Konzernverantwortungsinitiative(10/2020)

Konzernverantwortungsinitiative (10/2020)

Sehr geehrte Bürger der Schweiz
Sie haben in Kürze die wunderbare Gelegenheit über die Verantwortung von Konzernleitungen abzustimmen. Ich gratuliere Ihnen zu diesem Recht. Es bedeutet natürlich, dass man sich zu dem Thema ein paar Gedanken machen muss, bevor man seine Ansicht auf dem Stimmzettel markiert.
Unser Wirtschaftssystem basiert auf der einfachen Formel: Ich leiste etwas und möchte für diese Leistung von meinem Gegenüber den Gegenwert haben, meist in Geld (also 1:1) plus einen kleinen Anerkennungsbolus für meine Leistung (weil ich in der Zeit nicht einfach geschlafen oder konsumiert habe, sondern Leistung erbracht habe). Dieser Anerkennungsbolus erlaubt mir später, zu sparen, zu sammeln für grössere Projekte, zu konsumieren, was ich will, meine Wünsche zu erfüllen.
Dieser Anerkennungsbolus fehlt aber bei dem ersten Konsumenten jetzt in der Geldbörse. Er wird ärmer. Jeder muss also sehen, dass der Anerkennungsbolus (man kann ihn auch anders nennen: z.B. Gewinn oder Profit oder Zins) bei einem selber so gross wie möglich wird (als Konsequenz natürlich beim Anderen kleiner). Bei den allermeisten wirtschaftlichen Aktivitäten ist Gewinn auf der einen Seite Verlust auf der anderen Seite. Ich bin nicht sicher, ob es tatsächlich Win-win-Geschäfte in grösserem Ausmass gibt. Ich fürchte, wenn wir an Win-win-Geschäfte glauben, dann haben wir unseren Nachdenkhorizont nur nicht gross genug gewählt und unser vermeintlicher Gewinn vernebelt unser Hirn.
Genau das haben wir in den letzten Jahrhunderten ausgefeilt bis ins letzte betrieben. Auch wenn wir vielleicht im normalen Leben auf einen Teil dieses Anerkennungsbolusses zu verzichten bereit sind (was ich ernsthaft in Frage stellen muss, wenn ich unsere Wirtschaftsweise betrachte), dann sind wir aber doch an einem Punkt angelangt, wo wir für unsere spätere Rente oder Pension jeden Prozentpunkt Rendite mitnehmen müssen oder zur Tilgung unserer Kredite jeden Franken, Dollar oder Euro. Ohne Rendite keine Wirtschaft und Wirtschaft ist einfach Ausdruck von Leben, gar nichts besonderes.
Zweifelsohne haben wir reichen Länder unseren Profit (und da auch den Konzernprofit) den armen Ländern, Bevölkerungen, Menschen und Kindern und deren Umwelt abgetrotzt. Da wäre ein Ausgleich dringend und schon lange notwendig. Da haben wir massiv Unrecht getan und gesündigt, an den Menschen und an der Umwelt. Es gibt gar keine Frage, dass wir da in der Verantwortung stehen.
Doch wir müssen die Folgen Ihrer Markierung auf dem Stimmzettel abwägen.
Wenn Sie den Konzernen ihren Profit kürzen, dann kürzen Sie damit auch die Rendite für Aktien, Dividenden, Kunden (in Form niedrigerer Preise) und anderer Partner. Wenn die Profite unserer Konzerne sinken, wird auch die gesamte Wirtschaftsleistung sinken, das BIP und andere Kennzahlen. Mit Ihrer Markierung auf dem Stimmzettel erklären Sie gleichzeitig Ihre Bereitschaft, einen Rückgang der Wirtschaftsleistung der Konzerne, der schweizer Wirtschaft und steigende Preise für im Ausland gefertigte Güter in Kauf zu nehmen und über die höheren Preise nicht zu stöhnen oder sie dann an anderer Stelle gar zu bekämpfen.
Bevor Sie die Markierung auf dem Stimmzettel setzen, überlegen Sie bitte, ob Sie selbst bereit sind, zu Gunsten dieser Benachteiligten Ihren Wohlstand zu reduzieren und Ihre Ansprüche an die Konzerne zu reduzieren.
Wir müssen uns doch klar machen: Die Konzerne haben nur Interesse an diesen Leistungen, Rohstoffen und Produkten aus Übersee, weil wir sie den Konzernen abkaufen und sie daher Profit machen können. Uns sind diese Leistungen offenbar so wichtig, dass wir dafür den Gegenwert hinlegen und einen Batzen an Anerkennungsbolus dazu. Sonst würden die Konzernchefs das gar nicht tun. Sie können ganz einfach Konzerne steuern, indem Sie solche Leistungen von den Konzernen ganz simpel nicht mehr einkaufen.
Nun könnten wir ja sagen, wir verzichten dann eben ganz auf wirtschaftliche Aktivitäten dort. Dann würden wir nur noch in der Schweiz wirtschaften. Dann müssten wir auf entsprechende Rohstoffe oder Leistungen aus Übersee mit allen Konsequenzen ganz verzichten oder dortige Wirtschaftsakteure würden die Funktion übernehmen. Dann hätten die dortigen Wirtschaftsakteure das gleiche Problem wir unsere Konzerne.
Es scheint so, als müssten wir die Markierung in unserem eigenen Leben setzen, um woanders etwas zu ändern (zu verbessern?). Egal wie wir das tun, würde es von uns verlangen, auf unseren Gewinn zu verzichten zu Gunsten Anderer. Sind wir, sind Sie, dazu in der Lage? Überlegen Sie sich das bitte vor dem Ankreuzen auf dem Stimmzettel.
 
