Wie leben? Politik

Wie können wir leben?

12 Politik: (18.04.2021)

Regieren und regiert werden:

Regieren ist eine Herausforderung für beide Seiten, für die Regierenden wie für die Regierten. Wir als Volk setzen intuitiv voraus, dass Regierende möglichst soziale, kooperative Wesen sind, die selbstlos für das Volk, also für uns, da sind. Doch was macht eigentlich gute Demokraten (oder vielleicht auch gute Diktatoren?), also gute Regierungen aus?
Im Grunde ist das relativ einfach gesagt: Regierung, mache alles so, dass wir uns frei fühlen, satt, gesund, schmerzfrei sind, alles bequem haben, keiner uns stört… Da fiele uns noch einiges weitere ein. Kurz: Liebe uns und versorge uns, aber stelle keine Ansprüche an uns. Wenn wir das alles bekommen, dann sind wir auch bereit, auf Demokratie zu verzichten, auf Wahrheit und auf unsere Freiheit. (Es gibt Regierungen im arabischen Raum, die auf Grund ihrer Finanzkraft durch Bodenschätze ähnlich zu verfahren suchen)
Umgekehrt kann aber auch der Herrscher (Demokrat oder Diktator) fragen: Was will ich für ein Volk? Was macht ein gutes Volk aus? Da wird sicher kommen: Leichte Führbarkeit, kein Widerspruch, immer Lob und Dank, keine Ansprüche stellen, gute Bezahlung für meine Arbeit und den Einsatz und das Risiko… Auch diese Liste könnte sicher länger sein. Und wenn der Herrscher nicht schärfere Fragen oder Ansprüche stellt, hat das Volk ja noch Glück.
Wunsch (Theorie) und Realität passen ja oft nicht recht zusammen, hier auch nicht. Auch das scheint mir eine biologische Naturregel zu sein. Kann man die Realität trotzdem einfach den Wünschen anpassen? Wie wir neuzeitliche Menschen denken und handeln, scheinen wir das so zu glauben. Bist Du nicht mir zu Diensten, so zwinge ich Dich zu meinen Diensten. Das Dumme ist, zuerst sieht es so aus, als funktioniere das. Später aber bekommen wir in irgendeiner Form die Rechnung serviert und dann wundern wir uns. Nicht nachgedacht?
Wen haben wir als Führer bekommen? Da sind viele Juristen, viele Bürokraten, Militärangehörige, mindestens ein Geheimdienstmann, Schauspieler, Menschen, die sich in Parteistrukturen hochgedient oder durchgesetzt haben, Unternehmer (Einer der besonders gut Menschen ausgetrickst hat und damit besonders viel Erfolg hatte und dann machte er es in der Politik genauso. Er übertrug „Ich zuerst“ einfach auf sein Land „Mein Land zuerst“. Viele andere schaffen nicht einmal diese Transformation und bleiben trotz Verfassungseid an der Landesspitze beim „Ich zuerst“. (Aber bitte, das soll kein Vorwurf sein, sondern nur eine Beobachtung! Ginge es in dieser Situation unter diesen Voraussetzungen und Ansprüchen auch wirklich anders? Wir werden es sehen.)
Wenn aber diese Menschen „oben“ angekommen sind, dann erwarten sie, dass sie alles bestimmen können, dass genug Geld da ist, das sie verteilen können, dass sich ungünstige Strukturen einfach nach ihrem Wunsch und Willen ändern und dass alle ihrem Willen und Denken gehorchen. Schnell stellt sich heraus, dass es so gar nicht ist. Seine Position hat sich verändert, er selber aber nicht. Ein ganz normaler Mensch trifft auf ganz normale chaotische, unbefriedigende Verhältnisse und ein Volk, das sich mit dieser Seite des Geschehens gar nicht auskennt, aber schnelle Besserung will und er kann das alles gar nicht einfach mal so ändern. Er hatte doch jede Menge Versprechungen gemacht! Jetzt wird es gefährlich für ihn. Er muss Leistung, Veränderung bringen. Dem Volk muss es schnell besser gehen. Jetzt ist er oben. Also soll er alle beschenken mit ihrem Recht, mit Geld und Sicherheit und vielem mehr. Er allein gegen oder für alle. Aber er hat doch leere Hände und ein leeres Hirn. Er muss schnell liefern, sonst verliert jetzt der Herrscher sein Gesicht des besonderen Mannes und er wird ein ganz gewöhnlicher. Was hat der dann aber dort oben noch zu suchen? Schnell wird er angeschossen und weg ist er. Das muss er vermeiden und so muss er unter der Decke versuchen, Widersacher auszuschalten, Freunde und Helfer zu begünstigen und schon nimmt der Weg zuerst in ein Netzwerk, dann aber in die Korruption und Gewaltanwendung seinen Lauf. Was er der einen Gruppe schenken will, das muss er per Gesetz woanders wegnehmen. Ist doch klar, was passiert? Das kann der Herrscher gar nicht so einfach verhindern. Sind erst einmal Straftaten auf diese Weise geschehen, gibt es kein Zurück mehr. Und so sind Tausende Herrscher in den letzten Jahrtausenden mit den besten Vorsätzen angetreten und schnell gescheitert und dann zu Diktatoren geworden oder waren schnell tot. Früher (und heute?) waren die Konkurrenten oder das Volk da ja nicht zimperlich. Politiker sind schliesslich auch wunderbare Sündenböcke für unsere Sünden. Sie sind zum Handeln gezwungen und werden dabei unweigerlich Fehler oder Schlimmeres machen. Das Volk darf passiv zuschauen und auf die Fehler warten und dann als Opfer Revolution spielen.
Politiker können nicht authentisch sein. Sie müssen vorspielen, gut zu sein, Vorbild, kompetent, erfolgreich, treu den von ihnen initiierten Gesetzen. Und doch haben alle ihre Leichen im Keller. Heute kommen diese Leichen immer leichter und öfter ans Tageslicht. Deshalb wird der Beruf des Journalisten immer gefährlicher und die Zensur immer intensiver und subtiler. Und deshalb sucht jeder nach den Leichen im Keller des Anderen, denn dann kann man die Keule der Moral gegen Denjenigen schwingen. Und Moral ist die unmilitärische Atombombe in unserer Gesellschaft. Dann ist der Andere tot (zumindest politisch) und selbst hat man eine grosse moralische Schlacht geschlagen, hat gesiegt, ist gut.
Freiheitskämpfer sind gute Freiheitskämpfer, aber in der Regel keine guten Politiker. Menschen, nach oben gekommen, ändern sich plötzlich qua Amtes. Sie gehören plötzlich nicht mehr zum Volk, sondern sie regieren. Das geht nicht auch anders. Aber dann versuchen sie, die alten Freiheitskämpfer zu bleiben, auch noch im Amt Ihre Idee zu verteidigen, besser, durchzudrücken gegen alle Widerstände. Die Wahrscheinlichkeit ist extrem hoch, dass das in Einschränkung der Denk-, Rede- und Pressefreiheit oder Schlimmerem für die Andersdenkenden endet. Lassen Sie uns nachdenken, wenn wir Freiheitskämpfer an die Macht lassen, geschweige denn wählen. Ich bin nicht sicher, ob Menschen, die Ideale höher einschätzen als den Menschen, da viel besser beurteilt werden können?
Und wie sieht das Regieren von unten aus? Der Neue machte viel Propaganda, um gewählt zu werden oder moralisch seine Taten zu begründen. Das Volk erwartet nun, dass er seinen Reden und Versprechungen entsprechende Taten folgen lässt. Aber er hat Gegner. Das Geld fehlt. Die Gesetze müssen beachtet werden. Neue Gesetze sind meist Kompromisse mit Gegengesinnten, also nicht das, was wir erwarten, was sie sein sollten. Für das Volk dauert sowieso alles viel zu lange. Es ändert sich nichts. Was sich ändert, ist viel zu platt, zu wenig wirksam, nicht nachhaltig, wenn nicht überhaupt eher im Interesse irgend einer Interessengruppe. Wie soll der Machthaber sich dem Volk jetzt gegenüberstellen, wenn nicht mit Täuschung und Gewaltanwendung? Sonst kommt es zur Enttäuschung. Er hat wenig andere Chancen. Ist das wohl auch eine biologische Naturregel? Männer sind in dieser Situation in aller Regel schlechte Regenten. In aller Regel gehen sie in die Falle ihrer eigenen Intuition. Männer wenden dann Kraft (die Steigerung ist Macht) an. Da sind sie in ihrem Element.
Wie diktatorisch ein Herrscher wird, bestimmen wesentlich die Untergebenen mit, bei der Wahl, mit ihrer Kritik, mit ihrem Neid- und Konkurrenzverhalten. Er muss sich ja behaupten und seine Idee, wenn nicht sogar seine Interessen, durchsetzen. Am Ende muss er sein Leben erhalten, denn es wird genügend Gegner geben, die ihm genau nach dem Leben trachten.
Haben wir als Volk nicht auch völlig falsche Erwartungen an die Regierenden?
An die Macht kommen in unseren Gesellschaftsformen (Diktatur und Demokratie) in der Regel Männer (inzwischen auch Möchte-gern-Männer), die sich entweder im Stillen gegen alle Konkurrenten haben durchboxen können oder Alpha-Tiere. Beide Gruppen sind in die Führungsposition gekommen, weil sie ihren Egoismus weiter als alle Konkurrenten um sich herum auf die Spitze getrieben haben. Nun sollen sie plötzlich die Kehrtwende machen und das Wohl des Volkes suchen? Das soll ein Schwur auf die Verfassung garantieren? Ein Schelm, wer hier Dummheit vermutet.
Es ist doch eine Strafe, Manager oder Parteivorsitzender oder Herrscher zu werden. Kaum ein Mensch kann das. Deshalb sind sie auswechselbar. Nur die Bürokratie und die 2. und 3. Ebene halten das Leben aufrecht, obwohl wir Bürokratie hassen. Doch brauchen wir sie. Die meisten Anwärter auf höchste Ämter haben doch völlig falsche Vorstellungen, die sie im Amt dann schnell korrigieren müssen, ohne wirklich darüber nachdenken zu können.
Wenn wir schon die Wahl haben, sollten wir Alpha-Tiere vielleicht doch besser nicht wählen, besser keinen „Ich bin der Grösste und Beste und Stärkste und Reichste und Schlauste“? In aller Regel empfinden sich diese Politiker als Lösung der Probleme, aber fast immer sind sie das oder zumindest ein Problem. Regierungschefs kommen an die Macht und dann müssen sie plötzlich regieren. Viele scheinen nicht einmal darüber nachgedacht zu haben, was „regieren“ ist. In diesen Rängen wird nicht viel nachgedacht. Zielstrebig auf die Machtergreifung zuzuarbeiten, verhindert nachdenken ziemlich zuverlässig.
Könnte ein Nachdenker, ein Koordinator, ein Sich-selbst-Zurücknehmender vielleicht angemessener sein? Er wird wahrscheinlich weniger schnell Veränderungen durchboxen, aber waren Veränderungen bisher mehrheitlich zum Wohle des Volkes? Wäre entgegen Sokrates Vorstellung vielleicht doch ein Philosoph besser geeignet? Ich meine allerdings keinen Philosophen im Sinne von Theorienproduzent, sondern einen, der nachdenkt, bevor er sich in ein Amt bringen lässt und der selbst dort weiter nachdenkt. Wählen wir lieber nur Menschen, die auch die Grösse besitzen, ohne Groll wieder abzutreten und die Macht einem Nachfolger oder einer Nachfolgerin zu überlassen. Wer lauthals sich selbst in den Vordergrund stellt und von der Macht nicht lassen kann, wird nicht (wieder) gewählt. Wählen wir Männer (und Frauen), die in aller Stille gedient haben, wählen wir auch unsympathische, auch Gegner, keine Emporkömmlinge. Wählen wir Frauen, die Liebe leben, aber seien wir vorsichtig. Wählen wir Männer, die Liebe leben. Wir werden wohl kaum welche finden? Wer weiss?
Die meisten Herrscher oder die, die es werden wollen, halten sich für die Lösung der Probleme. Bei genauerer Betrachtung und Nachdenken aber sind sie eher das Problem, jedenfalls in den meisten Fällen. Aber geht es uns als Volk anders? Natürlich halten wir uns selbst für die Lösung. „Die sollten endlich mal mich ran lassen. Dann würde alles anders.“ Gerade damit aber werden wir auch zum Problem, einschliesslich mir selbst.
Sind hohe Ämter in Politik, Wirtschaft, Kultur und anderswo nicht wunderbar für unsere vielen kleinen und grossen Möchte-gern-Götter und Möchte-gern-Männer?
Wenn wir Menschen in einer hohen Position sehen, merken wir bald, dass sie insuffizient handeln. Die haben gar nicht das Wissen und gar nicht die Macht, die Realität zu ändern. Das wissen die nur gar nicht. Also müssen wir das doch besser können als die. Also müssen wir an die Macht. An der Macht ist aber die Wahrscheinlichkeit extrem hoch, dass wir zwar ein paar Dinge anders machen, dass aber auch wir an der Realität scheitern. Einer der wichtigsten Realitätsfakten ist, dass unsere und die Wünsche der Anderen grösser sind, als es die Realität mit einfachen und realen Mitteln hergibt. Also müssen Macht, Kraft, Zwang, Zerstörung angewendet werden. Dann war es das aber auch schon. Wieder ein Demokrat, den die Realität zum Diktator machte.
Wählen wir nur Politiker, die uns nicht neue Geschenke versprechen, sondern nur solche, die uns versprechen, die alten schon erbrachten Geschenke erst einmal selbst vollständig zu bezahlen. Wir müssen unsere eigenen Geschenke immer selbst bezahlen.
Wählen wir nur Politiker, die auch die Gegenseite verstehen und mit teilhaben lassen, den anderen Rand der Gesellschaft.
Interessenvertreter (Parteien und Lobbyisten), die Interessen vertreten, genauso wie Reiche, die natürlich ihre eigenen Interessen vertreten, gehören nicht in eine Regierung, nicht einmal in ein Parlament. Wer dann?
Parteien versuchen, uns weiss zu machen, dass die Verwirklichung der Interessen ihrer Partei und ihrer Wähler das beste für das Land wäre. Sehr oft wird doch wohl eher das Gegenteil der Fall sein? Oder?
Parteien und Interessengruppen sind Institutionen, die das Nachdenken möglichst verhindern wollen zu Gunsten einer Vertretung der eigenen Interessen. Wenn in Parteien nachgedacht würde, könnten sie einpacken, weil sie plötzlich Verständnis für den Wert anderer Ansichten hätten. Sie würden nicht mehr kämpfen. Das wäre ihr Ende.
Nicht, wer sich um ein Amt bewirbt oder sich für fähig dazu hält oder gar eines beansprucht, sollte ein Amt bekommen, sondern wer von einem Rat möglichst ohne Eigeninteresse dafür fähig gehalten wird und dann für zehn Jahre oder auf Abruf. Wer Interessen vertritt, gehört nicht in ein Amt.
Was heisst „regieren“ eigentlich? Stimmt es, dass regieren „Gesetze machen und deren Einhaltung überwachen“ heisst? Parlamente und Regierungen sind zum Gesetze machen da? Jeden Bürger auf gleiche Linie bringen? Im Grunde andere unterdrücken. Gesetze immer differenzierter und passgenauer machen zur Abschreckung oder obligatorischer Richtlinie? Was wäre menschlich? Was wäre eigentlich, wenn Politiker oder Regierungen herumreisen würden und mit ihrem Volk zusammen nachdenken würden? Nachdenken, wie zusammen leben so geht? Was für ein gedeihliches Zusammenleben sinnvoll ist, was nicht? Wie gegenseitige Vorsicht und Rücksichtnahme miteinander am besten zu leben sind, nicht per Zwang durch das Gesetz, sondern aus Überzeugung? Nachdenken und dann aus Überzeugung handeln (das Volk) statt Wahlkampf und dann Gesetze schmieden (Regierung)?
Egal welche Gruppierung heute in der Gesellschaft, Reiche oder Arme, Parteien oder NGOs, Wirtschaftsbosse oder Gewerkschaften, Demokrat oder Diktator, …; jeder versucht heute durch Druck (Einflussnahme auf die Gesetzgebung) die Anderen und damit die Welt zu ändern. Zu Überzeugungen kommen und sie mit anderen zu teilen und vielleicht andere zu überzeugen, danach zu leben; diese Mühe macht sich heute keiner (mehr). Was wäre menschlich?
Wer sich heute noch in Regierungen wählen lässt, muss doch mit Verblendung geschlagen sein! Jeder Bürger lebt seinen Egoismus aus (die unteren als Sozialhilfeempfänger, die mittleren als Steuervermeider und Subventionsempfänger, die oberen als Nutzniesser der Beziehungen, der hoch dotierten Ämter, der Macht, der Einflussnahme zu ihren Gunsten) und am Ende soll etwas oder sogar alles gut werden? Beweist nicht Der- oder Diejenige, der/die sich heute in ein Amt mit Einfluss und Macht bewirbt, schon allein mit diesem Akt, dass er/sie ungeeignet ist? Damit will er/sie seine/ihre eigene Karriere krönen. Natürlich muss die dann verteidigt werden gegen alle Missgeschicke und Widerstände, notfalls unter Umgehung oder gegen die Ordnung und das Gesetz.
Die Welt konzentriert sich zunehmend in wenige grosse Blöcke. Die Distanz zwischen Bürger und Regierung wird immer grösser, nicht kleiner, auch in Demokratien nicht. Freiheit für den Bürger und für den Menschen wird weniger, nicht mehr. Die Optimisten bauen sich eine Scheinwelt auf. Die existiert gar nicht. Realist zu sein, ist fast unmöglich. Wenn wir nicht nachdenken und neue Ideen entwickeln, wird die Spannung nur grösser und hat nicht unsere Welt die Folgen eigentlich genug erlebt? Können wir nicht aus der Geschichte lernen?
Politiker, ändern Sie immer nur Dinge, fordern Sie immer nur Dinge, die unser Verstand verursachen oder ändern kann. Stossen Sie sich nicht am Menschsein. Das können Sie nicht ändern, auch wenn Sie es unbedingt wollten. Da lohnt auch ein Kampf nicht. Er ist schon verloren, bevor er überhaupt begonnen wurde.
Parteien sind Egoismusvereine. Sie verstehen sich als Vertreter des Volkes, aber sie werben bei den Wählern, dass man sie und ihre Politik unterstütze. So weit als nötig verbiegt man sich vor der Wahl, um hinterher doch wieder Parteipolitik zu betreiben. Am Ende müssen die Pfründe, die Ämter, die Gelder so verteilt werden, dass der Egoismus der einzelnen Politiker bestmöglich bedient wurde, schön nach Rang und Namen und Einfluss. Ist es ein Wunder, dass die Untergebenen misstrauisch werden?
Misstrauen Sie den Machern! Viele Politiker oder die es gerne werden wollen werben damit, dass sie schnell Veränderungen herbeiführen würden oder werden. Das leidende Volk wünscht sich Veränderungen. Also wählt es die Macher. Macher haben aber meist den sehr wichtigen Nachteil, dass sie vorschnell Einzelfaktoren verändern, ohne vorher lange durchdacht oder erforscht zu haben, welche davon abhängigen Faktoren sich mit verändern werden und dann (meist unerwünschte) Nebeneffekte verursachen. Denken Sie an die kommunizierenden Röhren. Nicht selten verschlimmern die Nebeneffekte das Ergebnis gegenüber vorher. (In der Medizin nennt man das Nebenwirkungen der Medikamente und wir versuchen sie zu vermeiden, wo wir nur können. Im Krieg heissen sie Kollateralschäden (meist Tod und Verwüstung).) Und wir wundern uns im normalen politischen Alltag? Wir haben doch bloss nicht nachgedacht.
Macher sind meist Männer, die sehr überzeugt von sich selbst sind, die sehr aktiv sind und denen Bescheidenheit, eine realistische Selbsteinschätzung und Selbstbeherrschung fehlen. Selbstbeherrschte und bescheidene Männer sind keine Macher und umgekehrt. Das ist eine biologische Naturregel. Haben die Macher bisher in der Politik zu Ergebnissen geführt, die ein Volk zusammen in Einheit vorangebracht haben? Nennen Sie mir doch bitte Beispiele.
Die Macher sind beliebt als Interessenvertreter. Aber womit auf der anderen Seite gezahlt wird oder gezahlt werden muss oder was wir verlieren, das sagen die uns meistens nicht. Vielleicht wissen die es selber nicht einmal? Macher denken ja meist nicht nach.
Politik und Wissenschaft und Technik brauchen zunehmend die Selbstbeherrschung und Bescheidenheit des Mannes, leider extreme Mangelware! Meistens tut es der Welt und Anderen nicht gut, wenn wir unsere Interessen durchsetzen, sei es per demokratischem Kompromiss oder per Diktat. Viele Politiker glauben, die Lösung zu sein und sind doch eigentlich das Problem oder wurden es mit der Zeit.
Würdenträger sein in der Politik ist schwer. Es würde bedeuten, dass Männer nachdenken, beide Seiten der Medaille ansehen und bedenken, die verschiedenen kommunizierenden Röhren befragen und abwägen und dann Vorschläge unterbreiten. Ihr Eigenwohl haben sie in den Hintergrund gestellt. So kann das Volk sie für würdig halten und mit Achtung beschenken, sowohl für Männer wie für Frauen.
