Wie leben? Wissenschaft und Medizin und Technik

Wie können wir leben?

15 Wissenschaft und Medizin und Technik: (19.02.2020)

Philosophie, Wissenschaft und Religion in einem Boot:

Hinter den Grenzen unseres Denkens und Nachdenkens beginnt bereits das „Jenseits“. Das „Jenseits“ ist also durchaus bereits im „Diesseits“, im „Hier und jetzt“. Beide Sphären überlagern sich in dieser Welt und bestimmen sich in der Beziehung zu mir. In gewissem Sinne bestimme auch ich sie.
Es ist relativ einfach zu verstehen, dass wir über das Jenseits kaum etwas wirklich wissen können. Das ist auch ein Grund, warum ich mich da sehr zurückhalte.
Wie aber ist es mit dem Diesseits? Wir sind Teil der Erde, leben in ihr, verändern uns mit ihr. Und doch sind wir in unserer Persönlichkeit, ja auch mit unserem Körper und seinen Strukturen der Erde oder der Welt gegenüber gestellt. Wir sind also Teil des Diesseits und auch wieder nicht Teil, sind fremd.
Nur was wir einerseits wissen und andererseits aus unserem Erleben heraus glauben können, dass ist für uns wahr im wahrsten Sinne. Wir Menschen neigen sehr dazu, was wir nicht erleben und nicht kennen, als nicht existent zu halten. So glauben wir es nicht. Wenn uns aber jemand gefühlsmässig so richtig mitnimmt, dann glauben wir ihm undurchdacht alles, auch den dümmsten Unsinn. Wir brauchen beides, Wissen und (Er-)leben. Das ist ganz einfach menschlich. Dazu brauchen wir ausgeprägte Kritikfähigkeit unseren eigenen Gefühlen gegenüber. Das Jenseits ist uns viel näher als uns lieb ist. Es beginnt bereits „hinter der nächsten Strassenecke“. In der Medizin kann das mitunter sehr fatal sein.
Sie werden das berühmte Höhlengleichnis von Platon kennen? Falls nicht, möchte ich Sie bitten, einmal z.B. bei Wikipedia kurz nachzulesen. Es dauert nicht lange, aber ein bisschen Zeit lohnt sich auch, dem nachzudenken. Es hilft uns, manche der kommenden Gedanken leichter nachvollziehen zu können.
Wir stellen fest, dass wir in unserer Position als Ich eine Vorstellung haben wollen und müssen von unserer Umgebung. Da gibt es das Diesseits. Als Instrument haben wir in den letzten gut zwei Jahrtausenden dafür die Wissenschaft entwickelt. Eigenartigerweise bereits viel früher hat der Mensch die Religion entwickelt im Bemühen um Kenntnisse über das Jenseits, das ja in gewissem Masse weiter entfernt erscheint und schwerer zu ergründen sein dürfte. Ob es auf diese Frage eine Antwort gibt?
Die Wissenschaft ist der Teil in unserer Gesellschaft, „der Wissen schafft“. Das klingt sehr gut und sehr positiv. Weiteres Nachdenken erübrigt sich. Es stellt sich nur die Frage, was für Wissen das denn ist. Ist es eine richtige Beschreibung von Realität? Ist es eine zutreffende Beschreibung vom Umgang mit Realität? Was ist eigentlich unsere reale Umwelt? Können wir sie so einfach erkennen, beschreiben und benutzen? Gibt es vielleicht Hinderungsfaktoren für Wissen, die die Wissenschaft kennen und umgehen muss oder gibt es womöglich andere Faktoren, die die Wissenschaft gar nicht umgehen kann?
Bevor wir uns wissenschaftliche Gedanken machen, müssen wir eine religiös-philosophische Frage klären, die von 1 und 2. Wollen wir die Welt als eines betrachten? Dann sind wir eins mit der lebenden und der toten Welt. Ich bin die Welt und die Welt bin ich. Dann gibt es nur Sein und keinen Schein. Dann ist die Welt wie ich sie wahrnehme. Dann kann ich auch nicht getrennt von etwas (der Welt) oder jemandem sein oder durch etwas. Dann gibt es kein „gut“ und kein „böse“. Dann gibt es keine Schuld. Dann bedarf es keiner Versöhnung, keiner Einheit. Es gibt ja nur eins. Dann gibt es auch keinen Gott, jedenfalls keinen Gott, der nicht ich ist und ich in ihm. Und ausser diesem Einen, und sei es das riesige Universum, gibt es dann nichts. Alles um mich herum wäre dann sehr unpersönlich und ich müsste mich fragen, warum ausgerechnet ich eine Persönlichkeit, ein Ich bin. Woher sollte ich dann gekommen sein, wohin wieder gehen? Zum Glück gibt es andere Menschen. Aus welchem Grunde und auf welchem Wege sollte ein unpersönliches Es oder sogar Nichts Menschen, Persönlichkeiten, geschaffen oder über den Umweg der Evolution entwickelt haben?
Die heute oft vertretene Ansicht, es gebe keinen Gott, unterscheidet sich von der unpersönlichen, rein materiellen Seinsform des Kosmos, eines grossen allgemeinen Seins (wie auch immer man das dann in religiösen Begriffen z.B. östlicher Religionen nennen will) im Grunde nicht. Der Unterschied ist die Persönlichkeit in mir und ausserhalb von mir.
Nun können wir das Eine oder das Andere glauben. Es ist immer eine Welt- und Menschenanschauung, ein Glaube. Mehr ist gar nicht möglich. Die Wissenschaft kann zu dieser Frage weder positiv (als Beweis) noch negativ (als Ausschluss) etwas beitragen.
Wichtig ist diese Unterscheidung deshalb, weil auf dieser Weltanschauung alles Folgende beruht: Was will ich wissen oder erkennen? Wie kann ich meine Umwelt untersuchen, um Wissen zu bekommen? Wieweit ist wissen eigentlich möglich? Was kann ich mit diesem Wissen anfangen und was fange ich tatsächlich damit an? Verändere ich mich dabei? Was ist Leben? Kann ich überhaupt eine Antwort auf diese Frage bekommen? Wie fasse ich den Menschen und Persönlichkeit auf? Gibt es Beziehung zu anderen Menschen und wenn ja, wie gestalte ich die sinnvoll? Was ist sinnvoll? …
Gibt es Leben, Persönlichkeit, Gott in meiner Weltanschauung, in meinem Denken und Nachdenken, werden die Antworten anders lauten, als wenn es das bei mir nicht gibt. Unsere Antworten auf diese Fragen müssen wir immer im Hinterkopf behalten, wenn wir die Richtigkeit von Theorien, von Annahmen, von Ergebnissen an der Realität überprüfen. Alle folgenden Ergebnisse werden abhängig davon unterschiedlich ausfallen.
Gott und/oder die Evolution haben eine Realität erschaffen und/oder entwickelt. Bei der Wissensermittlung, bei der Erforschung und Beschreibung unserer Umgebung, müssen wir uns immer klar sein darüber, dass die Welt real ist, nicht unsere Theorien, Definitionen, Beschreibungen, Ansichten. Die Theorien und Definitionen schaffen wir Männer. Sie sind daher immer bezogen auf Realität, aber sie sind nicht die Realität an sich. Die Realität ist immer real, richtig, absolut. Wer oder/und was ist Realität? Wenn etwas nicht stimmig ist, dann sind immer unsere Theorien und Definitionen falsch, niemals umgekehrt.
Wissen braucht Sprache, also einen Begriff, einen Namen. In der Medizin kommt irgendein Arzt auf die Idee, eine Kombination von Beschwerden als Krankheit aufzufassen. Er gibt ihr einen Namen (früher benutzte man dazu oft den Namen dieses Arztes) und dann wusste man, worüber man redet, auch wenn man von der Krankheit eigentlich noch gar nichts wusste. Im Laufe der Zeit fand man weitere Zusammenhänge und Besonderheiten. Man fand Mechanismen, vielleicht sogar Therapiemöglichkeiten. Alles wird mit diesem Begriff verbunden. Ab wann dürfen wir sagen, dieses Wissen ist sicher, ist richtig, ist „evidenzbasiert“?
Gibt es ein absolutes Wissen oder ist Wissen immer nur relativ, im Verhältnis vom Betrachter zum Objekt? Die Frage können wir jetzt schon beantworten.
Wenn Wissenschaftler auf Grund physikalischer, mathematischer, chemischer und vieler anderer Naturgesetze die Welt für ein Ganzes in Allem halten, dann folgt nicht zwingend daraus, dass die Naturgesetze immer gelten und somit zum Beispiel kein Platz für Gott wäre. Das kann man daraus nicht schliessen. Man kann nicht eine Voraussetzung, die man vorher festlegt, hinterher als Beweis für eine Tatsache nehmen. Wir wissen nicht, ob Naturgesetze immer gelten, ohne Ausnahme. Die Wissenschaftler haben nur keine Ausnahme gefunden und benutzen diese Tatsache, um eine einheitliche Beschreibung unseres Universums zu erstellen. Wenn wir bisher keine Ausnahme gefunden haben, besteht in Zukunft für jedes Ereignis wieder die Wahrscheinlichkeit von 50 zu 50, dass ja oder nein, rechts oder links oder gar noch viel mehr Möglichkeiten eintreten können. Naturgesetze können wir nur als Naturgesetze erkennen, wenn wir zuvor die religiöse Entscheidung getroffen haben: Alles ist eins. Dann wären auch Vergangenheit und Gegenwart und Zukunft eins. Unter diesen Voraussetzungen können theoretische Physiker auf die Entwicklung der Vergangenheit bis zu einem Urknall schliessen und auch in die Zukunft bis zu einer Ex- oder Implosion oder was auch immer. Sie durchforschen das Universum. Eigentlich müssten wir genauer sagen: Sie durchdenken das Universum. Sie schaffen Theorien. Theorien sind aber nicht die Wirklichkeit. Viele Wissenschaftler denken mit dem (Vor?)urteil, vielleicht ja Fehler, dass sie alles als eins auffassen, bereits die Theorie, den Schein als Sein. Woher wollen Wissenschaftler immanent Hinweise für Transzendenz finden oder umgekehrt aus dem Fehlen von Hinweisen auf das Fehlen von Transzendenz schliessen? Wahrscheinlich müssen wir uns die Begrenzung des Universums wie die Übergangszone zwischen „Schwarzem Loch“ und Umgebung vorstellen? Die Umgebung zieht mit maximaler Kraft alles, was uns Information geben könnte, in die Transzendenz ab? Oder sind die „Schwarzen Löcher“ vielleicht Ausdruck von Transzendenz? Wer will die Frage denn beantworten? Zu Beginn aller Wissenschaft, aller Technik, allen bewussten Lebens steht die philosophisch-religiöse Entscheidung: Eins oder zwei? Wenn Decartes gesagt hat „Ich denke, also bin ich“, dann würde ich ein wenig weiter gehen: Ich denke nach und finde mich damit in Abgrenzung zu allem Anderen, zur Welt, zu den anderen Menschen und auch zu Gott. Wenn ich mir aber selbst bewusst werde, dann ist die eine Möglichkeit, die von 1, schon gestorben. Wenn wir die Gottesfrage beantworten wollten, dann müssten wir sie eher mit „ja“ als mit „nein“ beantworten, da wir uns selbst ja bewusst geworden sind. Folgen wir also Platon. Fieserweise müssten wir umgekehrt folgern: Diese Wissenschaftler sind gar keine Persönlichkeiten. Sie sind reines „Es“. Ich wünsche Ihnen, dass Sie jetzt heftig gegen mich revoltieren.
Platon geht von Sein und Schein aus, also von 2. Ich bin ich und nicht Du. Ich bin allein, getrennt und versuche nun die Welt, die Menschen, Gott um mich herum zu erkennen, zu verstehen, mich mit ihnen zu versöhnen, irgendwie Einheit zu schaffen. Aber was ich auch denke, es bleibt immer eine Lücke, ein „missing link“ zwischen mir und Gott, mir und der Umwelt, mir und Dir. Die religiös-philosophische Entscheidung heisst: Alles ist nicht eins (mindestens 2 oder sogar mehr).
Die Frage: Eins oder nichteins ist die Grundfrage. Erst danach kommen Wissenschaft, kommen Religion, kommen Beziehungen, kommt Politik und alles weitere. Diese Frage ist eine Glaubensfrage und egal welche Antwort ich glaube, es ist Glaube. Diese Frage kann die Wissenschaft nicht klären, auch Genies wie Stephen Hawking oder Einstein und viele Andere nicht. Die wissenschaftliche Erkenntnis und geniale Erforschung des Universums von Stephen Hawking und Kollegen und ihre Schlussfolgerungen setzen die religiöse Entscheidung voraus „Alles ist eins.“
Das Höhlengleichnis können wir auch gleich noch auf eine zweite Frage anwenden. Können wir die Welt einfach so benutzen (nicht nur erkennen), als wäre sie eins, als würde sie (zu) uns gehören? Viele Beobachtungen sprechen eher dagegen.
Wir müssen leben, als wenn Naturgesetze immer gelten (zumindest materielle), aber wir müssen auch immer offen lassen, dass Prozesse plötzlich anders verlaufen, einmal oder immer. Der wissenschaftliche Glaube an die ausschliessliche Gültigkeit von Naturgesetzen ist ein Glaube, den die Naturwissenschaft nicht beweisen kann. Im uns überschaubaren (kleinen) Rahmen gelten sie. Das haben Wissenschaftler immer wieder festgestellt und das dürfen, ja das sollten wir besser glauben, wenn wir nicht eines plötzlichen Todes durch Sturz oder anderes sterben wollen. Die Wissenschaftler haben aber die Zukunft nicht schon in der Tasche, nicht einmal die Vergangenheit. Zukunft ist offen und nur offen denkbar. Wissenschaftler können nur daran glauben, dass sie mittels der Naturgesetze die Zukunft vorhersagen können. Der freie Wille versucht, in die biologischen Naturgesetze immer wieder einzugreifen, und schafft damit Chaos. Neben dem freien Willen gibt es ja auch noch den Zufall, der immer wieder Störfeuer in der Naturgesetzlichkeit darstellt. Mittels Naturgesetzlichkeit und der Annahme ihrer Wirksamkeit bis in alle Zeit zurück haben Wissenschaftler auf den Urknall geschlossen. Das kann man so tun und es klingt etliches sehr plausibel. Da aber die erste Entscheidung eine Glaubensentscheidung war, müssen wir auch bei der Evolution des Universums von einem Glauben, von einer Theorie sprechen. Wir können oder müssen sie glauben. Wissen haben wir jedoch nicht.
Gibt es überhaupt Naturgesetze? Sind tote Materie und lebende Wesen mit den gleichen Methoden untersuchbar mit dem Ziel zutreffender Wissensermittlung? Gibt es da Unterschiede? Ist vielleicht ein physikalisches Grundgesetz wie die Gravitation einfach auf die biologische Welt übertragbar oder die Gesetze der Statistik oder eben doch nicht? Gilt in der belebten Welt in gleicher Weise wie in der Mathematik der Grundsatz, dass ein Rechensatz in der Umkehr genauso stimmt? Gibt es doch Unterschiede zwischen belebt und unbelebt in dieser Hinsicht? Solange wir nicht wissen, was Leben (oder auch Seele und Geist) oder Menschsein ausmacht, wissen wir doch gar nicht, welche Untersuchungsmethoden am lebenden Objekt angemessen sind. Alle unsere Untersuchungsergebnisse können nur vorläufig sein.
Wir sollten Naturgesetze vielleicht besser nur als „Naturregeln“ auffassen und bezeichnen. Gesetze schaffen einen Absolutheitsanspruch, den sie nicht einhalten können, selbst wenn sie milliardenfach gegolten haben. Wir lassen sie mal als „materielle Naturgesetze“ so gelten, wohl wissend, dass diese Annahme nur näherungsweise gilt, nicht aber absolut. Zumindest Leben ist widersprüchlich und straft damit alle Gesetze Hohn. Leben spielt sich ab in und mit Regeln und Regellosigkeit (Freiheit und Zufall), im Schein und im Sein. Deshalb nenne ich diese Form „biologische Naturregeln“. Sie können gar keinen Anspruch auf Absolutheit erheben. Leben ist immer relativ, ist immer widersprüchlich. Die biologischen Naturregeln gelten sehr häufig und immer sollten wir erst einmal von deren Geltung ausgehen. Im zweiten Satz müssen wir uns aber immer damit beschäftigen, dass für diese Regeln auch Ausnahmen gelten, die wir anders verstehen und anders zu behandeln haben.
Albert Einstein stellte die Relativitätstheorie auf, die in der Welt der Atome und derer Teile funktioniert, im Mikrokosmos. Stark vereinfacht gesagt, kann man ein Teil nicht beobachten, ohne seinen Ort und/oder seine Geschwindigkeit zu verändern. Damit hat man durch die Beobachtung die Eigenschaften des Teilchens verändert. Der Beobachter kann einem Teilchen nicht ohne Einfluss auf das Teilchen zuschauen.
In ähnlicher Weise kann man für den Makrokosmos Regeln aufstellen, vor allem für den lebenden Teil:
Vor 500 Jahren zogen unsere männlichen Ahnen in die Welt hinaus, um die Welt zu erkunden. Fortan war aber dieser Teil der Welt nicht mehr der, der er vorher war. Die Folgen beschäftigen uns noch heute.
Wird ein Kind in eine Familie adoptiert, ändert sich die Architektur der Familie. Wollen ein paar Menschen eine Sehenswürdigkeit sehen, ist das kein Problem. Überschreitet die Zahl derer ein gewisses, vorher meist unbekanntes Limit, dann wird die Sehenswürdigkeit oft so verändert, dass sie keine mehr ist. Es kommt auf die Relationen an.
Leben auf diesem Globus die verschiedenen Arten in einer relativ konstanten Verteilung zu einander, herrscht nicht unbedingt Frieden, aber es gibt eine langfristige gemeinsame Zukunft. Beginnt eine Spezies durch plötzlichen Gewinn von Mitteln, sich über alle anderen Arten hinaus zu entwickeln, zu vermehren und zu herrschen, gerät das Gleichgewicht aus dem Gefüge und die gemeinsame Zukunft wird fragwürdig. Für alle ausgestorbenen Arten ist sie schon dahin.
Auch der Makrokosmos ist sehr relativ, nur auf andere Weise.
Der Mensch ist immer relativ, in Bezogenheit zur Umgebung, nur gegenüber sich selbst nicht. Uns selbst sind wir absolut. Wenn der Mensch sich aber absolut macht (vor allem eine männliche Handlungsweise), dann wird er unmenschlich, damit aber leider nicht automatisch göttlich (was ja eine Möglichkeit wäre und früher haben die Herrscher sich deshalb als Gottheiten verehren lassen. Heute tun es die Nachfolger nicht viel anders). Deshalb Männer, meidet den Wahrheitsanspruch. Wer selbst den Anspruch stellt, die Wahrheit auf seiner Seite zu haben, sie zu vertreten, im Recht zu sein, der liegt meistens falsch, auch wenn er Kaiser, Sultan, Revolutionsführer, Wirtschaftskapitän oder Religionsführer ist.
Wenn wir realistischer werden wollen, dann müssen wir kritischer werden und vor allem selbstkritischer werden, Wissenschaftler, Politiker, Führer. Gutes wollen alle, aber die Realität? Letztere entscheidet über richtig und falsch.

