Pensionen so angelegt ist.

Zweitens werden in dem Moment die Restgelder und die Luftgelder für den täglichen Bedarf benötigt, so dass es dort zu einer Kombination von Teuerung und Inflation kommen wird, die sich ja bekanntlich beide in ihrer Auswirkung addieren.

Durch immer steigende Löhne, die wir dann ja alle gleich haben wollen, der Gleichheit und Gleichberechtigung wegen, drehen wir die Lohn-Preis-Spirale immer höher. Das ist einfache Entwicklung von Inflation. Wir hätten irgendwann in der Vergangenheit aufhören müssen, an der Spirale zu drehen. Wann?

Ich fürchte, längerfristig (also nachhaltig) haben unsere Entscheidungsträger und Verantwortlichen auch diesmal keine Chance, das abzuwenden. Dazu reichen ihre Instrumente gar nicht. Wir sind dumme Menschen. Wir kennen im Handeln die Zukunft nicht und können daher auch die Auswirkungen unseres Handelns für die Zukunft heute gar nicht beurteilen. Das trifft auch für unsere Wissenschaftler, Führungskräfte und „Gebildeten“ und die maschinelle Datenverarbeitung einschliesslich dem Unbekannten, was Manche „Künstliche Intelligenz“ nennen, zu. Wir wissen das nur nicht und wollen es gar nicht wissen, denn wir glauben ja, mit unseren anderen Ansichten Recht zu haben, eben zu wissen.

Könnten wir uns selbst auch ändern oder sind wir dazu verdammt, nur die Anderen ändern zu wollen, die sich genauso wenig ändern wollen und können, wie wir? So ist am sichersten gewährleistet, dass sich auch in Zukunft nichts ändert.

Noch ein paar Gedanken zu den digitalen Währungen oder Kryptowährungen:

Wie wir aus der Geschichte erfuhren, haben früher die Herrscher das Geld in Umlauf gebracht und als erstes selbst genutzt.

In demokratischen Zeiten tun es die Regierungen oder eine von den demokratischen Organen geschaffene unabhängige und selbstständige Institution, die Nationalbank (und vielleicht noch die Internationalbanken?). Das in den Verkehrbringen des Geldes über die Banken war ein einfacher Weg, aber eine klare Bevorteilung der Banken, unter anderen ein Grund dafür, warum sie ab 2008 zu systemrelevanten Strukturen wurden, die um jeden Preis zu erhalten waren. Nun, irgendein Weg war nötig. Natürlich konnte man es so handhaben, aber das hatte natürlich ähnliche Auswirkungen wie das In-Verkehr-Bringen von Geld durch den Herrscher. Seitdem haben die Banken den ersten Vorteil.

Später wurde das Geld auch über Regierungen in Verkehr gebracht. Das hatte immerhin den Vorteil, dass das Geld zunächst erst einmal dem ganzen Staatswesen zu Gute kam und wir leben ja alle von einem gut funktionierenden und gut finanzierten Staatswesen. Allerdings sind die staatlichen Strukturen heiss begehrte Ämter und Funktionen, um den „Staat“ und damit die Gelder möglichst intensiv für sich selbst zu nutzen. Der „Staat“ ist ja kein lebender Akteur, der selbst handelt, sich verteidigt, Schmerzen hat, liebt etc. Den „Staat“ gibt es gar nicht. Es gibt nur das Volk als Gesamtheit in der Organisationsform „Staat“ und jeden einzelnen Bewohner. Die Selbstnutzung der staatlichen Gelder schmälert die breite Wirksamkeit des Geldes für möglichst viele Menschen im Land und das ist menschlich seit 3000 Jahren und vielleicht überhaupt nicht zu unterbinden. Viele Menschen betrachten deshalb ja auch Zuwiderhandlungen gegen den Staat (z.B. Steuersenkung um jeden Preis oder sogar Steuerhinterziehung), seine Interessen und entsprechende Gesetze nicht als Straftat, sondern als Kavaliersdelikt. Nicht wenige Menschen waren deshalb bisher ganz überrascht, wenn staatliche Organe gegen sie hart vorgingen. Da musste doch der „Staat“ im Unrecht sein. Dass wir selbst als Volk die Leidtragenden sind, wenn wir den „Staat“ betrügen... So weit können wir gar nicht denken.