Es gibt kein Miteinander zwischen „oben“ und „unten“, auch in Demokratien nicht, auch nicht, wenn man sich duzt. Die „oben“ nutzen den Staat und seine Institutionen, die „unten“ nutzen die Macht der Masse. Etwas Anderes haben sie ja nicht.
Demonstrationen sind oft nur Zeichen setzen, dass andere das tun sollen, was man selbst aber gar nicht tut. Überlegen wir uns sehr gut, ob wir wirklich demonstrieren wollen. Viele Demonstrationen sind Selbstbetrug. Freiheitskampf auf der Strasse? Vorsicht! Wenn Frauen wehklagend auf die Strasse gehen, dann ist das etwas anderes.
Heute hören wir von Wahlgewinnern, als Belohnung für das Geschenk der Wähler würden sie ab nun hart arbeiten. Liebe Politiker, das werden Sie müssen. Viel wichtiger hielte ich aber, dass sie jetzt hart nachdenken. Das hätten Sie auch schon vor der Wahl tun sollen. Jetzt ist es dafür eigentlich zu spät. Nicht nur Ideen sammeln, wie kann ich bei den Wählern punkten, damit sie mich wählen, sondern womit kann ich den Wählern und dem Land nach der Wahl wirklich nutzen? Liebe Bürger, hat Ihnen schon mal ein Politiker versprochen, gesellschaftliches Leben genau zu durchdenken und erst danach zu handeln? Solche sollten wir wählen, vielleicht nur solche?
Bei der Wahl von Frauen könnten wir in gleicher Weise vorgehen? Vergleichen wir einmal die Regierungen von Alpha-Tieren (es gibt derzeit so viele, wir brauchen gar keine zu nennen) mit z.B. der von Bundeskanzlerin Frau Angela Merkel. Die Einen hauen auf die Pauke und drücken ihren Egoismus (in Übereinstimmung mit dem Egoismus ihrer Partei und ihrer Wähler) durch ohne Rücksicht auf Kollateralschäden. Frau Merkel macht zwar keine auffällig gute Figur, aber es sind eine Vielzahl von Akteuren und Interessen mit beteiligt, die in die Lösung (falls es eine geben sollte) involviert sind. Schliesslich ist ja nicht die gute Figur der Regierung ausschlaggebend, sondern am Ende das gelebte Leben, mit dem alle (also das Volk) langfristig glücklich sein sollten oder zumindest die meisten Annehmlichkeiten geniessen können sollten. Es gibt erhebliche Unterschiede in der äusseren Form und sicher auch in den inneren Mechanismen, je nach dem, ob ein Mann oder eine Frau regiert.
Besonders herausragend regiert haben Frauen nicht. Gewiss, die ehemalige britische Regierungschefin, Frau Margaret Thatcher, hat den Falklandkrieg durchgeboxt (man könnte aber auch die Frage stellen, ob Frau Thatcher denn wirklich Frau war oder nicht eher Möchte-gern-Mann?). Die britische Brexit-Regierungschefin, Frau Theresa May, scheiterte an ihrem Ehrgeiz, an fehlendem Nachdenken und an den äusseren Umständen. In solchen Prozessen gerät das Nachdenken in aller Regel unbemerkt in den Hintergrund, denn natürlich fängt niemand an, in solchen Zeiten seine Position zu hinterfragen. Nein, alles muss schnell gehen und wir müssen siegen. Das funktioniert nur intuitiv. Aber Frauen haben sicher weniger Diktaturen und weniger Kriege angezettelt, wenn, dann nur versteckt und im Hintergrund. Qualifiziert sie das nicht für höchste Staatsämter? Die deutsche Bundeskanzlerin, Frau Angela Merkel, hat sicher so manchen Ärger verhindert, den die führenden Männer um sie herum sonst angezettelt hätten?
Wir sahen früher schon, dass Frauen viel weniger Selbstwertgefühl haben als Männer. Frauen haben ihre Stärke, wenn es um Gefühle geht, aber wenn es um gedankliche Auseinandersetzungen geht, relativieren sie ihren eigenen Standpunkt, ihre eigene Position viel schneller als Männer. Kommen aber Gefühle mit dazu, dann ist die weibliche Position klar und zementiert. Da stellt sich doch die Frage, ob sie nicht viel mehr nachdenken als Männer? Da werden wir aber differenzieren müssen. In Dingen des täglichen Lebens sind Frauen souverän und Meister und oft auch dominant (oft ist das einem gedeihlichen gemeinsamen Leben sehr förderlich, aber es birgt die Gefahr, dass der Mann zum bemutterten Kind wird). Immer, wenn es um etwas entfernteres und um Durchsetzung geht, dann wissen Frauen um ihre geringere Kraft und nehmen sich zurück, es sei denn, sie könnten andere (wen anders als die Männer) für sich instrumentalisieren. Da können manche Frauen erstaunliche Fähigkeiten entwickeln. Das spielt nun natürlich auch in der Politik eine Rolle, nicht nur zuhause.
Sehr geehrte Politiker! Die Entwicklung des Menschen ist der Ernstfall. Sie haben kein Labor, in dem Sie erst testen könnten. Sie haben keinen Ersatzplaneten. Leben geht nur im Nachdenken über alle Eventualitäten und Möglichkeiten im Voraus oder Sie und wir leben per Vorurteil und dann mit häufigen Sackgassen, Fehlern und Revisionen. Denken Sie daran, dass der Mensch ein Lebewesen und keine Maschine ist. Die Maschine Mensch ist nie Realität (zum Glück), sondern immer nur Theorie, auch wenn viele Macher in unserer Welt heute genau diese Ansicht pflegen. Den Menschen wie eine Maschine zu behandeln, ermöglicht uns Ausbeutung, Vergewaltigung und Millionen Tote. Würden wir den Menschen als Lebewesen ernst nehmen, ginge das gar nicht. Den Menschen als Maschine können wir per Gesetz oder Gewalt zwingen, das Lebewesen Mensch nicht. Denken wir darüber nach.
Politik ist maximaler Ausdruck persönlicher und Gruppen-Egoismen. Theoretisch gibt es 50 % Gewinner und 50 % Verlierer. Wirkliche Win-Win-Situationen sind eher die Ausnahme, sind eher dem Umstand geschuldet, dass keiner von Beiden oder Aussenstehenden so richtig beurteilen kann, was Gewinn und was Verlust in diesem Falle bedeuten. Solange sich keiner ausgenutzt vorkommt, glauben alle drei an die Win-win-Situation. Aber mit der Zeit verschieben sich in der Regel die Gefüge. Einer oder mehrere werden zum Gewinner und einer oder mehrere zum Verlierer. Mit der Zeit wird die Zahl der Gewinner kleiner und die Zahl der Verlierer grösser. Wenn sich die Verlierer ihrer Situation bewusst werden, dann wird es plötzlich schwierig. Keiner will Verlierer sein. Je später die Verlierer ihre Situation wahrnehmen, je grösser die Differenz zwischen Gewinner und Verlierer und je grösser die Differenz der Anzahl der Gewinner und Verlierer bereits wurde, desto grösser werden die Spannungen jetzt sein. Wenn es dann auch noch Gewinner gibt, die Öl ins Feuer giessen, indem sie weiter Profite auf Kosten der Verlierer machen, desto problematischer wird die Situation. Das Mensch-Sein wird immer zu Gewinnern und Verlierern führen und in aller Regel wird die Anzahl der Gewinner viel kleiner sein als die Zahl der Verlierer. Ginge es auch anders? Wir können dieses biologische Naturgesetz nicht einfach ausschalten, obwohl viele das aus verschiedenen Gründen gerne täten. Wir müssen lernen, mit ihr zu leben und angepasste Politik zu machen.
Eine Form zu regieren, ist Tabuisierung. Ich habe Recht und alle anderen Gedanken, Überlegungen, sprachliche Äusserungen und Aktionen werden unterbunden. Das geht gut mit Festlegung von Moral. Wenn das aber nicht reicht, dann folgt jede Form von Repression.
Vertrauen schaffen ist schwer und dauert lange. Misstrauen erregt man schnell und dann schaukelt es sich intuitiv zwischen beiden Seiten immer weiter hoch. Es ist schwer, diesen Prozess zu stoppen und noch viel schwerer und langwieriger ist es, das Misstrauen abzubauen und Vertrauen neu zu schaffen. Das dauert oft Generationen. Dem Verlierer muss immer eine Zukunft gelassen werden, auch wenn Verbrechen dabei waren. Die rechtliche Aufarbeitung ist nicht immer die beste Lösung. Den Haag zeigt es uns. (Aber das sind nur alte Diplomatenweisheiten, nichts besonderes)
Der Mensch ist nicht per Gesetz „gut“ oder „besser“ zu machen, auch wenn die Gesetze noch so haargenau sind. Die Lücke zwischen Theorie und Praxis (=Realität) ist qualitativ und quantitativ durch möglichst genaues Arbeiten (Recht, Bürokratie, Gerechtigkeit, …) nicht zu überbrücken.
Mit aus dem christlichen oder anderweitig religiösen Glauben abgeleiteten Prinzipien und deren Giessen in Gesetze wird der Mensch nicht besser. Wir Menschen geraten nur immer mehr in Bedrängnis zwischen Sein und Schein.
Erstaunlicherweise ist es ein Unterschied, zu regieren und an der Macht zu sein. Wir wählen unsere Regierungen. Ob die Gewählten dann die Macht haben, ist noch etwas ganz anderes. Die Macht haben die Mächtigen im Staate, nicht die Regierung. Das ist ein Irrtum. Männer reissen die Macht an sich. Die Regierung hat nur Macht, wenn wir alle sie ihr schenken, auch die Mächtigen und besonders die Mächtigen.
Wer Regierungsverantwortung übernimmt, wird zum Regierenden, zum Bestimmenden. Bei Veränderungen wird er dann immer die Einen bevorzugen und die Anderen benachteiligen, auch wenn er es sich vorher anders ausgemalt hat. Das geht nämlich nicht anders. Wo man etwas dazulegen will, muss man es woanders wegnehmen. Das ist eine biologische Naturregel. Der französische Staatspräsident E. Macron erlebte es sehr hart. Die deutsche Bundeskanzlerin Frau A. Merkel meidet es, wo sie kann und ist deshalb relativ unangreifbar (und erfolglos?). In der Demokratie wird meistens die Mehrheit auf Kosten der Minderheiten beglückt (auch wenn die Verfassung das Gegenteil will), der Wahl wegen, denn die Wiederwahl muss gesichert werden. Die meisten Regierungen haben sich angewöhnt, der zukünftigen Generation etwas wegzunehmen, damit sie keine Verlierer produziert. Da macht man einfach Schulden oder etwas vornehmer, bedachter, spricht man von Generationenvertrag. Das Dumme ist, die dafür blutende Generation gibt es noch gar nicht. Man kann gar keinen Vertrag mit ihr schliessen. Man kann sie nicht befragen, ob sie bereit ist, für uns zu bluten. Unsere Regierungen sind clever, aber dumm. Und wer weiss, ob nicht inzwischen der Zusammenbruch so nahe ist, dass wir die zahlende Generation sind für uns und unsere Eltern und Grosseltern?
Minderheitenschutz schmälert die Rechte der Mehrheit und umgekehrt.
Staatsverschuldung ist eine Form von Kinderarbeit, eben der zukünftigen. Wir baden die Egoismen unserer Eltern aus. Seit dem 15. Jahrhundert schafft Egoismus die neue Welt. Neu = Besser?
„Gemeinsam sind wir stärker“ heisst, gemeinsam können wir besser unseren Egoismus durchsetzen (natürlich übermalen wir das als unsere „gerechte eigene Sache“). Gemeinsam können wir mehr Kraft und Macht anwenden und uns besser selbst als moralisch gut betrügen?
Unsere politischen Gesellschaften sind geprägt vom Egoismus, vom Durchsetzen meiner und unserer Interessen. In der Diktatur macht es einer oder meist eine Gruppe. In der Demokratie, auch in der direkten, ist es der Kompromiss von Interessen. Es fällt auf, dass in der Politik, in der Bürokratie, im gesellschaftlichen Leben so viele Regeln völlig sinnlos erscheinen. Am besten nicht nachdenken, einfach gehorchen. Dreiecksstrukturen erleichtern uns das. Der Kompromiss zwischen Interessen ist selten sachdienlich „sinnvoll“ (Im Sinne von: Wenn ich über eine Sache nachdenke und ein sinnvolles Handeln finde, steht der ins Gesetz geschriebene Kompromiss meist entgegen.) Ginge das auch anders?
Störe mein Bild von meinem Land nicht. Was ich nicht sehe, wie Du denkst, ist egal. Hauptsache, meine sicht- und fühlbare Welt ändert sich nicht. Aber sie ändert sich dauernd und das geht auch gar nicht anders.
Die Phasen eines frisch gewählten Politikers sind wie die in der Balz. Herr Selenskyj, ukrainischer Ministerpräsident, ist ein passendes Beispiel. Viele gleichen ihm mehr oder weniger. Da kein Politiker Realität ändern kann, da aber die Wähler genau das wollen, hat er gar keine Chance. Wenn es sehr glückliche Umstände gibt, kann es im Einzelfall mal anders sein, aber das ist rares Glück. Am schlimmsten in Demokratien, aber auch in anderen Regierungsformen, haben die Bürger völlig unrealistische Erwartungen an die Herrscher. Das kann nicht funktionieren. Nur in neu geschaffenen Strukturen besteht eine Schonfrist im Sinne von Schneeballprinzipien, im Sinne von Gnadenfrist, im Sinne von Selbstbetrug. Welcher Politiker wird denn einer angemessenen Führungsaufgabe eines grossen Staatsgebildes gewachsen sein? Wenige oder gar keiner. Dann müssen Behelfsmassnahmen her: Schulden machen, Lügen, Maffia, Gewaltanwendung, Personenkult, … Da gibt es viele.
Wir fordern und fordern und fordern und machen Gesetze und fordern Gesetze. Die Politiker sind so in die Enge getrieben, dass sie nur noch mehr und immer ausdifferenziertere Gesetze machen können und diese Gesetze nur noch mit Schulden bezahlen können. Ist das nicht dumm?
Die Oberen (Politik, Wirtschaft, Kunst, Wissenschaft …) haben es immer schwerer als die Unteren, das gemeine Volk. Die Oberen müssen sich abgrenzen und sie müssen immer beweisen, dass es einen Grund für ihr „Oben sein“ gibt, dass sie besser sind als das Volk. Sie müssen immer mehr Schein als Sein aufbauen. Da war ein gottgleicher Kaiser oder König oder Sultan oder Schah oder Zar oder Papst … doch ganz logisch. Dann aber kommen die Journalisten und tun alles, um den Schein herunter zu reissen. Ist das nicht furchtbar?
Wie kann man Politiker oder Funktionsträger (in der Wirtschaft und in der Wissenschaft gilt das nicht anders) kritisieren oder ihnen Fragen stellen und unter Umständen sie damit in Frage stellen, ohne dass sie gleich eingeschnappt, beleidigt oder in Kriegsstellung gebracht sind? Sie sind doch jetzt qua Amtes im Recht und haben Recht. Da sind sie doch über jede Kritik erhaben (leider nicht im Sinne von „sie stehen darüber“, sondern im Sinne von „Kritik kann und darf nicht sein“).
Deshalb gibt es in bestimmten Ländern auf Pressekonferenzen vorher eingereichte Fragen oder gar keine Fragen oder nur böse Antworten. Wenn aber ein Politiker oder anderer exponierter Mensch Kritik und Opposition zulässt und sie verträgt und nicht übel nimmt, dann wollen wir ihr/ihm das turmhoch anrechnen, denn das ist nicht typisch menschlich. Menschlich ist das Gegenteil (und damit leider meist sehr unmenschlich).
Unsere Ansprüche an die Anderen sind immer gross, aber an uns selbst sind sie klein (die Anderen sollen ja gerade unsere Ansprüche befriedigen) und wenn wir diejenigen sind, an die die Ansprüche gestellt werden? Was ist dann?
Das Prinzip „Ein Vorurteil funktioniert so lange, wie es die Masse glaubt“ gilt auch in der Politik. Solange alle glauben, dass man Geld einfach drucken kann, funktioniert das System. Wenn ein Ereignis oder ein Mensch die Masse plötzlich vom Gegenteil überzeugen, dann kippt die Stimmung und die vormaligen Vertreter des Prinzips sind alle Deppen, wenn nicht Verbrecher. Dann sucht die Masse nach einem Anderen und das Spiel beginnt von vorne. Auch jetzt glauben wir noch alle den grössten Schwachsinn…
Regieren? Lassen wir doch die Anderen regieren. Den Haupteinfluss haben sowieso die „Anti“-Sager, die Gegner gegen alles, was nicht ich selbst oder Sie selbst machen.
Kennen Sie eine Partei, eine Interessengemeinschaft, eine Organisation, die wirklich das Beste für die Gesamtheit will (ausser natürlich Ihrer eigenen Partei und deren Wähler)? Jede dieser Organisationen unterliegt dem gleichen Selbstbetrug, wie wir Menschen. Solange das Ziel der Gemeinschaft mit meinem Ziel übereinstimmt, ist alles gut. Divergieren die Interessen, ist mein Ziel wichtiger und besser als das der Gemeinschaft, oder? Sagen tun wir natürlich das Gegenteil, weil wir sogar das Gegenteil selbst glauben.
Öffentliche Schulden, in Staatskassen, in Versicherungen, im Öffentlichen Verkehr und wo auch immer heissen, wir, die Nutzer wollen den Nutzen haben, aber nicht dafür bezahlen oder nicht genug dafür bezahlen. Wir sind halt sehr realitätsfern und sträuben uns, realistisch zu werden.
Die Eliten sind meistens die Räuber, politisch, wirtschaftlich, wissenschaftlich. Aber räubern die Kleinen wirklich weniger? Und was ist, wenn sie zur Elite werden?
Intellektuelle produzieren sehr viel Schein. Gebildete nutzen Ungebildete sehr leicht aus. Bildung ist nicht gleich: Viel Wissen.
Was bedeutet eigentlich „Law and Order“? Ich setze mein Recht als Regierender und das meines Clans, meiner Partei und deren Wähler durch. Alle (!) Anderen gehorchen und haben zu gehorchen.
Warum gibt es den Föderalismus, wenn wir doch lieber hätten, dass alle gleich wären, dass alles überall gleich wäre? Ist der Föderalismus nicht nur für die gut, die ihn als Beweismittel für ihre Argumente und für ihre Interessen vor ihren Karren spannen können? Klar, dass die jetzt nicht Genannten die Gegner sind.
Dass wir derzeit ein politisch so ruhiges Leben in Europa führen und dass es uns so gut geht, wer weiss, ob das nicht eine Verschwörung von aussen ist? Irgendjemand hat daran ein Interesse, wir wissen bloss nicht wer. Das ist doch recht wahrscheinlich, oder?
Ist es sinnvoll, dass die Kommunikation zwischen Regierungen und Volk im Wesentlichen nur noch über Gesetze und Regeln stattfindet? Diese müssen dann auch noch so ausformuliert sein, dass sie für alle gleichermassen gelten können und es auch tun und dass sie mit allen vormals formulierten Gesetzen und Regeln abgestimmt sind, damit sie justiziabel werden. Dazu braucht es Heere von Rechtsgelehrten, die Gesetze und Regeln so „rechtskonform“ ausformulieren, dass sie hinterher unangreifbar und durchsetzbar sind. Die Reichen im Volk setzen aber sofort Heere von Rechtsanwälten und Rechtsverdrehern darauf an, herauszufinden, wie man diese Regeln und Gesetze doch umgehen kann. Sehr sinnvoll dieser Weg der Kommunikation und des Regierens, oder? In dem Land herrscht vollkommene Gerechtigkeit, oder?
Wir erwarten von unseren Politikern, dass sie die Welt um uns herum so machen, wie wir sie uns wünschen. Das können Politiker gleich welcher Partei und Richtung, Demokrat oder Diktator etc. gar nicht. Nach kurzer Zeit sind wir enttäuscht und dann muss der Politiker nur noch sehen, wie und mit welchen Mitteln er sich in Amt und Würden halten kann. In jeder Generation geht das wieder so und das seit hunderten oder tausenden von Jahren. Das ist doch für beide Seiten tödlich. Könnten wir umdenken?
Wählen Sie nur Politiker, die wissen, was man in der Realität nicht ändern kann, weil es Realität ist und die Ihnen daher keine unrealistischen Versprechungen machen. Natürlich wollen wir gerne Versprechungen und wie realistisch sie sind, darüber denken wir lieber nicht nach. Aber genau das müssen wir vor der Wahl tun. Wir müssen also darüber nachdenken, was Realität eigentlich ist.
Stellen Sie immer Forderungen, die der Andere nicht erfüllen kann, weil sie realitätsfremd sind. Moral ist da sehr gut geeignet. Wenn er die Forderungen nicht erfüllen kann, sieht er schlecht aus und steht er als Schuldiger da. Auf Grund Ihrer realitätsfremden Forderung sind aber eigentlich Sie Schuld. Verkehrte Welt, nicht wahr? Falls er das aber merkt, wird er Ihnen gegenüber immer auf Rache sinnen. Die meisten merken nicht einmal, dass viele Vorgänge um sie genau so ablaufen. Nachdenken würde vieles verständlicher machen.