 

Wissenschaft und Technik und Mathematik:

Nun wollen wir Wissenschaft treiben. Wir wollen unsere Umwelt kennenlernen, verstehen und in ihr leben. Was tun wir also?
Wir sehen uns um und erfassen jedes Detail, beschreiben es, definieren es, lernen den Umgang mit ihm. Bei der Beschreibung gibt es mehrere Möglichkeiten. Wir benutzen unsere Sprache dazu und können uns auf diese Weise der Umgebung bewusst werden, uns ihrer erinnern, sie anderen beschreiben, die Beschreibung speichern. Eine andere Sprache ist die Mathematik. Wir können viele Details und vor allem Prozesse mit mathematischen Formeln, Zahlen und mathematischen Bildern besser beschreiben als mit sprachlichen Begriffen. Die Physik hat sich ihre eigene Darstellungsweise entwickelt, die Chemie und andere Fachgebiete ebenso.
Jedes Detail lösen wir aus dem Kontext, aus dem Zusammenhang, aus dem zeitlichen Prozess heraus, um eine möglichst genaue Darstellung zu bekommen. Hinterher müssen wir das Detail auch wieder in den Kontext eingliedern und die Beschreibung neu aufnehmen. Das erfordert viel Feinarbeit und Abstimmung. Je mehr solcher Arbeiten wir erledigt haben, desto klarer wird uns der Sinn von Wikipedia oder früher von dicken Lexika.
In der leblosen, rein materiellen Welt sind diese Vorgänge noch recht einfach. Die detaillierte Forschung erscheint machbar. Ob wir wirklich die Beschreibungen und Formeln als mehr als nur Theorie (als Schein) bewerten dürfen, ist trotzdem sehr fragwürdig. Formeln und Beschreibungen sind Theorien, damit wir sie besser handhaben können, meist sogar möglichst einfache Theorien. In der materiellen Welt werden auf diese Weise Schein und Sein wohl relativ deckungsgleich oder nahe beieinander sein können. Forscher schliessen gerne aus einem abgeschlossenen, in sich mathematisch stimmigen Abbild, dass es der Realität entspreche. Denken wir wieder an die Vorentscheidung von 1 und 2. Im ersten Falle kann man das so tun, im zweiten nicht. Das wissenschaftliche Ergebnis hängt also von der religionsphilosophischen Entscheidung vorher ab. Da es einen Forscher und Wissenschaftler gibt, der ja wahrscheinlich sich selbst als Persönlichkeit wahrnimmt und versteht, spricht die Wahrscheinlichkeit eher gegen seine Vorentscheidung von 1. Dass der Forscher aber mit seinen Beschreibungen wirklich Recht hat, können wir nicht überprüfen. Das muss er glauben (oder auch nicht) und das müssen wir ihm glauben (oder auch nicht).
Aktuell gibt es dazu ein wunderschönes, spannendes, bekanntes Beispiel: Das „Schwarze Loch“ im Weltall. Finden wir doch derzeit als Ergebnis einer Forschungsgruppe Aufnahmen von dem „Schwarzen Loch“ in Zeitschriften, Zeitungen, dem Internet und anderen Medien. Haben Sie mal so eine Aufnahme gesehen? Googeln Sie einfach fix einmal. Ich bin ziemlich blind. Das weiss ich, wenn meine Frau und ich vergleichen, was wir so sehen. Ich sehe da einen schwarzen Fleck, kein Loch. Und warum sehe ich den schwarzen Fleck? Weil es darum herum heller ist. Ohne die Abgrenzung zur Andersartigkeit um diesen Fleck herum, würde ich ihn gar nicht wahrnehmen. Wie kommt man nun auf die Idee, diesen schwarzen, recht unspektakulären Fleck als das „Schwarze Loch“ zu bezeichnen?
Die Verbindung bringt uns eine Story, die uns dazu erzählt wird: Das Licht um das „Schwarze Loch“ sei mit Lichtgeschwindigkeit zwischen 400 und 500 Jahre lang geflogen, um die Erde zu erreichen. Was wir da sehen, ist also schon mal fast 500 Jahre her. Um diese Lichtstrahlen so anzuordnen, dass daraus ein der Story entsprechender Fleck entstehen konnte, brauchte man eine Reihe gut zusammenarbeitender Observatorien rund um den Globus mit feinster Abstimmung der Messanordnungen aufeinander. Sehr vereinfacht gesagt, der gleiche Grund, warum wir mit zwei Augen sehen und nicht nur mit einem (Räumliches Sehen). Es besteht also für die Darstellung ein Verhältnis von über 400 Lichtjahren Distanz zu etwas mehr als 10000km Entfernung zwischen den einzelnen Beobachterstationen auf unserer Beobachterkugel. Da bedarf es schon wirklich hochpräziser Geräte und Anordnungen, um diese kleinen Winkeldifferenzen, Zeitdifferenzen etc. überhaupt wahrzunehmen. Auf der Erde würden ja Wind und Wetter stören, aber im Weltall? Wind und Wetter gibt es dort nicht, aber Gravitationen, Magnetströme und andere Störfaktoren ja doch. Alles im Griff und herausgerechnet, über jeden Zweifel erhaben. Wir glauben die Story mal einfach so.
Nun wird es ja eigentlich erst richtig spannend: Schwarzes Loch? Also nichts drin. Leer. Eben schwarz. Die Wissenschaftler sagen aber das Gegenteil. Da drinnen ist so viel Masse, dass die Gravitation alle anderen Kräfte übertrifft und nichts, nicht einmal mehr Licht heraus kommt. Daher: Schwarz. Woher wissen die Wissenschaftler das denn dann alles? Ich habe nicht gehört, dass ein chinesisches Raumschiff gerade von dort zurückgekehrt sei und berichtet habe. Das wäre ja auch noch einmal eine Story. Es wird sicher bald solche Berichte geben, denn Geschichten erzählen uns viele und Geschichten umdeuten ist noch beliebter.
Die Wissenschaftler haben das berechnet, berechnet aus physikalischen und mathematischen Ableitungen, berechnet über Naturgesetze der Mathematik. Schon die Entfernung wird ja mit hoher Wahrscheinlichkeit dafür sorgen, dass in den nächsten tausend Jahren kein Mensch dort nach der Realität schauen wird. Selbst wenn ein Mensch sich in das schwarze Loch ziehen lassen würde, um zu erkunden, was dort wirklich los ist, würden wir von ihm nichts erfahren. Es ist eine Grenze, die dem Tode irgendwie gleicht, hin, aber kein zurück, tauchen ins Ungewisse. Zählen wir dieses „Schwarze Loch“, so es nicht nur ein mathematisches Hirngespinst ist, denn zur Immanenz oder zur Transzendenz, zu unserer erfahrbaren Welt oder zum Jenseits? Wir haben doch gar keine Ahnung! Und dann gibt es Wissenschaftler, die unter all diesen Erkenntnissen sagen, sie hätten herausgefunden, dass es keinen Gott gebe. Also, sie werden diesbezüglich Recht haben, dass das „Schwarze Loch“ sicher nicht Gott ist, jedenfalls sicher nicht der, an den ich glaube. Aber eine Aussage über Gott und die Realität und Materie und Leben angesichts so vieler Annahmen, die wir doch gar nicht überprüfen können? Klingt eher nach Glauben als nach Wissenschaft, oder?
Trotzdem, in der materiellen (leblosen) Welt könnte die Übereinstimmung von Schein und Sein relativ gross sein. Das muss aber immer wieder an der Realität überprüft werden. Das ist bei der Materie nicht so schwierig, weil sie sich ohne lebende Prozesse relativ langsam verändert. Da braucht es dann Millionen Jahre, bei schnellen Prozessen wie der Erosion durch Wind und Wetter auch mal nur Jahrzehnte. Schnelle Veränderungen wie Erdbeben, Vulkanausbrüche etc. sind selten. Das zu verstehen und zu bearbeiten, reicht unsere menschliche Hirnkapazität noch einigermassen aus. Wissenschaftler benutzen trotzdem gerne die automatisierte Datenverarbeitung.
Wissenschaft versucht mit ihrer Methodik, klare, detaillierte Strukturen und Prozesse zu erfassen und zu beschreiben. Das ist ein Wesensmerkmal der Wissenschaft und das ist auch unverzichtbar und in Ihrem Wert ist die Wissenschaft kaum zu überschätzen. Die Vielfalt des Lebens steht dem jedoch konträr entgegen. Die Wissenschaft muss diese Vielfältigkeit bestmöglich ausklammern (nur bestimmte Bedingungen, das ist Methode im positiven Sinne). Die Ergebnisse stimmen dann aber auch nur unter den gegebenen Bedingungen. Es ist von vorne herein klar, dass Theorie und Wirklichkeit in der Wissenschaft am Leben auf diese Art und Weise weit auseinanderklaffen. Um so wichtiger ist nach Schaffen der Theorie, der Beschreibung und Erfassung, der erneute Abgleich mit der Realität. Können wir nicht fast schon vorhersagen, welches Ergebnis wir finden werden? Das wird uns später noch in der Medizin mehr beschäftigen. In der Regel werden wohl die Theorien mehr oder weniger von der Realität abweichen.
Unter der Annahme, dass das mathematische System in sich geschlossen stimmt und Realität ist, kann man theoretisch vieles berechnen und dann als existent glauben. Mathematik ist eine Zwitterstruktur, Realität und Theorie zugleich. Ich bin gar nicht sicher, ob wir das auseinander halten können. Vielleicht kommt es auf die Beziehungen an? Mathematik als System ist reine Theorie. Ist die Stimmigkeit von Formeln, Ableitungen, Konstanten, Gleichungen etc. in der Mathematik wirklich ein Realitätsbeweis? Mathematik in Anwendung ist Mittel zum Zweck, ist Sprache, ist Theorie in Bezug auf Realität. Mathematik ist teilweise auch selbst Realität (z.B. im uns erfahrbaren Makrokosmos ist 2+2=4. Da wird es sehr, sehr selten Ausnahmen geben). Das können Sie selbst überprüfen.
In der Statistik (einer Sonderform von Mathematik) werden verschiedene Grössen benutzt, um Wahrscheinlichkeiten und Grenzwerte zu bestimmen. Standardabweichung, Varianz, Signifikanz etc. sind solche Begriffe. Wir dürfen aber nicht vergessen, dass diese Grössen reine statistische Grössen sind. Sie geben Wahrscheinlichkeiten innerhalb der Theorie, innerhalb der Berechnungen an. Es gibt keine statistische Grösse, die uns die Übereinstimmung von Theorie und Praxis, von Beschreibung und Realität, von Berechnung und Wirklichkeit, von Schein und Sein angibt. Das geht schon rein gedanklich, rein technisch gar nicht. Sie können die Richtigkeit von Theorien nur selbst mit ihrem eigenen Körper oder anderen Körpern in der Wirklichkeit überprüfen. Das heisst aber auch, dass Sie am besten mit ihrem Körper, mit und auf beiden Beinen und mit Ihrem (kühlen) Kopf im Leben stehen und wach die Diskrepanzen und Übereinstimmungen wahrnehmen, vor allem die eigenen.
Jede noch so wunderbar berechnete Wahrscheinlichkeit ist Theorie. Das können wir uns nicht klar genug machen. Real ist nur die Realität. „Proven evidence“ mit Studien? Geht das überhaupt? In der Medizin wird heute zwar in grossem Stil mit Studien nach Beweisen für die Richtigkeit von Annahmen und von Theorien gesucht. Beweisen können Studien überhaupt nichts! In der Realität können sie manche Annahmen für wahrscheinlich richtig ausweisen. Mehr geht nicht. Das ist die Folge von 1 und 2 als philosophischer Grundentscheidung. Das liegt an der Trennung von Theorie und Praxis.
Als kleiner Abstecher: Das gilt übrigens auch für die Geisteswissenschaften resp. die Wissenschaft am Menschen wie Psychologie, Wirtschaftslehre, Staatslehre, Politik, Moral, Philosophie etc. Alle diese heeren Theorien müssen am real existierenden Menschen erst einmal auf ihre Angemessenheit überprüft werden.
Sowohl in der Geisteswissenschaft wie in der Naturwissenschaft haben wir viele Wissenschaftler, die herzlich gerne die wunderschönsten Theorien und Formeln und Beweise kreieren. Dann werden sie möglichst schnell verkauft, damit sie möglichst schnell und viel Geld einbringen. Wie nützlich sie in der Realität sind, wissen sie und wir nicht. Damit wir glauben, dass sie den Preis wert sind, haben viele dieser schlauen Leute bereits vorher unser Wunschdenken so beeinflusst, dass wir gar nicht mehr merken, wie wir ihren Ideen gehorchen. Werden Sie wachsam, denken Sie selbst nach. In der zweiten wissenschaftlichen Phase, in der Überprüfung der Theorien an der Realität werden leider viele Wissenschaftler zu Religionsführern. Plötzlich sollen wir ihre Theorien glauben und per Guidelines und später Gesetzen werden sie auch noch durchgedrückt. An der Anzahl von Toten, Verletzten und Gefangenen können Sie in etwa abschätzen, wie realitätsnah eine Denkweise, eine Gesellschaftstheorie, eine Religion, eine Lebensphilosophie etc sind oder waren. Können wir mit unseren Theorien Realität überhaupt angemessen erfassen und abbilden? Geht das überhaupt?
Logik ist auch eine Form von Theorie. Wir wollen und müssen logisch denken, dürfen nur nicht erwarten, das das Ergebnis realitätsnah wäre. Logik an sich braucht ihre realitätsnahen Prämissen und ihre immer wiederkehrende Ausrichtung oder Korrektur an der Realität, sonst ist sie Fantasie. Wir instrumentalisieren nicht nur „gut und böse“ für uns, sondern auch die Logik. Logisch ist für uns immer, was wir selber denken. Es gibt auch eine äussere Logik (Mathematik). Dass Andere logisch denken, ist doch eher die Ausnahme, wenn überhaupt, oder?
Logik empfinden wir als objektiv, wie Mathematik auch. Beide haben aber Charakteristika von Theorie. Sie sind gewissermassen Zwitter, einerseits beschreibende Sprache, Mittel zum Zweck, andererseits ein unabhängiges System, das zur Realität gehört. Eine Übereinstimmung der Sprache „Mathematik“ und des Mittels „Logik“ mit der Realität dürfen wir vielleicht für unbelebte Materie relativ weitgehend annehmen, aber für Lebewesen? Wohl kaum?
Wenn ein Kausalzusammenhang in eine Richtung funktioniert, heisst das noch lange nicht, dass die Gegenrichtung auch funktionieren muss, zumindest nicht in der belebten Welt, vielleicht in der Mathematik und Physik? Selbst dort muss es in jedem kleinen Detail erst an der Realität überprüft werden und erst danach gilt es.
In der Theorie können die Mathematiker und Physiker alles (voraus)berechnen. Ob das Resultat mit der Realität übereinstimmt, können wir oft nur glauben, nicht aber beweisen. So bleibt die Lücke zwischen Theorie und Praxis unüberwindbar erhalten. Unsere Wissenschaftler sind viel zu wenig wissenschaftlich und unsere Religionsführer sind viel zu wenig wahrheitsliebend.