Nun gibt es neuerdings Strukturen und Menschen im Land, die sich ihr Geld digital selbst produzieren und in Verkehr bringen, die also einen Goldesel oder eine Gelddenkmaschine im eigenen Büro stehen haben (oder die Geldquelle im eigenen Garten). Viele davon fressen auch noch viel Energie (und spucken sie am anderen Ende einfach in unsere Umwelt wieder aus. Energie- und Wärmemüll auf einer sich immer mehr erwärmenden Erde). Das ist natürlich besonders clever. Davon haben vor uns schon viele Menschen geträumt. Es gibt sogar Märchen davon. Heute gibt es Menschen, die Märchen wahr machen können, ja sogar schon wahr gemacht haben! Nun gibt es also Menschen, die selbstgedachtes Geld für sich nutzen und in Umlauf bringen und soweit ich das bisher in den Medien und der Politik wahrnehme, gar nicht als Falschgeldkriminelle erkannt, verfolgt und bestraft werden, sondern von findigen Politikern und Wirtschaftsbossen und einfachen Menschen als fortschrittliche Zukunft gepriesen werden, die für weiteren Wohlstand sorgt. Ich fürchte, wir sind schon so weit, dass die meisten unserer Entscheider und Verantwortlichen das System, das wir Menschen uns geschaffen haben, gar nicht mehr durchschauen und verstehen. Wie sollen die dann lebensförderliche oder sogar menschheitsförderliche Entscheidungen fällen oder Gesetze erlassen?

Wenn Sie noch cleverer sind als die Cleveren, dann bauen Sie sich auch solch eine Gelddenkmaschine und bringen eigenes Geld in Umlauf. Wer es nicht tut, ist doch dumm, oder? Oder wären vielleicht Diejenigen die Clevereren, die selbst auf solche kriminellen Handlungen verzichten, damit in unseren demokratischen Gesellschaften nicht bald das völlige Chaos und Anarchie (und dann sicher auch eine kaum dagewesene Inflation und Rezession) ausbrechen? Wie lange wird es dann brauchen und welche Anstrengungen werden dann nötig, wieder eine Währung aufzubauen, in die wir Vertrauen haben wie in die bisherigen?

Ist es nicht absolut angemessen, wenn eine Nationalbank Geld in Verkehr bringt, das über die staatlichen Organe zu tun, denn wir Demokraten fordern ja inzwischen sowieso alle möglichen Leistungen für unser sicheres und bequemes Leben vom „Staat“, also von uns als Volk insgesamt. Gehört das gedachte Geld nicht uns als Volk insgesamt? Müssen wir nicht eigentlich den Weg über die Banken in Frage stellen?

Ist das in Umlauf gebrachte Geld über Wertpapiere der Staatsorgane nun Staatsschulden oder nicht? Was würden Sie sagen?

Die Herrscher damals hatten damit zunächst keine Schulden gemacht. Es war ihr Geld.

Später, z.B. im Frankreich vor der Revolution von 1789 hatte der Staat bereits ähnlich hohe Pro-Kopf-Schulden, wie wir heute. Hohe „Staats“-Verschuldungen und auch Staatsbankrotte sind schon seit mindestens 3000 Jahren bekannt. „Staaten“ ohne Schulden sind selten. Meist waren die Herrscher die Verursacher. Da wir Demokraten unser Volk ohne Herrscher regieren, sind wir selbst für unsere Verschuldung verantwortlich. Wir werden auch die Folgen erleiden, nicht der gar nicht vorhandene „Staat“.

Müssen wir dieses über den Staatshaushalt in Verkehr gebrachte Geld als Schulden ansehen oder einfach nur neutral als in Verkehr gebrachtes Geld? Ich kann es Ihnen nicht sagen. Ich fürchte, beides stimmt. Die zwei Seiten des Geldes sind wie die zwei Seiten einer Münze nicht voneinander zu trennen und vermutlich gibt es noch mehr solcher Seiten.

Was können wir tun?

