Wie leben? Politik

Wie können wir leben?

12 Politik: (24.11.2019)

Regieren und regiert werden:

Regieren ist eine Herausforderung für beide Seiten, für die Regierenden wie für die Regierten. Wir als Volk setzen intuitiv voraus, dass Regierende möglichst soziale, kooperative Wesen sind, die selbstlos für das Volk, also für uns, da sind. Doch was macht eigentlich gute Demokraten (oder vielleicht auch gute Diktatoren?), also gute Regierungen aus?
Im Grunde ist das relativ einfach gesagt: Regierung, mache alles so, dass wir uns frei fühlen, satt, gesund, schmerzfrei sind, alles bequem haben, keiner uns stört… Da fiele uns noch einiges weitere ein. Kurz: Liebe uns und versorge uns, aber stelle keine Ansprüche an uns. Wenn wir das alles bekommen, dann sind wir auch bereit, auf Demokratie zu verzichten, auf Wahrheit und unsere Freiheit. (Es gibt Regierungen im arabischen Raum, die auf Grund ihrer Finanzkraft durch Bodenschätze ähnlich zu verfahren suchen)
Umgekehrt kann aber auch der Herrscher (Demokrat oder Diktator) fragen: Was will ich für ein Volk? Was macht ein gutes Volk aus? Da wird sicher kommen: Leichte Führbarkeit, keinen Widerspruch, immer Lob und Dank, keine Ansprüche stellen, gute Bezahlung für meine Arbeit und den Einsatz und das Risiko… Auch diese Liste könnte sicher länger sein.
Wunsch (Theorie) und Realität passen ja oft nicht recht zusammen, hier auch nicht. Auch das scheint mir eine biologische Naturregel zu sein. Kann man die Realität trotzdem einfach den Wünschen anpassen? Wie wir neuzeitliche Menschen denken und handeln, scheinen wir das so zu glauben. Bist Du nicht mir zu Diensten, so zwinge ich Dich zu meinen Diensten. Das Dumme ist, zuerst sieht es so aus, als funktioniere das. Später aber bekommen wir die Rechnung serviert und dann wundern wir uns. Nicht nachgedacht?
Wen haben wir als Führer bekommen? Da sind viele Juristen, viele Bürokraten, Militärangehörige, mindestens ein Geheimdienstmann, Schauspieler, Menschen, die sich in Parteistrukturen hochgedient oder durchgesetzt haben, Unternehmer (Einer der besonders gut Menschen ausgetrickst hat und damit besonders viel Erfolg hatte und jetzt macht er es in der Politik genauso. Er überträgt „Ich zuerst“ einfach auf sein Land „Mein Land zuerst“. Viele andere schaffen nicht einmal diese Transformation und bleiben trotz Verfassungseid an der Landesspitze beim „Ich zuerst“. (Aber bitte, das soll kein Vorwurf sein, sondern nur eine Beobachtung! Ginge es in dieser Situation unter diesen Voraussetzungen und Ansprüchen auch wirklich anders? Wir werden es sehen.)
Wenn aber diese Menschen „oben“ angekommen sind, dann erwarten sie, dass sie alles bestimmen können, dass genug Geld da ist, das sie verteilen können, dass sich ungünstige Strukturen einfach nach ihrem Wunsch und Willen ändern und dass alle ihrem Willen und Denken gehorchen. Schnell stellt sich heraus, dass es so gar nicht ist. Seine Position hat sich verändert, er selber aber nicht. Ein ganz normaler Mensch trifft auf ganz normale chaotische, unbefriedigende Verhältnisse und ein Volk, das sich mit dieser Seite des Geschehens gar nicht auskennt, aber schnelle Besserung will und er kann das alles gar nicht einfach mal so ändern. Er hatte doch jede Menge Versprechungen gemacht! Jetzt wird es gefährlich für ihn. Er muss Leistung, Veränderung bringen. Dem Volk muss es schnell besser gehen. Jetzt ist er oben. Also soll er alle beschenken mit ihrem Recht, mit Geld und Sicherheit und vielem mehr. Er allein gegen oder für alle. Aber er hat doch leere Hände und ein leeres Hirn. Sonst verliert jetzt der Herrscher sein Gesicht des besonderen Mannes und er wird ein ganz gewöhnlicher. Was hat der dann aber dort oben noch zu suchen? Schnell wird er angeschossen und weg ist er. Das muss er vermeiden und so muss er unter der Decke versuchen, Widersacher auszuschalten, Freunde und Helfer zu begünstigen und schon nimmt der Weg zuerst in ein Netzwerk, dann aber in die Korruption und Gewaltanwendung seinen Lauf. Was er der einen Gruppe schenken will, das muss er per Gesetz woanders wegnehmen. Ist doch klar, was passiert? Das kann der Herrscher gar nicht so einfach verhindern. Sind erst einmal Straftaten auf diese Weise geschehen, gibt es kein Zurück mehr. Und so sind Tausende Herrscher in den letzten Jahrtausenden mit den besten Vorsätzen angetreten und schnell gescheitert und dann zu Diktatoren geworden oder waren schnell tot. Früher (und heute?) waren die Konkurrenten oder das Volk da ja nicht zimperlich. Politiker sind schliesslich auch wunderbare Sündenböcke für unsere Sünden. Sie sind zum Handeln gezwungen und werden dabei unweigerlich Fehler oder Schlimmeres machen. Das Volk darf passiv zuschauen und auf die Fehler warten und dann als Opfer Revolution spielen.
Politiker können nicht authentisch sein. Sie müssen vorspielen, gut zu sein, Vorbild, kompetent, erfolgreich, treu den von ihnen initiierten Gesetzen. Und doch haben alle ihre Leichen im Keller. Heute kommen diese Leichen immer leichter und öfter ans Tageslicht. Deshalb wird der Beruf des Journalisten immer gefährlicher und die Zensur immer intensiver und subtiler. Und deshalb sucht jeder nach den Leichen im Keller des Anderen, denn dann kann man die Keule der Moral gegen Denjenigen schwingen. Und Moral ist die unmilitärische Atombombe in unserer Gesellschaft. Dann ist der Andere tot (zumindest politisch) und selbst hat man eine grosse moralische Schlacht geschlagen, hat gesiegt, ist gut.
Freiheitskämpfer sind gute Freiheitskämpfer, aber in der Regel keine guten Politiker. Menschen, nach oben gekommen, ändern sich plötzlich qua Amtes. Sie gehören plötzlich nicht mehr zum Volk, sondern sie regieren. Das geht nicht auch anders. Aber dann versuchen sie, die alten Freiheitskämpfer zu bleiben, auch noch im Amt Ihre Idee zu verteidigen, besser, durchzudrücken gegen alle Widerstände. Die Wahrscheinlichkeit ist extrem hoch, dass das in Einschränkung der Denk-, Rede- und Pressefreiheit oder Schlimmerem für die Andersdenkenden endet. Lassen Sie uns nachdenken, wenn wir Freiheitskämpfer an die Macht lassen, geschweige denn wählen. Ich bin nicht sicher, ob Menschen, die Ideale höher einschätzen als den Menschen, da viel besser beurteilt werden können?
Und wie sieht das Regieren von unten aus? Der Neue machte viel Propaganda, um gewählt zu werden oder moralisch seine Taten zu begründen. Das Volk erwartet nun, dass er seinen Reden und Versprechungen entsprechende Taten folgen lässt. Aber er hat Gegner. Das Geld fehlt. Die Gesetze müssen beachtet werden. Neue Gesetze sind meist Kompromisse mit Gegengesinnten, also nicht das, was wir erwarten, was sie sein sollten. Für das Volk dauert sowieso alles viel zu lange. Es ändert sich nichts. Was sich ändert, ist viel zu platt, zu wenig wirksam, nicht nachhaltig, wenn nicht überhaupt eher im Interesse irgend einer Interessengruppe. Wie soll der Machthaber sich dem Volk jetzt gegenüberstellen, wenn nicht mit Täuschung und Gewaltanwendung? Sonst kommt es zur Enttäuschung. Er hat wenig andere Chancen. Ist das wohl auch eine biologische Naturregel? Männer sind in dieser Situation in aller Regel schlechte Regenten. In aller Regel gehen sie in die Falle ihrer eigenen Intuition. Männer wenden dann Kraft (die Steigerung ist Macht) an. Da sind sie in ihrem Element.
Wie diktatorisch ein Herrscher wird, bestimmen wesentlich die Untergebenen mit, bei der Wahl, mit ihrer Kritik, mit ihrem Neid- und Konkurrenzverhalten. Er muss sich ja behaupten und seine Idee, wenn nicht sogar seine Interessen, durchsetzen. Am Ende muss er sein Leben erhalten, denn es wird genügend Gegner geben, die ihm genau nach dem Leben trachten.
Haben wir als Volk nicht auch völlig falsche Erwartungen an die Regierenden?
An die Macht kommen in unseren Gesellschaftsformen (Diktatur und Demokratie) in der Regel Männer (inzwischen auch Möchte-gern-Männer), die sich entweder im Stillen gegen alle Konkurrenten haben durchboxen können oder Alpha-Tiere. Beide Gruppen sind in die Führungsposition gekommen, weil sie ihren Egoismus weiter als alle Konkurrenten um sich herum auf die Spitze getrieben haben. Nun sollen sie plötzlich die Kehrtwende machen und das Wohl des Volkes suchen? Das soll ein Schwur auf die Verfassung garantieren? Ein Schelm, wer hier Dummheit vermutet. Wenn wir schon die Wahl haben, sollten wir Alpha-Tiere vielleicht doch besser nicht wählen, besser keinen „Ich bin der Grösste und Beste und Stärkste und Reichste und Schlauste“? In aller Regel empfinden sich diese Politiker als Lösung der Probleme, aber fast immer sind sie das oder zumindest ein Problem. Regierungschefs kommen an die Macht und dann müssen sie plötzlich regieren. Viele scheinen nicht einmal darüber nachgedacht zu haben, was regieren ist. In diesen Rängen wird nicht viel nachgedacht. Zielstrebig auf die Machtergreifung zuzuarbeiten, verhindert nachdenken ziemlich zuverlässig.
Könnte ein Nachdenker, ein Koordinator, ein Sich-selbst-Zurücknehmender vielleicht angemessener sein? Er wird wahrscheinlich weniger schnell Veränderungen durchboxen, aber waren Veränderungen bisher mehrheitlich zum Wohle des Volkes? Wählen Sie nur Menschen, die auch die Grösse besitzen, ohne Groll wieder abzutreten und die Macht einem Nachfolger oder einer Nachfolgerin zu überlassen. Wer lauthals sich selbst in den Vordergrund stellt und von der Macht nicht lassen kann, wird nicht (wieder) gewählt.
Wählen Sie nur Politiker, die Ihnen nicht neue Geschenke versprechen, sondern nur solche, die Ihnen versprechen, die alten schon erbrachten Geschenke erst einmal selbst vollständig zu bezahlen. Sie müssen Ihre eigenen Geschenke immer selbst bezahlen.
Wählen Sie nur Politiker, die auch die Gegenseite verstehen und mit teilhaben lassen, den anderen Rand der Gesellschaft.
Interessenvertreter (Parteien und Lobbyisten), die Interessen vertreten, genauso wie Reiche, die natürlich ihre eigenen Interessen vertreten, gehören nicht in eine Regierung, nicht einmal in ein Parlament. Wer dann?
Nicht, wer sich um ein Amt bewirbt oder sich für fähig dazu hält oder gar eines beansprucht, sollte ein Amt bekommen, sondern wer von einem Rat möglichst ohne Eigeninteresse dafür fähig gehalten wird und dann für zehn Jahre oder auf Abruf. Wer Interessen vertritt, gehört nicht in ein Amt.
Was heisst „regieren“ eigentlich? Stimmt es, dass regieren „Gesetze machen und deren Einhaltung überwachen“ heisst? Parlamente und Regierungen sind zum Gesetze machen da? Jeden Bürger auf gleiche Linie bringen? Im Grunde andere unterdrücken. Gesetze immer differenzierter und passgenauer machen zur Abschreckung oder obligatorischer Richtlinie? Was wäre menschlich? Was wäre eigentlich, wenn Politiker oder Regierungen herumreisen würden und mit ihrem Volk zusammen nachdenken würden? Nachdenken, wie zusammen leben so geht? Was für ein gedeihliches Zusammenleben sinnvoll ist, was nicht? Wie gegenseitige Vorsicht und Rücksichtnahme miteinander am besten zu leben sind, nicht per Zwang durch das Gesetz, sondern aus Überzeugung? Nachdenken und dann aus Überzeugung handeln (das Volk) statt Wahlkampf und dann Gesetze schmieden (Regierung)?
Egal welche Gruppierung heute in der Gesellschaft, Reiche oder Arme, Parteien oder NGOs, Wirtschaftsbosse oder Gewerkschaften, Demokrat oder Diktator, …; jeder versucht heute durch Druck (Einflussnahme auf die Gesetzgebung) die Anderen und damit die Welt zu ändern. Zu Überzeugungen kommen und sie mit anderen zu teilen und vielleicht andere zu überzeugen, danach zu leben; diese Mühe macht sich heute keiner (mehr). Was wäre menschlich?
