Wie leben? Wie alles begann

Wie können wir leben?

4 Wie alles begann: (25.10.2020)

Es bleibt uns nichts anderes übrig. Wenn wir zum Ursprung zurück gehen wollen, dann sind wir auf reine Spekulation angewiesen. Wir denken jetzt einmal (tun wir das nicht immer?) rein spekulativ über den Anfang nach. Niemand war damals dabei, so dass wir ihn fragen könnten. Und wenn jemand dabei gewesen wäre, was hätte er uns erzählen können? Könnte er das überhaupt denken und aussprechen? Würden wir es verstehen? Würden wir begreifen, was damals war?
Ein Zurückrechnen bis zum Urknall mittels Evolutionstheorie, Physik und Mathematik (wie unsere theoretischen Physiker es tun) ist genauso spekulativ wie das Glauben irgendeiner religiösen Schöpfungs- oder Entstehungsgeschichte oder nachdenken. Diese Rechenmethode beruht auf der Annahme, dass die Naturgesetze seit aller Ewigkeit und in alle Ewigkeit in selber Weise gelten, wie wir es heute erleben. Dabei ist unser „heute“ ja nur ein jämmerlich kleiner Ausschnitt von Zeit im Vergleich zu Milliarden von Jahren oder gar von Ewigkeit. Das kann natürlich so sein, dass Naturgesetze immer gelten, kann aber genauso gut nicht so sein. 50 : 50. Wir stellen also fest: Die heutige Ansicht zur Entstehung der Welt ist genauso Theorie wie jede andere Theorie, Vorstellung, Legende oder eine Schöpfungsgeschichte auch. Jede dieser Geschichten beruht auf willkürlichen Annahmen und Festlegungen. Deshalb ist alles reine Spekulation. Gäbe es vielleicht sogar noch eine uns völlig unbekannte Version?
Trotzdem macht uns das darüber Nachdenken doch etliches bewusst, was nicht unbedeutend ist. Es lohnt sich! Nachdenken ist spannend.
Die erste Frage: Warum gab es die Entstehung des Kosmos, egal auf welche Weise? Nun kann man natürlich mit einem „Gott“ kommen oder mit irgendeiner anderen Vorstellung (z.B. Evolution) oder auch mit gar keiner Vorstellung. Mindestens drei Möglichkeiten. Wir können nicht entscheiden, welche dieser drei Möglichkeiten am wahrscheinlichsten ist oder gar richtig ist. Der „Anfang“ ist wie der Anfang jeden Lebens ein Tor, hinter das wir nicht schauen, nicht zurückfragen, von davor keine Informationen bekommen können. Hier besteht eine Trennung wie die um ein „schwarzes Loch“. Vielleicht ist unser Kosmos sogar ein schwarzes Loch? Die Fragen „Warum gibt es Gott oder warum gibt es unseren Kosmos oder wer oder was hat den Urknall veranlasst“ ist von uns nicht zu beantworten. Hier wird die Frage „Warum“ sinnlos. Irgendeinen Grund wird es gegeben haben, Gott oder ein „Nichts“? Weil ich bin, wird es einen Grund geben, warum ich bin.
Der Beginn unseres Kosmos ist ein Mysterium (auch wenn die theoretische Physik dazu Zahlen und Naturgesetze und Abläufe präsentiert). Auch per Nachdenken, Logik, Mathematik, Physik etc. kommen wir aus unserem schwarzen Loch nicht heraus. Wir sind gefangen (Falls diese Vorstellung so stimmt). Theoretische Physik ist eben (wie der Name schon sagt) auch nur Theorie. Die spannende Frage wäre, wie viel dieser Theorie stimmt mit der Wirklichkeit überein? Alles? Einiges? Nichts? Wer will das entscheiden? Immerhin haben die Wissenschaftler und Techniker Sonden bis ans Ende unseres Sonnensystems geschickt. Wenn das nichts bedeutet?
Egal, ob wir einen Gott als Schöpfer oder den Urknall als Beginn glauben wollen, dahinter ist im Grunde so etwas wie Ewigkeit. Wir wissen gar nicht, was Ewigkeit ist. Natürlich haben die Religionsstifter und -Gelehrten und die theoretischen Physiker dazu Vorstellungen. Spätestens hinter der Schöpfung, hinter dem Urknall, am Rande unseres schwarzen Loches beginnt die Transzendenz. Es gibt aber Hinweise dafür, dass sie uns sogar viel näher ist.
Wenn Techniker wie der erste Astronaut Juri Gagarin oder Wissenschaftler wie der geniale theoretische Physiker Stephen Hawkin schreiben, sie wären Gott im Kosmos nicht begegnet oder wären bei ihren Berechnungen nicht auf ihn gestossen, so glaube ich ihnen das uneingeschränkt. Man kann nur nicht daraus schliessen, dass es keinen Gott gäbe. Die Tatsache, dass es einen Kosmos, dass es überhaupt etwas gibt, legt die Existenz eines Gottes, einer Ursache eher nahe, als dass sie diese widerlegt. Die Wahrscheinlichkeit, den lebenden Gott im toten Kosmos zu finden, dürfte wohl gering sein. Damit ist der Kosmos nicht der ideale Ort zur Suche nach Gott.
Wir haben also gefunden, dass die Frage, warum es Gott geben sollte (wenn es einen gibt), sinnlos ist. Nun könnten wir ja die Frage stellen: Warum aber haben Gott und/oder die Evolution den Kosmos geschaffen und eine Entwicklung in Gang gesetzt?
Der Kosmos beginnt mysteriös. Er beginnt mit kleinen Zahlen. Beginnen wir mit 0 und 1 oder Nichtsein und Sein. Gibt es ein Nichtsein? Wie wurde Sein aus Nichtsein? Wird in der Zukunft aus Sein wieder Nichtsein? Diese Fragen zielen grösstenteils ins Transzendente. Ich weiss es nicht. Wir wissen es nicht. Weder Wissenschaft, noch Philosophie, noch Religion können uns hier helfen. Wir können nur glauben oder bezweifeln und wissen nicht warum. Es gibt an dieser Stelle keine Objektivität, kein Wissen, keine belastbaren Daten oder Urteile. Wir driften im Weltraum, in der Ewigkeit, ohne Sicherheit, ohne sicheren Bezug, ohne feste Koordinaten, ohne alles.
Die Evolutionstheorie spricht nach Milliarden Jahren der Entwicklung der toten Materie von einer Entwicklung von Leben auf unserer Kugel. Leben entsteht mit einer Kraft, die gegen die Entropie der Materie wirkt. Solange Leben in einer Zelle ist, baut sie eine Spannung zur Umgebung auf und diese Spannung ist das Gegenteil von Entropie. Stirbt die Zelle, lässt sie ihr Leben, ist sie wieder uneingeschränkt der Entropie ausgesetzt, der Regel, nach der sich Spannung immer wieder abbaut, nivelliert. Bald ist die Zelle wieder in die Einzelteile zerlegt. Nichts zeugt mehr von ihr.
Woher kam diese Kraft, die Leben schafft? Bisher gibt es keinen Anhaltspunkt dafür, wer oder was diese Kraft war. Die Entstehung von Leben ist genauso mysteriös, wie die des Kosmos. Die „Wissenschaft“ spricht von ersten organischen Molekülen und grösseren Verbindungen. Muss man dazu Wissenschaftler sein, um auf diese Idee zu kommen? Die ist doch trivial, einfach. Kürzlich las ich, dass nun auch Wissenschaftler Gott nicht in den lebenden Zellen gefunden hätten. Haben Sie das erwartet? Er hätte sich ja auf irgendeine Weise ihnen mitten in den Weg stellen müssen, so dass sie zu der Erkenntnis hätten kommen müssen „Ach, Gott, das sind Sie?“
An dieser Stelle müssten wir ja als Wissenschaftler zunächst erst einmal die Frage stellen: Was erwarten wir denn da, wonach suchen wir denn da, wenn wir nach Gott suchen? Irgendeine Art von Definition müssten wir schon als Hypothese formulieren. Wer nach nichts sucht, wird auch kaum etwas finden und sollte das hinterher nicht als Beweis für ein Nichtvorhandensein, nicht einmal als Hinweis dafür verkaufen. Das wäre sonst sehr unwissenschaftlich.
Aber mit der entscheidenden Frage, der des „Warum“, „welche Kraft war, nein ist da immer noch jeden Tag milliardenhaft tätig?“, lässt uns die „Wissenschaft“ allein. Nach Zahlen entstehen 1 und 2 und in der Folge viele – sehr viele. Die Entstehung von Leben zeugt von einer Kraft als Ursache, die wir noch und nur sehr formlos denken können. Ein Gott ganz allgemein, eine allgemeine Kraft wie das Licht? Gewiss, Licht ist an der Entstehung von Leben auch beteiligt, aber ist das die gesuchte Kraft? Oder Energie? Nehmen Sie doch mal ein Häufchen Energie und von allen anderen genannten Substanzen je ein Häufchen, legen sie sorgfältig nebeneinander oder durchmischen sie sogar gut und dann warten Sie auf die Entstehung von Leben. Ich wünsche Ihnen, dass Sie den Versuch überleben. Oder gehört da einfach nur noch ganz viel Zeit dazu? Millionen von Jahren und dann entwickelt sich Leben daraus automatisch? Nicht so recht glaubhaft, oder?
Fahren wir fort mit den Zahlen, mit 1 und 2. Wieder ein Mysterium, ein Geheimnis, dem es lohnt, viel nachzusinnen. „Gott ist das Eine und in ihm ist alles eins“ versucht, genau diesen Widerspruch zwischen 1 und 2 zur 1 hin einfach aufzulösen. Füge Dich einfach ein in das grosse Eine und Du bist in Gemeinschaft mit dem Einen, bist vereint. Dieses Eine kann man wieder als Licht, als Energie, als Geist oder wer weiss wie auffassen.
Die Evolutionstheorie schildert uns eine Entwicklung auf dieser Erde, die fortlaufend der Entropie entgegen läuft. Der grosse Forscher Charles Darwin drückt es in seiner Evolutionstheorie der Lebewesen sinnbildlich aus als ein Ungleichgewicht von immer wieder neu entstehender Varianz (z.B. Mutationen) zur Selektion durch die realen Verhältnisse auf unserer Erde. Das Ungleichgewicht ist zwar nur gering zur Varianz verschoben, aber so kommen immer die wenigen differenzierteren und besser an die Erde angepassten Varianten weiter. So entsteht eine Entwicklung zum „Besseren“. Die Lebewesen entwickeln sich zu immer komplexeren, differenzierteren, fähigeren Wesen. Ist es sicher, wissen wir genau, dass diese Form von Entwicklung entgegen der Entropie nicht ein dauerhaftes Eingreifen einer bestimmten Kraft bedarf, die wir Gott oder auch irgendwie anders nennen könnten oder müssten? Woher nehmen wir die Sicherheit des Wissens, dass diese Entwicklung einfach „natürlich“ oder gesetzmässig so ablaufen muss? Wir glauben das! Womöglich ist das ein Vorurteil, das gar nicht auf realistischer Einschätzung beruht? Und wer hätte die Natur oder/und die Gesetze geschaffen oder entwickelt?
Ist die Evolutionstheorie nicht einfach das moderne Fleisch für eine wie auch immer abgelaufene göttliche Schöpfung? Vielleicht hat Gott tatsächlich so geschaffen? Vielleicht hat er auch alles in einer Woche geschaffen und unsere Wissenschaftler machen eine zusammenhängende Geschichte, eine Theorie daraus? Wahrscheinlich werden wir es auf der Erde nie wissen. Mindestens beides ist möglich oder auch eine dritte Variante. Vielleicht stimmt manches auch nur teilweise?
Zwischen Geburt und Tod läuft die Entwicklung entgegen der Entropie. Woher nehmen die Lebewesen diese Kraft? Was ist das für eine Kraft? Es entsteht die Stoffwechselmaschine in den Zellen der Lebewesen, die äussere, zugeführte Materie und Energie einbaut in die Zelle, später in den Körper, der aus vielen Zellen besteht. Damit werden die Struktur und die Funktion der Zelle resp. des Körpers aufrecht erhalten. Ernährung und Ausscheidung wären zwei Vorgänge, die nahezu unendlich möglich wären. Warum endet Leben eher? Was macht Leben aus?
Die Entwicklung ging weiter. Es entwickelten sich Nervenzellen und Gehirne. Sie wurden nötig, um dem Lebewesen in der Umgebung eine Form von Verständnis, von Verständigung und Orientierung zu geben. Es entstanden Sein und Abbildung im Gehirn (Schein), die äussere Realität und das innere Abbild, das im Lebewesen entstand. Diese Entwicklung führt dazu, dass ein Aussen und ein Innen besteht und wahrgenommen wird. Zwischen beiden liegt eine Grenze.
Die Entwicklung ging weiter und die Nervenzellen und Gehirne entwickelten immer differenziertere und komplexere Abbilder und Vorstellungen von der Aussenwelt, schliesslich sogar von ihrer Innenwelt. Der Mensch entstand mit der Bewusstwerdung: „Ich bin Mensch“. Ich bin einzeln, bin abgegrenzt, bin allein, bin gegenüber, aber von wem oder von was? Etwas unbekanntes hat dazu geführt, dass ich als Mensch, als Person entstand. Ich lebe getrennt und allein für mich und doch als soziales Wesen, als Gemeinschaftswesen in der Welt.
Gott und/oder die Evolution haben einen Kosmos, Lebewesen, den Menschen geschaffen oder entwickelt und nun steht der Mensch als selbstständige Grösse neben dieser Kraft, neben diesem Gott oder neben dem Nichts, je nach dem, wie wir uns die Entwicklung vorstellen. Aus Gott und/oder der Evolution sind zwei (und dann noch viel mehr) geworden und doch sind sie in ein und dem gleichen Kosmos, aus der einen Ursache entstanden, also auch wieder eins. So entsteht das Mysterium von 1+1=2 und doch 2=1. (Der Mensch und der Kosmos sind 2 und doch ist der Mensch untrennbar im Kosmos 2=1). Ähnlich können wir uns auch Gott und den Kosmos/uns vorstellen.
