Noch weiter gefragt

1. Suche nach Wahrheit (1/2017)

Mit dem Begriff „Wahrheit“ verbinden wir eine Art von Absolutheit. Wirklich „richtig“, aus tiefster innerer Überzeugung kundgetan, vollständig mit dem „Sein“ in Übereinstimmung. Aber die Wahrheit ist nicht das „Sein“ selbst. Oder doch? Heisst „Suche nach Wahrheit“ „Suche nach dem ewigen Sein“? Können wir das suchen? Können wir das finden?

English

Hat Wirklichkeit etwas mit Wahrheit zu tun? Vater zum Sohn: „Sag die Wahrheit!“. Heisst doch soviel wie, sage genau das, was sich zugetragen hat, was Du getan hast oder jemand anders. Sage das, was wirklich war oder ist.
Lässt sich Wahrheit wirklich so leicht sagen? Heute schaue ich den Mond an und er ist rund. In zwei Wochen schaue ich ihn an und er ist eine Sichel, weitere zwei Wochen später ist er kaum zu sehen am Himmel. Was ist er nun? Rund, Sichel, kaum sichtbar?
Wahrheit ist eine Beziehung zu etwas ausserhalb von uns und wir betrachten dieses Etwas von verschiedenen Seiten und zu verschiedenen Zeiten und nehmen immer wieder etwas anderes wahr. Wann haben wir den Mond wirklich wahrgenommen, sein „Sein“ verstanden oder gar begriffen, alle Facetten erkannt? Können wir in den Besitz von Wahrheit über den Mond kommen?
Jahrtausendelang hat Religion das Leben der Menschen entscheidend geprägt. Jahrtausendelang war die Religion bestimmend die Philosophie der Menschen. Schon in der Antike, ja zu allen Zeiten und in den letzten 500 Jahren ganz besonders und zunehmend hat sich der Mensch der Wissenschaft verschrieben. Oft treten beide in Gegensatz oder werden zumindest als Gegensätze gesehen, neu gegen alt, wahrheitsliebend gegen „Opium für´s Volk“, Wissen gegen Glauben, …
Trifft das den Kern?
Glauben können wir verstehen als die Suche nach dem transzendent Wahren, nach dem Sein, nach dem Absoluten. Jede Religion hat ihren Namen und ihre Anschauung für dieses … Im besten Fall haben ihre Anhänger etwas erkannt von diesem … Und sie haben sich dem verschrieben. Aber unsere Existenz hier auf Erden bedeutet Suchende nach und in dieser Transzendenz.
Wissenschaft können wir verstehen als die Suche nach dem immanent Wahren. Wissenschaft versucht, die Naturgesetze, die Regeln, die Funktionalität dieses Universums zu ergründen. Das geht an manchen Stellen leichter, an anderen schwerer. In manchen Bereichen bedurfte es weniger Einsatz und so waren die Erkenntnisse schneller da. In Anderen brauchte es mehr Einsatz und es dauerte länger, bis wir Erkenntnisse gewannen. Vieles ist offenbar noch heute im Dunkeln und wir wissen nicht, wo das Dunkel aufhört oder begrenzt ist. Und dann stellt sich die Frage, ob wir durch die Erkenntnis von Funktion und Bauweise auch das Wesen der Dinge erkennen.
Unser heutiges Weltbild ist unter vielem Anderen davon gekennzeichnet, dass wir glauben, die Welt würde immer besser, wir machten sie immer besser. Deshalb können wir sie uns aneignen resp. sie in Besitz nehmen.
Sowohl was den Glauben anbetrifft als auch was die Wissenschaft angeht, stellt sich doch die Frage, ob wir mit unserem Lebensgefühl (Was kostet die Welt, ich will sie kaufen – Wer ist Gott, hier bin ich der Chef!) wirklich richtig liegen.
