Deals

Unser Leben besteht aus vielen kleinen und grossen Deals, jeden Tag. „Wenn Du damit spielst, dann darf ich aber damit spielen.“ „Ich habe dem Kleinen heute schon die Windeln gewechselt. Nun bist Du dran!“ „Wir kaufen bei Euch dies und das. Dann müsst Ihr aber bei uns auch das andere kaufen.“ „Die Grossen haben Atomwaffen und bedrängen uns. Also müssen wir Kleinen auch Atomwaffen haben, damit wir sicher sein können vor den Grossen.“ ...

Wichtig ist, dass wir auf Augenhöhe miteinander verhandeln, damit wir gerecht behandelt werden und nicht zu kurz kommen. Allerdings hat auf Augenhöhe verhandeln den Nachteil, dass wir uns wirklich einigen müssen. Es braucht einen tatsächlichen Kompromiss. Sonst ist das ja kein gerechter Deal. Dass Kompromisse in der Folge wirklich gute realitätsnahe Verfahrensweisen hervorbringen, erleben wir allerdings dann doch eher selten. Der Kompromiss ist eben doch nur ein Kompromiss. Besser wäre schon gewesen, der Andere hätte doch eben meinen Vorschlag einfach übernommen. Dann hätten wir heute nicht solch ein Bürokratiemonster. Wir hätten es einfach so gemacht, wie ich mir das dachte.

In der Verhandlungsrealität ist es dann meist doch so, dass gleiche Augenhöhe eher ungünstig ist, wenn wir unsere Interessen, die wir als „Wert“ bezeichnen, gegenüber den Anderen durchdrücken wollen. Als Kleinkind schmeisse ich mich dann auf den Boden und schreie wild, sodass alle Umstehenden auf Mama und Papa schauen „Na, nun seid doch nicht so hart zu dem Kind. Das arme Kind. Nun lasst ihm doch seinen Willen!“ Als Kleinkind muss ich nur Mamas und Papas Nerven genug strapazieren. Dann habe ich sogar als Kleinkind nicht einmal auf Augenhöhe verhandelt, sondern ich habe kräftig Druck auf Beide gemacht, bis sie nachgaben und ich meinen Willen bekam. Schon als Kleinkind üben wir das mächtig und lernen, es erfolgreich anzuwenden.

Im späteren Leben, in der Jugend, schmeissen wir uns nicht mehr auf den Boden und schreien, sondern wir kämpfen mit Worten, subtiler, mit „Gerechtigkeit“, mit „Modernität“, mit „Moral auf unserer Seite“, mit Abwesenheit oder verweigertem Zuhören.

Im Arbeitskampf ist es wichtig, dass Arbeitnehmer Streikrecht haben, damit auch sie statt zu argumentieren, streiten können, streiken können, mehr Druck machen können, als wenn man auf Augenhöhe sich einigen müsste. Selbst wenn wir durch unsere Forderungen unseren Arbeitgeber in Bedrängnis und sogar in den Ruin bringen, fordern und kämpfen wir noch immer. Dass wir da sogar ein Eigentor mit erheblichen Nebenwirkungen und Kollateralschäden verursachen können, … Soweit können (oder wollen?) wir gar nicht denken.

Für Arbeitgeber ist es natürlich günstig, wenn sie aus einer Vielzahl von Bewerbern eine Auswahl treffen können. Nur so finden wir den Besten, den, der am meisten und am besten arbeitet und am wenigsten kostet.

Unter Völkern mit ihren Staaten ist Verhandeln auf Augenhöhe meist noch schwieriger und komplexer. Dass da langfristig für alle Seiten gerechte und gute Kompromisse herauskommen, ist doch eher unwahrscheinlich. „Gemeinsam machen wir alles besser“ ist doch eine Utopie, ein Märchen, denn in der Wirklichkeit unseres Lebens konkurrieren wir um alles, um unsere Rechte, um´s Geld, um die Dinge des täglichen Bedarfs und um Freiheit, Ressourcen und anderes. Interessanterweise können wir gar nicht alle völlig frei sein, sondern die Freiheit des Einen begrenzt die Freiheit des Anderen. Da ist gleiche Augenhöhe gut, falls ich bisher die ungünstigere Position hatte, aber nun muss ich doch noch etwas dominanter werden, damit ich aus den Verhandlungen mehr herausholen kann als der Andere. Ich will ja gewinnen. Mein Gewinn aber ist sein Verlust. In den seltensten Fällen gewinnen wir Beide.

