Das Ende unseres Märchens

Hier lege ich Ihnen Schlussfolgerungen eines alten, dummen, weissen Mannes vor, der zugleich erfolgloser Arzt und Pneumologe a.D. ist. Ich bin kein Prophet. Ich kann nicht eine Minute in die Zukunft schauen und muss daher auf der Strasse den Sicherheitsabstand einhalten. Ich weiss nicht, was ich nicht weiss und weiss daher auch nicht, ob ich überhaupt etwas weiss. Es könnte ja etwas geben, von dem ich nicht weiss und das meiner Ansicht entgegen steht. Dann wäre das, was ich glaube zu wissen, Fake. Deshalb habe ich seit meiner Jugend immer wieder in meiner Umwelt und in meinem Leben nach Ansichten geforscht, die ich aus Wahrnehmungen aller meiner Sinne und dem Suchen nach grösseren Zusammenhängen fand. Manche Anregung habe ich auch von Anderen übernommen, oft ohne sichere Zuordnung. Dabei bin ich darauf gestossen, dass unsere Erde endlich ist. Ich fand, dass auch ich selbst sehr enge Grenzen habe, also endlich bin. Ich schlussfolgerte, dass auch wir als Menschen in Gruppen, Völkern und als Menschheit insgesamt (oder als Mensch an sich) sehr enge Grenzen haben, dass wir nicht einmal nur endlich sind.

Langsam, aber Schritt für Schritt haben sich damit mein Weltbild, mein Menschenbild und meine Vorstellung von Gott verändert. Mit diesen geänderten Vorurteilen (oder wissenschaftlich ausgedrückt: Prämissen) stellte ich fest, dass die gleichen wissenschaftlichen Untersuchungen mit den gleichen Ergebnissen völlig unterschiedliche Interpretationen oder Deutungen zulassen. Meist haben wir nur die uns liebste oder geläufigste im Gedächtnis und halten diese einfach für „richtig“. Alle anderen Möglichkeiten bedenken wir gar nicht, weil wir ja nicht wissen, was wir nicht wissen. Das gilt eben nicht nur für mich, sondern für uns alle. So „objektiv“, wie uns heute gelehrt wird und wie wir alle denken und glauben, ist unsere Forschung oder Wissenschaft gar nicht. Wir irren.

Diese Begrenzungen meines Lebens, aber auch unseres Lebens und des Raumes, in dem wir leben, haben mich zu der Ansicht, eigentlich sogar zu der Überzeugung, geführt, dass unser Wunsch oder Traum oder unsere Theorie, unsere Wirtschaft und unser Wohlstand oder gar unser Reichtum könnten unendlich wachsen, völliger Unsinn und Dummheit sind. Wie konnten wir Menschen nur darauf kommen? Welcher Teufel hat uns da geritten, ja reitet uns doch immer noch? Wir haben ein Märchen geglaubt. Unsere Vorfahren wussten, dass Märchen Märchen sind. Sie waren schlauer. Wir Menschen am Übergang vom 2. zum 3. Jahrtausend christlicher Zeitrechnung sind dümmer als unsere Vorfahren, glauben aber, dass es umgekehrt sei.

In den 1960iger und 1970iger Jahren glaubten unsere Eltern, die Generation, die in ihrer Kindheit und Jugend gerade den 2. (eigentlich bereits 3.) Weltkrieg überstanden hatte, dass wir jetzt unsere Welt immer besser, immer friedlicher, immer wohlhabender machen könnten und dass ihre Kinder, also wir, die dafür notwendigen Schulden schnell abbezahlen können würden, weil es uns gut gehen würde, weil wir alle zumindest wohlhabend, wenn nicht reich sein würden. Es würde uns eigentlich nichts mehr fehlen zu einem guten Leben.

Heute, mehr als ein halbes Jahrhundert später, erleben wir die Folgen der Denkweise unserer Eltern, die wir als Kinder übernommen haben und mit Freuden als richtig (oder besser als „realitätsnah“) geglaubt haben, denn diese Denkweise führte für uns zu einem Leben immer zunehmenden Wohlstandes, zunehmender Rechte, abnehmender Pflichten, weniger Arbeitszeit, zunehmender Freiheiten zum Reisen, Studieren, Wohlfühlen, Geniessen und vielem mehr. Jede und Jeder darf, nein, soll, ihren/seinen Egoismus ausleben, denn der führt zu einer immer wachsenden und aufeinander abgestimmten Wirtschaft, der Garantie für unseren Wohlstand und unseren Reichtum.