Wer sich heute noch in Regierungen wählen lässt, muss doch mit Verblendung geschlagen sein! Jeder Bürger lebt seinen Egoismus aus (die unteren als Sozialhilfeempfänger, die mittleren als Steuervermeider und Subventionsempfänger, die oberen als Nutzniesser der Beziehungen, der hoch dotierten Ämter, der Macht, der Einflussnahme zu ihren Gunsten) und am Ende soll etwas oder sogar alles gut werden? Beweist nicht Der- oder Diejenige, der/die sich heute in ein Amt mit Einfluss und Macht bewirbt, schon allein mit diesem Akt, dass er/sie ungeeignet ist? Damit will er/sie seine/ihre eigene Karriere krönen. Natürlich muss die dann verteidigt werden gegen alle Missgeschicke und Widerstände, notfalls unter Umgehung oder gegen die Ordnung und das Gesetz.
Die Welt konzentriert sich zunehmend in wenige grosse Blöcke. Die Distanz zwischen Bürger und Regierung wird immer grösser, nicht kleiner, auch in Demokratien nicht. Freiheit für den Bürger und für den Menschen wird weniger, nicht mehr. Die Optimisten bauen sich eine Scheinwelt auf. Die existiert gar nicht. Realist zu sein, ist fast unmöglich. Wenn wir nicht nachdenken und neue Ideen entwickeln, wird die Spannung nur grösser und hat nicht unsere Welt die Folgen eigentlich genug erlebt? Können wir nicht aus der Geschichte lernen?
Politiker, ändern Sie immer nur Dinge, fordern Sie immer nur Dinge, die unser Verstand verursachen oder ändern kann. Stossen Sie sich nicht am Menschsein. Das können Sie nicht ändern, auch wenn Sie es unbedingt wollten. Da lohnt auch ein Kampf nicht. Er ist schon verloren, bevor er überhaupt begonnen wurde.
Parteien sind Egoismusvereine. Sie verstehen sich als Vertreter des Volkes, aber sie werben bei den Wählern, dass man sie und ihre Politik unterstütze. So weit als nötig verbiegt man sich vor der Wahl, um hinterher doch wieder Parteipolitik zu betreiben. Am Ende müssen die Pfründe, die Ämter, die Gelder so verteilt werden, dass der Egoismus der einzelnen Politiker bestmöglich bedient wurde, schön nach Rang und Namen und Einfluss. Ist es ein Wunder, dass die Untergebenen misstrauisch werden?
Misstrauen Sie den Machern! Viele Politiker oder die es gerne werden wollen werben damit, dass sie schnell Veränderungen herbeiführen würden oder werden. Das leidende Volk wünscht sich Veränderungen. Also wählt es die Macher. Macher haben aber meist den sehr wichtigen Nachteil, dass sie vorschnell Einzelfaktoren verändern, ohne vorher lange durchdacht oder erforscht zu haben, welche davon abhängigen Faktoren sich mit verändern werden und dann Nebeneffekte verursachen. Denken Sie an die kommunizierenden Röhren. Nicht selten verschlimmern die Nebeneffekte das Ergebnis gegenüber vorher. (In der Medizin nennt man das Nebenwirkungen der Medikamente und wir versuchen sie zu vermeiden, wo wir nur können. Im Krieg heissen sie Kollateralschäden (meist Tod und Verwüstung).) Und wir wundern uns im normalen politischen Alltag? Wir haben doch bloss nicht nachgedacht.
Macher sind meist Männer, die sehr überzeugt von sich selbst sind, die sehr aktiv sind und denen Bescheidenheit, eine realistische Selbsteinschätzung und Selbstbeherrschung fehlen. Selbstbeherrschte und bescheidene Männer sind keine Macher und umgekehrt. Das ist eine biologische Naturregel. Haben die Macher bisher in der Politik zu Ergebnissen geführt, die ein Volk zusammen in Einheit vorangebracht haben? Nennen Sie mir doch bitte welche.
Politik und Wissenschaft und Technik brauchen zunehmend die Selbstbeherrschung und Bescheidenheit des Mannes, leider extreme Mangelware! Meistens tut es der Welt und Anderen nicht gut, wenn wir unsere Interessen durchsetzen, sei es per demokratischem Kompromiss oder per Diktat. Viele Politiker glauben, die Lösung zu sein und sind doch eigentlich das Problem oder wurden es mit der Zeit.
Würdenträger sein in der Politik ist schwer. Es würde bedeuten, dass Männer nachdenken, beide Seiten der Medaille ansehen und bedenken, die verschiedenen kommunizierenden Röhren befragen und abwägen und dann Vorschläge unterbreiten. Ihr Eigenwohl haben sie in den Hintergrund gestellt. So kann das Volk sie für würdig halten und mit Achtung beschenken, sowohl für Männer wie für Frauen.
Es gibt kein Miteinander zwischen „oben“ und „unten“, auch in Demokratien nicht, auch nicht, wenn man sich duzt. Die „oben“ nutzen den Staat und seine Institutionen, die „unten“ die Macht der Masse. Etwas Anderes haben sie ja nicht.
Demonstrationen sind oft nur Zeichen setzen, dass andere das tun sollen, was man selbst aber gar nicht tut. Überlegen wir uns sehr gut, ob wir wirklich demonstrieren wollen. Viele Demonstrationen sind Selbstbetrug. Freiheitskampf auf der Strasse? Vorsicht! Wenn Frauen klagend auf die Strasse gehen, dann ist das etwas anderes.
Heute hören wir von Wahlgewinnern, als Belohnung für das Geschenk der Wähler würden sie ab nun hart arbeiten. Liebe Politiker, das werden Sie müssen. Viel wichtiger hielte ich aber, dass sie jetzt hart nachdenken. Das hätten Sie auch schon vor der Wahl tun sollen. Jetzt ist es dafür eigentlich zu spät. Nicht nur Ideen sammeln, wie kann ich bei den Wählern punkten, damit sie mich wählen, sondern womit kann ich den Wählern und dem Land nach der Wahl wirklich nutzen? Liebe Bürger, hat Ihnen schon mal ein Politiker versprochen, gesellschaftliches Leben genau zu durchdenken und erst danach zu handeln? Solche sollten wir wählen, vielleicht nur solche?
Bei der Wahl von Frauen könnten wir in gleicher Weise vorgehen? Vergleichen wir einmal die Regierungen von Alpha-Tieren (es gibt derzeit so viele, wir brauchen gar keine zu nennen) mit z.B. der von Bundeskanzlerin Frau Angela Merkel. Die Einen hauen auf die Pauke und drücken ihren Egoismus (in Übereinstimmung mit dem Egoismus ihrer Partei und ihrer Wähler) durch ohne Rücksicht auf Kollateralschäden. Frau Merkel macht zwar keine auffällig gute Figur, aber es sind eine Vielzahl von Akteuren und Interessen mit beteiligt, die in die Lösung (falls es eine geben sollte) involviert sind. Schliesslich ist ja nicht die gute Figur der Regierung ausschlaggebend, sondern am Ende das gelebte Leben, mit dem alle (also das Volk) langfristig glücklich sein sollten oder zumindest die meisten Annehmlichkeiten geniessen können. Es gibt erhebliche Unterschiede in der äusseren Form und sicher auch in den inneren Mechanismen, je nach dem, ob ein Mann oder eine Frau regiert.
Besonders herausragend regiert haben Frauen nicht. Gewiss, die ehemalige britische Regierungschefin, Frau Margaret Thatcher, hat den Falklandkrieg durchgeboxt (man könnte aber auch die Frage stellen, ob Frau Thatcher denn wirklich Frau war oder nicht eher Möchte-gern-Mann?). Die britische Brexit-Regierungschefin, Frau Theresa May, scheiterte gerade an ihrem Ehrgeiz, an fehlendem Nachdenken und an den äusseren Umständen. In solchen Prozessen gerät das Nachdenken in aller Regel unbemerkt in den Hintergrund, denn natürlich fängt niemand an, in solchen Zeiten seine Position zu hinterfragen. Nein, alles muss schnell gehen und wir müssen siegen. Das funktioniert nur intuitiv. Aber Frauen haben sicher weniger Diktaturen und weniger Kriege angezettelt, wenn, dann nur versteckt und im Hintergrund. Qualifiziert sie das nicht für höchste Staatsämter? Die deutsche Bundeskanzlerin, Frau Angela Merkel, hat sicher so manchen Ärger verhindert, den die führenden Männer um sie herum sonst angezettelt hätten?
Wir sahen früher schon, dass Frauen viel weniger Selbstwertgefühl haben als Männer. Frauen haben ihre Stärke, wenn es um Gefühle geht, aber wenn es um gedankliche Auseinandersetzungen geht, relativieren sie ihren eigenen Standpunkt, ihre eigene Position viel schneller als Männer. Kommen aber Gefühle mit dazu, dann ist die weibliche Position klar und zementiert. Da stellt sich doch die Frage, ob sie nicht viel mehr nachdenken als Männer? Da werden wir aber differenzieren müssen. In Dingen des täglichen Lebens sind Frauen souverän und Meister und oft auch dominant (oft ist das einem gedeihlichen gemeinsamen Leben sehr förderlich, aber es birgt die Gefahr, dass der Mann zum bemutterten Kind wird). Immer, wenn es um etwas entfernteres und um Durchsetzung geht, dann wissen Frauen um ihre geringere Kraft und nehmen sich zurück, es sei denn, sie könnten andere (wen anders als die Männer) für sich instrumentalisieren.
Sehr geehrte Politiker! Die Entwicklung des Menschen ist der Ernstfall. Sie haben kein Labor, in dem Sie erst testen könnten. Sie haben keinen Ersatzplaneten. Leben geht nur im Nachdenken über alle Eventualitäten und Möglichkeiten im Voraus oder Sie und wir leben per Vorurteil und dann mit häufigen Sackgassen, Fehlern und Revisionen. Denken Sie daran, dass der Mensch ein Lebewesen und keine Maschine ist. Die Maschine Mensch ist nie Realität (zum Glück), sondern immer nur Theorie. Den Menschen wie eine Maschine zu behandeln, ermöglicht uns Ausbeutung, Vergewaltigung und Millionen Tote. Würden wir den Menschen als Lebewesen ernst nehmen, ginge das gar nicht. Den Menschen als Maschine können wir per Gesetz oder Gewalt zwingen, das Lebewesen Mensch nicht. Denken wir darüber nach.
Politik ist maximaler Ausdruck persönlicher und Gruppen-Egoismen. Theoretisch gibt es 50 % Gewinner und 50 % Verlierer. Wirkliche Win-Win-Situationen sind eher die Ausnahme, sind eher dem Umstand geschuldet, dass keiner von Beiden oder Aussenstehenden so richtig beurteilen kann, was Gewinn und was Verlust in diesem Falle bedeuten. Solange sich keiner ausgenutzt vorkommt, glauben alle drei an die Win-win-Situation. Aber mit der Zeit verschieben sich in der Regel die Gefüge. Einer oder mehrere werden zum Gewinner und einer oder mehrere zum Verlierer. Mit der Zeit wird die Zahl der Gewinner kleiner und die Zahl der Verlierer grösser. Wenn sich die Verlierer ihrer Situation bewusst werden, dann wird es plötzlich schwierig. Keiner will Verlierer sein. Je später die Verlierer ihre Situation wahrnehmen, je grösser die Differenz zwischen Gewinner und Verlierer und je grösser die Differenz der Anzahl der Gewinner und Verlierer bereits wurde, desto grösser werden die Spannungen jetzt sein. Wenn es dann auch noch Gewinner gibt, die Öl ins Feuer giessen, indem sie weiter Profite auf Kosten der Verlierer machen, desto problematischer wird die Situation. Das Mensch-Sein wird immer zu Gewinnern und Verlierern führen und in aller Regel wird die Anzahl der Gewinner viel kleiner sein als die Zahl der Verlierer. Ginge es auch anders? Wir können dieses biologische Naturgesetz nicht einfach ausschalten.
Eine Form zu regieren ist Tabuisierung. Ich habe Recht und alle anderen Gedanken, Überlegungen, sprachliche Äusserungen und Aktionen werden unterbunden. Das geht gut mit Festlegung von Moral. Wenn das aber nicht reicht, dann folgt jede Form von Repression.
Vertrauen schaffen ist schwer und dauert lange. Misstrauen erregt man schnell und dann schaukelt es sich intuitiv zwischen beiden Seiten immer weiter hoch. Es ist schwer, diesen Prozess zu stoppen und noch viel schwerer und langwieriger ist es, das Misstrauen abzubauen und Vertrauen neu zu schaffen. Das dauert oft Generationen. Dem Verlierer muss immer eine Zukunft gelassen werden, auch wenn Verbrechen dabei waren. Die rechtliche Aufarbeitung ist nicht immer die beste Lösung. Den Haag zeigt es uns gerade. (Aber das sind nur alte Diplomatenweisheiten, nichts besonderes)