Demokratie, Schwächen und Stärken:

Es braucht in der Gesellschaft immer wieder den Einfluss aller, wenn es möglichst viel Wohlstand für möglichst viele Menschen geben soll. Deshalb braucht es die Gewerkschaften und die Frauenbewegung genauso wie Arbeitgeberverbände, Interessenvertreter, Wohnungseigentümerverbände und Mieterschutzvereinigungen und viele, viele mehr. Trotzdem müssen wir uns klar sein darüber, dass die „Freiheitsorganisationen“ oder „Gerechtigkeitsvereine“ mit ihren „Freiheitskämpfern“ reine Vereine zur Durchsetzung der eigenen Interessen sind, also reine Egoismusvereine. Sie schaffen keine „Werte“. Allenfalls vernichten sie welche, wie wir immer wieder nach Streiks zumindest auf Arbeitgeber- und Kundenseite feststellen müssen. „Werte“ schaffen nur die Unternehmer, die Initianten von Wirtschaft, die Akteure in der Politik. Wir kennen diese Gedanken aus der Wirtschaftstheorie. Doch in der Politik gelten sie genauso und sind sie eine Grundlage für die Idee der Demokratie.
Die Demokratie ist nicht die effektivste und beste Regierungsform, sondern die effektivste und beste Form der Volksbeteiligung. Klar, dass die direkte Demokratie der Verwirklichung des Traumes näher ist als die übrigen Demokratien. Die Demokratie ist die Gesellschaftsform, die der Widersprüchlichkeit im Menschen am besten Rechnung trägt. Demokratie heisst, das Volk muss mitgenommen werden zu den Entscheidungen, muss informiert werden, muss gebildet werden, damit es entscheidungsfähig ist. Das ist mühsam. Das ist umständlich. Es braucht viel Zeit, Geld und Energie. Das geht nicht geheim. Und natürlich erfordert das von den Menschen, die rufen „Wir sind das Volk“ auch eigenes Informieren, eigenes Nachdenken, eigenes Abwägen zwischen Schenken und Nehmen, damit ein zukunftsweisender Volkswille entsteht. Entscheidungen wie nationale Alleingänge (jedweder Separatismus, siehe ehemaliges Jugoslawien, Brexit und viele andere) haben selten dem Volk mehr Beteiligung an den Entscheidungsprozessen im Land und selten mehr gleichmässige Verteilung von Bildung, Gesundheit, Besitztümern und Nutzen der Produktionsmittel gebracht.
Unser Traum, Demokratie sei eine gute Staatsform bleibt ein Wunschtraum. Wie soll eine Regierungsform gut werden, wenn sie als besten Erfolg im Wesentlichen einen guten Ausgleich der vielen Egoismen versuchen kann und will, wenn wir die Egoismen aber negativ bewerten? So kann Demokratie nur zur besten der schlechten Staatsformen werden, mehr nicht. Wir sind also nur deshalb so enttäuscht von den Demokratien, weil wir viel zu viel erwarten. Das kann so gar nicht funktionieren. Wenn Politiker mit ihren Idealen gar zu sehr im Himmel schweben, dann holt das Volk sie da wieder herunter. Das ist schmerzhaft, müssen die Politiker und wir aber aushalten. Meinen Idealen würde es nicht anders ergehen.
In vielen Ländern besteht eine mehr oder weniger deutliche Teilung der Bevölkerung in Linke und Rechte oder zwei Blöcke mit näherungsweise gleichen Anteilszahlen mit anderen Namen und Programmen. Ist diese Teilung nicht eigentlich unsere eigene persönliche innerliche Teilung, die nur nach aussen projiziert ist? Eigentlich wollen wir Beides, aber je nach Interessenslage dominiert eine Seite in uns über die andere. Das ist Ausdruck unserer inneren menschlichen Widersprüchlichkeit. Sollten wir nicht, statt gegeneinander zu diskutieren und zu demonstrieren und zu kämpfen, die beiden Pole integrieren? Wir sind widersprüchlich. Jeder sucht den Widerspruch im Anderen (natürlich die entgegengesetzte Seite) und prangert ihn an. Welchen Sinn soll das haben? Die Evolution und/oder Gott brauchen mehr aktive Toleranz von uns Menschen.
Relativ stabile Demokratien entwickeln politische Verteilungen nahe der nicht vorhandenen, aber denkbaren Mittellinie. Beide Seiten, rechte und linke (oder mit anderen vergleichbaren Namen) neutralisieren sich gegenseitig weitgehend. Deshalb kommen Demokratien oberflächlich gesehen, kaum vom Fleck. In Diktaturen dominiert einer oder eine Seite über die andere. Deshalb können sie sich stärker verändern. Die unterdrückte Seite wird natürlich wieder nach Ausgleich oder eigener Dominanz suchen. Extremismus ist nichts weiter als die Suche nach dieser Dominanz und dann geht es von der anderen Seite wieder los. In der Politik ist es wohl besser, wenn nicht die Extreme bestimmen, sondern die geschenkten Kompromisse. Aber die Extreme brüllen am lautesten.
Politiker müssen erkennen lernen (eigentlich alle Menschen), was überhaupt änderbar ist und was nicht. Viele Änderungen sind nur vorschnelle Reaktion auf irgendetwas, ohne Sinn. Es hat keinen Sinn, gegen biologische Naturregeln zu verstossen, nur weil nicht sofort Strafe folgt.
Wäre Demokratie auch noch anders denkbar als wir sie heute erleben? Ist die Ausrichtung am Egoismus aller wirklich so clever? Ist es völlig illusorisch, demokratische Ordnung nach dem jeweiligen Einsatz der Menschen, Gruppen oder Organisationen für das Gemeinwohl zu gestalten? Wäre ein anderes Selektionsverfahren denkbar, dass nicht den persönlichen Egoismus mit Macht belohnt, sondern den persönlichen Einsatz für das Ganze, die Bereitschaft, sich selbst zu verschenken? Sollten wir andere Qualitäten von unseren Politikern erwarten und sie entsprechend aussuchen? Sind die herkömmlichen Parteien dazu geeignet, uns Politiker mit solchen Eigenschaften zu präsentieren? Braucht es andere Organisationsformen? Sollte Schenken eine Rolle spielen? Sollten wir mehr nachdenken und weniger nach durch Werbung und Wahlkampf beeinflusster Intuition und Gefühl entscheiden?
Die Oberen in Wirtschaft und Politik haben ihre Lobbygruppen an den Schaltstellen der Macht. Seinen Egoismus bestmöglich anzuwenden, versuchen alle gesellschaftlichen Gruppen und im Prinzip jeder (mit seltenen Ausnahmen).
Demokraten in der amerikanischen Politik, Sie hätten Präsident Donald Trump seine Mauer an der Südgrenze schenken sollen. Dann hätte sie weniger gekostet. Oder? Was man nicht bekommt, heizt erst recht an, koste es, was es wolle. Was wir haben, verliert schnell an Wert.
Minderheiten in der Gesellschaft sind ein ähnliches Problem, oft nur in entgegengesetzter Weise. Sie haben eben keine Interessenvertretung oder eine bedeutungslose. Sie haben keinen Einfluss auf die Gesellschaft oder Politik. Die Minderheiten, die trotzdem Einfluss haben, fallen als Minderheit gar nicht auf.
Völker in Demokratien haben nicht unbedingt das Gefühl, besser regiert zu werden als in Diktaturen. Das Entscheidende ist: Demokratien beteiligen das Volk am Regieren, die direkten Demokratien noch viel mehr als die indirekten. Die Schweiz ist derzeit (2018) das einzige demokratische Land auf dieser Welt. In den anderen „Demokratien“ darf das Volk alle vier bis sechs Jahre seine zwischenzeitlichen Diktatoren neu wählen. Oft hat es nicht einmal eine richtige Aus-Wahl. Die Schweiz ist damit aber auch das einzige Land in dieser Welt, wo das Volk die Schuld für ungünstige Entscheidungen nicht einfach nach oben abschieben kann. Das Volk hat den bisher bestverwirklichten Einfluss an politischen Entscheidungen. Die Schweiz ist ein Demokratie- und Politiklabor ähnlich, nur entgegengesetzt, wie Cuba und andere.
Wahlkampf bedeutet: Versuche, die Vorurteile der Wähler noch fix in andere Vorurteile zu ändern, damit die Wähler dir wohlgesonnen sind und Dich wählen statt der oder dem Anderen. Die Wechselwähler sind am Wahltag entscheidend, die noch schnell nach neuestem Vorurteil die Seite wechseln. Dann ist die Wahl. Danach aber gibt es ein Ergebnis, dass die Verteilung der Vorurteile am Wahltag widergibt und dieses Ergebnis oder Gesamturteil wird nun für vier oder fünf Jahre in Papier oder gar Stein gemeisselt. Demokratische Wahlen sind doch die Dummheit an sich. Wenn dann noch äussere Mächte, wie Geldgeber, Netzwerke oder Korruption etc. Einfluss nehmen… Soll das besser als die Diktatur eines Volksliebhabers sein? Der ist natürlich auch wieder aus einem Märchen entwichen und unserer Realität fremd.
In den sogenannten demokratischen Staaten entscheidet das Volk zumindest über die Machthaber. In den Wahlkämpfen (wir stellen fest: Wahl-Kämpfen) wird um die Stimmen des Volkes gekämpft. Womit? Mit Versprechen, Werbung, Präsenz, sich selbst gut darstellen und den Gegner nachteilig, und so fort. Es geht im Wesentlichen darum, uns Bürger gefühlsmässig dort abzuholen, wo wir sind und dort an die Wahlurne zu bringen, wo es dem jeweiligen Politiker nützt. Möglichst das Nachdenken der Bürger verhindern. (Nein, ich bin gehässig.) Hinterher kümmert es keinen Politiker mehr. Wer die Argumente auf seiner Seite hat, bräuchte eigentlich nicht zu kämpfen. Er müsste nur informieren. Das muss er allerdings. Alles andere ist Appellation an unsere Gefühle, ist Werbung, ist Manipulation unserer Intuition. Entscheiden wollten wir aber doch mit Wissen, Information und Verstand, oder?
„Gute“ Politiker wissen heute, wo sie die Bürger gefühlsmässig abholen müssen, damit die Bürger ihnen zahm aus der Hand fressen. Wollten wir Bürger nicht eigentlich genau das nicht? Wir wollen doch nach Kenntnis, reiflicher Prüfung und Nachdenken entscheiden? Warum lassen wir uns dann immer wieder einfangen? Wenn wir aber selbst Politiker werden, dann nutzen wir den gleichen Mechanismus, wie die jetzt „guten“ Politiker? Wenn aber diese „guten“ Politiker (falls wir es sind, dann auch wir) sich doch um ihre Versprechungen kümmern, dann machen sie Gesetze entsprechend ihren Versprechungen und bezahlen sie mit Schulden, es sei denn, sie haben das unverschämte Glück, in einem Staat zu agieren, der sehr intensiv Aussenhandelsüberschüsse erwirtschaftet und seine eigenen Kosten damit unbemerkt anderen Völkern unterjubeln kann. Da gibt es ja einige wenige.
Wir Bürger müssen lernen, zwischen Information und Werbung sowie Manipulation zu unterscheiden. Wir müssen kritisch werden. Wir müssen uns selbst Gedanken machen, was nützlich, stimmig, wirksam, zielführend ist, unter Umständen auch gegen unser Eigeninteresse. Wer sich dazu in der Lage fühlt, der stimmt bei Wahlen und Abstimmungen. Wer sich nicht ausreichend sicher in der Entscheidung fühlt, stimmt nicht und lässt damit die Mehrheit derjenigen entscheiden, die sich informiert und kundig gemacht hat und nach reiflicher Überlegung stimmen kann. Nicht stimmen ist doch nicht schlimm? Falsch oder mit schlimmen Folgen zu stimmen, das ist schlimm. Das haben wir in der jüngsten Geschichte immer wieder vorgeführt bekommen. Aber wieder, vielleicht sind die, die sich für fit zum Stimmen halten, gerade die, die intuitiv am stärksten nach ihrem Egoismus handeln und die ihre eigene Position und Ansicht am wenigsten relativiert haben (am wenigsten nachgedacht haben)? Wer will sich da selbst beurteilen? Wir erleben die Folgen wahrscheinlich ungünstiger Entscheidungen derzeit allzu oft. Theorie und Praxis eben.
Die Information der Bürger muss allen Bürgern in gleicher Weise zugänglich sein. Dass die Presse sicher zusätzliche Informationen liefern wird und damit möglicherweise Verzerrungen verursacht, ist kritisch hinzunehmen. Das muss man noch ein wenig reglementieren. Wahlkampf, Wahlwerbung, gefühlsmässige Entscheidungsbeeinflussung sind zu vermeiden. Das spart viel Wahlkampfgeld und schafft gleichlange Spiesse für alle Beteiligten. Das würde in der Demokratie auch den Einfluss des Geldes aushebeln, was unbedingt nötig ist. Reichtum ist eine Gefahr für die Demokratie, wie wir seit Jahren z.B. in den USA erleben (aber auch in vielen anderen Ländern). Extreme Armut ist für die Demokratie jedoch gleichfalls eine Gefahr. Vielleicht sollten wir immer auf die hören, die am wenigsten demonstrieren, die am wenigsten kämpfen, die am wenigsten werben, die am wenigsten schreiben, die am wenigsten Superlative benutzen (Das ist sehr wichtig, denn der Gebrauch von Superlativen zeigt oft an, wo wir realitätsfern sind)? Sind vielleicht die Leisen die wahrhaftigeren Politiker? Das gilt sowohl für Männlein wie für Weiblein. Wir wollen nicht nach Gefühl und Intuition entscheiden, sondern nach Verstand und kritischem Nachdenken. Das wollen wir Wähler und wir erhoffen und wünschen uns das auch von den Gewählten.
Für die weitere Einflussnahme: Wenn wir nicht wollen, dass aus unserem Lande Waffen exportiert werden, dann könnten wir ja zumindest Arbeitsstellen meiden, in denen Kriegsmaterial gleich welcher Art produziert wird. Was nicht produziert wird, wird nicht verkauft und kann auch nicht benutzt werden. Mutige vor! Kann man sein Geld nicht auch anders verdienen?
Schauen wir in die Organisation moderner Staaten. Fast jeder hat ein Verteidigungsministerium. Was wird dort gemacht? Es wird alles unternommen, was man braucht, um seinen Staat per Gewalt schützen zu können. Dazu gehört natürlich vor allem Militär.
Wenn wir die Realität ansehen, dürfte es doch gar keine Kriege geben? Verteidigungsministerien greifen keine anderen Staaten an. Dann müssten die Ministerien ja ganz andere Namen haben: Angriffsministerium oder Ministerium für Gewaltanwendung oder …. Da fällt uns schon ein Name ein. Aber nein, Verteidigungsministerium. Alle die Kriege der letzten Jahrtausende waren Angriffskriege. Das Verteidigungsministerium wird also durchschnittlich zu mindestens 50 % zum Angriff genutzt. Schein und Sein. Wahnsinn?! Früher hiessen diese Ministerien ja sogar martialisch „Kriegsministerium“ oder einfach „Militär“. Wir „neuzeitlichen“ Menschen haben sie umbenannt, entweder, um den Gegner zu täuschen oder weil wir uns selbst täuschen oder sogar beides? Aber ein geänderter Name ändert wohl doch nicht das Sein? „Nomen“ ist nicht „Omen“?
Wäre es denkbar, dass wir Bürger nicht durch Aktionen irgendwelcher Gewalt und seien es nur friedliche Diskussionen und Demonstrationen, sondern einfach durch Nicht-Mitmachen, Nicht-Kaufen, Nicht-Gebrauch, Nicht-Wählen etc. und natürlich auch dem Gegenteil, dem entsprechenden Handeln, die Welt um uns herum beeinflussen? Eine Form von Schenken (und Verzichten), nicht von Fordern. Wir warten nicht auf Entscheidungen Anderer und fordern nicht Einsatz von Anderen, vor allem nicht regulatorische Massnahmen, sondern wir leisten unseren persönlichen, kleinen, eigenen Beitrag. Geschieht das nicht an manchen Stellen auch schon?
Sehr verehrte Staatsdiener, Sie haben in der Regel eine günstige Position, weil Sie unkündbar sind oder schwerer kündbar sind als andere und nicht selten ist auch Ihr Gehalt höher als bei Anderen. Das ist nur in den hohen Positionen anders. Aber Sie haben den Nachteil, Gesetze und Regeln anwenden und durchsetzen zu müssen, die Sie selbst weder zu verantworten, noch gemacht haben. Sie sind einfach nur verlängerter Arm. Trotzdem kann man auch in Ihrer Position nachdenken und für den entsprechenden Staat ist das vielleicht sogar von Vorteil. Immer, wenn Sie etwas ablehnen müssen einem Menschen gegenüber, liegt der Verdacht nahe, dass Ihre Richtlinien und Gesetze, nach denen Sie handeln (müssen), nicht angemessen sind. Immer, wenn Sie einen Menschen „opfern“, tatsächlich oder im übertragenen Sinne, stellt sich die Frage, ob Sie noch menschlich handeln. Das gilt nicht grundsätzlich, aber vermutlich öfter, als Ihnen lieb sein wird. Denken Sie bitte vorher nach und bilden Sie sich wenigstens vorher selbst ein Urteil und merken sich das auch, bevor Sie dann nach geltendem Recht und Gesetz handeln. Es ist wichtig, dass wir uns auch diese Diskrepanzen klar machen, die Diskrepanz zwischen Prinzip und Mensch.
Da wir immer mehr vom Ziel her denken, z.B. vom imaginären Ziel eines bedingungslosen Grundeinkommens oder kostenloser Gesundheitsfürsorge für alle oder guter Rente für alle (und Ähnlichem) oder Gerechtigkeit für alle, brauchen wir immer mehr finanzielle Mittel. Über deren Herkunft wird aber erst nach der Geldausgabe zur Erfüllung der Wünsche nachgedacht. So reicht das Geld meist nicht. Es werden Schulden aufgenommen. Es ist immer besser, die Schulden eher den Anderen aufzudrücken, als dass man sie selbst begleicht. So werden die Staaten, die Gemeinschaft, überbelastet und schnell sind die Staaten hoch verschuldet. Die einflussreicheren Bürger drehen die Gesetze so, dass der Staat ihnen finanziell auf vielfältige Weise zu Hilfe eilt, selbst da, wo gar keine Hilfe notwendig ist. Eine Form versteckter, legaler Korruption?
Eine gut funktionierende Gemeinschaft, ein effektives Verwaltungs- und Ordnungssystem und nachhaltig arbeitende Infrastruktur sind Grundlagen für Wohlstand. Ein schnell und angemessen agierendes und reagierendes Gemeinwesen (Staaten oder zunehmend auch Städte) sind viel Gold wert. Wir können sie nicht den vielen ausbeutenden Egoismen überlassen, sondern wir müssen sie aktiv entwickeln und schützen. Dazu gehört unter Anderem, dass wir diesen Institutionen nicht nur die nach allen rechtlichen Vermeidungstaktiken notwendigerweise zu zahlenden Steuern zahlen, sondern dass wir die Steuern als Vorrecht bezahlen, lieber mehr als weniger. Wir nutzen die Infrastruktur, also bezahlen wir auch dafür. Dazu gehören z.B. auch kostendeckende Preise für den öffentlichen Verkehr, egal ob das Unternehmen Rabatte gewährt.
Wenn am Bau oder in der Politik etwas teurer wird als zuvor geplant, dann wisssen Sie, wie weit Sie in Ihren Ideen von der Realität entfernt sind. Denken Sie nach. Die Höhe der Schulden eines Staates zeigt auch, wie fern der Realität seine Organisation und das Wunschdenken seiner Bevölkerung ist.
Langfristig verschuldete und vor allem hoch verschuldete Staaten sind betrogene Staaten. Entweder haben einige oder alle Steuerzahler zu wenig Steuern bezahlt oder Nutzniesser haben zu hohe Zuwendungen bekommen oder Betrüger haben Geld entwendet oder alles zusammen. Ein realistisch wirtschaftendes Gemeinschaftsgebilde hat eine langfristige Bilanz in der Nähe der schwarzen 0. Kurzfristige Schwankungen auch in rote Zahlen sind kein Problem.
An der Höhe der Staatsschulden können wir jeweils ablesen, wie viel Wert den Bürgern ihr Staat ist oder um wie viel sie ihn sogar betrogen haben. Gib ihm so wenig wie möglich und nutze ihn aus so viel wie möglich! Mal nachgedacht?
Unsere Demokratien, unsere Gesellschaften, unsere Staatshaushalte sind nur zu retten, wenn wir anfangen, sie zu beschenken, jeder so viel er kann. Das können die Reichen mehr als die Armen, denn die Reichen haben unrechtmässig Besitz erworben durch Betrug oder Maffia oder Korruption oder ganz legal durch Ausweitung der Marge im legalen Handel auf Kosten der Kunden. Die Einen können Geld schenken, die Anderen eher Freiheit, Zuneigung, Vergebung, jeder so viel und was er kann.
Natürlich gibt es Grenzen für eine angemessene Höhe von Steuern. Aber jeder sollte die Steuern in einer angemessenen Höhe mit Freude zahlen. Das ist unser Anteil an Aufwandsentschädigung. Und alle die, die mehr besitzen oder verdienen als der Durchschnitt sind natürlich erst recht gefragt, ob sie nicht auf Steuervermeidung verzichten und statt dessen mit Freuden zahlen, wohl wissend, dass damit Anderen, die wenig haben, Vergünstigung gewährt werden kann. Nicht Steuern sparen, sondern Steuern schenken. Private oder betriebliche Vermögen, die auf Kosten des Staates durch Steuervermeidung (auch legale) angehäuft wurden, dem Staat schenken. Betrügereien offenlegen, auch ohne gesetzliche oder gerichtliche Zwangsmassnahmen und die Beträge zurückgeben. In den armen Bevölkerungsgruppen ist es schwieriger. Aber auch diese Bürger und Menschen können sparsam und zurückhaltend mit Steuergeldern umgehen. Nicht alle kamen unverschuldet in diese Situation. Die meisten Abhängigen (Drogen, Alkohol, Nikotin, Spiel etc.) wurden nicht dazu von aussen gezwungen, sondern haben gegen bessere Kenntnis oder noch als dumme Kinder und Jugendliche (Ich bitte um Entschuldigung, sehr verehrte Betroffene) mit dem Gebrauch begonnen. Nicht jeder Antrag auf mögliche Kostenübernahme muss auch tatsächlich gestellt werden. Vorhandene persönliche Ressourcen gleich welcher Art kann man vorrangig nutzen. Bequemlichkeit ist kein Grund, andere und sei es den Staat, zahlen zu lassen. Unterschätzen wir unsere eigene Bequemlichkeit nicht!
Griechenland hätte zu Anfang dieses Jahrhunderts deutlich weniger Probleme gehabt, wenn die entsprechenden Menschen das vorher beherzigt hätten. Es gäbe noch sehr, sehr viele andere aktuelle Beispiele.
Schon viele Philosophen und Denker in den letzten Tausenden von Jahren haben sich Gedanken über „Besitz“ gemacht. Ist „Besitz“ etwas Gottgegebenes, etwas Absolutes, etwas, das auf jeden Fall respektiert werden muss? Manche dieser Denker haben daraus Ideologien geformt, letztgültige Denk-, Staats- und Wirtschaftssysteme.
Wenn wir entlang der Evolution, so wie wir sie heute verstehen, denken, dann werden wir davon ausgehen können, dass „Besitz“ nicht absolut gegeben ist. Jeder wird mit genauso leeren Taschen geboren wie er stirbt. Besitz spielt dabei keine Rolle. Aber wenn sich im Laufe der Evolution „Besitztum“ entwickelt hat, dann wird es dafür einen Grund geben, einen entscheidenden Vorteil für die Entwicklung des Menschen. Die Evolution und/oder Gott werden „Besitz“ für gut befunden haben. Versuchen wir, das zu verstehen. Könnte „Besitz“ trotzdem auch Nachteile haben?
Hat vielleicht jeder sein Revier abgesteckt und die Anderen haben das dann auch respektiert (Also ein Grundbuch entwickelt und dort die Rechte eingetragen, denn das Recht des Eigentümers musste ja von den Anderen respektiert werden.)? Als das nutzbare Land auf diese Weise vollständig verteilt war, gab es revierlose Männer. Sie respektierten den Besitz, verzichteten also. Ähnlich könnte die Entwicklung bei allen anderen Dingen auch gelaufen sein. Aber wir sehen: Einer bekommt, der Andere gibt. Und wenn einer viel hat, dann verzichten viele Andere. Klar, dass das zu Spannungen führt.
Der Sinn von „Besitztum“ könnte aber sein, dass damit Einzelne mehr entwickeln konnten: Häuser, Felder durch Rodungen, Wege, Produktionsstätten, Bildungsstätten, Spitäler und vieles mehr.
Davon profitieren letztlich viele, im günstigsten Falle alle. Denkt man das System weiter (was schon viele vor mir getan haben), dann kommt man darauf, dass bald wenige sehr viel haben und viele sehr wenig. Man kann sich ausrechnen, was passiert und die Geschichte kennt bereits genügend Beispiele dafür. „Besitz“ ist relativ, wird aber von den „Besitzern“ nach Möglichkeit für absolut dargestellt. Klare Interessenslage. Grössere Besitztümer sind also selten mit Moral gut zu begründen. Besitz ist mit guter Moral schwer vereinbar (auch wenn er gesellschaftlich sehr sinnvoll ist). Auch Besitz trägt wie der Besitzer selbst die Stigmata von „gut“ und „böse“ in sich zusammen. Wir können beide nicht trennen.
Die Komplexität unserer menschlichen Strukturen auf der Erde haben wir Menschen schon so vorangetrieben, dass wir das gar nicht mehr überblicken oder regeln können. Künstliche Intelligenz würde es noch schlimmer machen. Männer sollten froh sein, dass sie noch regieren dürfen. Dazu in der Lage sind die weitaus meisten ja sowieso gar nicht mehr. Zum Glück oder Pech sind wir alle so dumm, dass uns das gar nicht bewusst und klar wird.
Wir glauben, dass die Masse Recht hat, 90 : 10 oder sogar 99:1, mindestens aber 51:49. Sonst würden wir Demokratie nicht so hoch bewerten. Die Wahrscheinlichkeit, mit einer Ansicht realitätsnah zu sein, ist irgendetwas zwischen 0 und 100. Die Richtigkeit hat aber mit der Menge der Ansichten gar nichts zu tun. Ein einzelner Nachdenkender kann realitätsnäher und damit richtiger liegen als die Mehrheit. Ganz im Gegenteil, die Masse denkt mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht nach, sondern ist eher mit Arbeiten und Konsumieren beschäftigt, urteilt nach wenigen Informationen bereits im Sinne eines Vorurteiles und liegt damit eher falsch.
Ausser Ihnen selbst sind doch alle dumm, nicht wahr? Warum dann Demokratie? Herr Putin verwirklicht genau diesen Grundsatz und lenkt deshalb die Demokratie in seinem Sinn. In der richtigen Demokratie würden ja die Dummen, die ja die Mehrheit stellen, entscheiden. Das können Sie doch nicht wollen, oder?
Die meisten Männer sind gar nicht demokratiegeeignet. Demokratie heisst, ich als Bürger gebe Rechte an den Staat ab, schenke sie ihm, damit er anderen Bürgern Rechte weiter gewähren kann, schenken kann. Ich als erstgenannter Bürger nehme diese Rechte nicht wieder zurück, wenn sie mich mehr kosten als ich vom Staat bekomme. In der Realität fängt dann aber die Erbsenzählerei an, in der direkten Demokratie am meisten. Oder die Gesetze werden so verändert, dass nur noch Erbsen und ja nicht mehr als diese an andere gewährt oder verschenkt werden. Wenn das nicht geht, versucht man sich am Staat gut zu halten, ohne dass es andere merken. Die Gesetze sind schliesslich immer zur Disziplinierung der Anderen da, nur nicht für mich.
Die Demokratie zeigt die Dummheit des Volkes, die Diktatur zeigt die Dummheit der Diktatoren.
Ein Staat funktioniert nur, wenn seine Bürger ihm seine Macht schenken. Das ist aber eine Beziehung von geben und nehmen. Die Anwendung von Gewalt in beiden Richtungen zeigt, dass wir dem Schenken und der Staatsmacht doch sehr enge Grenzen setzen.
Heisst, kein Demokrat mehr zu sein, automatisch der Diktatur anzuhängen? Gibt es da nur schwarz oder weiss oder sind dazwischen auch Grautöne (oder vielleicht schöner: viele Farbtöne?) möglich?
Der Unterschied zwischen Diktatur und Demokratie ist, keinen Einfluss zu haben oder einen Millionstel Teil Einfluss zu haben. Wie gross ist der Unterschied? Ist die Demokratie dann wirklich so viel anders als die Diktatur? Prompt wird ja in der Corona-Pandemie auch gleich diese Frage gestellt. Schränkt die demokratisch gewählte Regierung aus externem Grund (den Virus hat die eigene Regierung ja nicht böswillig selbst unter das Volk gejagt) die Rechte von uns Bürgern und Wählern ein, liegt doch der Verdacht nahe, dass sie diktatorisch vorgeht, oder? Vielleicht sollten wir doch mehr nachdenken, bevor wir Vorwürfe erheben?
Der Vorteil der Anarchie wäre, jeder müsste nachdenken, wie Gesellschaft funktionieren kann. Allerdings haben wir alle Angst, so nur noch vom Stärkeren zermalmt zu werden. Trotzdem?! Vielleicht ist Anarchie eine bessere Lebens- oder Gesellschaftsform für den Menschen, angemessener oder eine Kombination von Anarchie und direkter Demokratie oder sogar Diktatur? Wäre, hier nachzudenken, nicht spannend?
Ist es nicht völlig egal, ob wir in einer Demokratie oder in einer Diktatur leben? Ist die Demokratie die beste Form der Regierung? Das kommt auf den Massstab an, von welcher Seite ich die Staatsform betrachte. Wenn ein Volk seinen Egoismus ausleben will, dann ist die Demokratie wohl zunächst die beste Regierungsform. Wenn ein an den Menschen und an die Erde angepasstes Leben gemeint ist, dann wohl eher nein. Ich liebe meinen Egoismus, deshalb liebe ich die Demokratie. Ich liebe die Demokratie, auch und besonders die Schweizer, auch wenn ich grosse Vorbehalte ihr gegenüber habe. Wahrscheinlich liebe ich die Demokratie eben auch deshalb so, weil ich so egoistisch bin?
Die grandiose Fehleinschätzung der Nachkriegspolitiker überwiegend in Demokratien: Unsere Kinder werden es einmal besser haben. Deshalb dürfen wir Schulden machen. Die Kinder werden die Schulden leichter zurückzahlen können als wir. Siehe Japan. Italien wird folgen, wenn es nicht einen Währungsschnitt bekommt wie Griechenland. Nicht die Umstände sind Schuld. Die sind wie sie sind. Unsere Einschätzungen, unsere Theorien sind falsch. Uns fehlt der Realismus, die realitätskonforme Einschätzung der Entwicklungen.
Die direkte Demokratie ist die Form von bisher verwirklichter staatlicher Organisation, wo jeder seinen Egoismus am weitesten vorantreiben kann. Das ist doch besonders gut, nicht wahr?
Demokratie funktioniert nur, wenn vor allem die aktiven, die bestimmenden Menschen, den weniger aktiven Freiheiten einräumen, Sicherheit gewähren, Würde und Rechte schenken und sie nicht ausnutzen. Natürlich bedeutet das auch umgekehrt, das Geschenk von Würde, Achtung, Freiheit zum Fehler machen für die da oben, für die Herrscher. Sowohl die Regierten wie auch die Regierenden bleiben einfache Menschen.
Wir wollen tolerant werden auch den Möchte-gern-Männern, den linken und rechten Politikern, den Verbrauchern und Unternehmern, den … gegenüber!
Es ist so etwas von selbstverständlich, dass unsere Interessenvertreter das Beste herausgeholt haben in der Demokratie, was eben möglich war, dass sie über jede Frage oder in Fragestellung erhaben sind.
Die maximalen Kompromisse zwischen Egoismen sind sehr oft die „faulen Kompromisse“ z.B. in den Gesetzen, die in der Praxis dann aber wenig taugen, die die Kosten in die Höhe treiben (weil keiner sie bezahlen will, die Schulden), die aber, wenn es um die Sache geht, selten sinnvoll erscheinen. Wenn es für eine Idee, für ein Produkt, für eine Massnahme, für eine Leistung nicht genug Geld gibt, ist sie wahrscheinlich nicht realitätsnah, nicht realistisch.
Die Regierung kommuniziert nur noch per möglichst gesetzeskonformem Dekret und Gesetz mit dem Volk und das Volk versucht nach Möglichkeit, die Dekrete und Gesetze zu umgehen und beschäftigt ein Heer von Rechtsanwälten, um solche Wege zu finden. Katz-und-Maus-Spiel, oder? Im Kindergarten haben wir das auch schon gemacht, nur die Themen waren andere.
Das Sterben ist ein langer Prozess und beginnt auf dem Zenit des Lebens, etwa mit 40 bis 50 Jahren. Dann ist der Peak erreicht und es geht langsam wieder bergab, erst unmerklich, später unverkennbar und schneller. Es lassen nach die Kraft, die Gesundheit, die noch erreichbaren Ziele, Einkommen und vieles mehr. Wer, wie die Gewerkschaften, die Gesellschaft dazu zwingt, einen Faktor zu ändern, z.B. stetige Lohnsteigerungen bis zur Pensionierung entgegen dem realen Verlauf, wird unrealistisch. Er bezahlt entweder selbst an anderer Stelle oder es bezahlen Andere dafür an gleicher oder einer anderen Stelle. Wer das dann auch noch mit Staatsschulden oder Versicherungsschulden bezahlt, wird zum Räuber. Meist sind nur Räuber und Beraubter so weit auseinander, dass sie sich nicht intuitiv und real wahrnehmen. Bloss nicht die Realität annehmen. Lebensverlängerung oder Lebensverbesserung immer auf Kosten Anderer.
Demokratie ist der unmögliche Versuch, als Untergebener nicht mehr Untergebener sein zu wollen, sondern Teil der Regierung. Es funktioniert nur nicht.
Macht kann man nur geschenkt bekommen, vielleicht noch teilen. Man kann Macht auch nur verschenken, sonst wird man ohnmächtig und abhängig von ihr.
Wer ist eigentlich der Staat? Das Volk? Fühlen Sie als Bürger sich als Staat? Ich glaube schwer, oder? Wer bestimmt im Staat? „Der Staat, das bin ich“ sagte dereinst der König von Frankreich, Ludwig der XIV. Heute bestimmen die Politiker den Staat. Sie sind der Staat.
Papiurlaub für Arbeitnehmer hätte man schon lange haben können. Das ist nicht das Neue und das Besondere. Das Neue und Besondere ist, dass ein Anderer zahlt. Das ist die typische Ich-Struktur der heutigen Gesellschaft und auch der Demokratie: Konsumieren und geniessen will ich, bezahlen soll ein Anderer. Wenn sie es zum Gesetz gemacht haben, dann schlagen sich diese Menschen auch noch an die Brust und feiern sich. Sollten sie sich nicht eigentlich schämen? Die Strukturen des Staates werden zum Erfüllen der eigenen egoistischen Wünsche ge- (miss-?)braucht.
Schuldengrenzen verdienen den Begriff heute gar nicht, in den USA nicht, in der EU nicht, in der Schweiz nicht, überall? Im Ernstfall finden wir immer triftige Gründe, um die Grenze zu unseren kurzfristigen Gunsten zu verschieben. Und damit die Grenze nicht funktioniert, haben wir die Ausnahmen gleich mit ins Gesetz geschrieben.
Die meisten Staaten, vor allem die „demokratischen“, haben gar keine Schuldenbremse, auch wenn sie im Gesetz steht. Die amerikanische ist nur eine Farce, aber auch in den anderen Staaten wird sie nur theoretisch angewandt, in der EU, in den einzelnen Staaten etc.
Völker als Ganzes haben noch weniger Vernunft als Einzelne (Viele Köche verderben den Brei). Nicht die geballte Masse an Vernunft wirkt sich aus, sondern eher die geballte Ladung an gegeneinander gerichtetem Egoismus, der die Vernunft der Einzelnen klar benutzt und gegeneinander ausspielt.
Viele Köche verderben den Brei, auch in der Demokratie, nicht nur in der Küche. Aber wenn nicht viele beteiligt sind am Leben und Entscheiden und Regieren, dann werden die Vielen misstrauisch und ablehnend. Das ist nur eine Frage der Zeit. Offenbar geht das kaum anders. Und es gibt niemanden, der den Anspruch erheben dürfte, dass er wüsste und könnte, wie leben und regieren so geht. Nur wenige erfüllen tatsächlich diesen Anspruch, meist die, die ihn nicht für sich erhoben haben.
Wenn Politiker nach der Wahl die Einheit der Nation beschwören, dann ist das doch gut, oder? Aber was meinen diese Politiker damit? Wir haben gewonnen. Nun ist alles gut. Schliesst Euch uns an (gemeint sind die Gegner, die Opposition) und alles wird gut. Wie mögen das aber die Gegner, die Opposition sehen und erleben, die ja gerade verloren haben, an Einfluss verloren und nun einen Gegner an der Regierung sehen, der seine eigenen Ziele, aber nicht die der Opposition verfolgt? Denken wir doch mal nach. Wird nicht die neue Zeit gleich wieder gleich der alten oder schlimmer? Wenn, dann könnten die früheren Gegner jetzt ihre Mitarbeit und Freundschaft anbieten zu den Konditionen der gewählten Regierung. Ist das wahrscheinlich? Hätte nicht manchmal besser die Opposition gesiegt und wir als Regierung hätten uns ihr angeschlossen?
Wieviele Staatsoberhäupter haben schon zu Anfang den Schwur auf die Verfassung oder für das Vaterland getan und hinterher war es schlimmer als vorher? Ist der Schwur nicht sinnlos? Wer weiss überhaupt, was gut und böse in dem Falle ist?
In der Demokratie gilt: Viele Köche verderben den Brei. In der Diktatur gilt: Der Führer ist Gott.
Die Demokratie ist eine Regierungsform, die theoretisch für alle Bürger die beste Entfaltungsmöglichkeit bietet. Sie bedarf dafür den achtungsvollen Support aller Bürger. Den hat die Errungenschaft „Demokratie“ zunächst auch, aber mit der Zeit wird sie „normal“ und alle nehmen sie für sich selbstverständlich. Jeder saugt soviel ab, wie er für seine eigene Entfaltung bekommen kann und gibt so wenig wie möglich zurück, auf jeden Fall so wenig, dass der Verlust seiner Entfaltung nicht im Wege steht. Es muss für mich ein + herauskommen. Das bedeutet im Gegenzug ein – für den Staat.
Das Gewaltmonopol bei der Staatsgründung an den Staat zu übergeben, das sah sehr gut aus, weil die Bürger die Gewalt an den Staat abgaben und nicht mehr selber gegeneinander einsetzten. Mit der Zeit sah jeder zu, den Staat in seine Gewalt oder zumindest unter seinen Einfluss zu bekommen und setzt nun die Staatsgewalt gegen den Anderen ein. Was ist gewonnen?
Manchmal gibt es politische Konstellationen, in denen zwei Parteien relativ ähnlich funktionieren, nur unterschiedliche Ansichten vertreten. Natürlich kämpfen sie gegeneinander. Eigentlich hat das Volk nur die Wahl zwischen Pest und Cholera. Wenn beide Parteien gut für das Gemeinwohl sorgen, kann das Volk auch mal Glück haben. Wenn beide Parteien (oder auch mehrere) im Wesentlichen für sich sorgen, dann ist es nur schlimm. Man hat die Wahl und hat doch gar keine Wahl. Wohl dem Volk, das Persönlichkeiten in Führungspositionen bringen kann, die nachdenken, auch gegen ihren eigenen Erfolg denken können und denen wenige Feinde erwachsen.
An der Basis des Volkes wollen wir alle Demokraten sein. Kommen wir Demokraten nach oben, wollen wir unseren Machterhalt und auch sagen, wo es lang geht. Dann ist das Demokrat sein plötzlich schwer. Als Einflussreicher noch Demokrat zu sein, also viele oder besser alle mitregieren zu lassen, das ist dann die Überprüfung der Übereinstimmung meiner persönlichen Theorie oder Wahrheit mit der Realität oder Praxis. Die Erfahrung der letzten 500 Jahre zeigt leider, dass die Wenigsten, die an der Basis Demokraten sind, das auch noch in Regierungsposition sind.