Im Grunde sind Glauben (Religion) und Wissenschaft gar keine Gegensätze, sondern Geschwister. Beide suchen nach Wahrheit, die eine transzendent, die andere immanent. In beiden Bereichen geben Menschen gar zu gern und schnell vor, im Besitz der Wahrheit bzw. im Besitz der richtigen Ansicht der Dinge zu sein. Und wenn man ein bisschen weiter denkt und ein bisschen kritisch wird, dann nimmt die Zahl der Fragen schnell mehr zu als die Zahl der Antworten. Wer natürlich nicht fragt, der braucht auch keine Antworten. Er lebt mit „Glaubensgrundsätzen“, egal ob wissenschaftlich oder religiös. Der Wahrheitsgehalt bleibt im Dunkeln und wahrscheinlich auch gering. Nur Fragen würden das erhellen. Wenn es gut kommt, sind wir schon wieder auf der Suche.
Fast ist man geneigt zu fragen, ob einer, der auf alles Antworten hat und glaubt, immer richtig zu liegen, wirklich die Antworten hat, wirklich etwas weiss. Oder sind nicht eher die Menschen glaubwürdiger, die zwar keine Antworten haben, dafür aber nach immer neuen Antworten fragen?
Beide, Religion und Wissenschaft, haben auch gemeinsam, dass spannend und verlässlich nur die sind, die nicht zu früh glauben, Antworten gefunden zu haben und damit aufhören zu fragen. Statt dessen aber finden wir immer wieder die Leute, die bereits im Besitz der Wahrheit sind und uns diese lauthals verkünden. Diese Leute bombardieren uns dann mit ihren Antworten als letzte Antworten und beanspruchen Ehre und Macht und Ansehen. Das ist in den Religionen nicht anders als in der Wissenschaft und übrigens auch nicht anders als in der Politik. Meistens läuft ihnen auch noch die Masse nach, denn die Masse fragt nicht, sie glaubt weitgehend blind.
Fragen wir weiter!
Noch so eine Metapher, der es nachzudenken sich lohnt:
Schauen wir uns eine Geldmünze an. In irgendeiner Form hat sie meist auf der einen Seite eine Zahl und auf der anderen ein Bild. Man kann sie gestalten, verfeinern, verschönern, … Es ist kaum eine Münze denkbar, die nicht zwei Seiten hat. Jede Münze hat zwei Seiten.
Übertragen wir diese Metapher, dann stellen wir fest, dass diese Tatsache für fast alle Dinge gilt. Jedes Ding hat zwei Seiten. Man kann nun fragen, wie es mit der Kugel ist. Man kann fragen, wie es mit dem Würfel ist. Mehr als nur zwei Seiten ist leicht glaubhaft und verwendbar. Eine Seite oder gar keine Seite? Jede Metapher hat ihre Grenzen, wo sie nicht mehr gilt. Wir wollen sie nicht überstrapazieren.
Eine Münze hat zwei Seiten. Die meisten Dinge im Leben haben zwei Seiten. Kann man diese Metapher auf die Eigenschaften von „gut“ und „böse“ übertragen, von „plus“ und „minus“? Bei plus und minus ist es leichter nachzuvollziehen. Wenn ich irgendwo etwas wegnehme, dann habe ich an einer anderen Stelle mehr oder umgekehrt. Wenn es kein Schaffen aus dem Nichts gibt, dann funktioniert das Leben so: Geben und nehmen, in welcher Form auch immer. Geben und Nehmen sind die zwei Sichtweisen ein und der gleichen Aktion. Funktionieren nicht gut und böse in der gleichen Weise? Was für den Einen gut ist, ist für den Anderen schlecht.
Religionen leben davon, dass sie „gut“ und „böse“ definieren und sie fordern von uns: Sei gut. Aber funktionieren wir nicht wie eine Münze? Wenn wir an einer Stelle „Gutes“ tun, dann fehlt es an anderer Stelle, ist also „Schlecht“. Wir sind wie eine Münze, gut und böse zugleich. Und wir können die Münze nicht so teilen, dass nicht wieder zwei Seiten (gut und böse) dabei herauskämen. Und auch wenn wir andere Menschen betrachten, lohnt es sich einmal, das unter diesem Blickwinkel zu tun.