Wie kommen wir zu diesen Feststellungen? Wenden wir uns an Descartes. Er schrieb: „Ich denke, also bin ich!“ Nun bin ich, weil ich denke. Diese Feststellung ist mir nachvollziehbar. Ich glaube sie. Aber wenn ich bin und mir als „Ich“ bewusst bin, dann wird es auch ein Sein, ein Ich, ausserhalb von mir geben. Ich lebe ja nicht im Nichts. Es spricht einiges dafür, dass ein Sein ausserhalb von mir mich verursacht hat (nicht nur einfach Vater und Mutter). Das nennen wir „Gott“ in all seinen verschiedenen, von Menschen gedachten, Formen. Weil ich Mensch bin, gibt es Gott und weil ich Person bin, bewusst bin, wird dieser Gott sehr wahrscheinlich ein persönlicher Gott sein, nicht einfach nur eine allgemeine Kraft, ein „OM“, das Licht, Wärme, Energie oder das Prinzip „Liebe“ oder was auch immer wir hier nennen wollen.
Wenn alle und alles in einem grossen, ganzen und einem Nirwana, einem grossen, aber unpersönlichen Ganzen, in einem Licht oder wie immer wir uns das vorstellen, aufgehen soll, wozu dann die Entwicklung von Ich’s, von Persönlichkeiten?
Glauben Sie, dass eine Evolution ohne einen Willen, ohne eine Persönlichkeit, einfach so ohne Sinn und Verstand ein Universum entwickeln würde bis zum Leben, ja bis zur Entwicklung von Persönlichkeiten? Ist das nicht sehr einfältig gedacht und geglaubt, geradezu unwissenschaftlich? Der Glaube, dass die Evolution Persönlichkeiten schuf ohne Gott, beruht doch auf recht unrealistischen Annahmen, oder?
Wenn Sie schon Person oder sogar Persönlichkeit sind (was ich Ihnen wünsche), kann dann Ihr Gott weniger sein als Sie? Gott ist nicht nur Es, sondern Person, ja Persönlichkeit, weil ich es bin. Er ist sicher auch mehr als ich.
Wie wahrscheinlich ist es, dass es den uns unbekannten Gott doch gibt? Wie wahrscheinlich ist es, dass es ohne Ursache einen Urknall gibt, dann eine Evolution über Milliarden Jahre in deren Verlauf sich Leben entwickelt und schliesslich Persönlichkeiten wie Sie (ich wünsche Ihnen, dass Sie eine sind und sich auch als solche verstehen) und ich entstehen und vielleicht noch viel mehr? Sollen wir mal die führenden Mathematiker bitten, ihre „künstliche Intelligenz“ in Gang zu setzen und die Wahrscheinlichkeit auszurechnen, mit der es zu dieser Entwicklung ohne einen aktiven Gott, ohne Sinn als Ursache kommen konnte? Wie viele Nullen nach dem Komma würde diese Zahl haben, bevor eine von 0 abweichende Ziffer käme? Kennt die Mathematik überhaupt so viele Nullen? Wie ist es dann möglich, mit solcher Überzeugung zu glauben, dass es ein sinnloses Sein sein müsse, das uns ins Leben gerufen hat, statt eines persönlichen Seins, eines persönlichen Gottes? Da stimmt doch etwas nicht? Wenn Juri Gagarin und Stephen Hawkin im Universum Gott nicht fanden, dann müssten wir sie ganz wissenschaftlich einmal fragen „Welches Bild von Gott hatten Sie denn, dass Sie das Bild oder ihn hätten im Universum finden können? Welche Hypothese hatten Sie, die es zu verifizieren oder zu falsifizieren galt? Oder haben Sie diese Frage nicht wissenschaftlich gestellt, sondern nur intuitiv, egoistisch? Dann aber müssten wir ihre Äusserung als unwissenschaftlich, als Vorurteil, als bedeutungslos abtun.
Sie und ich, meine Damen und Herren, sind der beste Beweis dafür, dass es Gott gibt, auch wenn er uns damit noch unbekannt ist. Daran, dass er existiert, kann es kaum Zweifel geben (ausser Ihrem und meinem Egoismus, für sich und mich selbst Gott sein zu wollen).
Gott ist offenbar ein soziales Wesen. Die Evolution und/oder Gott haben den Menschen deshalb geschaffen. Der Mensch sollte offenbar ein Wesen werden, dass irgendwie Gott ähnlich, Gott ein Gegenüber, selbstbewusst in Freiheit Gott Gesellschaft leistet. Deshalb lässt er vermutlich selbst den neuzeitlichen Menschen gewähren, wenn er Weltkriege initiiert, die Erde übernutzt und völlig egoistisch handelt. Gott greift deshalb nicht wie Herr Xi Jinping in China zum Mittel der absoluten Unterdrückung und Gleichschaltung, sondern vermutlich leidet er mit an uns Gewaltmenschen. Gott hofft auf das Nachdenken der Menschen und ihre Einsicht und ihre freiwillige Selbstbeschränkung. Er hofft offenbar auf selbstbeherrschte, soziale Wesen zur Gesellschaft? Wer wäre dann reif für die Gesellschaft Gottes? Sehr wenige Männer, aber sicher auch nicht viele Frauen? Sie? Ich?
Das ist kein Gottesbeweis. Gott kann man nicht beweisen. Aber das ist ein Indiz dafür, dass wir es in der Welt mit einem persönlichen Gott zu tun haben. Suchen wir ihn. Wo? Wahrscheinlich wird er am ehesten unter den Menschen zu finden sein und am wenigsten im einfach materiellen Kosmos. Wahrscheinlich ist er am meisten mit uns Menschen beschäftigt. Wir ahnen, dass es ihn gibt, aber wir kennen ihn noch nicht!
Mit dem Dasein von zwei personalen Strukturen ergibt sich eine Trennung zwischen beiden, die Grenzziehung (beim Menschen z.B. die Haut, die Intimsphäre, das Gedankengebäude, die Welt- und Gottesanschauung und anderes mehr). Trennung verursacht Schmerz. Wer es im Leben noch nicht erlebt hat, warte ein bisschen ab. Schon der Säugling merkt die Trennung von der Mutter und fängt an, seinen Schmerz darüber zu äussern, meist durch Äusserungen von Unbehagen oder schlimmerem. Kein Wunder, dass Mütter geplagt sind. In den Unmutsäusserungen der kleinen Kinder und Plagegeister, meine sehr verehrten Mütter, erleben Sie tiefste göttlich-menschliche und mütterlich-kindliche Trennung. Hier erleben Sie Gott oder auch fehlenden Gott. Hier beginnt Einsamkeit.
Gott und der Mensch sind sich mit ihrer Entstehung und Personwerdung gegenseitig los. Der Mensch und die meisten Tiere sind soziale Wesen und einiges spricht dafür, dass Gott wohl auch ein soziales Wesen ist. Er schuf den Kosmos und die Lebewesen und den Menschen wahrscheinlich über den langen Weg der Evolution, um nicht allein zu sein. Und er hat ja viel Zeit, eine „Ewigkeit“. Ist es da verwunderlich, das „Schöpfung“ Milliarden von Jahren dauerte? Nur unsere Beschränktheit lässt uns in den kleinen Dimensionen unseres Lebens denken. Es spricht wieder einiges dafür, dass er keine hörigen Wesen wollte, keine zur Gemeinschaft gezwungenen, keine Klone, sondern frei liebende und frei lebende, eben wirkliche Gegenüber, keine Vasallen oder Abhängigen, keine blind glaubenden Fans und Likers. Das sollte uns zum Nachdenken animieren. Dieses Gottesbild hätte Konsequenzen für unser Menschenbild.
Könnte es sein, dass Gott gar keine fertige, immer gleich bestehende Persönlichkeit ist, sondern dass auch er in Entwicklung begriffen ist? Der Gott von gestern war anders als der von heute und der von morgen wird anders sein als der von heute, obwohl es immer der gleiche Gott ist? Ich denke, es spricht etliches dafür.
Wenn wir heute so die Menschen oder den Menschen und uns betrachten, dann ist relativ leicht zu verstehen: Der oder die Menschen sind Gott los. Da ist nichts mit Gemeinschaft, mit einander verstehen, einander „Wohl“ wollen, geschweige denn einander lieben. Nein, von Gott lieben kann in unseren Völkern kaum die Rede sein, fast nur vom Gegenteil.
Wir wissen nichts sicher von Gott, auch wenn jedes Volk, ja fast jeder Mensch so seine eigenen Vorstellungen von Gott (oder Göttern) hat und diese natürlich für die für alle allgemeingültige Wahrheit hält. Hat da schon einmal jemand nachgedacht? Und dann womöglich noch für diese Wahrheit kämpfen und gar sterben? Kämpfen und sterben Sie nicht für eine Wahrheit. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass sie sich als Ihr eigener Irrtum herausstellen wird und dann wären Sie für Ihren eigenen Irrtum gestorben. Sind Sie, ist Ihr Leben dafür nicht zu schade, zu wertvoll?
Genauso müssen wir uns aber auch klar machen, dass nichts zu glauben, genauso Spekulation ist (oder Dummheit). Glauben oder nicht glauben, beide sind Philosophie, eine Sicht der Welt. Da wir nicht wissen, was ist, haben wir uns festgelegt, einfach etwas zu glauben. Die Einen glauben, dass es Gott gibt, die Anderen glauben, dass es Gott nicht gibt. Sie sitzen beide im gleichen Boot. Glauben und Nicht-glauben sind beides Glauben. Wir können gar nicht nicht-glauben. Wir können gar nicht ohne Philosophie, ohne eine Sicht von Gott, der Welt und Sicht des Menschen und ein Selbstverständnis leben. Viele sind sich dessen nur gar nicht bewusst oder lehnen es bewusst oder aus irgendwelchen Gründen ab, darüber nachzudenken. Sie glauben schon etwas, bevor sie überhaupt Fragen gestellt haben. Glauben ist Philosophie und Philosophie ist Glauben, vielleicht nicht nur, aber sehr wesentlich. Man kann es nur unbewusst, ohne darüber nachzudenken, von anderen übernehmen oder man denkt nach und wird sich klar darüber, was man glauben will und kann und was nicht. Etwas glauben oder auch nicht glauben, heisst entweder, etwas dumm von anderen zu übernehmen (z.B. den Eltern, den Freunden, der Clique, den Gangmitgliedern, der Gesellschaft, den Brüdern und Schwestern im Glauben, den Parteigenossen, dem Führer und vielen Anderen) oder sich bewusst und kritisch zu werden. Glauben, ohne vorher kritisch nachzudenken, heisst, ich habe da nur Wasser, aber ich will ein festes Haus bauen. Also muss ich auf dem Wasser irgendeine Schicht auftragen, die fest genug und tragfähig genug ist, ein Gebäude zu tragen. Und dann ziehen da Menschen ein und wundern sich, wenn es im Zimmer plötzlich nass und nasser wird und ihnen schliesslich die Luft ausgeht. Abgesoffen…
Glauben heisst, ich stelle keine Fragen mehr. Ich glaube Dir. Ich glaube, dass Gott, dass die Welt, dass der Mensch so ist, wie ich es glaube. Ich löse die Widersprüchlichkeit des Lebens in eine Richtung hin auf. Es ist klar, in welche Richtung, natürlich die: „Ich bin gut“, „Meine Ansichten sind richtig“, „Ich habe Recht!“. Wer wollte schon gezielt böse sein, wollte gezielt im Unrecht sein? Extremismus und Intoleranz liegen dann ziemlich nahe, vor allem als Rechtgläubige gleich welchen Glaubens oder Unglaubens. Und dann wird geteilt und getrennt: Du denkst und willst, was ich denke und will? Dann bist Du gut und wir gehören zu den Gläubigen. Du denkst und willst nicht wie ich, dann bist Du böse und gehörst zu den Ungläubigen (im extrem gehörst Du besser zu den Toten). Wenn aber mitten durch uns hindurch die Grauzone zwischen gut und böse läuft, dann kann und muss ich glauben und nicht glauben (zweifeln) zugleich. Die Widersprüchlichkeit überträgt sich in mich Gläubigen/Ungläubigen. Fake und Wahrheit gehören zusammen. Wer heute einfach fordert, Fake von Wahrheit zu trennen (Fake wird gelöscht, vermeintliche Wahrheit wird stehen gelassen), der ist doch naiv, nicht wahr? Schon einmal nachgedacht?
Man kann natürlich die „Bösen“ als Teufel, Dämonen, böse Geister oder anders bezeichnen. Müssen wir nicht angesichts unserer Geschichte und Gegenwart eigentlich sagen: „Der Teufel und die Dämonen sind wir“ oder zumindest: „Der Teufel und die Dämonen stecken in uns“? Benennen kann man das natürlich auch anders.
Wenn das Eine und/oder Gott aus 1 jetzt 2 gemacht haben, dann steht da plötzlich neben dem Einen und/oder Gott ein Gegenüber, heute sogar viele. Freier Wille, unterschiedliche Genetik (wir erinnern uns: Kein Klon!), unterschiedliche Prägung. Also wirklich 2 bzw. mehr! Wenn die beiden (Gott und Mensch) miteinander im Universum leben, ist abzusehen, was passiert. Es gibt nicht nur Friede, Freude, Eierkuchen, sondern auch Zoff und Streit und Abkehr voneinander. Wenn aber das Eine und/oder Gott der Ursprung sind und damit „gut“, dann kann der, der zum Zweiten wurde, nur den Kürzeren ziehen, den „Bösen“, den Zerstörer (der Einheit), den Schuldigen (für die Abkehr). Wie aber wieder zusammenfinden?
In weit entwickelten Staaten gibt es ein ausgeklügeltes Rettungssystem: Feuerwehr, Schutz und Rettung, Krankenwagen, technisches Hilfswerk, Polizei, Rega, ADAC und und und, weil der Mensch sich im Notfall nicht selbst helfen oder retten kann. Wenn er es selber kann, dann ist das kein Notfall. Dann soll er es selber tun. Sollte es auf dieser Welt etwas zu retten geben (und mir fiele da eine ganze Menge ein), etwas zu vereinen, etwas „heil“ zu machen, dann ist es fast logisch, dass diese Hilfe nur von aussen kommen kann. Wenn der Mensch die Welt selber „heil“ machen könnte, würde er es tun. So doof ist der Mensch nun auch wieder nicht. Wer sich selber helfen kann, braucht keine Hilfe, braucht keine Rettung. Fordert er sie trotzdem an, mutwillig oder grob fahrlässig, muss er sie zumindest bezahlen, wird vielleicht sogar bestraft.
