Wie leben? Gerechtigkeit:

Wie können wir leben?

10 Gerechtigkeit: (05.10.2019)

Gleichberechtigung (Feminismus):

Für Frauen kommen die Kinder zuerst und dann kommt lange nichts. Solche Frauen finden wir auch heute noch, aber sie werden rar. Sie sind vom Aussterben bedroht. Statt dessen gibt es zunehmend Möchte-gern-Männer. Für Möchte-gern-Männer kommen zuerst sie selbst, dann kommen die Kinder, dann kommt lange nichts. Wenn der Mann dann hilfreich ist, kommt auch er noch irgendwann. Wir haben uns verändert. Zu einem sehr wesentlichen Anteil haben wir Männer uns das selbst eingebrockt. Damit wohl-Wollen gegeneinander überhaupt vorhanden ist, haben Gott und/oder die Evolution die Balz in uns eingebaut. Ohne sie würde es im menschlichen Leben gar kein Miteinander geben, das Kinder und damit eine Zukunft für das Menschengeschlecht ermöglichen würde. Die althergebrachten Regeln waren nicht gut. Sie erzwangen aber ein Mindestmass an Achtung und Rücksichtnahme auf einander und zwangen eben die Frauen zur Liebe gegenüber den Kindern und zu einem gewissen Mass auch gegenüber dem Mann, so dass das Menschengeschlecht immer weiter überlebte. Die heute geltenden Regeln (oder eher die heute geltende Regellosigkeit) machen es uns Menschen möglich, unserem Egoismus viel mehr zu frönen, ihn offener zu zeigen und vor allem auch ungeniert zu vertreten. Nun müssen wir mit dem offenen Egoismus leben. Wir haben nur ein Leben. Also müssen wir alles so geniessen, wie wir nur irgend können. Mit dem Ende der Balz fallen alle Hüllen.
Die Familienverhältnisse in früheren Zeiträumen zwangen die Frau zur Liebe. Sie hatte ihren Platz neben dem Mann zum Kindergebären oder/und zum Dienen im Haushalt. Das war extrem erniedrigend. Das will die befreite Frau heute natürlich nicht mehr, selbst für einen Mann nicht, verständlicherweise. Die befreite Frau will auch gar nicht mehr in Freiheit lieben, womöglich noch den blöden Mann, sondern sie will ihr Ding machen. Leider ist sie biologisch an ihre Mission gebunden. „Also liebe Gesellschaft, ihr müsst mir diese Aufgabe so weit als möglich abnehmen.“
Wollten wir mehr Liebe in der Welt haben, müssten diese Frauen jetzt bewusst entgegen ihrer Vision leben und lieben. Wie hoch die Chance darauf ist, können wir uns ausrechnen. Ihre Intuition wird sie nicht dorthin führen. Die Kinder dieser Frauen fühlen sich auch nicht mehr als geliebte Menschen, sondern als Produkt ihrer Eltern und sie mussten lernen, sich in der Welt ohne oder mit wohl dosierter Mutterliebe zurechtzufinden. Sie durften das Lernen, sich in der Welt zurechtzufinden, nicht oder nur reduziert mit den Eltern zusammen tun.
Die befreite Frau müsste aus freien Stücken Mann und Kinder lieben. Die freie Frau ärgert sich aber nur noch über den Mann, dass er sie nicht so liebt, wie sie sich das wünscht. Dabei sind die Beiden doch nur eben zwei verschiedene Individuen unterschiedlicher Geschlechter, aber der gleichen Tierart.
Im Vergleich zu früher haben Frauen heute viel mehr freie Valenzen, nutzen sie für Wissensaneignung und auch -anwendung und Freiheitskampf. In ihnen steckt die Energie für die Schwangerschaften, Geburten und Aufzucht von zehn Kindern. Die für acht Kinder ist heute übrig. Sie haben plötzlich viel mehr Möglichkeiten und sie sind ja sowieso im menschlichen Leben die viel flexibleren. Sie füllen die neuen Räume einfach und mit Freude aus. Für sie ist das ja spannend. Dass da der Mann im Wege steht und verdrängt werden muss, ist logisch. Darüber nachgedacht wird nicht. Er muss jetzt dienstbar gemacht werden, domestiziert werden. Da die Frau den arterhaltenden positiven Platz im menschlichen Leben besetzt hat, wird dieses Verhalten weder von den Frauen selbst noch von den Männern wahrgenommen oder hinterfragt. Merkwürdig ist nur, dass die Frauen die wesentlichen Aufgaben zur Arterhaltung doch mehr oder weniger gerne weiter übernehmen, zumindest gerne bestimmen, aber die zusätzliche Arbeit in der Gesellschaft mit Ehrgeiz auch noch übernehmen wollen. Wenn dann die Kraft nicht mehr ausreicht und es zum Burnout kommt, dann ist das Ach und Weh gross. Dabei können sie es oft gar nicht besser oder nennen Sie mir doch Frauen als Staatslenker, von denen wir heute sagen würden, dass sie ihre Staaten herausragend besser gemanaged oder geführt hätten als die Männer (Golda Meir? Margaret Thatcher? Indira Ghandi? Angela Merkel? Christina Fernandez de Kirchner? Theresa May?…) oder als Firmenchefinnen oder -eignerinnen (Frau Schaeffler (Schaeffler)?, Frau Quandt (BMW)?, Frau Ruoff (Schweizer Post)?, Frau Mayer (Yahoo)? …?) oder als Führer von Volksbewegungen (Marine Le Pen? …?). Statt dessen erobern Frauen Berufe wie den Arztberuf und sie tun das ohne Mühe und ohne grosse Gewalt. Sie bewerben sich einfach auf die Medizinstudienplätze, geben die besseren Lernenden ab und sind nachher einfach da, wenn es um die Besetzung von Arztstellen geht. Das lässt sich gar nicht verhindern. Und sie werden auch noch die Professorenstellen und Leitungsfunktionen erobern, weil viel zu wenig männliche Ärzte da sein werden und viele weibliche Ärztinnen. Da muss nicht um Gleichheit, Parität, Quoten oder dergleichen gekämpft werden. Das sind Luftkämpfe. Oder, meine Damen, wollen Sie später von den Männern per Quote herausgedrängt werden? Ist doch lächerlich in beide Richtungen, oder? Vielleicht werden die Männer bei den Leitungspositionen etwas häufiger sein? Aber wer weiss und wäre das schlimm?
Noch pointierter soll es in der Schweiz in der Veterinärmedizin sein. Der Frauenanteil unter den Studenten sei um 90%. Wie viele dieser Frauen werden sich später um die grossen Tiere in der Landwirtschaft rund um die Uhr kümmern, heute ausschliesslich Domäne der Männer? Warten wir es ab.
Frauen wollen heute zunehmend ihren Mann stehen. Was hat das zu bedeuten? Warum wollen Frauen ihren Mann stehen, noch dazu, wo sie den Mann doch eigentlich eher als minderwertig und unmoralisch betrachten? Natürlich spricht nichts dagegen, dass die Frauen die gleichen Fehler machen dürfen wie die Männer. Dieses Recht sollten wir Männer ihnen geben. Solange Frauen dieses Recht nicht haben, werden sie darum kämpfen. Wir fragen nicht nach Recht, sondern nach Sinn! Gleichheit ist sowieso nur ein Irrtum, eine unerreichbare, weil offenbar von Gott und/oder der Evolution schlichtweg nicht vorgesehene, Fiktion.
Frauen befinden sich oft auf der „Leistungsseite“ des Lebens, der Gesellschaft, der Familie, der Beziehung. Wir Männer tun auch eine Menge und die Frauen nehmen es oft gar nicht wahr. Aber doch: Die Eigenschaften der Frauen machen aus ihnen eine Leistungsgruppe. Da wird es verständlich, dass irgendwann der Wunsch, der Hang und schliesslich der innere Druck nach Verbesserung, Aufwertung, Entlastung so gross wird, dass Feminismus entsteht. Und da es am einfachsten ist, sich zu vergleichen, vergleicht sich die Frau mit dem Mann und will zumindest Ebenbürtigkeit, gleiche Rechte, gleiches Geld für gleiche Arbeit, Selbstbestimmungsrecht, … Warum sollten Frauen diese Rechte ganz unabhängig von den Verhältnissen bei den Männern nicht tatsächlich haben? Dumm von mir gefragt, denn sie vergleichen sich ja mit den Verhältnissen bei den Männern und eine Stellungsbestimmung der Frau ohne Vergleich (zum Mann) ist schon gedanklich schwierig. Wir tun hier etwas, was eigentlich nicht geht. Zumindest wahrnehmen sollten wir das, damit wir nicht einfach glauben, man könnte das durch eine andere Regelung besser machen. Hier treffen wir wahrscheinlich schon wieder gleich auf eine ganze Reihe von biologischen Naturregeln?
Dieses Vergleichen mit dem Mann, um die Macht oder zumindest um die Gleichstellung (oft ja auch „Gleichheit“ genannt) ringen, macht die Frau immer mehr zum Mann. Damit wird der Feminismus eigentlich zum Antifeminismus. Die Frau wird nicht zur selbstbestimmten Frau, sondern zum Möchte-gern-Mann. Das ist so ziemlich das Schlimmste, was eine Frau werden kann. Warum wollen Frauen unbedingt Männer werden?
Es gibt drei Gruppen von Frauen:
Eine Gruppe von Frauen lebt ganz in der Familie, ganz für die Kinder, vielleicht auch noch ganz für den Mann. Beide leben als „Mutti und Vati“ (klassische protestantische Familie).
Die gebildete Frau, die mit Freude ausserhalb der Familie alles an Bildung und Kultur mitnimmt, die ihren Mittelpunkt und Sinn zuhause im Nest bei Kind und Mann hat, die aber nun alle Männer und Arbeitgeber zwingt, ihr einen Arbeitsplatz zu bieten, wie sie ihn will (Pensum, Verteilung auf Tag und Woche, Position etc.). Da müssen plötzlich auch Führungspositionen abgespeckt werden, dass sie halbtags möglich sind und auch ohne Vision und ohne Vollengagement. Die Frau ist Mutter und Jobber und auch noch ein bisschen Ehefrau oder Partnerin. Meist ist genug Geld da, dass man das Leben eben mit vielen interessanten Dingen füllen kann. Frau als Frau und Mann als Mann? Im Versuch, ewig jung und attraktiv zu bleiben. Versuchter Lebensentwurf: Alles, was möglich ist, noch in mein Leben zwängen.
Schliesslich die Vollzeitjobberin, die Möchte-gern-Mann. Sie steht ihren Mann im Beruf, aber sie ist keine Mitte mehr, allenfalls noch für sich selbst. Sie wohnt noch irgendwo, aber ist kein Zuhause mehr für einen Mann. Sie lebt nun allein, befriedigt oder unbefriedigt, wechselt von Mann zu Mann, hat keine Kinder oder wenn doch, dann von einem früheren Mann, beschäftigt sich mit ihrem Körper und mit den Dingen, wird vielleicht lesbisch? Sie wird eher zum „Es“, zum Ding und verliert sich als Frau.
In Gesprächen und Auseinandersetzungen mit Frauen kam sehr oft und sehr früh das Argument „Jetzt verallgemeinerst du aber!“ Recht hatten diese Frauen alle. Viele Jahre habe ich immer wieder zu ergründen versucht, was das Zusammenleben von Frau und Mann so prickelnd, so liebenswert, so angenehm macht, solange der Mann nicht … Und ich habe mich offenbar sehr viele Jahre sehr genau an die Bedingungen gehalten, bis auf wenige Ausnahmen. Die Bedingung ist: Du kannst ruhig unmoralisch sein in Bezug auf mich (die Frau, die Mitarbeiterin, die Geliebte, die Ehefrau), aber tu was ich will (und zwar ohne, dass ich es Dir sagen muss) und verschaffe mir immer ein gutes Bauchgefühl, ein Körperwohlgefühl, ein entspanntes Lebensgefühl. Ich hatte es leicht. Ich war immer unangefochten automatisch in der Führungsposition. Bei gleicher Position oder gar umgedrehten Verhältnissen würde es sicher komplizierter. Unsere Gene sehr wahrscheinlich und unsere Prägung möglicherweise sind gegen unsere derzeitigen Ziele? Das wäre ja nicht schlimm. Das macht Wandel aus und Wandel gehört zum Leben. Die Frage ist nur, ist das was wir vor uns haben als Lebensentwurf dem Menschen gemässer oder nicht?
Das Verallgemeinern verbaten sich die Frauen wie gesagt immer ganz schnell. Dabei sind sie nun mal Frauen und ich gehöre zu den Männern und es gibt eine Menge, was Frauen gemeinsam haben und wir Männer natürlich auch. Und die Zuhilfenahme der Schublade „Frau“ und der Schublade „Mann“ macht Nachdenken einfacher, effizienter. Ich konnte mich viel tiefer in das Frausein und Mannsein hineindenken. Aber vielleicht nahmen die Frauen das als Gefahr wahr? Ich hatte manchmal den Eindruck: Genau das wollten sie nicht. Das verunsichert Frauen noch mehr. In gewissen Situationen fühlten sie sich gebauchpinselt, aber oft in Frage gestellt. Gleich sein mit anderen Frauen, in der Motivation und Lebensführung erkannt sein, bloss das nicht. Natürlich gibt es auch Frauen, die nicht so sind, zum Beispiel die Möchte-gern-Männer oder Halbmänner. Aber, meine sehr verehrten Damen, verallgemeinern heisst ja, dass wir es nicht als für alle gültig ansehen, sondern nur allgemein. Sie im speziellen gehören natürlich nicht dazu. Sie dürfen sich da herausnehmen. Wir denken ja nur nach, wir (ver)urteilen nicht (Hoffentlich, denn ich bin ja auch nur Mensch).
Aber wenn wir andere Themen besprachen, dann war es unbedenklich völlig normal, von „den Männern“ zu sprechen, der Schublade „Mann“. Und Männer haben natürlich vieles gemeinsam. Und die Frauen haben dann natürlich auch leicht einen abfälligen Haken an die Schublade gemacht „ Kannst du sowieso vergessen! Zu nichts tauglich!“. Hier geht es also gar nicht um „Gleichstellung“, hier geht es um „Interessenverwirklichung“, um Macht, um Egoismus. Ist diese Erkenntnis etwas Besonderes? Und leider haben viele Männer sehr leichtfertig Frauen negative Gefühle bereitet, die jetzt mit diesem Urteil über Männer verbunden sind. Dieses Urteil werden wir nicht so schnell revidieren. Männer, da werden wir lange Zeit und viel Energie dafür einsetzen müssen. Planen wir mal ein paar Jahrhunderte dafür ein. So mal eben in einer Diskussion alle Frauen vom Gegenteil überzeugen? Vergessen wir es.
Wir leben heute im Wettstreit mit den Frauen. Dahinter kommen wir nicht wieder zurück. Männer, da müssen wir uns sehr anstrengen, wenn wir besser werden und erst recht besser sein wollen als die Frauen!!! Männer aber können mit Konkurrentinnen nichts anfangen. Es ist wie im Sport. Da lässt man auch Frauen und Männer nicht gegeneinander antreten. Dafür gibt es gute Gründe. Im täglichen Leben gilt das eigentlich genauso. Da viele Frauen in dieser Hinsicht intuitiv die Konkurrenz zum Mann suchen und ihre Intuition nicht hinterfragen, nehmen sie das gesellschaftliche Problem gar nicht wahr. Damit verbundene Schmerzen führen zu einer Schuldzuweisung an den Mann und damit scheint das Problem erledigt. Jedoch, der Schein trügt.