 

 

2. Freiheit (07/2017)

Liebe kleine und grosse Herrscher und Herrscherinnen dieser Welt!

Alle Menschen lieben ihre Freiheit, mehr oder weniger. Zur Freiheit gehört, dass wir das Mass selber bestimmen können. Freiheit ist nicht absolut, aber eben Selbstbestimmung in gegenseitiger Achtung.
Erkämpfte Freiheit ist keine Freiheit. Erkämpfte Freiheit bindet uns an den Kampf und zwingt uns, Freiheit immer wieder zu erzwingen. Jahrhunderte vor uns haben das gezeigt. Revolutionen und Freiheitskriege haben das bewiesen.
Könnten wir nicht zusammen daraus lernen?
Und noch eins: Hat nicht die Geschichte in vielen Jahrhunderten bewiesen: Wir können hohe Türme und lange Tunnel bauen und Atomkraft (weitgehend!) bändigen und zum Mond fliegen und unser Leben verlängern. Aber wir können den Menschen nicht moralisch besser machen, und schon gar nicht durch Zwang oder Umerziehung. Menschen, Sie und ich, vereinigen „Gut“ und „Böse“ in sich wie eine Münze zwei Seiten hat. Es geht nicht auch anders.
Jeder Herrscher und jede Herrscherin denken, sie müssten (sozusagen als letztes oder als letzte) noch Druck und Gewalt ausüben. Wenn das Ziel erreicht ist, brauche es Druck und Gewalt nicht mehr. Dann sei alles gut. Hat sich ein einziger dieser Herrscher oder Herrscherinnen bisher nicht geirrt?
Die Welt ist noch nie besser geworden durch Eliminieren von Menschen und deren Ideen. Es bedeutet immer: Einer stirbt und einer lebt. Kompromiss heisst: Beide sterben und beide leben, je zu einem Teil. Ein fairer Kompromiss ist das Sahnehäubchen oben drauf.
Konsequenz: Schenken Sie Ihren Völkern, schenken Sie Ihren Nachbarn und Mitmenschen Freiheit.
Wir müssen unser menschliches „Böse“ annehmen. Eliminieren in den Tod oder ins Gefängnis ist keine Lösung, nicht einmal eine Notlösung, sondern immer nur eine neue Drehung in der Spirale der Gewalt.
Toleranz und Freiheit schenken sind zwei Vorgänge, die viel Energie verbrauchen. So viel Energie, wie wir heute zur Verfügung haben, hatten wir nie. Nutzen wir sie zum Schenken statt zum Erzwingen.
Bitte schenken Sie Ihren Völkern und Mitmenschen Toleranz und Freiheit. Dann haben wir eine Chance,dass kommende Jahrhunderte friedlicher werden als die vergangenen.
Wir, Ihre Völker, Nachbarn und Mitmenschen wollen das Gleiche mit Ihnen tun!

Ich bitte um Ihre Zustimmung und Kooperation.

 

3. Woher kommen wir – wohin gehen wir? (12/2017)

Vorworte:
1. Keine Regel ohne Ausnahme, Ausnahmen bestätigen die Regel.
2. Alle Feststellungen und Schlussfolgerungen sind Vorurteile. Sie bedürfen der Überprüfung und Bestätigung, letztmals sicher erst kurz vor meinem Abgang.
3. Fragen von „Gut und Böse“ sind ein anderes Thema. Die hier gestellten Fragen sind keine moralischen Fragen.
4. Vieles wird gar nicht neu sein. Aber jede Generation muss neu Nachdenken und seine Interpretation und Gestaltung für die Welt finden. Also machen wir uns die Mühe.
5. Jeder darf sich in Freiheit äussern und sollte seine (abweichende) Ansicht bilden und vertreten. Fans und Likers gleichen eher Statisten.

 