 

Klimaschützer(10/2020)

Einladung an Klimaschützer (10/2020)

Sehr geehrte junge Generationen, sehr geehrte Klimaschützer
Natürlich haben Sie völlig Recht, wenn Sie den älteren Generationen vorwerfen, diese Erde ausgeraubt zu haben und Ihnen damit Zukunft gestohlen zu haben. Wir Nachkriegsgenerationen hatten geglaubt, wenn jeder egoistisch seinen eigenen Vorteil suche, dann hätten alle und auch noch die Erde davon einen Vorteil. Ich gebe zu, wir waren und sind sehr sehr sehr naiv.
Daraus kann man den Schluss ziehen, dass die jüngeren Generationen schleunigst die Erde vor dem weiteren Zugriff der älteren Generationen bewahren müssen. Dem möchte ich auch gar nicht widersprechen. Bisher konnte man so etwas immer leicht wollen und glauben, es auch mit irgendwelchen Massnahmen umzusetzen. Allein, wenn wir nachdenken, merken wir recht schnell, dass es so einfach bisher nie war und womöglich auch heute und in Zukunft gar nicht ist.
Daraus kann man natürlich nun vorzüglich einen Kampf zwischen den Generationen initiieren, der bis aufs Messer oder vielleicht auch bis auf die Schusswaffe oder den Sprengstoff geführt wird. Wir würden ja gerne den Krieg verhindern oder beenden, aber erst, nachdem wir den letzten Krieg gewonnen haben… Das wäre dann wirklich der letzte Krieg.
Darf ich Sie einladen? „Klima schützen“ heisst ja, dass da schon einer Raubbau treibt und wir gegen ihn und seinen Raubbau kämpfen müssen, um eben den Schwächling, das Klima, zu beschützen. Das geht nun schon viele Jahrzehnte so. Etwas zerstören, was Andere aufgebaut haben (und unseren Wohlstand haben grösstenteils nun mal die Generationen vor uns aufgebaut), ist immer einfach. Schwerer ist, konstruktiv Neues zu entwickeln und zu schaffen. Aber genau das ist unser Anspruch.
Wir haben viel zu viel CO2 in unserer Atmosphäre und im Wasser auch schon. Es führt zur Klimaveränderung, zur Erwärmung der Erde. Natürlich kann man jetzt darum kämpfen, dass kein neues CO2 mehr gebildet wird. Damit ist aber das alte nicht weniger und neues kommt noch immer dazu. Unseren Lebenswandel wirklich einschränken wollen wir ja mehr oder weniger alle doch nicht, oder? Wenn, dann nur, wenn die Anderen auch oder besser noch, wenn die mehr als wir…
Ich möchte Sie daher einladen, konstruktiv unser Klima zu verändern und zu gestalten und dazu das Milliarden Jahre getestete und immer wieder für ungefährlich erwiesene und lebenspendende Chlorophyll zu nutzen. So brauchen wir keine neuen Technologien zu entwickeln, die womöglich selbst gefährlich sind und sicher auch nicht so natürlich. Bis auf geringe Mengen weiterer Bestandteile braucht es CO2 und Wasser und Sonnenenergie. So einfach… Darf ich Sie einladen, sich vom Klimaschützer zum Klimaentwickler weiter zu entwickeln? Lassen Sie uns nicht „kontra“ geben, sondern „pro“ leben!
Nebenbei hätte diese Entwicklung noch einige weitere Vorteile:
Sicher liesse sich damit auch der Meeresspiegel senken. Wäre diese Nebenwirkung zu verachten?
Der menschliche Lebensraum liesse sich erweitern, ohne dass wir auf den lebensfeindlichen Weltraum zurückgreifen (oder besser vorausgreifen) müssten.
Wer weiss, ob das nicht eine Klimaveränderung bewirken würde, die wir uns wünschen? Klima können wir hier sogar in viel tieferem Sinne verstehen, als nur in der Bedeutung und dem Einfluss von CO2 und Temperatur. Aber ist es da nicht wie mit dem Wetter? Jeder wünscht sich das ihm gerade genehme Wetter und wir müssen eigentlich froh sein, dass wir es kaum verändern können. Sonst würden wir uns noch viel öfter gegenseitig die Köpfe einschlagen?
Vielleicht liesse sich damit sogar Krieg um die Wasserverteilung verhindern? Denn der wird ja kommen. Es ist nur noch eine Frage der Zeit. Die Vorbereitungen dazu laufen schon intensiv.
Einen entscheidenden Nachteil hat die Entwicklung. Sie wird sehr wahrscheinlich kein Geld und keine Rendite einbringen, sondern Geld und Einsatz kosten. Deshalb brauchen wir uns kaum Sorgen zu machen, dass Konzerne, Politiker oder andere Egoisten uns die Schau stehlen. Sie werden höchstens zu Gegnern. Das würde einen Rollentausch bedeuten. Lassen Sie uns selbst voran gehen, nicht Andere zu etwas zu zwingen, was sie gar nicht können, sondern selbst anfangen und anfassen.
Ich bin nur Arzt und noch dazu ein alter Mann. Sollten Sie Interesse oder mehr haben, lassen Sie uns zusammenkommen. Ich wünsche Ihnen eine fröhliche, interessante, ausgeglichene Zukunft und würde gerne noch ein wenig am Aufbau teilhaben und mitmachen.
Herzlich willkommen!