Frauen braucht unsere Gesellschaft als liebendes Geschlecht. Da sind wir von den Frauen heute nicht unabhängiger als vor hunderttausend Jahren. Wenn die Frauen nicht mehr bereit sind, diese Rolle zu übernehmen, wird unsere Gesellschaft viel ärmer. Frauen wollen sich anlehnen, Männer wollen und sollen grösser sein und führen. Nur dumme Männer schlagen und wenden Gewalt an. Oft wird Alkohol im Spiel sein, nicht selten auch andere Drogen? Es wäre einmal interessant zu wissen, wie viele häusliche und nächtliche Gewaltdelikte ohne Alkohol- oder Drogeneinfluss passieren. Gewalt nicht anzuwenden, setzt aber voraus, dass die Männer verbal oder mit anderen Mitteln die Wirkung auch erzeugen können und dass sie Selbstbeherrschung gelernt haben. Das ist Sache der Eltern. Da ist zu mindestens 50 % die Mutter (eine Frau) beteiligt. Viele Frauen, die im gesellschaftlichen Leben und im Beruf vorankommen und Ehrgeiz haben, werden aber so selbstbewusst und überheblich, dass sie die Männer verächtlich und abschätzig betrachten. Nicht wenige Frauen haben die Männer regelrecht als Feinde entdeckt. Dafür gibt es ja auch wirklich Gründe, die wir Männer zu verantworten haben. Die heterogeschlechtlichen Beziehungen werden dadurch schwieriger. Aber, meine sehr verehrten Damen, wer ist als Ersatz da, der Sie lieben könnte? Nur die Kinder. Wollen Sie die Frau-Kind-Welt (ohne Mann?). Viele Frauen haben diese Welt doch schon, als Alleinerziehende mit den Kindern. Wir werden langfristig nur menschlich miteinander zusammen leben können, wenn wir jeweils die eigenen Möglichkeiten und die des Anderen kennen und entwickeln und angemessen nutzen. Zumindest angemessene Achtung gegenüber dem jeweils Anderen dürften wir hegen. Wenn es Liebe und Toleranz wären, wäre unsere Gesellschaft und unser Heim vielleicht noch um einiges reicher? Sonst ersticken wir im Egoismus, der uns zu reinen Tieren macht.
Gebildetere Frauen haben es schwerer, Männer zu finden. Seit Jahren höre und lese ich diese Klage. Die in genetischen Zeiträumen und erst Recht in geprägten Zeiträumen eingeübten Handlungsweisen lassen eher den Mann dominieren und die Frau Zurückhaltung üben um des Nachwuchses willen. Plötzlich haben Männer gleich selbstbewusste oder sogar selbstbewusstere Frauen neben sich als sie selbst Mann sind. Das wird schwierig. Lehnt eine Frau sich an einen Mann, den sie als untergeordnet, weniger gebildet, wenn nicht gar ungebildet, unerzogen und dumm hält? Sicher nicht. Früher waren da die Verhältnisse einfacher, geordneter. Jetzt müssen wir uns den geänderten Verhältnissen anpassen. Jetzt müssten sich Frau und Mann sowie Mann und Frau gegenseitig lieben um der Person willen, weil sie gegenseitig sind wie sie geworden sind. Bisher freute sich die junge Frau auf den Prinzen, der sie erlösen würde und mit ihr ihre Mission erfüllen würde. Er himmelte sie an, weil sie ihm treu ergeben und hilfsbereit, wenn nicht gar hingebungsvoll war. Nun wird sie ihn gar nicht mehr brauchen, aber trotzdem wollten beide einander lieben, obwohl sie seines Schutzes und seiner Hilfe gar nicht mehr bedarf? Sein Schutz, er selbst, wird überflüssig. Wie soll das funktionieren?
Benutzen nicht eigentlich die Frauen inzwischen unser Rechtssystem im Kampf um die Macht zwischen den Geschlechtern im selben Sinne, wie sie es den Männern vorwerfen? Quotenfrauen und Quotenmänner sind doch in Politik und Wirtschaft ein Unding. Zeigt nicht allein die Idee schon die Dummheit? Frauen erobern sich ihre Lebensräume ohne Probleme. Das sehen wir sehr eindrücklich in der Medizin. Auch in Orchestern sieht man das. Ihre Fähigkeiten katapultieren die Frauen in diese Stellungen und das ist doch angemessen?! Warten wir noch zehn bis zwanzig Jahre, dann haben die Frauen auch die Chefarztpositionen eingenommen (kampflos, denn es gibt gar keine Männer, die sie ihnen streitig machen wollten und könnten). Das ist nur eine Frage von Ausbildung, Zeit und Demographie. Auch die Zahl der Dirigentinnen wird so zunehmen. Vielleicht wird die Leitung etwas häufiger in männlicher Hand bleiben. Wäre das so schlimm? Könnte es vielleicht Gründe dafür geben, die in der Unterschiedlichkeit von Mann und Frau liegen und wäre das ein Problem?
Ist die Forderung nach Quoten nicht weiblicher Egoismus und männliche Dummheit? Diese Männer haben die Zeit noch gar nicht erkannt. Sie unterschätzen die Fähigkeiten der Frau bei Weitem. Die Industrie hat die Frauen drei Jahrhunderte lang billig in den Manufakturen und Fabriken verheizt. Und die liessen es mit sich machen. Denn ihnen fehlte die Bildung und die Frauen sahen ihren Sinn nicht in der Arbeit, sondern in der Familie. Die zu Bildung gekommenen Frauen sind ein ganz anderes und neues Potenzial. Sie werden die Gesellschaft in ihren Besitz nehmen. Männer, zieht Euch warm an. In Zukunft besteht die Gesellschaft nur noch aus Waschlappen oder Diktatoren (ehemals Männer) und denen, die die Männer mit deren eigenen Mitteln verdrängt haben (früher nannte man sie Frauen; weibliche Geschlechtsorgane tragen sie noch immer). Frauen werden bald gleicher sein als die Männer.
Wir müssen heute die Sichtweise differenzieren. In den verschiedenen Epochen und Ländern und Kulturen bestanden und bestehen erhebliche Unterschiede. Man kann die eine Gruppe zusammenfassen als die westlichen Länder. Dann finden wir Länder oder Volksgruppen, die islamisch geprägt sind. Ferner gibt es die Länder Afrikas (die allerdings untereinander auch zu differenzieren wären (Ostafrika und Westafrika z.B.) Die menschenreichen asiatischen Länder sind eine Gruppe, auch Russland und seine Einflussgebiete, Südamerika…
Vieles, was wir hier bedenken, zwischen Frau und Mann, in der Politik und in den Religionen und sicher noch in vielen anderen Gebieten, dürfen wir nicht als in eine Schublade gehörend betrachten. Da führen uns nur sehr differenzierte Betrachtungen weiter, die den hiesigen Rahmen bei Weitem sprengen würden. Wichtig sind diese Differenzierungen gleichwohl. Ich betrachte die Welt natürlich aus den Augen eines männlichen Westeuropäers.
Zur Zeit des Liberalismus vor zweihundert Jahren hiess es: Kampf um die Gleichheit der Möglichkeiten, nicht um die Gleichheit an sich. Und er schloss Frauen aus. Gott und/oder die Evolution haben Frauen und Männer ungleich geschaffen. So ist es menschlich gar nicht möglich, die Möglichkeiten von Frau und Mann anzugleichen. Wahrscheinlich wird deshalb heute an dieser Stelle so viel Gewalt angewendet, selbst die gewaltlose Gewalt. Ist das alles sinnvoll?
In den westlichen Ländern ist die Gleichstellung von Frau und Mann weit fortgeschritten. An nicht wenigen Stellen besteht bereits Anhalt für Überreaktion, die ja häufig ist in solchen Auseinandersetzungen. Ich bin nicht sicher, ob es wirklich mehr Gleichstellung braucht oder ob es nicht eigentlich mehr Achtung der Frauen durch die Männer, mehr Verständnis und Rücksichtnahme der Männer gegenüber Frauen braucht, man könnte auch „Liebe“ sagen. Den Äusserungen vieler danach befragter Frauen folgend, glaube ich, die meisten Frauen wären damit sehr zufrieden. Die Sucht nach Geltung, Einfluss, Geld und Macht ist eigentlich nicht besonders weiblich, eher indirekt und da gilt die Achtung und Rücksichtnahme auch umgekehrt, der Frauen für die Männer. Wollten wir wirklich eine menschlichere Gesellschaft mit Frauen und Männern formen, wäre nicht der Weg mit mehr Rücksichtnahme und Liebe der Männer gegenüber den Frauen und umgekehrt wahrscheinlich der angemessenere?
In anderen Ländern und Kulturen und Religionen pflegt man ein anderes Bild vom Menschen, von Mann und Frau. Da entstehen Probleme, die die Menschen in diesen Kulturen miteinander aufarbeiten und klären müssen. Das kann nicht ein Dritter von aussen für sie tun. Sie sind selbst verantwortlich. Als Frau im Islam zu leben, kann ich mir nicht vorstellen. Aber ich bin auch Mann und nicht Moslem. Als Frau in Indien? Ich betrachte das von aussen. Der Westen und allen voran die USA haben schon versucht, per Gewalt im Osten Frieden und Demokratie zu bringen und haben doch am Ende nur Chaos und Krieg und hohe Kosten verursacht. Die Frauen und noch wichtiger die Männer werden auch in diesen Regionen diese Entwicklung selbst vorantreiben müssen und bestimmen. Von aussen kann man da nur sehr behutsam und vorsichtig oder gar nicht wirken. Frauen sind Menschen! Sie sind nicht Besitz wie ein Auto, ein Haus oder ein Hund. Es scheint, dass das in verschiedenen Kulturen (Ideologien, Religionen, Traditionen …) erst langsam zu Bewusstsein kommt. Besonders Männer sind mit der Verarbeitung dieser Erkenntnis in ihre Weltanschauung, ihr Leben und ihre Handlungsweise noch Jahrhunderte zurück. Mein Eindruck ist, dass auch die Frauen unter diesen Verhältnissen dort die Änderung noch schaffen werden. Das wird sicher einige Generationen dauern. Aber ob die Entwicklung wirklich zurückzudrehen geht? Auch diese Frauen werden gegen Ende die gleichen entgegengesetzten Probleme haben wie die im Westen jetzt schon. Denn auch sie sind von Gott und/oder der Evolution eigentlich bevorteilt. Und vielleicht unterscheiden sich ja auch deren Lösungen von den im Westen gefundenen in mancherlei Hinsicht? Aber wie die Aufnahme der DDR in die westdeutsche Bundesrepublik Deutschland zeigte, theoretisiert das Volk nicht, sondern es schaut ab. Neue Formen und Strukturen schaffen ist viel schwerer als „Ich will das auch!“.
Der Umgang mit Frauen ist also auch ein Weltanschauungskrieg, ein Religionskrieg. Das stimmt sogar dort, wo Menschen ihren Glauben (Unglauben) gar nicht für Religion halten oder mit Religion in Verbindung bringen. Die Stellung der Frau wird sich nur ändern, wenn sich die Weltanschauung und Religion ändern. Die Frauen (und Männer)-Frage steht in einem grossen Zusammenhang.
Gleichberechtigte Frauen töten Kavaliere. Meine sehr verehrten Damen, wollen Sie das? Überlegen Sie sich das gut.
Als Reaktion auf das Infragestellen der Frauenbewegung wird es nicht heissen: „Frauen zurück an den Herd“. Geschenkte Freiheit wollen wir nur einschränken, wenn das sinnvoll erscheint. Hinter diese Entwicklung wollen wir nicht wieder zurück und inzwischen würden wir das auch als „rückschrittlich“ empfinden. Kinder und Hausarbeit managen resp. machen die Frauen ja sowieso. Männer, denkt nach! Gebraucht Euren Verstand. Das tun Frauen viel weniger. Denkt nach, wie man in der Ehe, Beziehung, Familie und Gesellschaft besser zusammen leben kann. Sinnt Euren Frauen nach. Sie sind es Wert!
Die Frauenbewegung gleicht in Vielem den Gewerkschaften oder Freiheitsbewegungen (bitte nicht negativ sehen; wir kommen später noch dazu). Durch das Geschlecht ist die Mitgliedschaft sofort begrenzt und festgelegt. Jede Frau muss sich im Prinzip heute entscheiden, dafür oder dagegen zu sein. Natürlich sind die, die dafür sind „progressiv“ und jene, die dagegen sind, sind „rückständig“. Muss man diese Bewertung nicht in Frage stellen?
Gewerkschaften entstehen nur da, wo ein Arbeitgeber als Feind identifiziert wurde. Freiheitsbewegungen entstehen dort, wo Menschen sich ihrer Freiheit beraubt fühlen. Genauso ist es heute mit der Frauenbewegung, die den Mann als Feind erkannt hat. Wenn Menschen nach Gerechtigkeit rufen, dann zeigen sie damit an, dass etwas schief gelaufen ist im Miteinander. Zumindest nach der Ursache suchen sollten wir. Eine Lösung ist nicht selbstverständlich, aber natürlich wünschenswert.
Nun haben wir also in unseren Beziehungen Verhältnisse wie die zwischen Arbeitgeber und Gewerkschaft oder Unterdrücker und Freiheitskämpfer. Das ist erotisch. Das ist friedens- und liebesförderlich. Das schafft ein Wir-Gefühl zwischen Frau und Mann! Meine sehr verehrten Damen, glauben Sie das wirklich? Sind Sie noch Frau, das Geschlecht, das sich nicht zu Unrecht als das liebende Geschlecht empfindet? Meine lieben Männer, lässt es sich mit einer Gewerkschafterin oder Freiheitskämpferin in der Beziehung wirklich gut lieben und leben? Wollen Sie in dieser Atmosphäre Ihre Kinder heranwachsen lassen? Leider gibt es heute nicht mehr viele Frauen, die nicht entweder Frauen-Gewerkschafter sind oder zumindest Fans oder Sympathisanten oder auch nur nach aussen unbemerkt infiziert sind.
Frauen glauben, dass sie die Liebe persönlich sind. Männer glauben, dass sie stark und siegreich sind. Beide irren.
Frauen müssen sich jetzt emanzipieren. Wie unattraktiv, wie menschenverachtend. Sie werden per Demographie demnächst die Führung übernehmen. Frauen sind deutlich gegenüber den Männern im Vorteil. Sie sind viel flexibler, dem Leben und dem Leben-Schenken viel näher. Sie sind im Lernen und Versorgen viel besser. Ihnen fehlt es an physischer Kraft, an Orientierung, an Kampfgeist, an Abstrahierungsfähigkeit. Aber das sind wenige Attribute, die in unserer Zeit noch zählen. Das machen die Maschinen. Mann ade. Eine frauendominierte Gesellschaft findet man bei den Hyänen (bitte nicht negativ belegen). Schauen sie sich mal Videos von Forschern an (You tube oder anderswo. Die Forscher zeigen es). Das ist ganz interessant. Liebe Damen: Wollen Sie so eine Gesellschaft?
