Wie leben? Wirtschaft, Reichtum und Armut

Wie können wir leben?

13 Wirtschaft, Reichtum und Armut: (26.11.2019)

Markt:

In der menschlichen Gesellschaft treffen die Egoismen jedes einzelnen Individuums und die Versuche, diese negativ belegte Eigenschaft positiv zu verstecken, aufeinander. Dabei können sehr positive Aspekte entwickelt werden, die auch die Gesellschaft weiterbringen. Vorsicht ist aber geboten. In aller Regel verstecken sich dahinter die egoistischen Interessen eines Individuums oder einer Gruppe der Gesellschaft. Diese egoistische Lebensweise führt im besten Falle zu Gewinnern und Verlierern. Statistisch zunächst 50:50 %. Die Wahrscheinlichkeit, dass Sie zu den 50 % Verlierern gehören, ist damit recht hoch. Das sollte Sie aufschrecken. Und das ist nur Statistik. Wenn Sie noch ein bisschen mehr Pech haben als das statistische Mittel, dann ist Ihre Wahrscheinlichkeit, zu den Verlierern zu gehören, noch grösser.
Das darf nicht sein. Und so werden alle Mittel angewendet, um diesen Abstieg zu verhindern. Ich will nicht zu den Verlierern gehören. Und so werden die Menschen immer egoistischer, immer brachialer und brutaler, denn immer mehr Menschen verstehen sich als Opfer und ihren Kampf als Befreiungskampf (und der heiligt ja bekanntlich alle Mittel) und wir wundern uns, wenn Raub, Mord und Totschlag oder weniger tödlich Mobbing, Ausgrenzung oder hinter dem Rücken schlecht reden herrschen. Aber ist das verwunderlich? Es kann doch gar nicht anders sein. Und die Gewinner mehren ihre Gewinne und die Zahl der Verlierer wird grösser, bis nur noch wenige Gewinner übrig bleiben und viele Verlierer die Mehrheit der Gesellschaft bilden. Da spielt es gar keine Rolle, ob sich das in der Wirtschaft, in der Politik, im Sport, in der Wissenschaft, ja sogar in den Religionen abspielt. Die Mechanismen sind immer die gleichen. Kapitalismus eben. Das hat mit Moral oder „gut und böse“ gar nichts zu tun. Das ist einfach nur Menschsein.
Wenn jeder an sich denkt, ist an jeden gedacht. Stimmt, aber wo bleibt das soziale Wesen, der Mensch in seinen Beziehungen? In jungen Jahren kann und darf man vielleicht noch eher so denken als in späteren? Was, wenn man gute Beziehungen doch noch braucht? Nur zweckorientiert leben? Zielorientiert ist nicht menschenorientiert, ist nicht menschlich, ist unmenschlich.
Der Markt ist eine Fortsetzung der Evolution und/oder Gottes Schöpfung. Daher ist er die menschlichste Form des Handel(n)s. Wer den Markt in irgendeiner Form verändert oder reguliert, ändert bzw. schafft Grenzen des Marktes und schafft damit jenseits der Grenzen fast notwendigerweise auch zugleich abgetrennten Markt, Schwarzmarkt. Durch den Kampf gegen den Schwarzmarkt und durch den Handelsprozess im Schwarzmarkt werden diese Änderungen den gesamten Markt meist nicht menschlicher machen als der unregulierte Markt.
Schwarzmarkt ist lebendiger Markt zwischen mir und Dir. Keine (gesetzlichen) Regeln. Eine Mischung aus Vertrauen und Misstrauen. Schwarzmarkt ist menschlicher Markt pur. Offizieller Markt ist geregelter Markt. Die Regeln setzt ein Dritter, meist der Staat, manchmal auch die Maffia oder Andere. Die EU und die WHO arbeiten seit Jahrzehnten daran, den Markt durch Regeln einfacher zu machen. Die Ergebnisse sehen wir heute. Absurd, nicht wahr? Wir fühlen es daran, wenn wir Grenzen überqueren. Bloss gut, dass nicht gefilzt wurde, im Inland bloss gut, dass keine Kontrollen durch die Ämter stattfinden. Je geregelter ein Markt ist, desto unmenschlicher wird er. Nur der Schwarzmarkt ist menschlich, der Markt ohne Beteiligung Dritter. Beobachten Sie Menschen und denken Sie nach.
Der Markt ist nur teileffektiv (in der Theorie lässt er sich effektiver denken). Da gleicht er dem Menschen, der auch nicht fehlerfrei ist. Er ist nicht moralisch (miteinander Handel treiben ist ein Vorgang, der mit Moral nichts zu tun hat), nur teilweise verstandesgesteuert (manche Wirtschaftsexperten und Ökonomen glaubten und glauben, er sei rein verstandesgesteuert), sondern der Markt ist zu einem grossen Teil auch Ausdruck von Gefühl/Intuition, von menschlicher Aktion an sich und auch von Unwissenheit, Täuschung und Zufall. Er ist Vieles! Und er trägt die gleiche Widersprüchlichkeit in sich, die auch wir Menschen in uns tragen mit allen Folgen, die wir schon beschrieben haben. Wir können aber wohl davon ausgehen, dass der unregulierte Markt oft „optimal“ wirkt. Der unregulierte oder nur wenig regulierte Markt ist Millionen Jahre alt und hat offenbar so gut funktioniert, dass der Mensch damit gut leben und überleben konnte. Ob wir mit unseren Regulationen den Markt wirklich „besser“ machen können, ist doch sehr frag-würdig.
Die Erfindung von Geld hat den Markt bzw. Handel sehr viel einfacher und effektiver gemacht. Das Geld hat aber auch dazu geführt, dass leichter Andere ausgenutzt werden konnten, dass sich Reichtum besser ansammeln konnte, dass durch Geld Zwang ausgeübt werden konnte. So müssen wir damit rechnen, dass alle Verbesserungen unseres Marktes an anderen Stellen Verschlechterungen mit sich bringen. Im Bereich des Schwarz- oder illegalen Handels stehen auch Tote auf der Rechnung, im offiziellen Handel Insolvente.
Es gibt nicht nur den Markt „Ware gegen Geld“. Das ist nur ein Teilmarkt. Es gibt auch einen Markt „Ware gegen Ware“ (Tauschhandel, Nachbarschaftshilfe, Vorteilstausch, Vitamin B, Netzwerke bis hin zur Maffia) und den Arbeitsmarkt und andere Märkte. Diese Märkte sind auch verzahnt. Und wenn man den Preis an einer Stelle drückt oder drücken kann, ist damit noch lange nicht gesagt, dass man tatsächlich weniger bezahlt. Möglicherweise bekommt man selbst gar nicht mit, dass man auf andere Weise auch noch bezahlen muss oder unbemerkt zahlt, nur eben nicht in Geld. Markt ist Ausdruck von Leben. Denken Sie an die kommunizierenden Röhren. Markt ist viel komplexer als wir denken.