Nicht unser Wissen verdoppelt sich alle paar Jahre, sondern unsere Vorstellungen von Realität. Sehr viel davon ist Schein, denn unsere Vorstellungen sind ja nur Theorie. Man nahm in den 1980iger Jahren an, dass sich das Wissen alle 8 Jahre verdoppele, derzeit dann sicher noch viel schneller. Das ist eine Frage der Philosophie, der Sichtweise. Ich würde eher davon ausgehen, dass die Zeit der Wissensverdoppelung mehr als eine Generation beträgt. Der Rest, weit mehr als 50 % von dem, was wir für „Wissen“ halten, ist eben Unsinn, Schein, Lüge, Selbstbetrug und ähnliches!
Noch schlimmer ist es mit der Datenflut. Sehr viele der Daten, sind gar kein Wissen. Zu Wissen und nutzbar werden sie erst durch den Realitätsbezug. Sammeln Sie nicht wie wild Daten, sondern sammeln sie Realitätsbezüge. Die dazu nutzbaren Daten sind es wert, gesammelt zu werden.
Wissenschaftler und Techniker in unbelebter und belebter Materie, die erfinden und verändern, müssen sich in Zukunft vorher überlegen, welche negativen Folgen ihre Ergebnisse neben den paar positiven haben. Nicht einfach drauf los, wie die Erfinder der Kernspaltung in den 1930iger Jahren. Selbst nachdenken, vor und auch ohne Gesetzgebung. Ein Nachdenken hat es damals gegeben, aber die äusseren Umstände verleiteten allzu leicht dazu, alle Zweifel beiseite zu schieben. So ist das dann eben in der Realität. Der Mensch hat kein Bescheidenheitsgen, vor allem die Männer nicht! Frauen haben es vielleicht rezessiv geerbt? Männer, hier müsst Ihr erst nachdenken und falls es danach noch sinnvoll erscheint, dann erst handeln, wenn überhaupt noch.
Die Trennung von Natur- und Geisteswissenschaft ist tödlich für die Wissenschaft, für den Menschen und für die Erde. Jeder Naturwissenschaftler muss vor der Forschung seinen Geist gebraucht haben. Philosophieren, nicht philosophische Ansichten lernen und lehren, nein, selber philosophieren. An diesen Wissenschaftlern besteht ein eklatanter Mangel. Kopflose Wissenschaftler dagegen gibt es in Hülle und Fülle.
Menschen, vor allem Männer, haben sich in den letzten Jahrhunderten immer wieder die Naturgesetze, die Ressourcen dieser Erde, die Erkenntnisse zunutze gemacht, um durch technische Nutzung Leben bequemer zu machen. In den ersten Jahrhunderten wurde nicht ersichtlich, dass jede technische Errungenschaft ihren Preis auf anderen Gebieten hat. Inzwischen sehen wir das. Technik ist Mittel des Menschen zur Beherrschung und Nutzbarmachung dieser Erde oder dieser Welt. Damit wird auch die Begrenzung dieses menschlichen Handelns klar. Damit wird die Welt auch zur beherrschten Welt und die Natur nicht nur zu einer gebrauchten (das sowieso), nein auch zu einer verbrauchten. Männer, erst wolltet Ihr die Natur besiegen. Nun habt Ihr sie besiegt.
Fortentwicklung, Wissenschaft, Technik, Globalisierung werden ja sehr oft nicht zur Erkenntnis der Welt, zur Verbesserung der Welt vorangetrieben, sondern im Wettkampf um die Ehre, um den Erfolg, um die Macht und um das Geld, um das gute Gefühl, um die Bequemlichkeit. In diesen Sphären menschlichen Lebens und Handelns ist „Nachdenken“ meist nicht einmal als Fremdwort bekannt.
In diesem Zusammenhang müssen wir auch feststellen, dass die Technik im Wesen ein verlängerter Arm des Menschen ist. Alle Widersprüchlichkeit des Menschen, alle Begrenztheit des Menschen wird sich in der Entwicklung der Technik fortsetzen. Davon ist keine technische Richtung ausgenommen, auch nicht die der modernen IT-Branche. Das Internet ist nur eine neue Plattform für den Ausdruck menschlichen Lebens. Daten können sehr schnell transportiert und verarbeitet werden, aber eben nur digital. Die reale Welt bleibt draussen davor. Und drinnen ist es nicht sicherer, schöner, dem menschlichen Körper oder Geist näher…, sondern sehr viel eintöniger, unrealistischer, unkörperlicher. Die Nachteile wiegen die Vorteile auf und nur mit viel Glück ist es vielleicht auch mal umgekehrt. Wer das noch nicht mitbekommen hat, hat nur einen zu kleinen Gesichtskreis. Ein qualitativer Sprung im Bewusstsein des Menschen ist das Internet jedenfalls bisher nicht und nichts spricht dafür, dass sich das in den nächsten zehntausend Jahren ändern wird. Vieles spricht dafür, dass es eher schwieriger wird für die meisten Menschen, sich der Macht der Menschen zu entziehen, die das Internet und die neuen technischen Möglichkeiten ganz egoistisch für ihre Zwecke nutzen. Vor vierzig Jahren sind wir vor den Stasiabhörtechniken in der DDR aufs freie Feld gegangen, um ungestört und ungehört miteinander reden zu können. Heute ist ziemlich sicher, dass es kaum noch Orte auf dieser Welt gibt, wohin wir uns zu diesem Zwecke verkriechen könnten.
Als vor hunderten von Jahren das Schiesspulver entdeckt wurde und später immer präzisere Schusswaffen hergestellt wurden, schien das ein Segen zu sein. Kein Jäger musste mehr im Nahkampf ein Tier erlegen, um es essen zu können und seine Familie damit zu versorgen. Das Leben war sicherer geworden. Der Gebrauch im Streit mit den anderen Menschen machte das Leben aber noch viel unsicherer, weil die Schusswaffe auch andere Menschen leicht und auf Entfernung ohne Risiko niederstreckte. Die Kolonialisierung der aussereuropäischen Kontinente ohne das Vorhandensein von Schusswaffen wäre womöglich völlig anders gelaufen oder gar misslungen? Der Gebrauch von Atombomben hat sogar das Potential, die Menschheit insgesamt innerhalb kurzem auszulöschen. Drohnen, Raketen und andere Lenkwaffen werden jeden Punkt auf dieser Erde angreifbar machen. Ruhe oder Sicherheit wird es nirgendwo mehr geben, auch dort nicht, wo es vorher zumindest relativ sicher war. Bessere Welt? Wir legen doch immer nur einen schönen Schein über die nackte Realität, damit wir den realen Wahnsinn nicht wahrnehmen müssen. Selbstbetrug, bewusster Selbstbetrug. Bewusste Schönfärberei, damit wir uns nicht ändern müssen, damit wir vor uns selbst Recht behalten.
Immer treibt der Egoismus zur Nutzung der neuen Techniken im eigenen Interesse (bzw. zu dem, was wir für unser eigenes Interesse halten) und damit wird jeder Fortschritt entweiht und in ein „-“ für den anderen Menschen umgemünzt. Die Waffe oder das Internet oder vieles Andere in meiner Hand ist gut für mich, aber eben schlecht für Dich. Dass da auch einige Win-win-Situationen dabei herausspringen, ist sehr schön und angenehm, bedingt aber leider keinen qualitativen Unterschied. Die Fortentwicklung wird win-win doch immer wieder zu Gewinn-Verlust verschieben. Das lässt sich gar nicht verhindern, ist eine biologische Naturregel. Es bleibt nur kurzfristig bei win-win. Nachhaltigkeit für win-win-Situationen ist eine Illusion.
Wissenschaft ist heute gar keine Wissenschaft mehr, sondern Technikvoraussetzung, Wissensermittlung, dem Zweck der Technik unterworfen. Sie ist nicht mehr Erkenntnissuche, sondern Veränderungshilfe. Die schnelle Weitergabe von Forschungsresultaten an die Techniker, Architekten, Ingenieure, Ärzte und Genossen zur schnellen Verwendung verhindert reifliche Überprüfung auf die Übereinstimmung mit der Realität, auf Sinn und Unsinn. Und wir wundern uns, wenn wir die Erde und uns dann verändert haben und das nicht gerade in lebensförderlicher Weise? Sind wir nicht dumm?
Architektur ist oft zu Stein gewordene Theorie, Philosophie. Praktische Architekten haben keine Chance, berühmt und erfolgreich zu werden. Wir bestaunen immer die zu Stein gewordenen Theorien, leben aber lieber in den praktischen und lebensnahen Häusern. Da könnte man doch glatt mal drüber nachdenken?
Roboter, Drohnen, automatisch fahrende Autos? Für all die Menschen, die nicht zu geistigen Höchstleistungen fähig sind, wären diese Arbeitsplätze wichtig. Aber sie werden schon jetzt und demnächst noch viel mehr von leblosen Arbeitern erledigt. Sie werden viel zusätzlichen Platz auf der Strasse und in der Luft brauchen, Platz, der jetzt schon für die Menschen gar nicht ausreicht. Energieverbrauch, wo die Energie jetzt schon nicht ausreicht. Und die Menschen werden zunehmende Fitness-Center-Sportler, um die Energie zu verbrauchen, die sie sonst bei der regulären Arbeit und im Leben verbraucht hätten. Denn das Essen, so es noch welches gibt, wird ihnen weiter schmecken. Verrückte Welt. Und die Zahl arbeitsloser, überflüssiger Menschen auf der Erde wird rasant steigen, weil die Arbeit von Maschinen erledigt wird, vor allem die einfacheren Arbeiten. Damit wir Menschen auch wirklich verblöden können, nutzen wir digitale Denk- und Erinnerungshilfsmittel in Hülle und Fülle. Erst wollten wir nur blöde werden, dann liess es sich gar nicht mehr verhindern.
Realität ist aber auch, dass die, die nun gar keine Arbeit mehr bekommen können, von uns nicht mit finanziert werden sollen. Nein, die sollen doch mal schön arbeiten, so wie wir auch und sich ihr Geld verdienen. Wo kämen wir denn da hin, wenn jeder Arbeitslose zum Sozialschmarotzer würde? Hat da mal jemand unter den Effizienztechnikern, Roboterentwicklern und Technikfreaks nachgedacht? Warum setzen wir denn dann Sozialdetektive ein, wenn wir diejenigen, die keine Arbeit mehr bekommen, weil die Roboter ihre Arbeit machen, nicht mit Freuden mit finanzieren wollen?
Stellen Sie sich doch nur den Drohnenmarkt in dreissig Jahren vor. Jeder wird seine Drohne hinter einer kleinen Luke im Dach geparkt haben und sie wird für viele Kleinigkeiten durch die Lüfte fliegen, millionen- wenn nicht milliardenfach. Spazierengehen auf der Wiese, im Wald, am See oder sonst wo ohne Drohnengesurre in den Ohren und Beobachtung von irgendwelchen Nachbarn oder Fremden wird Seltenheit werden. Das wird eine bessere Welt, nach der wir uns alle sehnen, Sie sicher auch, nicht wahr?
Liebe Techniker und Erfinder, vergessen Sie bitte den Menschen nicht, den real existierenden. Wir sind kein Prinzip Mensch. Diese Bitte geht vor allem an Männer und Möchte-gern-Männer. Warum versuchen Wissenschaft und Technik immer mehr, den Menschen los zu werden (übrigens genauso wie die Religionen, nur mit anderen Mitteln)? Wir werden nicht menschlicher, sondern immer maschinlicher!
So wenig wie möglich Technik unabhängig vom Menschen! Der Mensch ersetzt sich selbst. Das ist unmenschlich. Wir brauchen auch nicht lauter unbemannte Autos und Flugobjekte. Die sind menschlicher Unsinn.
Wie viel schaden die Wissenschaft und Technik heute der Umwelt? Nutzen sie mehr, als dass sie schaden? Was bringen uns Umweltstudien und Gesetze, die uns zur Nachhaltigkeit zwingen? Wollen wir bald aufhören zu leben? Dann geht nur noch Opposition, also das Gegenteil von dem, was wir erreichen wollen.
Wir haben nun Genies von Astrophysikern und verwandten Disziplinen. Sie haben massive und diffizile Technik entwickelt und eingesetzt, um Leben und lebensförderliche Bedingungen im Kosmos zu finden. Offenbar müssen sie schon ziemlich weit entfernt suchen. In unserer Nähe auf Leben oder lebensförderliche Bedingungen zu stossen, ist inzwischen extrem unwahrscheinlich. Was wollen wir dann im Weltraum? Mit Lichtgeschwindigkeit jahrelang durch das All jagen in kleinen festen Blechbüchsen ohne Baum und Strauch, ohne Wind und Wetter, ohne Tiere und andere Abwechslungen? Liebe Forscher und tollkühne Techniker, welchen Sinn soll das haben? Müssen wir nicht die Armen, die dann und dort leben müssen, weil sie entsprechend geboren wurden und keine Chance zur Flucht in frühere Zeiten hatten, heute schon bemitleiden?
Zum Leben ist der Weltraum ungeeignet. Dann lieber den Krieg in den Weltraum tragen? Muss das sein, liebe Herrscher? Wer ist hier eigentlich der Teufel? Muss Elon Musk in den Weltraum? Was will er dort? Mal nachgedacht? Und natürlich nicht nur er.
Der Mensch im Weltraum ist weder menschlich noch erdlich.
Wir haben unsere Erde in so vielen Dingen bis relativ nahe ans Ende der Verfügbarkeit genutzt oder bereits übernutzt. Selbst wenn wir die CO2-Menge auf dieser Kugel wieder relevant reduzieren könnten (was ich uns allen sehr wünsche und wofür es zu sorgen sich lohnt), würden wir nicht bei so vielen anderen Ressourcen ebenso ans Limit stossen, dass wir gar nicht mehr wissen, wo zuerst anfangen?
Wird die mit Solarzellen vollgestopfte Erde wirklich abkühlen?
Klimawandel haben wir, aber nicht nur vom CO2. Das ist allenfalls ein Mechanismus unter vielen. Überall Sonnenkollektoren würden das Gleiche verursachen. Dem Globus wird zu heiß unter uns Menschen. Wir müssten uns fortbewegen ohne Wärmeabgabe, müssten in der Welt leben, ohne sie verändert gehabt zu haben und weiter zu verändern.
Womöglich sind unsere Nachfahren in zweihundert Jahren noch sehr froh, wenn die Erde vorübergehend deutlich aufgeheizt wurde. Der zunehmende Raumverkehr mit Starts und Landungen und wachsendem Masseverlust der Erde führt womöglich zu einer Änderung der Erdumlaufbahn auf eine sonnenentferntere und damit deutlich kältere Bahn? Ob unsere Nachfahren die Erde dann an die Sonne ketten können, um die angenehme Durchschnittstemperatur auf der Erde zu erhalten? Wer zuletzt lacht, lacht am besten. Wer zuletzt weint, ist nicht selten der Letzte, der weint!
Wer übertreibt, redet zwar anschaulich, aber nicht wissenschaftlich, nicht realitätsnah. Ich wünsche uns, dass wir zurückfinden von unserem vielfältigen Selbstbetrug durch Übertreibung, durch Missbrauch von „gut und böse“ zu unseren Gunsten, durch Ausnutzung anderer Menschen und Übernutzung unserer Erde zu Realitätsnähe.