Der Egoismus der „fortschrittlichen“ Damen ist nicht besser als der der vergewaltigenden Männer! Bei den Damen ist er nur versteckter und sie können sich leicht als Opfer deklarieren und sie begehen damit keine Straftat. Opfer sind immer schuldlos, offensichtliche Täter sind immer schuldig. So einfach ist das. Die Karrieregeilheit der Männer wird angeprangert, aber bei den Frauen wird sie als „progressiv“ unterstützt. Natürlich haben Frauen das Recht, die gleichen Fehler zu machen, die die Männer über Jahrtausende gemacht haben und die wir jetzt als unmenschlich, strafbar und unmoralisch betrachten. Nur, deswegen werden diese Fehler jetzt nicht richtiger. Nur weil Frauen jetzt ihren Egoismus verwirklichen, wird der nicht weniger egoistisch.
Vielleicht gibt es die Frauenbewegung gar nicht wegen der Ungerechtigkeit und als Befreiungsbewegung? Vielleicht hatten die Frauen bisher nur alle Kraft in die Fortpflanzung zu stecken, so dass nichts übrig blieb? Seit der Erleichterung der Frauenarbeit in der Familie, seit die Kindersterblichkeit sank und weniger Kinder nötig sind zum Überleben einiger weniger, haben Frauen viel mehr Valenzen frei. Deshalb erobern sie sich die Gesellschaft und der Mann wird domestiziert. Wird er damit nicht auch zur Randerscheinung gemacht? Gerechtigkeit, Gleichheit zum Mann nur ein Mittel zum Zweck, eine Etappe? Wobei ich nicht sicher bin, ob Frauen wirklich so zielstrebig, gezielt, berechnend, vorgehen. Ist das nicht einfach ein (biologischer?) Vorgang in den Frauen? Plötzlich sind überschüssige Reserven frei?
Bedenken wir noch einmal: Bis vor hundert Jahren haben die meisten Frauen 5 bis 15 Geburten in ihrem Leben absolviert und deren Leben war kürzer als unseres heute. Was hat das noch neben der Kinderaufzucht und bei Mangelernährung die Frauen an Kraft und Energie gekostet? Wie effektiv ist solch ein Frauenkörper gebaut, dass er das alles aushielt? Wen wunderts, dass heute viele Frauen in der zweiten Lebenshälfte unabänderlich an Gewicht zunehmen? Ihr Körper hat gegenüber früher einfach viel mehr Reserven. „Frauenpower“! Irgendwohin muss die ganze weibliche Kraft ja. Auf alte Weise wird sie heute ja kaum noch verbraucht. (Es war nur so ein Gedanke. Wir sind in unseren Interpretationen ja immer viel zu festgelegt und verbleiben danach in unseren eingefahrenen Spuren. Vielleicht sind die Zusammenhänge doch ganz anders als wir bisher dachten?)
Was sind wir doch für ein verrücktes Volk, dass wir die wichtigste Aufgabe, die an unseren Kindern, so wenig Wert schätzen, die Arbeit draussen irgendwo in der Welt gegen Geld aber für so wichtig? Wir Männer müssen’s, aber warum Frauen??? Nur, um überschüssige Energie los zu werden?
Männer müssen zumindest lernen, Frauen zu achten. Frauen geben sich hin, viele inzwischen aber eben auch nicht mehr. Wir verlieren derzeit viel Menschsein, viel zwischenmenschliche Beziehung.
Die Frau wurde von Gott und/oder der Evolution ohne deren Einverständnis oder Einfluss zum Leben Spenden in einem umfassenden Sinn ausgewählt (nicht nur zum Kinderkriegen). Dieses riesige Geschenk empfinden die Frauen als Nachteil. Das ausgerechnet in einer Zeit, wo die Arbeit in der Wohnung und Küche und mit den Kindern durch viele Hilfsmittel leichter wurde als früher. Das ist doch widersinnig. Warum sollen Frauen nicht ihren Sinn auch ausserhalb der Familie finden? Aber man muss doch nicht gegen den Sinn im eigenen Leben dauernd protestieren und ankämpfen? Und leider wird die Schuld oft im Sinne des psychologischen Begriffes „Übertragung“ auch noch auf den oder die Männer übertragen. Männer sind weder Gott noch Evolution. Bitte, meine Damen, wenden Sie sich an die richtige Adresse! Wir Männer tun Ihnen leider oft weh, aber deshalb sind wir noch nicht gleich an allem Schuld!
Wenn die Annahme stimmt, dass die Rollenverteilung in der Menschheit von Gott und/oder der Evolution über sehr lange Zeiträume genetisch so festgelegt wurde, dann werden es die Frauen (und entsprechend auch die Männer) schwer haben, sich in überschaubaren Zeiträumen wesentlich zu ändern. Das müssen wir dann als biologische Naturregel begreifen. Warum dann die Kämpfe gegen diese Naturregel? Ist es nicht sinnlos? Meine Damen, überlegen Sie sich das gut, ob Sie das ganze menschliche Leben verantworten und managen wollen und dann nur noch Kinder um sich haben (denn der Mann steckt dann auch in einer Kinderrolle).
Die 68er haben mit einer grossen Denk- und Handbewegung alles vorher gedachte und gelebte mal eben sehr kraftprotzend in die Mülltonne gekehrt. Könnte es vielleicht sein, dass Gott und/oder die Evolution über die vielen Jahrtausende auch hier ein Optimum oder zumindest nicht die schlechteste Version des Zusammenlebens und Zusammenarbeitens von Menschen haben Wirklichkeit werden lassen? Vielleicht ist gar nicht alles Althergebrachte so schlecht, wie die 68er es bewerten? Auch diese Möglichkeit sollten wir bedenken und für sie offen sein. Die 68er-Bewegung war ja eine Reaktion auf das Schweigen der Elterngeneration, die als Volk zu den Mördern oder Unterstützern oder zumindest nicht Widerstand Leistenden im zweiten Weltkrieg gehörte. Und in dieser Situation Fragen zu stellen oder des Temperamentes wegen auch weit darüberhinaus zu schiessen, können wir ja verstehen. Dafür gab es gute Gründe. Und der 68er-Bewegung nach zu denken, bringt neue Erkenntnisse, die uns auch heute nicht schaden. Allerdings müssen wir auch eingestehen, dass wir „gute(?) Gründe“ finden, wenn wir den Ideen und Wünschen und Träumen der Elterngeneration nachgehen, die zu den Mördern oder Helfern oder Duckmäusern wurden.
Wenn ich heute sehe, wie kritiklos, wie überschwänglich, wie hingebungsvoll die junge Generation der digitalen Ideologie folgt, dann kann ich nur hoffen, dass sie weniger tödlich wird als die Nazi-Ideologie damals. Anders als die Gross- oder Urgrosseltern ist die junge Generation heute auch nicht.
Meines Erachtens müsste unsere Gesellschaft den Mann in den Mittelpunkt stellen. Der wird jedoch derzeit moralisch fertig gemacht und hinter Gitter gebracht. Die Frau, die sowieso schon im Mittelpunkt steht und die Moral verkörpert, wird auch noch dauernd hofiert und bevorzugt. Diese Bevorzugung ist richtig wie seit Tausenden von Jahren bei Frauen, die sich ihrer weiblichen Lebensaufgabe widmen und sich entsprechend verschenken. Diese Frauen brauchen die Bevorzugung auch unbedingt. Sie sind es Wert.
Aber der Mann wird derzeit von vielen Möchte-gern-Männern (zugleich Recht-habe-Frauen) und den Maschinen, die er selbst geschaffen hat, an die Seite gedrängt. Viele wissen keinen Lebenssinn ausser egoistischer Selbstdarstellung und -bereicherung mehr. Das Zusammenleben mit den Möchte-gern-Männern muss erst entwickelt und verinnerlicht werden. Sollen Männer sie jetzt als Frauen oder als Männer auffassen? Welche Rolle dürfen Männer jetzt daneben überhaupt noch spielen? Sind sie jetzt wertlos? Plötzlich sollen sie sich unterordnen? Männer müssen sich dem von Frauen provozierten Wandel anpassen. Frau und Mann werden sich in grossem Masse gegenseitig verlieren. Die wachsende Anzahl von Single-Haushalten zeigt die Entwicklung bereits an. Meine sehr verehrten Damen: Die männliche Gedankenwelt, die Prägung, die Gene ändern… Ein paar Tausend Jahre Zeit dafür geben Sie uns doch sicher mindestens oder?
Wie ich soeben schrieb. Ich denke, eigentlich müsste der Mann in den Mittelpunkt unseres Interesses gerückt werden. Aber die Weltsicht des Mannes (wir werden es später noch beleuchten) ist geprägt von einer dinglichen Betrachtungsweise. Der Mensch ist eine Maschine, vielleicht noch mit einer Psyche (die aber eigentlich auch als Maschine aufgefasst wird, nur schwerer zu verstehen ist). Eine Maschine kann ich benutzen (vergewaltigen oder anderweitig missbrauchen), kann sie vermessen, verbessern, umkonstruieren, reparieren usw. Der Mensch (und eben auch die Frau) ist für den Mann im Wesentlichen ein Ding. Die weibliche Sicht der Dinge ist eine persönliche, eine Du-, eine Wir-Beziehung. Frauen sind rücksichtsvoller, liebender, zuhörender, verantwortungsbewusster, nachhaltiger, selbstloser. Die Dinge sind Dinge zum Gebrauch, zum Leben, auch zum Geniessen(!), aber die Kinder sind Menschen und der Mann ist der grosse unbekannte Mensch. Die weibliche Betrachtungsweise der Welt und des Menschen ist ziemlich unter die Räder gekommen. Die Frauen versuchen, die männliche Sicht und Position zu übernehmen und mühen sich damit vergeblich ab. Statt dessen sollten die wieder im Mittelpunkt stehenden Männer sich bemühen, die weibliche Philosophie (Die Frauen empfinden sie nicht einmal als weiblich. Diese Sicht ist einfach selbstverständlich. Anders geht das doch gar nicht.), diese Lebensphilosophie zu integrieren. Diese Philosophie macht Menschen menschlich, schafft Lebensfreude und verbindet. Die Philosophie der Männer schafft unglückliche (missbrauchte) Frauen, Geräte, die die Ressourcen unserer Erde aufbrauchen, Kommunikationsmittel, die unsere Kapazitäten überfordern, Suchtmittel, die unser Leben kaputtmachen und Ziele (im Universum), die unsere menschliche Physiognomie bei Weitem überfordern werden, ganz abgesehen von den vielen tötenden Waffensystemen um uns herum. Männer, wir müssen uns doch gegenüber den Frauen in Grund und Boden schämen!? Dürfen wir uns überhaupt „Menschen“ nennen? Sind wir nicht eigentlich Teufel?
Wir brauchen viel mehr Chaos, vielmehr Freiheit, vielmehr prinzipienlose Liebe in unserer „heilen“ Welt. Wir brauchen viel mehr „Frau“ als „Mann“. Ob die Ausrufung eines Matriarchats als Ablösung des Patriarchats menschlicher wäre und nicht nur genau diese Verhältnisse zementieren und lediglich einen Wechsel der Figuren bedeuten würde? Nein, unsere Welt braucht den Einfluss der Frau als Frau und nicht als Möchte-gern-Mann und den Mann als zielstrebigen Akteur mit mehr weiblicher Philosophie.
Die Männer brauchen auch wieder mehr Frauen, die ihre Männer hingebungsvoll lieben. Wer soll es denn sonst tun? Frauen wollen in den Familien und in der Gesellschaft nicht mehr von den Männern zur Liebe erpresst werden. Männer, haben diese Frauen nicht völlig Recht? Müssen wir uns nicht zutiefst schämen? Spannend wird, wie viel Liebe in den befreiten Frauen noch ist. Zum Vögeln und eventuell Kinder zeugen ja, aber danach? Zwischen den befreiten Geschlechtern wird Liebe noch wichtiger als zuvor. Männer, legen wir uns ihnen zu Füssen.
Wenn wir immer weiter auseinanderdriften, … Die vier Jahre verliebt sein haben Gott und/oder die Evolution in uns genetisch verdrahtet. Aber danach? Wir wollen noch weitere 60 Jahre auf dem gleichen Globus leben, wollen noch 60 Jahre Heimat haben, unseren Kindern Heimat geben und kämpfen doch jeder gegen jeden? Denn jeder begrenzt die Freiheit, die Rechte und die Möglichkeiten des Anderen. Wie soll Beziehung, wie Ehe, wie Zusammenleben funktionieren, wenn jeder gegen jeden kämpft?
Leider hinterlassen wir unseren Folgegenerationen eine zunehmend kaputte Beziehung zwischen den Geschlechtern, einerseits verursacht durch den Despotismus der Männer in den letzten Jahrhunderten, andererseits durch die weibliche Reaktion in Form einer breiten Gewerkschaftsbewegung (Opposition). Jetzt steht Egoist gegen Gewerkschafterin. Liebe Nachkommen, verzeiht uns und unseren Elterngenerationen das bitte. Eigentlich hättet Ihr eine bessere Gesellschaft vererbt und übergeben bekommen sollen.
Wir könnten natürlich auch darüber nachdenken, ob unsere Entwicklung generell weg von den Geschlechtern, vom Körper, vom Menschsein geht. Die Leiblichkeit haben wir schon ziemlich verbannt. Der Mensch, das ist am ehesten sein Verstand, seine Verantwortlichkeit und damit seine Schuld, „Gut-Sein“ entgegen den fleischlichen Bedürfnissen, aber doch die Wünsche und Bedürfnisse des Körpers über alles stellend, eigentlich nicht mehr richtig Frau, aber auch nicht richtig Mann, irgendetwas dazwischen. Der Mensch in der Entwicklung seiner selbst zu einem „Es“? Wissenschaft, Medizin, Politik und andere verstehen ihn ja schon zu sehr wesentlichen Teilen als Maschine, also einem Ding, einem Es. Wir sind in der Entwicklung schon viel weiter fortgeschritten als uns lieb ist. Wir haben es nur gar nicht gemerkt? Menschlich?
Und doch: Die Entwicklung der westlichen Gesellschaft hat auch zu einer Art Menschwerdung der Frau geführt. Frauen sind nicht mehr nur eine Ware, für die der Bräutigam bezahlen muss und die ihm dann gehört. Männer können Frauen nicht einfach gebrauchen oder missbrauchen. Das halte ich für eine sehr wertvolle Entwicklung der letzten Jahrhunderte und besonders Jahrzehnte. Dahinter möchten wir nicht wieder zurück. Es ist manchen Religionen, Traditionen und Kulturen zu wünschen, an dieser Entwicklung aktiv teilzuhaben, nicht gezwungenermassen. Aber da wird es ein Optimum geben. Die Entwicklung darüber hinaus, beide Geschlechter zu Maschinen, zu Dingen zu machen, entbehrt des Sinns. Frauen sind auch dabei, an Menschsein zu verlieren. Selber nehmen sie es nicht wahr. Wir selbst betrügen uns ja in aller Regel um unsere eigenen realitätsnahen Urteile. Vielleicht sehen es andere (hier die Männer) besser? Werden und bleiben wir wachsam und nachdenklich.
Männer, achten wir immer darauf, dass wir liebevolle Damen um uns haben. Das erfordert heute aber allen Einsatz unsererseits.