Meine Herren, meine Möchte-gern-Männer, jagen Sie ruhig der Effizienz und dem Geld nach. Wir werden beobachten und nachdenken …
Da sprechen manche Ökonomen oder Politiker oder Medienschaffende von „Marktversagen“. Wie kann das menschliche Leben versagen? Von Marktversagen kann nur jemand sprechen, der dem Markt andere Ziele gibt als unter gegebenen Umständen die grössten Flüsse bei den kleinsten Widerständen. Der Markt ist menschliches Leben, biologische Naturregel, solange es (menschliches) Leben gibt. Politiker, Wissenschaftler und andere versuchen wohl, dem Markt andere Ziele zu geben (z.B. Staatseinkommen durch Zölle, Abgrenzung, Subvention, grosse Prestigeprojekte, moralische Zwecke etc.). In den meisten Fällen werden diese Ziele aber zu weniger Markt, zu Marktversagen im Vergleich zum freien Optimum führen. Einschränkungen mögen ja vielleicht in seltenen Fällen mal sinnvoll sein (z.B. Drogen?(selbst da bin ich nicht sicher)), aber in den meisten Fällen sicher nicht.
Wenn wir am Ende eines langen Arbeitslebens Arbeitgebern die Verpflichtung auferlegen, gleiche oder langsam steigende Löhne bei Verzicht auf Kündigungsmöglichkeiten zu zahlen, dann müssen wir uns nicht wundern, dass Arbeitgeber ohne Not keine älteren Arbeitnehmer mehr einstellen. So sind viele ältere Arbeitnehmer in den letzten Jahrzehnten zu Arbeitslosen geworden, die auf andere Weise mit finanziert werden mussten. Das Problem war und ist selbstgemacht, durch marktfremde Regulierung, durch realitätsferne Regulierung zugunsten einiger, der arbeithabenden älteren Arbeitnehmer. Die, die diese Rechte erkämpft haben oder verteidigen, müssten sich doch einige Fragen stellen, oder?
In Mittel- und Nordeuropa sowie in Nordamerika sind die Verantwortung-Tragenden stolz und besorgt, dass wir eine so hohe Arbeitsplatzanzahl haben, so dass vergleichsweise wenig Arbeitslose zu registrieren sind. Hut ab. Damit das so bleibt, muss der Arbeitsmarkt so reguliert werden, dass von aussen möglichst wenige Menschen als Gast- oder Wanderarbeiter oder als Grenzgänger oder als Immigranten Arbeitsplätze wegnehmen können. Folge ist eine gesteigerte Arbeitslosigkeit ausserhalb der Grenzen dieses Gebietes. Die Menschen im hochentwickelten und hoch effektiv arbeitenden Land schaffen viel Wert, der dann auch exportiert wird unter anderem in die Länder, wo die Menschen leben, die durch diese Marktregulierungen um einen Arbeitsplatz gebracht werden. Die Fülle von Arbeitslosen in Importländern ist umgekehrt proportional zur Anzahl in den Exportländern. Gewerkschafter in Industriestaaten unterstützen nach Kräften die Schaffung von Arbeitslosen in weniger entwickelten Ländern. Das ist ein Begleiteffekt der Marktregulierung, der nicht auszumerzen ist. Die Vollbeschäftigung hier ist also in gewissem Sinne auch Diebstahl andernorts.
Patienten und Menschen erwarten die Entwicklung und kostengünstige Bereitstellung aller möglichen Medikamente. Aus humanitären Gründen (um nicht zu sagen aus Liebe zum Menschen, zu den Patienten) und aus moralischen Gründen müssen die Konzerne das doch eigentlich tun. Die Konzerne wollen auch Medikamente bereitstellen, aber doch nicht wegen der Menschen, sondern weil sie verdienen wollen. Die würden das doch nicht einfach aus Grosszügigkeit tun. Und sie sehen zu, dass sie das möglichst gewinnbringend schaffen. Unter den Aktionären sind nicht nur reiche Leute, sondern auch Pensionsfonds und kleine Leute, die mit dem in Geld angelegten Aktien Profit machen wollen für die Rente oder anderes Lebensnotwendige. Das zeigt, dass die Konzerne böse sind. Die Patienten nun wollen aber die Medikamente und sie wollen sie zu niedrigen Preisen. Also muss die Regierung dafür beauftragt werden. Sie muss niedrigere Preise durchsetzen. Jeder achtet auf seinen eigenen Gewinn und seine eigenen Interessen. Keiner achtet auf den Gewinn oder das Überleben des Anderen, weder die Kleinen, noch die Grossen. Und dass bei diesem Hickhack und bei diesem Reigen von Egoismen es auch zu Engpässen bei der Medikamentenversorgung kommen wird, dass der Markt nicht optimal zu unseren Gunsten funktioniert, ist doch selbstverständlich, oder? An das Ganze und das Gemeinwohl muss der Staat denken. Der ist dafür verantwortlich. Er unterliegt nur den gleichen Unzulänglichkeiten wie wir und der Markt. Hat uns das die Geschichte nicht genug gelehrt? Denken wir an die kommunizierenden Röhren.
Das menschliche Leben und mit ihm der Markt führen notwendigerweise zu immer mehr Ungleichheit (reich und arm, ganz reich und ganz arm). Auch das ist wohl eine biologische Naturregel.
Das Gesetz der Entropie und Antientropie sorgt im Wirtschaftsleben immer wieder für Entwicklung von arm und reich und auch von Ausgleich zwischen beiden. Ist es in der Biologie die Antientropie, der Spannungsaufbau? In der Materie ist es Entropie, in der Biologie Antientropie? Widersprüchlichkeit? Das wirkt sich natürlich auch auf den Markt, auf die Wirtschaft aus, denn Markt ist ja Leben.
Der Preis ist, was der Kunde zahlt. Ist der Preis, den der Kunde bereit ist zu zahlen, niedriger als die Kosten des Produzenten und Händlers, wird das Produkt keinen Markt finden. So wird es das Produkt auch nicht geben, es wird gar nicht erst produziert. Zahlt der Kunde den Preis oder sogar noch etwas mehr, machen der Produzent und der Händler Gewinne. Diese sind die wachsende Pflanze weiterer Produktion, Entwicklung und des Reichtums. Es geht gar nicht anders. Betrügerische Gewinne und Gewinne aus Drogengeschäften klammern wir einmal aus. Das sind Verbrechen, wobei die Grenze schon schwer zu definieren ist. Wahrscheinlich funktionieren sie genauso. Aber regulärer Markt macht die unterste Käuferschicht ärmer und Produzenten und Händler reicher. Je länger der Markt ungehindert läuft, desto grösser wird die Diskrepanz. Aber für immer effektiveren Markt sind immer grössere Geldsummen nötig. Nimmt man diese Summen den Unternehmern weg, reduziert das deren Möglichkeiten oder macht sie kaputt. Geld und Reichtum sind nötig und schädlich zugleich.