 

Wissenschaft und Leben:

Wir dachten schon über Materie, deren Herkunft, Gesetzmässigkeiten und unsere wissenschaftlichen Möglichkeiten ihr gegenüber nach. Nun kommen wir zum Leben.
Was unterscheidet Leben von Nichtleben, von tot, von Nochnichtleben?
Die Evolutionstheorie ist da bemerkenswert sparsam in genauen Vorstellungen oder gar Aussagen. Erst sind da chemische Elemente, die in lebenden Zellen vorkommen und offenbar gebraucht werden. Dann kommen Moleküle, und Molekülstrukturen, die in lebenden Zellen vorhanden sind. Sie entstanden mehr oder weniger zufällig. Dann kommt eine Lücke an Zeit und Prozess und Verständnis und siehe da: Dann ist es plötzlich da, das Leben. Die Zelle lebt.
Was hat sich geändert gegenüber vorher? Ist diese Entwicklung wirklich nur durch ein unbelebtes Es oder sogar noch weniger, durch „nichts“ bedingt?
Die Evolutionstheorie stellt sich selbst durch die Aussage, dass es keinen Gott zu dieser Zeit gab in die gleiche Reihe wie die Religionen mit Schöpfungsglauben. Ob mit oder ohne Gott, alle drücken eine Glaubensaussage aus. Das ist gar nicht verwunderlich, denn Religion ist eine Anschauung von Gott, der Welt und dem Menschen und jedwede andere Philosophie ist das auch (auch wenn sie einen Gott nicht glaubt). Weltanschauung (und Religion) sind lebensnotwendig, es sei denn, man wollte seinen vorhandenen Kopf nicht gebrauchen. Philosophie lernen und lehren ist etwas völlig anderes, als selbst philosophieren.
Wir kennen die Entropie als bestimmte Kraft in eine Richtung und jetzt ist plötzlich ein Prozess entgegen der Entropie in Gang, der eine ganze Entwicklung über Millionen Jahre von Einzellern bis zum Menschen in Gang setzt? Wer soll denn das glauben? Auch an dieser Stelle bleibt uns nur übrig, zu glauben, dass es eine persönliche Kraft, einen Willen gibt, ein unbestimmtes „Es“ oder „nichts“. Glauben Sie, was Sie mögen oder können. Zuvor denken wir darüber nach.
Leben bedeutet entgegen der Entropie Spannung, eine Spannung von in der Zelle gegenüber draussen. Leben bedeutet chemische und physikalische Prozesse, bedeutet Integrität, Abgrenzung nach aussen und einiges mehr. Schon in der lebenden einzelnen Zelle sind die meisten Charakteristika für höhere Lebensformen im Grundsatz angelegt. Nun entwickelt das Leben eine neue Qualität nach der anderen entgegen der Entropie.
Man kann Leben mit einer transzendenten Kraft in Verbindung bringen, die die Spannung aufbaut, die Leben braucht. Man muss solch eine Kraft aber nicht denken. Leben unterscheidet sich schon in so vielen immanenten Facetten von Nichtleben, dass es für wissenschaftliche Neugier ein breites Feld gibt. Wir können das ja mal in Angriff nehmen.
Leben ist Spannung. Man kann die Spannung sogar messen. Es ist ein elektrisches Spannungspotenzial. Auf einer höheren Ebene bedeutet die Spannung Widerspruch. Das gilt für Einzeller, für höhere Organismen und auch für jede interindividuelle Verbindung, Ehe, Verein, Gesprächskreis, Diskussion, ja auch für homosexuelle Verbindungen, für Geheimdienste, für Mafiaorganisationen und vieles mehr.
Menschliches Leben verbraucht meist mehr Einsatz als es Glück bringt. Wer es anders versucht oder durchdrückt, der schmarotzt. Wir schmarotzen alle, so gut und so versteckt wir nur können.
Menschlich leben oder Mensch sein heisst: Ich schaffe Spannung und ich lebe in Spannung und ich bin bereit, mehr zu geben als zu nehmen.
Leben gehört zur Realität unserer Erde. Nun wollen wir Leben und leben erforschen, wollen uns bewusst werden, was Leben ist. Was können wir tun? Was müssen oder wollen wir beachten?
Können wir lebende Strukturen einfach so mit den gleichen Mitteln untersuchen wie die leblose Materie?
Können wir lebende Organismen mit den selben Mitteln untersuchen wie wir das mit lebloser Materie taten? Werden, wenn wir das tun, die Ergebnisse genauso sinnvoll und realitätsnah sein, wie bei leblosen Systemen? Braucht es andere Untersuchungstechniken als in der Physik, Chemie oder Astronomie?
Wissenschaftliche Forschung setzt sich zum Ziel, Wissen zu gewinnen. Dazu müssen Forscher die Dinge und Prozesse beschreiben und definieren. Das kann man auf verschiedene Art tun.
Zum Beschreiben von lebenden Systemen benutzen wir auch Mathematik als Sprache. Diese Sprache wird das Leben nie erfassen, aber wir brauchen die Sprache zur Bewusstwerdung. Deshalb nutzen wir sie und es geht auch nicht ohne. Künstliche Intelligenz wird eine mathematische Intelligenz und damit lebende, menschliche Intelligenz (falls es die gibt) nie erreichen oder ersetzen. Da gibt es den Quantensprung „leben und ohne leben“. Es stellt sich sogar die Frage, ob es sinnvoll ist, neben der lebenden Intelligenz noch eine Konkurrenz in künstlicher Form zu entwickeln. Es ist wie mit der Erfindung von Waffen. Damals waren manche Menschen froh, Waffen zu haben. Heute hätten wir sie besser nicht. Sie bringen uns um.
Mathematik (auch Informatik) ist eine Sprache, eine Denk- und Vorstellungsweise. Mathematische Logik ist nicht automatisch geeignet, Leben zu beschreiben und zu erklären, jedenfalls nicht umfassend, allenfalls ausschnittsweise. Diesbezüglich müssen wir sehr vorsichtig sein.
Gewohnt sind wir seit vielen Jahrzehnten bis Jahrhunderten die Definition nach dem Säulenmodell. Es gibt eine dünne Säule zwischen den definierten Grenzen rechts und links. Was im dünnen Feld in der Mitte ist, gehört in die Definition. Rechts und links ausserhalb des Feldes oder der Säule bedeutet ausgeschlossen, abgegrenzt, entfernt. So definieren wir Gruppen in der Gesellschaft, Arten von Tieren, Tiere mit … und Tiere ohne …, Menschen, die zu unserem Volk gehören und solche, die nicht zu unserem Volk gehören, solche, die in unsere Gruppe, unseren Verein, unsere Familie und was immer sonst gehören und solche, die nicht. Was nun machen mit solchen, die nicht dazu gehören? Sie existieren ja noch. Sie sind da. In manchen Definitionen spielt das draussen sein nicht eine solche Rolle, aber in vielen eben doch. Schauen wir uns Beispielsweise die Geschlechter an. Weiblich und männlich. Ja, nun gibt es typische Individuen des jeweiligen Geschlechtes. Aber an den Rändern, nahe der Grenzziehung gibt es nur wenige Individuen, aber die Merkmale passen nicht mehr ganz. Wo sollen wir jetzt die Grenze ziehen? Wissenschaft wäre nicht Wissenschaft, wenn sie jetzt nicht immer penibler, immer genauer, immer differenzierter erforschen würde, was zur Definition erforderlich ist und dann tatsächlich eine klare Grenzziehung möglich machte. Die Frage, was ist mit denen draussen, bleibt aber bestehen. Also muss man ein drittes Geschlecht einführen, womöglich noch mehr? Lebewesen wollen beides, dazu gehören und sich abgrenzen. So verbiegen oder verstecken sich manche oder spiegeln andere Tatsachen vor, um noch dazuzugehören oder auch auch nicht. Das ist menschlich, hat mit Moral nichts zu tun. Andere drinnen, stellen fest, dass jemand drinnen eigentlich nach draussen gehört und fälschlicherweise eingeordnet wurde. Ich brauche das Hickhack und hin und her nicht weiter zu beschreiben. Sie kennen das menschliche Leben besser als ich.
Grenzziehung in und an lebenden Organismen oder Systemen führt wohl fast zwangsläufig zu mehr oder weniger Gewaltanwendung.
Wenden wir die Gauss’sche Glockenkurve auf lebende Organismen und unsere Gesellschaften an, dann zeigt sie, dass wir um die Mitte herum eine Vielzahl von Organismen haben mit zentralen Kombinationen von Eigenschaften. In diesem Bereich wird kaum einer Fragen stellen. Die Nähe zur zentralen Mitte ist so eindeutig, dass die Frage zur Dazugehörigkeit gar nicht in den Sinn kommt. Zum Rande hin wird es immer spannender. Die Anzahl der Individuen nimmt ab. Die Zusammengehörigkeitsmerkmale werden weniger. Wer klare Grenzziehungen will, kommt jetzt ins Grübeln. Dazu oder nicht dazu? Die Gausskurve kennt am Rande keine Grenzziehung. Sie läuft irgendwann in die 0-Linie aus, weil es dort keine solchen Exemplare mehr gibt. Die Natur der Bedingungen sorgt dafür, dass es solche Exemplare gar nicht mehr gibt. Die Gewalt der Grenzziehung entfällt.
Es lohnt sich einmal, viele Mechanismen in lebenden Organismen genauso wie in Gesellschaften in dieser geänderten Weise zu betrachten. Es lohnt sich einmal, die Notwendigkeit von Grenzziehungen zu betrachten und zu hinterfragen. Es wird wahrscheinlich viele Bereiche geben, wo sogar beide Bilder, das Säulendiagramm mit klaren Grenzen und die Gaussche Kurve ohne Grenzen zur Beschreibung gewisser Eigenschaften und Verteilungen geeignet sind oder sogar gebraucht werden. Leben ist Widersprüchlichkeit, ist Spannung und dann sicher nicht mit einem Prinzip sinnvoll zu erfassen, nicht mit einer einlinigen Beschreibung, Theorie, Ideologie oder Definition treffend zu erfassen, sondern das seiner Komplexität wegen immer viele Ansichten, Formulierungen und vielleicht sogar eine Kombination von Grenzziehung und Nichtgrenzziehung braucht? Wissenschaftliche Vereinfachung zur Erkenntnisgewinnung genauso wie populistische Vereinfachung auf wenige Grundsätze sind nötig, aber zugleich wirklichkeitsfremd. Erst die Bezugnahme zur Realität des Lebens bringt beide wieder auf den Boden der Tatsachen und die sind wieder viel komplexer. Lassen Sie uns also keine wissenschaftliche Theorie, keine philosophische Theorie, keine religiöse Wahrheit, keine populistische Auffassung und Grenzziehung undurchdacht übernehmen.
Mit der Gaussschen Verteilungskurve können wir auch die gesellschaftliche, die industrielle oder andere Entwicklungen betrachten. Sie zeigen zum Beispiel, dass zu Beginn mit wenig Einsatz viel Wirkung erzielt wird. In der Mitte der Kurve stellt sich ein relativ ausgeglichenes Verhältnis ein. Gegen Ende der Kurve kehrt sich das Verhältnis um. Für kleine Veränderungen bedarf es dann grosser Einsätze. Die letzten Verbesserungen werden mit riesigen Einsätzen erkauft. Wer immer der Erste, der Beste, der Schlauste, der Fortschrittlichste … sein will, erkauft das mit den höchsten Kosten. Loslassen! Freiheit zur Lücke gewähren, sich selbst und den Anderen.
Sehr oft ist das Leben besser beschrieben mit einer Gauss-Kurve als mit einem Säulendiagramm. Es gibt nicht: Alle oder keiner, viele drin und wenige draussen. Abgrenzung nach innen und aussen. Es gibt meist mehr oder weniger, mehr in der Mitte, weniger am Rand, manchmal auch umgekehrt. Manches beschreibt auch eine doppelte Gausskurve besser, manches die entgegengesetzte Kurve. Überall, wo wir „keiner oder alle“ festlegen, Bürokratie, Gesetze…, werden wir an der Rändern unmenschlich.
Definitionen im lebenden Bereich sollten wir überwiegend als Gausskurve verstehen und nur wenig als Säulendiagramm und als Beobachter, nicht als Richter. Wenn wir das täten, würde das jedoch unser ganzes Lebensgefühl, unsere gesamte Gesellschaftsordnung, unsere Beziehungen zueinander verändern. Warum nicht?
Liebe Wissenschaftler, die Sie das Leben verlängern wollen, am liebsten bis in die Unendlichkeit. Helfen Sie uns doch bitte, das Leben des Menschen zu verkürzen, ohne dass das mit unseren Moralvorstellungen kollidiert. Ewig leben, oh wie furchtbar. Denken wir doch besser erst einmal nach.
Liebe Wissenschaftler, erforschen Sie nicht, wie wir Menschen die Erde am besten ausnutzen können, sondern wie wir uns am besten der Erde und den anderen Menschen anpassen können. Das wäre doch viel wichtiger, viel menschlicher, viel mehr Klima- und Erdschutz.

 

Vorentscheidungen in der Medizin:

Wie überall im Leben gibt es Vorentscheidungen in der Medizin, die uns in der Art und Weise, Medizin zu betreiben, leiten.
Eine sehr beliebte Vorentscheidung ist: Ich sehe nichts, also ist da nichts! Blinder Arzt sei vorsichtig. Womöglich ist das nur Deinem Unwissen oder Deiner eingeengten Sichtweise geschuldet. Die sogenannte „Ausschlussdiagnostik“ müssen wir betreiben, aber im Reiche der belebten Wesen ist das sehr viel unsicherer als in der unbelebten Materie und selbst dort lauern Fallen.
Der Mensch als Maschine. Eine beliebte Sichtweise für den Menschen oder den menschlichen Körper in den letzten beiden Jahrhunderten und je mehr wir uns Bilder vom menschlichen Körper apparativ sichtbar machen und Funktionen vermessen konnten, desto mehr verfielen wir der Illusion, der menschliche Körper, ja der Mensch sei eine Maschine.
Auch für den heute wissenschaftlich denkenden Mann ist der Mensch einschliesslich Seele und Geist eine Maschine. Er erforscht und behandelt den Menschen wie eine Maschine. Zahlen, Messergebnisse, metrisch fixierte Definitionen sind für ihn „objektiv“. Zahlen lügen nicht. Wenn er Zahlen anders als als „richtig“, als „objektiv“ auffassen oder benutzen soll, dann glaubt er, zu lügen. Dass der Mensch aber tagtäglich seinen Gefühlen ausgesetzt ist und mit seinen Gefühlen leben muss, ja von diesen grösstenteils sogar bestimmt wird, dass sie ihm Grenzen und Möglichkeiten setzen (Schmerz, Atemnot, Lust, Unlust …), blendet das wissenschaftliche Maschinenmenschenbild weitgehend aus. Der Mensch aber ist nicht Maschine, sondern Mensch, zu einem sehr wesentlichen Anteil Gefühl, Frauen mehr als Männer. Die Gefühle sind aber in der Wissenschaft vom Menschen eher störend. Also hat man sie möglichst ausgeklammert. So ist die medizinische Wissenschaft meistens relativ fern der Realität, wenn sie mit Zahlen kommt. Den Menschen selbst erfasst die Medizin auf diese Weise gar nicht. Selbst Psyche wird als Statistik und Zahlensalat aufgefasst, definiert durch zahlendefinierte Schweregrade oder Differenzierungen. Auf Frauen trifft diese Fehleinschätzung auch noch viel weniger zu als auf Männer, sowohl im Umgang mit den Menschen als auch mit der Wissenschaft. Was Lüge ist und was nicht, entscheidet sich an unserem Weltbild. Wissenschaftlerinnen haben weitgehend das männliche Weltbild übernommen, anstatt ihr eigenes weibliches Weltbild zu entwickeln.
In das Maschinenbild passt die Widersprüchlichkeit des Menschen schlecht oder gar nicht. Wissenschaft, die den Menschen als Maschine auffasst, entfernt sich vom Menschen, von der Realität. Bestimmte Vorgänge im Menschen gleichen durchaus Vorgängen in Maschinen. Doch wenn man die Rückwärtsprobe aufs Exempel machen will, wird es schwierig. Der Vorgang ist vielleicht eindeutig im Ergebnis, aber eben nicht eineindeutig, nicht auch eindeutig rückwärts. Kommt man beim Zurückverfolgen auch sicher wieder am Ausgangspunkt an? Und ich meine nicht die Psychologie. Die ist noch einmal ein Kapitel höherer Komplexität für sich. Allein die somatische Medizin bietet genug Widersprüchlichkeiten, die dazu führen, dass Gleiches oft doch nicht gleich ist und dass man beim Versuch der Rückkehr zum Ursprung plötzlich ganz woanders landet als am Startpunkt von vorher. Diese Erkenntnis ist wichtig für die Verwendung von wissenschaftlichen Studienergebnissen. Vorsicht!
Das Maschinen-Menschenbild verleitet uns auch dazu, alles als machbar anzusehen. Geht eine Maschine kaputt, reparieren wir sie und übergeben sie wieder ihrer Bestimmung. Auch Maschinen werden alt und es wird unrentabel, sie zu reparieren. Aber dann wird es erst recht spannend, sie wieder aufzubauen, dann eben als Oldtimer, dann eben als Liebhaber (weil unrentabel).
„Alles ist machbar!“ Stimmt das? Nach der Entscheidung „Alles ist 1“ könnte man ja diese Auffassung vertreten. Aber stimmt sie deswegen? Können wir wirklich in der unbelebten Welt, in der Welt der Maschinen einfach alles ändern und uns genehm machen? Ich fürchte, wir finden viele Beispiele, wo die Realität uns widerlegt. Nach der Entscheidung „Alles ist mindestens 2“ ist nicht mehr alles machbar. Ich bin gezwungen, mit den Anderen und mit dem Anderen Beziehung aufzubauen. Jeder bleibt Subjekt und Objekt zugleich. Es braucht feiner Abstimmung miteinander. Es braucht den Kompromiss, schenken oder abtrotzen.
Sehr geehrte Wissenschaftler, sehr geehrte Menschenbegutachter! Der Mensch als Maschine, als reines chemisch-physikalisches Forschungs- und Veränderungsprojekt, in dem die menschlichen Gefühle und so manches mehr ausgeschlossen werden, ist unmenschlich, ist gar nicht der Mensch. Werden Sie menschlicher. Denken Sie daran, dass der Mensch ein Lebewesen ist, noch dazu ein relativ hoch entwickeltes, keine Maschine. Danken Sie den Frauen, die uns das Leben immer wieder neu zeigen. Erforschen Sie das Leben, nicht die Maschine „Mensch“, die natürlich auch, aber die Maschine „Mensch“ ist nie Realität, wirklich nie, nicht einmal nach dem Tod.
Wenn das Menschenbild der Wissenschaftler nicht stimmt (Maschinen-Menschenbild) oder realitätsfern ist, dann sind auch die Forschungsergebnisse zumindest teilweise realitätsfern. Männer sind mehr Maschine, Frauen mehr Mensch. Schulmedizin ist mehr männlich, Alternativmedizin mehr weiblich dominiert. Das hat seine Gründe. Man kann wissenschaftliche Untersuchungsmethoden nicht einfach aus unbelebter in belebte und erst recht nicht in menschliche Natur übertragen. Leben ist komplexer. Der Mensch als Person, als „ich“ noch mehr. Wissenschaft lebt von der Vereinfachung. Bei der Anwendung von Wissenschaft im Leben sind Wissenschaftler erstaunlich unsensibel.
Kürzlich sah ich einen Vortrag eines Mediziners, der nach einer Studie über Qualitätssicherung mittels Checklisten glaubte, die Medizin heilen zu können. Eine Studie hatte ein Ergebnis erbracht, was nicht verwunderlich ist. Das Ergebnis war nun so markant, dass er sich überzeugt davon hinstellte und verkündete, dieses Ergebnis müsse nun in der ganzen Medizin angewandt werden und dann sei die Medizin genesen.
Checklisten sind nichts neues und in bestimmten Fachbereichen, so zum Beispiel in der Fliegerei vor jedem Start oder in Fertigungsbetrieben mit Fertigung immer des gleichen Produktes in gleicher Form und Qualität oder bei bestimmten immer gleichen Abläufen in Labors etc. wunderbar und sehr erfolgreich. In anderen Bereichen sind sie sinnlos oder sogar kontraproduktiv, kostentreibend, qualitätsmindernd. Die Millionen Qualitätssicherer heutiger Zeit in Form von Gesetzgebern, Beratern und Prinzipienreitern sorgen an manchen Stellen für Qualität, an manchen Stellen nur für unnötige Bürokratie und Kosten und an anderen Stellen für Qualitätsminderung. Haben Sie gemerkt, was ich da gerade geschrieben habe? Kein Protest Ihrerseits?
Der Wissenschaftler macht eine Studie und hat ein Ergebnis. Er hält das Ergebnis für universal gültig und predigt es nun allen. Seine wissenschaftliche Aufgabe wäre es eigentlich, zu überprüfen, wo gilt dieses Ergebnis und wo nicht. Z.B. Checklisten. Wo Flexibilität und Fantasie gefragt sind, passen sie kaum. Sie funktionieren nur an wenigen Orten in der Medizin. Sie verursachen viel Arbeit, viel Diagnostik, hohe Kosten … Der Wissenschaftler mutiert zum Gläubigen und Prediger von Wahrheit (seiner gepachteten Wahrheit) und zeigt sich damit als Dummkopf. Politiker und Juristen tun das oft erst Recht.
Was ist passiert? Der Wissenschaftler hat eine einfache Theorie aufgestellt. Er hat eine Untersuchung gemacht, hat ein Ergebnis und ist nun hoch erfreut, denn das Ergebnis unterstützt auch noch seine Auffassung, in diesem Fall haushoch. Zur wissenschaftlichen Arbeitsweise gehört aber auch, dass nach Erhalt des Resultates dieses an der Realität überprüft werden muss. Passt es oder passt es nicht, wenn ja, wo passt es und wo vielleicht auch nicht. Diese Nacharbeit erfordert nicht selten mehr Aufwand und Zeit als die Arbeit vor dem Resultat. Die Nacharbeit macht wissenschaftliches Arbeiten so mühevoll, so zeitaufwendig, so teuer. Zeit und Geld haben wir heute nicht mehr (was definitiv leicht zu widerlegen ist). Also wird mit dem Resultat die neue Hypothese verbunden: Dieses Resultat gilt nun universal, überall. Diese Hypothese der allgemeinen Gültigkeit wird aber nicht überprüft.
Studien in der Medizin müssen stark vereinfachen. Mit den Studienergebnissen muss man dann aber erst in der Realität prüfen, in welchen Teilgebieten sie anwendbar, realitätsnah und wirksam sind und in welchen nicht. Das braucht Zeit und Energie. Man kann nicht gleich mit den Ergebnissen hausieren gehen, predigen und Gesetze machen. Da baut man schnell viele Vorurteile auf und baut auch seine Arbeit, seine Studien, sein Verhalten, sein Leben auf Vorurteilen auf.
Studien in der Medizin funktionieren so, dass eine Gruppe von Menschen zu einer Einheit von Gleichen gemacht wird. Die Gruppe wird möglichst präzise nach Alter, Geschlecht, Zahlenwerten, die die Krankheit beschreiben etc., also Einschluss- und Ausschlusskriterien, bestimmt. Dann kommen Ergebnisse heraus. Die aber werden auch auf viele Andere angewandt, die vielleicht gar nicht gleich sind? Wir haben ja nur definiert. Wie weit die Definitionen der Realität entsprechen, wissen wir ja gar nicht. Studiendesigner machen sich darum meist gar keine Gedanken. Sie haben beschlossen, eine Studie zu machen oder das Gesetz verpflichtet sie sogar dazu. Also los geht’s. „Individuelle“ oder gar, wie heute breit propagiert, „personalisierte“ Medizin ist so gar nicht möglich. Ich bin gespannt, wie individualisierte Medizin im Bereich Risikominimierung und Sicherheit medizinischer Anwendungen funktionieren soll. „Personalisierte Medizin“ ist nur Suggestion im Sinne von Werbung (oder sogar Dummheit) in der Medizin.
Theorien und maschinelle und mathematische Denk- und Arbeitsweisen neigen zur Einlinigkeit und können wohl sogar nur das. Wie sollten dann Theorien oder Mathematik und Maschinen menschliches Leben angemessen abbilden? Sie werden immer eine Verkürzung dessen oder gar falsch sein.
Viele wissenschaftliche Mediziner oder überhaupt Wissenschaftler wollen gar keine Wissenschaft machen, sondern Karriere, wollen Geld, wollen Macht, wollen Recht haben, wollen Achtung, Einfluss, Anerkennung, aber nicht Erkenntnis. Für Geld kann man sich fast alles kaufen, für Erkenntnis schwerlich.
Wir glauben heute den Wissenschaftlern blind. Wir überschauen es ja auch gar nicht mehr. Seien Sie sicher, weniger als 50 % dessen, was uns da präsentiert wird, stimmt und mehr als 50 % sind Unsinn, unzutreffend, falsch oder sogar bewusst gelogen und zwar auch von dem, was nicht von anderen abgeschrieben wurde. Das Dumme ist, dass wir richtig von falsch, realitätsnah von realitätsfern, sinnvoll von sinnlos, Gebrauch von Missbrauch oft gar nicht von einander trennen können, weil beide so ineinander verwoben sind, dass keine Grenzen sichtbar werden. Es ist eben nicht alles einfach machbar.
Anderes Beispiel: Fragebögen sind ungeeignet zur Realitätserfragung, aber Umfragen werden heute in vielen Gebieten des öffentlichen und wissenschaftlichen Interesses sehr gerne zur Statusermittlung und Wissenserfassung verwendet. Ihre Vorteile sind die leichte Durchführbarkeit und Verfügbarkeit, also geringe Kosten und schnelle Ergebnisse. Mit ihnen kann man sehr gut Gefühle und Vorurteile abfragen. „Antworten Sie nur schnell und kurz, also intuitiv. Dann kostet es sie nur 10 Minuten und sie haben es geschafft. Die Zeit haben Sie doch mal schnell für uns? Die Umfrage dient einem guten Zweck!“ Rein intuitive Antworten, stark gefühlsbetonte Antworten, immer im Sinne von „Ich habe Recht“, reine Abfrage von Vorurteilen also. Wer wissen will, was Menschen empfinden, muss menschliche Gefühle in Bezug auf den Körper, das Verhalten und die Beziehungen nach aussen ergründen. Das geht in Fragebögen, braucht aber eigentlich keine intuitive Antwort, sondern ein sich bewusst werden über Gefühle und deren Botschaft. Das braucht vielleicht einen Fragebogen, aber dazu ein erforschendes Gespräch und damit zumindest sehr viel mehr Zeit. Wer äussere Fakten, Verteilungen, Mengen, zählbare Fakten ergründen will, darf keine Umfragen benutzen, denn die Umfragen erfragen keine gemessenen Quantitäten (das wäre jedem Befragten viel zu aufwendig. Keiner würde mitmachen), schon gar nicht in Studiendesigns. Der Frager bekäme „gefühlte“ Zahlen, gefühlte Quantitäten, die je nach Gefühlsfärbung von der Realität enorm abweichen können. Oft braucht es die gezielte Messung durch den Untersucher und bei komplexeren Fragestellungen die gezielte Erfragung, Untersuchung, Nachdenken, vielleicht Statistik und mehr durch den Untersucher. In dieser Hinsicht wird in der Wissenschaft am Menschen heute sehr oft sehr unsauber unterschieden, gearbeitet und geforscht. Hier geschieht Vorurteilswissenschaft im Dienste der knappen Zeit und des knappen Geldes, aber schneller Resultate. In der Wahlforschung können Sie kurze Umfragen benutzen, denn da wollen Sie die Vorurteile der Wähler wissen, nach denen diese dann Personen wählen. Auch darüber lohnte es sich, gut nachzudenken.
Jede Studie erbringt ein Ergebnis, jede! Nicht selten hängt es von der Sichtweise ab, ob es sinnvoll ist oder nicht und in wessen Interesse es genutzt werden kann. Und diese Entscheidung fällt sehr oft sehr intuitiv. Man kann also auch hier die Relativität gezielt im eigenen Interesse nutzen und natürlich vor sich selbst und nach aussen verschleiern, dass man es so tut. Vielen Wissenschaftlern wird das gar nicht bewusst. Sie denken und reden darüber, werfen es den anderen vor. Nur sie selbst sind nie betroffen.