In den letzten Jahrhunderten hat die Gesellschaft die Ansicht durchdrungen, dass der Mensch frei sei und sich selbst entscheiden könne, wie er leben wolle. Er sei dabei weder von Eltern noch von Genen noch von anderen Faktoren abhängig. Er begebe sich nur in die Abhängigkeit aus eigenem Willen. In der Kindheit, der einzigen Phase, in der Abhängigkeit nicht zu umgehen ist, werde der Mensch von seinen Eltern vor allem falsch beeinflusst oder deutlicher wahrgenommen: geprägt.
Die Erfahrungen mit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts und dem Beginn des 21. lassen mich diese Ansicht hinterfragen. Warum?
Der Mensch ist das vorläufige Ende einer Entwicklung der lebenden Welt, die zu einem sehr hohen Prozentsatz genetisch bedingt ist. Über Jahrmillionen wurde die Information über vorteilhafte Mechanismen in der Auseinandersetzung mit der Umwelt und dem Trieb zum Überleben in Erbanlagen gespeichert und weitergegeben. Der Prozentsatz betrug über viele Millionen Jahre 100. Erst bei den hoch entwickelten Tieren weicht dieser Prozentsatz etwas nach unten ab und es kommen auch Instinkt und erste Lernprozesse für diese Informationsweitergabe dazu. Diese Informationen sind schon fragiler, weil sie zur Weitergabe einer intakten Familie zumindest zu Beginn des Lebens bedürfen. Dann kommen Erziehung dazu und komplexes Lernen. Das sind noch fragilere Prozesse, die auch noch Aufbau von Moral, Bildung, Beziehungspflege etc. bedürfen. Umgekehrt dürfen wir aber auch sagen, dass dieser neue Weg der Informationsweitergabe von Generation zu Generation solche komplexen Funktionen des Lebens und der Gesellschaft erst möglich macht. Jetzt erreicht der Prozentsatz an in Genen weitergereichter Information für ein gutes Überleben vielleicht noch 80 %? Die 20 % können wir unter „Prägung“ durch unsere Vorfahren, durch unsere Gesellschaft, durch Überlieferung bezeichnen.
Nicht unbedingt zeitlich danach, sondern zunehmend parallel, entstehen der Verstand und der freie Wille, die freie Suche nach Informationen und Gebrauchsanleitungen und Wahrheiten. Mit dem Verstand werden „zweckmässig“ und „unzweckmässig“ unterschieden und die zweckmässigen Erkenntnisse ins Leben und Verhalten eingebaut.
Jetzt erreicht der Anteil der Genetik an der Informationsweitergabe aber immer noch locker 60 bis 80 %, je nach Entwicklung des menschlichen Individuums.
Die Weitergabe solcher Informationen in Form von genetischen Strukturen hatte sich über viele Jahrmillionen als äusserst zweckmässig und für das Leben wertvoll erwiesen. Eine Betonung lag auf Beständigkeit und Nachhaltigkeit. Das können wir jetzt nicht einfach ändern. Die genetischen Informationen sind sehr beständig und nachhaltig. Sie gehören zu uns. Sie sind ein Teil von uns. Wir werden in unserer Entwicklung also als feste Grösse immer eine genetisch festgelegte Grundpersönlichkeit sein.
Danach kommt dann die Prägung, die Entwicklung, der wir durch unser Geborenwerden in eine menschliche Umgebung ausgesetzt werden. Diese Prägung ist später veränderbar. Wer Psychotherapie betreibt, Pädagogik, auch Demagogie, wer Bewusstsein verändern will, der weiss wie beständig selbst Prägung ist oder sein kann. Aber es gibt inzwischen Tricks, diese Änderungen schneller und effektiv zu bewirken.