Preise sind Wertvorstellungen. Als Kunde ist es wichtig, sich über den Wert einer Ware klar zu werden oder klar zu sein. Dazu muss man wissen, wie sie hergestellt wurde, unter welchen Bedingungen, die Einzelteile und das Zusammensetzen, den Transport und den Handel. Der Preis ist die Summe aller Bewertungen dieser vielen Einzelschritte. Wenn Sie am Preis nach unten drehen, bekommen die schwächsten Glieder in der Produktions- und Handelskette immer weniger Wert für ihre Arbeit und Mühe. Sie, der Kunde, sind der Geizhals, nicht nur die Händler, nicht nur die Unternehmer. Achten wir als Kunden auf faire Preise. Im Westen gibt es heute viele Waren zu sehr niedrigen Preisen, weil sie aus armen Ländern mit Billiglohnproduktion importiert werden. Machen wir uns vielleicht besser ein paar Gedanken darüber, was wir verursachen, wenn wir immer nach dem niedrigsten Preis, nach dem Schnäppchen, nach dem Rabatt gieren. Nicht kaufen ist allerdings auch nicht ohne Auswirkungen.
Der Preis ist, was der Kunde zahlt („objektiv“). Der beste Preis ist der, wenn beide Partner dabei und danach ein Lächeln im Gesicht haben, vor allem der Gegenüber. Wie kommt der beste Preis zustande? Summe aus Kosten, Gewinnpflicht, Verlustgrenze, Tip, … Das gilt auch für Verträge und Gesetze.
Genauso können wir mit dem Lohn verfahren. Der Lohn ist das, was der Unternehmer zahlt. Die Preise und Mieten drumherum werden sich darauf einstellen. Das ist biologische Naturregel. Wenn wir aber die Löhne künstlich festlegen nach marktfremden Regeln, werden die kommunizierenden Röhren dafür sorgen, dass wir auf andere Weise die Differenz bezahlen (durch Arbeitslose, mehr oder weniger Arbeitszeit oder Arbeitskräftemangel und und und). Der Markt ist erfinderischer als wir.
Die soziale Marktwirtschaft versucht, diese Schere durch Regulierung (Gesetze und Normen) zu begrenzen, aber in der Regel nicht auf freiwilliger Basis, sondern unter Druck. Druck aber schafft Gegendruck und schon wird die Ungleichheit wieder grösser. Intuitiv entwickeln wir uns immer weiter auseinander und mit der Entwicklung von künstlicher Intelligenz und Robotern sogar weg vom Menschen.

 

Männer in Leitungsfunktionen in Unternehmen neigen nicht so selten dazu, zu gross zu planen, über des Ziel hinausschiessend zu arbeiten, zu grosse Risiken einzugehen. Sollte man auch hier immer eine Frau zur Seite geben, die diese Exzesse verhindern kann? Könnte sie sie verhindern? Würde sie zum Komplizen oder zum Gegner des Mannes?
Grosse Konglomerate, Firmen, Konzerne, Staaten, Staatengemeinschaften, werden immer unübersichtlicher, immer komplexer, immer grösser. Menschsein spielt sich im direkten Leben miteinander ab. Je grösser ein Konglomerat wird, desto grösser wird die Distanz zwischen unten und oben, zwischen Leitung und Arbeitern. Die Beziehung wird immer indirekter. Indirekt ist nicht menschlich. Je indirekter, je distanzierter, je komplexer eine Beziehung wird, desto schwieriger wird sie. Ist es verwunderlich, dass grosse Strukturen unmenschlicher werden? Unmenschlich, weil die unteren „Kasten“ sich den oberen „Kasten“ völlig unterlegen und ausgeliefert vorkommen. Unmenschlich, weil die Aufgaben der oberen „Kasten“ ins unermessliche wachsen. Die Komplexität übersteigt einfach die menschliche Kraft und Übersicht. Ein Mensch kann nur begrenzt viel wissen, hat nur begrenzt viel Energie, hat nur begrenzt viel Zeit, kann nur eine begrenzte Anzahl von Beziehungen pflegen. Zeit haben alle Menschen gleich viel. Ich habe keine Zeit ist glatte Fehleinschätzung. Ich habe entweder zu viele Aufgaben oder zu viel Zeitvertreib. Das ist meine Wahl! Wer mehr Beziehungen pflegen will, wird sie weniger tief pflegen können und müssen. Beziehungen konkurrieren miteinander. Viel schlimmer ist, dass bei Männern und Möchte-gern-Männern auch noch die Beziehung zum Geld und die Beziehung zu den Genüssen und Dingen mit den menschlichen Beziehungen konkurrieren.
Wir sehen: Es gibt ein Optimum, jenseits dessen wir unmenschlicher und ineffektiver werden. Das Optimum ist wahrscheinlich meistens deutlich niedriger, als zumindest wir Männer glauben. Burnout, Managementfehler, Fehlkalkulationen, Risikofehleinschätzungen … können doch kaum vermieden werden. Ihre Folgen wirken sich nur immer mächtiger aus. Denken Sie nach: „To big to fail“ …
Nachdenken kann man nicht delegieren. Das muss der Chef oder die Chefin selber tun. In dieser Position tut es ein Mann (und eine Frau?) aber in der Regel nicht. Deshalb brauchen Führungskräfte so oft Berater oder einen Coach. Männer in dieser Position sehen sich am liebsten als Macher. Macher machen Geld, nicht Menschen, nicht Menschlichkeit.
Interessant ist, das Unternehmensberater noch ein grosses Potenzial sehen, Frauen in Führungspositionen zu bringen. Warum? Weil sie eine Steigerung des Profites erwarten. Es gibt sogar Studien, die das belegen. Erstens hätte ich ernste Zweifel daran, dass sich das in grösserem Masstab tatsächlich so realisieren liesse. Zweitens würden die Frauen nur um des Profites willen in die Positionen gehievt, nicht ihres Frau- oder Menschseins oder ihrer fachlichen Eignung wegen. Hätten die Frauen damit wirklich etwas gewonnen? Wir sahen schon, die Gaben der Frauen liegen in anderen Gebieten. Wenn das Gegenteil einträfe, würden sie bald gebrandmarkt. Frauen wollen mit einbezogen werden, wollen dabei sein, ähnlich wie das Volk in der Demokratie, aber doch nicht um des höheren Profites willen. Haben diese Unternehmensberater nachgedacht?