Schweiz:

Sehr geehrte Schweizer, bitte nehmen Sie mir die kommenden Beobachtungen und Überlegungen nicht übel. Sie sind nur exemplarisch, weil ich derzeit bei Ihnen wohnen darf. Sie sind einfach derzeit meine beobachtete Umgebung. Aber auch Sie haben mich zum Nachdenken gebracht. Die Schweiz betrachtet sich selbst und ist natürlich nicht nur ein Politiklabor, sondern auch ein Labor für Gesellschaftsfragen. Wer immer der erste, der beste, der fortschrittlichste, der moralischste, der Vorkämpfer sein muss und will, ist zwangsläufig Labor. In diesem Stadium gibt es ja noch keine Vorbilder, noch keine Studienergebnisse, auf die man zurückgreifen kann. Man wagt und hat Glück oder Pech, meistens wahrscheinlich eher Glück und Pech. Ich wünsche Ihnen, dass das erste überwiegt. Schliesslich gelten die meisten Beobachtungen nicht nur für die Schweiz, sondern mehr oder minder überall.
Schweizer und Deutsche (auch Europäer) sitzen eigentlich in einem Boot. Aber nein, der Schweizer sitzt noch in einem kleinen Extraboot und muss natürlich mindestens eine Bootslänge voraus sein, eben etwas besser, etwas schneller, etwas reicher, etwas cleverer … Der kleine Unterschied macht den Schweizer aus. Da kann es mit EU-Beitritt oder -Assoziation nie etwas werden. Keiner schenkt dem Anderen etwas oder teilt etwas, die EU natürlich auch nicht. Es muss doch ein Vorteil für uns herausspringen (der natürlich ein Nachteil für den Anderen ist). Aber darüber wird besser geschwiegen. Jeder will und darf für seine Nachgeordneten nur Vorteile herausschlagen und die Vorteile sehen. Deshalb verhandelt man ja.
Die Schweiz steht derzeit in der Pattsituation, mit der EU den Rahmenvertrag abschliessen zu müssen, aber auf Grund eigener Gespaltenheit sich nicht entscheiden zu können. Es käme auf eine beherzte Entscheidung an, die sich natürlich später als falsch erweisen könnte. Der Bundesrat und die beiden Parlamente sind gefragt. Hat es vielleicht sogar zu viele Frauen in den höchsten Gremien? Wird zu viel Rücksicht genommen? Bräuchte die Schweiz vielleicht sogar mehr Entscheidungsfreude, die Männer vielleicht eher mitbringen als Frauen?
Schweizer (aber auch viele Amerikaner und Europäer, Araber und Asiaten) haben eben sehr gut gelernt, ihren Egoismus hinter einer Liebesfassade zu verstecken. Wirtschaftlich erfolgreicher sind die, die dieses Versteckspiel am besten gelernt haben. Wer das nicht so gut gelernt hat, ist wirtschaftlich meist weniger erfolgreich. Das war ein Problem zwischen Ost und West in Deutschland nach der Wende, wahrscheinlich bis heute (2019).
Sagt mir ein alter schweizer Lehrer: Unser System ist schon wirklich gut im Vergleich zu anderen. Recht hat er. Aber es kommt wiederum darauf an, von welcher Seite man das betrachtet. Wenn man es von innen als Nutzniesser und Teilhaber oder von oben als Besitzender wie er betrachten kann, dann ist diese Beurteilung sehr angemessen. Wenn man von unten als Bedürftiger ausserhalb der Normen oder als Fremder von aussen oder als Leistungserbringer mit Handicaps das System betrachten muss, dann gibt es plötzlich eklatante Probleme, die einem der reichsten Länder dieser Erde nicht unbedingt zur Ehre gereichen.
Die Schweiz funktioniert wie ein Uhrwerk, dass wir in bestimmten Funktionen sehr gerne nutzen. Wenn wir aber dadurch selbst zur Maschine statt Person (Mensch) werden, dann tut das auch weh. Der Mensch in seiner Widersprüchlichkeit ist eben keine bis ins kleinste durchdachte und ausgetüftelte Maschine wie eine Schweizer Uhr. Schweizer, die in der Schweiz alteingesessen und sozialisiert sind, funktionieren da noch eher wie ein Uhrwerk als Zugewanderte. Das kann man auch nicht eben mal schnell lernen wie ein Fach in der Schule. Auch Integration ist nicht eine Frage von schwarz oder weiss, sondern eine Frage mit vielen Zwischentönen als Antwort, eine Frage von Zeit und Intensität des Zusammenlebens.
Da kann es doch ein Gewerkschaftsvorsitzender mit seinem Gewissen vereinbaren, durch eine Entscheidung im eigenen Interesse eine ganze Verhandlungspolitik seines Landes so an die Wand zu fahren, dass nichts mehr geht? (2018/19, Verhandlungen Schweiz-EU.) Die Rechte der Arbeitnehmer könnten ja eingeschränkt werden. Die betreffenden Gewerkschafter, die Arbeitnehmer, die Schweizer Gesellschaft und die EU sind jetzt Gefangene dieses Rechtes geworden. Dürften wir die Frage stellen, was im grossen Zusammenhang wohl sinnvoll sein könnte?
2019 hörte ich im Radio, wie ein Politiker die geplante Lockerung der Restriktionen zum Export von Waffen begründete. In der Schweiz brauche man Militär und militärische Technologie. Da das Land aber zu klein ist, könne es militärische Technologie nicht allein rentabel produzieren. Deshalb müsse man die eigene Technologie auch exportieren, damit genügend Kunden die Technologie mit finanzieren. Das ist einsichtig. Deshalb wird die Technologie auch in arabische Länder und sonst wohin exportiert, denn die Schweiz kann sich ja ziemlich sicher sein, dass diese Technologie dort nie gegen die Schweiz selbst eingesetzt wird. Ruchbar wurde das ja auch nur, weil diese Technologie plötzlich gegen wehrlose Zivilisten in anderen Ländern angewendet wird. Vertraglich sei das beim Verkauf ausgeschlossen worden.
Glaubt denn wirklich jemand, dass ein arabischer Herrscher erst auf die Verträge schaut, wenn er sein oder ein anderes Volk unterdrücken will, mit welchen Waffen er das vertragsgemäss darf und mit welchen nicht? Wahrscheinlich dürfen wir auch annehmen, dass er sich als Opfer fühlt und seinen Kampf als Befreiungskampf. Dann sind sowieso alle Mittel gerechtfertigt. Vielleicht müssten wir doch ein bisschen mehr nachdenken?
Es ist sowieso erstaunlich, dass die Schweiz ihr Militär mit Milliarden unterhält und erneuern möchte. Welches der angrenzenden Länder steht denn in der Gefahr, die Schweiz angreifen zu wollen? Man bräuchte ja nur die politischen und wirtschaftlichen Spannungen klein zu halten und schon wäre sämtliche Gefahr (deren Grösse doch gegen 0 geht) gebannt? Das wäre sicher deutlich preiswerter. Stellen Sie sich vor, die Schweiz ginge auf ihre Nachbarn zu und teilte mit, sie verzichte jetzt auf militärische Grossprojekte und überweise das entsprechende Geld als Kohäsionsmilliarde(n?). Die Schweiz vertraue seinen Nachbarn und Verbündeten.
Und welches Land jenseits der EU wollte die Schweiz militärisch angreifen? Es müsste ja unbemerkt Boden der EU überwinden. Schwer vorstellbar. Demgegenüber stehen aber im Cyberkrieg, der ja nun wirklich in Gang ist, die Grenzen aller Länder und krimineller Banden direkt an der schweizer Grenze, ja sogar im Inneren der Schweiz (siehe Labor in Spiez). Die Gefahr ist real und sehr viel höher als eine militärische Invasion. Vergleichen wir aber den Einsatz (unzureichend behelfsmässig die Höhe der finanziellen Ausgaben) für das herkömmliche Militär und die für die Cyberkriegsabwehr oder die Anzahl der jeweils Beschäftigten in beiden Bereichen, dann besteht die Differenz doch aus etlichen Nullen, oder? Ist das nicht ein Beispiel für die inadäquate Bedeutung der männlichen Intuition als Entscheidungskriterium gegenüber dem notwendigen Einsatz von Sachverstand?
Ich habe nie Buchführung gelernt und nie kaufmännische Prinzipien. Aber ich bin selbstständig und habe meine Tätigkeit mit tiefroten Zahlen begonnen, bin in den schwarzen und hoffe, sie auch in den schwarzen Zahlen zu beenden. Ich habe nie begriffen, warum in allen Ländern und staatlichen Institutionen, auch in vielen wirtschaftlichen Bereichen, Erfolge und Verluste ausschliesslich in Geldbeträgen angegeben werden. Da will man zum Beispiel Kinder fördern. Also wird mitgeteilt, wie viel Geld man für die Kinder budgetiert habe oder ausgegeben habe. Als ob das wichtig wäre? Eigentlich würde mich doch interessieren, welche Taten, Vergünstigungen, Unterstützungen oder andere Vorgänge erfolgten, welchen Vorteil die Kinder daraus gezogen haben. Am Schluss würde mich auch die Summe interessieren, die verbraucht wurde, aber eigentlich nur, um abzuschätzen, wie effektiv die Organe gearbeitet haben. Denn die Differenz wird wahrscheinlich in egoistischen Kanälen versickert sein. Jetzt hat man den Eindruck, dass die Beträge nie gross genug sein könnten (und dabei stecken die Staaten oder Organisationen in aller Regel tief in den roten Zahlen und jede Geldausgabe ist absolut absurd). Wie will man so Staaten und Völker zu vernünftigem Handeln anhalten und Schulden abbauen? Hat da mal jemand nachgedacht, der Ahnung oder/und Einfluss hat?
„Schweizer sind Extremisten.“ Das ist doch eine glatte Fehleinschätzung. Schweizer sind immer moderat, kompromissbereit, orientieren sich in alle Richtungen, passen sich notfalls an, aber …
Schweizer müssen immer die besten, die schnellsten, die fortschrittlichsten, die moralischsten, die schlausten, die Weltmarktführer, die Herberge der Elite sein. Wer jedoch immer am oberen Rand sein will und muss, trägt natürlich auch die höchsten Kosten. Das kann man nicht einfach per Dekret ändern. Das ist untrennbar miteinander verbunden. Wer es doch per Dekret versucht (Die Versuchung liegt immer nahe), verschiebt den Preis vom finanziellen auf andere Bereiche. Dann kommen eben andere Kosten dazu. Der Preis bleibt trotzdem in etwa gleich. Wer immer Klassenbester sein will, wird auch von den Anderen gemieden. Auch das ist eine biologische Naturregel. Die Kinder lehren es uns. Kinder zeigen uns, wie wir selbst sind. Sie haben das Täuschen noch nicht gelernt.
Die eine Gruppe der Schweizer klagt über die hohen Immobilienpreise. Die andere Gruppe ist ganz still. Die Menschen in der ersten Gruppe wollen Wohnungen in der Schweiz kaufen oder mieten und müssen die hohen Preise zahlen. Die Menschen in der anderen Gruppe haben Immobilien z.B. geerbt oder schon seit Jahrzehnten in Besitz. Sie haben die Jahre der dramatischen Wertsteigerungen mitgemacht oder die inzwischen wertvollen Immobilien ohne eigenes Zutun geerbt. Aus dieser Gruppe habe ich noch keine Klagen gehört. Die hohe Konzentration an Menschen und an Geld in der Schweiz treibt die Preise in die Höhe. Die Einen haben Pech und weinen und die Anderen haben Glück und lachen leise. Das ändern Sie nicht einfach mit einem Gesetz, ohne dass sich viele andere abhängige Grössen und womöglich auch Sie selbst mit ändern.
Nicht unwesentlich für das Lebensgefühl ist auch die Tatsache, dass viele in (Sach-)Werte investieren statt in Menschen. Das verrät, was Wert und was fehlender Wert ist. Eigenartigerweise gehört der Mensch nicht zu den Werten (ausser vielleicht ich mir selbst). Müsste es nicht eigentlich umgekehrt sein? Sie haben Recht. Ich bin fies, dass ich jetzt Werte und Menschen vergleiche. Aber in der Realität konkurrieren wir tatsächlich. Das können wir unmoralisch finden oder noch schlimmer. Es ist Realität, biologische Naturregel.
Die Schweiz ist eine Insel der Glückseligen. Sie hatte eine Religion, die ihr viel Entwicklung möglich machte. Wir dürfen nicht glauben, das automatisch hier entwickelte Theorien in der ganzen Welt funktionieren. Weit gefehlt. Die Entwicklung, die Vorbedingungen, die Realität, an der sich alles messen muss, sind anders.
Was ich jetzt bei den Schweizern so negativ sehe, hat aber auch seine positiven Seiten. Wahrscheinlich ist eben auch das, was sehr negativ erscheint, nicht nur negativ? Es ist eben doch wichtig, dass wir nicht polarisieren, sondern nachdenken. Nachdenken führt dazu, beide Seiten der Medaille zu betrachten, weder nur die gute, noch nur die böse, weder nur meine, sondern auch die Gegenseite. In vielen Fällen brauchen wir aber die gute Seite nicht zu suchen, denn jeder Betroffene bietet sie uns so breit als möglich dar, in der Werbung, im Wahlkampf, in der Selbstdarstellung, im Selbstwertgefühl.