Erst danach kommt unser „Freier Wille“. Erst danach kommt unsere freie, selbstständige Bewusstwerdung, Gestaltung, Veränderung und Zielsetzung.
Im Umkehrschluss: All das, was wir sind, ist immer noch nur zu einem kleinen Teil durch unsere Eltern bestimmt und dann durch uns selbst modifiziert worden. Die Psychologie und Pädagogik werden bei weitem überbewertet in diesem Kontext.
Das bedeutet aber auch, dass wir alle aus diesen drei geschichtlichen Epochen geformt sind. Am Ende, in der Phase des freien Willens können wir verändernd tätig sein. In die Auswirkungen der Phase der Prägung können wir schon nur sehr eingeschränkt eingreifen und in die Auswirkungen der genetischen Phase gar nicht. Wir werden keinen Menschen schaffen, der nicht dieser Entwicklung unterliegt und unterlag. Und wir werden auch keinen „neuen Menschen“ schaffen, wie ihn in früheren Jahrhunderten oft religiöse Anführer, später Revolutionsführer, Pädagogen, Ideologen, Wissenschaftler, Gutmenschen und wer weiss noch alles glaubten, schaffen oder entwickeln zu können. All diese Versuche haben genug Leichen und Unfreiheit geschaffen. Wenn wir ein wenig in der Lage sein sollten, aus der Geschichte zu lernen, dann wäre dieser Punkt ein hervorragender und wichtiger, um es zu tun.
Es gibt ja Visionen von einer Intelligenz ohne menschlichen Körper und damit ohne menschliche Geschichte. Das wird dann das Zeitalter der künstlichen Intelligenz. Das wird spannend. Aber dann sind wir Menschen wahrscheinlich schon gar nicht mehr mit dabei oder zumindest nur noch alte Sklaven der „neuen herrschenden Intelligenz“.
Wenn wir diese Sichtweise als Brille benutzen und dadurch unsere Geschichte, unser Dasein in Person, Familie und Gesellschaft sowie unsere Zukunft betrachten, dann ergeben sich wichtige Erkenntnisse, entscheidende Differenzen zu unserer jetzigen Geisteshaltung und Chancen und Risiken für unsere Zukunft. Und es scheint ja so, dass uns Gott oder die Evolution den Verstand gegeben haben, damit wir ihn nutzen, um alles Sein und unser Dasein und unsere Umwelt so weit als möglich zu erforschen und uns darauf einzurichten, um als Art und Individuum in unserer Umwelt (auch der von uns durch unser Handeln entstandenen, und sei sie deshalb unbewohnbar geworden) bestehen zu können. Mit dieser Brille können wir nun ganz unterschiedliche Themen, die in unserem Leben wichtig sind, betrachten.
Für das Verständnis aller Strukturen und Prozesse von menschlichem Leben und unserer Gesellschaft in den letzten paar 1000 Jahren und insbesondere das Verhältnis von Frau und Mann ist diese Brille eminent wichtig. Die Daseinsform und die Verhaltensweisen von Frau und Mann sind zum weit überwiegenden Teil genetisch bedingt und von uns weder selbst, noch von unseren Eltern und Lehrern beeinflussbar.
Schauen wir uns also an, was vor Jahrmillionen zur Fortpflanzung wichtig war. Und wir sollten an dieser Stelle bedenken, dass wir diese Zeit und Entwicklungsstufe des Menschen rückblickend aus einer Lage beurteilen, in der wir warm und sicher und wohlgenährt und medizinisch gut versorgt sind. Ob wir also die Lage damals aus heutiger Sicht richtig beurteilen, ist im besten Fall höchst unsicher und daher immer wieder zu hinterfragen und zu korrigieren.