Gewinne als höchstes Ziel fördern immer die Ungleichheit, Armut und Reichtum. Reichtum gefährdet immer auch Demokratie. Das Geld kauft die Vertreter der Demokratie, unter Umständen auch die Wähler. Wer mehr Geld hat, kann mehr Wahlwerbung machen, den Wählerwillen besser beeinflussen und schon hat er gewonnen (nicht immer, aber tendenziell). Reichtum und Demokratie stehen immer in einem Spannungsverhältnis.
Konkurrenz belebt das Geschäft. Konkurrenz resp. die Wahrnehmung von Konkurrenz setzt aber den Vergleich voraus. Vergleich killt Identität. Die Ausrichtung am Anderen zerstört unser eigenes so Sein wie wir sind, unsere eigene Identität. Lassen Sie Konkurrenz zu, aber richten Sie sich nicht nach ihr aus. Sie gehört eben mit zur Realität.
Ziele erreichen wollen, heisst immer, Unterschiede machen und führt meist zu reich und arm. Wer Ziele verfolgt, orientiert sich an Zielen, nicht am Menschen, es sei denn ein Mensch wäre das Ziel. Extreme neigen dann dazu, über Leichen zu gehen, weniger extreme vergessen den Menschen einfach.
Geld macht korrupt! Fehlendes Geld aber auch! Ich bin gar nicht sicher, ob das wirklich so funktioniert. Entsteht Korruption nicht durch besondere Beziehungen? Familiäre Beziehungen und am Ende steht die Maffia? Beziehung im Verein und am Ende steht die Auftragsvergabe an die Vereinsfreunde, die Parteifreunde, andere Freunde. Berufliche Beziehungen (berufliche Netzwerke) und am Ende hilft jeder dem Anderen in der begrenzten Gruppe? Wichtiger noch weiter „oben“ in Wirtschaft und Politik. Vitamin B! Was zunächst ganz unschuldig und für viele nützlich beginnt, endet irgendwann vor dem Richter mit der Anschuldigung der Vorteilsnahme, der Bestechlichkeit, der Korruption. Die Grenze zwischen legal und illegal verlief ganz unerkannt. Plötzlich war man auf der falschen Seite und konnte nicht wieder zurück. Korruption ist genauso menschlich wie der Sex. Korruption ist der verdeckte Versuch (deshalb immer intransparent), gleicher (also Bevorteilter) unter Gleichen zu sein oder zu werden, ist Ausdruck von Egoismus in Beziehung und Ausdruck von Beziehungen im Egoismus, ist ganz banal menschlich.
Es steht nicht zu erwarten, dass unsere Gesellschaft menschlicher wird, in dem wir immer mehr Gesetze schaffen und immer mehr Kontrollmechanismen aufbauen in der Erwartung, damit der Korruption Herr zu werden. Damit schaffen wir nur immer mehr Trennwände zwischen den Menschen. Auch das könnten wir aus der Geschichte lernen. Der Beispiele sind doch genug oder? Korruption kann gemindert werden durch das Meiden von wirtschaftlichen und staatlichen Dreiecksverhältnissen. In Ich-Du- oder Du-ich-Verhältnissen, also dualen Verhältnissen, ist Korruption deutlich schwerer und dann meist offensichtlich. Korruption kann nur durch Teilen oder Schenken überwunden werden. Die Person schenkt dem zu Übervorteilenden (und sei es eine Versicherung oder der Staat) faire Angebote, faire Preise, hochwertige Arbeit, auch die Freiheit, „nein“ zu sagen und einen Auftrag an die Konkurrenz zu vergeben und den Verzicht auf Betrug. Auch der Verzicht auf Betrug und die Einhaltung von Verträgen in Politik und Wirtschaft ist eine Form von Geschenk. Damit entsteht „keine Übervorteilung“. Korruption ist nur zu vermeiden durch aktive Achtung des Anderen als gleichwertig und gleichberechtigt und liebenswert. Lassen Sie uns unseren Sextrieb und den der Anderen und unseren Korruptionstrieb und den der Anderen annehmen und in unser Nachdenken und Handeln mit einrechnen. Nur damit schaffen wir neue Einheit und vermeiden Trennung durch Regeln und Bestrafen.
Diese Gedanken zeigen: Korruption werden wir nie besiegen, denn Korruption ist Beziehung und der Mensch ist ein Beziehungswesen. Vielleicht sollten wir Korruption gar nicht bekämpfen, sondern in unseren Markt mit einbeziehen? Korruption ist eine bestimmte menschliche Form von Marktverhalten, in manchen Kulturen mehr, in anderen weniger, aber so doch in allen.
Nicht das Geld verdirbt die Männer, sondern der Erfolg, das damit „Alles haben können“. Das kann Geld sein, Macht, Beziehungen, Maffia… Je grösser die Differenz zwischen ich und Du im Besitz, in der Macht etc. ist, desto wertloser wird der Andere, denn wir Menschen konkurrieren mit den materiellen Werten. Das ist einfach so. Das ist Realität.
Ludwig Erhard (Ehemals deutscher Wirtschaftsminister und später Bundeskanzler) sagte: „Markt braucht den Wettbewerb!“ Herr Erhard wurde der Vater des deutschen Wirtschaftswunders. Sein Markt wurde zum Wettbewerb der Egoismen. Daraus wurde der Wettkampf der Egoismen. Damit verbunden kam der Wettkampf um die Ressourcen dieser Erde. Der Wettkampf der Egoismen führte bisher zum übermässigen Verbrauch der Ressourcen, nicht nur in der Wirtschaft, sondern auch im Privatleben, dem wesentlichsten Faktor der Wirtschaft. Die Erde wird dem nicht standhalten. Für diese Vorausschau muss man nicht Prophet sein. Ein wenig Nachdenken genügt.
Abhilfe in Freiheit schafft wohl wieder nur das gegenseitige Schenken: Die Verbraucher schenken den Produzenten und Händlern die Freiheit, reich zu werden durch ihre Arbeit und mit ihrer Arbeit ja auch neue Möglichkeiten, neue Produkte, mehr Effizienz (damit niedrigere Preise) zu schaffen. Produzenten und Händler schenken ihren Kunden und Verbrauchern faire Preise, also Preise, die Kosten decken und Gewinn schaffen (der ist nötig), aber keine überrissenen Preise zum schamlosen Ausnutzen der Zwangssituation der Kunden (z.B. bei Nahrungsmitteln (oder bei Drogen, denn wir haben sie und werden sie nicht über Nacht los)). Nur Schenken (in welcher Form auch immer) schafft Sinn und Beziehung, schafft gegenseitiges Verständnis und Einheit. Nur Verzichten schont Ressourcen.