Regierung von oben:

Wir empfinden uns als gut, weil wir es gar nicht aushalten könnten, nicht gut zu sein. Wären wir an den Schalthebeln der Macht oder des Geldes oder des Einflusses, wären wir dann wie die, die wir (dann natürlich die Anderen) als Böse ansehen? Oder kamen wir nicht in diese Positionen, weil wir nicht so sind?
In der Diktatur wird das Volk einfach regiert. Das ist einfacher, aber un-menschlicher. Das Volk ist ohne Einfluss. Demokratie heisst, zumindest alle die wollen, bestimmen anteilig mit. Demokratie ist ein Geschenk der Männer an die Gesellschaft. Die entscheidenden Männer verzichten darauf, ihre eigene Meinung, ihre eigene Position, ihre eigene Person absolut zu setzen und das ganze Volk hintan zu stellen. Oder es besteht ein ausgeklügeltes System, dass es solchen Männern unmöglich macht, sich selbst so absolut zu stellen. Aber Schlupflöcher finden solche Männer immer und das wurde uns in den ersten zwei Jahrzehnten dieses Jahrhunderts ja mehrfach und in vielen Ländern dieser Erde vorgemacht. Eine ganze Anzahl von Männern führt derzeit ihre Völker und die Völkergemeinschaft an der Nase herum.
Wir spinnen mal ein bisschen: Diktaturen werden ja doch in den meisten Fällen von Männern geführt. Diktaturen sind typische männliche Strukturen. Frauen schaffen das so gar nicht und wenn sie diktieren, dann tun sie das ganz anders. Also müsste man jedem Herrscher eine Frau als Vize zur Seite stellen, die jeweils gleiches Weisungsrecht hat, damit sich die beiden ausgleichen können resp. müssen. Dann dürfte es doch nicht zu solchen extremen Exzessen kommen, wie wir sie in den letzten fünf Jahrhunderten kennengelernt haben? Oder wäre nicht die Folge eher, dass die Frau dann entweder ganz auf die Linie des Mannes einschwenken würde oder aber, wenn sie etwas Mumm hat, in die Opposition zu ihm gehen würde und müsste? Beide Male würde das Experiment auf diese Weise scheitern.
Myanmar ist wieder ein wunderbares Politiklabor. Frau Aung San Suu Kyi war viele Jahre von der Militärdiktatur interniert. Durch ihren Kampf gegen die diktatorische Regierung und gegen die Rechtlosigkeit des Volkes wurde sie berühmt und mit dem Friedensnobelpreis geehrt. Dann wendete sich das Blatt und sie wurde quasi Regierungschefin (wegen einer Kleinigkeit nicht auch formal). Die alte Militärriege hatte aber immer noch ein Vetorecht im Staat. Sie hatte weiter viel Macht und die Vertreibung der muslimischen Minderheit der Rohingyas auf Grund eines Gesetzes über Rasse und Religion ist vor allem das „Verdienst“ der Militärs. Von aussen wurde nun lautstark kritisiert, dass Frau Aung San Suu Kyi nicht laut gegen diese Ungerechtigkeit vorgehe. Meines Erachtens sollten wir Aussenstehenden jedoch mehrere Faktoren vor der Äusserung von Kritik bedenken:
1. Sie hatte kaum Macht. Sie konnte nicht einfach gegen die Militärs regieren.
2. Sie ist eine Frau. Gegen die militärischen Alpha-Tiere steht sie als Frau in der extrem ungünstigeren Position. Sie ist selbst kein Alpha-Tier. Es würde mich allerdings nicht wundern, wenn sie vielleicht den längeren Atem hätte als viele der Militärs und der Kritiker.
3. Wer als Freiheitskämpfer Spitze ist, muss noch lange nicht zum Regierungschef taugen. Das muss ihre frühere Leistung nicht schmälern. Wir sollten es nur menschlich wahrnehmen und ihr auch auf keinen Fall den Friedensnobelpreis aberkennen, auch nicht gedanklich aus moralischen Gründen.
4. Wir können die Gepflogenheiten asiatischer Völker nicht automatisch mit westlichen gleichsetzen und einfach westliche Massstäbe anlegen.
Keine Frage. Das alles hilft den rechtlosen und unter schlechtesten Bedingungen lebenden Rohingyas nicht. Hier geschieht schweres Unrecht. Unsere menschliche Widersprüchlichkeit steht uns bei der Lösung von Problemen leider doch sehr oft felsenfest im Weg. Aber auch das ist Realität, mit der wir rechnen müssen. Wieder ein biologisches Naturgesetz? Das „heilen“ wir auch nicht einfach durch äussere Einmischung, schon gar nicht mit gewaltsamer.
Die Geschichte ist schon wieder einen Schritt weiter. Nun ist sie wieder eingesperrt. Wir dürfen vorausschauen und wagen mal eine vorsichtige Prognose: Das wird ihrer Funktion als Friedensnobelpreisträgerin wieder Nahrung geben. Die zwischenzeitliche moralische Infragestellung werden wir wieder leise und unbemerkt zurücknehmen. Falls es ihr gelingt, wieder etwas zu erreichen, in unserem Sinne Erfolg zu haben, ist sie die „Gute“, hat sie sich wieder für die Funktion als Nobelpreisträgerin qualifiziert. Wenn aber nicht? Was dann? Wenn sie es aber tatsächlich schafft, wie wird ihre Regierung aussehen und wie wird sie hinterher rückblickend tatsächlich bewertet werden? Wer hätte überhaupt ein Recht, eine Bewertung auszusprechen?
Derzeit erleben wir die Dominanz nationaler Egoismen, die alle zu Diktaturen tendieren.
Im politischen Raum ist der Aufbau grosser Strukturen (grosser Länder, Annexionen, Zusammenschlüsse …) nur sinnvoll unter dem Aspekt männlicher Beherrschung anderer. Menschlich sind die kleinen Strukturen, die machtlosen, die gewaltlosen, die harmlosen.
Können wir Bürger Einfluss nehmen? In der direkten Demokratie auf jeden Fall. Diese Demokratie ist kaum zu toppen (Vielleicht doch ein bisschen? Dazu später). In der Diktatur wohl kaum. Wir müssten Freiheitskämpfer werden und die Folgen haben wir schon durchdacht. In der Diktatur hilft nur geduldiges Warten auf den weisen Diktator, der sein Leben und seine Macht ans Volk verschenkt. Und selbst dann braucht es viel Glück und sehr, sehr günstige Umstände. Denn nicht nur der Diktator müsste sich ändern, auch das Volk und seine kleinen Führer müssten sich ändern. Sonst dauert es nicht lange und es gibt den nächsten Diktator. (Das erleben jetzt die Länder im arabischen Raum, deren Diktatoren zwar weg sind, aber die umgebenden Strukturen haben sich nicht verändert. Und man kann Völker nur sehr, sehr schwer von aussen ändern und mit Gewalt schon gar nicht. Das braucht Jahrhunderte. Das lernen wir gerade schmerzhaft.)
Politik ist Spiel der Egoismen. Ob Diktatur oder Demokratie ist egal, die Egoismen sind nur anders organisiert. Wirksam sind jeweils die widerstreitenden Egoismen, in der Diktatur weit pointierter organisiert als in der Demokratie und mancher Diktator schafft es, die Widersprüche sehr ungleich zu gewichten. Sein eigener Egoismus ist allbestimmend; die anderen Egoismen werden klein gehalten. Überall, wo an einer Stelle viel Macht ist, ist an anderer Stelle wenig. Überall, wo an einer Stelle viel Geld ist, ist an anderer Stelle wenig. Aber die Summe aller Egoismen ist in jeder Gesellschaft nahezu gleich und deshalb finden sich in vielen Demokratien so chaotische Verhältnisse, weil so viele Egoismen eine Chance haben, ihren Einfluss auszuüben. Natürlich schaut der Diktator erhaben und geringschätzig lächelnd auf die Demokratie, denn er hat ja seinen Egoismus allbestimmend gemacht. Da ist das Chaos der vielen kleinen Egoismen doch wirklich lächerlich.
In der Demokratie werden viele Strategien und Ziele der Gewinner öffentlich. Daher können sich die Verlierer besser wehren, zumindest die schlaueren und aktiveren. In der Diktatur bleiben viele Strategien und Ziele gezielt im Dunkeln. Deshalb sind die Verlierer stärker ausgeliefert. Damit wird auch die Zahl der Gewinner deutlich verkleinert und die Zahl der Verlierer deutlich vergrössert. Die wirtschaftlich und politisch (aber auch wissenschaftlich, religiös und anderswie) auf der Gewinnerseite Stehenden, werden immer versuchen, durch Verheimlichung ihrer Strategien und Ziele, weiter voran zu kommen. Sie stehen automatisch in der Gefahr, Diktatoren zu werden. Demokratien, die Regierungen durch Gewinner und Verlierer, sind immer verletzlicher als Diktaturen, sind weniger wehrhaft, weniger durchsetzungsfähig, bestandsgefährdeter. Wer gegen einen oder mehrere Andere bestehen will (wie zum Beispiel die derzeitigen Führer mehrerer Weltmächte), der wird mit einer Diktatur wahrscheinlich mehr erreichen. Das merken die jeweiligen Führer intuitiv und versuchen alles, um die Demokratie für sich zu instrumentalisieren, also den Weg zum eigenen Diktat zu gehen. Wer keinen Feind hat oder sich gegen niemanden behaupten muss oder will, kann dem Volk seinen Platz geben und das geht sicher mit einer Demokratie besser.
Meine sehr verehrten Herrscher, Sie leben nicht alleine auf dieser Kugel als Mensch und alle anderen sind nur Materie, Vieh oder Untergebene.
Da begründet ein kleines Land aus einem anderen Kulturkreis gegenüber der EU, dass es andersgeartete Menschen wieder steinigen wolle. Das ist mutig und wird mit Moral und Freiheit und Religion begründet. Das stimmt mich nachdenklich. Lassen Sie uns doch einmal zusammen über Moral, Freiheit und Religion nachdenken.
Wenn entsprechende Strukturen fehlen, ist Demokratie ein Geschenk von Männern an die Gesellschaft. Wie wäre es denn in Ländern des Nahen Ostens, denen jetzt die Herrscher genommen wurden, wenn die verbleibenden Männer sich zusammenrauften und einen unter sich zum Führer wählten und alle Anderen arbeiteten ihm zu? Nicht „Einer wird zum neuen Diktator“ und das muss natürlich erkämpft werden (freiwillig lässt keiner einen Diktator über sich zu), sondern einer bekommt das „Sagen“, aber er nimmt Rücksicht auf alle anderen, die auch leben und gut und in Frieden leben wollen. Dazu gehören Toleranz und … Warlords ade? Natürlich gibt es niemanden, der sich jetzt angesprochen fühlte. Auch Maffia-Bosse und Andere nicht. Denken wir bitte nach. Schenken wir Frieden und Freiheit und Beziehung trotz Globalisierung, wenn wir in eine solche Position kommen. Männer, hat denn schon einmal einer nachgedacht, bevor er eine Waffe in die Hand nahm oder den Befehl dazu gab?
Es gibt Männer, die gerne viele kleine oder auch grosse Deals machen, vor allem in der Wirtschaft und in der Politik. Das machen diese Männer deshalb so gerne, weil sie hoffen, dass sie der Bruder, der Partner, die andere Partei, die Gegenseite, der Gegner möglichst unbemerkt über das Ohr haut. Nein, sie dealen so gerne, in der Hoffnung, den jeweils anderen unbemerkt über das Ohr zu hauen. Sie hoffen, daraus Gewinn schlagen zu können.
Diese Männer vergessen aber, dass sie auf der anderen Seite Verlierer produzieren, die das doch irgendwann merken. Das wird sie sehr schmerzen. Sie werden sich ausgenutzt fühlen. Sie werden sich rächen. Dann wird am Ende der Verlust womöglich grösser sein als der primäre Gewinn? Weiteres Dealen wird dann spannungsgeladen und unerquicklich sein. Es ist wie mit Gewinnspielen. Es wird sich immer weiter hoch schaukeln und am Ende sind nicht wenige süchtig oder bankrott und in jedem Fall kaputt.
Im günstigsten Falle kam es zu einer Win-Win-Situation. Das ist optimal. Aber wir sahen schon, dass Win-win- die Tendenz hat, früher oder später ins Ungleichgewicht zu kommen und dann ist es nicht anders als in der ersten Art der Reaktion. Es braucht viel Wachsamkeit und Verstand, um Win-win-Situationen langfristig in der Balance zu halten, damit sie auch weiter funktionieren. Nach der Wende 1989, einer der wenigen mit Win-win-Ergebnis, kam das Ungleichgewicht recht schnell wieder und dann war es mit der Entspannung aus. An solch einer Stelle braucht es sehr viel Weisheit der zufällig an entsprechender Stelle Agierenden und Weisheit ist extreme Mangelware bei uns Menschen. Das ist womöglich auch eine biologische Naturregel? (Bitte, bitte nicht!)
Wann hören unsere Gesetzemacher endlich auf, uns unmenschlich immer nur mit Gesetzen zum Gutsein zwingen zu wollen? Wann hören wir auf, von unseren Regierungen zu erwarten, dass sie immer weitere Gesetze machen, um die Anderen besser zu machen?
Vielleicht sind wir Menschen gar nicht zum Regieren geeignet? Wenn wir oben sind, sind wir gar nicht dazu in der Lage. Wir haben jahrelang, jahrzehntelang, ein Leben lang (Joe Biden) dafür gekämpft, nach oben zu kommen und dort angekommen, versagen wir ob der Fülle der sich widersprechenden Aufgaben und der vielen sich widersprechenden Interessen, die wir zu ordnen und auszugleichen haben. 90 % der Menschen sind dort oben schlichtweg überfordert und nicht angemessen entwickelt. Immer kämpfen, immer Ellenbogen benutzen, andere diffamieren, herabsetzen und plötzlich ausgleichen, kooperieren, dienen? Völlig ungeübt! Und am Schluss auch noch freiwillig abtreten? Das ist doch völlig widersinnig! Sicher auch die Angst, als Nicht-mehr-Herrscher für alle Fehler und Schlimmeres zur Rechenschaft gezogen zu werden, was man da oben verbrochen hat… Dort werden Fehlentscheidungen nämlich zu Verbrechen, für die man hinterher vor Gericht kommt, das Meinungsgericht der Öffentlichkeit und Vorteile von uns selbsternannten Richtern oder das Völkergericht.
Der amerikanische Expräsident Donald Trump war eben ein Macher. Ich denke, so sah er sich auch und so gefiel er sich auch. Lasst mich mal dran. Ich mache Frieden, egal, welcher Weltanschauung, welcher Religion die Anderen angehören. Die kann man aber nicht einfach so ändern. Und wer da anders redet, muss es noch lange nicht anders meinen oder davon überzeugt sein. Frieden hiesse wohl: Ein Ausgleich als Geschenk eingedenk der verschiedenen Kulturen und Lebensphilosophien. Das auch noch mit der Prämisse „America first“? Die Chance auf Gelingen ist doch fast 100 %, oder?
Gilt die Gausskurve bei Regierenden auch? Erst sind sie Heilsbringer, dann sind sie Nutzer und dann werden sie Schädlinge?
Warum funktioniert Demokratie in Afrika nicht? Ein Grund könnte sein, weil Sie dort immer gleich einen Clan wählen, nicht nur einen einzelnen Mann. Sie müssen schauen, wie der ganze Clan ist. In Italien ist das nicht viel anders. Jedes Land muss seine eigene Gesellschaft entwickeln, wahrscheinlich am besten ohne grossen Einfluss von aussen, vor allem keinen militärischen. Verantwortung in der Welt übernehmen geht nur geschenkweise, nicht mit Gewalt.
In Afrika, wo einer für die ganze Familie sorgt, ja sorgen muss, wenn er zu etwas kommt, dann muss im Falle, dass er an die Macht kommt, nicht nur er selber, sondern der ganze Stamm uneigennützig sein. Sie können selbst einschätzen, wie hoch die Chance ist, dass das klappt. Jetzt nimmt dann der ganze Stamm Besitz vom Staat. Das ist doch menschlich und unmenschlich und nicht einfach durch das Einführen eines Ideals, einer Rechtsordnung oder durch Gesetze änderbar.
Männer (Frauen?) an oberster Stelle werden gar zu gerne Möchte-gern-Götter. Sie haben sich an den Lebensstil gewöhnt. Sie wollen immer mehr. Das ist offenbar überall auf der Welt so. Oft haben sich mit der Zeit Spannung und Gewalt aufgebaut zur Konkurrenz, die wir „Opposition“ nennen. Die Angst, gegen die Konkurrenz zu verlieren, kennt jeder Unternehmer, ja jeder Angestellte. Wenn dann noch Straftaten geschahen, für die die Regierenden hinterher zur Verantwortung gezogen werden könnten, für die sie noch büssen müssten, ist die Angst noch grösser. Erst sagt der Regierende „Ich zuerst“, dann sagen die Anderen „Nun wir zuerst“.

Gesellschaftliche Ideale:

Kapitalismus ist einfach nur Leben pur. Wird Privateigentum geschützt, darf jeder frei mit Anderen Geschäfte machen, arbeiten oder Andere für sich arbeiten lassen etc., entsteht immer wieder eine kapitalistische Wirtschaft in irgendeiner Form. Wandelt man diese Bedingungen um, wird längerfristig wieder eine Form von Kapitalismus entstehen, auch wenn wir sie Sozialismus nennen. Der Kapitalismus ist dann nur in den Schwarzmarkt verdrängt. Wir teilen uns und unsere Gesellschaft in eine prinzipientreue und in eine menschliche, in eine theoretische und in eine praktische, in einen (theoretischen) Soll-Sozialismus und in einen real existierenden Sozialismus (Sozialismus mit mehr oder weniger integriertem Kapitalismus). Es spricht viel dafür, dass das eine biologische Naturregel ist, die wir nicht ändern können, auch wenn wir es noch soviel mit Technik, Gesetzen, Revolutionen, Enteignungen und Zwang tun.
Sozialismus dagegen ist Moralapostel pur. Kapitalismus ist der kleinste gemeinsame Nenner aller Menschen. Sozialismus würde eine zusätzliche Kraft brauchen. Diese Kraft gibt es im Menschen nicht oder ich habe sie noch nicht wahrgenommen.
Sozialismus funktioniert wie die Balz. Alle wollen am Anfang für alle (ausser dem Gegner und deshalb muss der eliminiert werden), aber im täglichen Leben wird dieser Elan verbraucht. Er ist eine Täuschung und daher kommt dann die Enttäuschung. Ach, die Anderen halten sich inzwischen nicht mehr dran, warum dann ich? Ich werde ausgenutzt, also muss ich mich wehren und auch beginnen, auszunutzen, das System und die Mitbürger. Der Weg zum Kapitalismus ist wieder frei oder aber es folgt Gefangenschaft im System (Siehe Kuba oder ehemalige Besatzungsgebiete der Sowjetunion. Auch einige religiös begründete Staatlichkeitsversuche in den letzten 400 Jahren gehören dazu.).
Nicht die Kollektivwirtschaft (Sozialismus oder Kommunismus) ist das Gegenteil oder die Lösung für den Kapitalismus oder dessen Überwindung, sondern ein ausgewogenes Teilen, Nehmen und Schenken. Offenbar ist es schwer, aus dem Nimm-Modus in den Schenk-Modus umzuschalten und sei es nur zeitweise oder teilweise. Solange politische Strukturen im Nur-Nimm-Modus verharren (egal welcher Art), haben sie ein Minus-Problem, denn jemand oder eine Struktur muss ja geben.
Eine andere Idee oder Theorie: Bedingungsloses Grundeinkommen wird gefordert von jungen vitalen Menschen, die sich in die Idee verliebt haben. Sie tragen den Optimismus der Idee (gleich dem Verliebtsein) in sich. Es fordern auch die, die es dringend brauchen würden, um aus der Zwickmühle von Realität und Gesetz (Theorie) zu kommen. In der Realität später aber müssen dann alle damit leben, die Gesunden, die Faulen, die Fleissigen, die Kranken, die Arbeitslosen, die Reichen, die Regierenden. Die neue Regelung verschiebt dann den Nutzen und die Verpflichtungen zwischen den Beteiligten. Macht das etwas besser? Ich habe Zweifel! Nachher ist es Pflicht! Der Verdacht liegt nahe, dass das bedingungslose Grundeinkommen das gleiche Schicksal haben wird wie der Sozialismus.
Bedingungsloses Grundeinkommen geht davon aus, dass alle aus eigenem Antrieb arbeiten würden, wenn sie genug oder gleich viel Geld bekämen. Warum wird dann heute bei staatlichen Hilfen und Versicherungsleistungen an Kranke und Hilfsbedürftige so gegeizt? Jede Leistung oder Hilfe ist genau an Bedingungen geknüpft. Weil man argwöhnt, dass die Empfänger nur faulenzen und betrügen. Warum haben Kolchosen und Sozialismus nicht funktioniert? Wir lassen uns immer gerne vom Staat lieben, aber umgekehrt? Kurzfristig vielleicht noch ja, aber langfristig, gar lebenslang? Nie und nimmer, oder? Nehmen ja, aber ich habe Zweifel an der dauernden Bereitschaft der Gebenden oder derer, von denen es genommen wird. Nennen Sie mir doch bitte Beispiele, wo Menschen dauerhaft bereit waren, mehr zu geben als zu nehmen. Ist das nicht eine Illusion? Dann folgt die Enttäuschung?
Bedingungslose Unterstützung wäre ein erster Schritt zur Verwirklichung des Zieles. Was wir brauchen, ist bedingungslose Hilfe für die wenigen wirklich Bedürftigen. Heute knüpfen wir die Hilfe an jede Menge Bedingungen, damit das bloss keiner ausnutzen kann. Die Gesetze, Regelungen und Versicherungsbedingungen werden so genau und präzise wie nur möglich formuliert, damit möglichst kein Hintertürchen bleibt. Praktikabel sind diese Gesetze schon gar nicht mehr. Dann aber wollen wir ein bedingungsloses Grundeinkommen, damit alle das ausnutzen müssen? Ist das nicht Dummheit? Dann werden doch die Ungleichheiten zementiert, nur auf einem höheren Niveau. Die Preise würden steigen und das bedingungslose Grundeinkommen würde wieder nicht reichen, die Grundbedürfnisse der Armen zu befriedigen. Der Mindestlohn oder das Grundeinkommen müssten laufend nach oben korrigiert werden, wenn sie ihr Ziel erreichen sollen. Die Kosten würden im System der kommunizierenden Röhren ganz woanders entstehen, wo wir es gar nicht erwarteten und vorhersahen. Der Erfolg würde womöglich Misserfolg?
Wer Kapitalismus überwinden will, kann das nur durch schenken, durch miteinander teilen.
Wir könnten viel Geld in staatlichen Haushalten, in Versicherungen, ja sogar in Hilfsorganisationen sparen, wenn wir unsere Täuschungen aufgeben würden, z.B. dass Justiz Recht schafft, das Medizin Gesundheit schafft, dass die Entwicklung von Robotern menschliches Leben leichter macht, dass Helfen Hilfe ist und viele Täuschungen mehr.
Der Run auf Europa und auf die USA bzw. den Westen ist ein riesiges Lob für den Westen. Dort finden Menschen offenbar etwas, was sie suchen und im Rest der Welt bisher nicht fanden und finden. Nehmen wir das doch einmal wahr. Wie viele Leute flüchten aus Überzeugung nach Russland oder China oder Afrika? Der Westen ist das, was er ist, auf Grund seiner Weltanschauung und weil Religion auch Weltanschauung ist, auf Grund seiner Religion. Wirkliche, nachhaltige Änderungen erleben die anderen Regionen dieser Erde nur durch Änderung ihrer Weltanschauung. Die Weltanschauung bestimmt den Umgang mit dem Leben und dem Regieren und mit den Dingen. Die Bewohner des Westens haben die einmalige Gelegenheit, die zu ihnen strömenden Menschen in ihre Weltanschauung zu integrieren. Wir sollten sie liebevoll aufnehmen und ihnen Hoffnung schenken. Das ist doch eine wunderbare Chance, noch dazu für Länder, die sich für christlich halten, obwohl sie längst nachchristlich sind.
Es spielt eigentlich gar keine Rolle, ob wir in einer Diktatur oder in einer Demokratie leben. Alle Kräfte versuchen nur, ihren Egoismus zu verwirklichen und wir wundern uns, dass die Gesellschaften nur durch Egoismus geprägt sind? Alle Strukturen dienen nur dem Einen, der effektiven Verwirklichung von Egoismus. Völlig im Hintergrund sind Strukturen, die ohne Eigennutz für das Ganze sorgen oder mit Anderen zusammen leben. Alles muss Zielen und Prinzipien unterworfen sein, nur nicht uns Menschen, wie wir sind. Sollten wir die Idee verfolgen, den Egoismus in der Gesellschaft reduzieren zu wollen, dann geht das nur, wenn wir selbst beginnen, zu schenken: Freiheit, sehr viel Freiheit, Toleranz, sehr viel Toleranz und vor allem sehr unterschiedlichen oder fremden Menschen gegenüber, Geld, Zeit, Energie, Schuldübernahme und Vergebung, … Ohne Schenken wird es kaum eine Gesellschaft glücklicher Menschen geben. Die Bedeutung des Schenkens gilt in beide Richtungen, von oben nach unten und auch von unten nach oben. Die Art des Schenkens und was geschenkt wird, wird je nach Richtung differieren.
Glück durch beschenkt Werden ist etwas anderes als Stolz Sein auf seine eigenen Leistungen.
Interessant wäre gewesen, den Veränderungen eines KPdSU-Generalsekretärs Michail Sergejewitsch Gorbatschow 1985 bis 1991 weiter zu folgen, der den Versuch unternahm, entgegen aller Widerstände in der mächtigen Partei dem Volk Mitsprache zu geben, Transparenz (Glasnost) und Toleranz zu schenken. Leider kamen dann wieder die Egoisten und zerstörten alles. Heute sind sowohl Herrscher wie Völker noch frustrierter. Aber er hat vorgemacht, wie es geht und im Grunde spricht der Abbruch des Vorganges nicht gegen den Versuch, sondern nur dafür, dass es noch viel öfter versucht werden müsste. Die Versuche von unten, Freiheit, Toleranz, Herrschaft möglichst vieler Menschen zu erkämpfen, sind unübersehbar viele und haben ausser seltenen Ausnahmen nicht zum Ziel geführt. Sie sind wahrscheinlich Folge unserer intuitiven Reaktion, wenn einer unsere Freiheit in jeglicher Hinsicht beschneidet, dann müssen wir sie uns eben erkämpfen. Die Versuche von oben, Freiheit, Toleranz und Beteiligung an der Macht für möglichst viele Menschen zu gewähren, ist nur sehr, sehr selten unternommen worden. Wie wäre es, wenn unsere grossen starken Führer heute, ihre Stärke verschenken würden, wenn sie die Mehrheit der Bevölkerung an der Macht beteiligen würden? Liebe Machthaber dieser Welt, Sie sind an die Macht gewählt worden, weil Sie als die Besten und Weitsichtigsten im Land angesehen wurden. Denken Sie doch bitte nach. Wie können Sie die Menschen in Ihrem Land am besten am Leben, an der Bildung, an der Gesundheit, am Wohlstand beteiligen? Und nicht nur daran, sondern auch an der Freiheit, so weit als möglich über sich selbst, die eigene Freiheit, seine eigene Beurteilung der Dinge, der Lage, der Beziehungen zu bestimmen? Zur Freiheit gehören auch Meinungsfreiheit, Reisefreiheit und grösstmögliche Freiheit von gesetzlichen Regelungen (die alle unsere Selbstbestimmung einengen).
Menschenrechte können nur geschenkt werden, gleich von welchem Diktator oder Demokraten, gleich von welchem Wirtschaftsboss oder Maffiaboss, gleich von welchem Mann oder welcher Frau. Sie können nicht von einem Gericht erzwungen werden. Sie können nicht von Freiheitskämpfern erkämpft werden. Sie können nur in einer direkten menschlichen Beziehung von einem Menschen dem anderen Menschen geschenkt oder gewährt werden. Auch die staatliche Gewähr von Menschenrechten anderen gegenüber, wenn das eigene Volk nicht treibende Kraft ist (und es gibt gute Gründe, warum es fast immer nur die Hälfte des Volkes, nein, etwas weniger (!) als die Hälfte des Volkes ist), funktioniert nicht. Wir erleben es derzeit fast überall auf der Welt. So bleibt uns nur, auf das Geschenk der Regierenden zu warten und ihnen so lange unseren Verzicht zu schenken.
Revolutionäre dieser Welt, lassen Sie uns doch vor dem Kampf, vor dem Leben nehmen und vor dem Leben dahingeben erst einmal nachdenken, erst einmal uns selbst, das Leben, den Menschen und die Erde verstehen. Was wir dann glauben, ändern zu können und wo wir dann Änderung für sinnvoll halten, das lassen Sie uns dann ändern!
Was ist Ideologie? Das, was der Andere denkt. Mein Denken ist nie ideologisch. Natürlich können wir theoretische Definitionen für „Ideologie“ kreieren. Aber diese Definitionen sind Theorie, sind irrelevant. Relevant ist unser praktischer Gebrauch des Begriffes „Ideologie“ und da ist immer der Andere der Ideologe und ich nicht.
Die postchristlichen Linken und Fortschrittsgläubigen haben ein Ideal von Mensch und menschlichem Leben im Kopf, das unsere Welt gar nicht ermöglicht. Jeder lebt nach seinen Wünschen in Frieden, möglichst ohne Rücksicht zu nehmen auf irgendetwas. So kann man sich vielleicht den atheistischen Himmel vorstellen. Nur, wo finden wir den?
Die „Fortschrittlichen“ wollen uns doch nur ihre Philosophie und Lebensweise als „richtig“ verkaufen. Lassen Sie uns nachdenken, bevor wir ihnen das abkaufen!
Viele Akteure verstehen unsere Gesellschaft nur als Versammlung von Autos, von Maschinen, von Technik. Leben? Ausgeklammert! Wieder sind die Männer allen voran. Auch die philosophischen, die wirtschaftlichen, die soziologischen Theorien betrachten den Menschen wie eine Maschine. Jeder ist natürlich davon überzeugt, dass seine Theorie den Menschen abbildet. Erinnern wir uns: Du und ich, Schein und Sein, Theorie und Praxis …
Es ist heute so etwas von selbstverständlich, dass die eigenen Entwicklungen die Welt immer besser machen, dass gar keiner mehr auf die Idee kommt, sich selbst Fragen zu stellen, sich in Frage stellen zu lassen, geschweige denn Kritik zuzulassen. Perfekter Selbstbetrug.
Für die Revolutionäre der letzten Jahrhunderte war klar, dass sie neues in die Welt bringen. Für sie war das gut. Sie hatten damit Recht. Das Alte war bekannt. Seine Nachteile taten weh. Die Vorteile waren zur Gewohnheit geworden. Das Alte war unbefriedigend. Naheliegend, dass man Neues haben wollte. Man konnte es ja mal probieren. Da war nichts Anstössiges dran. Man glaubte, es könne ja nur besser werden und zunächst sah es auch danach aus. Das Dumme ist nur, dass sich die Welt und der Mensch damit nicht ändern. Wir müssten also schon darauf achten, dass sich unsere Änderungen im Bereich der materiellen Naturgesetze und im Bereich der biologischen Naturregeln bewegen. Eine gedachte ideale Welt ist da nutzlos. Es gibt sie gar nicht. Mit dieser Einschränkung ist die Zahl und Variabilität unserer Möglichkeiten sehr viel kleiner als sich unser Hirn vorstellen kann (und vielleicht auch will). Und all die zeitlosen Themen wie „Sein und Schein“, „Sinn“, „Leben und Materie“, „Gibt es einen Gott und wenn ja, wer ist er?“, „Ich bin der Grösste…“, … bleiben ja erhalten. Diese Fragen stellen sich unverändert auch in der Zukunft. Durch unsere Richtungsänderung zum Egoismus und Individualismus bleiben die Fragen erhalten.
Sollte das Ziel von Gott und/oder der Evolution ein Miteinander sein, dann wären der Egoismus und Individualismus unserer Tage genau die falsche Richtung. Wäre es denkbar, dass wir eine Kursänderung in diese Richtung vornehmen könnten? Nicht nur eine unter Zwang, sondern in Freiheit und in Erwartung von Freude und Leid als Sinnzusammenhang?
Gesellschaftliches Leben ist immer ein Ausprobieren. Das hat Vorteile und entscheidende Nachteile. Es geht gar nicht anders, auch wenn wir gross angelegte Versuche oder Studien anstellen. Allenfalls kann man Vorversuche machen, z.B. mit Tieren, mit Probanden. Das Ausprobieren von Idealen, von Theorien, von unseren Vorstellungen, wie Leben so geht, ist nur in der Realität möglich. Damit wird Realität zum Experiment und das Experiment ist blutige Realität. Die Kontrolle in der Realität kann man immer nur in der Realität machen, nicht am Ersatz. Das muss uns bei jeder neuen Idee, bei jeder Veränderung klar sein. Ich habe eine Idee und dann drauf los … Kommt Ihnen das bekannt vor? Was kam am Ende heraus? Kennen Sie das Ende schon?
Der Westen hat seine Werte schon lange verraten oder er hat gar keine gehabt, wenn man von seinem Egoismus als Wert einmal absieht. Schlimmer ist, dass der Osten seine Werte verraten hat und die des Westens übernahm oder den Egoismus des Westens als Wert übernahm.
Ein Fehler der Philosophie des Westens war, man könne einfach den Menschen ändern. Erstelle dir ein Ideal, mache die entsprechenden Gesetze dazu und der Mensch wird sich ändern und so werden wie Du willst. Wir schiessen den arabischen Völkern ihre Despoten weg, zeigen ihnen mal eben, wie Demokratie so geht und dann werden oder sind die auch alle mal so eben demokratisch. Einfaltspinsel, oder?
Unsere sozialdarwinistischen Vorfahren hatten schon Recht, wenn sie glaubten, bei sozialem Umgang mit den benachteiligten Menschen oder sich weniger schnell entwickelnden Menschen, die Entwicklung zum Besseren oder besseren Menschen zu behindern. Lassen Sie sich immer nur die Besten fortpflanzen. Das hat nach Darwin schon wirklich Sinn. Aber vielleicht ist das nicht der Sinn, den die Evolution und/oder Gott der Entwicklung des Menschen gaben? Vielleicht bauten die Beiden auch hier Spannung ein? Vielleicht ist das, was wir als Sinn für Evolution ansehen, gar nicht der Sinn, den die Evolution und/oder Gott in der Evolution sehen? Sonst dürfen Sie wirklich keinem Schwachen helfen oder gar zur Fortpflanzung verhelfen. War die Ansicht der Sozialdarwinisten da nicht eigentlich realitätsnahe?
Natürlich bin ich links und grün so lange, wie das ohne Schulden in die Zukunft und ohne Druck abgeht. Natürlich bin ich rechts, weil Heimat menschlich ist. Dann müssen wir aber auch offen sein für alle Menschen, die ihre Heimat aus irgendeinem Grund verloren haben. Es heisst doch: „Wer A sagt, muss auch B sagen!“?
Unsere grossen Revoluzzer wollten erst die Welt beschenken: Oma und Opa mit einer Rente, Kranke mit einer Versicherung, Schwache mit dem Sozialamt, Flüchtlinge mit Asyl, Gefangene mit Freiheit. Im Schneeballsystem wird am Anfang alles ganz grosszügig gewährt. Das ist der Erfolg der Revoluzzer. Warum nicht schon früher so? Es geht doch. Was waren wir dumm und die Revoluzzer sind jetzt unsere Engel. Wenn das System Gewohnheit wird (Gaussplateau), steigen die Kosten (die ja nicht die Revoluzzer tragen, sondern die sie uns aus der anderen Tasche nehmen). Dann müssen die Regeln geändert werden. Geld muss als Darlehen aufgenommen werden. Die versicherten Risiken müssen ganz klar definiert und eingeschränkt und begrenzt werden. Ganz bürokratisch muss jeder Fall überprüft werden, ob das Recht auch tatsächlich eingehalten wird. Jeder darf nur noch das Nötigste bekommen und wundert sich ob des plötzlichen Geizes. Bürokratie, Regelspezifizierung und Rechtsverdreher kosten zusätzlich. Natürlich waren die Revoluzzer die Engel und die heute Verantwortlichen sind die Bösewichte. Dabei ist das alles nur eine Form von Realität und die Revoluzzer hatten das Glück, eine gute Idee zu haben, hatten das Glück des Anfangs und den Abstieg erleben sie nicht mehr mit, weil sie tot sind. Aber wir verehren sie noch immer. Die zuletzt Verantwortlichen haben die Arschkarte gezogen, weil völlig offensichtlich ist, wie unfähig sie sind. Dass sie gar keine Chance haben, bekommen wir gar nicht mit. Jetzt wundern wir uns fragend… Nachdenker hätten schon viel früher drauf kommen können.

Europäische Union:

Die EU ist eine Organisation, die durch herrschende Strukturen geschaffen wurde. Die meisten europäischen Länder sind Demokratien, in denen die Bürger alle paar Jahre mal die Akteure wählen dürfen, aber sie haben kaum direkten Einfluss auf die Politik. Die Politiker fühlen sich für schlauer als das Volk. Deshalb hat das Volk sie ja gewählt und deshalb müssen sie für das Volk entscheiden. Solche Politiker äussern immer wieder, dass die direkte Demokratie gut sei, aber nicht für ihr eigenes Volk. Sie machten selbst die bessere Politik. Das streiten wir auch gar nicht ab, aber sie nehmen das Volk nicht mit in den Entscheidungsprozess, sondern entscheiden selbst über die Köpfe des Volkes hinweg. Wo ist der Unterschied zur „gelenkten Demokratie“, ja zur Diktatur? Als demokratisches Land ist die Schweiz Weltspitze. Und wenn die Schweiz in der EU aufgeht, wird nicht etwa die EU demokratischer werden, sondern die EU wird die (direkte) Demokratie in der Schweiz zerstören (schon im Rahmenvertrag). „Waschechte Demokraten – versteckte Diktatoren“? Leider neigen die EU dazu, die Völker nicht ausreichend mitzunehmen. Nicht die Einheit in Vielfalt ist verwirklicht, sondern die Einheit in Gleichmacherei, wo immer sie erreichbar war. Die EU ist zur Prinzipienreiterin geworden, gegen die eigenen Völker und die Menschen. Damit hat sie die Völker und die Menschen verloren. Jeder bleibt noch so lange (Mitglied), wie er mehr bekommt als er geben muss und zum Geben lässt man sich gerichtlich zwingen. Sehr verehrte EU-Politiker, aber auch sehr verehrte Landespolitiker, denken Sie bitte, bitte nach! Die EU ist viel zu wertvoll, um sie an diesen menschlichen Unzulänglichkeiten zerbrechen zu lassen.
Die europäischen Völker hatten nach der Wende den Eindruck, dass die EU ein guter Zusammenschluss sei, der Ihnen Freiheit, Hilfe und Wohlstand bringe. Die reale EU wurde eine Union der Verträge, Gesetze und Regeln (eine Union des Prinzips), an die sich alle zu halten haben und die Zentrale in Brüssel wurde zur Polizei. Freiheit? Freiheit in der EU würde nicht zu Exit-Gelüsten aller möglicher Gruppen und Länder in der EU führen. Liebe Zentrale, lassen Sie los. Lassen Sie die Gesetze und Regeln fallen, damit die Völker wieder mehr Selbstständigkeit erlangen. Geben Sie den Völkern in der EU eine Chance zum Neuanfang in innerer Gemeinschaft in Europa und nicht im Gefängnis namens EU. Der Austritt aus der EU muss jedem leicht gemacht werden ohne Neid und Groll!
Sehr geehrter Herr Juncker, über viele, viele Jahre habe ich Sie sehr bewundert. Sie haben Ihr Möglichstes, das Mögliche getan. Sie haben die Völker über deren Köpfe hinweg mit allen möglichen Normen und Regeln gleichgemacht und vereint. Gewiss, das war in der politischen Situation, mit den entsprechenden Nationalregierungen (die alle ihre Eigenständigkeit behalten wollten und auch ihre Zuständigkeiten) das Mögliche. Und es ist weise Einsicht: In der Politik muss man immer das Mögliche herausfinden und tun. Aber die europäischen Völker wollten nicht alle gleich werden. Sie wollten ihre Identität behalten und zumindest ein Gefühl von Souveränität. Herr Juncker, Sie hätten vielleicht eine Chance gehabt, wenn Sie das Unmögliche getan hätten, die Vereinigung der Regierungen bei grösstmöglicher Freiheit und Identitätswahrung für die Völker. Denn in Europa glauben die Völker, dass sie ihre Geschicke selber bestimmten (sie möchten es zumindest) und nicht die Regierung, schon gar nicht eine Zentralregierung. Aber Sie haben das Unmögliche vermieden und das Mögliche getan. Sie haben es richtig gemacht und doch falsch. (Bitte: Das ist nicht eine Zuweisung von Schuld! Wir denken nur über die Mechanismen nach!) Nun sehen wir, wo wir stehen. Ein Hauptthema ist „Exit“ öffentlich (Brexit), aber auch innerlich (Polen, Ungarn, Tschechien und andere Volksgruppen).
In den Jahrzehnten der Entwicklung der EU (und der Westen insgesamt seit dem 2. Weltkrieg kaum anders) haben sich die verschiedenen Länder und Bevölkerungsgruppen zu Individualisten und noch ausgeprägteren Egoisten gewandelt. Ich, meine Volksgruppe, mein Land stehen im Mittelpunkt. Die EU muss meinen Interessen dienen, nicht umgekehrt. Vielleicht müssten die Völker in der EU (und im Verbund des Westens) mal überdenken, was sie dort wollen? Was sind die „westlichen Werte“? Was bedeutet Freundschaft unter befreundeten Staaten (nach westlichem Verständnis)? Warum will man zur EU gehören ausser, um von ihr wirtschaftlich zu profitieren und was könnte man der Union schenken?
Als ich an hohe EU-Funktionäre schrieb und Fragen stellte und die EU-Politik im Zusammenhang mit dem Brexit und anderen Prozessen in Frage stellte, antwortete mir der Referatsleiter, man habe eben Verträge geschlossen. Wer Rechte habe, habe auch Pflichten. Nun sei es daran, die Pflichten einzufordern. Jedes Land müsse sich daran halten. Meine Interpretation der Vorgänge: Solange die EU ein verheissungsvolles Gebilde war, wollte jeder hinein und profitieren. Nun, wo es ans Bezahlen oder ans Einhalten von Pflichten geht, fragt sich jeder, was er noch drinnen will. Insofern ist es logisch und rechtens seitens der EU, die Pflichten einzufordern.
Mit Verträgen macht man sich keine Freunde. Unter Freunden muss man Verträge nicht schliessen, ihre Einhaltung nicht einfordern. Wenn es nötig wird, zeigt es, dass da gar keine Freundschaft (mehr) ist, sondern ausnutzen oder Abwehr. Verträge zwischen Staaten, zwischen Menschen, in der Ehe und anderswo haben neben dem Vorteil auch den Riesennachteil, dass sie fixieren. Wir Menschen ändern uns aber. Deshalb wird die Einhaltung von Verträgen immer schwieriger und macht immer unflexibler. Sich verändernde Menschen (und Völker) können Verträge immer schlechter einhalten. Ist da nicht recht kurzsichtig gehandelt worden und jetzt will man die nötigen Korrekturen nicht durchführen?
Jeder in der EU weiss, dass wir nur zusammen effektiver werden, mehr Wohlstand bekommen können, aber alle drängen auseinander. Jeder will sein eigenes Süppchen kochen, nicht nur die Briten. Diese Spannung werden wir aushalten müssen, in der EU, in der Nord-Süd-Problematik, zwischen Separatismus und gleiche Regeln für alle. Auch in den USA werden die Demokraten und die Republikaner ihr Spannungsverhältnis aushalten müssen.
Sehr geehrte EU-Politiker, halten Sie zusammen, ohne zu bestimmen. Einheit in Vielfalt. Nicht eine Einheit durchdrücken, sondern einladen und sich gegenseitig beschenken. Miteinander teilen. Die EU-Bürokratie hat schon verloren. Offenbar ist es auch ganz egal, ob eine Frau oder ein Mann an oberster Stelle stehen.
Manche Publizisten meinen, Europa sei weiter als andere Kulturen. Falls wir in Europa den Hang dazu sehen, aufeinanderzuzugehen, die Menschheit zu vereinen, dann stimme ich dem zu. Punktuell war das eine Zeit lang so. Aktuell aber ist der Egoismus ganz bestimmend. Da ist Europa nicht besser als andere Kulturen. In anderen Kulturen wird das punktuelle aufeinander zugehen Wollen jetzt als Schwäche Europas ausgelegt. Physisch, militärisch ist das auch ganz zweifellos so. Von Seiten der Menschlichkeit würde ich da diesen kleinen Teil Europas sehr beglückwünschen. Die Hegemonialmachtallüren Russlands, Chinas, der USA und anderer kleinerer Länder sind zwar leider menschlich, aber doch sehr unmenschlich. Hat da mal jemand der Völker und Führer nachgedacht?
Die Mittelmeerländer in der EU leben menschlicher, egoistischer; nordische Länder dagegen prinzipieller, ausgeglichener. Deshalb achtet der Norden eher auf die schwarze 0 im Haushalt während der Süden tiefrote Zahlen toleriert, aus denen er später nicht wieder herauskommt. Herr Draghi hat keine Skrupel vor roten Zahlen. Er muss sie ja später auch nicht wieder ausgleichen. Dabei ist nicht Herr Draghi schuldig. Wir nennen ihn nur beispielhaft, weil er einer der exponiertesten Menschen in unserer Wirtschaftselite ist, die diese Ansichten vertritt.
Wir lieben die italienische, die griechische, die spanische Lebensweise, aber die Höhe der Verschuldung zeigt, wie nahe an der Realität diese Lebensweise ist. Dann auf andere Länder zu zeigen, ihr müsst dafür sorgen, dass wir an noch mehr Geld für Schulden kommen, macht die Lebensweise nicht realistischer. Ist das Ende nicht vorhersehbar, auch wenn Betroffene jetzt laut reklamieren? Denken wir an unseren Selbstbetrug.
Frankreich ist stolz auf seinen Laizismus, die Trennung von Religion und Staat. Ganz eindeutig, der Staat steht über der Religion. Dann haben sich die Religionen zu unterordnen. Religionen respektive Vertreter, die Ihre Religion als Wahrheit auffassen, werden immer Schwierigkeiten haben, eine Regierung über ihrer (religiösen) Wahrheit anzuerkennen. Das ist undenkbar. Absolut gestellte (religiöse) Wahrheit wird immer den Staat mit einbeziehen. Das war schon 325/380 nicht anders, als das Christentum zur Staatsreligion wurde. Religionen, die heute das Christentum beerben wollen, sagen natürlich „Wir auch!“. Wir befinden uns im Kinderzimmer von Dreijährigen und der Staat soll das ordnende Elternteil spielen.
Die Laizisten haben auch das Problem, dass sie Religion und Unglaube, eben Laizismus gar nicht verstehen. Denn Unglaube ist auch eine Form von Glaube. Im Laizismus ist der Unglaube ungewollt Staatsreligion. Deshalb hat Frankreich jetzt solche Probleme. Laizismus steht von der Realitätsnähe nicht über dem Glauben, nicht unabhängig, nicht objektiv, nicht un- oder überparteilich da. Laizismus ist Unglauben und damit ein Glaube, also nicht ordnendes Elternteil, sondern drittes dreijähriges Kind im Kinderzimmer.