 

Demokratie, Schwächen und Stärken:

Es braucht in der Gesellschaft immer wieder den Einfluss aller, wenn es möglichst viel Wohlstand für möglichst viele Menschen geben soll. Deshalb braucht es die Gewerkschaften und die Frauenbewegung genauso wie Arbeitgeberverbände, Interessenvertreter, Wohnungseigentümerverbände und Mieterschutzvereinigungen und viele, viele mehr. Trotzdem müssen wir uns klar sein darüber, dass diese „Freiheitsorganisationen“ oder „Gerechtigkeitsvereine“ mit ihren „Freiheitskämpfern“ reine Vereine zur Durchsetzung der eigenen Interessen sind, also reine Egoismusvereine. Sie schaffen keine „Werte“. Allenfalls vernichten sie welche, wie wir immer wieder nach Streiks zumindest auf Arbeitgeber- und Kundenseite feststellen müssen. „Werte“ schaffen nur die Unternehmer, die Initianten von Wirtschaft, die Akteure in der Politik. Wir kennen diese Gedanken aus der Wirtschaftstheorie. Doch in der Politik gelten sie genauso und sind sie eine Grundlage für die Idee der Demokratie.
Die Demokratie ist nicht die effektivste und beste Regierungsform, sondern die effektivste und beste Form der Volksbeteiligung. Klar, dass die direkte Demokratie der Verwirklichung des Traumes näher ist als die übrigen Demokratien. Die Demokratie ist die Gesellschaftsform, die der Widersprüchlichkeit im Menschen am besten Rechnung trägt. Demokratie heisst, das Volk muss mitgenommen werden zu den Entscheidungen, muss informiert werden, muss gebildet werden, damit es entscheidungsfähig ist. Das ist mühsam. Das ist umständlich. Es braucht viel Zeit. Das geht nicht geheim. Und natürlich erfordert das von den Menschen, die rufen „Wir sind das Volk“ auch eigenes Informieren, eigenes Nachdenken, eigenes Abwägen zwischen Schenken und Nehmen, damit ein zukunftsweisender Volkswille entsteht. Entscheidungen wie nationale Alleingänge (jedweder Separatismus, siehe ehemaliges Jugoslawien, Brexit und viele andere) haben selten dem Volk mehr Beteiligung an den Entscheidungsprozessen im Land und selten mehr gleichmässige Verteilung von Bildung, Gesundheit, Besitztümern und Nutzen der Produktionsmittel gebracht.
Unser Traum, Demokratie sei eine gute Staatsform bleibt ein Wunschtraum. Wie soll eine Regierungsform gut werden, wenn sie als besten Erfolg im Wesentlichen einen guten Ausgleich der vielen Egoismen versuchen kann und will, wenn wir die Egoismen aber negativ bewerten? So kann Demokratie nur zur besten der schlechten Staatsformen werden, mehr nicht. Wir sind also nur deshalb so enttäuscht von den Demokratien, weil wir viel zu viel erwarten. Das kann so gar nicht funktionieren. Wenn Politiker mit ihren Idealen gar zu sehr im Himmel schweben, dann holt das Volk sie da wieder herunter. Das ist schmerzhaft, müssen die Politiker und wir aber aushalten. Meinen Idealen würde es nicht anders ergehen.
In vielen Ländern besteht eine mehr oder weniger deutliche Teilung der Bevölkerung in Linke und Rechte. Ist diese Teilung nicht eigentlich unsere eigene persönliche innerliche Teilung, die nur nach aussen projiziert ist? Eigentlich wollen wir Beides, aber je nach Interessenslage dominiert eine Seite in uns über die andere. Das ist Ausdruck unserer inneren menschlichen Widersprüchlichkeit. Sollten wir nicht, statt gegeneinander zu diskutieren und zu demonstrieren und zu kämpfen, die beiden Pole integrieren? Wir sind widersprüchlich. Jeder sucht den Widerspruch im Anderen (natürlich die entgegengesetzte Seite) und prangert ihn an. Welchen Sinn soll das haben? Die Evolution und/oder Gott brauchen mehr aktive Toleranz von uns Menschen.
Relativ stabile Demokratien entwickeln politische Verteilungen nahe der nicht vorhandenen, aber denkbaren Mittellinie. Beide Seiten, rechte und linke (oder mit anderen vergleichbaren Namen) neutralisieren sich gegenseitig weitgehend. Deshalb kommen Demokratien oberflächlich gesehen, kaum vom Fleck. In Diktaturen dominiert einer oder eine Seite über die andere. Deshalb können sie sich stärker verändern. Die unterdrückte Seite wird natürlich wieder nach Ausgleich oder eigener Dominanz suchen. Extremismus ist nichts weiter als die Suche nach dieser Dominanz und dann geht es von der anderen Seite wieder los. In der Politik ist es wohl besser, wenn nicht die Extreme bestimmen, sondern die geschenkten Kompromisse. Aber die Extreme brüllen am lautesten.
Politiker müssen erkennen lernen (eigentlich alle Menschen), was überhaupt änderbar ist und was nicht. Viele Änderungen sind nur vorschnelle Reaktion auf irgendetwas, ohne Sinn. Es hat keinen Sinn, gegen biologische Naturregeln zu verstossen, nur weil jetzt keine Strafe folgt.
Wäre Demokratie auch noch anders denkbar als wir sie heute erleben? Ist die Ausrichtung am Egoismus aller wirklich so clever? Ist es völlig illusorisch, demokratische Ordnung nach dem jeweiligen Einsatz der Menschen, Gruppen oder Organisationen für das Gemeinwohl zu gestalten? Wäre ein anderes Selektionsverfahren denkbar, dass nicht den persönlichen Egoismus mit Macht belohnt, sondern den persönlichen Einsatz für das Ganze, die Bereitschaft, sich selbst zu verschenken? Sollten wir andere Qualitäten von unseren Politikern erwarten und sie entsprechend aussuchen? Sind die herkömmlichen Parteien dazu geeignet, uns Politiker mit solchen Eigenschaften zu präsentieren? Braucht es andere Organisationsformen? Sollte Schenken eine Rolle spielen? Sollten wir mehr nachdenken und weniger nach durch Werbung und Wahlkampf beeinflusster Intuition und Gefühl entscheiden?
Die Oberen in Wirtschaft und Politik haben ihre Lobbygruppen an den Schaltstellen der Macht. Seinen Egoismus bestmöglich anzuwenden, versuchen alle gesellschaftlichen Gruppen und im Prinzip jeder (mit seltenen Ausnahmen).
Demokraten in der amerikanischen Politik, Sie hätten Präsident Donald Trump seine Mauer an der Südgrenze schenken sollen. Dann hätte sie weniger gekostet. Oder? Was man nicht bekommt, heizt erst recht an, koste es, was es wolle. Was wir haben, verliert schnell an Wert.
Minderheiten in der Gesellschaft sind ein ähnliches Problem, oft nur in entgegengesetzter Weise. Sie haben eben keine Interessenvertretung oder eine bedeutungslose. Sie haben keinen Einfluss auf die Gesellschaft oder Politik. Die Minderheiten, die trotzdem Einfluss haben, fallen als Minderheit gar nicht auf.
Völker in Demokratien haben nicht unbedingt das Gefühl, besser regiert zu werden als in Diktaturen. Das Entscheidende ist: Demokratien beteiligen das Volk am Regieren, die direkten Demokratien noch viel mehr als die indirekten. Die Schweiz ist derzeit (2018) das einzige demokratische Land auf dieser Welt. In den anderen „Demokratien“ darf das Volk alle vier bis sechs Jahre seine zwischenzeitlichen Diktatoren neu wählen. Oft hat es nicht einmal eine richtige Aus-Wahl. Die Schweiz ist damit aber auch das einzige Land in dieser Welt, wo das Volk die Schuld für ungünstige Entscheidungen nicht einfach nach oben abschieben kann. Das Volk hat den bisher bestverwirklichten Einfluss an politischen Entscheidungen. Die Schweiz ist ein Demokratie- und Politiklabor ähnlich, nur entgegengesetzt, wie Cuba und andere.
In den sogenannten demokratischen Staaten entscheidet das Volk zumindest über die Machthaber. In den Wahlkämpfen (wir stellen fest: Wahl-Kämpfen) wird um die Stimmen des Volkes gekämpft. Womit? Mit Versprechen, Werbung, Präsenz, sich selbst gut darstellen und den Gegner nachteilig, und so fort. Es geht im Wesentlichen darum, uns Bürger gefühlsmässig dort abzuholen, wo wir sind und dort an die Wahlurne zu bringen, wo es dem jeweiligen Politiker nützt. Möglichst das Nachdenken der Bürger verhindern. (Nein, ich bin gehässig.) Hinterher kümmert es keinen mehr. Wer die Argumente auf seiner Seite hat, bräuchte eigentlich nicht zu kämpfen. Er müsste nur informieren. Das muss er allerdings. Alles andere ist Appellation an unsere Gefühle, ist Werbung, ist Manipulation unserer Intuition. Entscheiden wollten wir aber doch mit Wissen, Information und Verstand, oder? (In der Schweiz erleben wir beides, ohne scharfe Trennung voneinander.)
Wir Bürger müssen lernen, zwischen Information und Werbung sowie Manipulation zu unterscheiden. Wir müssen kritisch werden. Wir müssen uns selbst Gedanken machen, was nützlich, stimmig, wirksam, zielführend ist, unter Umständen auch gegen unser Eigeninteresse. Wer sich dazu in der Lage fühlt, der stimmt bei Wahlen und Abstimmungen. Wer sich nicht ausreichend sicher in der Entscheidung fühlt, stimmt nicht und lässt damit die Mehrheit derjenigen entscheiden, die sich informiert und kundig gemacht hat und nach reiflicher Überlegung stimmen kann. Nicht stimmen ist doch nicht schlimm. Falsch oder mit schlimmen Folgen zu stimmen, das ist schlimm. Das haben wir in der jüngsten Geschichte mehrmals vorgeführt bekommen. Aber wieder, vielleicht sind die, die sich für fit zum Stimmen halten, gerade die, die intuitiv am stärksten nach ihrem Egoismus handeln und die ihre eigene Position und Ansicht am wenigsten relativiert haben (am wenigsten nachgedacht haben)? Wer will sich da selbst beurteilen? Wir erleben die Folgen wahrscheinlich ungünstiger Entscheidungen derzeit allzu oft.
Die Information der Bürger muss allen Bürgern in gleicher Weise zugänglich sein. Dass die Presse sicher zusätzliche Informationen liefern wird und damit möglicherweise Verzerrungen verursacht, ist kritisch hinzunehmen. Das muss man noch ein wenig reglementieren. Wahlkampf, Wahlwerbung, gefühlsmässige Entscheidungsbeeinflussung sind zu vermeiden. Das spart viel Wahlkampfgeld und schafft gleichlange Spiesse für alle Beteiligten. Das würde in der Demokratie auch den Einfluss des Geldes aushebeln, was unbedingt nötig ist. Reichtum ist eine Gefahr für die Demokratie, wie wir seit Jahren z.B. in den USA erleben (aber auch in vielen anderen Ländern). Extreme Armut ist für die Demokratie jedoch gleichfalls eine Gefahr. Vielleicht sollten wir immer auf die hören, die am wenigsten demonstrieren, die am wenigsten kämpfen, die am wenigsten werben, die am wenigsten schreiben, die am wenigsten Superlative benutzen? Sind vielleicht die Leisen die wahrhaftigeren Politiker? Das gilt sowohl für Männlein wie für Weiblein. Wir wollen nicht nach Gefühl und Intuition entscheiden, sondern nach Verstand und kritischem Nachdenken. Das wollen wir Wähler und wir erhoffen und wünschen uns das auch von den Gewählten.
Für die weitere Einflussnahme: Wenn wir nicht wollen, dass aus unserem Lande Waffen exportiert werden, dann könnten wir ja zumindest Arbeitsstellen meiden, in denen Kriegsmaterial gleich welcher Art produziert wird. Was nicht produziert wird, wird nicht verkauft und kann auch nicht benutzt werden. Mutige vor! Kann man sein Geld nicht auch anders verdienen?
Schauen wir in die Organisation moderner Staaten. Fast jeder hat ein Verteidigungsministerium. Was wird dort gemacht? Es wird alles unternommen, was man braucht, um seinen Staat per Gewalt schützen zu können. Dazu geört natürlich vor allem Militär.
Wenn wir die Realität ansehen, dürfte es doch gar keine Kriege geben. Verteidigungsministerien greifen keine anderen Staaten an. Dann müssten die Ministerien ja ganz andere Namen haben: Angriffsministerium oder Ministerium für Gewaltanwendung oder …. Da fällt uns schon ein Name ein. Aber nein, Verteidigungsministerium. Alle die Kriege der letzten Jahrtausende waren Angriffskriege. Das Verteidigungsministerium wird also durchschnittlich zu mindestens 50 % zum Angriff genutzt. Schein und Sein. Wahnsinn?!
Wäre es denkbar, dass wir Bürger nicht durch Aktionen irgendwelcher Gewalt und seien es nur friedliche Diskussionen und Demonstrationen, sondern einfach durch Nicht-Mitmachen, Nicht-Kaufen, Nicht-Gebrauch, Nicht-Wählen etc. und natürlich auch dem Gegenteil, dem entsprechenden Handeln, die Welt um uns herum beeinflussen? Eine Form von Schenken (und Verzichten), nicht von Fordern. Wir warten nicht auf Entscheidungen Anderer und fordern nicht Einsatz von Anderen, vor allem nicht regulatorische Massnahmen, sondern wir leisten unseren persönlichen, kleinen, eigenen Beitrag.
Sehr verehrte Staatsdiener, Sie haben in der Regel eine günstige Position, weil Sie unkündbar sind oder schwerer kündbar sind als andere und nicht selten ist auch Ihr Gehalt höher als bei Anderen. Das ist nur in den hohen Positionen anders. Aber Sie haben den Nachteil, Gesetze und Regeln anwenden und durchsetzen zu müssen, die Sie selbst weder zu verantworten, noch gemacht haben. Sie sind einfach nur verlängerter Arm. Trotzdem kann man auch in Ihrer Position nachdenken und für den entsprechenden Staat ist das vielleicht sogar von Vorteil. Immer, wenn Sie etwas ablehnen müssen einem Menschen gegenüber, liegt der Verdacht nahe, dass Ihre Richtlinien und Gesetze, nach denen Sie handeln (müssen), nicht angemessen sind. Immer, wenn Sie einen Menschen „opfern“, tatsächlich oder im übertragenen Sinne, stellt sich die Frage, ob Sie noch menschlich handeln. Das gilt nicht grundsätzlich, aber vermutlich öfter, als Ihnen lieb sein wird. Denken Sie bitte vorher nach und bilden Sie sich wenigstens vorher selbst ein Urteil und merken sich das auch, bevor Sie dann nach geltendem Recht und Gesetz handeln. Es ist wichtig, dass wir uns auch diese Diskrepanzen klar machen, die Diskrepanz zwischen Prinzip und Mensch.
Da wir immer mehr vom Ziel her denken, z.B. vom imaginären Ziel eines bedingungslosen Grundeinkommens oder kostenloser Gesundheitsfürsorge für alle oder guter Rente für alle (und Ähnlichem) oder Gerechtigkeit für alle, brauchen wir immer mehr finanzielle Mittel. Über deren Herkunft wird aber erst nach der Ausgabe nachgedacht. So reicht das Geld meist nicht. Es werden Schulden aufgenommen. Es ist immer besser, die Schulden eher den Anderen aufzudrücken, als dass man sie selbst begleicht. So werden die Staaten, die Gemeinschaft, überbelastet und schnell sind die Staaten hoch verschuldet. Die einflussreicheren Bürger drehen die Gesetze so, dass der Staat ihnen finanziell auf vielfältige Weise zu Hilfe eilt, selbst da, wo gar keine Hilfe notwendig ist. Eine Form versteckter, legaler Korruption?
Eine gut funktionierende Gemeinschaft, ein effektives Verwaltungs- und Ordnungssystem und nachhaltig arbeitende Infrastruktur sind Grundlagen für Wohlstand. Ein schnell und angemessen agierendes und reagierendes Gemeinwesen (Staaten oder zunehmend auch Städte) sind Gold wert. Wir können sie nicht den vielen ausbeutenden Egoismen überlassen, sondern wir müssen sie aktiv entwickeln und schützen. Dazu gehört unter Anderem, dass wir diesen Institutionen nicht nur die nach allen rechtlichen Vermeidungstaktiken notwendigerweise zu zahlenden Steuern zahlen, sondern dass wir die Steuern als Vorrecht bezahlen, lieber mehr als weniger. Wir nutzen die Infrastruktur, also bezahlen wir auch dafür.
Wenn am Bau oder in der Politik etwas teurer wird als zuvor geplant, dann wisssen Sie, wie weit Sie in Ihren Ideen von der Realität entfernt sind. Denken Sie nach. Die Höhe der Schulden eines Staates zeigt auch, wie fern der Realität seine Organisation ist.
Langfristig verschuldete und vor allem hoch verschuldete Staaten sind betrogene Staaten. Entweder haben einige oder alle Steuerzahler zu wenig Steuern bezahlt oder Nutzniesser haben zu hohe Zuwendungen bekommen oder Betrüger haben Geld entwendet. Ein realistisch wirtschaftendes Gemeinschaftsgebilde hat eine langfristige Bilanz in der Nähe der schwarzen 0. Kurzfristige Schwankungen auch in rote Zahlen sind kein Problem.
Unsere Demokratien, unsere Gesellschaften, unsere Staatshaushalte sind nur zu retten, wenn wir anfangen, sie zu beschenken, jeder so viel er kann. Das können die Reichen mehr als die Armen, denn die Reichen haben unrechtmässig Besitz erworben durch Betrug oder Maffia oder Korruption oder ganz legal durch Ausweitung der Marge im legalen Handel auf Kosten der Kunden. Die Einen können Geld schenken, die Anderen eher Freiheit, Zuneigung, Vergebung, jeder so viel er kann.
Natürlich gibt es Grenzen für eine angemessene Höhe von Steuern. Aber jeder sollte die Steuern in einer angemessenen Höhe mit Freude zahlen. Das ist unser Anteil an Aufwandsentschädigung. Und alle die, die mehr besitzen oder verdienen als der Durchschnitt sind natürlich erst recht gefragt, ob sie nicht auf Steuervermeidung verzichten und statt dessen mit Freuden zahlen, wohl wissend, dass damit Anderen, die wenig haben, Vergünstigung gewährt werden kann. Nicht Steuern sparen, sondern Steuern schenken. Private oder betriebliche Vermögen, die auf Kosten des Staates durch Steuervermeidung (auch legale) angehäuft wurden, dem Staat schenken. Betrügereien offenlegen, auch ohne gesetzliche oder gerichtliche Zwangsmassnahme und die Beträge zurückgeben. In den armen Bevölkerungsgruppen ist es schwieriger. Aber auch diese Bürger und Menschen können sparsam und zurückhaltend mit Steuergeldern umgehen. Nicht alle kamen unverschuldet in diese Situation. Die meisten Abhängigen (Drogen, Alkohol, Nikotin, Spiel etc.) wurden nicht dazu von aussen gezwungen, sondern haben gegen bessere Kenntnis mit dem Gebrauch begonnen. Nicht jeder Antrag auf mögliche Kostenübernahme muss auch tatsächlich gestellt werden. Vorhandene persönliche Ressourcen gleich welcher Art kann man vorrangig nutzen. Bequemlichkeit ist kein Grund, andere und sei es den Staat, zahlen zu lassen.
Griechenland hätte zu Anfang dieses Jahrhunderts deutlich weniger Probleme gehabt, wenn die entsprechenden Menschen das vorher beherzigt hätten. Es gäbe noch sehr, sehr viele andere aktuelle Beispiele.
Schon viele Philosophen und Denker in den letzten Tausenden von Jahren haben sich Gedanken über „Besitz“ gemacht. Ist „Besitz“ etwas Gottgegebenes, etwas Absolutes, etwas, das auf jeden Fall respektiert werden muss? Manche dieser Denker haben daraus Ideologien geformt, letztgültige Denk-, Staats- und Wirtschaftssysteme.
Wenn wir entlang der Evolution, so wie wir sie heute verstehen, denken, dann werden wir davon ausgehen können, dass „Besitz“ nicht absolut gegeben ist. Jeder wird mit genauso leeren Taschen geboren wie er stirbt. Besitz spielt dabei keine Rolle. Aber wenn sich im Laufe der Evolution „Besitztum“ entwickelt hat, dann wird es dafür einen Grund geben, einen entscheidenden Vorteil für die Entwicklung des Menschen. Die Evolution und/oder Gott werden „Besitz“ für gut befunden haben. Versuchen wir, das zu verstehen.
Hat vielleicht jeder sein Revier abgesteckt und die Anderen haben das dann auch respektiert (Also ein Grundbuch entwickelt und dort die Rechte eingetragen, denn das Recht des Eigentümers musste ja von den Anderen respektiert werden.)? Als das nutzbare Land auf diese Weise vollständig verteilt war, gab es revierlose Männer. Sie respektierten den Besitz, verzichteten also. Ähnlich könnte die Entwicklung bei allen anderen Dingen auch gelaufen sein. Aber wir sehen: Einer bekommt, der Andere gibt. Und wenn einer viel hat, dann verzichten viele Andere. Klar, dass das zu Spannungen führt.
Der Sinn von „Besitztum“ könnte aber sein, dass damit Einzelne mehr entwickeln konnten: Häuser, Felder durch Rodungen, Wege, Produktionsstätten, Bildungsstätten, Spitäler und vieles mehr.
Davon profitieren letztlich viele, im günstigsten Falle alle. Denkt man das System weiter (was schon viele vor mir getan haben), dann kommt man darauf, dass bald wenige sehr viel haben und viele sehr wenig. Man kann sich ausrechnen, was passiert und die Geschichte kennt bereits genügend Beispiele dafür. „Besitz“ ist relativ, wird aber von den „Besitzern“ nach Möglichkeit für absolut dargestellt. Klare Interessenslage. Grössere Besitztümer sind also selten mit Moral gut zu begründen. Besitz ist mit guter Moral schwer vereinbar (auch wenn er gesellschaftlich sehr sinnvoll ist). Auch Besitz trägt wie der Besitzer selbst die Stigmata von „gut“ und „böse“ in sich zusammen. Wir können beide nicht trennen.
Die Komplexität unserer menschlichen Strukturen auf der Erde haben wir Menschen schon so vorangetrieben, dass wir das gar nicht mehr überblicken oder regeln können. Künstliche Intelligenz würde es noch schlimmer machen. Männer sollten froh sein, dass sie noch regieren dürfen. Dazu in der Lage sind die weitaus meisten gar nicht mehr.