Unser Problem ist also wie in Kleinkindertagen oder vor 3000 Jahren noch immer, dass wir etwas möchten, was die oder der Andere anders will und wir bekommen es ohne Kampf oder gar Krieg nicht. Also müssen die Waffen kräftig und wirksam angewandt werden. Hoffentlich haben wir die besten und auf jeden Fall die besseren Waffen. Die die besseren Waffen hatten und benutzt haben, siegten, haben damit aber die Besiegten zu Unterlegenen gemacht, die dann mit Neid und Missgunst auf Rache sinnen und später versuchen werden, Revanche zu betreiben und selbst zu siegen. Unsere Welt unter Erwachsenen ist leider geblieben wie die der Kleinkinder und die eines Herrn Konfuzius im alten China vor fast 2500 Jahren.

Ein langfristig lebensfördernder Deal ist selten. Win-win ist selten und wenn wir es erreicht haben, dann hält es nicht lange an. Am besten ist schon, wir haben selbst mehr Macht, mehr Einfluss, haben die Moral auf unserer Seite und haben die besseren Waffen, damit der oder die Anderen sich doch nach uns richten müssen. Leider sehen die Anderen auf der anderen Seite das gar nicht anders, nur eben von ihrer Seite, also mit getauschten Rollen.

So kann es kaum anders kommen als es schon seit mindestens 3000 Jahren so kommt. Wir rüsten auf bis wir an unsere eigenen Grenzen gekommen sind. Da wir selbst ja keine Grenzen haben, merken wir wie ein Herr Napoleon Bonaparte oder ein Herr Adolf Hitler oder heute ein Herr Donald Trump oder ein Herr Wladimir Putin und alle unterlegenen Heerführer in der Geschichte nicht, dass wir es gar nicht schaffen können. Das wendet dann die Geschichte und dann damit auch unsere Geschichte.

Nur in den wenigsten Fällen entwickeln wir Deals in Form von Win-win-Situationen, die langfristig tatsächlich zu einer Verbesserung für Alle führen. Ein Deal unter Druck ist kein Deal, sondern eine Kapitulation des Einen vor dem Anderen wie nach dem 1. Weltkrieg und schon nach vielen Kriegen. Da müssen nicht einmal die Waffen geschrien haben. Da reichen auch Sanktionen, Zölle, Auswahl bestimmende Qualitätsansprüche, leiser wirtschaftlicher Druck, tendenziöse Medienäusserungen etc.

Verhandlungen auf Augenhöhe sind Forderung von eher dummen Menschen. Die bringen in unserem menschlichen Leben, auf Erden, in Politik und Wirtschaft eher nichts oder sogar Nachteile. Dummheit bestraft die Realität gleich oder später, wobei wir oft erst bei der Bestrafung merken, dass und wie dumm wir waren. Für unsere eigene Dummheit fehlt uns ein Fühler, ein Sinnesorgan. Nicht einmal unsere Intuition zeigt uns unsere eigene Dummheit.

Da sind wir bei einem Problem unserer menschlichen Herkunft. In der Entwicklung unserer Natur im Laufe der von uns geglaubten Evolution der Natur bestanden und bestehen auch heute ökologische Gleichgewichte, die durch Anpassung der Individuen an ihre Umwelt gekennzeichnet sind. Das ist etwas völlig anderes, als wir es wollen. Wir wollen bestimmen und wollen, dass wir die Gefahren in der Natur entschärfen oder besser ganz eliminieren. Die Natur soll nach unseren Wünschen und unserem Willen funktionieren. Dann sind aber die ökologischen Gleichgewichte weitgehend oder ganz zerstört. Es geht nur entweder/oder oder eine Art von Kompromiss, wobei die Natur keinen Verhandlungspartner schickt, sondern wobei wir Menschen auch noch für die Natur und im Interesse der Natur mitdenken müssen. Langfristiges menschliches Leben wird auch den Kompromiss von uns Menschen mit den Möglichkeiten und Grenzen der ökologischen Gleichgewichte in der Natur brauchen. Kennen Sie Menschen (ausser natürlich sich selbst), die solche Kriterien erfüllen würden? Nur Sie können das oder glauben zumindest, das zu können.

Wie sich das ein lebloses allgemeines Sein gedacht hat, kann ich nicht sagen. Dazu fehlen mir schlicht die Informationen.