Im 20. Jh. haben wir uns alle zu ziemlichen Schmarotzern entwickelt. Wir nutzen unsere Umwelt aus als sei sie unbegrenzt nutzbar und wir nutzen unsere Finanzsysteme, als würden unsre Notenbanken unbegrenzt Geld drucken können, ohne dass dessen Wert verliert. Wir übertreten laufend die biologischen Naturregeln und Naturgesetze, nur weil die Strafe nicht gleich auf dem Fuss folgt. Bei uns kommt der Strom aus der Steckdose und das Geld vom Arbeitgeber und der Bank. Die haben die Pflicht, uns ohne Verpflichtung zu versorgen. Schon mal nachgedacht?
Nur noch konsumieren, jetzt am besten Kreuzfahrten. Alles wird organisiert: Meine Kajüte, mein Essen, mein Programm, mein Butler fahren mit. Bloss nichts selber machen. All inclusive all inclusive.
Tourismus an die schönsten, attraktivsten, teuersten, … Plätze dieser Welt, zum Genussort, nicht an die Brennpunkte dieser Welt. So schützen wir die Welt nicht. Touristen sind immer die Anderen. Wir sind Reisende. Die Umwelt zerstören immer die Anderen, wir schützen sie oder richten doch zumindest keinen Schaden an, denn wir sind doch nur einzelne?
Heute steht in der Wirtschaft das Geld ganz oben. Dann kommt lange nichts, nicht mehr die Arbeit, mit der man Geld verdient und auch nicht der Kunde als König, der für alles zahlt. Wenn wir arbeiten, vor allem abhängig arbeiten, gehen wir automatisch davon aus, dass wir auch genug verdienen müssen. Das muss doch automatisch so sein!
Hören Sie auf die Bedürfnisse Ihrer Kunden, nicht in vorgefertigten Umfragen mit Standardfragen, sondern auf die freie und direkte Rede! Und hören Sie erst recht nicht auf Ihre innere Stimme oder auf die Ihrer Ratgeber. Ihre Kunden, ihre Mitmenschen sind entscheidend, auch bei Ihnen, meine sehr verehrten Damen. Auch nicht Ihr Bauch…
Heute gibt es viele Produkte, die weit mehr können, weit mehr Nutzen bringen als nötig. Produzenten sagen: Die Leute wollen das so! Stimmt teilweise. Mit dem Angebot schafft man bekanntlich auch Nachfrage und heute gibt es sogar immer mehr Überangebot. Heute müssen wir zu 99 % „Nein“ sagen!!
„Das ist schlimm, wenn ich mir in den Boutiquen habe wieder etwas aufschwatzen lassen. Da kommt immer nur Scheiss raus…“ O-Ton einer Frau.
Wir messen Geld viel zu viel Wert bei, zunehmend auch die Frauen, wohl eher die Möchte-gern-Männer, in der Gesellschaft sowieso. Frauenarbeit ist gar nicht mit Geld zu bewerten. Frauen sind viel zu schade zur Arbeit gegen Geld.

 

Reichtum und Armut:

Gegen die Armut zu kämpfen, ist völlig sinnlos. Las ich kürzlich in einer renommierten schweizer Zeitung einen Artikel über ein grosses Land im Osten. Die wirtschaftliche Entwicklung in diesem Land habe doch dazu geführt, dass hunderte Millionen Einwohner wirtschaftlich gewonnen hätten. Es sei nur noch eine Million der Bewohner arm (von 1400 Millionen). Früher waren fast alle arm. Hut ab. Alle Achtung. Das ist wirklich eine phänomenale Leistung. Aber hatte ich nicht erst von der Vielzahl armer Wanderarbeiter gelesen, die sich als Tagelöhner und ähnlichem verdingen? Menschen, die zu Festtagen versuchen, vom Arbeitsort zum Wohnort der Familie zu kommen oder das nicht können, weil ihnen das Geld fehlt? Messen wir „arm“ und „nichtarm“ an Hand einer absoluten Geldmenge Verdienst pro Jahr, dann werden heute fast alle Bewohner dieses Landes darüber liegen. Aber mit der Entwicklung, die wir nicht kleinreden wollen, stiegen auch die Preise. Die Relationen verschoben sich. Der Unterschied zwischen „arm“ und „reich“ und schon der zwischen „arm“ und „nichtarm“ ist relativ. Die Grenze verschiebt sich immer wieder. Und so wird es immer eine Gruppe am unteren Rand der Gesellschaft geben, die arm ist (eben im Vergleich zu den anderen). Da wird sich wahrscheinlich nicht nur eine Million dieser Bewohner als arm empfinden und auch die Statistiker und unabhängige Organisationen (falls es so etwas überhaupt gibt) werden das anders sehen. Wenn wir nur die 10 % der Bevölkerung mit dem geringsten Einkommen und dem geringsten Besitz nehmen (ein sehr niedriger Anteil), dann gäbe es 140 Millionen arme Menschen in diesem Land.
Einen Vorteil haben Arme: Man kann sie leichter beschenken, kann sie leichter glücklich machen als Reiche. Reiche zu beschenken ist schwer bis unmöglich.
Reich ist man, weil man Anderen etwas weggenommen hat, geerbt hat oder beschenkt wurde. Wie man nichts mit hinübernehmen kann, ist man auch nackt und besitzlos geboren worden. Arm ist man nicht unbedingt, weil Andere einem etwas weggenommen haben. Auch Faulheit oder Pech können einen zum Armen machen oder man hat alles verschenkt. Aber auch unter den Reichen gibt es Faule und solche, die einfach Glück hatten.
In den Jahren nach dem zweiten Weltkrieg gab es den „Eisernen Vorhang“. 1989 zerriss er, aber die Anzahl der Vorhänge in dieser Welt ist so gross. Einer weniger? Wenn wir die Menschen betrachten, dann kann man das Verhältnis zwischen Menschen mit Geld und Menschen ohne Geld gut mit dem „Eisernen Vorhang“ vergleichen. Es trennt sie nur eben der „Finanzielle Vorhang“. Ob an diesem Vorhang viel weniger geschossen wird als damals am „Eisernen“? Gestritten wird heftig, vor den Familiengerichten, vor den Betreibungs- oder Mahn- bzw. Insolvenzgerichten. Die Realität ist meist: „Wer da hat, dem wird gegeben und wer da nicht hat, dem wird auch noch das genommen, was er hat!“. Wir denken und wünschen uns zwar den Ausgleich, aber wenn wir selbst betroffen sind, dann kämpft jeder um sein Recht. Für den Ausgleich sollen doch bitte die Anderen sorgen, der Staat, das Sozialamt oder einfach andere Menschen, nur bitte nicht ich.