 

Schweiz:

Liebe Schweizer, bitte nehmen Sie mir die kommenden Beobachtungen und Überlegungen nicht übel. Sie sind nur exemplarisch, weil ich derzeit bei Ihnen wohnen darf. Sie sind einfach derzeit meine beobachtete Umgebung. Aber auch Sie haben mich zum Nachdenken gebracht. Die Schweiz betrachtet sich selbst und ist natürlich nicht nur ein Politiklabor, sondern auch ein Labor für Gesellschaftsfragen. Wer immer der erste, der beste, der fortschrittlichste, der moralischste, der Vorkämpfer sein muss und will, ist zwangsläufig Labor. In diesem Stadium gibt es ja noch keine Vorbilder, noch keine Studienergebnisse, auf die man zurückgreifen kann. Man wagt und hat Glück oder Pech, meistens wahrscheinlich eher Glück und Pech. Ich wünsche Ihnen, dass das erste überwiegt.
Schweizer (aber auch viele Amerikaner und Europäer, Araber und Asiaten) haben eben sehr gut gelernt, ihren Egoismus hinter einer Liebesfassade zu verstecken. Wirtschaftlich erfolgreicher sind die, die dieses Versteckspiel am besten gelernt haben. Wer das nicht so gut gelernt hat, ist wirtschaftlich meist weniger erfolgreich. Das war ein Problem zwischen Ost und West in Deutschland nach der Wende, wahrscheinlich bis heute (2019).
Die Schweiz steht derzeit in der Pattsituation, mit der EU den Rahmenvertrag abschliessen zu müssen, aber auf Grund eigener Gespaltenheit sich nicht entscheiden zu können. Es käme auf eine beherzte Entscheidung an, die sich natürlich später als falsch erweisen könnte. Der Bundesrat und die beiden Parlamente sind gefragt. Hat es vielleicht sogar zu viele Frauen in den höchsten Gremien? Wird zu viel Rücksicht genommen? Bräuchte die Schweiz vielleicht sogar mehr Entscheidungsfreude, die Männer vielleicht eher mitbringen als Frauen?
Sagt mir ein alter schweizer Lehrer: Unser System ist schon wirklich gut im Vergleich zu anderen. Recht hat er. Aber es kommt wiederum darauf an, von welcher Seite man das betrachtet. Wenn man es von innen als Nutzniesser und Teilhaber oder von oben als Besitzender wie er betrachten kann, dann ist diese Beurteilung sehr angemessen. Wenn man von unten als Bedürftiger ausserhalb der Normen oder als Fremder von aussen oder als Leistungserbringer mit Handicaps das System betrachten muss, dann gibt es plötzlich eklatante Probleme, die einem der reichsten Länder dieser Erde nicht unbedingt zur Ehre gereichen.
Die Schweiz funktioniert wie ein Uhrwerk, dass wir in bestimmten Funktionen sehr gerne nutzen. Wenn wir aber dadurch selbst zur Maschine statt Person (Mensch) werden, dann tut das auch weh. Der Mensch in seiner Widersprüchlichkeit ist eben keine bis ins kleinste durchdachte und ausgetüftelte Maschine wie eine schweizer Uhr.
Der Aufbau von polizeilichen, demokratischen, dem Volke dienenden Kräften (die nicht mafiös agieren dürfen) ist deshalb so schwer, weil die entsprechenden zum Einsatz kommenden Menschen immer auch die böse Seite mit in die Struktur bringen. Der unter anderem auch in einem Netz von Beziehungen lebende und damit unterschwellig immer mafiös gefährdete Mensch wird plötzlich Polizist (oder Richter oder Staatsanwalt oder Geheimdienstmitarbeiter etc.). So kann die Gerechtigkeit, die Rechtsordnung nicht hergestellt oder bewahrt werden, weil die ausführenden Menschen oft korrupt sind. Innen sind sie egoistisch und jeder Form von Vorteilsnahme zugeneigt, manche auch nur dumm, während sie nach aussen die unabhängigen, frommen, uneigennützigen Übermenschen mimen. Wehe, da schaut jemand hinter die Kulissen. Dort sieht es mafiös aus. Das erfahren Journalisten wieder sehr hautnah. Sie sind die Bösewichter, die die Mafiastrukturen aufdecken und das „Böse“ zum Vorschein bringen. Deshalb müssen sie aus dem Weg geräumt werden. Dabei unterliegen hier nur mehrere Beteiligte dem Irrtum, dass „menschlich“ automatisch „böse“ ist. Vielleicht müssten wir uns nur anders organisieren und anders denken, um menschlicher zu werden?
Da kann es doch ein Gewerkschaftsvorsitzender mit seinem Gewissen vereinbaren, durch eine Entscheidung im eigenen Interesse eine ganze Verhandlungspolitik seines Landes so an die Wand zu fahren, dass nichts mehr geht? (2018/19, Verhandlungen Schweiz-EU.) Seit dem zweiten Weltkrieg haben Gewerkschaften durch Tarifrecht eine Gleichbehandlung aller Arbeitnehmer vom ersten bis zum letzten Arbeitstag erkämpft, die kontinuierlich langsam steigende Löhne bis zum Schluss garantiert. Die Leistung des grössten Anteils der Arbeitnehmer nimmt aber in den letzten zehn Arbeitsjahren eher ab als zu. Das führt dazu, dass ältere Arbeitnehmer für den Arbeitgeber relativ immer teurer werden und ganze Generationen von älteren Arbeitslosen mussten für diese Rechte bluten (einschliesslich der Arbeitslosenversicherungen). Meines Wissens hat bisher keine Gewerkschaft eingelenkt.
Der Preis für die unangemessenen Löhne und Vergünstigungen von älteren Arbeitnehmern ist die hohe Arbeitslosigkeit unter diesen Menschen. Die ausgehandelten Bedingungen sind Täuschung über die Realität. Verträge und Gesetze sind Täuschungen über die Realität!
Vor wenigen Wochen hörte ich im Radio, wie ein Politiker die geplante Lockerung der Restriktionen zum Export von Waffen begründete. In der Schweiz brauche man Militär und militärische Technologie. Da das Land aber zu klein ist, könne es militärische Technologie nicht allein rentabel produzieren. Deshalb müsse man die eigene Technologie auch exportieren, damit genügend Kunden die Technologie mit finanzieren. Das ist einsichtig. Deshalb wird die Technologie auch in arabische Länder und sonst wohin exportiert, denn die Schweiz kann sich ja ziemlich sicher sein, dass diese Technologie dort nie gegen die Schweiz selbst eingesetzt wird. Ruchbar wurde das ja auch nur, weil diese Technologie plötzlich gegen wehrlose Zivilisten in anderen Ländern angewendet wird. Vertraglich sei das beim Verkauf ausgeschlossen worden.
Glaubt denn wirklich jemand, dass ein arabischer Herrscher erst auf die Verträge schaut, wenn er sein oder ein anderes Volk unterdrücken will, mit welchen Waffen er das vertragsgemäss darf und mit welchen nicht? Wahrscheinlich dürfen wir auch annehmen, dass er sich als Opfer fühlt und seinen Kampf als Befreiungskampf. Dann sind sowieso alle Mittel gerechtfertigt. Vielleicht müssten wir doch ein bisschen mehr nachdenken?
Es ist sowieso erstaunlich, dass die Schweiz ihr Militär mit Milliarden unterhält und erneuern möchte. Welches der angrenzenden Länder steht denn in der Gefahr, die Schweiz angreifen zu wollen? Man bräuchte ja nur die politischen und wirtschaftlichen Spannungen klein zu halten und schon wäre sämtliche Gefahr (deren Grösse doch gegen 0 geht) gebannt? Das wäre sicher deutlich preiswerter. Stellen Sie sich vor, die Schweiz ginge auf ihre Nachbarn zu und teilte mit, sie verzichte jetzt auf militärische Grossprojekte und überweise das entsprechende Geld als Kohäsionsmilliarde(n?). Die Schweiz vertraue seinen Nachbarn und Verbündeten.
Und welches Land jenseits der EU wollte die Schweiz militärisch angreifen? Es müsste ja unbemerkt Boden der EU überwinden. Schwer vorstellbar. Demgegenüber stehen aber im Cyberkrieg, der ja nun wirklich in Gang ist, die Grenzen aller Länder und krimineller Banden direkt an der schweizer Grenze, ja sogar im Inneren der Schweiz (siehe Labor in Spiez). Die Gefahr ist real und sehr viel höher als eine militärische Invasion. Vergleichen wir aber den Einsatz (unzureichend behelfsmässig die Höhe der finanziellen Ausgaben) für das herkömmliche Militär und die für die Cyberkriegsabwehr oder die Anzahl der jeweils Beschäftigten in beiden Bereichen, dann besteht die Differenz doch aus etlichen Nullen, oder? Ist das nicht ein Beispiel für die inadäquate Bedeutung der männlichen Intuition als Entscheidungskriterium gegenüber dem notwendigen Einsatz von Sachverstand?
Ich habe nie Buchführung gelernt und nie kaufmännische Prinzipien. Aber ich bin selbstständig und habe meine Tätigkeit mit tiefroten Zahlen begonnen, bin in den schwarzen und hoffe, sie auch in den schwarzen Zahlen zu beenden. Ich habe nie begriffen, warum in allen Ländern und staatlichen Institutionen, auch in vielen wirtschaftlichen Bereichen, Erfolge und Verluste ausschliesslich in Geldbeträgen angegeben werden. Da will man zum Beispiel Kinder fördern. Also wird mitgeteilt, wie viel Geld man für die Kinder budgetiert habe oder ausgegeben habe. Als ob das wichtig wäre? Eigentlich würde mich doch interessieren, welche Taten, Vergünstigungen, Unterstützungen oder andere Vorgänge erfolgten, welchen Vorteil die Kinder daraus gezogen haben. Am Schluss würde mich auch die Summe interessieren, die verbraucht wurde, aber eigentlich nur, um abzuschätzen, wie effektiv die Organe gearbeitet haben. Denn die Differenz wird wahrscheinlich in egoistischen Kanälen versickert sein. Jetzt hat man den Eindruck, dass die Beträge nie gross genug sein könnten (und dabei stecken die Staaten oder Organisationen in aller Regel tief in den roten Zahlen und jede Geldausgabe ist absolut absurd). Wie will man so Staaten und Völker zu vernünftigem Handeln anhalten und Schulden abbauen? Hat da mal jemand nachgedacht, der Ahnung oder/und Einfluss hat?
„Schweizer sind Extremisten.“ Das ist doch eine glatte Fehleinschätzung. Schweizer sind immer moderat, kompromissbereit, orientieren sich in alle Richtungen, passen sich notfalls an, aber …
Schweizer müssen immer die besten, die schnellsten, die fortschrittlichsten, die moralischsten, die schlausten, die Weltmarktführer, die Herberge der Elite sein. Wer jedoch immer am oberen Rand sein will und muss, trägt natürlich auch die höchsten Kosten. Das kann man nicht einfach per Dekret ändern. Das ist untrennbar miteinander verbunden. Wer es doch per Dekret versucht (Die Versuchung liegt immer nahe), verschiebt den Preis vom finanziellen auf andere Bereiche. Dann kommen eben andere Kosten dazu. Der Preis bleibt trotzdem in etwa gleich. Wer immer Klassenbester sein will, wird auch von den Anderen gemieden. Auch das ist eine biologische Naturregel. Die Kinder lehren es uns. Kinder zeigen uns, wie wir selbst sind. Sie haben das Täuschen noch nicht gelernt.
Die eine Gruppe der Schweizer klagt über die hohen Immobilienpreise. Die andere Gruppe ist ganz still. Die Menschen in der ersten Gruppe wollen Wohnungen in der Schweiz kaufen oder mieten und müssen die hohen Preise zahlen. Die Menschen in der anderen Gruppe haben Immobilien z.B. geerbt oder schon seit Jahrzehnten in Besitz. Sie haben die Jahre der dramatischen Wertsteigerungen mitgemacht oder die inzwischen wertvollen Immobilien ohne eigenes Zutun geerbt. Aus dieser Gruppe habe ich noch keine Klagen gehört. Die hohe Konzentration an Menschen und an Geld in der Schweiz treibt die Preise in die Höhe. Die Einen haben Pech und weinen und die Anderen haben Glück und lachen leise. Das ändern Sie nicht einfach mit einem Gesetz, ohne dass sich viele andere abhängige Grössen und womöglich auch Sie selbst mit ändern.
Nicht unwesentlich für das Lebensgefühl ist auch die Tatsache, dass viele in (Sach-)Werte investieren statt in Menschen. Das verrät, was Wert und was fehlender Wert ist. Eigenartigerweise gehört der Mensch nicht zu den Werten (ausser vielleicht ich mir selbst). Müsste es nicht eigentlich umgekehrt sein? Sie haben Recht. Ich bin fies, dass ich jetzt Werte und Menschen vergleiche. Aber in der Realität konkurrieren wir tatsächlich. Das können wir unmoralisch finden oder noch schlimmer. Es ist Realität, biologische Naturregel.
Die Schweiz ist eine Insel der Glückseligen. Sie hatte eine Religion, die ihr viel Entwicklung möglich machte. Wir dürfen nicht glauben, das automatisch hier entwickelte Theorien in der ganzen Welt funktionieren. Weit gefehlt. Die Entwicklung, die Vorbedingungen, die Realität, an der sich alles messen muss, sind anders.
Was ich jetzt bei den Schweizern so negativ sehe, hat aber auch seine positiven Seiten. Wahrscheinlich ist eben auch das, was sehr negativ erscheint, nicht nur negativ? Es ist eben doch wichtig, dass wir nicht polarisieren, sondern nachdenken. Nachdenken führt dazu, beide Seiten der Medaille zu betrachten, weder nur die gute, noch nur die böse, weder nur meine, sondern auch die Gegenseite. In vielen Fällen brauchen wir aber die gute Seite nicht zu suchen, denn jeder Betroffene bietet sie uns so breit als möglich dar, in der Werbung, im Wahlkampf, in der Selbstdarstellung, im Selbstwertgefühl.