Wie sich der lebende Gott das gedacht hat, können wir näherungsweise im Alten und Neuen Testament der Bibel erfahren. Da erfahren wir zunächst, dass der lebende Gott mit den lebenden Menschen zusammen wohnen wollte im Garten Eden. Dann wurden wir Menschen allerdings ungehorsam, entwickelten unseren eigenen Willen und setzten ihn gegen den lebenden Gott durch. Das führte zum Verlust unseres Zusammenseins mit dem lebenden Gott. Vor dem ersten menschlichen Ungehorsamsfall (von Eva und Adam) lebten wir wahrscheinlich in einer Art Gleichgewicht mit dem lebenden Gott, solange wir nicht auf unserem eigenen Willen bestanden. Seit diesem ersten menschlichen Ungehorsamsfall bleibt uns Menschen nichts weiter übrig, als uns unseres eigenen Seins, unseres eigenen Willens und unseres eigenen Wertes immer wieder zu versichern, obwohl unser Ich als Persönlichkeit und Fakt ja nur vom Schöpfer gegeben sein kann. Für alles, was wir geniessen wollen, müssen wir selbst die Arbeit leisten oder Einer für den Anderen gegenseitig oder wir müssen Andere ausbeuten. Das Zusammenleben dieser Art geht am besten mit Kooperation, weniger gut mit Konkurrenz- und Wettstreitleben und gar nicht unter gegenseitiger Konfrontation oder sogar Krieg. Für das Echte gibt es keinen Ersatz und so merken wir, dass wir gar nicht ans gewünschte Ziel kommen. Das ist eine nachhaltige Folge unseres ersten menschlichen Ungehorsamsfalles.

In unsere Zukunft können wir nicht blicken. Wir können einzig versuchen, einige Gedanken zu formulieren, aus unseren Informationen und Erfahrungen, die wir für Naturregeln halten und die daher wahrscheinlich auch in die Zukunft wirken könnten.

Natürlich ist es am wirksamsten, Anderen einen Deal durch irgendeine Form von Druck oder sogar Gewalt aufzuzwingen, aber erstens dürfte das eigentlich nicht unserer eigenen hochheiligen Moral entsprechen und zweitens ruft dieser Deal meistens irgendwann die Gegenbewegung mit mehr Druck als zuvor hervor. Könnten wir diesen unbewussten Mechanismus in uns selbst umkehren, beide Seiten?

Ein Deal im Sinne eines Kompromisses ist tatsächlich bei Verhandlungen auf Augenhöhe am ehesten Nachhaltigkeit versprechend. Aber erstens wissen wir kaum, ob wir wirklich auf Augenhöhe sind und zweitens müssten wir dann tatsächlich unter Umständen entgegen unseren Vorurteilen lange und genau abwägen, verhandeln und einem Kompromiss uneingeschränkt zustimmen. Die Nachteile eines Kompromisses blieben bestehen.

Könnten wir auch einfach dem Anliegen Anderer oder ihren Vorschlägen nachgeben und tolerant zustimmen und das auch langfristig gegen unsere eigenen Interessen durchhalten?

Sie ahnen, die Wahrscheinlichkeit eines Gelingens für uns ist äusserst niedrig. In den letzten 3000 Jahren ist uns das kaum gelungen. Wie wollten wir unsere Hoffnung auf eine Änderung unserer fehlenden Einsichten und fehlenden Bereitschaften und fehlender Selbstkritik sowie fehlender Selbstbeherrschung in der Gegenwart und Zukunft begründen? Wir haben ja Recht und wollen uns gar nicht ändern.

Der lebende Gott hat daher nach dem alten Bund im Alten Testament mit dem Volk Israel, mit den Juden einen neuen Bund ausgerufen, im Neuen Testament, diesmal mit Juden bzw. Israel und allen anderen Völkern gemeinsam. Dieser neue Bund verspricht eine Aufnahme in Gottes neue Welt durch unseren Glauben an den stellvertretenden Tod Jesu für uns mit unserem Ungehorsam und seiner Auferstehung ins neue Leben. Er ist bereits in diese neue Welt vorausgegangen und wir dürfen ihm im Vertrauen auf ihn dorthin folgen, denn auf dieser Erde wird ein friedliches und gedeihliches Miteinander wohl nicht mehr möglich sein. Hier entwickeln wir unsere „Hölle“. Wir haben sie durch alles immer besser machen entwickelt. Unser Erfolg wird für uns zu unserer Hölle.