Helfen? Teilen? Schenken? Wegen eines Anderen verzichten? Ja, wir tun das gerne!!! Aber!!! Nur unter Bedingungen! Bedingung ist, dass der Andere mich nicht ausnutzt. Also muss er erst einmal beweisen, dass er hilfsbedürftig (z.B. krank und ohne finanzielle Mittel) ist, dass er das nicht selbst verschuldet hat, dass er nicht anderswo Hilfe bekommen kann (vom Staat oder Versicherungen …) und dass mein Geld nicht in dunkle Kanäle, zu Dritten fliesst oder sonst wo zweckentfremdet wird. Sie können sich ausrechnen, wie hoch die Chance eines Hilfsbedürftigen auf Hilfe am Ende ist. Je reicher ein Land ist, desto mehr gilt diese Realität.
Schenken könnte ein neues Gleichgewicht in Freiheit schaffen. Ob Reichtum verpflichtet, ist Ansichtsache, aber Reichtum schafft neue Freiheiten (so sie genutzt werden), schafft die Möglichkeit zur Liebe, zum Teilen, zum Schenken. Es gibt bereits eine Reihe reicher Unternehmer, die ihr überschüssiges Geld wieder in Form von Stiftungen an Bedürftige verteilen. Wer hat (besitzt), der schenke. Das gilt für die Erfolgreichen in der Wirtschaft wie für die Besitzenden (Geld, Land, Wissen, Macht, …). Genauso gilt umgekehrt für die Besitzlosen und Erfolglosen, lassen Sie sich beschenken mit Geld, Wissen, Macht … Schenken wir in Gegenrichtung die Freiheit, Macht und Geld zu besitzen. Wenn wir menschlicher werden wollen, dann sicher nur so. Schmerzen und Leid verursacht beides, schenken und sich schenken lassen aber vielleicht doch weniger als kämpfen und schiessen und sterben? Die wichtigsten und flexibelsten Geschenke sind wohl Geld, Toleranz und Freiheit. Andere wünschen sich vielleicht eher Sicherheit?
Die erfolgreichsten, reichsten Männer (und Frauen) sind die, die Andere am meisten ausgenommen haben, die Sein und Schein am besten kombiniert haben. Und auch das Gegenteil. Je mehr Geld Männer haben, desto egoistischer werden sie. Je reicher Männer werden, desto geiziger werden sie, bis sie irgendwann jenseits von reich und arm sind. Milliardäre haben so viel Geld, dass sie auch wieder abgeben können. Sie sind jenseits von gut und böse. Sie merken die Relativität des Geldes. Es fand eine Inflation im Kopf statt.
Die armen Bevölkerungsschichten sind da in ihren Möglichkeiten arg beschnitten. Aber wäre teilen, schenken und verzichten nicht ein Weg? Und beginnen werden wir.
Vielleicht muss sich unser kapitalistisches Selbstverständnis ändern? Der Kunde ist Persönlichkeit und damit kann er nicht einfach zum Profitmaximieren eingesetzt werden wie ein Roboter. Betriebsführer müssen vielleicht darüber nachdenken und bewusst verzichten, nicht gezwungen per Gesetz, sondern freiwillig, aus Erkenntnis. (Auch das gibt es ja schon ansatzweise, zumindest in der Schweiz und in Deutschland: Selbstregulierung durch Verbände in der Wirtschaft, Pharmaindustrie und in der Medienwelt. Auch manche Kunden zahlen lieber einen höheren Preis und wissen, wen sie damit unterstützen.) Diese Pflänzchen sind aber noch sehr klein, vereinzelt und wenig wahrnehmbar.
Könnte es sein, dass unsere Gesellschaft und die Erde eher den Wettbewerb des Schenkens und des Verzichtens brauchen? Der würde unsere Zukunft einfacher machen, teamfähiger, beziehungshafter, ausgeglichener, weniger ressourcenverbrauchend. Ob der Markt wirklich effektiver, rentabler würde, bezweifle ich. Die Produktivität scheint von Gott und/oder der Evolution nicht zum höchsten Prinzip auserkoren worden zu sein. Womöglich eher das Gegenteil?
Hatten nicht Europa und Teile der Welt in den ersten Jahren dieses Jahrhunderts schon versucht, den Ressourcenverbrauch mit Regelungen einzuschränken? Wir waren doch schon mal weiter? Hatte da die deutsche Bundeskanzlerin hinter den Kulissen sehr wesentlich Ihre Finger respektive Ihre Argumente mit im Spiel? Der Nachteil: Regelungen, Normen, Gesetze. Sie erzeugen Gegendruck und verleiten zur Übertretung, zumindest bei Männern. Siehe VW mit der Dieselaffäre und andere Automarken gleichfalls. Wirklich verändern können nur wir Bürger selber, indem wir Verzicht schenken und falls wir das Glück haben, Manager zu werden, indem wir auf solche Betrügereien verzichten (auch auf die Gefahr hin, dass wir das Nachsehen haben, weil andere Firmen doch betrügen). Schenken und verzichten bedeuten wirklich ein Minus. Das müssen wir ganz klar sehen und einkalkulieren. Das tut verdammt weh und wenn es nicht weh tut, dann müssen wir uns fragen, ob es überhaupt relevant ist.
2008 erlebten wir die bisher letzte grosse Wirtschaftskrise. Die grossen Institutionen (in diesem Falle die führenden Notenbanken der Welt) fingen an, Geld zu drucken und an die „notleidenden“ Banken zu verteilen, um sie vor dem Tod zu bewahren. Seitdem wird Geld gedruckt und verteilt, an Staaten (durch Anleiheaufkäufe) und an Banken (als Darlehen). Klar, dass das zu Inflation führen muss. Das ist eine biologische Naturregel. Eigenartigerweise messen unsere Ökonomen und Politiker aber keine nennenswerte Inflation. Also gibt es sie auch nicht und so wird weiter Geld gedruckt in schwindelerregenden Mengen. Es gibt keine Inflation! Also machen wir weiter. Stimmt das denn?
Lassen Sie uns einmal nachdenken. Wir haben eine Generation, die teilweise durch geburtenstarke Jahrgänge geprägt ist, die für die Rente sparen muss, denn die wenigen in der Nachfolgegeneration werden das nicht leisten können. Die Staaten brauchen immer mehr Geld, um ihre Aufgaben bewältigen zu können und die Banken sollen genug Eigenkapital zurücklegen für Notzeiten. Bürger, die Geld zurücklegen können, investieren vermehrt in Werte (Aktien, Rentenpapiere, Immobilien).