 

Regierung von oben:

Wir empfinden uns als gut, weil wir unsere eigennützigen (bösen) Absichten gut (vor allem vor uns selbst) verbergen konnten und können. Wären wir an den Schalthebeln der Macht oder des Geldes oder des Einflusses, wären wir dann wie die Bösen? Oder kamen wir nicht in diese Positionen, weil wir nicht so sind?
In der Diktatur wird das Volk einfach regiert. Das ist einfacher, aber un-menschlicher. Das Volk ist ohne Einfluss. Demokratie heisst, zumindest alle die wollen, bestimmen anteilig mit. Demokratie ist ein Geschenk der Männer an die Gesellschaft. Die entscheidenden Männer verzichten darauf, ihre eigene Meinung, ihre eigene Position, ihre eigene Person absolut zu setzen und das ganze Volk hintan zu stellen. Oder es besteht ein ausgeklügeltes System, dass es solchen Männern unmöglich macht, sich selbst so absolut zu stellen. Aber Schlupflöcher finden solche Männer immer und das wurde uns in den ersten zwei Jahrzehnten dieses Jahrhunderts ja mehrfach und in verschiedenen Ländern dieser Erde vorgemacht. Eine ganze Anzahl von Männern führt derzeit ihre Völker und die Völkergemeinschaft an der Nase herum.
Wir spinnen mal ein bisschen: Diktaturen werden ja doch in den meisten Fällen von Männern geführt. Diktaturen sind typische männliche Strukturen. Frauen schaffen das so gar nicht und wenn sie diktieren, dann tun sie das ganz anders. Also müsste man jedem Herrscher eine Frau als Vize zur Seite stellen, die jeweils gleiches Weisungsrecht hat, damit sich die beiden ausgleichen können resp. müssen. Dann dürfte es doch nicht zu solchen extremen Exzessen kommen, wie wir sie in den letzten fünf Jahrhunderten kennengelernt haben? Oder wäre nicht die Folge eher, dass die Frau dann entweder ganz auf die Linie des Mannes einschwenken würde oder aber, wenn sie etwas Mumm hat, in die Opposition zu ihm gehen würde und müsste? Beide Male würde das Experiment auf diese Weise scheitern.
Aktuell haben wir ein prominentes Beispiel in Myanmar. Frau Aung San Suu Kyi war viele Jahre von der Militärdiktatur interniert. Durch ihren Kampf gegen die diktatorische Regierung und gegen die Rechtlosigkeit des Volkes wurde sie berühmt und mit dem Friedensnobelpreis geehrt. Dann wendete sich das Blatt und sie wurde quasi Regierungschefin (wegen einer Kleinigkeit nicht auch formal). Die alte Militärriege hat aber immer noch ein Vetorecht im Staat. Sie hat weiter viel Macht und die Vertreibung der muslimischen Minderheit der Rohingyas auf Grund eines Gesetzes über Rasse und Religion ist vor allem das „Verdienst“ der Militärs. Von aussen wird nun lautstark kritisiert, dass Frau Aung San Suu Kyi nicht laut gegen diese Ungerechtigkeit vorgehe. Meines Erachtens sollten wir Aussenstehenden jedoch mehrere Faktoren vor der Äusserung von Kritik bedenken:
1. Sie hat kaum Macht. Sie kann nicht einfach gegen die Militärs regieren.
2. Sie ist eine Frau. Gegen die militärischen Alpha-Tiere steht sie als Frau in der extrem ungünstigeren Position. Sie ist selbst kein Alpha-Tier. Es würde mich allerdings nicht wundern, wenn sie vielleicht den längeren Atem hätte als viele der Militärs und der Kritiker.
3. Wer als Freiheitskämpfer Spitze ist, muss noch lange nicht zum Regierungschef taugen. Das muss ihre frühere Leistung nicht schmälern. Wir sollten es nur menschlich wahrnehmen und ihr auch auf keinen Fall den Friedensnobelpreis aberkennen, auch nicht gedanklich aus moralischen Gründen.
4. Wir können die Gepflogenheiten asiatischer Völker nicht automatisch mit westlichen gleichsetzen und einfach westliche Massstäbe anlegen.
Keine Frage. Das alles hilft den rechtlosen und unter schlechtesten Bedingungen lebenden Rohingyas nicht. Hier geschieht schweres Unrecht. Unsere menschliche Widersprüchlichkeit steht uns bei der Lösung von Problemen leider doch sehr oft felsenfest im Weg. Aber auch das ist Realität, mit der wir rechnen müssen. Wieder ein biologisches Naturgesetz?
Derzeit erleben wir die Dominanz nationaler Egoismen, die alle zu Diktaturen tendieren.
Im politischen Raum ist der Aufbau grosser Strukturen (grosser Länder, Annexionen, Zusammenschlüsse …) nur sinnvoll unter dem Aspekt männlicher Beherrschung anderer. Menschlich sind die kleinen Strukturen, die machtlosen, die gewaltlosen, die harmlosen.
Können wir Bürger Einfluss nehmen? In der direkten Demokratie auf jeden Fall. Diese Demokratie ist kaum zu toppen (Vielleicht doch ein bisschen? Dazu später). In der Diktatur wohl kaum. Wir müssten Freiheitskämpfer werden und die Folgen haben wir schon durchdacht. In der Diktatur hilft nur geduldiges Warten auf den weisen Diktator, der sein Leben und seine Macht ans Volk verschenkt. Und selbst dann braucht es viel Glück und sehr, sehr günstige Umstände. Denn nicht nur der Diktator müsste sich ändern, auch das Volk und seine kleinen Führer müssten sich ändern. Sonst dauert es nicht lange und es gibt den nächsten Diktator. (Das erleben jetzt die Länder im arabischen Raum, deren Diktatoren zwar weg sind, aber die umgebenden Strukturen haben sich nicht verändert. Und man kann Völker nur sehr, sehr schwer von aussen ändern. Das braucht Jahrhunderte.)
Politik ist Spiel der Egoismen. Ob Diktatur oder Demokratie ist egal, die Egoismen sind nur anders organisiert. Wirksam sind jeweils die widerstreitenden Egoismen, in der Diktatur weit pointierter organisiert als in der Demokratie und mancher Diktator schafft es, die Widersprüche sehr ungleich zu gewichten. Sein eigener Egoismus ist allbestimmend; die anderen Egoismen werden klein gehalten. Überall, wo an einer Stelle viel Macht ist, ist an anderer Stelle wenig. Überall, wo an einer Stelle viel Geld ist, ist an anderer wenig. Aber die Summe aller Egoismen ist in jeder Gesellschaft nahezu gleich und deshalb finden sich in vielen Demokratien so chaotische Verhältnisse, weil so viele Egoismen eine Chance haben, ihren Einfluss auszuüben. Natürlich schaut der Diktator erhaben und geringschätzig lächelnd auf die Demokratie, denn er hat ja seinen Egoismus allbestimmend gemacht. Da ist das Chaos der vielen kleinen Egoismen doch wirklich lächerlich.
In der Demokratie werden viele Strategien und Ziele der Gewinner öffentlich. Daher können sich die Verlierer besser wehren, zumindest die schlaueren und aktiveren. In der Diktatur bleiben viele Strategien und Ziele gezielt im Dunkeln. Deshalb sind die Verlierer stärker ausgeliefert. Damit wird auch die Zahl der Gewinner deutlich verkleinert und die Zahl der Verlierer deutlich vergrössert. Die wirtschaftlich und politisch (aber auch wissenschaftlich, religiös und anderswie) auf der Gewinnerseite Stehenden, werden immer versuchen, durch Verheimlichung ihrer Strategien und Ziele, weiter voran zu kommen. Sie stehen automatisch in der Gefahr, Diktatoren zu werden. Demokratien, die Regierungen durch Gewinner und Verlierer, sind immer verletzlicher als Diktaturen, sind weniger wehrhaft, weniger durchsetzungsfähig, bestandsgefährdeter. Wer gegen einen oder mehrere Andere bestehen will (wie zum Beispiel die derzeitigen Führer mehrerer Weltmächte), der wird mit einer Diktatur wahrscheinlich mehr erreichen. Das merken die jeweiligen Führer intuitiv und versuchen alles, um die Demokratie für sich zu instrumentalisieren, also den Weg zum eigenen Diktat zu gehen. Wer keinen Feind hat oder sich gegen niemanden behaupten muss oder will, kann dem Volk seinen Platz geben und das geht sicher mit einer Demokratie besser.
Meine sehr verehrten Herrscher, Sie leben nicht alleine auf dieser Kugel als Mensch und alle anderen sind nur Materie, Vieh oder Untergebene.
Da begründet ein kleines Land aus einem anderen Kulturkreis gegenüber der EU, dass es andersgeartete Menschen wieder steinigen wolle. Das ist mutig und wird mit Moral und Freiheit und Religion begründet. Das stimmt mich nachdenklich. Lassen Sie uns doch einmal zusammen über Moral, Freiheit und Religion nachdenken.
Wenn entsprechende Strukturen fehlen, ist Demokratie ein Geschenk von Männern an die Gesellschaft. Wie wäre es denn in Ländern des Nahen Ostens, denen jetzt die Herrscher genommen wurden, wenn die verbleibenden Männer sich zusammenrauften und einen unter sich zum Führer wählten und alle Anderen arbeiteten ihm zu? Nicht „Einer wird zum neuen Diktator“ und das muss natürlich erkämpft werden (freiwillig lässt keiner einen Diktator über sich zu), sondern einer bekommt das „Sagen“, aber er nimmt Rücksicht auf alle anderen, die auch leben und gut und in Frieden leben wollen. Dazu gehören Toleranz und … Warlords ade? Natürlich gibt es niemanden, der sich jetzt angesprochen fühlte. Auch Maffia-Bosse und Andere nicht. Denken Sie bitte nach. Schenken Sie Frieden und Freiheit und Beziehung trotz Globalisierung. Männer, hat denn schon einmal einer nachgedacht, bevor er eine Waffe in die Hand nahm oder den Befehl dazu gab?
Es gibt Männer, die gerne viele kleine oder auch grosse Deals machen, vor allem in der Wirtschaft und in der Politik. Das machen diese Männer deshalb so gerne, weil sie hoffen, dass sie der Bruder, der Partner, die andere Partei, die Gegenseite, der Gegner möglichst unbemerkt über das Ohr haut. Nein, sie dealen so gerne, in der Hoffnung, den jeweils anderen unbemerkt über das Ohr zu hauen. Sie hoffen, daraus Gewinn schlagen zu können.
Diese Männer vergessen aber, dass sie auf der anderen Seite Verlierer produzieren, die das doch irgendwann merken. Das wird sie sehr schmerzen. Sie werden sich ausgenutzt fühlen. Sie werden sich rächen. Dann wird am Ende der Verlust womöglich grösser sein als der primäre Gewinn? Weiteres Dealen wird dann spannungsgeladen und unerquicklich sein. Es ist wie mit Gewinnspielen. Es wird sich immer weiter hoch schaukeln und am Ende sind nicht wenige süchtig oder bankrott und in jedem Fall kaputt.
Im günstigsten Falle kam es zu einer Win-Win-Situation. Das ist optimal. Aber wir sahen schon, dass Win-win- die Tendenz hat, früher oder später ins Ungleichgewicht zu kommen und dann ist es nicht anders als in der ersten Art der Reaktion. Es braucht viel Wachsamkeit und Verstand, um Win-win-Situationen langfristig in der Balance zu halten, damit sie auch weiter funktionieren. Nach der Wende 1989, einer der wenigen mit Win-win-Ergebnis, kam das Ungleichgewicht recht schnell wieder und dann war es mit der Entspannung aus.