Wir können uns nicht selber helfen. Hilfe kommt nur (!) von aussen. Deshalb braucht eine Hilfsorganisation, eine geistliche Lebensrettungsorganisation immer eine Beziehung nach aussen. Religionen wollen genau diese Lebensrettungsorganisation, diese Beziehung nach aussen, sein.
Deshalb müssen wir uns diese Lebensrettungsorganisationen anschauen. Wie funktionieren Sie?
Sie brauchen eine Beziehung nach aussen und eine nach innen, eine Beziehung zu einem Wesen oder dem Sein an sich, ausserhalb von uns (wahrscheinlich auch ausserhalb unserer Welt, ausserhalb unseres Kosmos‘ oder aber diesen und alles durchdringend) und auf der anderen Seite innige Beziehung zum Menschen, zu den Menschen um mich herum und zu mir selbst.
Die Stelle aussen, von der wir Hilfe erwarten, nennen wir „das Eine“ oder „Gott“ (in irgendeiner Weise, „Götter, Gottheiten, Sein“ oder wie auch immer). Wir machen uns Vorstellungen von ihnen, erzählen oder erfinden Geschichten. Es kommen ganze Denkgebäude, Religionssysteme, „Heilige Bücher“, Bibliotheken, Wissenschaftszweige, Lehrgebäude etc. zustande. So schaffen wir uns diese Systeme logisch, fein, schön. Kunst und Kultur haben deshalb in den meisten Religionen einen festen und bedeutenden Platz.
All diese Systeme dürfen uns aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass all diese Aussagen über Gott und was wir damit in Verbindung bringen, völlig aus der Luft gegriffen sind. Es stünde uns Menschen sicher viel besser an, wir würden zu diesem Thema den Mund halten und den Stift beiseite legen.
Natürlich ist nicht auszuschliessen, dass Informationen von aussen zu uns hereindringen. Prinzipiell ist die Welt jedoch in unsere und die von uns getrennte, äussere, geteilt (falls es sie gibt). Auch Nahtoderfahrungen helfen uns kaum. Sie können uns zwar Informationen bringen, aber selbst wenn diese wiederholbar sind, zu systematisieren, in Theorien zu verdichten, könnten wir sie nicht auf ihre Richtigkeit überprüfen. Es entstünde eine dünne Grauzone zwischen den Welten, aber kein Einblick in das Transzendente, in den uns unerreichbaren Bereich. Menschen entwickeln Vorstellungen, Ideen, Illusionen von dem, was da drüben ist. Aber wir denken sie uns immer aus uns selbst heraus aus und deshalb ist klar, unser Denken, auch unser Nachdenken, wird einen Einblick drüben nie erreichen.
Und natürlich äussern wir Menschen diese Vorstellungen. Ohne Kommunikation kein menschliches Leben. Zwangsläufig ist eine Form von Religion geboren. Und wie sehr uns das dann beschäftigt, sehen wir am Ausmass der Vorstellungen von „dort drüben“ und an der Gewalt, mit der wir unsere Vorstellungen von „dort drüben“ als „richtig und universal“ verteidigen oder sogar durchsetzen. Denn hier geht es um letzte Fragen, um Lebensgrundlage, um letzte Wahrheit, um Absolutheit. Eigenartigerweise sind auch die genauso in Versuchung, Ihre Ansicht für absolut zu setzen, die gar nichts glauben, kein Jenseits, keinen Gott, kein Schein und Sein. Wir, ich und alle mir gleich Gesinnten, sind dann das Absolute. Neben, unter, hinter, über uns gibt es nichts Anderes, kein Sein mehr. An dieser Stelle gibt es natürlich auch keine Toleranz!
Wir sollten also einmal so ehrlich mit uns selber sein und uns selber zugeben, dass all diese Vorstellungen von „dort drüben“ einfach Illusionen sind. Und wenn wir nichts glauben, sollten wir so ehrlich sein, dass das auch nur eine Illusion ist. Wer an nichts mehr glaubt, sondern sich und alles um sich herum hinterfragt, kommt Gott vermutlich am nächsten? Alle Anderen sind wohl vor allem Rechthaber oder Fans?
Zum Anderen machen Religion (und Philosophie) auch eine Vorstellung vom Menschen, von den Menschen um uns herum und uns selber aus. Wir nachchristlichen Menschen glauben, dass wir mit der Welt (einschliesslich Menschen) eins wären und sie uns gehöre. Wir können sie gebrauchen, teilen, besitzen, verwüsten, verändern, angeblich sogar besser machen … Aber wir erleben, dass sie sich uns immer wieder entzieht, dass sie sich nicht so packen lässt, wie wir glauben, es zu dürfen und zu können. Wir erleben den Unterschied zwischen Theorie und Praxis (unseren Ideen und dem realen Leben). All unsere schönen Vorstellungen, wie etwas zu ändern sei, damit es endlich richtig funktioniert, funktionieren nicht. Und dann wird bis ins Detail geplant, organisiert, Gesetze erlassen, gekämpft… Und am Ende? Eine oder zwei Generationen später zeigt sich: Alles umsonst. Es kam das Gegenteil heraus von dem gewünschten. Wir glauben zwar gut zu sein, die Besten im Vergleich zu anderen und zu unseren Vorfahren, aber wir erleben uns nicht als „gut“. Offenbar ist unsere Welt nicht „heil“. Es gibt zwar Menschen, die in ihrer Welt Krieg, Verwüstung, Hass, Elend nicht erleben (weil sie Glück haben) oder weil sie es tatsächlich vermeiden können. Aber das Leben zeigt, dass die Anzahl dieser Menschen doch recht klein ist und dass die weit grössere Anzahl mit ihrem Leben nicht im Reinen ist, nicht glücklich ist. Und wer weiss, ob die Glücklichen es nicht vor allem auf Kosten anderer sind, die damit unglücklich werden?
Das Wesen der Religionen ist, dass sie Einheit schaffen wollen, Einheit mit Gott (mit dem Einen), Einheit mit der Welt (mit den materiellen Dingen und den Naturgesetzen), Einheit mit den Menschen (ohne Ausnahme, denn wenn wir eine Ausnahme finden, dann finden wir immer auch Ausnahmen gegen alle Anderen) und Einheit mit sich selbst (meinem Sein und Schein und den biologischen Naturregeln).
Diese Glaubensgebäude haben immer eine Verbindung zu uns (sonst gäbe es sie ja nicht) und durch diese Verbindung zu unserem Leben stecken wir diese hehren Ideen und Glaubenslehren mit unserer Widersprüchlichkeit im Menschsein an. Religion wird immer durch die Widersprüchlichkeit von uns Menschen beeinflusst. Sonst würde sie keine Verbindung zwischen Gott und uns Menschen herstellen können.
Die Überwindung der Widersprüchlichkeit des Menschen kann nur von aussen gelingen. Alle „Regel- oder Gesetzes-Religionen oder -Philosophien, -Ideologien und -Ordnungen“ können wir abhaken. Wer durch Einhalten von Regeln und Gesetzen besser werden will, seine Widersprüchlichkeit in sich selbst überwinden will, wird scheitern. Er zieht sich vielleicht seine grauen Haare aus, aber aus dem Sumpf heraus…? Kennt jemand ein Beispiel? Das liegt am Menschsein an sich. Das ist eine Naturregel, eine biologische Naturregel. Die können wir nicht ändern. Gott und/oder die Evolution haben uns diese Form des Seins vorgegeben. Wir gehören eben zur Welt und sind nicht losgelöst einfach nach unseren Ideen veränderbar.
Kleiner Anhang: Das gilt natürlich nicht nur für uns selbst, sondern für jeden Mitmenschen, ja alle Menschen auf dieser Welt genauso. Hören wir auf, sie per Gesetz zum Gutsein, zum Rechte-Einhalten, zum Frieden, zur Liebe zu zwingen. Es funktioniert nicht!
Können wir Gott und/oder die Evolution verklagen für ihre unvollkommene Erschaffung der lebenden Welt?
Gott und/oder die Evolution haben die Lebewesen offenbar nicht in ein Paradies von Glücklichen gesetzt. Oder vielleicht sind die Beiden einfach noch nicht fertig mit „Schaffen, Entwickeln“? Wir haben Jahrmillionen hinter uns, aber vielleicht doch auch noch vor uns? Wo wollen die Beiden vielleicht noch hin mit uns? Jetzt würde ich schon wieder anfangen zu spekulieren. Vielleicht später noch, am Schluss? Jetzt nicht.
Ich habe in meinen Texten immer wieder Gott und die Evolution in einem Atemzug genannt. Nur im Glauben der Hilfe von und Verbindung zum Aussen wird der Mensch auch mit seiner Evolution, seinem Tiersein, seinem Menschsein versöhnt werden können. Wie das geschehen soll, ist wieder ein Mysterium.
Meines Erachtens (aber das ist meine Ansicht, nicht Ihre! Bitte überprüfen Sie erst, ob Sie das glauben können und wollen!) hat nur die Erlösung durch Jesus Christus eine Chance, wirksam zu sein. Sie kommt allein von aussen, gewissermassen aus der Transzendenz in die Immanenz. Da sie aber von aussen kommt und nicht von uns, wissen wir nicht, ob und wie sie funktioniert, ob sie uns wirklich verändert. Wir können nur darauf hoffen und es glauben. Jeder, der behauptet, dieses Angebot genau zu wissen, müsste eine Beziehung nach ausserhalb dieser Welt haben. Dies aber ist von uns und auch von ihm selbst nicht zu überprüfen. Auch ihm könnten wir wieder nur glauben oder eben nicht.
Ob in uns die Stimme eines Gottes spricht oder nur unsere eigene egoistische Stimme? Nach welchen Kriterien wollten wir das entscheiden in der Sicherheit, uns nicht zu irren? Seien wir sehr vorsichtig mit unserer „Inneren Stimme“! Ihr gegenüber müssen wir am meisten misstrauisch sein. Wir und sie, die innere Stimme, belügen uns gar zu gerne über das, was wir sind. Nur selten nehmen wir das selbst wahr, allenfalls die Anderen. Vielleicht wäre das ein Kriterium?: Wenn sie uns sagt: „Lass Dich von dem oder der ausnutzen, ohne ihm oder ihr das übelzunehmen und hinterher das Gleiche umgekehrt zu erwarten“, denn das ist oft ein Zeichen von Liebe, gilt aber auch nicht immer.
Da wir in der Welt leben und keinen direkten Draht zu Gott (dem Einen) und/oder der Evolution haben, bleibt uns, solange wir hier in dieser Welt leben, nur übrig, unsere Widersprüchlichkeit zu akzeptieren und damit zu leben, dass wir „gut“ und „böse“ zugleich und in immer wieder wechselnder Ausprägung, in wechselndem Bild und in verschiedenen Umständen sind. „Gut“ und „böse“ gehören in uns Menschen zusammen! Ausserhalb von uns Menschen aber sind die Begriffe „gut“ und „böse“ sinnentleert.
Ja, aber da gibt es doch noch etwas, was uns Gott nahe bringen will: Die heiligen Schriften? Warten wie noch ein bisschen. Dazu kommen wir später noch.
Viele Religionen sind vor allem Lebensweisen. Die Religion an sich macht nur einen kleinen Teil davon aus. Viele Menschen leben diese Lebensweise und setzen sie für absolut (Alle sollen genauso leben wie ich). Zum Kern, dem wirklichen Inhalt der Religion, stossen viele gar nicht vor. Vielleicht gibt es auch Religionen/Lebensweisen, die gar keinen Kern haben? Ich kenne mich da zu wenig aus. Mit Religion kann man gut Menschen regieren. Deshalb nutzen Männer Religionen so gerne für ihre Zwecke. Religionen wurden und werden von ihnen in grossem Stil missbraucht.
Alle Menschen sind religiös, haben sich entschieden zur Frage 1 und/oder 2, auch wenn sie nie darüber nachgedacht und sich nie entschieden haben. Frauen neigen wegen ihrer Beziehungshaftigkeit bereits zur Religiosität. Männer sind da von Grund auf unentschlossen. Sie übernehmen entweder unreflektiert einen Entschluss von anderen oder finden selbst einen Entschluss. Männer neigen eher zur Areligiosität, die es, wie wir sahen, gar nicht gibt.
Intuitiv führten das Leben und die Gesellschaft den Menschen früher in die Religion. Intuitiv führt heute unsere Weltanschauung in den Glauben an keine Religion, eher in den Glauben an die Wissenschaft. Wir müssen schon nachdenken, um Wahrheit, um unsere Realität, zu erkennen. Nachdenken ist aber nicht einfach steuerbar. Die Ergebnisse sind nicht vorhersehbar. Nachdenken schafft neue Horizonte und vielleicht auch Annäherung an die Realität/Wahrheit. Nachdenken wird wohl eher zu Gott hin als von ihm weg führen?
Gott muss sehr tolerant sein. Hätte er sonst die lebende Welt wegen ihrer Böswilligkeit und dem Freiheitskampf gegen ihn nicht schon längst vernichtet? Warum konnte Gott die vielen Kriege und das Elend zulassen? Ist das nicht eine falsche Fragestellung? Und ob. Er muss es sogar zulassen um der Freiheit des Menschen willen und er leidet selbst höllisch Qualen damit.
Wir haben es also mit einer Entwicklung zu tun: Urknall und/oder Schöpfung. Entwicklung der leblosen Materie. Entstehung und Entwicklung von Leben. Entwicklung von Menschsein, ja von Persönlichkeit mit Vorstellungen (einem Bild) von Gott (Religion) und der Welt (Weltbild, Philosophie) und sich selbst. Ist das vielleicht eine Entwicklung zur Annäherung des Menschen an Gott? Ist Gott vielleicht viel menschlicher als wir ihn uns allgemein denken? Ist Gott uns in der Entwicklung von Persönlichkeiten vielleicht sogar bedenklich nahe? Je mehr verwebt sich Gott mit den Lebewesen resp. Menschen? Menschen/Persönlichkeiten leben bereits teilweise drüben, teilweise hier? Gilt für das Menschsein ein Bild, wie wir es von der Elementarphysik her kennen? Der Mensch lebt in der Spannung als wäre er von einer Seite betrachtet wie eine Welle und von der anderen Seite betrachtet wie ein Korpuskel? Was macht Menschsein aus? Wir haben wahrscheinlich Beziehung zu einer unbekannten Kraft, sehr wahrscheinlich in Form einer Persönlichkeit, zu einem unbekannten persönlichen Gott.