Vergleichen wir einmal den Wert der Aktiengesellschaften an Hand von Besitz, Produktion, Kosten, Gewinn etc. 2008 und heute und stellen sie gegenüber. Bei den meisten kommt eine Zunahme der Produktion und Produktivität heraus, aber längst nicht im Masse des nominalen Wertzuwachses. Da besteht eine deutliche Differenz (Inflation). Eine Menge Geldes der Notenbanken wandert direkt an die Börse in die steigenden Kurse. Das ist ja auch gewünscht und gewollt. Nur wenn wir diese Preise nicht im Warenkorb mit zählen, messen wir nicht die reale Inflation. Das Geld der Notenpresse wandert direkt in die Staatshaushalte in Form von Schulden. Nur wenn wir diese Schulden bei der Inflationsberechnung nicht mit einrechnen, ist unsere Inflationsrate völlig neben der Realität. Auf Grund bestimmter Vorgaben zeigt sich die Inflation heute ganz anders als in früheren Wirtschaftszyklen. Wir nehmen sie also gar nicht wahr. Aber natürlich ist sie da. Herr Draghi, was werden Sie sagen, wenn plötzlich das Vertrauen in die EZB einbricht, die Kurse schlagartig fallen und innerhalb weniger Tage die riesigen von Ihnen ausgegebenen Geldmengen plötzlich in Luft aufgelöst sind? Es hat doch gar keinen Sinn solche Mengen an Geld auszugeben. Im Ernstfall sind sie wertlos. Glauben Sie wirklich, dass der nominale Wert ihres Geldes seinem inneren Wert entspricht?
Gleich mit aufgelöst haben werden sich dann auch die Renten und Pensionen der alten Menschen, für die die Rücklagen ja angelegt wurden. Die sowieso schon kleinen Renten werden auf Bruchteile schrumpfen. Ihre Verteilung von viel Geld an die Banken und Staaten hat auf die Renten und Pensionen gleich noch den Nebeneffekt gehabt, dass mittels fehlender Verzinsung der Wert zu den Banken, Staaten und Reichen wanderte. Werden Sie dann solche Geldmengen an die Rentner und Pensionäre in ganz Europa ausgeben und würde dieses Geld überhaupt noch einen Wert haben? Wer wird denn die Notenbanken und Staatskassen insgesamt retten, wenn ihre Blasen platzen? Und Ihre Blasen sind doch so gross wie Planeten, oder? Eine Rückführung der Schulden, wie 2008 gefordert, hat nicht nur nicht stattgefunden, sondern das Gegenteil, eine weite Ausweitung. Dann müssen wir doch klar und deutlich sagen, die Verantwortlichen haben vollständig versagt (Keine Anklage, keine Frage von Schuld!). Sie sind in die völlig falsche Richtung gegangen. Wann werden die Verantwortlichen umkehren und dem Volk (Armen wie Reichen) sagen, jetzt muss all das eingespart werden, was wir an Schulden bereits ausgegeben haben, zumindest näherungsweise? Jedes eine Blase Einkreisen wollen und damit die Blase Neutralisieren wollen durch eine noch grössere Blase ist gescheitert, ist Schuldenausweitung. Wollen wir nicht mal aus der Geschichte lernen? Sie haben Inflation in einem unglaublichen Ausmass verursacht, nur weil Sie Ihr Augenmerk auf den falschen Teil unserer Realität gerichtet haben. Sie haben die wahnwitzige und wahnsinnige Inflation der „Werte“ betrieben und sie selbst nicht wahrgenommen, nicht wahrnehmen wollen und der Nachfolgerin auch noch die Korrektur dieser Wahrnehmungsstörung so weit als möglich verunmöglicht.
War der Mensch vor 100 Jahren gleich viel Wert wie heute? Sind Menschen in Afrika gleich viel Wert wie im reichen Westen? Wenn aber der Stundenlohn so unterschiedlich ist, was sagt das über den Wert der Menschen und den Wert des Geldes? Und die Kaufkraft?

 

Wirtschaftliche Entwicklung:

Das Vertrauen in die Notenbanken, in die Börsen, in das Geld ist sozusagen das Eis, auf dem unsere Gesellschaft lebt. Immer wieder merken wir an kleinen Einbrüchen, dass das Vertrauen nicht gross ist. Herr Draghi (auch wenn es jetzt seine Nachfolgerin ist) versucht durch immer mehr Geld, den Druck aufzubauen, Geld in Werte (in inflationäre Werte) zu investieren. Seine Massnahmen sind schlichter Wahnsinn, aber er hat sich entschieden, nur diese Seite der Medaille zu sehen. Andere tun es in ihren Fachgebieten doch nicht anders. Wenn aber die Summe des Geldes demnächst nicht mehr ausreicht, wenn das Vertrauen oder der Druck weg sind, dann wird das Fass plötzlich überlaufen. Dann werden die Automaten, die Beobachter, die nahe am Geschehen sind, innerhalb weniger Stunden alles Geld abziehen, das sie abziehen können und es wird alles mit einem bisher nie dagewesenen leisen Knall zusammenbrechen. Unsere Erde wird das locker aushalten, nur wir?
Herr Draghi hat dafür gesorgt, dass auf dem sinkenden Schiff immer noch ordentlich laut Musik gespielt und getanzt wird, damit bloss keiner merkt, was eigentlich passiert. Ob er das Schiff noch hätte retten können, weiss ich nicht. Den Untergang möglichst vergessen machen. Das war seine Devise. Wer sich selbst belügt, glaubt, nicht zu lügen und belügt doch gleich alle anderen mit.
Herr Draghi hat nur deshalb nach seinem Abgang alle auf seine Spur gezwungen, weil er ahnte, dass die Realität seinen Bemühungen zuwider läuft. Soweit nicht menschliche Widersprüchlichkeit das verhindert, wird es ein Reinfall.
Kapitalismus ist zwar grossteils konform zu den biologischen Naturregeln, aber er schafft immer Gewinner und Verlierer. Deshalb gibt es immer Gegner. Der Verlierer wird durch Handel zur Hergabe von Geld gezwungen. Als Lösung funktioniert nicht Kollektivismus unter Zwang, denn es sind auch dort nicht alle gleich. Die Gewinner und Verlierer sind nur anders verteilt. Als Lösung funktioniert nur teilen, schenken und verzichten.
Im Wesentlichen gibt es zwei Gruppen von Menschen: Die konsumierenden, gedankenlosen und die, die sich Gedanken machen und die dann von anderen fordern, alles richtig zu machen. Die Einen haben das gute Körpergefühl, den Genuss, die Anderen haben immer Recht, beide also etwas Gutes (und doch zugleich auch einen Verlust). Letztere kasteien sich vielleicht noch selber, um sich ihr im Recht sein zu beweisen und moralisch zu untermauern. Erstere leben sowieso unmoralisch, wenn auch bequem.