 

Gesellschaftliche Ideale:

Kapitalismus ist einfach nur Leben pur. Wird Privateigentum geschützt, darf jeder frei mit Anderen Geschäfte machen, arbeiten oder Andere für sich arbeiten lassen etc., entsteht immer wieder eine kapitalistische Wirtschaft in irgendeiner Form. Wandelt man diese Bedingungen um, wird längerfristig wieder eine Form von Kapitalismus entstehen, auch wenn wir sie Sozialismus nennen. Der Kapitalismus ist dann nur in den Schwarzmarkt verdrängt. Wir teilen uns und unsere Gesellschaft in eine prinzipientreue und in eine menschliche, in eine theoretische und in eine praktische, in einen Soll-Sozialismus und in einen real existierenden Sozialismus (wobei diese oft beide theoretisch sind und daneben doch noch der Schwarzmarkt, also Kapitalismus, blüht). Es spricht viel dafür, dass das eine biologische Naturregel ist, die wir nicht ändern können, auch wenn wir es noch soviel mit Technik, Gesetzen, Revolutionen, Enteignungen und Zwang tun.
Sozialismus dagegen ist Moralapostel pur. Kapitalismus ist der kleinste gemeinsame Nenner aller Menschen. Sozialismus würde eine zusätzliche Kraft gegen die Entropie brauchen. Diese Kraft gibt es im Menschen nicht oder ich habe sie noch nicht wahrgenommen.
Nicht die Kollektivwirtschaft (Sozialismus oder Kommunismus) ist das Gegenteil oder die Lösung für den Kapitalismus oder dessen Überwindung, sondern ein ausgewogenes Teilen, Nehmen und Schenken. Offenbar ist es schwer, aus dem Nimm-Modus in den Schenk-Modus umzuschalten und sei es nur zeitweise oder teilweise. Solange politische Strukturen im Nimm-Modus verharren (egal welcher Art), haben sie ein Minus-Problem, denn jemand oder eine Struktur muss ja geben.
Sozialismus funktioniert wie die Balz. Alle wollen am Anfang für alle (ausser dem Gegner und deshalb muss der eliminiert werden), aber im täglichen Leben wird dieser Elan verbraucht. Er ist eine Täuschung und daher kommt dann die Enttäuschung. Ach, die Anderen halten sich inzwischen nicht mehr dran, warum dann ich? Ich werde ausgenutzt, also muss ich mich wehren und auch beginnen, auszunutzen, das System und die Mitbürger. Der Weg zum Kapitalismus ist wieder frei oder aber es folgt Gefangenschaft im System (siehe Kuba oder ehemalige Besatzungsgebiete der Sowjetunion).
Eine andere Idee oder Theorie: Bedingungsloses Grundeinkommen wird gefordert von jungen vitalen Menschen, die sich in die Idee verliebt haben. Sie tragen den Optimismus der Idee (gleich dem Verliebtsein) in sich. Es fordern auch die, die es dringend brauchen würden, um aus der Zwickmühle von Realität und Gesetz (Theorie) zu kommen. In der Realität später aber müssen dann alle damit leben, die Gesunden, die Faulen, die Fleissigen, die Kranken, die Arbeitslosen, die Reichen, die Regierenden. Die neue Regelung verschiebt dann den Nutzen und die Verpflichtungen zwischen den Beteiligten. Macht das etwas besser? Ich habe Zweifel! Nachher ist es Pflicht! Der Verdacht liegt nahe, dass das bedingungslose Grundeinkommen das gleiche Schicksal haben wird wie der Sozialismus.
Bedingungsloses Grundeinkommen geht davon aus, dass alle aus eigenem Antrieb arbeiten würden, wenn sie genug oder gleich viel Geld bekämen. Warum wird dann bei staatlichen Hilfen und Versicherungsleistungen an Kranke und Hilfsbedürftige so gegeizt? Jede Leistung oder Hilfe ist genau an Bedingungen geknüpft. Weil man argwöhnt, dass die Empfänger nur faulenzen und betrügen. Warum haben Kolchosen und Sozialismus nicht funktioniert? Wir lassen uns immer gerne vom Staat lieben, aber umgekehrt? Kurzfristig vielleicht noch ja, aber langfristig, gar lebenslang? Nie und nimmer, oder?
Bedingungsloses Helfen wäre ein erster Schritt zur Verwirklichung des Zieles. Was wir brauchen, ist bedingungslose Hilfe für die wenigen wirklich Bedürftigen. Heute knüpfen wir die Hilfe an jede Menge Bedingungen, damit das bloss keiner ausnutzen kann. Dann aber wollen wir ein bedingungsloses Grundeinkommen, damit alle das ausnutzen müssen? Ist das nicht Dummheit? Dann werden doch die Ungleichheiten zementiert, nur auf einem höheren Niveau. Die Preise würden steigen und das bedingungslose Grundeinkommen würde wieder nicht reichen, die Grundbedürfnisse der Armen zu befriedigen. Der Mindestlohn oder das Grundeinkommen müssten laufend nach oben korrigiert werden, wenn sie ihr Ziel erreichen sollen.
Wer Kapitalismus überwinden will, kann das nur durch schenken, durch miteinander teilen.
Wir könnten viel Geld in staatlichen Haushalten, in Versicherungen, ja sogar in Hilfsorganisationen sparen, wenn wir unsere Täuschungen aufgeben würden, z.B. dass Justiz Recht schafft, das Medizin Gesundheit schafft, dass die Entwicklung von Robotern menschliches Leben leichter macht, dass Helfen Hilfe ist und viele Täuschungen mehr.
Der Run auf Europa und auf die USA bzw. den Westen ist ein riesiges Lob für den Westen. Dort finden Menschen offenbar etwas, was sie suchen und im Rest der Welt bisher nicht fanden und finden. Nehmen wir das doch einmal wahr. Wie viele Leute flüchten aus Überzeugung nach Russland oder China oder Afrika? Der Westen ist das, was er ist, auf Grund seiner Weltanschauung und weil Religion auch Weltanschauung ist, auf Grund seiner Religion. Wirkliche, nachhaltige Änderungen erleben die anderen Regionen dieser Erde nur durch Änderung ihrer Weltanschauung. Die Weltanschauung bestimmt den Umgang mit dem Leben und dem Regieren und mit den Dingen. Die Bewohner des Westens haben die einmalige Gelegenheit, die zu ihnen strömenden Menschen in ihre Weltanschauung zu integrieren. Wir sollten sie liebevoll aufnehmen und ihnen Hoffnung schenken. Das ist doch eine wunderbare Chance, noch dazu für Länder, die sich für christlich halten.
Es spielt eigentlich gar keine Rolle, ob wir in einer Diktatur oder in einer Demokratie leben. Alle Kräfte versuchen nur, ihren Egoismus zu verwirklichen und wir wundern uns, dass die Gesellschaften nur durch Egoismus geprägt sind? Alle Strukturen dienen nur dem Einen, der effektiven Verwirklichung von Egoismus. Völlig im Hintergrund sind Strukturen, die ohne Eigennutz für das Ganze sorgen oder mit Anderen zusammen leben. Alles muss Zielen und Prinzipien unterworfen sein, nur nicht uns Menschen, wie wir sind. Sollten wir die Idee verfolgen, den Egoismus in der Gesellschaft reduzieren zu wollen, dann geht das nur, wenn wir selbst beginnen, zu schenken: Freiheit, sehr viel Freiheit, Toleranz, sehr viel Toleranz und vor allem sehr unterschiedlichen oder fremden Menschen gegenüber, Geld, Zeit, Energie, Schuldübernahme und Vergebung, … Ohne Schenken wird es kaum eine Gesellschaft glücklicher Menschen geben. Die Bedeutung des Schenkens gilt in beide Richtungen, von oben nach unten und auch von unten nach oben. Die Art des Schenkens und was geschenkt wird, wird je nach Richtung differieren.
Glück durch beschenkt Werden ist etwas anderes als Stolz Sein auf seine eigenen Leistungen.
Interessant wäre gewesen, den Veränderungen eines KPdSU-Generalsekretärs Michail Sergejewitsch Gorbatschow 1985 bis 1991 weiter zu folgen, der den Versuch unternahm, entgegen aller Widerstände in der mächtigen Partei dem Volk Mitsprache zu geben, Transparenz (Glasnost) und Toleranz zu schenken. Leider kamen dann wieder die Egoisten und zerstörten alles. Heute sind sowohl Herrscher wie Völker noch frustrierter. Aber er hat vorgemacht, wie es geht und im Grunde spricht der Abbruch des Vorganges nicht gegen den Versuch, sondern nur dafür, dass es noch viel öfter versucht werden müsste. Die Versuche von unten, Freiheit, Toleranz, Herrschaft möglichst vieler Menschen zu erkämpfen, sind unübersehbar viele und haben ausser seltenen Ausnahmen nicht zum Ziel geführt. Sie sind wahrscheinlich Folge unserer intuitiven Reaktion, wenn einer unsere Freiheit in jeglicher Hinsicht beschneidet, dann müssen wir sie uns eben erkämpfen. Die Versuche von oben, Freiheit, Toleranz und Beteiligung an der Macht für möglichst viele Menschen zu gewähren, ist nur sehr, sehr selten unternommen worden. Wie wäre es, wenn unsere grossen starken Führer heute, ihre Stärke verschenken würden, wenn sie die Mehrheit der Bevölkerung an der Macht beteiligen würden? Liebe Machthaber dieser Welt, Sie sind an die Macht gewählt worden, weil Sie als die Besten und Weitsichtigsten im Land angesehen wurden. Denken Sie doch bitte nach. Wie können Sie die Menschen in Ihrem Land am besten am Leben, an der Bildung, an der Gesundheit, am Wohlstand beteiligen? Und nicht nur daran, sondern auch an der Freiheit, so weit als möglich über sich selbst, die eigene Freiheit, seine eigene Beurteilung der Dinge, der Lage, der Beziehungen zu bestimmen? Zur Freiheit gehören auch Meinungsfreiheit, Reisefreiheit und grösstmögliche Freiheit von gesetzlichen Regelungen (die alle unsere Selbstbestimmung einengen).
Menschenrechte können nur geschenkt werden, gleich von welchem Diktator oder Demokraten, gleich von welchem Wirtschaftsboss oder Maffiaboss, gleich von welchem Mann oder welcher Frau. Sie können nicht von einem Gericht erzwungen werden. Sie können nicht von Freiheitskämpfern erkämpft werden. Sie können nur in einer direkten menschlichen Beziehung von einem Menschen dem anderen Menschen geschenkt werden. Auch die staatliche Gewähr von Menschenrechten anderen gegenüber, wenn das eigene Volk nicht treibende Kraft ist (und es gibt gute Gründe, warum es fast immer nur die Hälfte des Volkes, nein, etwas weniger (!) als die Hälfte des Volkes ist), funktioniert nicht. Wir erleben es derzeit fast überall auf der Welt. So bleibt uns nur, auf das Geschenk der Regierenden zu warten und ihnen so lange unseren Verzicht zu schenken.
Revolutionäre dieser Welt, lassen Sie und doch vor dem Kampf, vor dem Leben nehmen und vor dem Leben dahingeben erst einmal nachdenken, erst einmal uns selbst, das Leben, den Menschen und die Erde verstehen. Was wir dann glauben, ändern zu können und wo wir dann Änderung für sinnvoll halten, das lassen Sie uns dann ändern!

 

Europäische Union:

Die EU ist eine Organisation, die durch herrschende Strukturen geschaffen wurde. Die meisten europäischen Länder sind Demokratien, in denen die Bürger alle paar Jahre mal die Akteure wählen dürfen, aber sie haben kaum direkten Einfluss auf die Politik. Die Politiker fühlen sich für schlauer als das Volk. Deshalb hat das Volk sie ja gewählt und deshalb müssen sie für das Volk entscheiden. Solche Politiker äussern immer wieder, dass die direkte Demokratie gut sei, aber nicht für ihr eigenes Volk. Sie machten selbst die bessere Politik. Das streiten wir auch gar nicht ab, aber sie nehmen das Volk nicht mit in den Entscheidungsprozess, sondern entscheiden selbst über die Köpfe des Volkes hinweg. Wo ist der Unterschied zur „gelenkten Demokratie“, ja zur Diktatur? Als demokratisches Land ist die Schweiz Weltspitze. Und wenn die Schweiz in der EU aufgeht, wird nicht etwa die EU demokratischer werden, sondern die EU wird die (direkte) Demokratie in der Schweiz zerstören (schon im Rahmenvertrag). „Waschechte Demokraten – versteckte Diktatoren“? Leider neigen die EU dazu, die Völker nicht ausreichend mitzunehmen. Nicht die Einheit in Vielfalt ist verwirklicht, sondern die Einheit in Gleichmacherei, wo immer sie erreichbar war. Die EU ist zur Prinzipienreiterin geworden, gegen die eigenen Völker und die Menschen. Damit hat sie die Völker und die Menschen verloren. Jeder bleibt noch so lange (Mitglied), wie er mehr bekommt als er geben muss und zum Geben lässt man sich gerichtlich zwingen. Sehr verehrte EU-Politiker, aber auch sehr verehrte Landespolitiker, denken Sie bitte, bitte nach! Die EU ist viel zu wertvoll, um sie an diesen Strukturen zerbrechen zu lassen.
Die europäischen Völker hatten nach der Wende den Eindruck, dass die EU ein guter Zusammenschluss sei, der Ihnen Freiheit, Hilfe und Wohlstand bringe. Die reale EU wurde eine Union der Gesetze und Regeln (eine Union des Prinzips), an die sich alle zu halten haben und die Zentrale in Brüssel wurde zur Polizei. Freiheit? Freiheit in der EU würde nicht zu Exit-Gelüsten aller möglicher Gruppen und Länder in der EU führen. Liebe Zentrale, lassen Sie los. Lassen Sie Gesetze und Regeln fallen, damit die Völker wieder mehr Selbstständigkeit erlangen. Geben Sie den Völkern in der EU eine Chance zum Neuanfang in innerer Gemeinschaft in Europa und nicht im Gefängnis namens EU. Der Austritt aus der EU muss jedem leicht gemacht werden ohne Neid und Groll!