Allerdings haben unsere Eltern und wir als einzelne Menschen und wir zusammen als Völker und sogar wir als Menschheit die Rechnung offenbar ohne den Wirt oder ohne die oder den Realität gemacht. Wir haben uns selbst jedes Jahr aufs neue bedient an den Ressourcen unserer Erde und an den Möglichkeiten, die uns unsere Vorstellungen vom Geld und Staat ermöglichten. Es gelang unseren Eltern und uns, durch die Anwendung unserer Ansichten aus Wissenschaft und Technik, erstaunlich gut zueinander passende Produkte und die dafür notwendigen Lieferketten zu organisieren und einzurichten. Wir hatten dafür ein relativ kurzes Zeitfenster von etwa einem Vierteljahrhundert nach dem Ende des Kalten Krieges Ende der 1980iger Jahre.

Unsere Eltern und wir haben uns offenbar geirrt mit unserer Ansicht, dass wir nun alles gut für uns gemacht hätten. Wenn wir etwas „gut“ gemacht hätten, dann hätten unsere Gesundheitskosten langsam sinken müssen, ohne dass unsere Regierungen seit einem halben Jahrhundert mit einer Folge von Gesetzen immer wieder Einsparungen durchsetzen hätten müssen, die aber, wie wir sehen, ihr Ziel gar nicht erreicht haben. Das gilt ja nicht einmal nur für das Gesundheitswesen, sondern für viele (oder sogar alle) andere Bereiche in unseren Staaten ja auch. Selbst die Digitalisierung, der wir ja nun zutrauen, dass sie endlich unsere Welt in unsere Märchenwelt umwandeln wird, wird immer aufwendiger und immer teurer.

Wir haben unseren Wohlstand als einzelne Menschen auf Kosten Anderer und vor allem auf Kosten unserer Allgemeinheit, unserer in Staaten organisierten Völker vermehrt, nicht berechnend, dass wir ja selbst Mitglieder unserer Völker sind und daher nur uns selbst zusammen betrügen.

Wir haben geglaubt, unsere Welt ändern zu können, haben aber nur unsere Wunschvorstellungen und unsere Theorien für realistisch gehalten. Wir haben sogar unsere Wünsche und Theorien in Verfassungen und Gesetze geschrieben und verpflichtend gemacht. Nun haben wir viel mehr Gesetzesübertreter, aber wir haben nicht Armut abgeschafft, Leid und Krankheit abgeschafft, Widerspruch gegen unsere Ansicht abgeschafft, Ressourcenverbrauch abgeschafft etc. Wir halten uns nicht einmal an unsere selbst geschriebenen Gesetze, wie uns in den letzten Tagen der ehemalige CDU-Fraktionsvorsitzende und ehemalige deutsche Gesundheitsminister Herr Jens Spahn eindrücklich zeigte. Natürlich sind das immer nur die Anderen. Aber es gibt doch erstaunlich viele von den Anderen. Selbst, nur von aussen betrachtet, sind ja sogar wir selbst ein Anderer, eine Andere.

Wollten wir zusammen den für uns Menschen zusammen höchsten Wohlstand innerhalb unserer menschlichen und erdlichen Grenzen erreichen, dann ginge das offenbar nur in Übereinstimmung mit den Zukunftsvorstellungen der evolutionären Natur (wohl eher in Form ökologischer Gleichgewichte als als einzelne Menschen alles andere und alle Anderen ausnutzende Tierart „Mensch“), in der wir leben und/oder des leblosen allgemeinen Seins, das uns ja geschaffen oder entwickelt oder wie auch immer ins Leben gerufen haben müsste (obwohl es selbst nicht lebt) und/oder den Vorstellungen unseres Schöpfers, des lebenden Gottes, dem wir ja mit hoher Wahrscheinlichkeit unser Leben auf der Erde verdanken. Keiner weiss, auch ich nicht, woher wir kommen, wie wir geschaffen oder entwickelt wurden. Es könnte auch noch mindestens eine vierte Möglichkeit geben. Aber wenn wir so alle Gegebenheiten durchdenken, dann ist die wahrscheinlichste Möglichkeit doch …?