Im Sommer 2026 haben wir eine ganze Anzahl von Spannungsherden auf unserer Erde. „Deals“ wären sicher sinnvoll. Langfristig Bestand versprechende Abmachungen, die alle Seiten vollständig einhalten, auch im Geheimen, sind kaum zu erwarten. Auch wenn die Vielzahl der „Kleinen“ das Gesetz des Vorrechtes des Stärkeren ablehnt, werden die Stärkeren ihre Stärke nicht aufgeben, sondern ausnutzen. Dafür haben sie sich ja um wirtschaftliche, politische und militärische Stärke schon lange bemüht und die mit vollem Einsatz entwickelt. Endlich haben sie die Stärke erreicht. Die werden sie doch nicht freiwillig wieder aufgeben. Das machen nur Dumme.

So einfach ist unsere Welt allerdings doch nicht. Der Einsatz von Taktik, Schläue, geheimen Hilfsversprechen oder -käufen mit Geld und Ressourcen, im Chinesischen ausgedrückt durch den Einsatz der alten Strategeme, kann durchaus auch den Stärkeren zu Fall bringen und einem Kleinen zum Sieg verhelfen. Aber eben, nicht ausgehandelter und von Allen eingehaltener Kompromiss, sondern Sieg und Unterwerfung, nur nicht durch Stärke.

Interessanterweise können sogar ganz Kleine wirksam tätig werden. Das ist der Terror von kleinsten Gruppen in Form von gewaltsamen Nadelstichen. Sie siegen nicht im staatlichen Sinne, aber sie destabilisieren ganze Völker und dann sind diese weniger widerstandsfähig. Den Terroristen spielt in die Hände, dass wir Menschen meist nicht in der Lage sind, klar zwischen gut und böse, zwischen Freund und Feind, zwischen Terrorist und unbescholtenem Bürger zu unterscheiden. So werden Unschuldige mit bestraft oder getötet und Schuldige nicht erwischt. Auch unsere menschlichen Antiterrormassnahmen haben ihre Grenzen der Wirksamkeit. Das müssen wir eingestehen. In den Jahren seit 1970 haben wir das an vielen Stellen auf der Welt erlebt und durchlitten. Es ist nicht besser, sondern schlimmer geworden.

Dann gibt es da noch eine unverzichtbare Voraussetzung für nachhaltige Deals im Sinne von Win-win oder auch nur schon langfristig eingehaltenen Deals: Gegenseitiges Vertrauen. Kennen Sie im 21. Jahrhundert Konfliktparteien in irgendeinem der vielen Spannungsherde, die einander so sehr vertrauen, dass sie gegenseitig auf Geheimdienstinformationen, auf „vertrauensbildende Massnahmen“, auf Kontrollmechanismen oder Bestrafungen bei Nichteinhalten der Abmachungen verzichten? Wenn ja, bitte ich Sie um Mitteilung an mich.

Der lebende Gott hat unsere Welt offenbar bereits vor 2000 Jahren dem Bösen und den Bösen überlassen, weil er in diesen dauernden Krieg nicht mit hineingezogen werden wollte und will. Unsere hiesige Welt gehört den Kämpfern für und gegen alles mögliche (Geld, Karriere, Macht, Wohlstand oder gar Reichtum, allerlei Rechte, Freiheit, Gleichheit oder Gleichberechtigung, aber auch Individualität und vieles mehr).

Der lebende Gott schuf eine neue Welt und lebt seitdem in dieser Welt und auch Jesus Christus nahm er auf in seine neue Welt. Denen, die die Vergebung für ihren Ungehorsam durch Jesus Christus glauben, die sich maximal tolerant dem Willen des lebenden Gottes unterordnen (das ist für ein zukünftiges Leben in Gemeinschaft mit dem lebenden Gott in dieser neuen Welt unabdingbar) und auf die Durchsetzung ihrer eigenen Wünsche und ihres eigenen Willens verzichten, denen hat er die Hoffnung auf eine Aufnahme in seine neue Welt zugesichert. Das dürfen wir glauben. Nach einer lebenslangen Suche nach anderen Lösungen für unsere Probleme auf dieser Erde kann ich Ihnen nur von dieser einen Lösung berichten. Andere habe ich nicht gefunden.

3 July 2026
wf