 

Sehr geehrter Herr Juncker, über viele, viele Jahre habe ich Sie sehr bewundert. Sie haben Ihr Möglichstes, das Mögliche getan. Sie haben die Völker über deren Köpfe hinweg mit allen möglichen Normen und Regeln gleichgemacht und vereint. Gewiss, das war in der politischen Situation, mit den entsprechenden Nationalregierungen (die alle ihre Eigenständigkeit behalten wollten und auch ihre Zuständigkeiten) das Mögliche. Und es ist weise Einsicht: In der Politik muss man immer das Mögliche herausfinden und tun. Aber die europäischen Völker wollten nicht alle gleich werden. Sie wollten ihre Identität behalten und zumindest ein Gefühl von Souveränität. Herr Juncker, Sie hätten vielleicht eine Chance gehabt, wenn Sie das Unmögliche getan hätten, die Vereinigung der Regierungen bei grösstmöglicher Freiheit und Identitätswahrung für die Völker. Denn in Europa glauben die Völker, dass sie ihre Geschicke selber bestimmten (sie möchten es zumindest) und nicht die Regierung, schon gar nicht eine Zentralregierung. Aber Sie haben das Unmögliche vermieden und das Mögliche getan. Sie haben es richtig gemacht und doch falsch. (Bitte: Das ist nicht eine Zuweisung von Schuld! Wir denken nur über die Mechanismen nach!) Nun sehen wir, wo wir stehen. Ein Hauptthema ist „Exit“ öffentlich (Brexit), aber auch innerlich (Polen, Ungarn, Tschechien und andere Volksgruppen).
In den Jahrzehnten der Entwicklung der EU (und der Westen insgesamt seit dem 2. Weltkrieg kaum anders) haben sich die verschiedenen Länder und Bevölkerungsgruppen zu Individualisten und noch ausgeprägteren Egoisten gewandelt. Ich, meine Volksgruppe, mein Land stehen im Mittelpunkt. Die EU muss meinen Interessen dienen, nicht umgekehrt. Vielleicht müssten die Völker in der EU (und im Verbund des Westens) mal überdenken, was sie dort wollen? Was sind die „westlichen Werte“? Was bedeutet Freundschaft unter befreundeten Staaten (nach westlichem Verständnis)? Warum will man zur EU gehören und was könnte man der Union schenken?
Als ich an hohe EU-Funktionäre schrieb und Fragen stellte und die EU-Politik im Zusammenhang mit dem Brexit und anderen Prozessen in Frage stellte, antwortete mir der Referatsleiter, man habe eben Verträge geschlossen. Wer Rechte habe, habe auch Pflichten. Nun sei es daran, die Pflichten einzufordern. Jedes Land müsse sich daran halten. Meine Interpretation der Vorgänge: Solange die EU ein verheissungsvolles Gebilde war, wollte jeder hinein und profitieren. Nun, wo es ans Bezahlen oder ans Einhalten von Pflichten geht, fragt sich jeder, was er noch drinnen will. Insofern ist es logisch und rechtens seitens der EU, die Pflichten einzufordern.
Mit Verträgen macht man sich keine Freunde. Unter Freunden muss man Verträge nicht schliessen, ihre Einhaltung nicht einfordern. Wenn es nötig wird, zeigt es, dass da gar keine Freundschaft (mehr) ist, sondern ausnutzen oder Abwehr. Verträge zwischen Staaten, zwischen Menschen, in der Ehe und anderswo haben neben dem Vorteil auch den Riesennachteil, dass sie fixieren. Wir Menschen ändern uns aber. Deshalb wird die Einhaltung von Verträgen immer schwieriger und macht immer unflexibler. Sich verändernde Menschen (und Völker) können Verträge immer schlechter einhalten. Ist da nicht recht kurzsichtig gehandelt worden und jetzt will man die nötigen Korrekturen nicht durchführen?
Manche Publizisten meinen, Europa sei weiter als andere Kulturen. Falls wir in Europa den Hang dazu sehen, aufeinanderzuzugehen, die Menschheit zu vereinen, dann stimme ich dem zu. Punktuell war das eine Zeit lang so. Aktuell aber ist der Egoismus ganz bestimmend. Da ist Europa nicht besser als andere Kulturen. In anderen Kulturen wird das punktuelle aufeinander zugehen Wollen jetzt als Schwäche Europas ausgelegt. Physisch, militärisch ist das auch ganz zweifellos so. Von Seiten der Menschlichkeit würde ich da diesen kleinen Teil Europas sehr beglückwünschen. Die Hegemonialmachtallüren Russlands, Chinas, der USA und anderer kleinerer Länder sind zwar leider menschlich, aber doch sehr unmenschlich. Hat da mal jemand der Führer nachgedacht?
Die Mittelmeerländer in der EU leben menschlicher, egoistischer; nordische Länder dagegen prinzipieller, ausgeglichener. Deshalb achtet der Norden eher auf die schwarze 0 im Haushalt während der Süden tiefrote Zahlen toleriert, aus denen er später nicht wieder herauskommt. Herr Draghi hat keine Skrupel vor roten Zahlen. Er muss sie ja später auch nicht wieder ausgleichen. Dabei ist nicht Herr Draghi schuldig. Wir nennen ihn nur beispielhaft, weil er einer der exponiertesten Menschen in unserer Wirtschaftselite ist, die diese Ansichten vertritt.

 

UNO, Weltpolitik:

Sehen wir uns die Beziehungen der westlichen Staaten untereinander an. Sie vereinen die „gemeinsamen westlichen Werte“. Der Westen ist eine Wertegemeinschaft. Es handelt sich um eine Gruppe befreundeter Länder. Deshalb müssen in Verträgen die gegenseitigen Beziehungen bis ins Kleinste detailliert geregelt werden. Deshalb müssen in vielen, vielen Einzelbestimmungen gemeinsame Nenner der jeweiligen Egoismen gefunden werden, damit kein Land sein Gesicht verliert, damit keiner zu kurz kommt und eine Kleinigkeit verliert, damit keiner den Anderen übervorteilt… Und im Laufe der gemeinsamen Jahre ändern sich die Verhältnisse und natürlich fühlt sich dann der Eine übervorteilt und der Andere freut sich über zusätzliche Gewinne. Also müssen die Wirtschaftsbeziehungen neu verhandelt werden (was ja durchaus notwendig sein kann), damit die Gewinne wieder mehr dem eigenen Konto zugute kommen und die Verluste dem Konto des Anderen. Was sind eigentlich die westlichen Werte? Beste Aufeinanderabstimmung der einzelnen Egoismen? Ein ausgeklügeltes Egoismussystem, das später keiner mehr durchschaut? Habe ich da etwas falsch verstanden? Muss man unter Freunden so viele Egoismen so genau gegeneinander austarieren? Sind wir vielleicht doch noch die Gegner von vor hundert Jahren? Wir haben uns nur zwischenzeitlich getäuscht? Die Verhandlungen EU – Gross Britannien, EU – Schweiz, Europa – USA, USA – Kanada/Mexiko. …
Frieden können in der Regel nicht Staaten oder Organisationen von aussen bringen, sondern den können nur Kontrahenten selbst untereinander schliessen. Rüsten Sie getrost ab. Frieden können sich Menschen, können sich Völker nur gegenseitig schenken. Notwendig sind nicht Gastgeschenke, sondern sich selbst in aller Form schenken.
Die östlichen Kulturen und Religionen denken, glauben und leben in und von der Einheit. Das ist ein krasser Gegensatz zum Westen. Da es nur das Eine gibt, fühlt sich eines dieser Länder als die Welt. Es betrachtet die Welt als seine Welt. Die Demütigung dieses Landes von aussen im 19. Jahrhundert war daher ein fundamentales, schmerzvolles Erlebnis. Die Persönlichkeitswerdung vieler Bewohner um die Jahrtausendwende versucht der Ministerpräsident jetzt wieder rückgängig zu machen. Mit Macht treibt er alle wieder in die Einheit mit der führenden Partei, also mit dem Land, koste es, was es wolle. Das Volk wird nicht mit in den Entscheidungsprozess einbezogen. Wir erleben einen Gleichmacher ohne Individualität. Wieder wird versucht, einen Klon parteiergebener Menschen zu schaffen.
Die Führung dieses Landes hält sich selbst für die Lösung aller Probleme, hält sich selbst für liebevoll. Sie gibt in alle Teile dieser Welt viel Geld zum Aufbau und erwartet als Gegenzug Wohlwollen, ja Liebe. Ist das verwunderlich?
Früher gab es Familiendynastien, die das Riesenreich regierten, mehr oder weniger einwohnerfreundlich. Heute hat die Dynastie einen anderen Namen. Sie hat den Namen der führenden Partei. Viel rigider als diese Partei in der Zeit ihres Bestehens werden doch die früheren Herrscher auch kaum regiert haben? Was hat das Land in den riesigen Blutverlusten des 20. Jahrhunderts und in den folgenden Freiheitsverlusten gewonnen ausser materiellem Wohlergehen eines Teiles des Volkes? Wir wollen weder der Partei noch ihrem Führer die Schuld an etwas geben, aber darüber nachzudenken, lohnt das nicht?

 

Es stimmt gar nicht, dass jeder Mensch Rechte hat, z.B. Menschenrechte, das Recht, diesen Globus einfach zu nutzen etc. Wir nehmen uns nur immer wieder alle diese Rechte einfach heraus oder erkämpfen sie sogar. Politiker nehmen sich unter anderem auch heraus, im Wohnzimmer anderer Krieg zu führen und wundern sich dann, wenn die Bewohner fliehen und dann anderen, womöglich den Verursachern ihre Wohnzimmer streitig machen. Wir müssten alle uns selbst begrenzen, verzichten und Rechte oder Freiheit schenken.

 

Eine Bitte an alle Politiker und Wissenschaftler dieser Welt: Bitte lassen Sie das Klonen gleich welcher Art! Verbieten Sie es sich selbst! Bitte denken Sie vorher nach über alle möglichen Folgen und Auswirkungen. Wer im Volk bittere Gefühle sät, wird Unfrieden und Gewalt ernten. In umgekehrter Richtung ist es allerdings kaum anders.
Noch einmal: Was sind das für „westliche Werte“? Unsere Werte sind unsere Sicht der Welt und des Menschen, unsere Art zu denken und zu leben. Zum Beispiel Pluralismus. Den hat der Westen in den letzten Jahrzehnten versucht, nach Osten zu bringen, in aller Regel mit Waffen. Schafft man Pluralismus, Recht, Demokratie, wenn man mit Waffengewalt gegen Andersdenkende seine eigene Weltsicht durchdrückt? Die Menschen sind anders und nicht nur diese Menschen, sondern wir selbst auch. Der Westen hat sich selbst ad absurdum geführt und merkt es nicht einmal. Der Westen propagiert immer erst einmal seine Werte, die dann aber durchgesetzt werden als seine Interessen. Alle werden auf die eigene Linie gebracht. Toleranz? Ein Wort aus einer unbekannten Sprache! Logisch würde daraus folgen, dass die Eigeninteressen des Westens seine Werte sind. Was unterscheidet den Westen, dann von den Anderen?
Demokratie und Freiheit können nur Regierende schenken. Genau das tun Männer aber nicht. Gibt es Kandidaten, die Vorsicht und gegenseitige Rücksichtnahme leben und die man deshalb wählen könnte? Sehr verehrte Damen und Mütter, pflanzen Sie diese Eigenschaften in Ihre Söhne. Zeigen Sie ihnen selbst, wie das geht. Leben Sie es vor und mit Ihren Söhnen. Dann haben wir vielleicht in 5 bis 6 Generationen Männer, die wir wirklich in eine Regierung wählen können?
In der Politik hören wir immer wieder davon, dass die grösseren Staaten Ihre Verantwortung übernehmen sollten in der Welt. Deutschland wird immer wieder genannt, weil es vermeintlich zu wenig tue.
Wenn wir heute die Gebiete auf unserem Globus über längere Zeit beobachten, für die meistens diese Verantwortung übernommen werden soll, dann stellt sich die Frage, wann es die meisten Wirren, die meisten Toten, die meisten Flüchtlinge, das meiste Leid gab, vor Berührung mit dem Westen oder seit Einschreiten des Westens, vor Übernahme von Verantwortung durch andere Staaten oder danach? Inzwischen ist es ja auch gar nicht mehr nur der Westen. Müssen wir nicht eher zugeben, dass der Nahe und Mittlere Osten vor Berührung mit dem Westen friedlicher gewesen sein werden? Und ist nach Einschreiten des Westens mit Waffengewalt mehr Ruhe und Frieden eingekehrt? Ist es wirklich wahr, dass wir mit Waffengewalt nachhaltig Frieden schaffen können? Ist unser Griff zu den Waffen nicht wieder unserer vorschnellen intuitiven Reaktion geschuldet, dass doch schnell etwas passieren müsse, wobei die Folgen meist gar nicht ausreichend bedacht sind? In den meisten Fällen werden wir wohl sagen müssen: Frieden kann man nur schenken, nicht erkämpfen. Der erkämpfte Frieden schafft eher die Ursache für den nächsten Waffengang und der wird eher schlimmer als der vorherige.
Was noch gar nicht bedacht wurde: Frieden können sich nur die beiden Kontrahenten selbst gegenseitig schenken, nicht ein Dritter, Aussenstehender. Das lernen wir alle schon im Alter von 3 bis 10 Jahren, so unsere Eltern und wir ein klein wenig nachdenken. Das gilt im Kleinen, in der Familie wie auch im Grossen, zwischen Weltmächten.
Insofern war die deutsche Hilfe im mittleren Osten vielleicht gar nicht so verachtenswürdig, sondern besonnen und hilfreich, wenn auch nicht so schlagzeilenträchtig? Verantwortung übernehmen in Krisengebieten finden wir eher bei den unparteiischen Hilfsorganisationen als bei den Kriegsparteien. Denken wir an Schein und Sein, an Theorie und Praxis.
Der Westen wollte in Afrika und in arabischen Ländern Verantwortung übernehmen, das heisst, das Schenken von Freiheit erzwingen. Das funktionierte genauso schlecht wie bei den Frauen, die Männer auch nicht zum Lieben zwingen können.
Die Migrationsdramen spielen sich gar nicht in Europa und Amerika ab, sondern in den Ursprungsländern. Die Männer und einige Frauen schaffen es nicht, dort menschliche Verhältnisse zu entwickeln. Immer wieder kommen unfähige Politiker an die Macht oder putscht die Opposition. Die Politiker werden korrupt anstatt an alle zu denken.
Unsere Welt wird immer komplexer. Die Globalisierung, die keiner will, aber jeder nach Kräften im eigenen Interesse vorantreibt, führt dazu, dass ein Pup in China ein Beben in Island auslöst und umgekehrt. Wir haben als Menschen gar nicht mehr die Möglichkeit, die Ursache von der Wirkung zu unterscheiden oder richtig von falsch. Bei jeder Entscheidung, jedem Ereignis spielen so viele Faktoren eine Rolle, sind so viele Menschen beteiligt, dass keiner mehr alles ahnen, geschweige denn wissen und bedenken kann, um die realitätsnahe Deutung zu finden. Die Frauen liegen mit ihrem Bauchgefühl heute schon lange falsch. Sie müssen es wie die Männer mit Verstand versuchen. Männer sind an der Grenze der Zeit und Fähigkeit, in Ruhe über etwas zu forschen und nachzudenken. Man kann fast nur glauben und falsch liegen und muss doch handeln. Selbst fliehen ist nicht möglich. Wir sind Opfer unseres selbstgemachten Chaos.
Ein wesentliches Problem der Welt mit den Amerikanern ist, dass diese sich selbst nur als die Guten denken können. Wir sind die Guten. Wir machen es überall besser. Wirklich? Sie bringen überall das Gute hin und doch machen sie sich viele zu Feinden? Donald Trump ist leider ein Riesenmotor für das Feinde Machen mit seinem Amerikaegoismus.
Was wird denn passieren; wenn in arabischen Ländern Taliban, ISS oder andere Gruppen an die Macht kommen und Atombomben regieren? Wir werden Geiseln werden, wenn nicht Opfer. Wir werden in wenigen Jahren Geiseln unserer Geheimdienste im Kampf gegen den Terrorismus, wenn nicht Opfer und unsere führenden Männer werden ihre veraltete Männlichkeit mit ihrem Machtanspruch durchsetzen, denn es geht ums Prinzip, um den Glauben, um den Sinn und der Mensch in seiner Freiheit und Persönlichkeit verliert.
Die Gotteskrieger, die, die glauben, dass sie die Wahrheit mit Schöpfkellen (statt mit Löffeln) gefressen hätten, die glauben, dass sie die Wahrheit auf ihrer Seite hätten und keiner ausser ihnen, müssen jetzt der Welt zeigen, dass sie die Wahrheit haben und alle Anderen nicht. Was liegt näher als die Atombombe? Am wirksamsten sind immer die Superlative…
Wir haben heute Angst vor den Auswirkungen des Klimawandels, vor der Erderwärmung als Folge unseres CO2-Ausstosses. Müssten wir nicht viel mehr daran denken, die Verbreitung der Atomtechnik einzudämmen? Unfälle mit dieser Technik und erst recht Wirrköpfe (Männer also) an den Knöpfen der Atomwaffen? Wie heiß (oder genau das Gegenteil) wird uns und unserem Planeten dann erst werden?