 

Recht und Gerechtigkeit:

Wenn Gott und/oder die Evolution den Menschen schufen, um nicht alleine zu sein (wir wagen uns mal, so aus der Immanenz in die Transzendenz zu denken, wohl wissend, dass das nur Spekulation sein kann), dann mussten sie Wesen schaffen, die nicht gleich sind, nicht nur die zwei Geschlechter, sondern auch sonst ungleiche Wesen. Sonst hätten sie einen Klon schaffen können und es wird gute Gründe geben, warum sie nicht geklont haben. Beide hatten Gefallen an der Ungleichheit (Ungleichheit der Herkunft, der Kultur, der Zeit, des Geburtsortes, der Klimabedingungen, der Fähigkeiten, der Hautfarbe und eben auch des Geschlechtes neben vielem, vielem weiteren). Gleiches Recht für alle hiesse, alle diese Ungleichheiten ausräumen zu wollen und einen Klonmenschen schaffen zu wollen bevor überhaupt irgendein vermutlich asiatischer Wissenschaftler einen Menschen geklont haben wird.
Gleichheit und Gerechtigkeit sind miteinander auf’s Engste verbunden. Ohne Gleichheit ist Gerechtigkeit schwer zu denken. Ohne eine Idee von Vergleichbarkeit wird Gerechtigkeit schnell zu einer völlig losgelösten Ermessensfrage. Dann gibt es keine Gerechtigkeit mehr. Aber wenn Gleichheit von Gott und/oder der Evolution in grauen Vorzeiten schon zu den alten Akten gelegt wurde, wie ist es dann mit Gerechtigkeit?
Gerechtigkeit müsste, um ihrem Anspruch gerecht zu werden, all die von Gott und/oder der Evolution geschaffenen Ungleichheiten insgesamt wieder ausgleichen. Gerechtigkeit müsste die „Fehler“ Gottes und/oder der Evolution wieder gut machen. Sind es überhaupt „Fehler“ oder sind es nicht Notwendigkeiten von Existenz? Weil wir existieren und weil jeder Einzelne wirklich einzigartig ist, braucht es gewisse Bedingungen in und um uns? Sonst ist Existenz nicht möglich.
Wo kein Kläger ist, ist auch kein Richter, aber überall, wo es zu einer Klage kommt, müsste von Geburt an das ganze Leben aufgearbeitet werden und jeder Tag mit + und – versehen werden und am Ende eine Strafe oder Belohnung verhängt oder zuerkannt werden. Und das meiste von all dem hätte der Mensch selbst gar nicht verursacht. Es wäre weder seine Leistung noch seine Schuld. Seine Schuld wäre nur ein kleiner Teil. Wir können uns schnell ausrechnen, wo das hinführen würde. Die Länge so mancher heutiger Gerichtsverfahren zeigt an, wo wir hin kämen, wenn…, zeigt, wo es schon zumindest versucht wird und führt sich selbst ad absurdum.
Interessant ist, woher wir den Ruf nach Gerechtigkeit hören. Die, die mit ihrem Egoismus zielführend sind, die Gewinner, die Milliardäre, die Regierenden rufen nach Gerechtigkeit. Schon gehört? Ich bin offenbar taub. Nein, wir hören den Ruf nach Gerechtigkeit immer von denen, die tatsächlich oder vermeintlich mit ihrem Egoismus nicht zum Ziel kommen, von den Verlierern oder denen, die sich für Verlierer halten. Gerechtigkeit ist nur ein positiver Ausdruck für: Mir geht es schlecht. Ich will, dass es mir besser geht, zumindest so gut wie den Anderen! Eigentlich sollte es mir lieber noch etwas besser gehen als den Anderen. Aber das äussern wir besser nicht und denken es nur. Wir kennen den Gedanken und Wunsch und in der Welt auch immer wieder seine Ausführung: Alle sollen gleich sein, aber ich doch bitte ein bisschen gleicher. Ich wache darüber, dass alle Anderen gleich sind. Und die Realität sieht doch immer wieder so aus, dass alle gleich sein sollen, aber von diesem Punkt fängt jeder an, im Versteckten doch noch etwas mehr zu sammeln für sich und die Seinen. Das ist tierischer Egoismus, nichts weiter. Im Grunde wollen auch wir keine Gerechtigkeit, sondern wir wollen nur unsere Interessen unter einem positiven Decknamen durchdrücken. Gerechtigkeit ist Mittel zum Zweck, gewünschte Waffe in der Hand derjenigen, die verlieren oder glauben zu verlieren. Gerechtigkeit ist auch nie erreicht, weil unser Egoismus natürlich immer neue Massstäbe setzt und damit das Ziel weiter hinausschiebt.
Trotzdem müssen wir eingestehen: Auch wir wollen nicht gleich der Masse sein, sondern bitteschön uns abheben von der Masse als etwas Besonderes, etwas Besseres. „Gerechtigkeit“ ist ein gutes Feigenblatt, ein gutes Wort, um etwas als „böse“ empfundenes (Egoismus, Eigeninteresse) mit einem als „gut“ empfundenen Wort zu verkleiden. Dabei haben wir gefunden, dass Egoismus und Eigeninteresse gar nichts mit Moral zu tun haben, sondern mit „Menschsein“, mit „Lebewesensein“, mit Leben an sich. Und Menschen sind wir alle. „Wer im Glashaus sitzt, werfe besser nicht mit Steinen“. „Man säge besser nicht den Ast ab, auf dem man sitzt“. Gerechtigkeit schaffen müssten Gott und/oder die Evolution. Wenn sie es nicht tun, dann können wir es nur hinnehmen. Das ist eine biologische Naturregel. Unser Rechtssystem kann keine Gerechtigkeit schaffen, allenfalls Rache üben und strafen (aber muss dann auch entscheiden, welche Strafe im Einzelnen angemessen sei), Ordnung schaffen, vermeintlich zukünftige Opfer vermeiden oder ein Unrecht in ein anderes verwandeln.
Wer wollte heute wirklich Gerechtigkeit schaffen? Gerechtigkeit zwischen Schwarzen und Weissen, zwischen Armen und Reichen, zwischen Dummen und Schlauen? Selbst die „Progressivsten“ sind doch recht dankbar, dass es ihre Umgebung nicht trifft und sie selbst daher nicht in der Schusslinie von Gerechtigkeit stehen.
Gleichheit, Gerechtigkeit, Gleichberechtigung töten, denn Leben ist Ungleichheit, ist Spannung. Leben bedeutet Spannung.
Natürlich gibt es auch Menschen, die ihre Interessen genau umgekehrt durchsetzen. Sie wollen zur Masse gehören, um in dieser Masse ihr Recht, nein ihre Interessen durchzuboxen und damit eben „gut“ zu erscheinen, da sie sich nicht von der Masse abheben. Die Masse kann auch Schutz geben. Der Mensch lebt auch in dem Widerspruch zwischen Leben in der Masse, aber eine Identität entwickeln, um sich aus der Masse abzuheben und beides zu nutzen, wie es dem jeweiligen Egoismus gerade am nützlichsten ist. Wir sehen, wir bedienen uns da sehr fadenscheiniger Argumente. Zum Durchdrücken der Eigeninteressen sind alle Mittel (auch die der Verschleierung) recht. Und damit das auch authentisch läuft, betrügen wir uns zunächst selbst so lange bis wir selbst glauben, dass wir gut sind und nur Gutes tun und die Anderen das Gegenteil.
Jeder glaubt, dass seine Liebe und Zuneigung, dass seine Argumentationen und Begründungen, seine Forderung nach Gerechtigkeit nur uneigennützig seien. Aber wenn man sich mit Schenken verausgabt hat, dieses später nicht unbewusst in Darlehen umzumünzen und von der Empfängerseite dann nicht Gegengeschenke zu erwarten, ist schwer! Und der Empfänger von „Geschenken“ ist natürlich misstrauisch, weil er diese Gefahr sieht. Nur dass er selbst es nicht anders handhabt, darüber belügt er sich selbst. „Nur die Anderen sind so niederträchtig!“
Glauben Sie nie (Man sollte nie „nie“ sagen, aber an dieser Stelle wahrscheinlich doch?), was jemand über sich selbst sagt. Je besser er/sie sich beschreibt, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass er/sie sich selbst belügt und damit in der Folge auch Sie. Das merkt er/sie gar nicht. Je schlechter er/sie sich aber beschreibt, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass er/sie die Wahrheit sagt. Nur einen so schlechten Menschen werden Sie nicht in Ihrer Umgebung wünschen. Wenn Sie Beispiele dafür suchen, dann schauen Sie mal in die Zeitung. Politiker loben ihre eigene Regierungsarbeit. Stelle Dich selbst immer in ein gutes Licht. Wahrheit? Realität? Firmenbeschreibung (nicht Werbung, sondern nur ganz ehrlich unvoreingenommene Beschreibung). Schreibe alles Gute, was Du und Deine Firma tun, wie viel Qualität Ihr liefert, welche Gütesiegel benutzt werden, wie günstig der Preis. Was sind wir doch gut?! (Zumindest in der Theorie, in der eigenen Vorstellung) Wie weit entfernt die Realität ist, sehen wir später, vielleicht auch erst unsere Nachfahren?
Da wir uns selbst nicht von aussen beurteilen können, ist ein Coach ganz sinnvoll. Heute gibt es so viele selbst ernannte Coache. Was sind die Aufgaben eines Coaches? Wer muss er/sie sein?
Auf Instagram oder Facebook oder Youtube? Mache die schönsten, die aussergewöhnlichsten, die schrägsten, die peppigsten Selfies. Stelle Dich im besten Licht dar, damit alle Dich liken, Dich mögen. Kein Pickel auf der Haut oder in der Seele. Nur Schönheit, Eleganz, Kraft und Mut… Wie gut bist Du doch! Glaubst Du das wirklich?
Die Männer sind auf jeden Fall Schuld und am Pranger. Wer da am Anfang den Streit vom Zaun brach, spielt gar keine Rolle. Diese Kriegsführung ist biologisch und nicht willensbedingt! Eigentlich sind Sanktionen jeder Art unangemessen. Da müssten Gott und/oder die Evolution sanktioniert werden. Weder Mann noch Frau oder aber beide zusammen sind an der Entwicklung beteiligt. In den meisten Fällen wären dann wohl eher beide zu sanktionieren oder man entliesse beide in die Verantwortlichkeit. Wenn es schon Regelungen braucht, wären dann nicht an manchen Stellen vielleicht sogar gendergerechte Regelungen und Rechtssprechung sinnvoll, auf Frauen angepasst, auf Männer angepasst? Oh, da könnten wir doch ziemlich schnell die Zahl unserer Gesetze verdoppeln? Aber wir würden mehr Gerechtigkeit schaffen zwischen den unterschiedlichen Geschlechtern und Menschen.
Die Frau nimmt den Mann als Gefahr wahr, von jeher und zunehmend. Deshalb werden zunehmend Gesetze zum Schutze der Frau erlassen. Sie braucht aber nicht gesetzlichen Schutz, sondern männlichen Schutz. Männer, wir sind gefordert, nicht der Gesetzgeber!
Bei den Stalkern (eigenartigerweise an dieser Stelle doch nur Männer?) unterwirft sich unsere Gesellschaft und Rechtsprechung inzwischen weitgehend der Sicht der Frauen. Unser Rechtssystem macht den Stalker zum Verbrecher, der Gebietsverbot bekommt und Fussfesseln zur Überwachung. Dabei hat er in der Regel nur den Fehler gemacht, der Frau nicht ausreichend nach ihren Wünschen gedient zu haben. Im besten Fall gab es vielleicht sogar noch moralische Gründe dafür.
Männer können auch viele Jahre später gar nicht glauben, dass die Frau, die sie früher in den höchsten Tönen umwarb, bezirzte und alles versprach, später völlig kalt und unbeteiligt ist, absolut konträr. Das kann ein Mann, der seine oder die Frau ernstnahm, nicht glauben. Erst sind Frauen die Liebe pur, dann die Ablehnung pur und natürlich ist der Mann daran Schuld.
Er aber hat ihr womöglich sogar vertraut, sich von ihr binden lassen oder sich an sie verschenkt? Dann wird er von unserem Rechtssystem auch noch für seine gute Tat bestraft. Gewaltanwendung wollen wir an dieser Stelle natürlich nicht tolerieren. Aber wer will entscheiden über das Gewicht von psychischer und physischer Gewalt von beiden Seiten gegeneinander?
Die derzeit festgelegte Sichtweise in diesen Fällen führt nicht selten zu einer eklatanten Einseitigkeit der Rechtsprechung bei diesen Verfahren. Das ist die Oberflächlichkeit unserer westlichen Rechtssysteme. Müsste man nicht eigentlich die Frau verurteilen, den Mann weiter zu lieben? Oder man verurteilte beide in gleichem Masse oder vielleicht Keinen von Beiden? Beziehung, auch kaputte Beziehung, kann man nicht durch Gesetze und Strafen gerechter lösen als die beiden Personen mit- oder gegeneinander. Man kann nur Ersatzhandlungen einführen und alles komplizierter machen. Männer, es bleibt uns nichts weiter übrig. Wir müssen Männer werden! Leben und lieben tun weh.
Die beiden haben die Karre zusammen in den Dreck gefahren. Sie müssen sie auch zusammen dort wieder herausholen, selbst wenn sie nicht mehr zusammen sind. Hilfe dabei kann so manches Paar vielleicht gebrauchen. (Vor)verurteilung birgt sehr stark die Gefahr in sich, dass es je nach Sichtweise den Richtigen oder Falschen trifft. Ein gerechtes Urteil ist nach menschlichem Ermessen kaum möglich. Es ist doch ein Armutszeugnis für uns Erwachsene, dass für jeden kleinen Zwist zwischen Menschen ein Gesetz her muss (und dann natürlich auch ein Gericht mit Rechtsprechung und Bestrafung) wie das bei Kindern die Eltern sollen und dabei immer in Gefahr sind, sich von einem Kind instrumentalisieren zu lassen? Erwachsene sollten doch so souverän sein, so etwas selbst miteinander aushandeln zu können, auch zwischen den Geschlechtern? Arme Gesetzemacher, haben Sie nie geliebt; hatten Sie keine Kinder? Widerstehen Sie dem Druck, alles mit Gesetzen lösen zu wollen oder zu müssen. Das Leben ist so vielfältig, dass Gesetze von vornherein dazu verdammt sind, mehr Uniformität, mehr Unfreiheit, mehr Einschränkung zu produzieren. In der Regel werden Gesetze Leben einschränken und Freiheit wird Leben schenken. Könnten wir uns auch ändern?
Sinn würde wohl ein Alkohol- oder Drogenverbot für beide ergeben. Mit klarem Kopf können beide die ungewohnte neue Distanz zu einander besser wahren und verarbeiten.
Unser Rechtssystem ist nur eine Möglichkeit für die, die schon haben (Geld, Verstand, Wissen), um damit ihre Interessen besser durchsetzen zu können. Die, die nicht haben (kein Geld, kein Wissen, kein Netzwerk, keine Opfermaske), die können das Recht auch nicht instrumentalisieren und daher nicht für ihren Egoismus nutzen. Ihnen wird auch das Wenige noch genommen, was sie haben. Gerechtigkeit ist das Gegenteil von Gerechtigkeit und kann zufällig auch mal bei Gericht mit abfallen. Besonders die, die nicht viel nachdenken, sondern nach Gefühl, nach Intuition handeln, benutzen das Rechtssystem als Interessendurchsetzungsmittel und als Rachesystem. Aber Rache üben wir dann doch oft lieber selber? Oder wir müssen das Gericht so beeinflussen, dass es die Rache in unserem Sinne auch ausführt.
Die westlichen Rechtssysteme entstanden aus christlichem Menschenverständnis, um Armen Recht zu verschaffen. Es hatte keiner Rechte, woher auch? Wer hätte für die Gewährung der Rechte bezahlen wollen? Jetzt gibt es die Rechtssysteme, damit jeder sein Recht erkämpfen kann. Bezahlen will noch immer keiner für die Rechte der Anderen oder gar Armen. Die, die die Mittel haben, nutzen die Rechtssysteme zur Durchsetzung ihrer Interessen. Der Staat als Dritter wird per Gesetz dazu verpflichtet, die Interessen der Besitzenden durchzudrücken. Sie müssen und dürfen es nicht einmal mehr selbst tun. Zum Drittproblem sehen Sie bitte an anderer Stelle. Wir stellen fest: Das Rechtssystem für Arme erreicht genau das Gegenteil von dem, was beabsichtigt war.
Gesetze sind in der Regel Mittel zum Durchdrücken von Interessen, auch und gerade in Demokratien. Es wurden eine Auswahl von Interessen aufeinander abgestimmt und zur Pflicht gemacht. Wer seine eigenen Ansichten, Wünsche und Interessen zu Gesetzen macht, wird immer andere übervorteilen, schädigen und benachteiligen. Achtung, machen Sie nie Gesetze, sondern immer nur Regeln. Derjenige, der das Gesetz am besten in seinem Interesse durchsetzen konnte, braucht mit seinem Egoismus sich nicht mehr selbst um die Durchsetzung zu bemühen. Jetzt macht es ein dritter, der Staat oder ein Gericht oder die Polizei. Sie werden für ihn, für die Organisation, für die Partei, für die Interessensgruppe instrumentalisiert. Diese aber wenden jetzt unter Umständen sogar physische Gewalt an. Derjenige, der sein Interesse ins Gesetz geschrieben hat, hat nun eine weisse Weste, denn das Recht, das Gesetz, gilt. Und jeder muss sich danach richten. Die physische Gewalt des Staates ist genauso unmenschlich, wie wenn der Interessent sie selbst ausüben würde. Aber durch die Delegation an den Staat und die Übernahme der Verantwortung durch den Staat wird das jetzt verdeckt. Der Staat ist jetzt plötzlich der Gewaltanwender. Aber zumindest in einer direkten Demokratie stimmt das nicht. Das Volk und alle Interessenvertreter haben direkten Einfluss auf die Gesetzgebung oder doch nicht oder nur teilweise? Die Demokratie in unserer heutigen Ausführung hat auch dazu geführt, dass der Egoismus salonfähig wurde. Er wird nicht nur geduldet, sondern sogar belohnt. Das ist nur sehr eingeschränkt menschlich.
Mit ein bisschen Pech kann das Gesetz natürlich auch mal gegen die Interessen des Lobbyisten wirken. Das ist dann ganz störend. Je nach Einfluss und Macht desjenigen, wird das Gesetz ja dann auch nicht selten umgangen (Korruption?) oder muss passend gemacht werden.
Recht fordern und sogar Recht geben schaffen selten gute Beziehungen. Die immer feinere Ausarbeitung von Recht und Ordnung schafft immer mehr Distanz und Unpersönlichkeit, nicht umgekehrt. Auch für die Rechtsordnung wird die Gauss’sche Verteilungskurve gelten. Es gibt ein Optimum. Weniger und auch mehr reduzieren die Freiheit und glückliches Zusammenleben. Im „fortschrittlichen“ Westen haben wir viel zu viele und nicht zu wenige Gesetze.
Mit unserer immer differenzierteren Gesetzgebung schaffen wir den unmündigen Menschen. Lerne die Gesetzbücher auswendig und Du lebst staatskonform. Selber denken? Besser nicht! Frei handeln dürftest Du Bürger ja sowieso nicht. Dein Leben ist in enge Gesetzesbahnen gezwängt. Du unfreier freier Bürger.
Unsere Gesellschaften (auch die Demokratien) werden immer mehr zu Kontrollgesellschaften: Antikorruption, Antimissbrauch, Qualitätskontrolle, Finanzkontrolle, Gesichtskontrolle, Moralkontrolle, … – Freiheit?
Gesetze, Regeln, Normen überzeugen in der Regel nicht. Sie sind ja Ausdruck dafür, dass man nicht überzeugen konnte oder wollte (zu faul war), denn sonst wäre ein Gesetz ja gar nicht nötig gewesen. Wer aus Überzeugung etwas tut, muss dafür nicht vom Gesetz gezwungen werden. Frauen werden sich eher damit abfinden. Männer werden mit hoher Wahrscheinlichkeit in die Opposition gehen. „Vorsicht und gegenseitige Rücksichtnahme“ stehen am Anfang der Verkehrsordnung. Eine typisch weibliche Verhaltensweise. Für Männer heisst das, dass die Anderen (es gibt ja nur Frauen) Rücksicht auf ihn nehmen. Er kann sich darauf verlassen. Männer, eifern wir den Frauen nach.
Wäre nicht die menschlichere Variante, dass wir wieder direkte Beziehungen aufbauen, Dritte aussen vor lassen (den Staat, Gerichte, Polizei, Versicherungen etc.) und uns mit unseren Mitmenschen direkt auseinandersetzen und einigen? Wäre nicht Bitten sehr viel menschlicher als unser Fordern unter Nutzung aller zur Verfügung stehenden (staatlichen, gerichtlichen, polizeilichen, …) Drittmittel? Zumindest der Westen, der sich Menschlichkeit auf die Fahne geschrieben hat, kann eigentlich nicht anders. Er würde deutlich menschlicher werden. (z.B. Bitte an den Nachbarn für Ruhe und Sauberkeit statt Hausordnung. Bitte an Immigranten, Europa sobald als möglich wieder zu verlassen, wenn es das Zuhause möglich macht, statt Ausweisung. …)
2018 las ich in der Zeitung, dass hochgebildete Ausländer, die in der Schweiz tätig sind, innerhalb der letzten drei Jahre die Schweiz als sehr viel unpersönlicher, reservierter und abweisender empfinden als früher. Gewiss sind die Expats auch selber mit daran beteiligt (Schuld). Aber es könnte stimmen. Das schweizer Volk hat seine Gesetzgebung nicht sehr ausländerfreundlich geschrieben. Und die Stimmung unter Schweizern im Land ist eher abweisend. Die Schweizer verstecken ihre ablehnende Haltung gegen vieles immer hinter „rationalen“ Gründen, am liebsten hinter Gesetzen. Dann fühlen sie sich nicht mehr dafür verantwortlich, obwohl sie ja als Bürger in diesem Lande wie in keinem anderen die Gesetze bestimmen. Die Gefühle müssen in den Keller. Das merken die Ausländer doch.
Jetzt haben wir dem westlichen Rechtssystem gerade gehörig den Boden unter den Füssen weggezogen. Denken wir daran, wir wollten nicht gleich ändern, nicht gleich zur Tat schreiten. Wir wollen erst einmal verstehen. Und manche Relativierung unseres Denkens und Handelns ist vielleicht doch ganz hilfreich? Es schützt uns vor Vorurteilen, auch wenn sie vielleicht schon längst Urteile oder sogar wirksame Gerichtsurteile geworden sind. Und das Verständnis schützt uns vielleicht davor, gar zu schnell Andere vor den Richter zu ziehen. Gerechtigkeit schaffen wir damit nur selten. Und auch unser schneller Ruf nach neuen und schärferen Gesetzen erscheint uns dann vielleicht als hoch fragwürdig? Liessen sich damit nicht auch hohe Fehlkosten in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens sparen?
Denken wir uns doch einmal „Gut“ und „Böse“ ohne den Menschen. Wir Menschen sind alle schlafen gegangen. Es unterhalten sich zwei Eulen über die Bedeutung von „Gut“ und „Böse“. Die Eulen könnten sich alle möglichen Gedanken machen, ganze Gedankensysteme erdenken. Es wäre alles nur Fiktion, Science fiction. Erst dass der Mensch da ist, macht „gut“ und „böse“ sinnvoll. Selbst ein einzelner Mensch würde „Gut“ und „Böse“ noch nicht sinnvoll machen. Warum aber sollten sich Menschen nach irgendwelchen aussermenschlichen oder unmenschlichen Regeln halten? Es sind doch nur sie und ihre Umwelt (Dinge, Pflanzen, Tiere) und eben andere Menschen da. Es wäre doch nur sinnvoll, sich gegenseitig so viel Raum (Toleranz) als möglich zu schenken. So viele gute Gefühle wie möglich schenken. Man könnte das natürlich auch Liebe nennen, was da am sinnvollsten wäre. „Gut“ und „Böse“ würden sich am Wohlergehen der Menschen, der Menschheit und unserer Erde ausrichten, nicht an irgendwelchen weit hergeholten Ideen und seien sie göttlich oder zumindest religiös oder Ideal. Weltanschauungen sind zur Definition von „Gut“ und „Böse“ sehr fragwürdig. Denken wir nach: Wir sind von diesem Verständnis von „Gut“ und „Böse“ gar nicht weit entfernt. „Ich bin gut“ und „Du bist böse“ ist doch genau das. Wir überbewerten „gut und böse“ wahnsinnig und wir missbrauchen „gut oder böse“ fast immer.
Wenn wir „gut und böse“ loslassen, fällt auch der Wettstreit um „Ich bin besser (moralisch) als Du“ weg. Es gibt keinen Grund mehr für meinen Stolz „Ich bin doch gut, das musst Du doch zugeben?!“ Dieser Satz ist ja doch sowieso nur Schein (dazu da, dass ich mein Gesicht vor mir selbst wahren kann, denn alle Anderen ausser mir wissen ja sowieso, wie böse ich bin), allenfalls richtig im Kontext von „Ich vereine beides in mir: Gut und böse“. Wer glaubt, er sei gut, verdrängt doch nur gekonnt seine negativen Seiten und Effekte und belügt sich selbst.

 

Die Widersprüchlichkeit des Rechtes (Ethik und Moral):