Die Transzendenz beginnt in jeder Person, die ich nicht verstehe, in jeder anderen Person, die ein Eigenleben hat, eigentlich in jedem Tier, das ein Eigenleben hat. Nicht, sich gegenseitig zu gebrauchen, zu missbrauchen und zu misshandeln oder gar umzubringen, ist Zeichen von Zivilisation, sondern sich miteinander abstimmen, aufeinander einstimmen, geben und nehmen, teilen, schenken und beschenken lassen.
Die Trennung von Bewusstsein und Selbstbewusstsein hat einen physischen und einen metaphysischen, einen immanenten und einen transzendenten Charakter. Noch stärker tritt diese Trennung beim Werden einer Persönlichkeit hervor. Auch wenn wir der Kraft, die die Evolution treibt, die die Menschwerdung in Gang hält, dem unbekannten Gott begegnen (was immer das heissen mag), stehen wir womöglich ihm gegenüber in unserem Ich-Sein, ohne es zu fühlen, ohne es zu wissen, ohne ihn wahrzunehmen? Wenn er sich nicht selbst uns offenbart, sind wir Menschen verlorenes Volk.
Transzendenz, also Ihr Gott, beginnt gleich neben Ihnen, in jeder Person um Sie herum (die ja von Ihnen getrennt ist), in jedem Tier (das ja auch von Ihnen getrennt ist) und auch in der Materie, zu der Sie zwar gehören, von der Sie aber in Ihrem Sein auch getrennt sind. Wenn Sie eine Person beleidigen, knechten, betrügen, belügen, schlagen oder schlimmeres, dann tun Sie das auch Ihrem Gott an. Transzendenz (mein Gott) beginnt spätestens dort, wo mein Verstehen, mein Auskennen, mein Wille aufhören, wahrscheinlich aber auch schon in mir.
Das Böse an sich, objektiv, gibt es gar nicht oder wir wissen nicht von ihm, denn uns fehlt die Beziehung. Als Gott und/oder die Evolution den Menschen schufen oder entwickelten, trennten sie ein oder viele Lebewesen von sich. Eine eigenständige, selbst handelnde Kreation. Natürlich begann diese Kreation sich selbst zu entwickeln, eine Persönlichkeit, ein Gegenüber zu entwickeln. Der „Sündenfall“ (religiös gesprochen) war die Entwicklung des eigenen Egos. Tiere haben ein unbewusstes Ego, Menschen ein unbewusstes und bewusstes Ego. Die Entwicklung zeigt, dass auch in der Tierwelt bereits vor der Entstehung des Menschen ansatzweise bewusstes Ego entwickelt wird. Die Linie zwischen Tier und Mensch diesbezüglich ist nicht eine Linie, sondern ein Graubereich. Mit dem bewussten Ego entstand das Böse in mir, meine Ansicht: Ich bin gut und alles was mir nützt, ist gut. Komplementär dazu ist: Jeder andere, wenn er nicht mir nützt, ist böse und alles gegen mich, was mir nicht passt, natürlich auch. Gegen das Böse aber müssen wir kämpfen und so ist unser Leben ein einziger Kampf. Das Gegenteil geht aber auch nicht. Wir müssen uns damit begnügen, beide Seiten, mich und Dich anzunehmen. Für die Gemeinschaft müssen wir Jesus vertrauen. Er wird sie stiften, wir können und müssen es nicht.
Natürlich gibt es das Böse, aber mit dem haben wir nichts zu tun. Für uns haben wir es mit dem relativen Bösen zu tun, mit dem Gegen und Pro in uns, sehr relativ. Manchmal stellt sich mir aber die Frage, ob unsere gehetzte heutige Gesellschaft („Die Konkurrenz schläft nicht!“ „Wir müssen die Welt immer besser machen!“) nicht Folge eines Teufels ist, der uns jagt?
Waren die göttlichen Gesetze bei den Juden und später bei den Christen vielleicht gar nicht dazu da, dass sie gehalten werden (damit also „gut“ zu werden), sondern vor allem dazu da, uns zu zeigen, wie wenig wir dazu in der Lage sind, sie tatsächlich einzuhalten? Die Erlösung gibt es nur in Jesus Christus, nicht im eigenständigen Halten der Gesetze?
Und die weitere Entwicklung? Nehmen wir die Entwicklung von Frau und Mann.
Vielleicht sind gar nicht die Männer Schuld an der früheren „Unterdrückung“ der Frau, sondern es war schlicht die notwendige Rolle der Frau zum Überleben der jeweiligen Generation Menschen? Ohne diese Rolle der Frau gäbe uns alle vielleicht gar nicht? Leider haben Männer nicht genug Acht auf die Frauen gegeben im Sinne von Fürsorge, zweifellos. Damit haben wir viel Schuld gegenüber den Frauen auf uns geladen. Aber Unterdrückung? Sicher, wir Männer unterdrücken gerne. Für uns ist das gefühlt Lebenselixier. Aber …
War der zentrale, geschützte Platz in der Familie vielleicht gar nicht Unterdrückung durch den Mann, sondern vielmehr notwendiger Schutz für die Frau zum Erhalt der Tierart „Mensch“? Natürlich haben Männer Frauen weh getan. Das können wir gut. Wir bitten inständig um Verzeihung. Aber könnte es vielleicht sein, das wir trotzdem gar nicht nur Schuld sind? Es war vielleicht auch einfach tierische Notwendigkeit?
Schuld ist immer der Andere. Das sahen wir schon und werden wir noch sehen. Wenn es nur zwei gibt, Mann und Frau, wer soll dann aus Sicht der Frau Schuld sein? Da braucht man nicht viel zu nachzudenken. Das ist doch klar! Oder? Gäbe es da vielleicht mehr zu bedenken?

Christliche Religion:

Die Bibel sagt sinngemäss: Jesus Christus ist der von Gott, von aussen gekommene Retter, der Dank seiner Liebe die Menschen mit sich vereint, in sein Land, das er bewohnt, aufnimmt. Das ist zwar unglaublich, aber doch die einzige glaubbare Lösung. Moralisieren, damit der Mensch „gut“ werde, damit er „heil“ werde, damit er „versöhnt mit Gott, mit den Mitmenschen und mit sich“ werde? Ist das nicht lächerlich? Wie viele hundert Jahre wollen wir das denn noch glauben? Es hat doch bisher nicht geklappt und jede Generation versucht es wieder, versucht aus der Geschichte zu lernen, wie man es noch besser könne, als die vorherigen Generationen? Vielleicht will uns die Geschichte das Gegenteil lehren? „Es kann gar nicht klappen!“
Die Bibel ist ein schlaues Buch. Sie wurde von Menschen geschrieben, die viel nachgedacht haben und die viel Einsicht in Realität hatten, deren Ansichten sehr realitätsnah waren. Man könnte von Weisheit, vielleicht auch von Wahrheit sprechen. Allerdings geht es den Schreibern nicht darum, Weisheit zu verbreiten. Das können auch andere. Es geht darum, Beziehung herzustellen. In der Bibel ist viel Menschlichkeit beschrieben und wenn wir das glauben wollen, dann steckt da auch viel Göttlichkeit drin. Das Dumme: Wir können Göttliches und Menschliches nicht sauber trennen. Wir hätten gerne, wir trennten das Göttliche vom Menschlichen und fassen das Göttliche auf zehn Seiten zusammen. Schwarz auf weiss können wir es nach Hause tragen. Nun haben wir das Göttliche bei uns und ziehen los und überzeugen alle Menschen. Dann sind alle Christen. Vergessen Sie’s, es funktioniert nicht.
Auch die Bibel trägt diese Widersprüchlichkeit, die wir vom Menschen kennengelernt haben, in sich. Die Bibel spricht von Gott und von Gott (Jesus) unter den Menschen und von den Menschen. Da sie die Verbindung von Gott und Welt herstellt, kann sie nicht anders, als widersprüchlich zu sein, denn sonst könnte sie nicht die Verbindung zum real existierenden Menschen beschreiben und herzustellen versuchen. Sonst würde sie nur von einem Ideal an Mensch sprechen. Unter Aufnahme der Widersprüchlichkeit wird sie adäquat zum Menschen. In der Bibel sind die Gesetze überwiegend nicht zum Halten da, sondern uns klar zu machen, wo wir selbst stehen und wie es um uns steht.
Wenn ich den christlichen Gott richtig verstehe, dann will er nicht, dass wir Menschen göttlich (gut) werden. Das ist er ja schon selbst. Er will, dass wir menschlich werden, denn er will ja Beziehung zu uns Menschen. Das geht nur mit Menschen als Gegenüber, nicht mit „Möchte-gern-Göttern“ und auch schwer mit „Das schaffe ich schon selbern“. Keine Angst vor dem „Menschlichsein“! Womöglich ist sogar Gott viel menschlicher als wir denken?
Christliche Religion: Gott (und/oder die Evolution) hat die Welt geformt. Wir haben überlegt, was die Welt, insbesondere die biologische Welt antreibt. Es hat eine Entwicklung stattgefunden von den Genen zur Prägung und zur verstandesmässigen Eigenverantwortung. Wenn Gott (und/oder die Evolution) die Welt erschaffen haben und wenn sie Liebe in dieser Welt plazieren wollten, dann ist schwer vorstellbar, dass sie durch Einhalten von Normen Liebe erzeugen wollten. Normen wecken in uns die Abwehr. Wir Menschen denken Liebe als Prinzip „Liebe“. Aber ist Gott wirklich ein Prinzipienreiter? Wahrscheinlich kommen wir dem christlichen Glauben und Gottes Verständnis doch näher, wenn wir Liebe nicht als Prinzip denken, sondern als (angenehme?) Beziehung zu unserem Gegenüber, auch zu unserem Gott? Wenn wir an dieser Stelle nur von Evolution ausgehen wollen, ohne Gott, dann wird es problematisch. Wir können uns die Evolution schwer personalisiert vorstellen und eben das meint der Begriff „Evolution“ ja: Entwicklung ohne ursächliche, persönliche Quelle.
Normen bauen Druck auf und erzeugen Gegendruck und damit ist die Liebe schon ins Aus geschossen. Liebe kann man nur geschenkt bekommen und soweit ich weiss, ist das genau die Botschaft der Bibel und der Christen, dass Gott seine Liebe schenkt. Also, bleiben wir widersprüchliche Menschen. Gott (und/oder die Evolution) haben es offenbar so gewollt. So verstellen wir uns nicht. So widersprüchlich sind wir authentisch. Und wir glauben Gott in Jesus seine Liebe zu uns und seine Versöhnung!
Viele christliche Gemeinden werden ähnlich funktionieren wie Ehen. Je besser der Egoismus der Mitglieder, die Sucht nach Liebe, Geborgenheit, Versorgung, Aufmerksamkeit etc. zueinander passen und gestillt sind, desto besser die christliche Gemeinde. Hinter den Kulissen versucht jeder nur, seinen eigenen Egoismus hinter der spanischen Wand zu pflegen. Auch Liebe ist sehr anfällig für Egoismus, auch unter Christen. Im Jenseits wird das Männerkämpfen und das Weiberkeifen unvermindert weiter gehen. Wer es hier nicht anders gelernt hat, wird es dort nicht anders leben. Üben wir es hier schon mal.
Viele christliche Gemeinden bauen ein Reich, eine schmucke Kirche, eine liebevolle Gemeinschaft, haben eine Idee (Gott und den christlichen Glauben und (eine) Mission). Die Gemeinde wird zu einem Reich von Liebe und Harmonie. Aber auch in diesem Reich kommen die menschlichen Widersprüche zum Vorschein und dann fängt der interne Kampf an. Er muss natürlich unter der Decke gehalten werden, denn eigentlich kennen wir so etwas in unserer Harmonie und Liebe ja nicht. So müssen Leute unterdrückt, ausgeschaltet, ins Abseits gestellt oder gleich ganz ausgeschlossen werden. Das Reich muss gesäubert werden. Die Egoismen bahnen sich den Weg. Es werden drinnen und draussen, also Grenzen definiert. 0-Toleranz wird üblich. Es geht wieder alles ganz menschlich zu und Gott ist draussen.
Europa wurde durch das Christentum geprägt, nicht durch den Islam. Aber viele Europäer, Christen wie Nichtchristen und Nachchristen haben sich in die christliche Idylle verliebt, die in einer christlichen Lebensweise entstand. Sie versuchen nun, diese Idylle weiter zu leben, gegen Einflüsse von aussen zu verteidigen, abzugrenzen. Dabei wird aber vergessen, dass diese Idylle entstanden ist durch das Programm der Liebe, der christlichen Nächstenliebe, der gegenseitigen Achtung, der gegenseitigen Annahme, der Nachahmung der Liebe Gottes in der Welt. Die Idylle wurde übernommen, der Glauben als Grundlage aber nicht.
Ich bin nicht sicher, ob die heutigen Bewohner der christlichen Idylle diese Verteidigung der Idylle mit Gedanken und Empfehlungen Jesu aus der Bibel begründen können. Ich bin nicht sicher, ob man im Sinne Jesu die Einladung an alle Erdenbewohner, sie sollten zu ihm kommen, ummünzen kann in: Nein, nur wir sind gemeint und ihr Immigranten, gleich welchen Grundes, seid auf jeden Fall nicht gemeint. So weit ich die Bibel noch von innen kenne, haben weder Jesus, noch Paulus, noch andere Apostel empfohlen: Verteidigt Eure innige Gemeindeschaft in euren Gemeinden gegen Flüchtlinge, Gäste und andere Menschen, damit sie nicht eure Gemeinschaft stören. Ob wir unsere egozentrische Lebensweise und Politik in der westlichen Welt gar mit unserer von Christus gestifteten Nächstenliebe begründen können? Versuchen Sie es einmal. Verrät der nachchristliche Westen nicht gerade aus zutiefst tierisch-menschlichen Gründen seine Ideale, um seine Ideale zu bewahren?