Wir Menschen, vor allem die, die sich für fortschrittlich und wissend halten und uns in den letzten Jahrzehnten in Form von demokratischen oder anderen Regierungen geführt haben, haben uns in den jetzigen Zustand gebracht: Unsere Völker sind bei sich selbst und anderen Völkern und einzelnen reichen Menschen hoch verschuldet, die meisten bereits seit spätestens 2008 überschuldet und leben mit trotzdem weiter wachsenden Schuldenbergen. Meiner Ansicht nach hat kein Volk ein nachhaltig gesichertes Finanzsystem, das uns eine Lösung für diese Problematik anbietet, nicht einmal die Schweiz.

Unsere sozialen Sicherungssysteme wie für Gesundheit, Alter und finanzielle Absicherung sind trotz immer währenden Ausbaus in den letzten 50 bis 60 Jahren nicht über den Punkt gekommen, ab dem wir glauben dürften, dass es jetzt geschafft sei. Statt dessen verschulden wir unsere Völker, also uns selbst zusammen zu Gunsten jedes Einzelnen von uns, weiter und weiter und glauben, mit gleichartigen und offenbar wirkungslosen Gesetzen und Regelungen, wie in den letzten 50 bis 60 Jahren immer wieder getroffen, jetzt endlich den Break-even-Point erreicht zu haben. Wie hoch sind unsere Chancen, dass es jetzt oder in Zukunft klappt?

Unsere wissenschaftlichen Forschungen seit Beginn der Illusionszeit (meist „Neuzeit“ oder „modern time“ genannt) haben trotz unserer riesigen finanziellen und personellen Einsätze bisher nicht zu einem Zustand geführt, in dem wir endlich sagen könnten: „Wir wissen!“ Wir haben jetzt diese und jene Krankheit soweit erforscht und mit unseren medizinischen Mitteln ausgerottet, dass wir sie abhaken können, in unseren Lehrbüchern als Geschichte kennzeichnen können und aus unseren Lehrplänen streichen können, damit unsere Schüler und Studenten endlich wieder Zeit und Musse finden könnten für Erholung und Genuss und anderes.

Statt dessen haben in den Jahrzehnten seit Mitte des 20. Jahrhunderts auf Grund unseres Wohlstandes die Zahl und Schwere unserer Krankheiten deutlich zugenommen. Unser menschlicher Körper ist für Wohlstand und lange gesunde Lebensdauer offenbar gar nicht geschaffen oder entwickelt worden. Statt dessen haben in der gleichen Zeit die Kosten für unsere Gesundheit kontinuierlich zugenommen und erreichten unerträgliche Höhen. Medizinisch und medizintechnisch dürfen wir uns nicht für erfolgreich halten, sonst hätten in den letzten Jahren die Kosten und Aufwände ohne politische Anstrengung laufend sinken müssen.

In den Ländern mit der höchsten Ärztedichte (z.B. Schweiz und Deutschland) wird nach immer mehr Ärzten gerufen. Was sollen die Bewohner der vielen ärmeren Länder denn sagen? Fehlen diese Ärzte nicht eher dort?

In den Ländern mit dem besten Nahrungsangebot (also fehlendem Mangel) (z.B. Schweiz und Deutschland) werden immer mehr Vitamine und Nahrungszusatzstoffe etc. gekauft und wohl auch eingenommen oder gegessen und getrunken. Welchen Sinn sollen diese Ausgaben angesichts fehlenden Mangels haben? Wären diese Ersatzstoffe für die Nahrung nicht in vielen anderen Ländern viel nötiger?

In den Ländern mit der höchsten Zahl und Komplexität von Gesetzen und Rechtssystemen, die ja Bürokratie und Kosten verursachen (z.B. Schweiz und Deutschland), werden im Wettstreit zwischen den Parteien und mit zunehmendem und schnellst möglichen Tempo immer neue Gesetze erlassen. Warum kämpfen wir dann noch um unsere Freiheit, wenn wir sie doch selbst durch unsere gewählten Volksvertreter durch immer neue Gesetze begrenzen (lassen)?

Trotz der Anstrengungen unserer Regierungen und Führungen aller Art steigen die Kosten und Einsätze für unsere Lebensweise immer weiter. Wir haben bisher aus unserer Geschichte nicht die Lehre gezogen, dass die Wahrscheinlichkeit offenbar hoch ist, dass wir die Kosten und Einsätze auf diese Weise gar nicht reduzieren können. Dabei müssen wir doch offenbar anerkennen, dass wir menschliche Grenzen haben. Wir können gar nicht unbegrenzt mehr lernen, mehr arbeiten, mehr leisten, mehr bezahlen. Aber unbegrenzt mehr geniessen wollen wir, wie die 3- bis 9-Jährigen.