Weltpolitik:

Sehen wir uns die Beziehungen der westlichen Staaten untereinander an. Sie vereinen die „gemeinsamen westlichen Werte“. Der Westen ist eine Wertegemeinschaft. Es handelt sich um eine Gruppe befreundeter Länder. Deshalb müssen in Verträgen die gegenseitigen Beziehungen bis ins Kleinste detailliert geregelt werden. Deshalb müssen in vielen, vielen Einzelbestimmungen gemeinsame Nenner der jeweiligen Egoismen gefunden werden, damit kein Land sein Gesicht verliert, damit keiner zu kurz kommt und eine Kleinigkeit verliert, damit keiner den Anderen übervorteilt… Im Laufe der gemeinsamen Jahre ändern sich die Verhältnisse (bekanntlich ist nichts so beständig wie der Wandel) und natürlich fühlt sich dann der Eine übervorteilt und der Andere freut sich über zusätzliche Vorteile oder Gewinne. Also müssen die Wirtschaftsbeziehungen neu verhandelt werden (was ja durchaus notwendig sein kann), damit die Gewinne wieder mehr dem eigenen Konto zugute kommen und die Verluste dem Konto des Anderen. Was sind eigentlich die westlichen Werte? Beste Aufeinanderabstimmung der einzelnen Egoismen? Ein ausgeklügeltes Egoismussystem, das später keiner mehr durchschaut? Habe ich da etwas falsch verstanden? Muss man unter Freunden so viele Egoismen so genau gegeneinander austarieren? Sind wir vielleicht doch noch die Gegner von vor hundert Jahren und davor? Wir haben uns nur zwischenzeitlich getäuscht? Die Verhandlungen EU – Gross Britannien, EU – Schweiz, Europa – USA, USA – Kanada/Mexiko. …
Sind die westlichen Werte vielleicht aus dem deutschen (oder europäischen) Idealismus entstandene Ideale? Die Ideale von: Gerechtigkeit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Demokratie, …? Sind Ideale Werte? Können Ideale Werte sein? Kann man Andere zur Achtung der eigenen Ideale zwingen? Wie ist es mit unserer eigenen Einhaltung der Ideale? Wenn wir selbst glauben, dass wir diese Ideale (Werte) einhalten, sieht das dann von aussen auch so aus? Ist unsere Einschätzung, dass wir die Ideale einhalten, womöglich nur der Selbstbetrug von „Ich mache alles richtig!“ „Ich bin moralisch gut!“ „Ich habe die richtigen Ideale!“? Könnten das Andere auch ganz anders sehen und aus der Perspektive der Anderen sieht auch unser Vollzug der Ideale im Leben, unsere Realität ganz anders aus als wir mit unseren Idealen glauben?
Frieden können in der Regel nicht Staaten oder Organisationen von aussen bringen, sondern den können nur Kontrahenten selbst untereinander schliessen. Rüsten Sie getrost ab. Frieden können sich Menschen, können sich Völker nur gegenseitig schenken. Notwendig sind nicht Gastgeschenke, sondern sich selbst in aller Form schenken.
Die östlichen Kulturen und Religionen denken, glauben und leben in und von der Einheit. Jing und Jang, weiblich und männlich, reich und arm, … In vielen kleinen Details wird im Osten die Vereinigung der Pol-Positionen, der Extreme, der Streithähne, der Gegensätze meditiert, versucht, gesucht, beschworen, … Leben im Ausgleich und ist Ausgleich der Extreme. Das ist ein krasser Gegensatz zum Westen. Da es nur das Eine gibt, fühlt sich eines dieser Länder als die Welt. Es betrachtet die Welt als seine Welt. Die Demütigung dieses Landes von aussen im 0. Weltkrieg, vor allem im 19. Jahrhundert war daher ein fundamentales, höchst schmerzvolles Erlebnis. Wenn die Nachfahren der damaligen Gegner (der heutige Westen) heute aus moralischen Gründen Ideale proklamieren und erwarten, dass dieses östliche Land sie einhält, kann das bei dessen Bewohnern und Herrschern nur wie ein Hohn klingen und wenn die westlichen Länder heute nicht einmal vorbildlich selbst die Ideale einhalten, sondern immer wieder selbst dabei patzen, dann … Wundern wir uns noch? Damals handelten die Eindringlinge (die Vorfahren des heutigen Westens) nach der Devise: „We first!“ Ist es verwunderlich, wenn die heutigen Herrscher im Osten sagen: „But now we first, our country first!“? Wenn da heutzutage ein amerikanischer Führer sagt: „America first“, dann ist das doch höchstgradig ignorant gegenüber der Geschichte, gegenüber diesem östlichen Volk und gegenüber vielen anderen Völkern gleichermassen. Was noch viel pikanter ist? Dieser Führer wurde demokratisch gewählt. Er ist also mit seiner Einschätzung und seinem Tatendrang nicht einmal allein. Und wir dürfen heute annehmen und erwarten, dass das fernöstliche Land Rache nehmen wird, wahrscheinlich nicht einmal allein und die Realität der Rache sieht so aus, dass sich die Spirale der Gewalt eher zu „gleiches mit gleichem plus …“ entwickeln wird. Da braucht der Westen nicht wie das Kaninchen auf die Schlange zu blicken, sondern wäre die Überwindung der Kinderzimmermentalität in der Politik nicht übel, zumal wir zu den Nachfahren der früheren Eindringlinge gehören.
Der Westen hat seine Ideale immer verraten, denn er hat seine Eigeninteressen mit seinen Idealen verwechselt und sich bewusst immer wieder darüber hinweggetäuscht. Er hat seine Ideale missbraucht und sie durch Gewaltanwendung entheiligt. Der Westen hat gar keine Werte, sondern verbraucht nur Werte, fordert sie ein. Wenn er Werte hätte, bräuchte er sie nicht zu fordern und Werte gegen jemanden durchzusetzen, entwertet die Werte. Der Westen hat gar keine Ideale, sondern nur seinen Egoismus. Über seine Ideale täuscht er sich. Die darunter leiden, merken das natürlich und erkennen diese Tatsache.
Die Persönlichkeitswerdung vieler Bewohner um die Jahrtausendwende versucht der Ministerpräsident dieses östlichen Landes jetzt wieder rückgängig zu machen. Mit Macht treibt er alle wieder in die Einheit mit der führenden Partei, also mit dem Land, koste es, was es wolle. Dazu sind alle Mittel heilig. Das Volk wird nicht mit in den Entscheidungsprozess einbezogen. Wir erleben einen Gleichmacher ohne Individualität. Wieder wird versucht, einen Klon parteiergebener Menschen zu schaffen. Solche Menschen kann man dann leicht regieren. Sind die dann noch Menschen.
Die Führung dieses Landes hält sich selbst für die Lösung aller Probleme, hält sich selbst für liebevoll. Sie gibt in alle Teile dieser Welt viel Geld zum Aufbau und erwartet als Gegenzug Wohlwollen, ja Liebe. Ist das verwunderlich?
Früher gab es Familiendynastien, die das Riesenreich regierten, mehr oder weniger einwohnerfreundlich. Heute hat die Dynastie einen anderen Namen. Sie hat den Namen der führenden Partei. Viel rigider als diese Partei in der Zeit ihres Bestehens werden doch die früheren Herrscher auch kaum regiert haben? Was hat das Land in den riesigen Blutverlusten des 20. Jahrhunderts und in den folgenden Freiheitsverlusten gewonnen ausser materiellem Wohlergehen eines Teiles des Volkes? Wir wollen weder der Partei noch ihrem Führer die Schuld an etwas geben, aber darüber nachzudenken, lohnt das nicht? Begonnen hat dieser Teil der Geschichte mit dem Eindringen des Westens (also unseren Vorfahren) in jedweder Form.
Wenn wir einen Schritt weiter denken, stellen wir jedoch auch fest, dass dieses Land im Osten sich auch derzeit selbst verrät. Es will den bösen Westen überholen (an Wissen, Können, Macht, gutem Ruf in der Welt, …) und macht sich damit selbst zum Bösen. Das sehen natürlich nur die Anderen (in diesem Falle wir) so. Die im Lande Einflussreichen sehen das natürlich entgegengesetzt. Die Geschichte wird sich auf diese Weise wiederholen. Aus der Geschichte gelernt? …
Es stimmt gar nicht, dass jeder Mensch Rechte hat, z.B. Menschenrechte, das Recht, diesen Globus einfach zu nutzen etc. Wir nehmen uns nur immer wieder alle diese Rechte einfach heraus oder erkämpfen sie sogar. Politiker nehmen sich unter anderem auch heraus, im Wohnzimmer anderer Krieg zu führen und wundern sich dann, wenn die Bewohner fliehen und dann anderen, womöglich den Verursachern als Flüchtlinge ihre Wohnzimmer streitig machen. Wir müssten alle uns selbst begrenzen, verzichten und Rechte oder Freiheit gewähren oder schenken. Menschenrechte“ auf Papier (auch mit vielen Unterschriften von grossen und bedeutenden Männern (jetzt auch Frauen) drunter) sind nicht einmal Schall und Rauch. Verträge machen wir ja nur, um den Anderen zu etwas zu bewegen oder am besten gleich zu zwingen. Wir selber halten diese Regeln ja sowieso schon lange ein. Ja? Sind Sie da so sicher? Und Sie dürfen Gift darauf nehmen, dass der Gegner Ihnen die Einhaltung dieser Verträge, dieser Regeln auch gerne schenkt. Deshalb müssen ja Überprüfungsmittel und -Kriterien eingebaut werden. Glauben Sie denn wirklich, dass solche Verträge und deren Einhaltung überprüfbar sind? Wir glauben das doch nur, weil wir das gerne glauben wollen, also uns selbst betrügen.
Eine Bitte an alle Politiker und Wissenschaftler dieser Welt: Bitte lassen Sie das Klonen gleich welcher Art! Verbieten Sie es sich selbst! Bitte denken Sie vorher nach über alle möglichen Folgen und Auswirkungen. Wer im Volk bittere Gefühle sät, wird Unfrieden und Gewalt ernten. In umgekehrter Richtung ist es allerdings kaum anders.
Noch einmal: Was sind das für „westliche Werte“? Unsere Werte sind unsere Sicht der Welt und des Menschen, unsere Art zu denken und zu leben. Zum Beispiel Pluralismus. Den hat der Westen in den letzten Jahrzehnten versucht, nach Osten zu bringen, in aller Regel mit Waffen. Schafft man Pluralismus, Recht, Demokratie, wenn man mit Waffengewalt gegen Andersdenkende seine eigene Weltsicht durchdrückt? Die Menschen sind anders und nicht nur diese Menschen, sondern wir selbst auch. Der Westen hat sich selbst ad absurdum geführt und merkt es nicht einmal. Der Westen propagiert immer erst einmal seine Werte, die dann aber durchgesetzt werden als seine Interessen. Alle werden auf die eigene Linie gebracht. Toleranz? Ein Wort aus einer unbekannten Sprache! Gefordert wird Toleranz immer von den Anderen. Logisch würde daraus folgen, dass die Eigeninteressen des Westens seine Werte sind. Was unterscheidet den Westen, dann von den Anderen?
Demokratie und Freiheit können nur Regierende schenken. Genau das tun Männer aber nicht. Gibt es Kandidaten, die Vorsicht und gegenseitige Rücksichtnahme leben und die man deshalb wählen könnte? Sehr verehrte Damen und Mütter, pflanzen Sie diese Eigenschaften in Ihre Söhne in deren ersten Lebensjahren. Zeigen Sie ihnen selbst, wie das geht. Leben Sie es vor und mit Ihren Söhnen. Dann haben wir vielleicht in 5 bis 6 Generationen Männer, die wir wirklich in eine Regierung wählen können?
In der Politik hören wir immer wieder davon, dass die grösseren Staaten Ihre Verantwortung übernehmen sollten in der Welt. Deutschland wird immer wieder genannt, weil es vermeintlich zu wenig tue.
Wenn wir heute die Gebiete auf unserem Globus über längere Zeit beobachten, für die meistens diese Verantwortung übernommen werden soll, dann stellt sich die Frage, wann es die meisten Wirren, die meisten Toten, die meisten Flüchtlinge, das meiste Leid gab, vor Berührung mit dem Westen oder seit Einschreiten des Westens, vor Übernahme von Verantwortung durch andere Staaten oder danach? Inzwischen ist es ja auch gar nicht mehr nur der Westen. Müssen wir nicht eher zugeben, dass der Nahe und Mittlere Osten vor Berührung mit dem Westen friedlicher gewesen sein werden? Und ist nach Einschreiten des Westens mit Waffengewalt mehr Ruhe und Frieden eingekehrt? Ist es wirklich wahr, dass wir mit Waffengewalt nachhaltig Frieden schaffen können? Ist unser Griff zu den Waffen nicht wieder unserer vorschnellen intuitiven Reaktion geschuldet, dass doch schnell etwas passieren müsse, wobei die Folgen gar nicht ausreichend bedacht sind? In den meisten Fällen werden wir wohl sagen müssen: Frieden kann man nur schenken, nicht erkämpfen. Der erkämpfte Frieden schafft eher die Ursache für den nächsten Waffengang und der wird eher schlimmer als der vorherige.
Was noch gar nicht bedacht wurde: Frieden können sich nur die beiden Kontrahenten selbst gegenseitig schenken, nicht ein Dritter, Aussenstehender. Das lernen wir alle schon im Alter von 3 bis 10 Jahren, so unsere Eltern und wir ein klein wenig nachdenken. Das gilt im Kleinen, in der Familie wie auch im Grossen, zwischen Weltmächten. Vernünftiger als 3-Jährige sind nur die allerwenigsten Menschen, auch die Erwachsenen nicht. Ist nicht unter den Verantwortung Tragenden der Anteil eher noch kleiner?
Insofern war die deutsche Hilfe im mittleren Osten vielleicht gar nicht so verachtenswürdig, sondern besonnen und hilfreich, wenn auch nicht so schlagzeilenträchtig? Verantwortung übernehmen in Krisengebieten finden wir eher bei den unparteiischen Hilfsorganisationen als bei den Kriegsparteien. Denken wir an Schein und Sein, an Theorie und Praxis. Wie schwer Streitschlichtung ist, erleben wir als Eltern im Kinderzimmer. Dort will keiner mehr sich die Hände dreckig machen, nicht einmal mehr die Frauen, die es zum Segen der Menschheit hunderttausend Jahre lang taten. Jetzt hauen wir uns lieber alle die Köpfe gegenseitig in der grossen Politik ein, nicht mehr nur die Männer, sondern die Frauen auch noch.
Der Westen wollte in Afrika und in arabischen Ländern Verantwortung übernehmen, das heisst, das Schenken von Freiheit erzwingen. Das funktionierte genauso schlecht wie bei den Frauen, die Männer auch nicht zum Lieben zwingen können.
Die Migrationsdramen spielen sich gar nicht in Europa und Amerika ab, sondern in den Ursprungsländern. Die Männer und einige Frauen schaffen es nicht, dort menschliche Verhältnisse zu entwickeln. Immer wieder kommen unfähige Politiker an die Macht oder putscht die Opposition. Die Politiker werden korrupt anstatt an alle zu denken.
Wir machen uns unsere Welt immer komplexer. Die Globalisierung, die keiner will, aber jeder nach Kräften im eigenen Interesse vorantreibt, führt dazu, dass ein Pup in China ein Beben in Island auslöst und umgekehrt. Wir haben als Menschen gar nicht mehr die Möglichkeit, die Ursache von der Wirkung zu unterscheiden oder richtig von falsch. Bei jeder Entscheidung, jedem Ereignis spielen so viele Faktoren eine Rolle, sind so viele Menschen beteiligt, dass keiner mehr alles ahnen, geschweige denn wissen und bedenken kann, um die realitätsnahe Deutung zu finden. Die Frauen liegen mit ihrem Bauchgefühl heute schon lange falsch. Sie müssen es wie die Männer mit Verstand versuchen. Männer sind an der Grenze der Zeit und Fähigkeit, in Ruhe über etwas zu forschen und nachzudenken. Man kann fast nur glauben und falsch liegen und muss doch („richtig“) handeln. Selbst fliehen ist nicht möglich. Wir sind Opfer unseres selbstgemachten Chaos. Das Dumme daran ist nur, dass wir das Chaos immer bei den Anderen anrichten, inzwischen durch jedwede Art von „fortschrittlicher“ Technik oft weit entfernt. Der Bumerang ist bereits mit eingebaut, wahrscheinlich nicht von uns, sondern als biologische Naturregel auch ohne unser Zutun. Wir können den Bumerang also nicht verhindern, so sehr wir es auch versuchen. Selbst eigener Qualitätsanspruch und -Kontrolle helfen nicht dagegen.
Ein wesentliches Problem der Welt mit den Amerikanern ist, dass diese sich selbst nur als die Guten denken können. „Wir sind die Guten.“ Wir machen es überall besser. Wirklich? Sie bringen überall das Gute hin und doch machen sie sich viele zu Feinden? Donald Trump war leider ein Riesenmotor für das Feinde Machen mit seinem Amerikaegoismus.
Was wird denn passieren, wenn in arabischen Ländern Taliban, ISS oder andere Gruppen an die Macht kommen und Atombomben regieren? Wir werden Geiseln werden, wenn nicht Opfer. Wir sind seit einigen Jahren Geiseln unserer Geheimdienste im Kampf gegen den Terrorismus, wenn nicht Opfer und unsere führenden Männer in aller Welt werden ihre veraltete Männlichkeit mit ihrem Machtanspruch durchsetzen, denn es geht ums Prinzip, um den Glauben, um den Sinn und der Mensch in seiner Freiheit und Persönlichkeit verliert. Nordkorea? Iran?
Die Gotteskrieger, die, die glauben, dass sie die Wahrheit mit Schöpfkellen (statt mit Löffeln) gefressen hätten, die glauben, dass sie die Wahrheit auf ihrer Seite hätten und keiner ausser ihnen, müssen jetzt der Welt zeigen, dass sie die Wahrheit „tatsächlich“ haben und alle Anderen nicht. Was liegt näher als die Atombombe? Am wirksamsten sind immer die Superlative…
Wir haben heute Angst vor den Auswirkungen des Klimawandels, vor der Erderwärmung als Folge unseres CO2-Ausstosses. Müssten wir nicht viel mehr daran denken, die Verbreitung der Atomtechnik einzudämmen? Unfälle mit dieser Technik und erst recht Wirrköpfe (Männer also) an den Knöpfen der Atomwaffen? Wie heiß (oder genau das Gegenteil) wird uns und unserem Planeten dann erst werden? In der EU Atomtechnik auch noch als „grüne“ Technik einzustufen und subventionieren lassen zu wollen, … Ihre Einschätzung würde mich interessieren.
Kann denn überhaupt ein Land in der Welt Verantwortung übernehmen? Wie sollte es das tun? Moralisch anderen den Finger zeigen und zeigen, wer hier Recht hat und wonach sich alle anderen gefälligst zu richten haben? Heisst das, Verantwortung übernehmen? Das kann doch nur in Kriegstreiberei enden, wie wir es erleben. Verantwortung übernehmen könnten wir doch nur, indem wir Opfern wieder zum Leben verhelfen. Das würde aber bedeuten, dass die vorherigen Sieger Frieden mit den Opfern gemacht haben und umgekehrt. Als „Verantwortlicher“ kann man nicht andere zum Frieden zwingen. Todsicher erhebt sich Opposition. Dann geht der Krieg mit umgekehrten Vorzeichen los. Denken Sie an das Kinderzimmer, so Sie eines erlebt haben oder erleben. Frieden schliessen kann ich nur selbst mit meinem Feind. Dazu kann mich keiner zwingen und ich kann auch keinen anderen zwingen, Frieden zu schliessen. Liebe Politiker und Medienschaffende, streichen Sie diesen Gedanken aus Ihren Begründungskatalogen. Er taugt nicht. 
Betrachten wir die grosse Weltpolitik, können wir getrost in unser Kinderzimmer schauen. Beides funktioniert gleich. Frieden miteinander schaffen können nur die zwei Streithähne selbst. Das kann kein Dritter für uns. Insofern ist das Verantwortung übernehmen in der Welt eine sehr fragwürdige Geschichte. Schon Mutter und Vater können das nur bei den kleinen Kindern. Je grösser sie werden, je näher sie dem Erwachsensein kommen, desto schwerer geht das noch und wird dann unmöglich. Aber die Kinder entwickeln damit Ihr Ich. Sie grenzen sich ab, werden ihrer selbst, ihres eigenen Willens bewusst und beginnen den langen Weg zum Aufbau einer eigenen Persönlichkeit. Gibt es Ähnliches in der Politik, zwischen Ländern? Verantwortung übernehmen in dieser Welt eher die kleinen und unscheinbaren NGOs als die regierenden Streitschlichter, die meist den Streit nur noch anheizen, geschweige denn die Streithähne selbst (oder neuerdings auch die Streithühner).
Mensch sein bedeutet „Ich sein“. Europa ist eine (uneinige) Einheit, die „5-eyes“ (USA, Kanada, Grossbritanien, Australien und Neuseeland) ist eine, Russland und Vasallen ist eine, China, die arabischen Ländern, … Jede Einheit versucht, ihre Einheit zu schützen und auszubauen. Chinas Selbstverständnis war früher sogar, die einzige Einheit und damit die dominante zu sein. Der Kolonialismus zerstörte diese Position. China versucht nun mit allen Mitteln, diesen Platz auf der Erde wieder zu bekommen. Damals galten keine Regeln, so werden heute auch keine anerkannt. China will wieder die Alleinstellung auf der Welt. Der Volksegoismus heiligt alle Mittel, selbst die Versklavung des eigenen Volkes, wie wir sie jetzt erleben. Schlimmere Sklaverei als früher, als Fremde versklavt wurden. Im Osten ist Personaliät kaum verankert, anders als im Jahweglauben oder postchristlichen Westen. Mohammed als Unzufriedener, als Krieger, hat Jahwe wohl einfach missverstanden oder mehr miss- als verstanden. Aber wer will denn behaupten, dass er Gott richtig verstehe? Woran will sie/er sein „richtig“ messen?
Die USA als eine der führenden Kolonialmächte war natürlich als Weltpolizei denkbar ungeeignet. Nur die Grösse, Bedeutung und Militärmacht legten ihr diese kochendheisse, dampfende Kartoffel in die Hand. Heute erleben wir in Afghanistan gerade wieder, wie sie sich enttäuscht, schmollend, ohne Plan, mit verbrannten Händen aus einem solchen Kriegsland zurückzieht. Ob da wohl mal einer nachdenkt und aus der Geschichte Lehren zieht? Geht das überhaupt? Sind wir lernfähig?
Da hätte schon eine moralisch unbefleckte Nation daher kommen müssen und die Polizei spielen müssen. Die wäre aber keine Weltmacht gewesen. Denn ohne Gewaltanwendung wird man nicht Weltmacht, oder? Es spricht viel dafür, dass auch Russland und China in vielen Jahrzehnten oder Jahrhunderten das gleiche Schicksal erleiden werden oder andere ähnliche Kandidaten.
China baut jetzt an seinem grossen Aufgang und baut damit gleich schon seinen Niedergang mit ein. Das ist nicht viel anders als im Westen und da besonders in den USA.
Solange die USA gewannen (Nicht „siegten“! Das ist das Gegenteil.), wurden sie stärker, beliebter, anziehender. Als sie anfingen, Kriege zu führen (meist im Namen der Moral, aber hintergründig eben doch eher im eigenen Interesse), kamen sie auf das Plateau der Gausskurve. Nun verlieren sie ihre Kriege auf dem absteigenden Teil der Gausskurve. „America first“ fand schon Jahrzehnte und Jahrhunderte vorher statt. Nun wollen andere „first“ und da sie an Zahl und Macht gewinnen, wird Amerika seine Zweitklassigkeit, seine nachrangige Bedeutung (bald) erleben.
Präsident Trump zeigte, dass die USA bereits verloren haben. Er zog die letzten Register. Nach ihm kommt nur noch die Sintflut und der Abgesang. Der 3. oder 4. Weltkrieg (je nach Sichtweise) hat schon begonnen mit der Wahl von Herrn Trump. Der Krieg wurde nur nie erklärt.
Dem neuen amerikanischen Präsidenten bleibt nichts anderes übrig, als die zu ziehenden Register noch viel, viel grösser zu dimensionieren. Wie lange das Pokerspiel mit der Realität noch gehen wird, ist eine spannende Frage. Wir wissen ja nicht, was „Realität“ ist bzw. wo das angemessene Limit fürs Schulden machen liegt und wo die Blase oder die Insolvenzverschleppung resp. -Vertuschung anfängt. Hinterher werden wir schlauer sein. Gepokert haben schon viele im Leben, Sie etwa nicht?
Seit etwa 2009 ist die Welt, zumindest die westliche Welt insolvent. Bis dorthin reichte noch das Schuldenmachen gegenüber der Bevölkerung und der älteren Generation mit deren Rentenersparnissen. Dann reichte das nicht mehr und es wurde das Fantasiegeld erfunden. Die Erfindung des Fantasiegeldes markiert den Zeitpunkt der tatsächlichen Insolvenz. Seitdem passiert Insolvenzverschleppung. Die Politiker, die heute die Riesensummen freigeben, entsprechen den Managern z.B. bei der Firma Wirecard, die heute verfolgt, dann vor Gericht gestellt und am Ende zu Recht verurteilt werden. Warum macht man das mit den heutigen Politikern nicht eigentlich auch so? Die Geschichtsschreibung wird es mit ihnen posthum noch tun.
Vor allem die Fortschrittlichen, die Jungen, waren immer für die Schulden, selbst jetzt noch und sie werden teuer dafür bezahlen. Erst kommt das Feiern, dann folgen die Rechnung und das Bezahlen. Diese biologische Naturregel negieren wir gerne, aber sie ist fast nie ausser Kraft zu setzen, sondern nur zu verschieben. Wer Glück hat (und damit nach aussen sichtbar „Recht“ behält), schiebt die Rechnung und das Bezahlen in die Schuhe der Kinder.
Der afrikanische und asiatische Egoismus ist nicht kleiner als der europäische. Der afrikanische Gemeinschaftssinn zur Bildung von Staaten ist nicht besser als der europäische. Deshalb schaut jeder für sich. Deshalb rafft jeder soviel er kann. Selbst der ANC von Nelson Mandela war schon schwerkrank daran. Auch Nachfahren von Herrn Gandhi kranken an diesem Egoismus. Jeder schaut auf seine Freiheit, seine Rechte, seinen Besitz und wird damit Gefangener derselben oder derer, die diese Freiheit, diese Rechte oder diesen Besitz gewähren müssen. Die afrikanischen Herrscher der letzten Jahrzehnte offenbarten doch keine bessere soziale Ausrichtung?
Wenn der amerikanische Präsident, Herr Trump, sagte „America first“, dann klangen da eine Menge Bedeutungen und Folgen mit. In der Mathematik und bei Zahlen scheint das zunächst nicht so. Sie scheinen klar und eindeutig. Aber in der Realität, im Realitätsbezug bekommt vieles seine zwei Bedeutungen, seine zwei Seiten, meistens mehr oder weniger entgegengesetzt. Bei Zahlen ist es oft die einfache Tatsache, dass es auf einer Seite Gewinn ist, aber auf der anderen Seite Verlust und im näheren und weiteren Bezug ist nicht immer klar, was was ist. Im Leben verlieren die Fakten ihre Eindeutigkeit. Bei den Zahlen ist es meist nur unsere verkürzte Sichtweise auf die eine Zahl. Schauen wir, wo in der Realität der Gegenpol ist, dann relativieren sich beide Zahlen (an einer Stelle mehr, also besser, aber an der anderen Stelle weniger, also schlechter). Heute „America first“, aber wo heute der Egoismus Americas und Herrn Trumps alles zusammenrafft, haben andere weniger und werden raffen und America wegnehmen, sobald es nicht mehr genau hinschaut oder nicht mehr dazu in der Lage ist. „America first“ hiesse vielleicht sogar, lieber mehr schenken als nehmen? Wir denken nur zu klein, zu eingeengt. In unserem Bereich, in unserem Land, klappt es ja. Lasst die weite Welt bitte draussen. Dann gibt es aber auch ein umgekehrt an dieser Stelle. Wer gross und weit denkt, der verliere bitte nicht den Bezug zu den vielen kleinen Dingen. Lassen Sie uns beides tun, gross denken, aber auch klein denken, schwarz denken, aber auch weiss denken und dazwischen sogar im breiten Bereich bunt.
Die „gemeinsamen Werte des Westens“ ist der gemeinsame Egoismus, war der gemeinsame Egoismus. Dann vereinzelte sich der Egoismus immer weiter (USA gegen Europa in der Nato, Brexit, Polen oder Ungarn gegen die EU, …). Jeder sieht nur noch, dass er selbst dabei am besten wegkommt. So ist der gemeinsame Wert (oder besser Unwert?) zerronnen und wir haben es gar nicht wahrgenommen?
Die Weltpolitik, die Weltpolizei, aber auch die vielen kleinen „Ordnungsmächte“ und Rechthaber, wahrscheinlich auch die WHO und die Auswirkungen ihres Handelns zeigen, dass der Grundsatz „Wir zwingen andere oder alle zum Bessersein“ ausgedient hat. Das gilt für die grösste Militärmacht, aber auch für jede internationale Ordnungsorganisation sowie für jede Staatspolizei mittels Law and Order und auch für jeden kleinen „Ordnungshüter“.
Dass die kleineren Länder neben den grossen dauernd um ihre Identität kämpfen (müssen), fällt den grossen, wie den USA, der EU, China und ähnlichen natürlich gar nicht auf. Die interessiert das gar nicht, sondern stört sie nur. Ihnen fehlt einfach, wie sich das anfühlt, damit das Verständnis und auch der Wunsch, sich damit auseinanderzusetzen. Für die kleinen Länder ist aber genau das existenziell, ihr Selbstbewusstsein, ihre Daseinsberechtigung neben den Grossen.
Wie lassen wir Menschen und Völkern ihre Identität? Lassen wir Menschen doch ohne unser Urteil immer beide Wege offen, mit uns oder gegen uns…
Wir können Geheimdienste und Geheimaktionen der Anderen anprangern. Staaten tun es immer gerne wieder. Es ist Schaumschlägerei. Alle Grossen tun es und keiner wird darauf verzichten, auch mit Verträgen nicht.
China wird die Welt und den Westen leicht unterjochen, wahrscheinlich sogar ohne Krieg, denn es wendet seit 30 Jahren seine alten Strategeme an, Zug um Zug. Der Westen, bestehend aus Egoisten, Neidern und Individualisten hat dem gar nichts entgegenzusetzen. Beide Seiten sind menschlich und unmenschlich zugleich. Wird die Welt als Klon und/oder Sklave Chinas menschlicher werden?
Natürlich denken wir, wir sind besser als die Anderen, die Schweizer, die Deutschen, die Amerikaner, die Russen, die Chinesen, die Inder, … Deshalb sind wir ja Nationalisten, am meisten, wenn es um uns selbst geht, erstaunlicherweise sogar auch die Frauen.
China hat jetzt seine Armut abgeschafft, in absoluten Zahlen und im Durchschnitt. Wenn man also bisher eine Mindestzahl an Dollar Einkommen pro Kopf nahm, dann wurde das Ziel Anfang 2021 nach eigener Einschätzung überschritten. Stellen wir uns doch immer ein unerreichbares Ziel. So können wir immer weiter kämpfen (für Gerechtigkeit, für Überwindung von Armut, …). Irgendwann muss man natürlich mal erklären, dass man das Ziel erreicht habe, sonst geht der Kampf ja ewig weiter. Sonst hat man nie Erfolg. Im Falle von Armut nahm man jetzt einfach die absoluten Zahlen, Menschen, die eine gewisse Summe des Einkommens unter- oder überschritten. Das Dumme jedoch ist, dass Armut auch einen relativen Charakter hat: Mit dem Reichtum steigt auch die Armutsgrenze, weil die Preise steigen und die Ansprüche auch. Armut ist aus mehreren Gründen relativ. Der Grosse, der bei den kleinen Armut überwindet, schafft neue Armut. Und hier wurde nur das Geld betrachtet. Bedeuten Reichtum und Armut nur viel oder wenig Geld, sich viel materielle Güter leisten können oder nicht oder gehört da vielleicht noch mehr dazu? Eine Lage beurteilen können wir fast nur, wenn wir die Anzahl der Kriterien dafür überschaubar und klein machen. Damit degradieren wir unser Urteil zum Vorurteil. Wir urteilen, obwohl wir gar kein angemessenes Urteil treffen können.
 