Der Mensch ist widersprüchlich, beide Geschlechter. Da gibt es gut und böse, Können und Versagen, Traum und Realität, Leib und Geist (Verstand), Schein und Sein, Ich und Du, Regierung und Volk, Gesetz und Leben, Theorie und Praxis… Es ist eben nicht so, dass wir das Eine sind und die Anderen der Gegenpart. Nein, wir sind beide Extreme in uns vereint, ich in mir und sie/er in sich auch. Und diese beiden Pole sind nicht fest definierbar und in uns selbst trennbar in „Das Gefühl oder der Gedanke ist böse, das oder der andere ist gut“. Gut und Böse sind in unserem Leben, unseren Emotionen, unseren Gedanken und Taten oder Nichtstun so miteinander verwoben, dass sie meistens nicht klar zu trennen sind und die Grenzziehung unklar ist. Meistens bestehen Grauzonen, die eine Trennung unmöglich machen. Verschiedene Bereiche in uns tragen mehr oder weniger gute oder böse Züge und das ändert sich von Gelegenheit zu Gelegenheit immer wieder. Das ist so und völlig unabhängig von unserer Willensbeeinflussung. Diese Widersprüchlichkeit, diese Spannung, bedeutet Leben. Diese Tatsache gilt es, wahrzunehmen, in sein Weltbild einzubauen und seine zukünftigen Entscheidungen unter dieser Prämisse zu treffen. Sie werden merken, dass sich Ihr Leben dadurch stark verändert. Kampf gegen diese biologische Naturregel ist zwecklos. Sie werden verlieren, genauso sicher, wie Sie ohne Hilfsmittel auch nicht die Erdanziehungskraft überwinden können (ein Naturgesetz).
Diese Widersprüche sind menschlich, das heisst, nicht trennbar vom Menschen. Wieder: Wir wollen die Widersprüchlichkeit des Menschen überwinden und wir tun es durch immer mehr Regeln und Gesetze (die „gut“ und „böse“ definieren). Obwohl Sie die Widersprüchlichkeit so hassen, seien Sie froh, dass Sie so widersprüchlich sind und dass Ihr Gegenpart ebenso widersprüchlich ist. Haben Sie den Mut zur Widersprüchlichkeit. Sie zeigt, dass sie Beide leben. Seien Sie sehr dankbar dafür. Das haben Gott und/oder die Evolution so gewollt.
Durch das Halten der Regeln und Gesetze soll sich der Mensch der Widersprüchlichkeit entledigen. Er soll klar und eindeutig werden, verlässlich, zuverlässig, fit, Abmachungen auch langfristig durchhalten. Der Mensch, wir, soll „gut“ werden. Das ist wie „sich selber an den Haaren aus dem Sumpf ziehen“. Das Bild ist viel wirklichkeitsnäher als uns lieb ist. Sich selber an den Haaren aus dem Sumpf ziehen funktioniert nicht. So funktionieren auch die Regeln und Gesetze nicht, um unsere Widersprüchlichkeit zu überwinden. Es ist sicher ratsam, die Regeln und Gesetze zu befolgen, damit das Zusammenleben besser gelingt. Aber was ist mit all den Regeln und Gesetzen, die wir aufstellen, ohne ausreichend über ihren Sinn und ihre Funktion nachgedacht zu haben? (siehe auch Gerechtigkeit) Und das Ziel erreichen wir erst recht nicht.
Wir alle unterliegen in den letzten dreihundert Jahren dem Irrtum, dass der Mensch nur wollen sollte, dann könne er alle menschlichen Triebe kontrollieren und könne damit immer nur gut sein. Und noch viel schlimmer, unsere Gesellschaft unterliegt dem Wahn, zu glauben, man könne durch die Gesetze den Menschen dazu zwingen, wenn er es schon nicht von selbst aus macht. Bei Nichteinhaltung Strafe. Und so werden die Gesetze immer ausgefeilter und die Strafen immer härter und die Kontrollmechanismen immer genauer, damit auch ja keiner davon kommt. Das tun wir, damit alle gerecht behandelt würden oder besser: Gleich handeln müssen. „Der Geist ist willig, das Fleisch ist schwach“. Das Dumme ist, wie wir schon sahen: Der Satz gilt genau entgegengesetzt. „Das Fleisch ist stark und der Wille will gar nicht“ Der Wille ordnet sich intuitiv dem Fleisch unter. Das Fleisch gehört zu uns. Wir sind Fleisch. Wir wissen es, aber wir negieren es und verdrängen unser Fleisch in die Tabuzone, in die Geheimniszone. Aber jeder weiss doch, dass es so ist. Warum verstecken? Welchen Sinn soll das Versteckspiel haben? Wenn aber der Geist nicht willig ist, wenigstens nachzudenken, hat das Fleisch erst recht keine Chance, etwas ausser Egoismus zu vollziehen. Wenn wir wollen, dass sich unser Fleisch, unser Körper, unser Sein, unser Leben ändert, dann geht das nur über eine Änderung (Erweiterung) unseres Gesichtskreises, unseres Wissens, unseres Denkens und unseres Nachdenkens. Gemeint sind aber keine Drogen zur „Erweiterung unseres Bewusstseins“. Wollten wir eine Revolution in Gang setzen, die wirksam wäre, dann wäre sie nur in uns selbst sinnvoll. Nur wir könnten Freiheit, Geld, Vergünstigungen, Rechte, etc. verschenken. Von anderen fordern funktioniert nicht. Und wer stellt heute nicht alles Forderungen? Das ist eine der grössten Moden und Unsitten unserer Zeit. Diese Mode ist einfacher Ausdruck unseres Egoismus‘. Andere sollen die Leistung erbringen, wenn nicht freiwillig, dann per Gesetz gezwungen, die wir alleine nicht erbringen wollen. Sollten wir uns nicht eher schämen als öffentlich zu fordern?
Als Friedrich Dürrenmatt 1990 in Rueschlikon seine Rede zur Laudatio des tschechischen Staatspräsidenten hielt „Die Schweiz – ein Gefängnis“, dann wird er unter anderem auch das gemeint haben. Die Schweiz verregelt ihr Leben innerhalb und nach ausserhalb. Sie baut sich ihr eigenes Gefängnis zum Schutz nach aussen und gegen die Widrigkeiten des schweizer Menschen durch seine Widersprüchlichkeit auch nach innen. So geht das Leben an sich verloren. Und eigenartigerweise nehmen das ja viele Schweizer auch selber wahr. Trotzdem ging innerhalb der Schweiz ein Sturm der Entrüstung los. Wir dürfen nicht vergessen: Herr Dürrenmatt war Philosoph, sogar etwas Prophet. Deshalb war er Schriftsteller. Und Philosophen versteht man nicht mal eben so schnell intuitiv im Vorbeihören. Philosophen haben nachgedacht.
Wohin ist die Schweiz seit Dürrenmatt gefahren? Immer weiter in den Tunnel der Unfreiheit, immer schneller, immer tiefer. Immer feiner wird das Gesetzesuhrwerk. (Bitte, liebe Schweizer, ich will Sie nicht schlecht machen oder vor den Kopf stossen. Sie sind doch eines der wertvollsten Völker dieser Erde. Sie sind doch viel zu schade für diese Fesseln. Sie haben mir erlaubt, in Ihrem Lande wohnen und arbeiten zu dürfen. Nun sind Sie die mir nächsten Menschen, über die ich mir natürlich jeden Tag Gedanken mache. Verzeihen Sie mir das bitte.). Ich wünsche den schweizer Bürgern und schweizer Politikern viel Realitätsnähe in ihren Köpfen.
In der belebten Welt gibt es keine Gerechtigkeit. Dafür haben Gott und/oder die Evolution gesorgt, wie wir sahen. Auch das ist wie die Widersprüchlichkeit, die zum entwickelten Leben gehört, eine biologische Naturregel. Und da das Schaffen von Gerechtigkeit meistens bedeutet, dass einer etwas bekommt, was ein Anderer gibt, so kann es sein, dass die Ungerechtigkeit gemildert wird, aber viel eher umgekehrt. Es wird einem (oder in Form des Staates allen) etwas weggenommen und einem Anderen hinzugefügt. Warum sollen wir gegen die Ungerechtigkeit opponieren? Ja, vielleicht können wir sie teilweise reduzieren? Möglicherweise haben wir schon viel gewonnen, wenn wir sie mit unserem Handeln nicht noch verschlimmern? Vieles spricht dafür, dass wir oft mit unserem Ruf nach oder Schaffen von Gerechtigkeit (auch für Andere) die Ungerechtigkeit noch verschlimmern. Jede Änderung hat Auswirkungen (meist auch unbekannte) auf die (weitere) Umgebung.
Sie kennen die physikalische Versuchsanordnung mit den kommunizierenden Röhren? Füllt man in eine Röhre Wasser ein, steigt der Wasserspiegel abhängig von wenigen Faktoren auch in den anderen verbundenen Röhren. Diese Versuchsanordnung ist nicht nur Versuch, sondern Leben. Dieses System kommunizierender Röhren finden wir im tierischen Stoffwechsel millionenfach. Alles steht in einem Gleichgewicht. Das ist aber in lebenden Systemen ausserhalb unseres eigenen Körpers nicht anders. Intuitiv versuchen wir schnell einen Missstand zu ändern oder abzustellen und schon haben wir in hundert anderen der kommunizierenden Röhren auch Veränderungen. Wie sich später herausstellt, haben wir an vieles nicht gedacht. Die Komplexität unserer heutigen Strukturen verschärft das Problem exponentiell. Das ist eine Naturregel, gegen die wir jeden Tag intuitiv, aufbrausend, schnell, unbedacht, vorauseilend, impulsiv verstossen. Da relativiert sich „gut“ ganz schnell. Wenn wir den verursachten Mangel, das kompensierende „böse“ nicht wahrnehmen, dann meistens nur, weil wir nicht weit genug um uns herum danach suchen. Und wer wollte schon danach suchen? Das Finden würde uns ja unserer wunderschönen Täuschung berauben, dass wir gerade etwas „gutes“ getan hätten. Also bloss nicht! Lieber die Augen zu machen. Ginge es auch anders?
In den letzten hundert Jahren wurden international viele Rechte formuliert, die Menschenrechte, Handelsrechte, Freiheit zu reisen, teilweise sogar seine Wohnung und Arbeitsplatz von einem Land in ein anderes zu verlegen. Wir könnten noch viele andere Rechte aufzählen. Alle wurden als grosser Erfolg gefeiert „Endlich haben wir Rechte für viele geschaffen“. Was nicht bedacht wurde, ist, dass alle diese Rechte (alle diese Pluspunkte auf der einen Seite) von anderen eingehalten, gewährt, durchgesetzt oder erlitten werden müssen (also auf der anderen Seite Minuspunkte verursachen). Keiner will jedoch bei sich einen solchen Minuspunkt gelten lassen. Dann bleibt nur, diese Rechte mit Gewalt (vielleicht sogar Waffengewalt?) durchzusetzen. Sie dürfen absolut sicher sein, dass hinterher alle fröhlich und zufrieden und glücklich miteinander zusammen leben, die die die Rechte zuerkannt bekamen genauso wie die, die für die Rechte der Anderen bluten mussten. In der realen Wirklichkeit gibt es nur fast keine Beispiele dafür. Als nach dem ersten Weltkrieg die Rechte in der Welt neu verteilt wurden, wurde der Grundstein für den zweiten Weltkrieg gelegt. Und bei genauerem Hinsehen gäbe es noch viele solcher Beispiele.
Anders als uns unsere philosophischen Väter und Lehrer predigten: Es gibt keine Rechte apriori, keine absoluten Rechte, keine über uns Menschen stehenden Rechte, kein ideales „Gut“ und „Böse“. Anders als uns heute junge Menschen weiss machen wollen, es stimmt nicht, dass jeder Mensch Rechte hat, z.B. diesen Globus einfach für sich zu nutzen. Es gibt immer nur Rechte, die einer dem anderen gewährt oder einer dem anderen wegnimmt, erstreitet. Aber dann ist wieder der Andere der Betrogene, der um seine Rechte kämpfen muss. Gesetze im positivsten Sinne versuchen Liebe oder wenn schon nicht Liebe, dann wenigstens gegenseitige Rücksichtnahme, zu erzwingen. Aber schon gegen die Liebe gewinnt der Egoismus letztlich immer, wie viel mehr gegen Gesetze?
Mit Gesetzen sagen wir: „Du darfst das und das darfst Du nicht.“ Würden wir Menschen die Forderung aus eigenem Antrieb einhalten, bräuchte es das Gesetz nicht. Das Gesetz aber bestimmt oder verbietet. Wenn aber unser Körper etwas will und nicht bekommt oder soll und nicht will, dann wird die Sehnsucht gross und grösser (eine Form von Egoismus) oder die innere Abwehr gross und grösser (Sehen wir später noch: Freiheitskampf ist Egoismus). Das Gesetz erreicht genau das Gegenteil. Das, was Sie sich wünschen, erreichen Sie nicht mit Gesetzen, nicht mit Gewalt, auch nicht mit Diskussion, sondern entweder gar nicht (weil die Welt und der Mensch so sind, wie sie sind) oder durch gemeinsames Nachdenken. Anders geht es nicht. Das ist eine biologische Naturregel.
Jeden Tag treffen wir unzählige Festlegungen in Regeln und Gesetzen. Es geht gar nicht ohne, denn Leben braucht Regeln, braucht auch Gesetze. Beenden wir den Kampf gegen Festlegungen, Gesetze oder Guidelines. Wenn wir den Kampf tatsächlich gewinnen sollten, dann ändern wir die Festlegungen (auch das Aufheben der Festlegung ist eine Form von Festlegung) und dann sind andere wieder empfindlich betroffen und versuchen ihrerseits die Festlegungen zu ändern. Festlegungen gleich welcher Art sind willkürlich. Dessen sollten wir uns bewusst sein. Wir sollten uns unserer Relativität, unserer Willkür bewusst werden.
Vor dem Gesetz sind alle gleich“ ist eine Festlegung, die die Wirklichkeit ändern soll. So werden einige bevorteilt, andere benachteiligt. Man hat also Gerechtigkeit mit Ungerechtigkeit geschaffen. Was ist daran gut? Wo ist etwas besser geworden? Die Verhältnisse haben sich nur geändert. Vielleicht sollten wir anerkennen: Aus der ersten Ungerechtigkeit ist eine andere geworden.
Rechte, Gesetze und Regeln sind Theorie (Legislative). Deshalb gibt es in den Demokratien auch eine Exekutive und die ist getrennt von der Legislative. Die Exekutive ist ein Link zwischen Theorie und Praxis. Was für eine Wirkung sich beim Bürger in der Praxis tatsächlich ergibt, ist unterschiedlich. Meist kann der Bürger das gar nicht richtig beurteilen, denn unsere Selbstbeurteilungen sind selten zutreffend. Wie soll er dann aber „richtig“ wählen? Er wird egoistisch wählen mit allen Konsequenzen.
Rechte kann nicht ein Dritter von oben gewähren. Rechte kann nur der schenken oder gewähren, der selbst auf der anderen Seite die Pflichten, das Minus, übernimmt und bezahlt. Das ist ein Organisationsfehler der UNO (zum Glück, denn sonst hätten wir jetzt schon die Weltdiktatur, die so erst in 30 Jahren kommen wird). Das ist aber auch der Webfehler der EU, die die Verteilung von Rechten und Pflichten durchdrückt und sich damit fast nur Gegner schafft, leider vor allem unter den eigenen Völkern. Hoffentlich schafft die EU nicht damit die Spannungen, die sich später gewalttätig gegeneinander entladen werden, die sie eigentlich durch die Einigung Europas verhindern wollte. Wir erinnern uns: Schein und Sein! Heute will niemand mehr mit Verzicht bezahlen, schon gar nicht für Andere. So sind auch die „Menschenrechte“ und andere Rechte hinfällig.
Wer sich ein Recht erkämpft, wird Sklave dieses Rechtes. Denn er hat vieles oder alles hergegeben für dieses Recht, manche sogar ihr Leben. Nun gibt es kein Zurück mehr. Dieses Recht, das uns so viel gekostet hat, muss verteidigt werden bis zur Selbstaufgabe, mit allen Mitteln. Wir können es nicht wieder loslassen, denn dann hätten wir das Recht verloren und die Strapazen im Kampf um das Recht auch nutzlos erlitten.
Wenn wir in unserer Gesellschaft vorankommen wollten, müssten wir anfangen, auf unsere erkämpften Rechte zu verzichten. Die Rentenrechte, die Arbeitsrechte … Aber wir sind gefangen in unseren Rechten, für die wir sogar noch meist selber bezahlen müssen aus der rechten Jackentasche. Eigentlich wollen wir gar nicht selber bezahlen. Das sollen doch lieber andere tun. Und worüber wir uns in der Regel gar nicht klar sind, ist, dass der Betrag, der in die linke Jackentasche auf Grund eines Rechtes kommt, kleiner ist als der aus der rechten Jackentasche dafür bezahlte. Nachdenken würde uns mehr Klarheit schenken. Nachdenken vertreibt Dummheit. Meist sind unsere Rechte nur Pyrrhus-Rechte.
Mord und Totschlag gehören zum menschlichen Leben, mindestens schon seit 30000 Jahren. Das werden allenfalls die Schweizer durch ihre Gesetze ausräumen. Folge: Dann tötet man nur noch und richtet sich hinterher selbst, damit man nicht gerichtet wird. Gesetze sind da völlig nutzlos.
Gesetze sind Theorie. Mit allen neuen Gesetzen und Verfeinerungen von Gesetzen „optimieren“ wir nur die Theorie. Der Einfluss auf die Realität wird mit zunehmender Verfeinerung immer geringer. Sollten wir nicht vielleicht die Gesetzgeberei reduzieren und uns in die Realität begeben? Sollten wir nicht besser in unserem Leben nach den Regeln leben, die wir als sinnvoll im menschlichen Miteinander begriffen haben?
Moral funktioniert nur in der Anwendung auf mich selbst. Wenn ich Moral anwende gegen Andere, dann wird das unmoralisch. Es wird ja nur nötig, weil er sich an meine Moral nicht hält. Dann kann ich versuchen, ihn zu überzeugen, aber er wird so gehandelt haben, weil er sich im Recht sieht, weil er sich und sein Tun für gut hält. Er wird sich schwer vom Gegenteil überzeugen lassen. Dann bleibt nur als Lösung die Gewalt, das Gesetz. Dann aber werde ich unmoralisch und widerlege mich selbst. Deshalb mache ich es über Dritte, über den Staat, über Gerichte, die nach meiner Moral urteilen. Das ist aber wieder eine Form von Gewalt und damit von Unmoral. Liebe, Moral können wir nur üben und erfahren, wenn wir Freiheit, Recht und Toleranz gewähren.
Moral können nicht Religionsführer, Moralapostel oder Ethikkommissionen entwickeln und überwachen, sondern das kann nur jeder selber. Moral kann man genauso wie nachdenken nicht delegieren. Das muss jeder selbst. Das gehört in unser Leben, in die Familie, in die Schule und in den Beruf.
Es mag ja sein, dass die Moral von „gut“ und „böse“ uns von Gott gegeben wurde, dann aber hat der Mensch die Moral weit ausgefeilt und viel dazu gedichtet. Sie ist grösstenteils nicht gottgegeben, sondern von Menschen gemacht. Und Menschen verfolgen damit meist einen ganz bestimmten Zweck, nämlich sich selbst zu nutzen. Ohne Gott ist die Moral nur menschliche Idee. Dann sind „gut“ und „böse“ nur egoistisch geprägt: Ich bin gut und Du bist böse. In diesem Eigennutz sind Männer ganz gross und laut und grob bis gewalttätig. Frauen sind darin auch ganz gross, nur leise und hinter den Kulissen. Keiner soll es merken.