Der Zweck heiligt nicht die Mittel. Das ist ein eklatanter Irrtum der Christen seit 325/380 (als der Glaube an den christlichen Gott in Rom zur Staatsreligion erhoben wurde und seitdem Religion und Macht zu einer mehr oder weniger innigen Einheit verschmolzen). Gott hat in Jesus Christus und in seiner Entwicklung dieser Welt sich selbst von der Macht getrennt. Leider geht das uns Männern so völlig gegen den menschlich-männlichen Strich, dass wir das nicht einmal denken können, geschweige denn leben. Der Islam hat diesen Fehler von Anfang an vom Christentum gleich mit übernommen. Heute wird er nach Möglichkeit von den führenden Köpfen gepflegt. Die nachchristlichen Menschen haben diesen Irrtum natürlich auch unbedacht übernommen.
Ein grosser Fehler in den Religionen wurde begangen, als Männer die Führung übernahmen, die Recht haben wollten oder Recht hatten, erst die Religionsführer, dann die Herrscher. Religion ist Sinnsuche, ist Gottsuche, ist Beziehung-Knüpfen. Männer (seltener, aber oft genug auch Frauen), die Recht haben, suchen nicht, denn sie haben ja schon alles gefunden. Deshalb haben sie ja auch Recht, was bedeutet entweder „Rechte hat gegenüber Anderen“ oder „richtig liegt in der Realitätsbeurteilung“. Einsicht und Weisheit? Unbekannt! Und doch braucht die Religion, braucht Gott Menschen an der Basis, im irdischen, im menschlichen Leben.
Christen sind nicht authentisch. Sie sind Menschen, widersprüchlich, gut und böse und sie (müssen?) heucheln, dass sie mehr gut als böse wären im Glauben, um so authentischer zu wirken. Das Gleiche gilt für Politiker, die gewählt werden wollen oder die wegen ihrer „Leichen im Keller“ sich als moralisch besser darstellen müssen, als sie es wirklich sind.
Christen können gar nicht authentisch sein. Die Situation, die Luther charakterisierte mit „Sünder und doch Gerechter“ macht es unmöglich. Deshalb stossen sich Menschen am „Bodenpersonal Gottes“ und das geht auch gar nicht anders. Liebe Christen, wenn sich andere an Ihnen stossen, ist das nicht automatisch ein Zeichen, dass Sie falsch leben. Es kommt darauf an, woran sich die Anderen bei Ihnen stossen.
Ich bin sicher, Gott wird die Christen trotzdem alle aufnehmen in den Himmel, trotz des Egoismus auch in ihnen. Der Gott der Christen ist ein grosszügiger Gott, kein Tüpflischisser, kein Pfennigfuchser.
Viele Christen versuchen, durch das Ausschalten oder Verdrängen von Gefühl (Verdrängen von Sexualität und sexuellem Verlangen) sowie Flucht in die Welt des Verstandes und der Gedanken (Beschäftigung mit der Bibel, der Kultur, Schöngeistigem, Theorie) dem körperlich Bösen zu entfliehen. Damit versuchen sie vor sich selbst, dem Menschsein, zu entfliehen. Ist das die von Jesus gepredigte Erlösung?
Sonntag für Sonntag finden rund um den Globus viele viele christliche Fanveranstaltungen statt. Man nennt sie Gottesdienste. Je nach Glaubensrichtung sind sie unterschiedlich im Programm. Aber gemeinsam ist, dass einem Gott gehuldigt wird wie einem alten Kaiser, der die Jubelrufe und Geschenke der Fans oder Untergebenen entgegennimmt. Das braucht er jede Woche neu. Jubel für den Erhabenen, Erniedrigung für die Fans und Untergebenen. Das ist ein bisschen platt und sicher nicht das Einzige, was so einen Gottesdienst ausmacht. Aber ich fürchte, so weit von der Realität entfernt ist die Beschreibung doch wieder nicht. Was haben Sie für ein Bild von Ihrem Gott? Wie stellen Sie ihn sich vor? Was wird er mögen? Was wird ihm gefallen? Wie, glauben Sie, könnte Ihre Beziehung zu ihm in beiderlei Wunsch entsprechen? Könnte es sein, dass sich Gott auf Sie einstellen möchte und dass er hofft, dass Sie sich auf ihn einstellen?
Und doch gibt es in christlichen Gemeinden viel Aufopferungsbereitschaft, viel Liebe, die Leben möglich macht, die Beziehungen aufbaut und erhält, die Sinn stiftet. Wenn heute sowohl in Deutschland als auch in der Schweiz (andere Länder kenne ich zu wenig) trotz aller Widerstände und Intoleranz und Lieblosigkeit Integration erstaunlich gut funktioniert, dann ist das zu einem weit überproportionalen Anteil Auswirkung christlicher Hilfe und Engagements in der Gesellschaft.
Wir können nicht nur Ausländern aus anderem kulturellen und religiösen Hintergrund lehren, wie man sich hier benimmt, sondern wir müssen auch erklären, warum man sich hier so benimmt. Dazu sollte man seine eigene Kultur und Religion natürlich kennen. Wenn die Ausländer dann merken, welcher Doppelmoral wir selbst im Ernstfall unterliegen, dann enttäuschen wir sie. Das bedeutet dann aber, dass wir uns zuvor selbst über uns getäuscht haben.
Christentum ist, wenn Menschen Jesus und die Anderen lieben. Woher weiss ein Christ, dass er das tut? Woher sollen Andere das wissen? Woher wollen sie das von sich selbst wissen? Woran machen Christen das fest? Wer „gut“ und „böse“ ist, der liebt auch so widersprüchlich. Die Liebe dieses Menschen trägt sowohl die Züge von „gut“ wie von „böse“. Man sieht es an dem, was Christen tun und an dem höchst menschlichen, egoistischen Wunsch: Ich will überleben, also will ich in den Himmel! Wenn ich die Normen alle einhalte, wenn ich zu allen lieb bin, wenn ich helfe und „Gutes“ tue, dann habe ich mir mein Seelenheil bei Gott verdient. Das ist der purste, noch mehr weibliche als männliche Überlebenswille. Weiter ist das nichts. Das ist menschlicher Egoismus pur. Jesus wird sich angewidert umdrehen und sagen: Puh, wie unchristlich!!!, wie menschlich und damit von Jesus in Liebe wieder annehmbar! Gott hasst und liebt unsere Widersprüchlichkeit zugleich.
Das war ein Teil der Auseinandersetzungen des Reformers Martin Luther mit der katholischen Kirche. Jeder versuchte, durch Geschenke gleich welcher Art, in den Himmel zu kommen. Die Kirche bot das an und verdiente daran. Aber auch jeder gläubige Bürger hatte es leichter. Jeder wusste, wie er in den Himmel kommen konnte. So also musste man es tun. Dann funktionierte es. „Gute Werke“ geschahen nicht aus Liebe, sondern aus dem Egoismus, Pluspunkte bei Gott zu sammeln. Wieder Egoismus pur. Heute erkennen wir das als Witz. Heute kennen wir keinen Himmel mehr. Also verdienen wir unser Geld jetzt und geniessen es gleich. Wozu erst warten oder gar mit Anderen teilen? Heute ist Egoismus zur wichtigsten Triebfeder der menschlichen Entwicklung auf’s Podest gehoben. Wo ist der Unterschied zum Mittelalter? Wer teilt heute uneigennützig, ohne seinen eigenen Vorteil und sei es nur den „guten Ruf“ (den guten Schein) zu suchen oder zu verteidigen? Wir haben nur ein Leben. Jeder mögliche Genuss muss in diesem Leben untergebracht werden. Das ist heute unsere Lebensaufgabe.
Frauen sind viel häufiger in der Kirche und gleichzeitig sind auch viel mehr von ihnen in der Kirche als Männer. Frauen leben beziehungshafter, sind hingebungsvoller und deshalb erscheinen sie religiöser und sind der Religion näher. Wie wir gesehen haben, stehen Frauen grundsätzlich dem Leben näher als Männer und Leben braucht Hingabe und Liebe. Sonst kann es nicht gedeihen. Frauen stehen daher biologisch Gott und Jesus und dem christlichen Glauben bereits deutlich näher als Männer. Das gehört zu ihrem Frausein. Das ist ganz natürlich, hat dann aber auch nicht mit Religion zu tun.
Die Stellung und Rolle des Mannes in und zur Religion steht der der Frauen geradezu diametral entgegengesetzt gegenüber. Wir werden es gleich sehen.
Wie ist es denn mit der Vereinigung von Mensch und Gott? Sie ist undenkbar. Die Beiden gehören nicht zusammen. Wenn sie Beide zusammenkommen, dann ist das ein Mysterium, ein Geheimnis. Ich kann es Ihnen nicht erklären. Es ist ein sehr labiles Mysterium und immer wieder aufflackernd da und auch nicht da. Keiner hat es in der Hand, vielleicht nicht einmal Gott? Es bleiben uns nur die Hoffnung und der Glauben, dass es doch so ist.
Glauben Sie nur, was Sie ein Leben lang bezweifelt haben. Bleiben Sie als gläubiger und auch als ungläubiger Mensch immer Philosoph, immer kritisch Fragender, immer Nachdenkender. Alle anderen Ausdrucksweisen Ihres Lebens bauen darauf auf und auch diese müssen immer wieder selbstkritisch überprüft werden.
Es ist eine interessante Beobachtung, dass viele nachchristliche Menschen (vielleicht auch die nachreligiösen Menschen überhaupt, egal von welcher Religion sie sich gelöst haben?) die Welt als Wegwerfwelt ansehen. Die Dinge, die Welt, werden benutzt und dann weggeworfen oder zumindest nicht mehr beachtet. Wir sehen es an den Müllbergen oder Müllozeanen. Doch diese Menschen haben keinen Himmel, haben keinen Ort, wohin sie fliehen könnten. In und mit diesem Müll müssen sie leben (oder sie bringen ihn fort und dann müssen Andere in ihm leben)!
Unsere Realität ist Gottes Realität und/oder die Realität der Evolution. Wenn Gott Realität ist, dann können wir die Realität nicht ändern, denn wir werden kaum Gott ändern. Oder doch? Dass wir die Realität wirklich ändern, wirklich besser machen könnten, ist das nicht vermessen? Kann das nicht nur schief gehen, egal ob mit oder ohne einen Gott? Ist es nicht nur menschliche Ignoranz und männlicher Grössenwahn, zu glauben, man könne irgendwo etwas dazutun, ohne es vorher woanders wegzunehmen?
Menschen waren wir, als wir so waren, wie wir sein sollten (egal, wann das war. Vielleicht waren wir auch nie so?) Irgendwann hat sich das geändert. Seitdem sind wir zunehmend Monster, die vorgeben, Menschen zu sein, die sich damit nun dauernd selbst belügen müssen. Ist das die Realität, die religiös mit dem Paradies, dem Sündenfall und dann dem heutigen Menschsein beschrieben wird?
Müssen Frauen eigentlich die Welt retten? Vor den Männern retten? Männer retten können sie sowieso nicht. Überlasst das Jesus Christus. Frauen und Männer bleibt bei Eurem Leisten, Eurem Leben, Eurer Wenigkeit.
Wir erleben den Raum um uns herum dreidimensional. Nehmen wir die Zeit dazu, hätten wir eine vierte Dimension. Müssen wir uns die fünfte Dimension vielleicht als Schein (vom Sein) vorstellen? Wie viele Dimensionen, die ich, die vielleicht auch wir nicht denken können, wird es noch geben?
Wenn Gott vielleicht in anderen Dimensionen lebt als der Mensch, wie will ein Mensch dann wissen, dass es keinen Gott gibt? Wenn schon hinter der nächsten Wegbiegung oder im mir nächsten Menschen, die Transzendenz beginnt, weil sie von mir getrennt sind, wie will ich dann sagen „Es gibt keinen Gott“? Der Mensch ist wie einer, der sagt „Ich sehe etwas nicht, also gibt es das auch nicht.“ Wer keinen Gott denken kann, kann auch keinen glauben. Wer keinen Gott glaubt, muss dann auch ohne ihn leben. Der muss sein Alleinsein im Kosmos auch aushalten. Es geht nicht anders.
Nachdenken ist eine Form von Gebet, Verbindung mit der Transzendenz. Ist vielleicht das menschliche Hirn das Einfallstor Gottes zum Menschen?
Christ sein und Christ sein sind unter Umständen zwei verschiedene Dinge. „Gott mit uns“ im Krieg war und ist wohl eher der Aufruf an Gott, gegen uns zu sein oder zumindest musste und muss er das wohl so verstehen. Kam es dann zum Sieg, fühlte man sich auch noch bestätigt. Verlor man, dachte man besser nicht weiter nach, sondern versuchte, wieder zur Normalität zurückzufinden. Wie Christen aus „Liebet Eure Feinde“ „Gott mit uns“ gegen unsere Feinde machen konnten, ist mir ein Rätsel. Wer waren und sind denn die eigentlichen Feinde? Unsere Welt ist nicht so eindimensional, so platt gedacht.
„Macht Euch die Erde untertan“ (Bibel) ist vielleicht gar nicht als „Frönet Eurem Egoismus“ gemeint? Darf man die Bibel vielleicht gar nicht wörtlich nehmen, sondern muss es sinngemäss tun? Muss man zwischen den Zeilen lesen, wie bei mir? Können wir auch biblische Wahrheit gar nicht so erfassen, dass wir sie getrost nach Hause tragen können und nun sagen können: „Ich habe die Wahrheit! Ich sage Euch jetzt, wie die Bibel richtig verstanden werden muss!“ So etwas tun doch nur Männer, die nicht nachgedacht haben, oder? Vielleicht war der Satz gemeint an Menschen ohne Egoismus und der Egoismus zeigt uns nun, was aus unserer Erde wird, wenn egoistische Menschen sich die Erde untertan machen?
Wie würden wir uns denn heute Himmel vorstellen? Der Himmel der älteren Generationen und Vorfahren ist ja geradezu Abschreckung vor dem Himmel. Wie würden wir uns denn Gott und den Himmel heute vorstellen? Wenn wir solche Dinge glauben wollen, dann müssen wir darüber nachdenken und eine Vorstellung entwickeln, was wir da glauben wollen.