 

Ist unsere heutige Form von Politik der letzte Schrei?

Die Demokratien sind in den meisten demokratischen Ländern in die Krise geraten. Viele Bürger halten sie inzwischen für ganz normal. Andere Regierungsformen kennen sie vom Erleben her nicht. Der grösste gemeinsame Nenner der Einzelegoismen ist meist keine lukrative, effektive oder sinnvolle Lösung von Widersprüchen in der Bevölkerung. Man ahnt, Demokratie ist die beste unserer bisher denkbaren Regierungs- und Organisationsformen menschlicher Gesellschaften. Aber toll? Toll ist die Demokratie so doch nicht? Begeisterung löst Demokratie heute nicht mehr aus. Enttäuschend. Wir hatten uns doch etwas besseres darunter vorgestellt! Überall irrt man ratlos umher und fragt sich, wie man aus dieser Sackgasse herauskommen könnte. Depression greift um sich. Diktatoren nutzen ihre Chance. Gäbe es eine Verbesserungsmöglichkeit für unsere Demokratien oder überhaupt für unser politisches Zusammenleben?
Jetzt erleben wir Demokratien, die ihre Bürger zum „Gutsein“ regelrecht zwingen. Kein Mensch empfindet das als angenehm: Gläsern und absolut transparent sein, absolut uneigennützig sein, keine Nebeneinnahmen haben, keine Werbegeschenke annehmen, nicht mehr verbrauchen als jedem anteilsmässig an den Ressourcen unserer Erde zusteht … Unsere Demokratien mauern uns mit Gesetzen immer weiter ein. Wollten oder sollten wir uns nicht lieber freiwillig begrenzen?
Die westlichen Staaten (selbst die so vorbildliche Schweiz) sind inzwischen so organisiert, dass sie unter Umständen menschliche Hilfe bestrafen und verunmöglichen. Nur der Staat sei dafür zuständig und das im gesetzlichen Rahmen. Falls Bürger selbst zur Tat schreiten, bitte nur klar im gesetzlichen Rahmen und wo das Gesetz Ausgrenzung, Begrenzung, Abgrenzung und andere Bedingungen für Hilfe stellt, dort ist Hilfe verboten. Die wohlhabenden Bürger werden bevorteilt, die am unteren Rand der Gesellschaft benachteiligt. Jeder Schweizer hat eine panische Angst, zu versagen, abzusteigen und in das soziale Netz fallen zu müssen, weil er dann sein Menschsein, seine Selbstständigkeit verliert, weil er gewisse Bedingungen einhalten muss. Was soll dann werden? Sollte nicht eigentlich das soziale Netz genau dies verhindern? Müssen wir mal anfangen, nachzudenken?
Wir denken konsequent links und gehen rechts oder umgekehrt. Wir machen alles besser und es wird doch schlechter. Im besten Falle heben sich + und – auf. Was stimmt da nicht? Was machen wir falsch?
Lassen Sie uns diese Demokratien (und zwar auch die Schweizer direkte Demokratie) mal als „egoistische Demokratien“ bezeichnen. Denn in allen funktioniert das Allgemeinwesen nach dem Prinzip „den grössten, aber real oft sehr kleinen, gemeinsamen Nenner aller Einzelegoismen finden und leben“. Jeder Einzelegoismus begrenzt den des Anderen. Bitte immer schön die Grenzen (Gesetze) einhalten!
Wir haben schon gesehen, dass Egoismus eine sehr altmenschliche Eigenschaft ist, die unsere Intuition fest im Griff hat und unsere Weltanschauung bei Weitem dominiert. „Gut und böse“, „sinnvoll und sinnlos“, „menschlich und unmenschlich“, „gerecht und ungerecht“, „gleich oder ungleich“ werden ohne uns bewusst zu werden, intuitiv gleich in „nützt mir“ oder „schadet mir“ umgewandelt und wir lügen uns hoch feierlich in die eigene Tasche, dass wir das nicht täten, sondern immer nur die Anderen das tun. Egoismus heisst immer, sich selbst einen Vorteil zu verschaffen auf Kosten Anderer.
Nicht die Regierungsform, Demokratie oder Diktatur ist wichtig, sondern wie die einflussreichen Menschen sie ausgestalten. Wir können aufhören, ein Prinzip zu fordern (Gerechtigkeit, Gleichberechtigung, Frieden, Menschlichkeit u.a.). Prinzipien sind praxisferne Theorien. Es zählt nur, ob wir miteinander Frieden schaffen, nicht Streit. Nicht Besitz ergreifen, sondern um Nutzung bitten, vorsichtig benutzen.
Kaum ein Prinzip, kaum eine Theorie bildet die menschliche Widersprüchlichkeit mit ab. Deshalb funktionieren Prinzipien und Theorien im Leben, in der Praxis, kaum, oft tatsächlich nicht.
Schenken oder miteinander teilen wäre die Gegenrichtung von Egoismus. Schenken heisst, ich nehme mir etwas weg und gebe es Dir oder einem Anderen oder ähnlich könnte es auch lauten: Ich verzichte (zugunsten eines Anderen). Ein Anderer wäre aber nicht unbedingt nötig. Dann würde Verzicht vielleicht Erhalt von Ressourcen bedeuten und der wäre ein Geschenk an unsere Nachkommen insgesamt.
Schenken kann man nicht, wie das derzeit in vielen Demokratien so üblich ist: Der Politiker nimmt es dem Steuerzahler aus der Brieftasche per höherer Steuer oder Gebühren oder macht Staatsschulden und gibt es dem Steuerzahler wieder in die andere Tasche in Form irgendeiner Subvention. Der erste Teil der Rechnung wird aber beim zweiten Vorgang nicht mit genannt, berechnet oder bedacht. Schenken aus einer Tasche in die andere geht nicht.
Was ist der Eid eines Politikers auf die Verfassung wert? Was er heute für das Land auf Kosten anderer erreicht, werden die Anderen an Kosten später einfordern. Was er heute an Geschenken an Andere macht, wird sein Volk ihm heute als Minus anrechnen, auch wenn später Andere aus Stolz oder aus Altruimus unserem Herrscher und seinem Volk wieder Geschenke machen. Es wird ja auch kaum jemals ein Politiker belangt, weil er seinen Eid gebrochen habe. Wir gehen schon gleich davon aus, dass er seinen Eid sowieso nicht halten wird. Wir täuschen uns nur selbst und gegenseitig darüber.
Wie an so vielen Stellen unseres Lebens so auch hier: Indem wir das „Gute“ für uns selbst reserviert haben, stehen wir selbst als einzig Gute da und alle und alles um uns herum ist dann „Böse“. So können wir die Welt der Menschen und Dinge um uns herum als niedere Strukturen, als unmoralisch, als Freiwild benutzen und ausnutzen und bleiben dabei „gut“. So verursachen wir Unterdrückung, Ausbeutung, Ausnutzen der Bodenschätze bis zum Ende, Verschmutzen der Erde, … und glauben noch dabei, „gut“ zu sein.
Könnten Schenken und Verzicht auch politisches Handeln werden? Im Egoismus brauchen wir keinen Druck auszuüben. Wir sind so und entscheiden intuitiv so. Beim Schenken, wenn wir es nicht selber wollten, müssten wir Druck ausüben, denn der Andere müsste ja gegen seine Natur handeln, wenn er schenken oder verzichten sollte. Schenken und verzichten können wir also nur selber und dem Anderen müssten wir die Freiheit lassen, zu tun und zu lassen, was er selbst für richtig hält. Verzichten oder schenken könnten wir im täglichen politischen Leben sofort starten. Bereits bei der nächsten Abstimmung könnten wir verzichten oder dem Anderen (wer oder was immer das auch sei) unsere Stimme und die damit verbundenden Folgen schenken. Möglicherweise würden die Folgen sogar höhere Kosten für uns oder weniger Gewinn oder weniger Subvention für uns bedeuten? Auf meiner Seite würde zumindest mit hoher Wahrscheinlichkeit ein „-“ entstehen und hoffentlich irgendwo anders ein „+“. Sonst wäre der Deal nicht sinnvoll. Wahrscheinlich würde unsere Welt nicht besser, denn „+“ und „-“ gäbe es weiter und würden sich sicher ausgleichen. Aber wir hätten mehr schöne Erlebnisse (Beschenkt werden und freiwillig verzichten sind meist mit mehr Freude und Lust verbunden als beklaut werden und das Geklaute mit schlechtem Gewissen geniessen oder per Gesetz zum Verzichten gezwungen zu werden).
Verzichten und schenken würde die Debatten und Diskussionen verkürzen, die Gesetze einfacher machen, weniger Justiz nötig machen und weniger Straftäter hervorbringen. Finanziell wäre das für die Gemeinschaft wahrscheinlich ein riesiger Gewinn? Schenken und beschenkt werden schafft sicher bessere zwischenmenschliche Beziehungen als vor Gericht streiten und am Ende sich doch falsch beurteilt (vielleicht sogar falsch verurteilt?) zu fühlen? Schenken und verzichten könnten wir einführen ohne Revolution, ohne Vorbedingungen, ohne Streit, einfach jetzt. Im Laufe der nächsten Jahrzehnte und Jahrhunderte (so lange wird es sicher dauern!) würde eine „schenkende Demokratie“ daraus. Wäre das so schlimm oder wäre das vielleicht sogar der Zukunftstraum, der eine neue Generation reizen könnte, sich der Demokratie zu verschreiben? Ich wünsche unseren Völkern Politiker, die ihr Volk beschenken mit Freiheit, mit Ehrlichkeit, mit Weisheit, mit unvoreingenommenen Informationen, mit Fleiss, mit Bescheidenheit. Und ich wünsche unseren Politikern Völker, die ihnen Achtung entgegenbringen, Anregungen, Aufmerksamkeit, Mitarbeit und Fehlertoleranz.
Realität wird aber wahrscheinlich sein, dass wir aus Angst vor dem klimatisch bedingten (aber gar nicht stattfindenden) Weltuntergang und dem Glauben an die Wunderwirksamkeit der Digitalisierung (der sich als völlig falsch herausstellen wird) in Kürze eine grün-digitale Diktatur bekommen, die alle bisherigen weit in den Schatten stellt.
Wäre eine schenkende Diktatur denkbar? Herrscher schenken ihrem Volk Aufmerksamkeit und Rücksicht? Sie schaffen Strukturen, die dem Volk bestmögliche Bildung, Freiheit und Wohlstand bringen? Sie begrenzen Ihren Besitzstand bei dem 10-fachen des Durchschnittsbürgers? Sie verzichten auf Übervorteilung anderer durch ihr Amt? Sie trennen genau zwischen privat und Staat? Und das Volk, die Opposition, Konkurrenten und Mitarbeiter schenken dem Herrscher Vertrauen und Verzicht auf Neid und Revolution? Gibt es vielleicht solche Strukturen schon?
Ich bin gar nicht sicher, welche beider Regierungsformen unter dieser Prämisse die bessere wäre. Wäre es egal, ob Demokratie oder Diktatur? Der entscheidende Fakt sind nicht diese Verhältnisse, sondern die Frage von intuitivem Egoismus oder nachdenkendem miteinander Teilen und Schenken? Dann wäre die Regierungsform nebensächlich?
Vielleicht sollten wir die besten Männer (und Frauen) aus der Wirtschaft, der Gesellschaft, der Bildung und Kunst, der Wissenschaft und Technik, den NGOs, den Vereinen und Hilfsorganisationen, die sich dort als umsichtig, kompetent, teamfähig und auf diese Weise erfolgreich erwiesen haben, abwerben in politische Ämter, ihnen das Salär geben, das sie sich wünschen, ihnen dann viele Fehler zugestehen, denn auch sie sind Menschen. Wenn wir solche Menschen nicht in genügender Anzahl finden, wissen wir, wie armselig unsere Menschheit ist. Wir brauchen nicht Männer (und Frauen), die egoistisch polarisierend in den Parlamenten und Regierungen kämpfen, sondern die den Kampf zwischen „auf der einen Seite“ und „auf der anderen Seite“ schon in sich selbst ausgekämpft haben und nun Frieden stiftend in die Gremien gehen können.

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