Wir haben uns heute ein so kompliziertes Lebenssystem, Finanzsystem, Wirtschaftssystem, politisches System, wissenschaftliches System geschaffen, dass es nur noch sehr Wenige gibt, die dieses System auch nur teilweise durchschauen und die Wenigen haben gar keine Chance an die Schalthebel unserer Systeme zu kommen und dort sinnvoll zu handeln. An den Schalthebeln wirkende Menschen haben gar nicht die Unabhängigkeit und die Lange Weile, die es braucht, um seine eigenen Ansichten und unsere Systeme in Frage zu stellen und daraus hintergründige Ansichten zu entwickeln. Und verstehen werden wir diese Systeme vermutlich nie.

Sie haben schon bei den Überlegungen zur Schuldenbremse gemerkt, dass wir da eine ganz heikle Aufgabe ganz elegant und praktisch an die Seite geschoben haben. Denken Sie sich mal eine Demokratie, in der wir Wähler uns Menschen in die Regierung wählen würden, die uns im Amt mitteilen würden, dass sie nun kein Geld mehr denken lassen werden, um die Inflation zu verhindern, die wir alle so fürchten, selbst auf die Gefahr hin, dass es zu einer ausgeprägten Rezession kommt. Vor deren Folgen haben wir genauso Angst.

Bedenken müssen wir sicher auch: Reichtum ist die +-Differenz zwischen Einnahmen und Ausgaben, nicht die Menge des Besitzes. Wenn die Einnahmen geringer werden als die Ausgaben, wird der Besitz zur Falle, weil er gepflegt und erhalten werden muss. Da sind wir dann schnell an der Grenze bzw. auf dem absteigenden Ast. Das ist eine wichtige Information, die wir erhalten, wenn wir Burg- und Schlossruinen besichtigen oder Burgen und Schlösser, die heute nicht mehr im Besitz der ursprünglichen Besitzer sind, sondern vom „Staat“ (also uns als Volk“) oder anderen Institutionen oder Vereinen getragen und erhalten werden (müssen), die fast alle auch an Geldknappheit leiden.

Sehr interessant für uns ist das Gleichgewicht zwischen Demographie und Geld bzw. Geldwert. Ein Land im Aufschwung ist meist gekennzeichnet durch Wachstum der Einwohnerzahl, die einhergeht mit der Zahl der produzierenden und dienstleistenden Menschen und auch mit der Zahl der Konsumenten. Sind diese Menschen sehr aktiv, wächst die Wirtschaft. Sind diese Menschen wenig aktiv, erleidet die Wirtschaft einen Rückgang. Wir können ja nicht unbegrenzt arbeiten und auch nicht unbegrenzt konsumieren. In einer wachsenden Wirtschaft ist die Ausgabe von gedachtem Geld in entsprechendem Masse, kein Problem, da die Menge der Waren und Dienstleistungen auch wächst. Bei einem Volk, das wenig aktiv ist, nützt die Ausgabe von (gedachtem) Geld nichts, da die Menge der Waren und Dienstleistungen nicht wächst. Wir würden nur den Wert des Geldes sinken lassen in Verbindung mit höheren Preisen. Das nennen wir Inflation. Eine sinkende Einwohnerzahl wird sehr wahrscheinlich zu Inflation führen, da das umlaufende Geld ja nicht weniger wird, aber mindestens die Dienstleistungen werden weniger, wenn nicht auch die Waren. Wie erleben wir die Demographie in unseren Ländern, wenn wir uns die Einwanderung mal herausrechnen?

Wenn wir demnächst entsprechend unserer demographischen Entwicklung nur noch 2 Milliarden Menschen auf der Erde haben statt heute 9 Milliarden und in den westlichen Ländern werden die Zahlen deutlich schneller sinken als in anderen Ländern, dann stehen Millionen Wohnungen und Häuser leer und stehen auf dem Angebotsmarkt. Sie dürfen völlig sicher sein, dass das die Immobilienpreise und damit -werte weiter steigert. Ich wünsche Ihnen, dass Ihre Rente nicht von irgendeinem Immobilienwert abhängt. Sonst wird das sehr ernst für Sie.