Oder ist Himmel heute nur noch ein gedachter Ort, wo wir Menschen selbst Gott sein können und unseren Egoismus so richtig ausleben können? Alle Anderen und alles Andere hat uns nur zu gehorchen und zu Diensten zu sein? Das wäre doch in höchstem Masse asozial? Glauben Sie wirklich, dass das Himmel wäre? Für alle Anderen wäre das dann die Hölle, denn die müssten ja auf Ihren Egoismus Rücksicht nehmen und könnten ihren eigenen Egoismus nicht voll ausleben. Gleicht diese Hölle nicht unsere Erde heute schon?

Widersprüchlichkeit der Religionen:

Wie ist es mit den integrativen Religionen des Ostens?
Wir können diese Welt nicht einfach als Sein nehmen, so wie sie ist, so wie wir sie sehen, so wie wir sie und uns in ihr erleben. Diese Welt von unbelebter und belebter Natur ist sehr viel komplexer als uns viele Wissenschaftler der lebenden Welt und insbesondere der menschlichen Welt weiss machen wollen. Die Grundvoraussetzungen der Welt sind ein Mysterium. Es gibt auch ein Mysterium an den Grundvoraussetzungen der Welt. Und am Grund der Welt stehen die Zahlen 0, 1 und 2. So kann man natürlich auch versuchen, Verbindung aufzunehmen zu dem „Einen“ dem Ganzen, dem Umfassenden. Und je nach Glauben und Denkweise ist der Begriff „Eins“ mehr immanent oder immanent und transzendent gemeint. Der Unterschied zu den theistischen Religionen ist der, dass keine Persönlichkeit im Gegenüber vorkommt. Wie sollen wir uns „Om“ vorstellen? Wie kann der Mensch als Persönlichkeit eine lebendige Beziehung bekommen zu einem unpersönlichen Sein?
Ich weiss nicht, ob so die vollkommene Einheit von zwei in einem möglich ist. Und wo hat das Leben seinen Platz, die Widersprüchlichkeit, der Mensch? Ich bin Person. Einheit ohne persönliches Gegenüber? Die Welt ist und bleibt offen! Denken Sie nach über Gott, sich und die Welt und glauben Sie was Sie glauben können und wollen.
Männer sollen in der Gemeinde führen (fast unisono in allen Religionen), nicht Frauen. Ob das wirklich so ist? Wer will das bestimmen? Warum sollte Gott…? Und wie sollte klar erwiesen sein, dass tatsächlich Gott das so will und nicht … ?
Religion ist nicht Opium für das Volk, wie Karl Marx schrieb, sondern viele Männer benutzen Religion als Opium für das Volk. Zwischen beiden Annahmen besteht ein riesiger Unterschied. Alles, was wir glauben, von Gott vernommen zu haben, wird gleich wieder von Menschen, allen voraus uns Männern, vereinnahmt. „Hab ich doch gesagt…“ „Siehst Du, ich bin im Recht!“
Liegt hier nicht der Schluss nahe, dass die gerne vorlauten und überheblichen Männer sich eine Bastion gebaut haben, um Macht auszuüben? Und für die Nichtreligion, den Atheismus, gilt das nicht in gleicher Weise? Trotzdem lohnt es sich, darüber ein wenig nachzudenken. Zum Mann Sein gehört die Führung, die Grösse, die Kraft, das bestimmen Wollen. Wenn die Frauen ihnen das wegnehmen, dann werden diese Männer aufgabenlos. Und welche Aufgabe gemäss Fähigkeit bliebe ihnen übrig? Kraftverbrauchende Aufgaben erledigen schon die Maschinen und Roboter. Es gibt noch einige Aufgaben für Männer, aber eben ein zentraler Punkt des Mann Seins wäre angefressen. Könnte es vielleicht sinnvoller sein, den Frauen die Aufgaben zu überlassen, die sie am besten können und oft auch gerne machen und umgekehrt Männern die Aufgaben zu überlassen, die sie gerne machen und hoffentlich auch besonders selbstbeherrscht, rücksichtsvoll und in Liebe ausfüllen? Man müsste ja kein Gesetz, kein Prinzip daraus machen. Es braucht keine Quotenregelung, sondern Freiheit, Qualifikation (im Sinne von führen und lieben können und wollen), statt eines Prinzips Gleichheit. Dann wird es automatisch zu einer freiheitlichen Regelung kommen, die je nach aktuellem Angebot und Nachfrage mal mehr Frauen und mal mehr Männer in angemessenen Aufgaben hat.
Männer, die ihr so gerne führt. Wir erleben immer wieder, dass Konkurrenz, Kariere und Vormacht Eure Triebkräfte an vielen Stellen sind. Es ist natürlich Ausdruck Eures natürlichen, menschlichen Egoismus und zunächst einmal nicht notwendigerweise Ausdruck von Liebe und Hingabe. Es bedarf zur Ausfüllung solch einer Position in erster Linie viel Weisheit, Zurückhaltung und Selbstbeherrschung, seinen eigenen Egoismus (Ich kann das! Ich habe Recht! Ich bin der Beste!) nicht auszuleben, sondern die Anderen und hier ganz besonders die Frauen zu ihrem Platz in der Gesellschaft (und bei Gott) kommen zu lassen.
Müssen wir nicht eigentlich noch ein bisschen kritischer hinter diese Tatsachen leuchten? Religion ist die tiefe Sehnsucht nach Einheit, nach Vertrauen, nach Liebe, nach Vollkommenheit, nach Frieden. Religion ist Sinnsuche und Sinnfindung. Wir sahen, dass die Sinnfindung eigentlich nur erfolgreich werden kann, wenn sie eine Verbindung von und nach aussen bekommt. Aus sich selbst heraus Sinn zu kreieren, kann eigentlich fast nur darin enden, dass man sich selbst zu Sinn macht (denn nur ich bin gut) und damit seinem eigenen Egoismus Tor und Tür öffnet. Wenn es aber doch zur Beziehung gekommen ist, zur Sinnfindung, und auch der Vorgang der Suche gehört in den gleichen Prozess (Weg und Ziel gehören zusammen), dann finden diese Prozesse Ausdruck im Leben.
Es kommt zu Kunst und Kultur und zur Bildung eines geistigen Lehrgebäudes, zu Ausformung von Riten und Lebensweisen. Die Verbindung mit dem Sinn kann zwischenzeitlich längst verloren sein oder zeitweise oder lokal verloren gegangen sein. Dann wird aus diesen Lebensweisen Tradition, teilweise auch leere Tradition und leere Lehre. Diese Tradition gebraucht zwar religiöse Begriffe, aber damit ist noch gar nicht gesagt, dass ihr auch tatsächlich die Beziehung zu irgendeinem Gott innewohnt. Dann müssten wir eigentlich unterscheiden. Manche als „Religion“ bezeichnete Lebensweisen und Lehren sind dann gar keine Religion mehr, sondern Tradition, gottleere Tradition. Und selbst in den Religionen, die wir unter diesen Umständen als solche bezeichnen würden, geschähe dann nicht grundsätzlich Religion, sondern an vielen Orten mehr oder weniger sinnlose, gottlose, aus einer Religion entlehnte Tradition? Jede Woche spielen sich eine oder mehrere Veranstaltungen ab (oder sogar täglich) wo einer sich wieder als der Vorbeter oder Prediger in das rechte Licht rückt und darum herum versammelt sind seine Fans, wenn es mehr Tiefe hat, dann vielleicht auch die Fans des jeweiligen Gottes. Welchen Sinn sollten diese Fanveranstaltungen ausser Positionsfestigung für den „Vorbeter oder Prediger“ haben?
Vielleicht gibt es sehr viel weniger Religion auf dieser Welt, als wir meinen, weil wir viele Traditionen und Lehren einfach dazu zählen? Wir sollten uns mehr damit beschäftigen, sie zumindest gedanklich unterscheiden, mehr über unsere Ansicht zur Welt und die Ansicht anderer nachdenken. Erst danach sollten wir dazu etwas sagen oder schreiben.
In umgekehrter Richtung müssen wir uns klar machen, dass Religion auch Weltanschauung bedeutet. Diese Weltanschauung ist eine Art von Vorgaben, von Vorentscheidungen, von Festlegungen, wie ein Mensch oder eine Gruppe von Menschen menschliches Leben versteht und organisiert. Die Religion hat also Einfluss auf das gesamte Leben, privat und öffentlich. Die strikte Trennung von Religion und Staat wird eher die Ausnahme sein. Sie passt eigentlich nicht in das Selbstverständnis religiöser Führer. Religion und Weltanschauung sind sehr grundlegende geistige Strukturen menschlichen Lebens (auch bei den „Areligiösen“). Bei Religion und Weltanschauung werden wir Toleranz erst ganz zuletzt erwarten dürfen, wenn alle anderen Denkbastionen zuvor schon aufgegeben wurden.
Menschen, die glauben, dass es Gott nicht gibt, sind ja in sehr Vielem keine Atheisten, sondern Antitheisten, weil sie ihren gottlosen Glauben gegen die Theisten, die Gottgläubigen verteidigen müssen, ja sogar missionieren müssen. Wer Gott los sein will, ist ihn zumeist gerade nicht los, sondern muss ihn nun bekämpfen. Wirkliche Atheisten, wirkliche Gottfreie sind eine Rarität.
Früher wurden Menschen von ihren weltlichen oder geistlichen Herrschern mit mehr oder weniger Druck zur entsprechenden Religion gezwungen. Wechselte der Herrscher in den Religionskriegen die Religion, musste es das Volk auch. Die Herrscher bestimmten, welche Religion und wie die Religion zu leben war. Auch heute ist noch ziemlich viel „früher“! Glauben Sie, dass irgendein Gott in Beziehung zu den Menschen das so wollte oder will? Durch Zwang rekrutierte Menschen säumen Gottes Strassen und jubeln ihm zu. Hinter verschlossenen Türen tun sie dann das Gegenteil. Das sollte Gott angenehm sein? Das sollte er sich so wünschen? Das sollte Sinn göttlicher Schöpfung sein?
Was ist das eigentlich für ein Gott, an den Sie, an den wir da glauben? Ist es einer, der peinlich darauf achtet, dass jeder genau seine Lehre einhält, dass jeder genau nach bestimmten Regeln lebt, dass jeder genau die Sicht der Dinge Gottes einhält, dass jeder genau aufs Wort gehorcht? Glauben Sie an einen Gott, der im Grunde eine Welt als Gefängnis für seine Lebewesen schaffen wollte, nur damit er etwas zu regieren habe? Sie sind dann solch ein Gefangener, solch ein Regierter. Erde als Arbeits- und Erziehungslager, Himmel als ewiges Gefängnis? Glauben Sie an einen Gott, der in dieser Welt alles lenkt, wie ein Junge sein Spielzeugauto auf dem Teppich? Warum sollte Gott Menschen schaffen, Persönlichkeiten schaffen, Ichs schaffen, wenn sie dann doch nur Marionetten sein sollen? Lebende Marionetten? Könnte es sein, dass Gott wirkliche Persönlichkeiten wollte und will, die ihm ein Gegenüber, aber eben auch ein Miteinander in Freiheit, Zuneigung und Wohlwollen bieten? Könnte es sein, dass Gott schon erwachsen ist, wir es aber noch werden müssen?
Kraftvolle oder charismatische Männer sind leicht in der Lage, religiöse Veranstaltungen zu ihrem Nutzen umzufunktionieren und zu missbrauchen. In welcher Religion gibt denn die geglaubte Wahrheit die Berechtigung, in ihrem Namen in den Krieg gegen Andere zu ziehen? Kennen Sie eine? Haben nicht immer, wenn Menschen den Schlachtruf gerufen haben „Gott mit uns“ und in den Kampf (Krieg oder Terrorismus oder auch nur Diskussion) gezogen sind, haben sie dann nicht ihre Religion doch nur für ihre Zwecke missbraucht? Glaubt denn einer von uns, dass ein liebender Gott einen Menschen zurücklassen würde, nur weil er zu dumm war, eine Lehre richtig zu verstehen und zu glauben? Oder glaubt irgendjemand von uns, dass ein den widersprüchlichen Menschen liebender Gott auch nur einen Menschen verstossen würde, weil er widersprüchlich und nicht authentisch gut war? Liegt nicht der Schluss nahe, dass unsere Religionen sehr oft und von vielen Männern missbraucht wurden und werden, um die Menschen, die sie gerne unterdrücken oder/und ausbeuten oder auch nur als Fans gebrauchen wollen, an sich zu binden? Purer Egoismus! Das Problem sind gar nicht die Religionen, sondern die sie missbrauchenden Männer in Führungsposition, die mittels religiösem Nationalismus und Intoleranz ihre eigenen Interessen durchsetzen. Denn auch das sehen wir noch, die moralische Keule und die religiöse Keule (weil es um Wahrheit geht) kommen einer Atombombe gleich. Wer also auf dieser Welt etwas erreichen oder gewinnen will, der sichere sich immer zuerst die Keulen der Moral und der Religion (Ich und was ich denke und tue, sind gut (Ihr dagegen seid böse) und ich glaube den einzig wahren Glauben (Euer Glaube ist falsch!). Dann sind die Waffen der Gegner viel schwächer und der Kampf ist schon mehr als halb gewonnen.
Wenn wir heute mit viel Getöse die Religionen um uns herum eifern und streiten und kämpfen hören, dann lassen Sie uns still werden und versuchen, hinter die Kulissen zu schauen und der Realität in den Religionen nachzuspüren.
1783 wurde in Berlin „Nathan der Weise“ von Gotthold Ephraim Lessing uraufgeführt. Damals drehte es sich um die Frage, welche der drei Religionen, Christentum, Judentum und Islam die wahre Religion sei. Nathan bleibt uns durch einen schlauen Trick die Antwort schuldig. Er vermeidet damit, seinen Kopf hinzuhalten in einem aussichtslosen Kampf, der nur Tote fordert.