Gefühl verändert nachdenken (Relativitätstheorie). Einsteins Relativitätstheorie gilt auch in der Biologie, noch stärker beim Menschen, vielleicht nicht immer, aber doch erstaunlich oft. Wir müssen das wohl als biologische Naturregel einstufen.
Leben und Gefühl stechen Theorie und Denken immer, wenn Differenzen bestehen, vor allem bei Frauen. Ärzte, Politiker, Forscher, Techniker, bedenkt das immer. Das ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eine Naturregel.
Wissenschaft schafft genau genommen nie sicheres Wissen, sondern immer nur aktuell beste relative Kenntnisse von Vorgängen in der Welt. Wissenschaft schafft mit dem Wissen zusammen auch viel Unwissen oder Falschwissen und es hängt oft von unserer eigenen Einstellung und Interessenslage ab, ob wir das Wissen schätzen oder nicht, nutzen oder nicht, verwerfen oder nicht. Nicht nur bewusste Betrüger schaffen eine Menge Fake-News, sondern „rechtschaffene“ Wissenschaftler auch, und das können wir ihnen gar nicht vorwerfen. Denn wer will entscheiden, was fake und was realitätsnah ist, wenn wir gar nicht erfassen, was Realität ist? Das bedarf einer intensiven Beschäftigung mit der Materie und einer Bewusstwerdung der Interessenslage mit entsprechenden Folgen. Selbst Teams von hochrangigen Wissenschaftlern, die für Qualität bürgen, entschieden fehlerhaft bei der Überprüfung, welche Studien in renommierten medizinischen Zeitschriften veröffentlicht werden dürfen und welche nicht. Gesetzliche Regelungen sind an dieser Stelle völlig ohnmächtig, so differenziert Sie sie auch formulieren und so genau Sie sie auch durchsetzen.
Unser Gaube an die Wissenschaft oder besser an die Richtigkeit der wissenschaftlichen Aussagen ist so begründet oder unbegründet wie der Glaube an irgendeinen Gott oder eben daran, dass es keinen Gott gibt! Glauben Sie der Wissenschaft weitgehend, aber übernehmen Sie nicht ihre systematischen Fehler. Oft wurde nicht genügend nachgedacht über Unterschiede zwischen „lebendig und tot“, über „Mensch und Materie“, über „menschlich und idealistisch“, über „Schein und Sein“, … Nicht wenige Wissenschaftler schauen verächtlich auf die Geisteswissenschaften als die unpräzisen Fantasien im luftleeren Raum. Sie verweigern das Nachdenken und widerlegen damit sich selbst. Erst müssen wir für uns selbst die religiös-philosophische Frage von 1 und 2 klären. Dann können wir leben (und arbeiten, lieben, forschen etc) und werden alle unsere Erkenntnisse und Taten als Folge dieser ersten Entscheidung bekommen. Auch das ist eine biologische Naturregel, die die Wissenschaft nicht umgehen kann und die Politik mit Gesetzen nicht ausser Kraft setzen kann.
Die meisten treiben Wissenschaft in dem Glauben, damit objektives Wissen zu schaffen. Sie merken gar nicht, dass sie sich irren und dass das auch gar nicht geht.
In der Wissenschaft und Medizin glauben viele, dass ihre Theorie die Wirklichkeit sei, auch die Politiker. Das ist ein Irrtum und auch die gesamte IT-Branche ist dem Irrtum verfallen. Das hat enorme Folgen für die Wahrheit.
Die Wissenschaft geht heute zunehmend davon aus, dass ihre Theorie mit der Wirklichkeit völlig übereinstimme. Der Irrtum muss auch noch gesetzlich zementiert werden. Dabei würde nachdenken uns realitätsnäher machen können.
Über unser Wissen täuschen wir uns sehr. Wir glauben, alles zu wissen und viele meinen sogar, zu wissen, dass sie alles wissen. Wir wissen nicht nur nicht, was wir nicht wissen, sondern wir wissen auch nicht, was wir wissen. Wir glauben nur, was wir glauben zu wissen. Das Wissen ist weder objektiv, auch wenn es mathematisch ausgedrückt ist, noch wissen wir, was und wie viel davon der Realität entspricht und wie viel nicht.
Vieles in der Wissenschaft, technischer Entwicklung und Formung von gesellschaftlichem Leben ist typisch männlich. „Es gibt nur mich. Alles um mich herum ist Sache, ist leblos.“ Das können nur Männer. Frauen denken da völlig anders. Sie denken beziehungshaft. Sie leiden an Männern, die Frauen zu einer Sache degradieren. Ein Mann, der nachdenkt, wird es schwer haben, Frauen zu einem Ding zu degradieren, egal in welcher Kultur, egal in welcher Religion, egal in welcher Lebenssituation. Frauen sind wertvolle „Ichs“! Jede Beziehung ist auch ein religiöser Akt, die Ehe, auch die Homo-Beziehung, genauso wie der Betrug (ich nehme jemandem etwas weg und schaffe damit eine Beziehung) und sogar der Krieg (die absolute Antibeziehung).
Noch hinkt die Wissenschaft hinterher, aber wenn sie es geschafft hat, dann wird sie das Wissensmonopol beanspruchen, macht sie ja schon jetzt. Und die Politik wird dieses Monopol durchsetzen und deren Erkenntnisse umsetzen. Wissenschaft funktioniert wie andere Organe in Politik und Wirtschaft auch. Deshalb gibt es Rankings, Budgets, Streben nach Ansehen und Macht, Missbrauch, Egoismus, Betrug genauso wie ehrliche, überlegte, unabhängige, wirklichkeitsnahe Forschung und Wissensermittlung. Das Problem ist, dass diese Wissenschaft relativ ist, menschlich, von Menschen betrieben und so durchzieht die Wissenschaft die gleiche Widersprüchlichkeit, die wir schon vom Menschen kennen. Richtig und Falsch sind auch in der Wissenschaft oft nicht zu trennen. Es besteht ein mehr oder weniger breiter Graubereich. Und es erfordert intimer Kenntnisse, Nachdenkens und innerer Freiheit, um solche Faktoren realitätsnah gewichten und bewerten zu können. Und doch brauchen wir die Wissenschaft wie das tägliche Brot, denn sie ist es oft, die das verlässlichste Wissen schafft.
Biologisches Klonen, ideologisches Klonen, wie auch die Entwicklung künstlicher Intelligenz sind natürlich sehr spannende Felder. Was gibt es sonst für Männer? Das ist ihre Welt (ausser den Frauen). Und sie frönen dem Egoismus, Ruhm, Ehre oder Gewinn zu vermehren. Geht es hintergründig nicht um die Fragen „Wie weit können wir den Menschen auch biologisch neu schaffen?“ und „Können wir mit künstlicher Intelligenz im Grunde einen neuen Menschen, ein Gegenüber zum Menschen schaffen?“ „Was unterscheidet „lebende Körper“ von „toter Materie“?“ Spannend!
Wir Menschen forschen, denken, denken nach, handeln, verändern sehr relativ und es fehlt uns ein Koordinatensystem. Das von „gut und böse“ hilft uns nicht, weil auch dieses System durch unsere Umnutzung in „für mich“ und „gegen mich“ von uns relativiert wird. Denken Sie gross! Denken Sie in 1 und 2 und nicht beengt, wie viele Wissenschaftler, nur in 1. Wir leben jetzt und wir können keine absoluten Aussagen über die Zukunft, nicht einmal über die Vergangenheit treffen. Denken Sie frei…
Viele Philosophen und Lehrer haben sich schon daran die Zähne ausgebissen, Leben in Theorien oder Lehren zu giessen und zu glauben, dass sie damit dem Menschen gerecht würden. Meist endete es unmenschlich. Die Informatiker versuchen das Gleiche. Lassen Sie es lieber bleiben. Warum immer erfolglos sein?
Uns prägt ein unerschütterlicher Glaube an Zahlen. Zahlen haben immer Recht und lügen nie. Zahlen kannst Du glauben. Warum ist das so?
Zahlen sind wie Worte der Mathematik. Sprache ist ein sehr offenes und veränderliches System, das Geist braucht. Mathematik ist ein theoretisches System von logischem Zusammenhang, in sich geschlossen, Theorie eben. Mathematik muss zu stimmigen Ergebnissen führen. Dann passt alles. Das mathematische System führt zu Absolutheit der Zahlen. Es passt alles, wenn nicht, dann ist etwas falsch.
Mathematik ist aber ein in sich abgeschlossenes System, das keine Freiheiten kennt, absolut keine. Leben ist nur möglich mit Freiheit. Leben kennt Freiheitsgrade und wir alle kämpfen um unsere Freiheit mit allen Mitteln. Jetzt können wir Zustände oder Prozesse im Leben mit Zahlen ausdrücken, aber die Bezogenheit der lebenden Prozesse aufeinander bedingt, dass wir immer mit bedenken müssen, unter welchen Umständen die Beschreibung mit einer Zahl zustande kam und welche Beziehungen diese Zahl zu anderen Dingen oder Personen hat. Die Zahl alleine ist Theorie, ist absolut. Ihren realen Bezug erhält die Zahl erst durch die reale Grösse, mit der sie verbunden ist. Deshalb sind benutzte Zahlen im wissenschaftlichen oder technischen Prozess immer relativ, abhängig von … Das führt sogar dazu, dass Zahlen sinnvoll oder sinnlos werden je nach dem entsprechenden Bezug, dass sie genauer oder ungenauer werden und die Genauigkeit bemisst sich nicht an der Anzahl der Zahlen hinter dem Komma, sondern an der Nähe zur Realität.
Zahlen und Skalierungen und Einteilungen in Medizin und Wissenschaft, die genauer sind als die realen Strukturen oder Prozesse hergeben, sind dann schon wieder ungenauer, sind Pseudogenauigkeit. Zahlen in der Theorie sind schön und faszinierend, aber sie werden sehr relativ, sobald sie mit Praxis zu tun bekommen. Theorie und Praxis. Das Leben ist relativ, nicht objektiv und die Zahlen als Beschreibungen sind abhängig von der Realität, also noch relativer.
Das Leben kennt kaum Kommastellen; Prognosen, Schätzungen, Statistiken etc. sowieso nicht.
Für manche Krankheiten sind Zahlen relativ gut zur Beschreibung zu gebrauchen, für andere wieder gar nicht. Jede Krankheit, nicht nur jeden Menschen müssen wir individuell betrachten. Die adäquaten Methoden zur Untersuchung sind je nach medizinischem Fachgebiet, je nach Krankheit unterschiedlich.
Kaum eine Forschungsrichtung kommt heute ohne Statistik aus. Wir sollten uns aber vor dem Gebrauch von Statistik einiges klar machen:
Wenn heute in der Wissenschaft am Menschen, dazu gehören viele Disziplinen von Medizin bis Ökonomie, Statistik die probate und vorherrschende Methode ist (das ist zweifellos so und vielerorts gesetzlich sogar so vorgeschrieben), dann haben wir eine Fülle von Zahlen, die erhoben wurden, mit denen heute ganze Glaubenskriege geführt werden, nur im täglichen Leben funktionieren sie zweifelhaft. Wir benutzen Zahlen aus Statistiken zum Definieren, machen Definitionen wie Säulendiagramme (Du gehörst dazu, bist in der Mitte, in der Säule. Andere sind am Rand oder gleich ganz ausserhalb rechts oder links und damit ausgestossen.). Menschliches Leben funktioniert aber gar nicht so, weibliches noch viel weniger als männliches. Menschliches Leben können Sie so nicht in ihrer Vielfalt erfassen, nicht beschreiben, nicht regeln (z.B. gesetzlich). Menschliches Leben unterscheidet sich von lebloser Materie.
Die Wahrheitsnähe der statistischen Ergebnisse hängt natürlich zunächst einmal von der Richtigkeit der zuvor festgelegten Bedingungen und der erhobenen Messwerte ab. Es bedarf klarer Definitionen der zu messenden Objekte. Trotzdem müssen diese Objekte gut vergleichbar sein mit den Objekten, auf die später die Beschreibungen, die Resultate, die Messergebnisse angewandt werden sollen. Ohne klare Definition keine verlässlichen Messwerte. Dann lieber gleich darauf verzichten. Eine Statistik kann ungenaue oder gar falsche Messwerte nicht realitätsnaher machen. Die statistischen Resultate werden nur unzuverlässiger (was wir Menschen oft gar nicht merken und was die nackten Zahlen uns nicht preisgeben). Zahlen sind entgegen unserer allgemeinen Vorstellung bei Weitem nicht absolut, jedenfalls nicht in der belebten Welt. Sie in Definitionen zu benutzen, schützt nicht vor Ungenauigkeit, nicht einmal vor Fehlern, auch wenn die Zahlen messtechnisch richtig sind. In der belebten Welt sind Zahlen sehr relativ. In weit über 90 % der Fälle sind statistische Angaben für lebende Systeme mit Zahlen hinter dem Komma nur scheingenau. Wer ein bisschen nachdenkt, merkt das sehr schnell.
Noch viel wichtiger: Statistik kann das missing link zwischen Beobachter (Forscher, Mitarbeiter Kontrolleur und seinen Ergebnissen) sowie der Realität nicht liefern. Die statistischen Ergebnisse liefern schöne Zahlen. Inwieweit diese Zahlen dann auch die Realität abbilden, kann die Statistik nicht beantworten. Da helfen auch keine Signifikanzberechnungen, Standardabweichungen etc. Zumindest in belebten Systemen kann man Zahlen und Realität nicht gleichsetzen. Der Einfachheit halber wird das aber oft so gemacht und da wir ja auch Glück haben, gibt es eine ganze Reihe von Tatsachen und Prozessen, wo die Gleichsetzung zu annehmbaren Ergebnissen führt. Wir dürfen das nur nicht für ohne Ausnahme richtig oder als Beweis für die Richtigkeit annehmen. Kausalzusammenhänge statistisch zu sichern ist eine sehr heikle Angelegenheit und birgt viele Fehlerquellen. In der Medizin ist diese Erkenntnis sehr wichtig. Bei der Nutzung statistischer Ergebnisse lauern viele Fallen, deren sich viele Wissenschaftler gar nicht bewusst sind. Medizin ist nicht Mathematik und Statistik ist nur ein Mittel, in der Medizin Zahlen zu produzieren, wo wir sonst gar keine hätten.
Statistik kann nur Wahrscheinlichkeiten erfassen und Parallelitäten abschätzen. Statistik produziert Zahlen, aber wir dürfen die Zahlen nie glauben, nicht verallgemeinern. Sie sind nur Näherungen. Je nach geändertem Probandenkollektiv variieren sie. Kommastellen sind da völlig fehl am Platz, es sei denn, es stünde eine 0 vor dem Komma. Statistik kann Parallelitäten erkennen, nicht aber Zusammenhänge. Zusammenhänge können wir nur durch zusammensetzen feststellen, also überprüfen der statistischen Ergebnisse im Lebenszusammenhang. Da spielt wieder das Weltbild eine Rolle. Das aber können wir nicht wieder mit statistischen Mitteln erfassen. Das können wir nur durch Nutzung menschlicher Intelligenz, durch Nachdenken.