Die urmenschlichen Eigenschaften nennen wir „böse“ (Egoismus, Selbsterhaltungstrieb, Sexualität, Genusssucht, Stolz, Faulheit, Bequemlichkeit…); alles, was neu durch unseren Verstand erdacht und verwirklicht wird, ist „gut“. Denn im Denken ist es uns möglich, die genannten Extreme voneinander zu trennen und uns selbst entgegen der Realität nur mit den als „gut“ bestimmten Eigenschaften zu verbinden. Das gelingt Männern besser als Frauen und führt dann zu regelrechten Gedankengebäuden von „gut“ und „böse“. Bei Frauen führt es eher zum Selbstbetrug und Träumerei oder stiller Agitation. Die Realität aber bleibt auf der Erde! Diese Gedankengebäude entwickeln uns ein System von „Gut“ und wie der Mensch „gut“ sein könnte und sollte. Die Gefühle, unsere genetischen Grundlagen, unsere urmenschlichen Eigenschaften werden aber in genetischen Zeiträumen immer die Oberhand über die Verstandeswelt behalten. Im Gegenteil: Weil sich die Früchte des Verstandes rasant erweitern und wandeln, wird der Abstand zwischen der genetisch bedingten Gefühlswelt und den Folgen der Übungen des Verstandes nur noch grösser. Wir müssen uns mit unserem Menschsein, mit unseren Widersprüchen, mit unserer Herkunft arrangieren und das, obwohl die Spannungen zwischen gefühltem Sein und der mit dem Verstand entwickelten religiösen, ideologischen, idealen, digitalen … Welt immer grösser werden.
Mit unseren Widersprüchen leben verbraucht viel Energie. Wer sich zur inneren Ruhe begibt (um Energie zu sparen ist das ein ganz normaler, physiologischer, menschlicher Vorgang), der wandert ab in eine der Polregionen, in ein Extrem. Nicht jeder muss dann gleich ein militanter Extremist werden, aber auf natürliche Weise ist das so angelegt. Wir brauchen uns nicht zu wundern. In dieser Situation kein Extremist zu werden, braucht Energie, braucht aktive Beschäftigung mit dem Fakt oder Problem. Leben braucht energieverbrauchendes Aushalten, braucht Toleranz gegenüber den Widersprüchen. Das ist nicht einfach und erfordert unseren Willen. Intuitiv führt uns nichts zu dieser Haltung. Der Versuch, diese Widersprüche aufzulösen oder zu vernichten, ist sinnlos. Das brauchen Regierungen nicht zu versuchen, Wissenschaftler und Techniker nicht, Ärzte und Lehrer nicht, Eltern und wir selbst nicht. Es ist sinnlose Mühe, verursacht unnütze Spannungen und Kosten.
Viele Taten geschehen aus Gefühlen, Liebe, Wut, Abneigung, Zuneigung, Abgrenzungswille, Nestbau, Leistungsdruck, Stolz, Neid und vielem Anderen mehr. Diese Gefühle sind zutiefst menschlich. Die Frage ist, ob unser Rechtssystem, das hinterher Recht und Genugtuung schaffen soll und will und Ausgleich, Strafe, Rache, Schutz vor Wiederholung bringen soll, überhaupt in der Lage sein kann, das zu tun? Das Rechtssystem kann die Taten nur nach Gesetzen oder Verordnungen oder Druck von oben messen, die diktatorisch oder demokratisch als Kompromiss oder anderswie in der Geschichte entstanden sind. Von wirklicher Gerechtigkeit sind diese Gesetze weit entfernt. Wir kennen den Begriff „Fauler Kompromiss“ und wie viele Gesetze entpuppen sich bei der Anwendung in der Wirklichkeit als solche? Wie soll das gehen? In der Regel sind Gesetze geschaffen von Herrschern nach deren Willen und Egoismus oder in Demokratien als Kompromiss aus vielen Einzelinteressen als Kompromiss des grössten gemeinsamen Nenners. Was hat das mit Gerechtigkeit zu tun? Wie können wir überhaupt auf die Idee kommen, hier von gerechten Gesetzen zu träumen? Jeder hat seinen Egoismus so gut er konnte im Gesetz verankert. Das ist Demokratie in ihrer bisher besten Ausführung.
Wir leben in einer Gesellschaft, die sich zunehmend vom christlichen Glauben abwendet, aber seine Morallehre teilweise beibehält und als davon abgeleitetem Ausdruck philosophischer Denksysteme den Menschen in einer Idealform nimmt und daraus Normensysteme entwickelt. Diese Systeme sind zu einem grossen Teil aus christlichem Anspruch gespeist, jedoch ohne dass der Glaube an Jesus Christus mit übernommen wurde. Das existenzielle Interesse, um nicht den so unklar definierten und überbeanspruchten Begriff der „Liebe“ zu benutzen, das existenzielle Interesse Jesu am Menschen ist der Philosophie abhanden gekommen. Man vergleiche einmal die philosophischen Schriften von z.B. Kant, Sartre und vieler anderer mit denen von Michel de Montaigne (1533 – 1592, Philosoph). Die Einen entwickeln grosse Denksysteme von gut und böse, von Moral und von Gerechtigkeit und Fortschritt und wie die menschliche Gesellschaft zu funktionieren habe. Herr de Montaigne beschreibt menschliches Leben ohne jedes System und versucht einfach zu verstehen und zu erfassen, was ist.
Die Philosophie und die daraus abgeleiteten Denk- und Handlungssysteme in unserer Gesellschaft übernehmen leider diesen Fehler. Sie gehen von grossen Denksystemen aus, in denen der real existierende Mensch in seiner Widersprüchlichkeit jedoch gar nicht angemessen abgebildet ist. So sehen wir uns heute zunehmend gesellschaftlichen und gesetzgeberischen Normen ausgesetzt, die unser Leben derart einschränken, dass wir rein wahnsinnig werden und Fluchtgedanken entwickeln. Die Hippies sind daher damals aus der Gesellschaft ausgebrochen. Seitdem tun es viele Andere immer wieder und unsere persönliche Einstellung zur Gesellschaft hat sich im Wesentlichen im Negativen eingenistet. Innerlich sind wir emigriert in eine Gedankenwelt des „Reinen (widerspruchslosen) Seins“, in der wir uns als Opfer der Anderen sehen können, die unseren tiefsten Eigeninteressen, unserem eigenen Egoismus, immer nur entgegen arbeiten. (Rührt vielleicht daher unsere Politikverdrossenheit?) Frauen versuchen heute immer wieder auszubrechen und sich als besonders und aussergewöhnlich zu präsentieren, was je nach Konstitution, Mut und finanziellem Polster recht schön bis schräg wirken kann. Männer versuchen durch immer extremere und waghalsigere Aktionen auf ihren Mut und ihre Stärke und Macht aufmerksam zu machen. Die Normen werden immer mehr als Beleidigung wahrgenommen, weil sie dem Menschen das Unmenschliche aufzwingen wollen. Von aussen gesetzte Normen sind eine Beleidigung für jeden produktiven und erfinderischen Menschen.
Hat die Moral, haben „gut und böse“ vielleicht nur deshalb bei uns eine so herausragende Bedeutung bekommen, weil die Differenz zum Ideal, zum „tatsächlich gut“ nur immer grösser geworden ist? Wir jagen zwar immer dem „gut Sein“ nach, mühen uns ab, aber wir haben lange schon enttäuscht aufgegeben, gestehen es uns nur nicht ein? Vielleicht ist unser Ideal, unser Gedankenkonstrukt, völlig falsch? Nicht der Mensch steht mehr im Mittelpunkt, sondern Prinzipien: Gut und böse, objektiv und subjektiv, richtig und falsch, Demokrat und Diktator, … Dabei wird der Mensch nicht mehr ernst genommen. Die Zahlen entscheiden, nicht die Gefühle. Dabei sind doch die Zahlen sehr relativ. Setze einen Algorithmus zusammen und Du erhältst Zahlen (Messwerte, Statistiken, Resultate…). Unsere Zahlengläubigkeit führt zum absoluten Glauben der Zahlen, obwohl sie je nach Algorithmus unterschiedlich ausfallen. Dabei sind die Algorithmen immer komplizierter, was eher mehr als weniger Fehler bedingt und wahrscheinlich der Objektivität nicht zuträglicher ist? Wir kommen dem Komplexizitätsinfarkt immer näher. Warum denken wir alles von der Norm her? Warum ist nicht der Mensch der Mittelpunkt unseres Denkens? Uns Menschen haben wir ganz verloren, denn der Mensch ist böse? Vielleicht ist unser Glaube an die „guten“ Prinzipien und Ideale falsch?
Gesellschaft, Wirtschaft, Politik und Demokratie werden immer differenzierter. Nichts im Leben kann man mehr machen, ohne vorher beim Juristen eingehend die geltenden Gesetze und Normen studiert zu haben. Darin sind wir gefühlt richtig eingemauert. Für viele Ideen, Chancen, Entwicklungen, mögliche Startups ist an dieser Stelle schon Schluss. Ende vor dem eigentlichen Anfang. Freiheit? Also werden Männer wie Herr Trump, Herr Orban, Herr Kaczynski gewählt, die versprechen, das verknöcherte Mauersystem aufzubrechen. Gut so. Das wollen wir. Ob es am Ende besser ist, wenn sie ein paar Gesetze geändert haben und die neuen gelten?
Normen stehen selbstverständlich über dem Menschen. Der Mensch muss sich ihnen unterordnen und das System funktioniert nur, wenn es eine Organisationsform (Staat oder Warlord oder Organisation) gibt, die das Gelten der Normen durchsetzt. Also, der Normengeber und der Durchsetzer stehen damit über dem Gesetz. Nur alle anderen stehen unter dem Gesetz. Das Ganze funktioniert nur durch die Selbstdisziplin der Beteiligten, der Untergebenen und der Oberen, die sich freiwillig auch ans Gesetz halten. Aber keiner will sich an die Gesetze halten, nur an die, die man selber einsieht oder die einem selber nützen. Dafür bräuchte es aber keine Gesetze, sondern nur Regelungen (man muss mal über dies und das geredet haben, damit jeder weiss, wie das gemeinsame Leben funktioniert oder wenigstens funktionieren sollte) oder man macht ein Gesetz, aber da hat man die Gegner schon gleich auf den Plan gerufen. Das, was wir mit einem Gesetz erreichen wollen, erreichen wir mit hoher Wahrscheinlichkeit gerade nicht (Ausnahme: Alle halten sich bewusst aus Selbstdisziplin dran und Männer tun das auf jeden Fall viel weniger als Frauen).
Seit Luther oder seit dem Ende des Mittelalters hat sich zumindest in den protestantisch geprägten Ländern eine Entwicklung hin zur Trennung von Mensch und Norm ergeben. Da wir Menschen schlecht (z.B. egoistisch) sind und damit nicht fertig werden können, haben wir uns Normen aufgebaut (z.B. sei nicht egoistisch). Die Religion, das Christentum und insbesondere der Protestantismus boten dafür eine wunderbare Grundlage. Die Moral wurde seither vor allem im kirchlichen Raum immer weiter entwickelt. Und fortan hatte der Mensch sich danach zu richten. Die Moral, die Definition von „gut und böse“ sind aber gar kein primär kirchliches, bzw. christliches und nicht einmal protestantisches Anliegen. Auch als die christliche Zeit in Westeuropa zu Ende ging, vor dem ersten Weltkrieg, wurde die Moral in der postchristlichen Gesellschaft immer weiter entwickelt, jetzt exponentiell wachsend erst recht. Inzwischen steht sie losgelöst vor uns. Nicht der Mensch (im engsten Sinne humanistisch) steht mehr im Mittelpunkt der Gesellschaft. Nein, die Norm steht im Mittelpunkt, die Moral, das Gesetz. Der „Humanismus“ huldigt nicht dem Menschen, sondern einem „Ideal“, der „Norm“ von Mensch, damit der Mensch achtsam, liebend und gut werde. Der Mensch ist (wieder?) in den Hintergrund getreten. Ideologien versuchten und versuchen es jetzt wieder, den Normmenschen aufzubauen, damit der Mensch „gut“ sei. Er ist aber und bleibt (!) gut und böse in einem. Deshalb ist der Humanismus ein Irrtum. Der Mensch ist eins und getrennt in einem. Und im Ergebnis muss sich der Mensch (das Tier im Menschen) mühsam wieder Bahn brechen aus dem Gefängnis der Norm und Normen, was wieder Krieg und Revolutionen und viele Tote nach sich ziehen wird.
Die Errichtung von Normen, wie wir es heute erleben (einige denken sie sich aus, ob Diktatoren oder Parlamente oder Philosophen ist da fast egal) und setzen sie mittels des Machtapparates (so er vorhanden ist und wenn er vorhanden ist, dann eben mit dessen Möglichkeiten (Demokratie, Diktatur, kriegerischer Gewalt und anderem)) ein. Meistens sind es Männer, die sie erdenken und einsetzen. Und dann haben sich alle danach zu richten und der Norm zu entsprechen, ausser (und das ist enorm wichtig!) ausser dem Normerschaffer selbst. Er hat ja die Norm erschaffen und steht deshalb über der Norm (eine sehr wichtige Tatsache unter Männern, die sich selbst für besser als andere halten oder sogar für die besten und wichtigsten). Normen gelten vor Allem für die Anderen und nach Möglichkeit nicht für den Normengeber selbst. Und die anderen Männer wären nicht Männer, wenn sie nicht gegen die Norm, gegen den Normgeber, opponieren würden. Die, die vom bestehenden System, von seinen Normen und Gesetzen profitieren, sind natürlich auch für den Erhalt desselben. So ist das mit Recht und Ordnung und Gerechtigkeit.
Menschliche Gesellschaft funktioniert nicht mit Normen, jedenfalls nicht mit von oben oder von aussen gesetzten Normen. Das gilt auch für Normen im Sinne von Moral. Allenfalls „besser“ (was immer wir darunter verstehen wollten) würde der Mensch, wenn er sich innere Normen, innere Moral, setzte und diese mit eiserner Selbstdisziplin einhielte (ein Wesenszug des Protestantismus). Normen verlangen Disziplin und Disziplin untergraben schon die Kinder, wo sie können. Sie sind eben noch die ursprünglicheren Menschen (Tiere eben). Schauen wir sie uns an. Wir geben natürlich auch schon den Kindern jede Menge Normen, damit sie möglichst schnell in die (un-)menschliche Erwachsenenwelt integriert werden. Selbstdisziplin ist unmenschlich und nicht genetisch fixiert. Deshalb kostet sie uns so viel Kraft und deshalb wird uns unsere Intuition kaum zu Selbstdisziplin animieren. Aber wir haben ja mehr Gehirn, mehr Verstand, mehr Handlungsmöglichkeiten als die Tierwelt um uns herum. Damit könnten wir ja unsere Weiterentwicklung aus der Tierwelt heraus dokumentieren? Vielleicht würden wir so menschlicher? Menschlich aber hiesse: Mensch (das Tier in uns, unsere Genetik), unsere Prägung (das, was wir aus unserer Welt der Vorfahren an Gefühl, Kultur und Gedankengut übernommen haben) und das, was wir uns durch unseren Verstand an Weiterentwicklung erobert oder geleistet haben, in einer Einheit, also in mir, als dem mir nächsten Menschen, vereint. So werde ich versöhnt mit mir. So werde ich Person. So werde ich authentisch.
Das würde bedeuten: Meine tierische Revierverteidigung, mein gesellschaftliches Nationalgefühl und die durch menschlichen Verstand geschaffene Globalisierung ohne kriegerische Auseinandersetzung in mir zu vereinigen. Das heisst, absolute Widersprüche in mir zulassen. Ich vereine beides und noch mehr und will auch beides oder sogar noch mehr in mir zulassen. Das eine ist nicht mehr Wert, nicht mehr Norm als das andere.
Das Christentum (insbesondere die protestantische Kirche) hat zu einer Idealvorstellung von Gott und Mensch geführt. Seitdem versucht die christliche und nachchristliche Welt, dieses Ideal zu schaffen von Gott, dem Menschen und der Welt. Der Individualismus entstand und vor allem der „Normismus“. Die Ideologen versuchen seither, den Menschen durch Druck von aussen, durch Selektion und Abgrenzung und andere Methoden zu bessern. Die Demokraten versuchen das Gleiche durch Normen und Gesetzgebung. Zumindest in der Schweiz darf das Volk zum grossen Teil die Normen selbst bestimmen, oder besser, die Mehrheit des Volkes darf das. Das führt zu einem ausgeklügelten System von Normen und Gesetzen. Überall werden die einzelnen Egoismen möglichst in der Balance bedient. Schenken tut keiner dem Anderen etwas (Ausgerechnet in der reichen Schweiz nicht!). Allenfalls kommen Deals in Frage. Immer gibt es Gewinner und Verlierer. Und nur der macht einen Deal, der sich ausrechnet, dabei zu gewinnen.
In den nichtdemokratischen Demokratien (EU und viele andere Länder der westlichen Welt) wundert man sich, dass die Normen und Gesetze immer volksfremder werden. Das Volk emigriert bereits ins innere Wutausland. Die gewählten Herrschenden bekommen es gar nicht mit. „Direkte Demokratie ist nichts für unser Land. Das Volk ist dazu zu dumm. Wir, die gewählten Herrschenden (Volksvertreter) müssen regieren, notfalls gegen die Dummheit des Volkes.“ Sie regieren über das Volk hinweg, denn das Volk ist immer zu dumm (Und das stimmt auch!). Wo ist der Unterschied zur „gelenkten Demokratie“ eines Herrschers im Osten oder anderen Präsidenten mit Allmachtsfunktion? Es ist nur ein gradueller (das natürlich auf jeden Fall), nicht aber ein qualitativer. Und weil der Unterschied nur quantitativ, nicht aber qualitativ ist, tun sich unsere Herrschenden auch so schwer, ihre Herrschaftsräume leicht in „gute und böse“ einzuteilen und damit Klarheit und Handlungsanweisungen zu schaffen. Wir nehmen irrend an, dass unser Herrschaftsraum „gut (objektiv nicht egoistisch Eigeninteresse dienend)“ sei und der andere „böse (nur eigenem Interesse dienend)“ und merken gar nicht, dass beide „böse“ sind und allenfalls graduell unterschiedlich. Der jeweils andere Herrscher und seine Anhänger merken das aber.
Der Normismus führt dazu, dass die gesamte Gesellschaft und das gesellschaftliche Leben „verregelt“ werden: Die Gesetze der verschiedenen Organisationsebenen, aber auch jede Geschäftsbeziehung (AGBs), alles. Die Freiheit, für die unsere Grossväter einstmals gekämpft haben, haben wir leichtfertig verregelt. Wir leben nicht im Humanismus, in der Gesellschaft, wo der Mensch das Mass aller Dinge ist oder der Mittelpunkt. Das ist nur unsere Illusion. Nein, wir leben seit mindestens 150 Jahren im Normismus(!), wo der Mensch sich den Normen anderer, schlauerer oder besserwissender Propheten und Päpste unterwerfen muss! Gehorsam oder Strafe.