Das ist natürlich eine Möglichkeit, mit dieser Frage umzugehen. Lessing lässt in der Ringparabel einen Vater von drei Söhnen auftreten, der alle drei gleichermassen liebt. Falls der liebende Vater Sinnbild für Gott sein sollte, dann glaubt Lessing an einen liebenden Gott. Wenn wir an einen Gott glauben, dann fällt es uns wohl schwer, an einen nichtliebenden, einen kämpfenden, einen blutrünstigen, einen rachsüchtigen Gott zu glauben. Oder ist das nur der Einfluss des jahrhundertealten Christentums? Kann man Gott (und da gehören auch das „Eine“ aus den fernöstlichen Religionen und andere Gottheiten mit dazu) auch anders denken und glauben als liebend? Dann wäre seine Schöpfung (egal ob in 7 Tagen oder in Milliarden von Jahren geschaffen oder entwickelt) sicher schon nicht mehr existent. Er hätte sie klein gehackt und den Schöpfungsakt oder den Urknall rückgängig gemacht. Bisher tat er das aber nicht. Wir leben immer noch. Er muss ein nachsichtiger, liebender und geduldiger Gott sein. Offenbar lässt er sich von seiner Schöpfung einschliesslich Menschen ausnutzen. Er muss sie lieben. Dann wäre die Religion die der Wahrheit oder Wirklichkeit nächste, die uns am nachhaltigsten die Liebe Gottes nahe bringt. Diese Liebe wäre das Kriterium.
Diese Realität in den Religionen zu suchen, muss jeder selbst auf sich nehmen. Stellen wir die Frage: Wie hält diese Religion es mit „gut“ und „böse“? Läuft bei ihnen die Grenze durch die Menschen oder zwischen den Menschen und wenn zwischen den Menschen, wie werden „gut“ und „böse“ dann verteilt? Ich bin gut, weil Gläubiger und Du bist böse, weil Ungläubiger? Heisst dann die Konsequenz: Entweder Du lebst wie wir, dann gehörst Du zu uns oder Du lebst nicht wie wir, dann gehörst Du zumindest nicht zu uns? Manche Religionsführer verbinden damit sogar das Todesurteil. Ist das Gottes Realität und Wahrheit?
Lassen Sie uns also schauen, in welchen Religionen, in welchen Organisationen der Religionen, in welchen Gemeinden oder Ortseinheiten und schliesslich von welchen Akteuren in den Einheiten, Toleranz, Versöhnung, Miteinander in gegenseitiger Achtung oder vielleicht sogar Liebe leben, gepredigt und auch gelebt werden. Dort, wo das getan wird, da lassen Sie uns die Wahrheit suchen. Dort wollen wir uns gerne in die Gemeinschaft einbringen und tatkräftig mithelfen. Dort, wo das nicht gelebt wird, müssen wir uns fragen, ob wir es denn wirklich mit Religion zu tun haben oder ob nicht einfach mit verschleierter Interessenwahrnehmung einzelner Menschen oder -gruppen, wenn nicht gar mit offenem Kampf um die Macht. Dann sind wir selbst in der Lage, all die News, die unser Ohr und Auge erreichen, auf Fake und Wahrheit zu prüfen und uns zu entscheiden. Ich wünsche Ihnen Individualismus im Geist (Die Fähigkeit, selbst zu unterscheiden zwischen Fake und Wahrheit, zwischen Missbrauch und freiem Geschenk), aber auf körperlicher und Gefühls-Ebene wünsche ich Ihnen innige Gemeinschaft.
Kritisch müssen wir vor allem immer dort werden, wo es nicht um „gut und(!) böse“ geht, sondern wo es um „gut oder(!) böse“ geht. Beim letzteren wird geteilt, oft verurteilt und nicht selten gemordet.
Ideologie ist: Ich weiss, was richtig und gut ist. Da spielt die Realität gar keine Rolle mehr. Wir bestimmen jetzt die Realität. Wir machen sie. Viele Männer betreiben Religion als Ideologie.
Eigentlich möchte jeder nur leben, wie er es in seiner Kindheit in seine Nervenautobahnen eingraviert bekommen hat, möchte selbst bestimmen, möchte in Ruhe gelassen werden von aussen. Tradition ist Heimat. Ob die Tradition dann auch Religion ist, spielt meist gar keine Rolle.
Wäre es denkbar, dass z.B. ein Christ seinem Glauben weiter anhängt, obwohl er in einer z.B. muslimischen Umgebung wohnt und aus Rücksicht und Liebe zu seinen Nachbarn deren Tradition mit einhält? Ist es aus irgendeinem Grunde seine Pflicht, der anderen Religion oder Tradition Widerstand zu leisten?
Gott und/oder die Evolution haben alles getan, damit sich die Lebewesen immer wieder vermehren. Offenbar war den Beiden das extrem wichtig. Und die weiblichen Lebewesen (auch Frauen) wurden so konstruiert, dass junges Leben, ja sogar altes Leben möglichst gut gedeihen kann.
Dann aber sollten Gott und/oder die Evolution plötzlich bestimmt haben, dass man durch Umbringen von Ungläubigen, durch Umbringen von Andersgläubigen, durch Umbringen von Fremden mit Gott, der Evolution und sich ins Reine käme (sprich: in den Himmel kommt)? Ist das nicht pervers, so etwas anzunehmen?
Dann aber sollten Gott und/oder die Evolution plötzlich bestimmt haben, dass man durch Verteidigen seiner Fleischtöpfe, seines Landes in den gesetzten Grenzen, seines Wohlstandes, seines Friedens, seines Paradieses gegen alle Eindringlinge auf der Flucht vor Krieg, Lebensbedrohung und/oder wirtschaftlichem Mangel oder auch nur Mangel an Wasser Gott genehm werde? Welche über uns stehende Ordnung gibt uns eigentlich das Recht, zu sagen: Hier bin ich geboren, also gehört mir das Land und deshalb darf ich es ohne Einschränkung gegen alle Eindringlinge als meinen Besitz verteidigen? Woher nehmen wir das Recht?
Warum finden wir in vielen Religionen solch eine Herabwürdigung, ja Ausgrenzung der Körperlichkeit des Menschen? Sex ist die wichtigste Tätigkeit der Lebewesen zur Fortpflanzung und Arterhaltung, aber in den Religionen wird Askese und Enthaltsamkeit gelehrt, zumindest für alle die, die höhere Weihen erstreben oder bekommen haben. Dann aber erleben wir, dass gerade in diesen Institutionen seit langer Zeit eben diese körperlichen Rituale in aller Heimlichkeit gepflegt wurden. Warum versuchen so viele Religionen immer wieder den Menschen als Körper los zu werden? Auch dort wo keine Religion geglaubt wird, auch dort wird der Mensch als Körper möglichst entfernt und erst ein Ideal und dann die Norm auf den Thron gehoben. Haben Gott und/oder die Evolution das nicht vielleicht genau umgekehrt eingerichtet? In diesen Religionen sind Menschen mit Kindern (also solche, die Sex hatten) immer Gläubige zweiter Klasse! Ist nicht ein Kriterium für wahre Religion auch die Frage, ob sie dem Zusammenleben von Mann und Frau Raum gewährt, beide Geschlechter verbindet, statt trennt?
Warum sind Religionsführer und tief religiöse Menschen einerseits so lieb und andererseits so gewalttätig, so vergewaltigend, so kriegerisch?
Tief religiöse Menschen haben häufig Zeiträume reserviert zum Meditieren. Meditieren ist eigentlich gedacht als „religiöses Nachdenken“. Da aber das Wesen der fest glaubenden Menschen ist, dass sie sich auf eine Seite des Lebens geschlagen haben, natürlich auf die gute, sind sie im oben beschriebenen Sinne nicht mehr frei, nachzudenken. Sie haben festgelegt, mein Handeln und Denken soll nur noch in den religiösen Bahnen gehen. Diese Bahnen werden zu Autobahnen im Gehirn. Gedankliches Verirren auf Seitenstrassen und Schleichwege ist nicht mehr gewollt, bald nicht mehr möglich oder aber es kommt zum Unfall: Ungewollt oder gegen seinen Willen kommt der Gläubige auf „Abwege“. Dann plötzlich fragen sich diese Menschen: Wie konnte ich nur vorher so lange so blind sein? Die Gemeinde der Gläubigen aber stempelt ihn oder sie zum Abtrünnigen mit allen bekannten Folgen.
Ein kleiner Abstecher: Streng religiöse Menschen haben es sehr schwer, nachzudenken. Qua Entschluss ist es eigentlich ausgeschlossen. Wie ist es mit Menschen, die ihrem Bauchgefühl, ihrem Körpergefühl, dem Verbrauch, dem Konsum, der Digitalisierung oder auch abhängig machenden Stoffen verpflichtet sind? Schnell füllen diese Dinge das ganze Denken aus und dann ist schwerlich Platz und Ruhe zum Nachdenken. Wie ist es mit Männern, die in Spitzenpositionen bestimmte Dinge wollen und andere Dinge nicht wollen, damit der Gewinn stimmt, damit die Position gehalten werden kann, damit das Einkommen verbessert werden kann oder der Besitz gemehrt wird? Wie ist es bei Wettkampflebensläufen, in Parteiführungen, bei politischen Führern? In der Regel werden diese Dinge ihre Aufmerksamkeit so in Beschlag nehmen, das Ziel im Blickfeld wird so massiv den Blick auf die Rückseite der Medaille verhindern, dass für das Nachdenken keine Zeit, keine Ruhe, keine Entspannung bleibt. Natürlich gehört niemand zu den genannten Gruppen von Menschen. Natürlich glauben alle, dass sie nachdenken, ja dass sie die einzigen sind, die nachdenken.
Also, so einfach ist das mit den Religionen nicht. Und was die Sache mit den Religionen so kompliziert macht, ist, dass es hier um die Grundlage des Lebens schlechthin geht, um die Wahrheit dieser Welt, die Wahrheit meines Lebens. Wahrheit verstehen wir als unteilbaren, als absoluten Begriff. Da kann es nicht „gut“ und „böse“ geben. Die Wahrheit kann nur „gut“, tragfähig für ein Menschenleben, für eine Familie, für ein Volk, für die ganze Welt sein. Das führt dazu, dass Vertreter einer Religion, die sich auf eine gewisse Sicht der Dinge, auf eine Sicht der Welt festgelegt haben, diese nun für alle als Wahrheit deklarieren und durchsetzen müssen. Wollte jemand wirklich etwas anderes glauben, wäre die Wahrheit tangiert, meine Wahrheit. Sie wäre nicht mehr letztgültige Wahrheit. So kommt es in Gebieten mit religiösen Rechtssystemen zu einem Blasphemieartikel im Gesetz, der Gotteslästerung unter Strafe stellt, meist dann gleich unter Todesstrafe. Denn es ist ja klar, dass ein Leugner meines Gottes von der Erde getilgt werden muss, sonst ist die Infragestellung der letztgültigen Wahrheit ja immer noch in dieser Welt.
Muslime: Verschleierte Frauen. So können die Frauen ihre Reize vor den Männern verbergen, können sich selbst verbergen. Das stimmt. Und es gibt Frauen, die sich gerne verbergen oder die sich gerne in gewissen Entwicklungsphasen verbergen. Warum sollen sie das nicht? Aber die Männer werden noch neugieriger, noch gespannter und wollen die Frau ausziehen. Ist nicht vielleicht deshalb die Pornosucht dort besonders gross oder unter den Männern zumindest nicht kleiner als im Westen? Sind die Vergehen gegen Frauen weniger grässlich als die im Westen? Die Sexsucht oder besser der über Jahrmillionen im Mann eingepflanzte Trieb zum Sex zur Fortpflanzung bricht sich Bahn. Deshalb die Fantasie der jungen Männer von Jungfrauen für die Märtyrer im Himmel?
Schein und Sein spielen in den Religionen eine sehr gewichtige Rolle. Deshalb sollten wir wachsam sein und kritisch nachdenken bevor wir etwas glauben. Aber das gilt in der Wissenschaft, in der Politik, in der Liebe und anderswo genauso. Und doch leben wir nicht ohne Wissenschaft, nicht ohne Politik, schon gar nicht ohne Liebe und hoffentlich auch nicht ohne Heil in unserem Leben.
Da gibt es ja noch die „Heiligen Schriften“. Jede Religion hat so ihre Ansichten, ihre Zeugnisse, ihre „Wahrheit(en)“. Das Problem ist nur die Frage: Wissen wir das, was dort drin steht als: „So war es!“ oder müssen wir es glauben? Glauben heisst ja „Für wahr halten“ (weil wir es eben nicht sicher wissen). Dann sind wir aber eben schon nicht mehr beim Wissen. Sie haben nur zwei Möglichkeiten: „Glauben oder Zweifeln“. Oder vielleicht doch noch eine dritte? „Glauben und Zweifeln“? Nur was ich ausreichend bezweifle, kann ich auch glauben.
Lassen Sie sich nicht zum Fan degradieren. Denken Sie selbst nach. Lassen Sie sich nicht zum Erfüllungsgehilfen anderer Interessen oder gar zu deren Kanonenfutter machen. Lesen Sie die „Heiligen Bücher“, die Bibel (insbesondere des Neue Testament (dann sparen Sie sich Mühe und Zeit)), den Koran, die Bhag avad gita, Schriften des Buddhismus und des Hinduismus, vielleicht die ein oder andere weitere Schrift. Sie wollen und müssen sich ein eigenes Urteil bilden. Sie wollen geistiger Individualist werden, wollen selbst Fake und Wahrheit unterscheiden. Das sind wir uns schuldig, wenn wir mündige Bürger werden wollen. Am kritischten müssen wir bei der eigenen Religion sein, denn sie hat uns bisher in Tradition und Lehre eine Heimat gegeben, ohne dass wir sie mit unserem kritischen Verstand auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft haben. Wir sind ihr intuitiv gefolgt. Womöglich gehören wir der falschen Religion an und sei es der Religion des Atheismus?
Woher wissen wir, dass manche Religionsstifter und -führer nicht einem Irrtum aufgesessen sind, als sie ihre Ideen und Ideale als von Gott gegeben deklarierten? Womöglich war es nur menschliches Denken, war die innere Stimme gar nicht göttlich, sondern trivial menschlich? Die ganze Religion ein Irrtum? Fallen wirklich göttliche Bücher vom Himmel?