Gute Gewinne sind etwas schönes. Man kann stolz darauf sein und ist reich. Gute Gewinne hinterlassen auf der Gegenseite aber immer Verlierer, denn die mussten die Gewinne der Anderen ja bezahlen. Vielleicht hatten die zu Beginn ja auch einen Vorteil davon, so dass es nach win-win aussah. Wahrscheinlich waren sie aber nur in irgendeiner Not, unter Zwang oder süchtig oder dumm? Später …
Wenn für Herrn Draghi die Inflation und laufende Wirtschaft der Massstab sind, dann wird es nie zur Haushaltskonsolidierung kommen, kann ja gar nicht. Und Konsolidierung ginge nur mit Rezession, nicht ohne. Seien Sie vorsichtig!
Für jede Tatsache, jede Ansicht, jeden Vorschlag werden heute gleich erst einmal die (positiven) Werte oder die Verluste per Hochrechnung abgeschätzt, lieber ausgerechnet (bis auf die Stelle hinter dem Komma). Es ergeben sich heute immer grosse Zahlen, je nach Gebiet in Tausenden, Millionen oder Milliarden. Dann werden die Zahlen präsentiert, wie gesagt, bis hinter das Komma. Können Sie sich vorstellen, wie viel Geld dann Millionen- oder Milliardenbeträge sind? Welche Beziehungen, welche Relationen haben sie? Gefühlt „viel“ ist gefühlt „viel“, egal ob da Zahlen dazu geliefert werden oder nicht. Viel ist nicht zählbar, auch wenn Zahlen mit geliefert werden, erst Recht Zahlen mit einer oder sogar mehreren Kommastellen. Sie können fast nur lügen. Meist offenbaren sie vor allem, dass da einer oder mehrere nicht nachgedacht hat oder haben.
Der Generationenvertrag nach dem zweiten Weltkrieg war Augenwischerei. Er war die Chance, den eigenen Wohlstand auf Kosten der nächsten Generation (die gar nicht mit verhandeln konnte) zu sichern und auszubauen. Die Kriegsgeneration konnte in gewissem Sinne nicht anders, aber danach? Ausser in der Schweiz hatten in vielen Ländern viele alles verloren. Sie hätten auf Jahrzehnte schwer schuften müssen, um sich bescheidenen Wohlstand wieder zu erarbeiten und genügend Geld für das Alter. Da war der Generationenvertrag eine willkommene Lösung, eine Rentenversicherung im Schneeballsystem, nur langfristig und daher mit verdeckten Risiken. Jetzt versuchen alle Akteure, den Zusammenbruch weiter hinauszuschieben. Dazu dienen immer aberwitzigere Ideen.
Wenn die Rentenversicherung heute Probleme hat, dann ist das unter Anderem einfach Ausdruck der Faulheit, der Bequemlichkeit und der Genusssucht der Versicherten. Sie hätten mehr arbeiten und sparen müssen, damit jetzt und in Zukunft mehr Geld da ist. Lieber haben sie es ausgegeben und nun ist nicht genug da, aber länger arbeiten will auch niemand. Die Schuld haben nicht die Politiker! Das ist ein Irrtum, wenn nicht vorsätzliche Schuldzuweisung an unschuldige Dumme, die irrtümlich der Ansicht sind, sie könnten die Welt oder nur das System retten oder müssten ihre Eigeninteressen vertreten.
Dabei haben die Schweizer ja noch viel Glück gehabt, weil in ihrem Land kein Krieg Zerstörung anrichtete. Sie wurden und werden immer noch wahnsinnig beschenkt, bis heute. Sie kennen keine Generation, die vom Krieg um alles Lebenswerte gebracht wurde und die dann deshalb die nächste Generation in die Pflicht nehmen musste, um selbst irgendwie aus der Asche herauszufinden.
Wenn ich heute sehe, wie schweizer Rentner geniesserisch (ich gönne Ihnen diese Genüsse) in der ganzen Welt herumkurven, eine Reise teurer und weiter als die andere und damit Ressourcen verbrauchen an Treibstoff, Energie und Geld (das eigentlich der Folgegeneration gehört), dann wundert es mich immer wieder, wie selbstverständlich das für diese Geniesser ist. Nachdenken ist nichts für Geniesser. Genuss führt nur selten zum Nachdenken, bis auf sehr wenige Ausnahmen. In anderen Staaten funktioniert das allerdings nicht viel anders. Die Schweizer sind nur voraus.
Der Renteneintritt ist völlig willkürlich definiert und bestimmt worden, geschichtlich gewachsen. Er wurde festgelegt und ist fast in keiner Weise sinnvoll. Der plötzliche Wechsel für alle zur gleichen Zeit, also gerecht verteilt, und abrupt, ist der nicht Schwachsinn? Wir altern langsam und ungleichmässig und interindividuell ungleich. Die Gleichbehandlung schafft Ungerechtigkeit, ist unangemessen, ist unmenschlich. Wäre ungerechtes Eingehen auf die einzelnen menschlichen Bedürfnisse nicht viel menschlicher?
Lösung: Jeder arbeitet, solange er kann und geht so spät in Rente, wie nur möglich (nicht so früh wie möglich). Damit belohnen wir natürlich die, die ungesund gelebt und geprasst haben und die früh altern.
Viele Rentner brauchen auf der anderen Seite viele Schuldner, die das gesparte Geld benutzen. Ist das langfristig überhaupt funktionsfähig? Über solche Dreiecksverhältnisse werden wir noch nachdenken. Ein paar Seiten weiter… Früher halfen die Kinder direkt den Eltern. Das Dreiecksverhältnis suggeriert Entspannung, verstärkt aber womöglich die Unsicherheit?
Länger leben wollen wir, länger arbeiten aber nicht. Wieso ist es so selbstverständlich, dass nur freies Leben verlängert wird, die Zeit in der wir arbeiten aber nicht? Selbstverständlich nehmen wir das gerne so hin, aber …?
Jeder von uns nutzt den Globus jetzt mindestens doppelt so lange wie vor 200 Jahren. Jeder lebt etwa doppelt so lange. Wie soll die Erde das aushalten? Jeder hält seine Umweltgrenzen, seinen ökologischen, seinen maximal erdlichen Fussabdruck jetzt ein. Ist das überhaupt denkbar und was hätte das für Folgen?
Die plötzliche Umstellung auf Schenken und Verzicht würde einen wirtschaftlichen Crash bedeuten! Bitte denken Sie besser nur nach und handeln oder ändern nichts. Agieren Sie sehr, sehr vorsichtig!

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