Vielleicht beginnen wir mit der Entwicklung von weiblich und männlich? Es muss Gott gefallen haben oder für die Evolution wichtig gewesen sein, dass sich zwei Geschlechter der gleichen Art entwickelt haben. Die Biologen werden uns das besser erklären können, aber das Ausmass, das diese Entwicklung ab da annahm, zeigt, dass das offenbar ein Dreh- und Angelpunkt der Entwicklung des Lebens an sich und insbesondere dann des Menschen war. Weiblich und männlich sind zwei Strukturen, die schon lange vor der Menschwerdung entwickelt wurden. Und seit es Säugetiere gibt (Meines Wissens gehört der Mensch zu ihnen), ist das Weibchen mit der Reproduktion beschäftigt, zunächst damit, dass das überhaupt stattfinden kann, dann mit der Schwangerschaft und dann mit der Aufzucht. Die Männchen stellen die andere Hälfte der Gene zur Verfügung und ansonsten sind sie für alles drum herum da, teilweise auch absolut überflüssig, vielleicht sogar hinderlich.
Daraus folgt zunächst erst einmal, dass die Weibchen die zentrale Rolle in der Fortpflanzung inne haben. Es geht nicht ohne Männchen, aber für die Fortpflanzung sind sie nur sehr eingeschränkt wichtig. Und für den Erhalt des Lebens und später der Art war nun mal die Fortpflanzung die wichtigste Aufgabe im Leben. Dem haben der liebe Gott oder die Evolution zunächst alles Andere untergeordnet.
Diese Gene tragen wir noch heute in uns und wenn wir die beiden Geschlechter betrachten, dann ist es hilfreich und grundlegend, sich erst einmal darüber klar zu werden, was diese Entwicklungen in unseren unbewussten Tiefen verankert haben.
Dazu gehört für mich die Erkenntnis, das Frauen eine viel tiefere Beziehung zu den eigenen Kindern haben als die Männer. Frauen fühlen irgendwann die tickende Uhr in sich. Haben wir das jemals von Männern gehört? Frauen sorgen sich darum, dass Leben entstehen kann und bereiten das vor. Frauen geben ihren Körper dafür her, dass Nachwuchs kommen kann. Sie sind mit ihrem ganzen Körper involviert und können das auch nicht umgehen. Selbst die Entwicklung von Leihmüttern zeigt, dass die Regel stimmt. Für die Fortpflanzung ist es ganz eindeutig, dass die Frauen das viel wichtigere, viel mehr eingebundene, viel tiefer durchdrungene Geschlecht sind. Die Männer sind dagegen ausser beim Zeugungsvorgang nahezu Statisten. Von daher ist es überhaupt nicht nachvollziehbar, warum Frauen sich selbst als so benachteiligt ansehen, ihre Aufgabe am Menschsein so abwertend betrachten, zweitklassig sein sollen (und wollen?). Die Natur hat sie ganz eindeutig bevorzugt. Sie sind das viel stärkere Geschlecht in der menschlichen Gesellschaft. Und sie haben ihren Platz in der Gesellschaft, den ihnen der Mann nicht streitig machen kann. Der wichtigste Prozess im Leben von Menschen ist ohne wenn und aber frauendominiert. Daran kann auch der Mann ohne Einsatz von Brachialgewalt nichts ändern.
Auf dieser Grundlage können wir nun eine Vielzahl von Prozessen im menschlichen Leben betrachten: Die Funktionsweise von Mann und Frau an sich, für die gegenseitige Bindung, für Ehe, Familie und Beruf, für Sport, für Erziehung, für Bildung, für Führung in der Gesellschaft (Wirtschaft und Politik), beim Sex, … Auch für die Gleichstellung von Mann und Frau zeigt das neue Betrachtungsweisen. Und selbst für das Ende von Beziehungen dürften diese Vorkenntnisse Erklärungen und Hilfen für Handlungsweisen bieten.