Waffen und Militär:

 

Ist unsere heutige Form von Politik der letzte Schrei?

Die Demokratien sind in den meisten demokratischen Ländern in die Krise geraten. Viele Bürger halten sie inzwischen für ganz normal. Andere Regierungsformen kennen sie vom Erleben her nicht. Der grösste gemeinsame Nenner der Einzelegoismen ist meist keine lukrative, effektive oder sinnvolle Lösung von Widersprüchen in der Bevölkerung. Man ahnt, Demokratie ist die beste unserer bisher denkbaren Regierungs- und Organisationsformen menschlicher Gesellschaften. Aber toll? Toll ist die Demokratie so doch nicht? Begeisterung löst Demokratie heute nicht mehr aus. Enttäuschend. Wir hatten uns doch etwas besseres darunter vorgestellt! Überall irrt man ratlos umher und fragt sich, wie man aus dieser Sackgasse herauskommen könnte. Depression greift um sich. Diktatoren nutzen ihre Chance. Gäbe es eine Verbesserungsmöglichkeit für unsere Demokratien oder überhaupt für unser politisches Zusammenleben?
Jetzt erleben wir Demokratien, die ihre Bürger zum „Gutsein“ regelrecht zwingen. Kein Mensch empfindet das als angenehm: Gläsern und absolut transparent sein, absolut uneigennützig sein, keine Nebeneinnahmen haben, keine Werbegeschenke annehmen, nicht mehr verbrauchen als jedem anteilsmässig an den Ressourcen unserer Erde zusteht … Unsere Demokratien mauern uns mit Gesetzen immer weiter ein. Wollten oder sollten wir uns nicht lieber freiwillig begrenzen?
Die westlichen Staaten (selbst die so vorbildliche Schweiz) sind inzwischen so organisiert, dass sie unter Umständen menschliche Hilfe bestrafen und verunmöglichen. Nur der Staat sei dafür zuständig und das im gesetzlichen Rahmen. Falls Bürger selbst zur Tat schreiten, bitte nur klar im gesetzlichen Rahmen und wo das Gesetz Ausgrenzung, Begrenzung, Abgrenzung und andere Bedingungen für Hilfe stellt, dort ist Hilfe verboten. Die wohlhabenden Bürger werden bevorteilt, die am unteren Rand der Gesellschaft benachteiligt. Jeder Schweizer hat eine panische Angst, zu versagen, abzusteigen und in das soziale Netz fallen zu müssen, weil er dann sein Menschsein, seine Selbstständigkeit verliert, weil er gewisse Bedingungen einhalten muss. Was soll dann werden? Sollte nicht eigentlich das soziale Netz genau dies verhindern? Müssen wir mal anfangen, nachzudenken?
Wir denken konsequent links und gehen rechts oder umgekehrt. Wir machen alles besser und es wird doch schlechter. Im besten Falle heben sich + und – auf. Was stimmt da nicht? Was machen wir falsch?
Lassen Sie uns diese Demokratien (und zwar auch die Schweizer direkte Demokratie) mal als „egoistische Demokratien“ bezeichnen. Denn in allen funktioniert das Allgemeinwesen nach dem Prinzip „den grössten, aber real oft sehr kleinen, gemeinsamen Nenner aller Einzelegoismen finden und leben“. Jeder Einzelegoismus begrenzt den des Anderen. Bitte immer schön die Grenzen (Gesetze) einhalten!
Wir haben schon gesehen, dass Egoismus eine sehr altmenschliche Eigenschaft ist, die unsere Intuition fest im Griff hat und unsere Weltanschauung bei Weitem dominiert. „Gut und böse“, „sinnvoll und sinnlos“, „menschlich und unmenschlich“, „gerecht und ungerecht“, „gleich oder ungleich“ werden ohne uns bewusst zu werden, intuitiv gleich in „nützt mir“ oder „schadet mir“ umgewandelt und wir lügen uns hoch feierlich in die eigene Tasche, dass wir das nicht täten, sondern immer nur die Anderen das tun. Egoismus heisst immer, sich selbst einen Vorteil zu verschaffen auf Kosten Anderer.
Nicht die Regierungsform, Demokratie oder Diktatur ist wichtig, sondern wie die einflussreichen Menschen sie ausgestalten. Wir können aufhören, ein Prinzip zu fordern (Gerechtigkeit, Gleichberechtigung, Frieden, Menschlichkeit u.a.). Prinzipien sind praxisferne Theorien. Es zählt nur, ob wir miteinander Frieden schaffen, nicht Streit. Nicht Besitz ergreifen, sondern um Nutzung bitten, vorsichtig benutzen.
Kaum ein Prinzip, kaum eine Theorie bildet die menschliche Widersprüchlichkeit mit ab. Deshalb funktionieren Prinzipien und Theorien im Leben, in der Praxis, kaum, oft tatsächlich nicht.
Schenken oder miteinander teilen wäre die Gegenrichtung von Egoismus. Schenken heisst, ich nehme mir etwas weg und gebe es Dir oder einem Anderen oder ähnlich könnte es auch lauten: Ich verzichte (zugunsten eines Anderen). Ein Anderer wäre aber nicht unbedingt nötig. Dann würde Verzicht vielleicht Erhalt von Ressourcen bedeuten und der wäre ein Geschenk an unsere Nachkommen insgesamt.
Schenken kann man nicht, wie das derzeit in vielen Demokratien so üblich ist: Der Politiker nimmt es dem Steuerzahler aus der Brieftasche per höherer Steuer oder Gebühren oder macht Staatsschulden und gibt es dem Steuerzahler wieder in die andere Tasche in Form irgendeiner Subvention. Der erste Teil der Rechnung wird aber beim zweiten Vorgang nicht mit genannt, berechnet oder bedacht. Schenken aus einer Tasche in die andere geht nicht.
Was ist der Eid eines Politikers auf die Verfassung wert? Was er heute für das Land auf Kosten anderer erreicht, werden die Anderen an Kosten später einfordern. Was er heute an Geschenken an Andere macht, wird sein Volk ihm heute als Minus anrechnen, auch wenn später Andere aus Stolz oder aus Altruimus unserem Herrscher und seinem Volk wieder Geschenke machen. Es wird ja auch kaum jemals ein Politiker belangt, weil er seinen Eid gebrochen habe. Wir gehen schon gleich davon aus, dass er seinen Eid sowieso nicht halten wird. Wir täuschen uns nur selbst und gegenseitig darüber.
Wie an so vielen Stellen unseres Lebens so auch hier: Indem wir das „Gute“ für uns selbst reserviert haben, stehen wir selbst als einzig Gute da und alle und alles um uns herum ist dann „Böse“. So können wir die Welt der Menschen und Dinge um uns herum als niedere Strukturen, als unmoralisch, als Freiwild benutzen und ausnutzen und bleiben dabei „gut“. So verursachen wir Unterdrückung, Ausbeutung, Ausnutzen der Bodenschätze bis zum Ende, Verschmutzen der Erde, … und glauben noch dabei, „gut“ zu sein.
Könnten Schenken und Verzicht auch politisches Handeln werden? Im Egoismus brauchen wir keinen Druck auszuüben. Wir sind so und entscheiden intuitiv so. Beim Schenken, wenn wir es nicht selber wollten, müssten wir Druck ausüben, denn der Andere müsste ja gegen seine Natur handeln, wenn er schenken oder verzichten sollte. Schenken und verzichten können wir also nur selber und dem Anderen müssten wir die Freiheit lassen, zu tun und zu lassen, was er selbst für richtig hält. Verzichten oder schenken könnten wir im täglichen politischen Leben sofort starten. Bereits bei der nächsten Abstimmung könnten wir verzichten oder dem Anderen (wer oder was immer das auch sei) unsere Stimme und die damit verbundenden Folgen schenken. Möglicherweise würden die Folgen sogar höhere Kosten für uns oder weniger Gewinn oder weniger Subvention für uns bedeuten? Auf meiner Seite würde zumindest mit hoher Wahrscheinlichkeit ein „-“ entstehen und hoffentlich irgendwo anders ein „+“. Sonst wäre der Deal nicht sinnvoll. Wahrscheinlich würde unsere Welt nicht besser, denn „+“ und „-“ gäbe es weiter und würden sich sicher ausgleichen. Aber wir hätten mehr schöne Erlebnisse (Beschenkt werden und freiwillig verzichten sind meist mit mehr Freude und Lust verbunden als beklaut werden und das Geklaute mit schlechtem Gewissen geniessen oder per Gesetz zum Verzichten gezwungen zu werden).
Verzichten und schenken würde die Debatten und Diskussionen verkürzen, die Gesetze einfacher machen, weniger Justiz nötig machen und weniger Straftäter hervorbringen. Finanziell wäre das für die Gemeinschaft wahrscheinlich ein riesiger Gewinn? Schenken und beschenkt werden schafft sicher bessere zwischenmenschliche Beziehungen als vor Gericht streiten und am Ende sich doch falsch beurteilt (vielleicht sogar falsch verurteilt?) zu fühlen? Schenken und verzichten könnten wir einführen ohne Revolution, ohne Vorbedingungen, ohne Streit, einfach jetzt. Im Laufe der nächsten Jahrzehnte und Jahrhunderte (so lange wird es sicher dauern!) würde eine „schenkende Demokratie“ daraus. Wäre das so schlimm oder wäre das vielleicht sogar der Zukunftstraum, der eine neue Generation reizen könnte, sich der Demokratie zu verschreiben? Ich wünsche unseren Völkern Politiker, die ihr Volk beschenken mit Freiheit, mit Ehrlichkeit, mit Weisheit, mit unvoreingenommenen Informationen, mit Fleiss, mit Bescheidenheit. Und ich wünsche unseren Politikern Völker, die ihnen Achtung entgegenbringen, Anregungen, Aufmerksamkeit, Mitarbeit und Fehlertoleranz.
Realität wird aber wahrscheinlich sein, dass wir aus Angst vor dem klimatisch bedingten (aber gar nicht stattfindenden) Weltuntergang und dem Glauben an die Wunderwirksamkeit der Digitalisierung (der sich als völlig falsch herausstellen wird) in Kürze eine grün-digitale Diktatur bekommen, die alle bisherigen weit in den Schatten stellt.
Wäre eine schenkende Diktatur denkbar? Herrscher schenken ihrem Volk Aufmerksamkeit und Rücksicht? Sie schaffen Strukturen, die dem Volk bestmögliche Bildung, Freiheit und Wohlstand bringen? Sie begrenzen Ihren Besitzstand bei dem 10-fachen des Durchschnittsbürgers? Sie verzichten auf Übervorteilung anderer durch ihr Amt? Sie trennen genau zwischen privat und Staat? Und das Volk, die Opposition, Konkurrenten und Mitarbeiter schenken dem Herrscher Vertrauen und Verzicht auf Neid und Revolution? Gibt es vielleicht solche Strukturen schon?
Ich bin gar nicht sicher, welche beider Regierungsformen unter dieser Prämisse die bessere wäre. Wäre es egal, ob Demokratie oder Diktatur? Der entscheidende Fakt sind nicht diese Verhältnisse, sondern die Frage von intuitivem Egoismus oder nachdenkendem miteinander Teilen und Schenken? Dann wäre die Regierungsform nebensächlich?
Vielleicht sollten wir die besten Männer (und Frauen) aus der Wirtschaft, der Gesellschaft, der Bildung und Kunst, der Wissenschaft und Technik, den NGOs, den Vereinen und Hilfsorganisationen, die sich dort als umsichtig, kompetent, teamfähig und auf diese Weise erfolgreich erwiesen haben, abwerben in politische Ämter, ihnen das Salär geben, das sie sich wünschen, ihnen dann viele Fehler zugestehen, denn auch sie sind Menschen. Wenn wir solche Menschen nicht in genügender Anzahl finden, wissen wir, wie armselig unsere Menschheit ist. Wir brauchen nicht Männer (und Frauen), die egoistisch polarisierend in den Parlamenten und Regierungen kämpfen, sondern die den Kampf zwischen „auf der einen Seite“ und „auf der anderen Seite“ schon in sich selbst ausgekämpft haben und nun Frieden stiftend in die Gremien gehen können.

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