Nachdenken über den Corona-Virus und uns (IV)

Nachdenken über den Corona-Virus und uns (IV)(05/2020)

Es ist doch schon erstaunlich, was man bei einem so einfachen Thema bedenken kann und vielleicht auch sollte oder muss:
Da las ich, dass es Modeanbieter gibt, die eine wiederverwendbare Rahmenmaske anbieten, in deren Mitte ein auswechselbares Teil (ein Kaffeefilter oder ein Stoffteil) sitzen. Nach einer Tragezeit könne man dieses Teil auswechseln und durch ein neues ersetzen. Hier geht es aber nicht um das Filtern von Staub, sondern von kleinen Partikeln, die nach Berührung Leben entfalten können und Schaden verursachen. Viren kann man nicht einfach wie Staub behandeln. In solch einem Falle müsste man nicht das Wechselteil ersetzen, sondern die ganze Maske nach Gebrauch jeweils desinfizieren bzw. sterilisieren, also am besten und einfachsten in kochendes Wasser legen. Bitte bedenken Sie bei der Herstellung und Benutzung von Masken den Unterschied zwischen Staub und Viren!
Sie brauchen auch kein Filter. Das erhöht nur unnötig die Atemarbeit. Viele Menschen halten so eine Maske gar nicht lange aus und nehmen sie so schnell als möglich wieder ab. Genau das Gegenteil ist sinnvoll.
Es ist auch erstaunlich, wie schwer es uns fällt, einfach zu denken. Mindestens 2-fach, besser 4-fach Baumwollstoff, oben das Befestigungsband dran und fertig. Alles andere ist zusätzliches Gedöns, das man nutzen oder machen kann, aber den Zweck oder Sinn nicht besser erfüllt, oft sogar eher schlechter. Warum nicht ganz einfach bleiben? Wir können nur kompliziert denken und handeln. Selbst viele Experten reden vor lauter Studienergebnissen und Kompliziertheit nur dummes Zeug (Entschuldigung, liebe Experten).
Wer selbst einen solchen Virus-Absorber trägt, schützt vor allem den Gegenüber. Wenn beide einen tragen, schützen sich beide gegenseitig. Warum ist das so schwer?
Ich war doch sehr erstaunt in dieser Woche als ich las, dass im altehrwürdigen New England Journal of Medicine eine Studie zitiert wird, in der untersucht wurde, was mit den Tröpfchen passiert, wenn man beim Sprechen ein Leintuch vor den Mund hält. In Übersetzung: „Wenn durch ein leicht feuchtes (Lein)-Tuch gesprochen wird, sind keine Tröpfchen mehr nachweisbar“. Untersucht wurde auf der mundabgewandten Seite. Dann wird das bei 4 Lagen trockener Baumwolle (wie von mir vorgeschlagen) mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nicht anders sein.
Es ist ja schon erstaunlich, mit welch einfachen, fast kostenlosen, technisch völlig anspruchslosen Massnahmen wir die Coronapandemie und damit auch den grössten Teil des Lock downs mit seinen menschlichen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen hätten verhindern können, wenn wir schnell genug und konsequent genug alle solche Vorhänge vor der Nase gehabt hätten. Nicht der Virus ist das Problem, sondern wir selbst sind das Problem. Der Virus gehört einfach zur Realität, aber unsere Einstellungen, unser Wissen und unser Handeln sind nicht realistisch!

 

Man weiss unter all den Informationen gar nicht mehr, was man noch glauben soll. Stimmt. Deshalb müssen wir selber nachdenken. Früher hatten wir nur verschiedene Sprachen. Das war schon verwirrend genug. Über die Sprachgrenze verstand man sich nicht. Heute haben wir so viele Info-Kanäle, dass jede Info die andere relativiert (an Zeitverbrauch, an Bedeutung, an Interesse, an Realitätsnähe (andere sagen dazu „Wahrheitsgehalt“) etc.). Wir sprechen nun alle englisch und digitalisch, aber besser verstehen? Haben Sie den Eindruck? Wir verstehen uns doch heute weniger als vor 200 Jahren?

 

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