Nachdenken über Corona und uns (II)

Nachdenken über Corona und uns (II)(04/2020)

 

Der Corona-Virus kam irgendwo her. Dass wir je mit Sicherheit wissen, woher er kam, scheint unwahrscheinlich. Jeder, der es uns weiss machen wollte, dass er Beweise habe für oder gegen eine These, muss sich ja fragen lassen, was er denn wirklich für einen „Beweis“ hält. An dieser Stelle gibt es so viele Interessen, dass kaum anzunehmen sein wird, dass es irgendwann völlig neutrale Informationen gibt. Woher sollten wir auch wissen, dass es neutrale Informationen wären, wenn wir welche hörten?
Bisher gibt es meines Wissens drei Thesen über die Herkunft des Virus:
(1) Von einem Tiermarkt im Distrikt Wuhan, Neumutation und Verbreitung von einem Tier auf den Menschen.
(2) Aus einem Hochsicherheitslabor in Wuhan ist der Virus in die Umwelt gelangt, auf welchem Weg auch immer. Wissenschaftler forschten an Viren (ob aus zivilen Gründen oder aus militärischen Gründen werden wir nie sicher wissen).
(3) Der Virus wurde aus den USA gezielt in Wuhan ausgesetzt, um China und den Chinesen zu schaden.
Ich weiss nicht, wie viele Mutationen da notwendig sind, um einen solchen Sprung vom Tier zum Menschen mal so eben zu ermöglichen. Entsprechend würde es sicher Experten geben, die da eine Wahrscheinlichkeit errechnen könnten. Sicher wüssten wir es auch damit nicht.
Auffällig an den kursierenden Informationen ist, dass das Genom des Virus bereits relativ früh von chinesischen Wissenschaftlern an die WHO weitergegeben wurde. China kam damit einer Forderung der Staatengemeinschaft nach. Aber die Tatsache, dass so früh bereits die Gen-Sequenz bekannt war, ist doch nachdenkenswert. In der Folge gab es auch recht früh in China schon einen Genom-Erkennungstest, mit dem der Virus bei den Infizierten überhaupt nachgewiesen werden konnte und der Test war bereits praxisreif. Wenn wir sehen, wie schwer es ist und wie lange es dauert, andere halbwegs valide Informationen über den Virus zu bekommen und daraus Konsequenzen zu ziehen, dann liegt es sehr nahe, dass die chinesischen Wissenschaftler den Virus schon vorher kannten, eine ganze Reihe an Informationen hatten und diese im Kampf gegen den entwichenen Virus sofort nutzen konnten.
Amerika hätte den Virus wohl kaum in Wuhan ausgesetzt, wenn es nicht hätte im Falle einer Ansteckung seine eigenen Bürger sofort schützen können. Wie gut die USA damit fertig werden, sehen wir derzeit in den USA selbst.
Es ergibt sich also doch eine sehr klare Rangfolge, in der wir die Herkunft des Virus anzunehmen glauben dürfen: Am wahrscheinlichsten aus einem Labor in Wuhan, weniger wahrscheinlich von einem Tiermarkt um Wuhan, recht unwahrscheinlich aus den USA.
In militärischer Absicht wird ein Staat kaum solch einen Virus unter der eigenen Bevölkerung aussetzen, es sei denn der Herrscher hiesse Assad. Am wahrscheinlichsten wird also sein, dass es aus Versehen passierte und dann wird kaum einer wissen, wer es vollbracht hat und wie. Derjenige hätte es sicher verhindert, wenn er es gewusst hätte.
Wir sollten aus der Geschichte erst einmal wahrnehmen:
China ist in der Welt angekommen, arbeitet mit gefährlichen Dingen wie andere Staaten auch und ist wie andere auch, gar nicht in der Lage zu garantieren, dass damit keine Katastrophen verursacht werden können. Von der Sorte haben wir ja einige Länder auf unserer kleinen Golfkugel.
Wir teilen unsere kleine Golfkugel mit etlichen anderen Wesen. Die grösseren haben wir ja alle an den Rand gedrängt oder gleich ganz ausgerottet. Übrig geblieben sind eigentlich nur noch die Einzeller und Halblebewesen wie Viren, Prionen etc. Mit denen werden wir vermutlich noch öfter zu tun bekommen. Wissen über sie zu bekommen und dafür mit ihnen zu hantieren, birgt die Gefahr, dass sie beissen. Das war vor hunderten und tausenden Jahren mit Grosswild auch nicht anders. Das ist nichts besonderes. Wir müssen damit nur eben rechnen.