Wir werden auch bestraft für unsere Vererbung (unser Mensch- und Tiersein, unseren Egoismus, unseren Selbsterhaltungstrieb und Sex, unseren Stolz,) und für unsere Prägung (unsere Herkunft von den Eltern, Kultur, Freunden, Lehrern, Vorbildern). Und wir werden bestraft für unsere Taten, aber die sind nicht nur Folge unserer eigenen Entscheidungen aus unserem Verstand. Unsere Taten und Straftaten sind nur eine kleine Spitze eines Eisberges.
Deshalb schafft unser Rechtssystem (Gerechtigkeitssystem) immer wieder neues Unrecht (Ungerechtigkeit). Menschen werden dauernd mit für Dinge haftbar gemacht, die sie gar nicht beeinflussen konnten (ihre Herkunft und Erziehung, das (fehlende?) Nest in der frühen Kindesentwicklung, die überprotektive Mutter, die frühzeitige Verbannung auf die Strasse, weil beide Elternteile arbeiteten und vieles mehr). Und Menschen, die in unterentwickelten Ländern oder Regionen unserer Länder leben, werden dafür verantwortlich gemacht, dass sie dort geboren wurden oder dort leben. Eine Änderung durch Flucht wird ihnen nach Möglichkeit verwehrt.
Wir glauben, im „Humanismus“ zu leben, aber wir leben im „Normismus“. Wir müssen dafür sorgen, dass die Normen (Gesetze, Leitlinien, Gerechtigkeitsregeln) nie absolut werden (Der Begriff „Leitlinie“ (heute sehr gebräuchlich in der Medizin) ist eigentlich sehr treffend, ist aber bei uns real immer in Gefahr, doch zum Gesetz zu werden. Die Gesetzgebung, die medizinische und versicherungsrechtliche resp. staatliche Leistungsbelange regelt, ist dieser Gefahr zumindest in Europa schon weitgehend erlegen. Aber der Mensch darf nicht zu kurz kommen. Die Normen sind für den Menschen da, nicht frei schwebend im Raum wie bei Kant. Regeln braucht das Zusammenleben, aber wir sollten uns der Grenzen von förderlicher Wirksamkeit von Gesetzen bewusst sein. Sich in Verantwortung üben und gesellschaftliches Miteinander einüben können nur freie Menschen, kann man nicht unter normativem Druck.
Beispiel: Ein Mensch hat einen anderen umgebracht. Was ist das Besonderes? Es ist sein Egoismus, sein Überlebens- und Freiheitswille, tierisch menschlich. Aber nun ist ein Totschlag oder Mord geschehen. Ein Leben ist weg. Eigentlich ist das Erfolg, männlicher Erfolg im Kampf ums Überleben. Nun kommt unser Rechtsstaat und misst das Mörderleben an den Normen. Die Normen dienen eigentlich dazu, Leben zu erhalten und möglich zu machen. Aber jetzt zerstören die Normen auch noch das zweite Leben durch die Bestrafung. Eigentlich ist das kein Rechtssystem, sondern ein Rachesystem, im besten Fall kombiniert mit einem Schutzsystem zum Verhindern der nächsten Opfer. Was würden Recht und Gerechtigkeit in solch einem Falle eigentlich wirklich bedeuten?
Die Schweiz hat hehre Prinzipien. Der Mensch muss sich ihnen unterordnen. Das fällt vielen Menschen schwer, insbesondere Männern, auch Ausländern und am ausgeprägtesten manchen ausländischen Männern. Sie sind anders gebaut und sozialisiert. Also müssen die es gnadenlos lernen. So macht man Menschen kaputt. Und dann wundern wir uns über so viele kaputte Menschen und über die hohen Kosten, die durch sie entstehen. Denken wir mal an den jungen Mann mit Namen „Carlos“ im Züricher Justizsystem. Liebe? Gefühl? Verständnis? Die besten Erfolge würden wir wahrscheinlich immer zu Anfang erreichen können, aber da sind wir noch gar nicht auf Achtsamkeit gepolt.
Da wird ein Mann (Frauen ja sehr viel weniger) ins Gefängnis gesteckt. Der Grund bedeutet hier nichts. Wird er das als Freude empfinden, als Belohnung, als Mut machend, als positiv? Sehr wahrscheinlich nicht. Er empfindet das als Erniedrigung, als Kampfansage, als Abwertung, als Schmach. Wird ihn das zur Einsicht bringen, zur Läuterung, zur Abkehr von seinem Tun? Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass das Gegenteil passiert. Jetzt wird er innerlich erst recht zur Opposition, vor allem Männer. Er wird auf Befreiung sinnen, auf Rache und auf Wiederholung, nur technisch versierter, damit er nicht wieder erwischt und gefangen wird. Der Egoismus wird im Knast wachsen. Hinterher wird er all das nachholen wollen, was ihm im Knast versagt blieb, was er verpasste. Auch er hat ja nur ein Leben. Auch er wird auf Rache sinnen… Diese Entwicklung könnte allenfalls gemeinsames Nachdenken (im Gefängnis) verhindern.
Anderer Gedanke:
Das dauernde einhalten Wollen von Normen ist Teufels Küche. Frauen tun es aus Egoismus meistens, um ihre Aufzucht zu garantieren, aber dann gezielt an gewissen Stellen auch wieder nicht, so wie es ihnen selbst zum Ego am besten passt. Wenn sie die Normen einhalten, ist die Chance grösser, dass die Kinder überleben und sie ist die „Gute“ und diese Rolle als „Gute“ ist zementiert. Frauen spielen sehr gerne die Rolle der „Guten“, auch wenn sie in Gedanken ganz anders handeln möchten und würden. Die „Gute“ ist eine gespielte Rolle.
Männer geraten oft mit dem Gesetz in Konflikt. Sie müssen also böse sein. Und da dieser Mechanismus so gut funktioniert, setzen Frauen auch gleich noch eigene zusätzliche Normen.
Männer, die gehorsam sind, sind lieb, aber sie sind dann erstens Untertan der Frauen und zweitens keine Männer mehr. Denn ein Untertan ist wie ein Kind und nicht wie ein Mann.
Frauen, die nach Wissen und Erfüllung ausserhalb der Familie suchen, sind keine Frauen mehr, denn sie sind „schlechte“ Mütter. Deshalb haben sie dauernd ein schlechtes Gewissen. Und sie wissen in der Regel sogar, warum sie ein schlechtes Gewissen haben. Sollte unsere Gesellschaft wirklich alle möglichen externen Kinderbetreuungen einrichten, nur damit Frauen dieses schlechte Gewissen abgenommen wird? Was wird auf diese Weise menschlicher? Oder sollten wir nicht eher den Müttern sehr, sehr dankbar sein, die ihre biologische Rolle ernst nehmen und gegen ihre eigenen Wünsche und Verlangen durchhalten? Dabei verdienen sie natürlich viel Unterstützung, vom Mann, nicht oder nachrangig von der Gesellschaft.
Wechsel:
Normen und Gesetze ziehen immer Grenzen. Viele sind drinnen, manche sind draussen. Bei Versicherungen sind die, die draussen sind, formal versichert, in der Praxis aber nicht. Bei Gesetzen sind Verbrecher, Gesetzesbrecher, Bösewichte, Straftäter draussen.
„Gute“ Normen und Gesetze halten immer Prinzipien hoch. Sie messen den Menschen am hehren Prinzip. Da kann der Mensch eigentlich nur durchfallen (oder er wird mangels Beweisen freigesprochen, weil er sein Sein so gut durch Schein verdecken konnte). Gesetze zementieren damit meist einen systematischen Fehler, den, dass Menschen nicht wirklich Gerechtigkeit zuteil wird, sondern nur ferne Auswirkungen von Festlegungen anderer. Die Justiz ist nur im gedachten Ideal Justizia mit verbundenen Augen und der Waage in der Hand. Real ist sie instrumentalisierte Kanone in der Hand der Regierenden und der die Regierung stellenden oder beeinflussenden Menschen. Die Aktionen der ungarischen und polnischen Regierungen, sich die unabhängige Justiz wieder zu unterstellen, ist intuitiv richtig. An beiden Orten wurde nur nicht nachgedacht. Die Folgen werden brutal sein.
Toleranz gegenüber den Anderen wäre oft die bessere Lösung. Normgebung ist eine Form von Machtausübung, eben durch das Volk oder die Volksvertreter. Eine intensive Gesetzgebung spricht für wenig Toleranz der Bürger resp. ihrer Vertreter im Parlament und der Regierung und für wenig Freiheit im Land!!!
Doch die Widersprüche sind in uns. Die Trennung zwischen „gut“ und „böse“, der Widerspruch, verläuft nicht zwischen den Menschen (und man könnte sie aufteilen in gute Menschen und böse Menschen), sondern als trennender Graubereich mitten durch jeden Menschen ohne Ausnahme hindurch. Deshalb gibt es in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft fast niemanden, dem man nicht bei genauerem Hinsehen doch Korruption oder andere „negativ besetzte Eigenschaften und Verhaltensweisen“ nachweisen kann (ausser vielleicht Frau Bundeskanzlerin Angela Merkel). Das ist natürlicher Egoismus. Das ist der Erfolg des Kapitalismus. Und der Kapitalismus ist nichts anderes als die sexuelle Liebe auch. Zwei gut passende Egoismen lieben sich, machen den Deal des Lebens oder den gesellschaftlichen Deal oder viele Deals.
Betrug und Missbrauch gibt es bei den Grossen (mit dem grossen Geld) und bei den Kleinen (mit dem kleinen Geld). Bei den Grossen sind nur die Beträge grösser und bei den Kleinen entsprechend kleiner. Deshalb sind die Kleinen wegen der kleinen Beträge eigentlich uninteressant und die Grossen sind interessant, weil relevant. Bei den Grossen sind aber die Risiken auf Widerstand gross (damit die Kosten), bei den Kleinen sind die Risiken auf Widerstand und Kosten klein. Deshalb fängt man lieber die Kleinen und lässt die Grossen trotz der relevanten grossen Beträge lieber laufen.
Nicht alles ist sinnvoll, gesetzlich zu regeln. Das trifft zunächst erst einmal für alle Zweierbeziehungen zu, in denen ja meist keine Zeugen verlässliche Aussagen machen können. Das trifft auf alle Beziehungen zu, die mit Gefühlen zu tun haben, Liebespaare (vom Start der Liebe bis zum endgültigen Aus, Eltern-Kind-Beziehungen und Ähnliches). Bedenken kann man an dieser Stelle sogar die Beziehung eines Individuums zu seiner Umwelt in Form vom Abstecken von Revieren und dessen Folgen oder Hunger bei Unterernährung. Und schon gar nicht gehören Informationen über zerstörte, gefühlsbetonte, menschliche Beziehungen, die vor Gericht landen, in die Öffentlichkeit. Ist der „neue“ gläserne Mensch wirklich menschlich? Wäre es nicht sinnvoller, beide Parteien würden sich ohne Öffentlichkeit und mit nur wenigen Normen mit einem Dritten (Gericht oder Ombudsmann oder -frau oder Freund oder Freundin oder Seelsorger oder …) zusammensetzen und gemeinsam eine Lösung aushandeln oder/und schenken?
Es erleichtert die Diskussion und den Umgang mit Problemen in diesen Feldern ungemein, wenn wir versuchen, die Begriffe „gut“ und „böse“ möglichst zu meiden. Hier geht es um Regelungen in gegenseitigem Respekt und Anerkennung, besser natürlich noch in Liebe. Und in all diesen Gebieten ist der Ruf nach Justiz eher vergleichbar dem Ruf streitender Kinder nach dem Gerechtigkeitsentscheid des Vaters oder der Mutter über eine Sache. Kein Wunder, wenn uns solche Streits vor Gerichten oft wie Kindergezänk vorkommen und es am Ende nicht gerechter empfunden wird, als hätte man das Gericht gar nicht erst bemüht. Ich plädiere dafür, mehr Rücksicht aufeinander zu nehmen, mehr Anerkennung zu geben und in Rücksicht und Liebe Dinge zu regeln. Dann wird unser Zusammenleben in diesen Formen wieder menschlicher, nicht durch das Schaffen und Einhalten von Gesetzen und den Gang vor den Richter.
Unsere Gesetzerei und Bestraferei ist doch ein völlig unangemessener Umgang mit unserem Menschsein. Und an unserer Menschwerdung sind wir nicht einmal selber mitwirkend gewesen. Wir werden dauernd für Dinge verantwortlich gemacht und bestraft, die wir nicht beeinflussen konnten. Und dabei strafen uns Menschen, die selber auch nur Menschen unter den gleichen Bedingungen sind. Oft müsste man ja auch eher die Eltern bestrafen, die wahrscheinlich meist schon längst tot sind.
Die Philosophie „Der Mensch ist an all seinem Handeln selber Schuld“, „Es ist alles vom freien Willen abhängig“, ist schlichtweg falsch. Da wir Gott und/oder die Evolution nicht zur Verantwortung ziehen können, wird ersatzweise von uns der einzelne Mensch zur Verantwortung gezogen. Das ist aber eigentlich nicht „gerecht“. Nein, der Mensch ist in wesentlichen Teilen in die Welt „geworfen“ (Heidegger) und muss schon sein Sein hinnehmen, die menschlichen Strafen dann noch zusätzlich. Die Anerkennung der Tatsache, dass es für viele Dinge in dieser Welt und im menschlichen Miteinander keinen „Schuldigen“ gibt, erleichtert das Zusammenleben. Schuld trennt. Keiner will schuld sein oder Schuld haben. Die Auseinandersetzung über Schuld ist fast immer ein Mauerbau.
Man kann natürlich versuchen, das Menschsein durch Regeln zu regeln. Gesetze/Regeln sind keine Ideallösung, sind eher die zweitbeste Lösung und meist sind sie zumindest partiell unmenschlich, da sie mindestens am Rand in der Widersprüchlichkeit nicht zutreffen und daher Not schaffen (wie z.B. die Regeln der Sozialen Dienste, Versicherungen und anderer). Welche aber wäre dann die beste Lösung?
Unsere Gesetzgebung erinnert sehr an die Kinderstube, als die Eltern immer schlichten sollten. Sind wir schon so degeneriert? Können wir nicht mit eigenen (Vor-)Urteilen uns mit Nachbarn, Geschäftspartnern, Partnern und Anderen einigen? Braucht es wirklich eine undurchschaubare Anzahl von Gesetzen, Gerichten, Advokaten und Beratern? Früher gab es da z.B. aussergerichtliche Plattformen, wo Bürger ihre Zwiste untereinander vor der Öffentlichkeit und mit Hilfe eines Dritten regeln konnten.
Wir werden später noch sehen, dass Dreiecksysteme im menschlichen Leben immer zu indirekten Beziehungen führen, die durch diese Tatsache die Effektivität von Vorgängen reduzieren. In den westlich organisierten Staaten wird ein ausgeklügeltes Rechtssystem aufgebaut, das zwischen Opfer und Täter positioniert wird. Oft wird der Staat als Vertreter des Rechts zum Ankläger, das Opfer nur zum Nebenkläger. Opfer und Täter haben nichts mehr miteinander zu tun.
Bei Mord und ähnlichen schweren Delikten mag das vielleicht auch sinnvoll sein. Aber in den meisten Fällen wäre es wichtig, zwischen Täter und Opfer einen Ausgleich zu schaffen. Das würde uns davor bewahren, dem Täter die ganze Aufmerksamkeit zu widmen (denn es muss ja das gerechte Strafmass gefunden werden) und dabei das Opfer zu vergessen. Die Strafe könnte und müsste sich am Schaden des Opfers und an dessen geschädigter Gefühlswelt ausrichten. Das müssen die Beiden unter sich, vielleicht unter Aufsicht eines Gerichtes oder ähnlichem ausmachen, aber eben die Beiden. Und da wird auch das menschliche Rachebedürfnis in bestimmten Bahnen mit einfliessen müssen und dürfen.
Dem Anderen sein vermeintliches Recht zu schenken, Toleranz zu üben, Integration und Liebe zu schenken? Würde das nicht Vieles entschärfen und vielleicht auch leichter machen? Wir würden sicher freier, wenn vielleicht auch etwas chaotischer? Wäre es nicht menschlicher, statt das Rechtssystem immer weiter zu „optimieren“, Bitten und Schenken und Verzichten als menschliche Umgangsform zu fördern? Wäre es denkbar, dass wir „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ überwinden könnten? Männer, wäre das nicht ein neues Ziel, ein lohnendes dazu?
(Denken wir wieder daran: Wir denken nach. Wir schaffen nicht gleich alle Normen ab. Manches ist sinnvoll. Die modernen Dreiecksbeziehungen haben jedoch auch viele Nachteile, fördern nicht nur die Menschlichkeit, sondern auch die Unmenschlichkeit.)
Wir werden später noch sehen: Der Mensch ist keine Maschine! Es ist nicht angemessen, Gesetze und Regeln für ihn zu schaffen wie die filigrane Installation von Technik in einer Uhr. Zum Glück ist der Mensch keine Uhr. Und der Mensch ist auch nicht die frei formbare Modelliermasse. Es braucht schon viel Zwang und dann hat man nur die oberste Kruste verändert, nicht aber den Menschen in seiner Existenz. Lassen wir es wohl lieber sein?!
Kürzlich las ich einen Zeitungsartikel zur Frage einer Roboterethik. Der Verfasser beklagte sich, dass im Mittelpunkt der geläufigen Ethik immer der Mensch im Mittelpunkt stehe. Nach unseren gemachten Betrachtungen müssten wir das ja eher bezweifeln. Aber sicher, die Roboter stehen nun sicher nicht im Mittelpunkt unserer Ethik. Ist Ethik nicht ans Leben gebunden und an den Glauben, also an die Philosophie des Menschen, sein Menschenbild, sein Weltbild und seine Sicht um Gott (auch für den Nicht-Gott)? Eine roboterzentrierte, eine Roboterethik ohne Mensch im Mittelpunkt? Denken wir doch bitte erst einmal nach, ehe wir wissenschaftliche Studien, Zeitungsartikel oder Bücher schreiben!
Es gibt nicht nur Fake-News. Es gibt auch Fake-Weltbilder, Fake-Trends, Fake-Entwicklungen. Der Humanismus war z.B. eine solche Fake-Philosophie. Real hatten wir etwas ganz Anderes, ein Gemisch aus Egoismus, Idealismus und Normismus.
Richten Sie sich besser nicht nach Prinzipien oder Idealen. (Sie kennen doch im Streit: „Hier geht es ums Prinzip.“ Und der Streit nimmt kein Ende.) Nein, es geht nicht ums Prinzip, sondern um die beiden streitenden Menschen. Setzen Sie sich nicht in virtuelle, ideale oder andere Welten ab. Bleiben Sie in der analogen, in der menschlichen Welt. Leben und arbeiten Sie analog, menschlich. Sie sind Mensch und Sie bleiben Mensch! Achten Sie auf Ihr Leben.
Ist ein Verzicht auf „gut“ und „böse“ (also Moral) und dafür mehr nachdenken nicht vielleicht sogar moralischer als die Moral? Werden wir nicht vielleicht menschlicher und sogar moralischer, wenn wir unsere Moral loslassen? Wir benutzen Moral eben fast immer als Prinzip und das zerstört die Moral der Moral!