 

3.1. Stalker (z.B. CVP-Vizepräsident und Nationalrat 2017)(12/2017)

Zur Entwicklung des Lebens an sich und des Menschen im Besonderen dürfte es damals existentiell wichtig gewesen sein, dass die an sich völlig unterschiedlichen Geschlechter eine extrem starke Bindung an das andere Geschlecht entwickeln, damit es überhaupt zum Zeugungsvorgang in unbegrenzter Anzahl kommt. Ohne diese Bindung wäre die Entwicklung menschlichen Lebens wahrscheinlich irgendwann einfach zu Ende gewesen. Und wie so oft an dieser Stelle war dieser Erhalt Gott oder der Evolution so dermassen wichtig, dass er/sie diese Bindung undenkbar vielfältig und (weit übertrieben) intensiv gestaltet haben. Besonders bei der Frau kam aber konkurrierend noch hinzu, dass immer auch der Schutz des neu zu gebährenden Lebens mindestens gleich wichtig ist. Der Mann konnte noch ein Interesse daran haben, dass im Falle der Fehlentwicklung er eine andere Frau suchen musste, um seine Gene an die nächste Generation weitergeben zu können. Sekundär ist auch er am Gedeihen der Nachkommen interessiert. Diese Vorgänge sind in Lehrbüchern der Evolution genügend dargestellt. Wir brauchen das hier nicht zu vertiefen.
Konsequenz: Könnte es sein, dass hier zwei zwiespältige Kräfte in der Frau zu einem Zerwürfnis mit einem intensiv liebenden Mann geführt haben, der nun umgekehrt einfach nicht in der Lage ist, seine über längere Zeit gegenüber der Frau gehegten Bindungsgefühle aus sich selbst zu verbannen? Unsere Gefühlswelt ist bekanntermassen eine sehr alte Struktur in der Entwicklung des Menschen und sehr tiefgreifend genetisch bestimmt. Frauen brauchen bekanntermassen oft sehr lange, um solch eine Bindung zu entwickeln und im entgegengesetzten Falle auch wieder zu zerstören. Männern sagen wir nach, dass sie da deutlich schneller seien. Nun hat sich hier vielleicht ein Mann so intensiv an diese Frau gebunden, dass er nicht so einfach über seinen Schatten springen kann. Sollten wir ihn nicht dafür öffentlich loben und danken? Das war sinnvoll und menschlich!
Lassen Sie uns diesen Vorgang einfach unter Meidung der Regeln von Moral und Pädagogik betrachten: Dies ist ein sinnvoller Prozess menschlichen Lebens. Hier sind zwei Menschen, die Frau und der Mann, in einer verzwickten Situation, in der sich Einer schneller als der Andere aus einer intensiven emotionalen Bindung befreien (müssen). Fast wie ein Naturgesetz wird es ganz normal sein, dass nicht Beide gleich tief lieben, sondern Einer mehr als der Andere. Die Intensität und Emotionalität der Bindung haben Gott oder die Evolution in Ihrer Weisheit als extrem wichtig erachtet. Damit müssen wir nun leben. Das ist ein Naturgesetz. Nun können wir natürlich fragen, wie mit dieser Brille die Umstände in jener Nacht (und sicher nicht nur in der Nacht, sondern vorher auch schon) zu betrachten und beurteilen sind.
Gewaltanwendung ist nicht zu tolerieren. Da setzen wir heute eine rote Linie, die unter Umständen aber auch zu hinterfragen wäre. Ist das Rufen der Polizei nur Notwehr oder nicht unter Umständen auch eine Form von Gewaltanwendung? Klar, hier sind zwei Menschen in einem existentiellen Konflikt. Aber sollten wir Umstehenden und Betrachtenden nicht unseren Mund halten, da wir gar nicht wissen und bewerten können, was in diesen beiden Menschen vor sich ging und geht? Und des Weiteren stellt sich die Frage, ob im Anschluss die Justiz der richtige Ort ist, solche Prozesse zu bewerten und dann auch noch mit Schuld und Unschuld zu klassifizieren. Das kann doch nur schief gehen und zu Ungerechtigkeit führen. Und ist es angesichts dieser Fragen angemessen, dass die Öffentlichkeit, also wir, und seine Partei gleich zu Konsequenzen greifen, die für den Mann oder vielleicht sogar für Beide einschneidende Nachteile für den Rest des Lebens bringen können? Wird eine Aufarbeitung dieses Konfliktes der Beiden miteinander durch die Vorurteile und Konsequenzen der Öffentlichkeit nicht nur noch schwieriger? Was ist am Stalken so schlimm (unter Einhaltung gewisser Grenzen), dass wir es nicht in Kauf nehmen müssten in dem Fall, dass wir eine intensive (und dann ja meist auch besonders schöne) Beziehung zu einem anderen Menschen eingehen? Wir sollten uns in Zukunft von allen Menschen um uns herum ein Formular unterschreiben lassen, dass im Falle einer intensiveren Bindung die Freiwilligkeit unterstreicht, denn wenn es mal zu einer Annäherung oder sogar Bindung kommt, ist unser Verstand, der die Bitte um die Unterschrift möglich macht, bereits ausgeschaltet. Die Romantik dann lässt einen solchen Vorgang doch gar nicht mehr zu.

Bitte: Lassen Sie uns doch einfach als Menschen und Liebende und Entliebende so liebevoll wie möglich miteinander umgehen. Und wir als Öffentlichkeit, lassen Sie uns doch mit Vorurteilen und Konsequenzen sehr vorsichtig und rücksichtsvoll sein. Ursache des Geschehens war einer der schönsten Vorgänge im menschlichen Leben!

 

Schöpfungsgeschichte

Im Anfang schuf der Schöpfer die Frau, denn er brauchte einen Menschen, aus dem immer neue hervorgehen könnten. Und er gab ihr einen zarten, warmen, liebevollen Bauch, damit die Jungen gut gedeihen könnten. Und der Bauch bekam eine Öffnung. Und er gab ihr ein Hirn, damit sie die Jungen liebevoll ins Leben begleiten könnte.
Und er gab ihr ein Bewusstsein für ihren Bauch und ihren Körper.
Der Schöpfer wusste um die Ödnis der Einsamkeit. Die wollte er der Frau ersparen. Er suchte nach einem Ausweg.
So ging er in den Wald und nahm einen Baum, behaute ihn, formte ihn, liess ihm einen Ast und gab ihm ein Hirn, damit er die Frau und die Jungen mit seinem Holz schützen und ihnen Dach, Mauer, Fussboden und Feuerholz sein könnte.
Und der Schöpfer gab ihm das Bewusstsein seiner Stärke und Kraft.
Der Schöpfer führte den Mann zur Frau und inspirierte beide mit einem grenzenlosen Verlangen nach einander, auf dass sie in Zukunft zusammen die Erde bevölkerten.
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