Wir sind in eine Falle, in eine Sackgasse, geraten. Es ist nicht anzunehmen, dass unsere bisher von uns angewendeten und bevorzugten erfolglosen Methoden jetzt plötzlich helfen, wenn sie Jahrzehnte oder Jahrhunderte zuvor nicht gewirkt haben. Das sollten wir doch aus der Geschichte lernen können, oder?

Ich bin kein Prophet. Wenn ich aber diese geschichtlichen und gesellschaftlichen Zusammenhänge betrachte und in die Zukunft extrapoliere, dann kann ich nicht anders, als in naher Zukunft unseren gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Zusammenbruch anzunehmen. Wann und wie der geschehen wird, kann ich nicht sagen.

Könnten wir diese Entwicklung noch verhindern? Wenn wir glauben, dass wir es können, dann wie?

Wenn wir es nicht können, wie könnten wir uns darauf vorbereiten und seine Auswirkungen abmildern?

Das Zusammenkommen von ökonomischem Zerfall und 4. Weltkrieg, aktuell noch überwiegend kalt, womöglich bald vielerorts heiß, wird uns alle viel Wohlstand kosten.

Der lebende Gott schuf seine Welt und beurteilte sie als „gut“ in einem Zustand ohne Wissen, ohne Wissenschaft, ohne Bildung, ohne Technik, ohne Waffen …

Die evolutionäre Natur verlief für die Natur in ökologischen Gleichgewichten über Jahrmillionen relativ glatt. Ob da ein solcher einseitiger Pendelausschlag bei uns Menschen gegenüber der übrigen Natur weitere Zukunft verheisst? Wer will das voraussagen? Auf welche Tatsachen könnten wir solche Erwartungen gründen? Der Entwicklung der Natur entsprechend wäre eher ein Ende wie bei den Dinosauriern oder bei den Mayas in Südamerika zu erwarten. Umweltschäden haben wir doch in den letzten Jahrhunderten genug verursacht, oder? Die Verursachung von Umweltschäden ist keine neue Erfindung von uns Menschen im 20. und 21. Jahrhundert. Das Ausmass der Schäden nimmt nur Dank unseres „Erfolges“ immer mehr zu. Die Tierart „Mensch“ geht am eigenen Erfolg zugrunde?

Der lebende Gott verheisst in der Bibel seinem Volk, den Juden, und sogar der ganzen Menschheit immer wieder Untergänge wegen Ungehorsams gegenüber seinen Regeln für das Zusammenleben mit ihm und den anderen Menschen in seiner geschaffenen Welt. Aber er verheisst keine Ausrottung, sondern Vernichtung bis auf einen Rest, dem er wieder Leben verheisst. Der lebende Gott hofft noch immer auf einen Rest von Juden und Menschen, mit dem er dann doch in seiner neuen Welt zusammen leben kann, so wie er sich das vorstellt. Auf unserer Erde wird das wohl ein Leben auf und in vielen Ruinen sein, im besten Fall ähnlich einer Organisation als Genossenschaft, im schlechteren Fall anarchistisch Jede und Jeder gegen Jede und Jeden.

Wenn in der Bibel aber von einer neuen Welt und einer Einladung an uns in seine neue Welt gesprochen wird, dann heisst das für unsere Welt, in der wir jetzt leben, offenbar ein Ende oder hier entwickelt sich das und entwickeln wir Menschen das, was dann auch „Hölle“ genannt wird, „Leben ohne Gott in gegenseitiger Konkurrenz um alles“ mit allen anderen Menschen.

Die bisher einzige Lösung für unsere Probleme und aus unserer problematischen Lage, die ich fand, ist damit der Glaube an die Einladung des lebenden Gottes an uns durch unseren Glauben an unsere Erlösung durch den Tod und die Auferstehung Jesu Christi. Es erwartet uns ein Leben zusammen mit ihm und den anderen Menschen nach der Art, wie der lebende Gott selbst sich das vorstellt, nicht nach der Weise, wie wir uns das vorstellen. Unsere Wünsche, Vorstellungen und Theorien werden nicht wahr. Das ist ein Irrtum! Sie sind und bleiben Märchen, völlig egal, was oder wem wir glauben.


Wenn Sie eine andere Lösung für unser Problem und unsere problematische Lage kennen, bitte ich um Mitteilung.

31 July 2026
wf