 

Vorurteile, vorgefasste Meinungen:

Die Erde dreht sich immer schneller. Früher musste jeder lange gehen oder reiten, um jemanden in einem anderen Dorf zu besuchen. Wollte man eine Nachricht an einen Liebsten schicken, schrieb man einen Brief und er war tage- bis wochenlang unterwegs bis er sein Ziel erreichte. Heute nehmen wir schnell das Auto, das Telefon, die e-mail, setzen einen Tweet ab und innerhalb Kurzem können wir mit einander zusammensein und innerhalb von Sekunden Informationen über grosse Distanzen austauschen.
Die meisten dieser Vorgänge sind bei uns Menschen auch heute noch intuitiv gesteuert. Der Verstand ist viel zu langsam für die vielen erforderlichen Informationen und Reaktionen. Die Intuition ist aber zum grössten Teil ein körperlicher Vorgang, von unterschwelligen, oft gefühlsbetonten Einflüssen abhängig. So wird die Intuition überwiegend von innen körperlich über Gefühle und von aussen gefühlsbetont geformt. Das kann zu unseren Gunsten oder in unserem Interesse sein, wird es aber oft auch nicht sein. Das ist eher Glückssache oder Manipulationsergebnis. Werbung und Information werden häufig mit Gefühlen verbunden, die unsere Intuition in eine ganz andere Richtung lenken sollen, weg von unserem Eigeninteresse hin zum Interesse anderer. So werden wir langsam immer weniger Herr unserer Intuition und nicht selten ordnet sich der freie Wille dann auch noch der Intuition unter und nicht umgekehrt. Und sagen Sie nicht, sie wüssten das nicht oder glauben das nicht. Ich empfehle, mal ein Werbetraining bei entsprechenden Anbietern zu absolvieren. Und auch Redetraining, Überzeugungsschulung etc. sind heute breit im Angebot. Wir leben sehr selbstverständlich damit und wundern uns, dass die Politik, die Gesellschaft, die Wirtschaft in eine Richtung gehen, die wir eigentlich gar nicht wollen. Wir lassen uns bewusst unkritisch von anderen Interessen mittels unserer Intuition manipulieren und merken gar nicht mehr, dass wir von unseren eigenen Zielen und Lebensvorstellungen immer weiter abdriften.
Das Bauchgefühl, die Intuition und die innere Stimme sind Gefühle aus tierischen, aus frühmenschlichen Zeiten. Alle drei sind Interessenvertreter, Handlanger unseres Körpers, sehr egoistisch. Seit der Mensch aber zum Mensch wurde, Verstand zum Denken und zur Bewusstwerdung bekam, passen diese Gefühle immer weniger als Gradmesser für menschliche Entscheidungen, denn der Mensch ist nicht mehr nur Tier, ist nicht mehr reiner Teil der Welt, sondern durch seine Personwerdung auch getrennt von dieser Welt, ihr gegenübergestellt.
Vorurteile sind typischerweise entwickelt im Zusammenhang mit Intuition und Gefühlen oder gefühlvollen Informationen. Das macht aber ihr Problem aus. Vorurteile sind eben schnell gefasste Urteile, deren Richtigkeit später in Frage gestellt werden müsste. Durch die Verbindung mit Gefühlen sind die Vorurteile aber oft besonders fest verankert. Und da Frauen viel stärker an Gefühle gebunden sind, sind bei ihnen Vorurteile auch viel schwerer wieder auszuräumen. Die eigene Frau kann man bei dem Versuch regelrecht verlieren. Auch im Berufsleben muss man das sehr streng beachten.
Die Frau wird es als widersinnig empfinden, ihre Intuition, ihr Bauchgefühl zu hinterfragen und deren Ergebnisse zu bezweifeln und die Argumente des Mannes werden todsicher weniger gewichtig sein als das Bauchgefühl und als die Vorurteile der Frau. Männer werden oft aufgeben. So entstehen Pseudomedikamente, Paramedizin, Wellness-Gastronomie und vieles mehr.
Die Welt der digitalen Medien und unsere häufigen negativen Nachrichten fördern das Entwickeln akuter, schneller Gefühle und diese Gefühle führen zu schnellen Urteilen, Vorurteilen eben.
Das ist dreifach fatal:
  1. Sind diese Vorurteile durch Gefühle fest verankert.
  2. Sind diese Vorurteile in der Regel bei genauerer Überprüfung nach Eintreffen weiterer Informationen nicht sehr wirklichkeitsnah (Dazu kommt ja noch, dass die Wirklichkeit meist mehr als eine Seite hat; am Anfang bekommen wir aber nur eine und meist entweder die beste oder die schlechteste gezeigt).
  3. Eine Korrektur nach Überlegung wird über den Verstand gemacht. Die Wirksamkeit des Verstandes ist aber viel geringer als die des Gefühles, ganz besonders bei Frauen! Die Korrektur des Vorurteiles ist besonders schwer.
Mit diesen Gefühlsveränderungen ändert sich auch die Intuition. Die Werbung hat sich das schon seit Jahrzehnten zunutze gemacht. Wir merken es gar nicht mehr. Mit Hilfe schneller, kaum wahrnehmbarer, auf das Gefühl einwirkender Informationen wird unser Gefühl in die gewünschte Richtung verändert und in der Folge verändert sich unsere gefühlsabhängige Intuition auch. Das und das hätte ich jetzt gerne und was ich tun muss, um das gewünschte zu erreichen, sagt mir meine Intuition. Ich brauche gar nicht mehr nachzudenken. Der Mechanismus läuft bereits ab, und zwar im Interesse der Werbenden und nicht in unserem Kundeninteresse.
Wer sich von Vorurteilen frei machen will, muss die digitalen (die schnellen) Informationen meiden und muss sich den langsamen, den gut recherchierten, den parteiunabhängigen, den wirtschaftsunabhängigen, den staatsunabhängigen Informationen widmen oder im nahen Umfeld mit den Betroffenen aller Seiten selber reden. Wer Vorurteile meiden will, muss Emotionen meiden! Emotionen sind ein wunderbares Lebenselixier, aber sie sind Gift für die Wahrheitsfindung, also für eine realitätsnahe Beurteilung. Wer Wahrheit finden will, muss dies zu allererst über das Denken und Nachdenken, über den Verstand, über das gedankliche Abwägen aller Seiten (vor allem auch der Gegenseiten) tun. Vielleicht ist das der Grund, warum Gott und/oder die Evolution dem Menschen nicht nur Gefühl und Kurzzeitsignalverarbeitung gegeben haben, sondern warum sie als Weiterentwicklung dem Menschen (und in geringem Masse bereits bei den Primaten anzutreffen) das Denken und den Verstand zusätzlich entwickelt haben? An dieser Stelle sind Männer eindeutig im Vorteil oder zumindest die Männer, die ihren Verstand auch gebrauchen.
Vorurteile in realitätsnahe Urteile zu verwandeln, erfordert viel Fleiss, Energie und Zeit.
Nehmen wir das Beispiel: „Der Mensch kann aus der Geschichte lernen“.
Lange zurückliegende Zeiträume und vielleicht auch noch andere Gegenden dieser Welt, sind einfach. Sie sind mit uns emotional nicht verbunden. Wir lesen oder hören relativ unbeteiligt von diesen Zeiten und Orten. Unsere Gefühle sind kaum beteiligt. Wir können das verstandesmässig aufarbeiten. Daraus lernen? Nun ja, als Unbeteiligte können wir unsere Schlüsse ziehen. Aber weil unsere Gefühle kaum beteiligt sind, bleibt es sehr theoretisches Wissen. In unserem Leben wird wenig davon ankommen.
Kommen wir in jüngere Zeiträume oder/und Gegenden, zu denen wir einen Bezug über bekannte Vorfahren haben, wird es schwieriger. Jetzt spielen Prägung und Gefühle mit eine Rolle, aber es werden meist Gefühle sein, die nicht wir entwickelt haben, sondern unsere Vorfahren. Wir können uns entweder verstandesmässig mit ihnen auseinandersetzen. Dann bleiben wir oft im Verstand und verstehen nicht wirklich. Es wird ein theoretisches Wissen. Oder wir stellen uns den überlieferten Gefühlen. Dann lassen wir uns von der Zeit damals einfangen, begehen aber deren Fehler mit oder das Gegenteil in Form von Ablehnung. Das ist keine Aufarbeitung. Das sind häufige Entwicklungen von Nationalismen oder Gegennationalismen. Eine wirkliche Aufarbeitung hat eigentlich gar nicht stattgefunden. Der Lerneffekt bleibt sehr fragwürdig.
Kommen wir in Zeiträume von uns bis zu unseren Grosseltern, sind wir Beteiligte nach Gedanken, Worten, Werken und Taten. Hier sind wir gefühlsmässig sehr stark dabei. Das macht eine Auseinandersetzung zwar tief und gehaltvoll, aber wir werden uns schwer von den damit verbundenen Gefühlen frei machen können. Wir sind befangen in unseren Vorurteilen. Wirkliche Aufarbeitung ist das dann nicht. Es bedürfte einer Sichtweise von aussen, sodass wir aus unserer Haut herausgehen könnten und zwei Ereignisse in der Vergangenheit und Gegenwart oder Zukunft von aussen (Nicht objektiv, das gibt es nicht) zu beurteilen. Wir schaffen es aber kaum, eine solche äussere Position einzunehmen. Sich in eine solche Situation hineinzudenken ist nicht schwer (denken in gedanklichen Himmelssphären, die wir leicht und bequem einnehmen können), aber sie auch wirklich einzunehmen, aufzuarbeiten und womöglich auch noch unsere Gefühle beeinflussen zu lassen, gelingt uns nur ausnahmsweise. Lerneffekt? Intensiv, aber sehr wahrscheinlich parteiisch.
Am schwersten ist es, über sich selbst nachzudenken, weil wir viel zu sehr an unseren Körper und unsere Gefühle gebunden sind. Denken Sie erst über alles mögliche Andere nach. Das bringt zumindest etwas Übung. Seien Sie sehr vorsichtig mit Selbsteinschätzungen. Sie werden selten realitätsnah sein, eher vielleicht das Gegenteil.
Wir sehen, Vorurteile zu ändern, ist schwer. Wir werden uns damit begnügen müssen, weite Teile unseres Lebens mit Vorurteilen zu leben und zu arbeiten. Dann sollten wir vielleicht viel weniger Gewicht auf unsere Urteile legen? Sie häufiger hinterfragen! Unseren Urteilen im Vergleich zu denen Anderer weniger Gewicht geben?! Das würde Zusammenleben in vielerlei Hinsicht leichter machen.
Das, was uns unsere Gefühle, unsere Intuition, unsere Ideale, die Werbung, viele schnelle Informationen mitteilen, ist in sehr vielen Fällen viel weiter von der Realität entfernt als wir glauben. Unsere Auffassungen und unser Leben spielen sich viel mehr im Schein ab als im Sein, in der Realität. Aber die von uns unabhängige Realität gewinnt immer. Das ist eine biologische Naturregel. Lange geht die Täuschung gut, bis die Enttäuschung kommt. Und sie wird kommen, todsicher.
Trotzdem müssen wir anerkennen, dass Leben nur möglich ist, Dank unserer Intuition und damit Dank unserer Vorurteile. Wollten wir immer erst alle möglichen Informationen sammeln und uns ein realitätsnahes Urteil bilden, würden wir jeden Tag verhungern, weil wir zu nichts kämen. Die Zeit des ganzen Tages würde gar nicht reichen. Es bleibt uns gar nichts anderes übrig, als mit Vorurteilen zu leben, wohl wissend, dass die meisten davon mehr oder weniger fern der Realität sind. Frauen sind deshalb nicht selten schon mit der Arbeit fertig bevor der Mann mit seinem Nachdenken zum Ziel kam, wie die gleiche Arbeit am effektivsten zu erledigen wäre. Frau und Mann eben.
Eigenartigerweise misstrauen viele Schweizer (Andere Nationen auch, aber die Schweizer sind von allen am genauesten (eben Uhrmacher) und treiben es deshalb am extremsten) dem Verstand, vor allem Frauen (Bitte nicht abwertend betrachten, nur nachdenklich). Sie verlassen sich lieber auf ihre Intuition, auf ihr Bauchgefühl, auf ihre innere Stimme, auf schnelle Informationen von irgendwelchen Werbezeitschriften. Gut recherchierten, wissenschaftlich untermauerten Informationen und Forschungsergebnissen wird misstraut. Ganz einfach: Denen fehlen die guten Gefühle. Die sind nur fremde Theorie. Dazu hat die Frau keinen intuitiven Zugang. Das Misstrauen hat zum Teil seine Berechtigung, aber die blinde, intuitive Ablehnung ist nicht richtiger als der blinde, intuitive Glaube. Als Beispiel kann man die Haltung zu Schutzimpfungen, zu verschiedenen Therapieformen und zu vielen anderen Dingen des täglichen Lebens durchdenken. Sie würden staunen. Und in dieser Hinsicht kann der unreflektierte Glaube an die Intuition Menschenleben kosten.
Wir leben oft intuitionsgesteuert. Das ist bequem, schnell, kritiklos. Besser ist, wir misstrauen unserer Intuition möglichst viel und hinterfragen alles, bevor Vorurteile daraus geworden sind, die wir dann schwer wieder ändern können. Intuition führt uns oft in die Irre (auch wenn Ihnen jetzt Ihre Intuition genau das Gegenteil einreden will. Hier auf der Stelle können Sie mit der Übung anfangen!) Da aber unsere Intuition zum Körper gehört ist sie auch bestimmend wie der Körper. Wer seine Intuition und damit Vorurteile hinterfragen will, muss zunächst mit seinem Körper kämpfen (der ganz suggestiv sagt: Na, mir kannst Du doch glauben! Willst Du mir, also Dir selbst nicht glauben? Das ist doch paradox! Das ist doch verrückt.). Und womit wollen wir unsere Intuition hinterfragen? Mit dem Verstand! Etwas anderes haben wir dafür nicht. Dabei ist aber der Verstand doch viel weniger wirksam als der Körper. Wir unterliegen schon zum zweiten Mal unserem Körper. Vorurteile zu umgehen ist verdammt schwer, sie wieder zu korrigieren noch schwerer. Da braucht es viel Zeit. Zwanzig Jahre nachdenken sind nicht zu viel.

 

Egoismus und Gerechtigkeit:

„Gut und Böse“ – sind eigentlich zwei moralische Begriffe und Moral ist etwas von ausserhalb von uns Menschen. Wir neigen aber sehr intensiv dazu, vielleicht um des Selbstwertgefühles willen oder als Ausdruck des Behauptungswillens, gut und böse zu instrumentalisieren: Ich bin gut und Du bist böse (schlecht)! Was ich mache, ist gut, was Du machst, ist dem zuwider, also böse. Der Egoismus entscheidet. Dann verläuft die Trennungslinie nicht in uns Menschen, sondern zwischen uns Menschen. Das ist eine wichtige Erkenntnis, denn sie führt dazu, dass wir unsere ganze Lebensphilosophie darauf aufbauen. Wir haben das getan und unsere ganze Gesellschaftsstruktur entsprechend eingerichtet. Wenn aber die Grenze zwischen „gut“ und „böse“ gar nicht zwischen uns Menschen, sondern durch uns Menschen hindurch verläuft und das auch noch als Grauzone statt als definierbare Linie, dann müssen wir auch unser gesamtes Denk- und Entscheidungswerkzeug darauf einstellen und völlig ändern. Die Bedeutung dieser kleinen Unterscheidung trennt Milliarden Menschen von einander. Wir können die Bedeutung gar nicht überschätzen, sondern immer nur unterschätzen. Sie werden merken, je mehr Sie sich von „gut oder böse“ trennen, desto mehr werden Sie sich auch von sich selber lösen. Sie werden freier werden, kritisch, aber nicht selbstmörderisch über sich selber nachzudenken. Sie werden auch Ihren Egoismus nicht los werden, aber viel lockerer im Umgang mit ihm werden. Das Eigeninteresse verliert an Gewicht. Vielleicht werden Sie sogar über sich lachen können? Sie werden mehr Verständnis für andere entwickeln.
Es gibt in dieser Welt immer wieder Gegenspieler, zwei Seiten (oder auch noch mehr). Die Egoismen beider Seiten stehen oft diametral gegeneinander. Die Grenze läuft zwischen den Menschen, nicht durch die Menschen. Würden wir den Gedanken überhaupt zulassen, dass die Grenze doch gar nicht zwischen den Parteien, sondern mitten durch jeden einzelnen, die Parteien vertretenden Menschen zieht, sähe die Konsequenz ganz anders aus. Auf zwei Seiten können wir nicht zugleich stehen. Das Denkmodell wäre zu simpel. Wir müssten uns schon mehr Mühe geben, ein neues Denkmodell, ein neues Gesellschaftsmodell, neue Geschäftsmodelle, neue Handlungsweisen usw. zu entwickeln.
Nach dem alten Modell: Die Gewinnerseite, die Herrschenden, die Arbeitgeber, die Konzerne, die Männer handeln und kommen irgendwann fast zwangsläufig an einen Punkt, wo sie die Gegenseite über das Ohr hauen. Das macht die Gegenseite eine Zeit lang mit, bis sie sich der Unterlegenheit bewusst wird. Dann wird auf Gerechtigkeit (wie wir gesehen haben, ein schönes Deckblatt für die Durchsetzung eigener Interessen) gepocht und diese erkämpft. Nicht selten spielt gleich der Wunsch nach Rache noch mit. Da man sich als Unterlegener fühlt, heiligt der Zweck, die Erkämpfung von Recht und Freiheit, alle Mittel. Es wird wieder Leid zugefügt, meist Anderen, Unbeteiligten, aber für den Zweck unserer „guten Sache.“ Und so entstehen neu Opfer, die auch wieder um ihr Recht kämpfen müssen. Diesem Schema gleichen die Freiheitskämpfe der meisten Generationen vor uns und auch unsere eigenen Freiheitskämpfe. Auch Gewerkschaften funktionieren nach dem Prinzip, auch wenn sie mit einer Sonderform des Freiheitskampfes „gewaltfrei“ agieren. Die Frauenrechtler agieren nach dem gleichen Prinzip und viele Andere. Das ist ein sehr häufiger Prozess bei Unterlegenen. Wenn sie aber gewinnen und an die Macht oder an Einfluss oder in Freiheit kommen, dann müssen sie diesen Status wieder verteidigen, natürlich auch mit Waffen und seien es gewaltfreie Waffen. Auch dafür heiligt der Zweck die Mittel. Freiheitskrieger dürfen alles, denn sie sind Opfer oder vertreten Opfer und das rechtfertigt jedes Mittel, sei es noch so brutal. Hauptsache, die Täter, die Unterdrücker werden ausradiert. Sollten sie nach Erlangung der Freiheit noch immer nicht alle tot sein, bleiben ihnen gegenüber alle Mittel gerechtfertigt, denn die alten Sieger, die jetzigen Verlierer haben keine Rechte mehr. Sie haben ihre Rechte verwirkt. Eine der wenigen Ausnahmen von dieser Regel war die Befreiung 1985 bis 1990 in Europa oder auch das Ende der Apartheit in Südafrika. Das wäre eine wirkliche Aufarbeitung Wert.
Der Befreiungskrieg ist der Weg in die nächste Diktatur und Ungerechtigkeit ist fast unausweichlich. Mit dem Sieg müsste mindestens Waffengleichheit zwischen Sieger und Opposition hergestellt werden. Aber dafür hat man ja nicht gekämpft und Opfer gebracht, um jetzt seinen Vorteil abzugeben. So entsteht quasi automatisch eine Wellenbewegung zwischen den Polen und eine gute Balance zwischen beiden Seiten ist ein Kunststück, das fast nie gelingt und schon gar nicht für längere Zeit. (Siehe Win-Win-Situationen an anderer Stelle)
Vergessen wir Gleichheit und Gerechtigkeit auch in der grossen Politik oder wollen wir um der Gerechtigkeit zwischen allen Staaten willen und weiter gedacht zwischen allen bald 10 Milliarden Menschen (Frauen und Männer) gegeneinander kämpfen? Lassen Sie uns nachdenken! Auch wenn wir unterschiedliche Gedanken haben werden, ich fürchte, die Ergebnisse wären recht ähnlich.
Schauen wir auf eine unserer Gesellschaftsstrukturen: Gewerkschaften entstanden, als es vielen Arbeitnehmern bei schlechten Arbeitsbedingungen und niedrigen Löhnen schlecht ging. Die Arbeitgeber hatten ihre Profitgier, die den Aufbau des Unternehmens erst ermöglichte, bei Weitem übertrieben. Die Arbeitgeber sind eine Struktur, die mithilfe Dritter eine Gruppe von Kunden zufrieden stellt. Eine Gewerkschaft ist eine Struktur, die mittels Zusammenschluss die Rechte des einzelnen Mitglieds (Arbeitnehmers) gegenüber dem Arbeitgeber erkämpft, notfalls unter Schädigung des Kunden. Deshalb haben Gewerkschaften keinen guten Ruf, ausser in den eigenen Reihen und bei denen, die die Gewerkschaften für sich instrumentalisieren. Gewerkschaften sind Egoismusstrukturen. Sie sind nur Interessengemeinschaften. Letztlich sind die Arbeitgeber oft die Ursache. Aber Arbeitgeber produzieren auch, stellen Kunden zufrieden mit Hilfe der Arbeitnehmer, schaffen also Arbeitsplätze. Gewerkschaften behindern nur durch eigene Forderung ihre Arbeitgeber, aber eben auch die Kunden. Ausser Egoismus haben Gewerkschaften keine Beweggründe. Sich gegenseitig auf Augenhöhe begegnen? Welch ein Unsinn.
Die 68iger haben versucht, sich zu befreien. Ergebnis: Sie haben das Lager gewechselt. Die Strukturen sind geblieben. Heute haben die 68iger gute Stellungen und drücken ihre Gedanken und Träume durch (Schaffen Tabus durch Moral, die „westlichen Werte“, was immer die auch sein sollen). Sie haben nur den Menschen dabei verloren. Heute ist es überwiegend eine Vorstellung vom Leben, die es so vorher kaum gab und die ihnen das Ausleben ihrer Egoismen, ihres Selbstverständnisses, ihrer Interessen erlaubt. Dazu mussten die gesellschaftlichen Strukturen entsprechend verändert werden. Die Folgen sind heute deutlich ersichtlich.
Böse heisst: Ich wende mich gegen einen Anderen, begrenze seine Freiheit nicht nur durch mein (und sein) Dasein, sondern zusätzlich durch meinen Egoismus und meinen Stolz. Umgekehrt natürlich auch. Das gehört zum Menschsein hardware-mässig dazu. Wir werden das software-mässig etwas eindämmen können, aber diese Software ist nur über entsprechende Prägung und willentliche Selbständerung der Software möglich. Von aussen durch Druck, Gehirnwäsche oder anderes ist der Einfluss am geringsten, bei Männern und Möchte-gern-Männern noch weniger als bei Frauen. Bösesein ist systemimmanent im System Mensch.
Sollen wir wirklich das Böse so Gewalt über uns gewinnen lassen, indem wir immer und überall das Böse zu unserem Gegner erklären und gegen „das Böse“ kämpfen? Das Böse gibt es nicht! Es wäre ein Planet irgendwo im Universum, der mit uns gar nichts zu tun hat. Wir müssten also gegen die bösen Menschen kämpfen. Das bedeutete aber den totalen Krieg, immer und überall. Und wenn wir bedenken, dass wir selbst gut und böse zugleich sind, würden wir auch noch auf beiden Seiten zugleich kämpfen und gegen uns selbst kämpfen müssen. Sinnlos, oder? Mit Krieg, mit Waffen, mit Gewalt ist kein Frieden zu machen! Das haben nun so viele Vorfahren schon versucht und nicht geschafft. Wollen wir es nicht bleiben lassen? Wollen wir nicht aus der Geschichte lernen? Frieden bekommen wir nur, wenn wir unseren „bösen“ Teil in uns selbst akzeptieren, ja ich gehe noch weiter: Wenn wir auch den lieben lernen. Das wird nicht ohne Schmerz gehen, Schmerz für uns selbst und Schmerz für die Menschen um uns herum. Schmerz gehört zum menschlichen Leben. Es geht nicht auch anders!
(Ist das nicht die christliche Botschaft, dass Jesus Christus den Menschen gut und böse wie er ist, liebt? Darum dürfen auch wir Menschen uns so lieben, wie wir sind.)

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