Eine in den letzten Jahrzehnten entwickelte Möglichkeit, mit solchen Situationen umzugehen, ist der Abschluss von Versicherungen. Alles ist Geld wert, nicht nur die Zeit. Wir setzen für alles einen Geldwert fest, versichern den und dann sind wir gesichert. Die Versicherungen haben das natürlich gemerkt. Manche sind mutig und bieten Versicherungen an. Die müssen natürlich entsprechend teuer sein. Andere sind vorsichtiger und versichern so etwas gar nicht erst. Die wirklichen Risiken sind eben nicht versicherbar. Interessant! Nachdenkenswert!
Beliebter in den letzten hundert Jahren ist, alle Verantwortung an den Staat zu geben. Ob Diktatur oder Demokratie spielt da kaum eine Rolle. Der Staat muss Schutzkonzepte entwickeln, Notprogramme parat haben, Vorräte für jeden Eventualfall angelegt haben und er muss Prophet sein. Bereits solange im Voraus, wie er zum Schutz organisieren braucht, muss er wissen, dass eine und welche Katastrophe naht. Geschieht uns Bürgern doch ein Leid, haben die gewählten Verantwortlichen versagt. Dann sind sie Schuld und müssen die Verantwortung übernehmen, müssen nicht selten gehen. Wollen sie nicht gehen, müssen sie zu Gewalt oder List und Tücke greifen, um ihren Kopf und Stuhl zu retten. Wir, das Volk, müssen dann zu Gewalt greifen, um die Versager und dann auch noch Aussitzer, in die Wüste zu verjagen. Dann kommen neue Köpfe, die dasselbe Schicksal ereilt (falls sie nicht das Glück haben, dass in ihrer Regierungszeit nichts Besonderes passiert).
Die Verteilung von Aufgaben zwischen Staat und Bürger ist eine delikate Angelegenheit. In der Regel ist eine bekannte Erfahrung: Man kümmert sich am besten immer um alles selbst. Das bedeutet, wir selbst sind gefragt. Für unser Risiko und den Umgang damit sind wir selbst verantwortlich. Wenn wir es in Demokratien an andere oder den Staat delegieren, dann müssen wir uns klar sein darüber, was wir tun. Wenn wir starke Männer (oft zu Diktatur neigende) wählen, muss uns klar sein, wen oder was wir da wählen. Diktatoren sollten nachdenken und sich klar werden darüber, warum sie Diktator sind. Oft sind sie ja nicht als Diktatoren geboren worden, sondern über viele kleine Schritte zu solchen geworden. Da gäbe es vielleicht für sie wie für uns, das Volk, noch viel zu entdecken?
Der Corona-Virus ist für uns neu. Warum ist er für uns so negativ? Wir mögen doch Neues, wünschen uns Abwechslung, wollen Neues entdecken. Natürlich müssen wir Neues erst als „neu“ erkennen, müssen herausfinden, was es ist und müssen eine Strategie entwickeln, wie sinnvoll mit ihm umzugehen sei. Das braucht natürlich Zeit und Phantasie.
Im schlimmsten Fall ist der Virus ein Bestandteil von ABC-Waffen. Wir können froh sein, dass er uns auf die jetzige Weise bekannt wurde. Wir konnten verhältnismässig lange mit ihm herumlarvieren. Im Ernstfall wäre es viel schlimmer gekommen. Stellen wir uns also auf solche ABC-Waffen ein. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann der nächste entsprechende Knall uns erreichen wird.
Hilft uns an dieser Stelle künstliche Intelligenz? Es wäre doch stark zu hoffen, das sie unsere menschliche Intelligenz (so wir uns überhaupt realitätsnah als „intelligent“ bezeichnen dürfen) unterstützen kann? Oder ist sie nur eine künstliche Verlängerung unserer schon mangelhaften „menschlichen Intelligenz“? Lassen wir sie nicht aus den Augen, was immer sie auch sei.

 

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