Wäre es nicht sinnvoll, den National- und Internationalbanken Wege zu geben, wie sie ausgegebenes Geld wieder aus dem Verkehr ziehen können? Der jetzige Weg mit höheren oder niedrigeren Leitzinsen ist sehr begrenzt wirksam und hebelt die sinnvolle Aufgabe von Zinsen aus. Zinsen haben einen anderen Sinn. Das überschüssige Geld muss real aus dem Verkehr, nicht indirekt und nominal über Leitzinsen.

Sie werden meine Warnung sicher teilen? Die Entwicklung der Geldmenge in den letzten Jahrzehnten und die begrenzende Kreuzung zwischen arbeiten und geniessen sowie unsere demographische Entwicklung in den kommenden Jahrzehnten machen das Auftreten einer sehr schmerzhaften Rezession und Geldentwertung über den Wechsel vom dritten zum vierten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts sehr wahrscheinlich. Das ist bald. Die National- und Internationalbanken werden mit ihren Mitteln und geldpolitischen Werkzeugen sehr wahrscheinlich nicht ausreichend Einfluss darauf haben. Bereiten wir uns darauf vor.

Interessanterweise fand ich eine Menge von geldpolitischen Naturregeln und Tatsachen und Wirkungsweisen in etwas abgewandelter Form bereits sowohl im Alten wie auch im Neuen Testament der Bibel. Man muss sich schon ein bisschen damit beschäftigen, aber dann stelle ich fest, dass wir hätten gewarnt sein können, wenn wir die Bibel gelesen und ernst genommen hätten, nicht nur für privates Leben, nein, ganz besonders im wirtschaftlichen und politischen Leben unseres Volkes. Diese Lektüre kann ich Ihnen nur dringend empfehlen bevor Sie eine Führungsaufgabe in Volk und Wirtschaft übernehmen.

Seien Sie bitte wie immer sehr, sehr vorsichtig, aus meinen Überlegungen Konsequenzen zu ziehen. Nicht, dass die Konsequenzen später die gegenteilige Auswirkung von unseren Vorstellungen haben. Das hier ist schlichtweg ein Verstehen wollen dessen, was ist. Ich kann Ihnen nicht sagen, wie es richtig ist. Ich kann Ihnen nur Anregung zum Nachdenken geben. Nachdenken müssen Sie schon selbst. Das kann ich Ihnen nicht abnehmen. Danach glauben Sie, was Sie glauben können. Handeln müssen wir dann aber auch. Ihr Leben ist spannend, meines auch.


Nachtrag aus aktuellem Anlass (Hitzeperiode Juni 2026):

Die Lufttemperaturen hängen natürlich davon ab, wie weit entfernt ein Ort auf dieser Erde vom Äquator bzw. von den Polen gelegen ist. Dann hängt die Temperatur auch von Faktoren wie dem Golfstrom, der Lage und dem Einfluss von Gebirgen und vom kontinentalen oder maritimen Einfluss ab. Innerhalb eines Landes wie Deutschland, vielleicht sogar ganz Europas und sicher auch den USA, vielleicht sogar Chinas hängt die Lufttemperatur auch von der Konzentration des Geldes ab. Je dichter das Geld gepackt ist, desto höher die Lufttemperatur zumindest in den Hitzephasen, je geringer die Gelddichte, desto kühler die Temperatur in den Hitzephasen. Je städtischer und je grösser und dichter die Stadt, desto höher die Temperatur. Je mehr grüne Vegetation, am besten dichter Wald, desto geringer die Temperatur. Spannend wäre auch die Frage, ob es mehr an den nominalen Geldwerten liegt oder mehr an den realen (Geld)werten oder in welchem Verhältnis beide Zusammenhänge zueinander stehen. Können wir das überhaupt berechnen? Was meinen Sie?

In ähnlicher Weise stellt sich die Frage, ob nicht dort die wichtigsten Entscheidungen für die Einflüsse auf die Natur getroffen werden, wo das Geld am dichtesten vorhanden ist. Dort, wo die Natur am wenigstens von uns beeinflusst ist, werden die wenigsten solcher schädlichen Entscheidungen getroffen. Sollten wir deshalb nicht lieber das Geld ganz abschaffen?

Trifft die Art des Zusammenhangs vielleicht sogar auf andere Faktoren auch zu, wie z.B. die Luftverschmutzung, die Stauhäufigkeit aller Art, die Kriminalität und anderes?

20 June 2026
wf