Statistische Studien können statistische Parallelitäten abschätzen, aber sie können keine kausalen Zusammenhänge beweisen. Da braucht es das nachdenkliche Zusammensetzen von Zusammenhängen. Statistik wird heute wahnsinnig überbewertet. Wir sind geradezu statistikbesoffen.
Wissenschaftliches Arbeiten bedeutet heute peinliches Achten auf geistiges Eigentum Anderer. Zum wissenschaftlichen Arbeiten gehört heute, dass man möglichst viele (eigentlich alle) Veröffentlichungen zum Thema gelesen und verarbeitet hat und daher natürlich zitiert. Jedoch nicht das Lesen und Zitieren möglichst vieler Anderer, sondern das Erfassen der Realität, die Realitätsnähe schaffen Realitätsnähe. Reale Darstellungskurven kennen keine mathematische Gleichung, weil sie das komplexe Leben abbilden. Reine mathematische Gleichungen und Kurven, IT-mässig verwendete mathematische Systeme bilden das Leben nicht real ab, weil das Leben vielfältiger ist. Da stellt auch die Gausssche Verteilungskurve keine Ausnahme dar. Real hat sie Täler und Berge, für jeden dargestellten Fakt wieder anders.
Es sieht so aus, als wenn die Masse in der Regel keine realitätsnahe Auffassung hat, z.B. die Masse der medizinischen Schreiberlinge. Aber auch die Masse ist eine Realität.
Es gibt kein „wissenschaftlich gesichert“. Wer so etwas sagt oder schreibt, zeigt, dass er Wissenschaft gar nicht verstanden hat. In der Wissenschaft an der Materie können wir das näherungsweise durchgehen lassen. Die Ungenauigkeit ist zwar nicht wissenschaftlich, aber in der Realität tolerabel. In der Wissenschaft am lebenden Subjekt, am Menschen, ist diese Dummheit wirklich schlichtweg Dummheit und nicht tolerabel. Der Mediziner will nur seine Unsicherheit oder die seiner Kunden (Patienten) abschütteln, in dem er sein Vorurteil zum Urteil erklärt und für der Realität entsprechend hält. Gleich zwei Fehler in einer Handlung.
Messtechnisch wird die Wissenschaft das Leben und damit auch Krankheit wohl nie voll erfassen, hoffentlich aber immer detaillierter und wirklichkeitsnäher. Unsere Apparate messen und erbringen Ergebnisse. Um die Ergebnisse nutzbar zu machen, werden sie in mathematische Regeln gepackt, aus denen dann Normwerte tabellarisch konstruiert werden. Allein die Glockenkurve der Normalverteilung führt dazu, dass am Rand eine Gruppe abgesonderter Messergebnisse oder/und Menschen übrig bleibt, die nur sehr eingeschränkt in den „Normalfall“ passen. Nicht die Messwerte sind die Realität und auch nicht die mathematischen Formeln. Real sind die Menschen mit ihrem jeweils mehr oder weniger annehmbaren Körperzustand.
Je mehr wir vom menschlichen Körper sehen und messen, desto mehr Informationen haben wir, was das Denksystem und die Medizin immer komplexer macht. Glücklicherweise haben wir heute die Computertechnik zur Verarbeitung all der Informationen. Sonst könnten wir mit den Datenmengen gar nicht mehr umgehen. Aber einordnen, sinnvoll zusammensetzen, dem Menschen gemäss und dienlich einsetzen, wird wohl doch überwiegend menschliche Aufgabe bleiben. Künstliche Intelligenz werden wir brauchen, wenn wir weiter dem Datenwachstum gewachsen sein wollen, aber eben nicht als Ersatz, sondern als Hilfe für den Menschen. Hoffentlich wird die künstliche Intelligenz intelligenter als die menschliche. Sonst wird sie die menschliche Tragödie nur beschleunigen.
Die Digitalisierung macht unser Leben mathematischer, formalisierter, eintöniger, jedoch sicher nicht menschlicher, nicht dem menschlichen Körper, der menschlichen Seele und dem menschlichen Geist entsprechender, allenfalls dem menschlichen Egoismus.
Das Leben ist eine Existenzmöglichkeit. Andere sind denkbar. Das Leben an sich ist in der uns bekannten Form verwirklicht. Die Möglichkeiten der einzelnen Leben sind viele, offenbar unbegrenzt. Das Ende des Lebens ist von vorn herein genauso wie der Beginn ins Leben eingeschlossen. Und die Verletzlichkeit und Endlichkeit des Lebens führt zur Existenz von Risiken. Diese Tatsachen sind lebensimmanent. Wir können sie nicht ausschalten, auch mit Versicherungen nicht. Wir können uns nur an sie anpassen.
Da gibt es wohlwollende Menschen, die für die Pharmaindustrie und Medizin Tierversuche und Menschenversuche abschaffen wollen. Das ist sehr löblich und ich kann das nur unterstützen. Nur, die ganze belebte Welt und auch der Mensch ist nur ein Verwirklichungsversuch der Evolution und/oder Gottes. Ob er letztlich gelingt, steht noch offen. Letztlich zeigt immer die Anwendung am Menschen in der realen Situation, ob es Risiken gibt und wenn ja, welche. Manche Risiken kann man bereits im Tierversuch erkennen. Also sind die Tierversuche der Anwendung am Menschen vorgeschaltet. Und ein bisschen Grips im Kopf haben Wissenschaftler auch. Also schalten sie vor die Tierversuche die Aktivität ihrer Hirnwindungen. Das ist eine sinnvolle Verfahrensweise. Es gibt keine Möglichkeit, etwas am Menschen zu benutzen, als es zu versuchen und die ersten sind die Versuchskaninchen, bei gut durchdachter Versuchsanordnung sicher nur mit geringen Risiken, aber eben nicht ohne. Das geht nicht auch anders. Wieder ein biologisches Naturgesetz. Daher: Das Verbieten von Tier- oder Menschenversuchen ist völlig sinnlos, weil nicht durchführbar. Es würde die Anwendung von Medikamenten in Zukunft unmöglich machen, Neuerungen erst recht.
Beobachtungen aus der Praxis:
Kommt ein Patient in die Praxis, hustet und raucht. Bei der Befragung nach den Beschwerden kommt der Husten zufällig mit zum Vorschein neben anderen Beschwerden. Sofort kommt vom rauchenden Patienten die Erklärung: „Der Husten kommt ja vom Rauchen. Deshalb wundert er mich nicht und er wäre auch nicht der Grund zur Konsultation gewesen.“ Ein Schuldiger ist in unserem Denken und Handeln immer sofort gefunden. Als wir später herausfinden, dass mein Patient an einem Asthma leidet, schon vor dem Beginn mit dem Rauchen solchen Husten hatte und dass der Husten vom Asthma kommt, ist das Erstaunen gross. Noch grösser ist das Erstaunen, wenn wir feststellen, dass trotz des seit der Kindheit bestehenden Asthmas das Rauchen erstaunlich gut vertragen wurde. Früher wurde es ja sogar als Medizin genutzt und es wirkt so auch heute noch.
Ähnliches passiert sehr oft bei Vorliegen von Übergewicht und Kurzatmigkeit bei Belastung. Der Schuldige ist schon gefunden bevor wir überhaupt eine einzige Untersuchung oder Befragung gestartet haben. Unsere Intuition „Für alles gibt es einen Schuldigen“ und das Naheliegende ist es am häufigsten, hat uns gleich schon einmal in die Falle gelockt.
Immer wieder kommen Menschen in die Praxis wegen Beschwerden. Ich befrage sie und untersuche sie. Am Ende stelle ich eine Diagnose und empfehle Therapie. Das Erstaunen ist gross. „Ich bin krank? Damit habe ich ja gar nicht gerechnet.“ Das Stellen einer Diagnose ist für so manchen dieser Patienten eine Beleidigung. Ja, stimmt natürlich. „Sie wollen natürlich nicht krank sein.“ Erstaunt oder gar beleidigt zu sein, wenn man mit Beschwerden zum Arzt geht und der dann eine Diagnose stellt? Müsste es nicht eher eine Freude sein, nun klarer zu sehen? Eine Falle der Intuition. Ich als Arzt habe meine Pflicht getan, weshalb Sie ja zu mir gekommen sind. Beleidigen wollte ich Sie wirklich nicht.
Der Patient hat eine Lungenentzündung und bekommt ein Antibiotikum. Bei der Kontrolle nach einer Woche erzählt er: „Mir ging es so schlecht. Ich war ganz schwach und habe viel geschwitzt und gehustet. Ich habe das Antibiotikum ganz schlecht vertragen.“ Alle diese Beschwerden verursacht eine Lungenentzündung. Früher ist die Hälfte der Kranken an der Krankheit gestorben. Nein, aber sie ist nicht Schuld an den Beschwerden, sondern das Antibiotikum, das bis auf eine Allergieneigung und vielleicht Verursachen leichter Durchfälle völlig harmlos ist. Tödlich ist es ja nur für die Bakterien, hoffentlich. Unsere Intuition ist bereits so falsch gepolt, dass sie uns ohne Überlegung aufs völlig falsche Gleis führt und wir merken es nicht einmal. Ja, wenn uns ein Arzt darauf hinweist, dass wir falsch liegen, dann misstrauen wir ihm und halten erst Recht an unserem (falschen) Vorurteil fest. Nicht selten verteidigen wir unsere falsche Ansicht auch noch, weil wir sie ja für richtig halten. Sie erinnern sich? „Ich habe Recht!“
In der Schweiz (in Deutschland auch) glauben sehr viele Menschen, die Medikamente und Impfungen seien gefährlich, die Krankheiten aber nicht. Dann gehen Sie bitte nicht zum Arzt, sondern legen Sie sich ins Bett. Da Sie ein gut funktionierendes Immunsystem haben (auch heute noch zur Zeit moderner Medizin), werden zum Glück viele deshalb gesund auch ohne Arzt oder Apotheke.
Wir finden in der Bevölkerung eine erstaunliche Impfmüdigkeit. Wenn wir das Thema dieser Erkrankungen durchgehen, die Beschwerden, die Risiken, schwere Verlaufsformen mit irreversiblen Folgen und manchmal sogar Todesfällen und diese Fakten den Nebenwirkungen und Kosten und Nutzen der Impfungen gegenüberstellen, dann ist das Ergebnis dieser Gegenüberstellung meist sehr eindeutig (zugunsten der Impfung). Trotzdem ist die Einstellung in der Bevölkerung und auch in gebildeten Kreisen oft festgelegt und unverrückbar dagegen. Auch Impfinformationskampagnen helfen da nicht weiter. Der Grund dafür wird sein, dass bei Frauen mehr als bei Männern negative Gefühle zur Impfproblematik geweckt wurden. Diese negativen Gefühle sind aber sehr schwer wieder zu revidieren. Es müssten enorme positive Gefühle dazu geweckt werden. Argumente, Gedanken, Diskussionen reichen dafür nicht und eben Informationskampagnen, die ja nur Information sind und über den Verstand laufen, auch nicht. Das intuitiv über Gefühle erzeugte Vorurteil ist ausser durch ein Übergewicht positiver Gefühle nicht wieder zu ändern. Informationskampagnen können wir uns getrost sparen.
Auf Grund von (falschen?) Vorentscheidungen geht es heute in der westlichen Medizin und Lebensführung erstaunlich irrational zu (obwohl wir selbst genau vom Gegenteil überzeugt sind, erst recht, wenn wir auch noch Beteiligte oder Betroffene sind).
Unsere Philosophie beeinflusst unsere Gesundheitskosten. Das gilt landesweit, aber auch für jeden einzelnen Bürger. Es ist wichtig, sich darüber Gedanken zu machen. Das kann enorme Kosten sparen. Ein Globalbudget oder auch jedes andere Budget können richtig sein. Man kann nur soviel im Gesundheitssystem oder im kleinen Bereich ausgeben, wie man Geld zur Verfügung hat. Der Westen hat sich jahrzehntelang über seinen Reichtum (oder besser seine Armut) belogen, weil er in der Regel hohe Staatsschulden aufgehäuft hat. Unsere Ansprüche, auch die an Gesundheitsleistungen sind daher unrealistisch geworden. Die Gesundheitskosten steigen, weil wir immer unmenschlicher leben. Am Ende der Gausskurve wird ganz geringer Nutzen mit immensen Kosten erkauft. Wen wundert’s?
Studien werden in der Medizin oft benutzt wie in der Religion Bibelferse oder Suren oder andere Zitate. Man greift sich das heraus, was einem selbst gefällt, einem selbst nützt, gedanklich oder wirtschaftlich, zur Selbstbestätigung. Hauptsache: Es nützt uns. Dann ist das doch gut! Und dann hauen wir diese Ferse oder Studienergebnisse dem Konkurrenten um die Ohren bis er aufgibt. Das Problem der Wissenschaft in der Medizin ist nicht ihre Verfahrensweise, sondern dass sie mit ihren Theorien den Menschen verliert. Männer eben!
Hören wir besser nicht auf die argumentierenden „Ich habe doch Recht-Männer“. Hören wir besser auf die Frauen (soweit sie nicht schon den Männern gleichgeschaltet sind, denn davon gibt es inzwischen ja genug).
Die Schulmedizin kümmert sich nicht um die Gefühle der Patienten, sondern um die Anwendung der Prinzipien von Gesundheit und Krankheit, um die Regeln, nach denen Krankheiten festgestellt oder ausgeschlossen werden. Sie bestimmt, wer als krank und gesund gilt etc. Die Paramedizin kümmert sich vor allem um die Gefühle nach völlig fadenscheinigen Prinzipien. Deshalb beherbergt sie auch so viel Wellness. Aber die Gefühle siegen in Beurteilungen (Das Fleisch, das Gefühl, sind stark, der Verstand, das Denken sind schwach).
Heute einigen wir uns alle auf gewisse Festlegungen und dann legen wir die als Guidelines oder wirksamer gleich als Gesetze fest und glauben, dass das dann unserer Realität entspricht, unsere Realität verändert. Dumm, was?
Die Wissenschaft hat schon eine ganze Menge Realität erkannt. Es gibt auch keine Alternative zur Wissenschaft. Aber dieses Wissen, diese Theorien, sind nicht die Realität und deshalb mehr oder weniger richtig und mehr oder weniger fake. Das finden wir auch im Internet so. Wer unterscheiden will, muss theoretisch wie praktisch vertraut sein mit der Frage und Antwort. Wer damit nicht vertraut ist, kann nur glauben, beides, Fake und Wahrheit und lebt damit auf dünnem Eis, je theoretischer, je dünner.
Wir machen Medizin und nicht Mathematik. Wir wenden Mathematik an, aber es muss uns klar sein, dass Mathematik meist nach Säule funktioniert, nicht nach Gauss. Wenn Sie Künstliche Intelligenz programmieren wollen, dann programmieren Sie nach Gauss, nicht nach Säule. Da werden Sie aber wohl Probleme haben? Dafür gibt es Gründe, die wir sehr dringend beherzigen sollten.