Wenn Sie jetzt sagen „Aber meine Religion ist die richtige“, dann mag es sein, dass Sie Recht haben, aber genauso auch nicht. Sie folgen Ihrer Intuition, ohne nachzudenken. Das ist zwar eine sehr alte und doch hochmoderne Handlungsweise, aber sie ist nicht zielführend. Ich bitte Sie, denken Sie nach.
Widerstehen Sie den Bekehrungsindustrien überzeugter und kritikunfähiger religiöser Gruppen gleich welcher Art. Wo Druck auf Sie ausgeübt wird, vor allem auf Frauen, wo sie psychisch, vielleicht sogar physisch gelenkt werden, wo Sie tot argumentiert und überzeugt werden (man sagt auch „bekehrt“), dort fliehen Sie am besten.
Schliessen wir uns doch der Religion und den Religionsgemeinschaften an, wo Liebe, gegenseitige Achtung, aktive Toleranz und Rücksichtnahme (eigentlich doch gar nichts besonderes) in Beziehung zu allen Menschen auf diesem Globus und zu Gott gelehrt und gelebt werden. Das Wesentliche, die Wahrheit der Religion, die wollen wir ihnen glauben, aber den ganzen überwiegend von Männern gemachten zusätzlichen Schnickschnack drum herum, den vergessen wir und die vorlauten und selbstgierigen Männer an der Spitze sowieso. Gehen wir dorthin, wo kein Druck ausgeübt wird, weder psychisch, noch physisch. Gehen wir dorthin, wo wir zweifeln dürfen, denn nur wer viel (be)zweifelt, kann auch realistisch und fundiert glauben.
Vom Gott der Christen heisst es, er sei ein Gott der Liebe. Inzwischen mag ich das vorsichtig glauben (obwohl ich in keiner Religionsgemeinschaft bin). Damit hat sich aber sehr viel in meinem Leben verändert. Übrigens, von Allah glaube ich das gleiche und vom Gott der Juden auch. Bei den östlichen Religionen fällt mir das schwerer. Mir fehlt die Beziehung, die Person, das Du (oder vielleicht auch die persönliche Beziehung in Distanz im Sinne eines „Sie“). Dann aber folgt wieder ein Mysterium: Eine liebende Gottesbeziehung kann nicht nur eine theoretische Beziehung sein. Wie wird sie praktisch? Wie wird sie Leben?
Eine kleine Zwischenbemerkung: Warum sprechen wir Gott mit „Du“ an? Was sagt das über uns aus, wenn wir zunehmend einfach jeden mit „Du“ ansprechen? Im Internet nur noch Vornamen und selbstverständlich „Du“. Haben wir kein Verständnis mehr für die Grenzen zwischen ich und Du, zwischen bekannt und unbekannt, zwischen mir und einem wie auch immer gearteten Gott? Stellen wir uns doch mal einen Gott vor und dann kommt da so ein egoistischer, alles zerschlagender, verbrauchender, gedankenloser Mensch daher und sagt „Du“. Wird dieser Gott nicht kurz nachdenken, seine Schlüsse ziehen und diese verwirklichen? Welche werden das sein?
Könnte es sein, dass es nur einen persönlichen Gott gibt und natürlich ist Gott gross? Wollte jemand etwas anderes behaupten? Muss das jemand betonen oder gar einen Schlachtruf daraus machen (und in den Kampf ziehen)? Könnte es sein, dass nur die uns sich selbst als Propheten und Vermittler darbietenden (meistens Männer) diesen Gott noch gar nicht realitätsnah verstanden haben? Religiöse Lehre dieser Männer zum grösseren Teil eigene Fantasie und Interessenvertretung als Information über den real existierenden Gott? Sollten wir nicht viel vorsichtiger mit unseren Aussagen sein angesichts eines Themas, das völlig ausserhalb unserer Reichweite ist?
Ich wünsche Ihnen, dass Sie auf diese Weise doch ein bisschen weiter kommen als Nathan der Weise. Wir wollen nicht nur unseren Kopf aus der Schlinge ziehen, dann aber doch dumm im Abseits stehen. Wir wollen vor allem Gott und den Menschen kennen lernen, so wie sie sind. Ob man im Leben immer den Kopf aus der Schlinge ziehen kann? Leider gibt es viele Gegenbeispiele.
Natürlich sind wir diese selbstgierigen Männer damit nicht los. Wir werden in Toleranz ihre Selbstgier ertragen müssen und im gemeinsamen Nachdenken so realitätsnahe Beurteilungen und Lösungen finden müssen, wie nur möglich. Gegen sie kämpfen ist sinnlos, ist keine Lösung! Das wird uns später noch beschäftigen. Menschen, die gegen etwas kämpfen, sind die Unheilbringer von morgen. Vergeuden Sie nicht Ihre Kraft oder gar Ihr Leben im Kampf gegen etwas. In fast oder sogar allen Fällen ist es sinnlos. Sie haben nur die eine Seite der Medaille kennengelernt, die Ihnen zugewandte, aber die andere, die abgewandte, nicht wahrgenommen oder zumindest nicht mit bedacht. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass Sie Ihre eigene Intuition wieder in die Sackgasse geführt hat. Widerstehen Sie Ihr. Der Sinn Ihres Lebens liegt in Ihrem Leben selbst. Verbinden Sie Ihr Leben mit liebevollen Menschen. Lieben Sie Menschen. Lassen Sie sich von Gott lieben.
Anderer Gedanke: Wenn Sie einer Gruppe angehören, die von der Gesellschaft, von der Öffentlichkeit oder von den Medien als „extrem“ eingestuft wird, dann seien Sie immer besonders vorsichtig, besonders selbstkritisch und kritisch gegenüber Ihrer Gruppe. Die Ansicht der Menge ist nicht die Wahrheit, aber ein Hinweis. Kritisch prüfen können nur Sie und müssen Sie selbst. Das gilt sowohl politisch (rechts-links oder nationalistisch oder anderswie), als auch wirtschaftlich (reich, superreich (Arme können es weniger beeinflussen?)), emotional (Sportfans, Musikfans) oder …
Allen anderen Menschen gegenüber aber üben wir uns in aktiver Toleranz und lassen ihnen die Freiheit zu glauben, was sie selbst glauben können oder/und wollen. Wenn wir wirklich tolerant werden wollen, dann muss uns das auch gegenüber dem Minus (den Schwächen, den Fehlern, den Fehltritten) des Anderen gelingen. Das ist eine echte Herausforderung.
Viele christliche und Religionsgruppen bauen sich ihre eigene heile Welt. Aussenstehende, bitte lasst uns in Ruhe machen und leben, selbst wenn bei uns inzwischen wieder der Hass umgeht. Religionsgruppen sind oft die am stärksten nationalistisch denkenden Volksgruppen, in gewissem Sinne auch rassistisch.
Religion will die Welt „heil“ machen. Glauben Sie, wenn die ganze Welt islamisch oder christlich oder buddhistisch oder hinduistisch wäre, dass sie dann „heil“ wäre? Viele Männer Gottes dürften Gott wohl missverstanden haben, in allen Religionen, selbst in den Religionen, die glauben, gar keine zu sein. Gewaltanwendung gleich welcher Art war nie mit Liebe vereinbar.
Zu Einfluss kommende Frauen werden auch die Religionen komplett umkrempeln, wenn sie sie in die Hand nehmen. Welche Folgen das haben wird, können wir derzeit allenfalls ahnen. Hinweise finden Sie bereits jetzt, wenn Sie unser Nachdenken fortführen.
Für Religion als Überbringer von „Heil“ ist es wichtig, dass sie nicht nur eine Vereinigung ist wie eine Partei, eine Firma, ein Verein, nur mit anderer Lehre, einem anderen Zweck, einer anderen Lebensform. Was unterscheidet eine Religion als Religion von den anderen Lebensstrukturen?
Irgendwie haben alle Völker ihre Religion, ihre Vorstellung von der Grenze der Immanenz, haben Ahnung von Transzendenz. Nur der „moderne“ Mensch, der Maximalegoist der Neuzeit nicht? Ist nicht der Neuzeitmensch gerade der dümmste Mensch, den die Erde je erlebt hat, der sich am meisten selbst betrügt? Wir Erdbezwinger, wir Weltraumbezwinger, nur uns selbst bezwingen wir nicht?
Gibt es womöglich doch einen Teufel, der alles, was wir gut meinen, auf der anderen Seite als böse beabsichtigt erscheinen lässt? Gibt es womöglich doch einen Teufel, der uns im Glauben an das Gute in uns immer in die Gegenrichtung, zum Bösen jagt? Wir glauben ja nicht an den Teufel, aber gibt es ihn womöglich doch?

Sinn des Lebens?

Zum menschlichen Sein gehört die Sinnfrage. Es gibt am Anfang unseres Universums Stellen, wo die Warum-Frage oder die Sinn-Frage nicht beantwortbar sind. Die Antwort läge ausserhalb unseres „schwarzen Loches“ und wir haben keinen Ausgang zu diesen Gedanken und Informationen.
Wie ist es mit dem Menschen an sich und wie ist es mit jedem Menschen im Einzelnen?
Wenn wir einen Gott denken oder/und glauben können, dann werden wir unseren Sinn und unseren Zusammenhang wohl in seine Nähe stellen. Dann werden wir davon ausgehen können und müssen, dass Gott einen Sinn darin sah, Menschen und damit Sie und mich zu schaffen oder die Entwicklung dazu in Gang zu setzen. Welchen Sinn dann der Mensch hat, hängt von den Überlieferungen ab, die wir glauben können und wollen, je nach Religion. Werden und bleiben Sie kritisch.
Warum suchen eigentlich so viele Menschen nach einem Sinn im Leben, wenn sie glauben, dass sie nur die Evolution entwickelt hat? Da stimmt doch etwas nicht?
Wenn wir keinen Gott denken oder/und glauben können, dann wird es schwierig. Gibt eine unpersönliche Evolution Sinn? Dann hängt der Mensch an sich im freien Raum dieses Universums ohne einen persönlichen Bezug. Der Mensch ist eine Zeit lang da und dann wieder nicht mehr da. Nachdenken ist dann sinnlos. Entwicklung ist dann sinnlos. Allenfalls Kinder sind dann sinnvoll, aber wollen Sie sich mit der Mühe und den Kosten überhaupt abgeben? Welchen Sinn sollte denn das haben? Denken Sie nach, ob Sie sinnlos leben können und wollen.
Könnte es sein, dass unser Leben schon Sinn ist? Gott hielt es für sinnvoll, dass es Menschen gibt. Er wollte nicht allein sein. Deshalb schuf er den Menschen oder setzte eine Evolution über Jahrmillionen in Gang (je nach dem, welche von beiden Theorien wir glauben), in deren Verlauf sich neben vielem Anderen auch der Mensch entwickelte? Da Gott offenbar ein soziales Wesen ist, scheint er auch die Nähe des Menschen zu suchen? Das Leben ist nicht zum Ausruhen, Faulenzen und Geniessen da, wahrscheinlich aber auch nicht zum Abgrenzen, zum Kämpfen, zum Ziele erreichen, sondern zum … Das Leben an sich ist Sinn? Vermutlich leben in vielen Variationen, in Freiheit und wahrscheinlich auch in Liebe. Ihr und mein Leben ist sinnvoll, weil es uns gibt. Vieles davon können wir nicht sinnvoll selbst und alleine machen, sondern nur anderen schenken und von anderen geschenkt bekommen.
Ist Sinn einfach ein Zweck? Wir wollen gerne bequem reisen. Da ist es zweckmässig, ein Auto zu benutzen. Wir lassen eins bauen. Da gibt es Roboter und Fliessbandarbeiter und Planer und Organisatoren und natürlich Manager und Chefs. Sie alle erfüllen ihren Zweck mehr oder weniger angemessen. Ist damit schon ein Sinn erfüllt?
Leben Sie auf jeden Fall nicht für einen Zweck. Selbst das Leben der Mütter (nur) für ihre Kinder ist zu hinterfragen. Leben ist Selbstzweck und seit wir Menschen sind, ist Persönlichkeit Sein Sinn. Seien Sie sich zu schade, für einen Sinn oder Zweck zu sterben, allenfalls vielleicht für einen oder an Stelle eines anderen Menschen.
Hatte es nur einen Zweck, Frauen und Männer zu entwickeln oder liegt dahinter ein tieferer Sinn? Meine sehr verehrten Damen und Herren, für die Evolution wäre es vielleicht nur ein Zweck, für den persönlichen Gott liegt darin vielleicht ein tieferer Sinn?
Meine sehr verehrten Damen, schenken Sie sich und Ihren wunderbaren Körper Ihrem Mann. Männer, schenkt Euch und Euer Geld Eurer Frau und insbesondere auch der Mutter Eurer Kinder (selbst, wenn sie inzwischen die Exfrau ist), lebenslang. Suchen Sie den real existierenden Gott. Es wird wohl nur einen geben und er wird wahrscheinlich ein persönlicher sein. Auf der Erde gibt es nichts Besseres, als Eure Frau, ja, auch als Ihren Mann (Meine Damen, Sie werden es nicht glauben.). Und wer oder was sollte unser Sinn sein, wenn nicht der real existierende Gott? Wenn Sie Mensch sind und Person resp. Persönlichkeit, und dass Sie das sind oder zumindest werden, wünsche ich Ihnen von Herzen, dann wird Ihr Leben nur sinnvoll in Verbindung mit persönlichem Gegenüber, einem persönlichen Gott und Persönlichkeiten in Form von Menschen.
Interessanterweise heisst es auch nicht „Sinn des Erlebens“, sondern „Sinn des Lebens“. Leben ist mehr als Erleben, aber sie werden sicher im Leben allerhand erleben. Laufen Sie dem Leben nach und nicht dem Erleben! Immer etwas erleben müssen, zerstört Leben. Denken Sie bitte nach.
Der Sinn des Menschen ist wahrscheinlich das Zusammensein von Persönlichkeiten, von getrennten Ichs, von getrennten Geschlechtern. Natürlich ist es bequemer, mit einem Es umzugehen, für Männer wie für Frauen, Karriere machen, sich die Welt unterordnen. Aber offenbar ist das nicht der Sinn von uns Menschen?
Können wir überhaupt wissen, was der Sinn des, noch besser unseres Lebens ist, wenn wir unser Woher und Wohin gar nicht kennen?

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