 

Subjektiv“ und „Objektiv“, Nachweis und Ausschluss:

Krankheit gibt es nur subjektiv. Wo kein Mensch ist, gibt es auch keine Krankheit, jedenfalls keine Menschen befallende Krankheit. Auch Gesundheit gibt es nur subjektiv. Wer also sich mit Krankheit beschäftigt, wird es immer mit gesunden und kranken Menschen zu tun haben. Heute gibt es natürlich nicht wenige Menschen, die auch mit Krankheit zu tun haben ohne Menschenkontakt, im Büro, in der Bürokratie, in Versicherungen, in der Gesetzgebung… Sie sind auf menschliche Definitionen und Beschreibungen von Krankheiten angewiesen. Und ihnen fehlt das Korrektiv, die Erprobung des Gemessenen, Gesehenen, Gehörten am echten Menschen. So werden oft Krankheitsbeschreibungen vorgenommen auf Grund von sekundären Informationen und ohne eigene Erfahrungen. Heutigen Tages werden sie auch noch umgewandelt in Zahlen. Diese Zahlen (z.B. Laborwerte) legen dann Grenzen fest. Drüber ist gesund, drunter ist krank. Aber meist ist die Grenze nicht ein Strich, sondern eine Grauzone. In diesem Bereich ist beides möglich. Und was ist bei Krankheiten, die vor allem unter gewissen Umständen zu spüren sind und unter anderen nicht? Und wenn diese Krankheiten genetisch bedingt sind (und unsere Gene haben wir vom ersten bis zum letzten Tag), ist man dann in beschwerdefreien Zeiten gesund oder merkt man nur nichts? Was hat die unterschiedliche Betrachtungsweise für eine Bedeutung?
Wenn eine Krankheit durch Verengung einer Röhre bedingt ist und die Röhre ist nicht verengt, heisst das, dass die Krankheit ausgeschlossen ist? Könnte es sein, dass zu der Krankheit noch andere Mechanismen zusätzlich gehören, die wir nicht gemessen haben oder an die wir nicht auch gedacht haben oder die die Wissenschaft, eben weil sie nur bestimmte Messungen macht, noch gar nicht entdeckt hat (oder zwar entdeckt, aber wieder vergessen hat oder für unbedeutend hält?). Oder sind bestimmte Beschwerden nur deshalb ohne Bedeutung, weil deren Erfragung uns zu viel Zeit kosten würde, die im medizinischen Alltag nicht vorhanden ist oder nicht bezahlt wird? Das Sprechen von Objektivität in der Medizin führt auf sehr dünnes Eis. Das hält nicht einmal das Gewicht eines Arztes aus, geschweige denn von vielen oder gar der Mehrheit. Auch die Mehrheit von Wissenschaftlern rennt einigen wenigen Leithammeln hinterher und plappert deren Lehren ungeprüft nach. Guidelines verstärken diesen Mechanismus massiv und unter dem Deckmantel von Qualitätssicherung auch noch bewusst gewollt. Unser Blick (einschliesslich der technischen Hilfsmittel) ist sehr eingeengt und trotz der vielen Zahlen und Experten sehr relativ.
Da werden in der Medizin Begriffe wie „objektiv“ und „subjektiv“ benutzt. Wenn ich das richtig begriffen habe, soll mit dem Begriff „objektiv“ an dieser Stelle ausgedrückt werden „von aussen nachvollziehbar, gemessen und in einer Tabelle einordenbar, scalierbar.“ Dem gegenüber steht der Begriff „subjektiv“, was wohl bedeuten soll „nicht von aussen nachvollziehbar, nicht messbar oder nicht verlässlich und reproduzierbar messbar, nicht glaubbar“. Diese Begriffsbestimmung führt in der Welt der Mediziner bei vielen dazu, dass nur das zur Diagnostik und Therapie geglaubt und verwendet wird, was messbar oder bildlich darstellbar ist. Vergessen wird, dass die bildliche Darstellung und die Messung sehr abhängig von der angewandten Technik sind und somit bei Weitem keine objektive Beschreibung des menschlichen Körpers bieten, sondern eine sehr relative, methodenabhängige. Und umgekehrt wird alles, was nicht messbar, nicht bildlich darstellbar ist, als ausgeschlossen oder inexistent deklariert oder, wenn man offensichtlich eine Diskrepanz zwischen Beschwerden und Ergebnissen anerkennen muss, wird diese in den Bereich der Psyche verschoben und damit in den Verantwortungsbereich des Patienten verlegt. „Bei dem Patienten besteht eine ausgesprochene psychische Überlagerung“ oder so ähnlich steht dann im Arztbericht. Gemeint ist meist „Der Patient verursacht das auf irgendeine Art und Weise selbst. Er ist selbst Schuld.“ Damit ist der Arzt das Problem los. Er muss es nicht mehr verstehen, denn er hat eine Erklärung und einen Verursacher oder Schuldigen und er muss sich auch keine Mühe mehr geben, es zu behandeln und für den Patienten erträglicher zu machen, denn der hat es ja selbst verursacht. Der ist ja Schuld. Der hat auch selbst den Schlüssel zur Besserung (ist selbst Schuld, wenn er ihn nicht findet).
Die Wissenschaft versucht derzeit, subjektive Fakten objektiv in falsch und richtig zu identifizieren. In der Regel wendet sie dabei Methoden aus der unbelebten Welt an. Das ist durchaus möglich, so vorzugehen. Nur bei der anschliessenden Interpretation von Untersuchungsergebnissen in der belebten Welt muss man sich darüber klar sein, das belebte Systeme viel weniger eindeutig definiert sind (z.B. Krankheiten) und dass auch die Vielzahl der Einflussfaktoren kaum zu eliminieren ist und oft unüberschaubar ist. Ergebnisse sind also viel öfter durch Störfaktoren beeinflusst, die die Statistik nicht einfach sinnvoll herausrechnen kann. Und selbst wenn alle Störfaktoren eliminiert werden konnten, stellt sich die Frage hinterher, ob das Ergebnis auf die lebenden Menschen in und mit all ihren Störfaktoren tatsächlich übertragbar ist. Je nach Forschungsgegenstand oder technischem Problem variiert die Übereinstimmung der Messwerte und statistischen Ergebnisse mit der Realität in weitem Masse und schwer bestimmbar.
Objektiv“ in der Wissenschaft ist wie „gut“ im Leben. Jeder reklamiert es für sich und seine Ansicht, doch beides gibt es gar nicht. Warum sind beide dann solche Atombomben?
Vor einigen Tagen berichtete mir ein Patient, der wegen chronischem wirklich heftigem Husten sich in einer renommierten Zürcher Privatklinik mit allen Raffinessen untersuchen liess, dass der Kollege, nachdem am Ende alle Befunde normal ausgefallen waren, gesagt habe, dass er gesund sei. Er solle doch einfach aufhören zu husten. Der Husten sei psychisch.
Wenn wir die Begriffe „objektiv“ und „subjektiv“ im medizinischen Rahmen überhaupt verwenden wollen (besser nicht!), dann müssten wir die Beschwerden des Patienten als „objektiv“, als „gegeben“ hinnehmen und bezeichnen. Alles, was die Medizin bieten kann, ist davon abgeleitete Erkenntnis und Behandlung. Leider kann die Medizin meist das, was wirklich da ist und den Patienten ärgert, nur ansatzweise versuchen, zu verstehen und zu behandeln, gar wieder wegzubekommen. Die medizinische Erkenntnis wäre somit „subjektiv“.
Der Mediziner lernt jedoch im Studium und bekommt es während seines gesamten Medizinerlebens in Form von Pflichtfortbildungen immer wieder eingetrichtert, dass die wissenschaftliche Medizin mit ihren Festlegungen von Diagnosen und Therapien das „Objektive“, das „Gültige“ sei, dass er sich mit seinen Erklärungsversuchen und Festlegungen an die medizinische Systematik zu halten habe und dem muss sich auch der Patient mit seinen Beschwerden unterordnen. Die Beurteilung dieser Einstellungen überlasse ich jedem selbst. Und mittels ICD-Klassifizierung und Globalisierung über die WHO wird diese Diagnosesystematik heute auch noch digitalisiert und in alle Ewigkeit gespeichert und soll auf der ganzen Welt auf gleiche Weise angewandt werden. Das heisst, die Digitalisierung übernimmt den systematischen Fehler gleich noch mit. Und die staatliche Gewalt, zumindest im deutschsprachigen Raum, verpflichtet die Mediziner noch dazu. Das wirkt sich aus im Krankenversicherungswesen. Je nach Diagnose ist so und so viel Diagnostik und Therapie erforderlich. Brauchen Arzt oder Spital mehr, dann handeln sie unwirtschaftlich und das wird unter dem bekannten Kostendruck zunehmend Konsequenzen haben. Und für das Gutachtenwesen hat das fatale Folgen (sahen wir schon unter Versicherungen).
Vielleicht sollten wir besser den Begriff „objektiv“ gar nicht für uns, unsere Gefühle und Gedanken, Messergebnisse oder bildliche Resultate, Normen und Gesetze etc. benutzen? Objektiv gibt es vielleicht in der Mathematik, vielleicht in manchen Gebieten der Physik, in der unbelebten Materie? Für alles, was mit Lebewesen zu tun hat, ist der Begriff doch eher eine Falschannahme. Wer bei Lebewesen (und beim Menschen ganz besonders) von „objektiv“ spricht, hat doch „Leben“ gar nicht verstanden? Vorschlag: Bescheiden wir uns mit der Stellung „subjektiv“ auch als Ärzte unseren Patienten gegenüber. Deren Beschwerden sind subjektiv und unsere Beurteilungen, Diagnosen, Konsequenzen und Therapien auch! Es gibt nur „subjektiv“ oder „nicht wissen“. Wäre eine Schulmedizin, wäre eine Weltgesundheitsorganisation in der Lage, solchen Vorentscheidungen in der Medizin Rechnung zu tragen? Ganz abgesehen davon, dass natürlich Krankheit und Gesundheit in den verschiedenen Kulturen völlig unterschiedlich gelebt werden.
Es gibt bekannte medizinische Kongresse im deutschsprachigen Raum (andere kenne ich nicht genügend) in verschiedenen Fächern, die medizinisches Wissen anbieten nach der Devise „Was ist gesichert in der Medizin“. Wir bieten ihnen keinen Firlefanz, keine abstrakten Studienergebnisse, sondern verlässliches Rüstzeug für die Praxis. Hört sich gut an, oder? Viele der Fortbildungskongresse sind auch gut. Da wollen wir gar nichts schlecht machen. Aber „Das ist sicher in der Medizin“? Das können nur Mediziner sagen, die ihr wissenschaftliches Fach als Handwerk verstehen und wie ein Handwerker handeln, selbst nachdem sie promoviert und sich habilitiert haben. Nachgedacht? Medizinisches und wissenschaftliches Wissen ist nur solange gesichert, als kein Anderer kommt und eine genauere, passendere Erklärung für körperliche Phänomene liefert. Wir können da gar nicht kritisch genug sein! Und über besser oder schlechter urteilt am Ende die gesundheitliche oder krankheitliche Realität jedes einzelnen Patienten. Haben sich da nicht nur wieder „Ich habe Recht-Männer“ eine geachtete, wohlsituierte, für gut betrachtete Position in der Gesellschaft geschaffen?
Selbst die Schulmedizin ist inzwischen idealistisch geworden. „Ideal“ im Sinne von eindeutig erfassbar und „ideal“ im Sinne von „unsere Krankheitsbeschreibung, Diagnose und Therapie sind richtig“, sind bereits ideal. „Lieber Patient, lies bitte vorher im Lehrbuch durch, welche Beschwerden Du haben musst, wenn Du zu uns Ärzten in die Diagnostik kommst, damit wir auch das passgenaue finden. Alles Andere lass gleich zuhause.“
Es gibt eine breite Palette von „Medikamenten“, für die niemals wissenschaftlich die Wirksamkeit erbracht wurde. Wir haben die wissenschaftliche Medizin hinterfragt, aber es gilt natürlich auch, dass sie uns schon viel geholfen hat. Ihre Ansichten und Methoden sind nicht falsch, aber eben auch nicht nur richtig. Wir brauchen sie aber zum Hinterfragen vieler anderer Diagnose- und Therapiemethoden. Wir müssen zumindest den Verdacht hegen, dass bei vielen solcher „Medikamente“, die Wirksamkeit nur auf Grund eines guten Bauchgefühles oder anderer Gefühle oder anderer Irrtümer angenommen wird oder auch bezweifelt wird. Zur Behandlung einer Bronchitis bei Kindern oder Erwachsenen mit Husten und Schleimbildung gibt es eine Vielzahl von erhältlichen Säften und Mittelchen. Dass fast alle Patienten auch völlig ohne diese Säfte und Mittelchen in absehbarer Zeit gesund werden, weiss nur niemand, weil keiner sich traut, es auszuprobieren. Ich kann doch hinterher nicht zum Doktor gehen und sagen, ich hätte noch nichts dagegen gemacht. Doch haben Sie ja, mittels Ihres Immunsystems, dem Sie in 99 % der Fälle wirklich vollständig vertrauen dürfen, allerdings in einem Prozent nicht. In Deutschland habe ich manchmal nachgerechnet, wenn ich erfuhr, was meine Patienten schon alles in der Apotheke selbst bezahlt hatten und wie viel die Krankenkasse schliesslich mir für meinen Einsatz zu zahlen bereit war. Ich mit meiner gesamten Praxis habe oft weniger gekostet. Das ist auch ein Kostenfaktor im Gesundheitssystem. Wissen Sie, woher ich weiss, dass es ohne diese Mittelchen geht? Wir haben es tausende Male mit Patienten probiert. Es funktioniert. Wenn allerdings eine Bronchitis nicht im normalen Zeitrahmen (ein bis zwei Wochen) vollständig abgeheilt ist, dann sollte man auch professionell handeln.
Wie mag es da mit Homöopathie, Biochemie, Anthroposophischer Medizin, Pendeln, Besprechen, chinesischer Medizin(?), Kräutern, Tinkturen und Vielem mehr stehen?
Paramedizin, Komplementärmedizin, ganzheitliche Medizin und wie sie alle heissen, zeigen, wo Schulmedizin falsch liegt oder realitätsfern agiert oder wo die Erwartungen der Patienten an die (Schul-)medizin nicht angemessen sind. Viele Frauen erwarten von der Medizin Wellness. Männer erwarten das weniger. Wellness ist nicht Sache der Schulmedizin. Ganzheitliche Medizin ist nur der Ersatz für das, was der Schulmedizin fehlt.
Wir sehen: Medizin ist zu beiden Seiten (Therapeuten wie Patienten) sehr abhängig von Vorentscheidungen, von eingenommenen Sichtweisen, von Vorurteilen. Sie zu verstehen, braucht es viel kritisches Wissen und Nachdenken; sie zu verändern braucht es viel Einfühlungsvermögen und Gefühlstherapie. Das ist eine grosse Aufgabe. Und die Existenz dieser Problematik erklärt auch, warum es so viele paramedizinische Ansätze überhaupt gibt. Das Gegenteil wäre verwunderlich.
Qualitätskontrolle. Sie wurde eingeführt in der Fliegerei und in grossen Betrieben mit fabrikmässiger Produktion, um die Arbeitsabläufe auf immer wiederkehrende Gleichheit zu trimmen, damit das Endprodukt auch immer wieder die gleichen Eigenschaften und somit Qualität hatte. Qualität liess sich in Messwerten und zulässigen Abweichungen messen und Gleichheiten bzw. Gleichförmigkeit im Produktionsprozess herstellen. Will man aber Qualität in belebten Systemen messen, müssen wir ja zunächst davon ausgehen, dass Menschen Individuen sind und oft höchst unterschiedlich. Glücklicherweise kann man auch hier Gruppen bilden und Verallgemeinerungen benutzen, aber man muss viel mehr auf Aussenseiter und Ausreisser vorbereitet sein. Verallgemeinerungen treffen dann doch nicht immer und auf alle zu. Medizinische Diagnosen sind ganz unterschiedlich sicher definiert und abgegrenzt. Die Anzahl solcher Erkrankungen und das fehlende Ausmass an Klarheit ist weit grösser, als uns die fortgeschrittene Technik in der Medizin heute glauben machen will. Auch bei den Therapien ist das Ansprechen keineswegs immer gleich. Hier kommt es also durchaus auf eine reale und teils notwendige Varianz an, wo es in der unbelebten Produktion genau auf das Gegenteil ankommt. In der Medizin werden wir Vorgänge haben, die der unbelebten Produktion gleichen und entsprechend qualitätskontrolliert werden können. Wir haben aber auch sehr oft das Gegenteil mit Vorgängen, die eher ein Mindestmass an Varianz brauchen und wo das Mass an Qualität somit genau im Gegenteil liegt. Und wir haben Vorgänge mit Anteilen von Beidem. Deshalb, wer in der Medizin Qualität messen will, hat hoffentlich zuvor lange und sehr intensiv nach allen Seiten nachgedacht und die entsprechenden Prozesse in ihrer Tiefe ganz verstanden. Sonst misst er/sie irgendetwas (wie gesagt, Zahlen kommen beim Messen und anschliessender Statistik immer heraus), nur nichts, was auf Qualität schliessen liesse. Vorsicht, Vorsicht!
Medizinische Qualität misst sich auch sehr stark daran, welches Weltbild und Menschenbild die Ärzte und die Qualitätskontrolleure haben. Fehlende Übereinstimmung mit der Realität führt zu Fehlern und Fehlentscheidungen. Was aber, wenn wir noch nicht einmal sicher bestimmen können, was Realität (und in der Ableitung dann Qualität) ist? Wäre es denkbar, dass wir weiterhin eine qualitativ hoch stehende Medizin betreiben, ohne die Qualität zu messen? Können wir Qualität nur liefern, wenn wir sie messen? Lassen Sie uns doch mal ein bisschen nachdenken.
Es wird einen Grund dafür geben, dass sich zumindest in der deutschen Sprache die Redewendungen finden: Fühlen Sie sich krank? Fühlen Sie sich wieder gesund? Fühlen Sie sich wieder arbeitsfähig? Wir fühlen unseren Körper, aber dann ist es notwendig, sich dieses Gefühles bewusst zu werden, die Warumfrage zu stellen und damit per Denken und Verstand mit dem Gefühl von „krank“ oder „gesund“ umzugehen. Die heutige medizinische Wissenschaft tut genau das nicht. Sie misst und fotografiert und was auf diese Weise nicht scalierbar oder darstellbar und von aussen nicht gedanklich nachvollziehbar ist, dass gibt es nicht und wird in den Bereich der Psyche geschoben, obwohl gar keine psychische Erkrankung vorliegt.
Trauer bei Verlust und Kummer sind kein Ausdruck von Depression, sondern von Leben mit „minus“ und „plus“. Bei Trauer und Kummer durchwandern wir das Tal, das „minus“ nach dem „plus“. Frauen leiden meist häufiger und mehr darunter als Männer. Meine Damen, halten Sie das aus anstatt sich Antidepressiva oder Schlafmittel verschreiben zu lassen. Trauerarbeit ist eine aktive Arbeit, die nötig ist, zum Erreichen des nächsten Hügels nach dem Tal. Sie vermeiden damit die Gewichtszunahme unter Einnahme von Antidepressiva und das Abschalten aus dem weiblichen Geschlechtsleben. Gerade letzteres würde Ihrem Leben aber wieder mehr Abwechslung und Spannung geben? Vielleicht suchen Sie sich einen Mann (es könnte ja auch der eigene sein), der sie versteht und vielleicht lehren wir unsere kleinen, werdenden Männer in der Familie, wie aufeinander achten und sich gegenseitig verstehen und Trauer miteinander verarbeiten wollen wirklich gehen?
Vor 3000 bis 200 Jahren hatten die grossen medizinischen Persönlichkeiten Recht. Sie bestimmten, was gelehrt und gelernt wurde, was richtig und was falsch war. Heute glauben wir, dass die Unterscheidung zwischen richtig und falsch in der Medizin an Hand objektiver Studienergebnisse erfolge. Die staatlichen Institutionen fordern es auch so. Intuitiv gehen sie und wir davon aus, dass das so ist. Und daher glauben wir Studienergebnisse und deren Interpretationen blind. Tatsache ist, dass viele dieser Studienergebnisse längst nicht so eindeutige Ergebnisse liefern und noch viel fragwürdiger ist, ob die Ergebnisse, die an ganz bestimmten, an Hand von Ausschluss-/Einschlusskriterien bestimmten Patienten gefunden wurden, auch auf alle anderen Patienten übertragbar sind. Da aber in der Folge unübersehbar viele Forscher und Wissenschaftler und Mediziner mit zahlreichen Sekundärveröffentlichungen diese Ergebnisse publik machen und mit Beiwerk garnieren, festigen sich die Ergebnisse zu unverrückbar „gesicherten“ Erkenntnissen, auf die absolut Verlass sei. Schein und Sein! Sie erinnern sich?
In westlichen Ländern hat sich eine zunehmende Zentralisation entwickelt. Medikamente müssen zugelassen werden für den heimischen Markt. Dafür müssen sie in Studien ihre Wirksamkeit beweisen. Dann legt der Staat fest, ob ein Medikament zugelassen wird und für welche Krankheiten oder Störungen es gebraucht werden darf. Davon hängt auch ab, ob die Krankenkasse das Medikament bezahlt oder bezahlen darf. Bei soviel Unsicherheit in den Beurteilungen (wie wir sahen), ist es doch sehr fragwürdig, ob Staaten daraufhin Gesetze oder Verordnungen erlassen dürfen. Machen sich unsere Politiker beim Erlassen solcher Gesetze und Verordnungen all diese Relativitäten wirklich bewusst? Wahrscheinlich gäbe es dann sehr viel weniger Gesetze und Verordnungen und mehr Freiheit. Ist es überhaupt sinnvoll, dass der Staat so in Wissenschaft und Medizin eingreift?
Philosophie und Geschichte, Sprache und Sprachentwicklung, sprachliche Differenzierung, Denken und Nachdenken: Liebe und Liebe, gut und gut, menschlich und menschlich, objektiv und subjektiv, krank und gesund. Wir denken einfach falsch! Dann kann auch nichts Gutes, nichts realitätsnahes dabei herauskommen!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.