Nachdenken über Corona und uns (I)

Nachdenken über Corona und uns (I)(04/2020)

Glauben Sie wirklich an einen so bösen Gott, dass er Ihnen jetzt plötzlich so einen Virus schickt, um Sie zu ärgern oder um sich selbst zu rächen oder aus wer weiss was für einem Grund? Waren Sie so böse, dass er das jetzt tun musste? Ach nein, böse sind ja immer die anderen. Wir sind die Guten, oder? Gehört nicht der Virus genauso zur von uns bewohnten Erde wie wir auch?
Die letzte Krise 2008 liegt gerade erst einmal 12 Jahre zurück. Warum haben Sie sich danach nicht geändert? Auch damals war uns klar, dass wir uns ändern müssten. Glauben Sie wirklich, dass Sie sich jetzt ändern werden? Können Sie sich denn wirklich ändern? (Entschuldigung, dass ich so fies frage. Natürlich betrifft das mich nicht anders)
Der Coronavirus ist für uns alle völlig neu. Wir haben uns schon so gemütlich auf dieser Erde eingerichtet, dass etwas Neues gleich so eine Bedrohung für uns ist. Das Neue macht uns gleich solche Angst. Was sind wir doch für zivilisierte Weicheier geworden? Früher gab es sehr viel mehr Neues und Unvorhergesehenes für die Menschen und ihr Leben war sehr viel mehr bedroht. Deshalb starben viele auch eher.
Wahrscheinlich sollten wir gar nicht so Angst vor dem Virus haben, sondern vor unseren eigenen Reaktionen auf das Virus. Es spricht viel dafür, dass wir die Verbreitung hätten sehr schnell stoppen können, wenn wir uns alle „Virusfänger“ vor die Nase gehängt hätten (Gesichtsmasken oder auch nur Gesichtsvorhänge) und diese jeden Abend in kochendem Wasser desinfiziert hätten. Die hätten wir schnell selbst genäht. Aber:
(1) wussten wir das noch nicht (egal, ob in einer Demokratie oder in einer Diktatur lebend).
(2) verlassen wir uns in allem nur noch auf den Staat und die Regierung. Das ist unsere eigene Dummheit.
(3) Jetzt, wo wir wissen, das der Virus wahrscheinlich ausstirbt, wenn wir alle vielleicht solche Masken und Vorhänge vor der Nase tragen (und zwar immer, wenn ein 2. Mensch ausser den Familienmitgliedern zu sehen ist), müssten wir uns doch nur selbst überwinden, es zu tun? Aber wir finden 1000 Gründe gegen das Einfache und Sinnvolle. Überwinden wir uns doch selbst!
(4) Immer ist ein Anderer Schuld. Warum brauchen wir immer einen Schuldigen? Warum soll gerade der Andere Schuld sein? Wir sind alle mehr oder weniger Betroffene. Vermutlich wird keiner den Virus bewusst in die Welt gesetzt haben. Dann gibt es gar keinen Schuldigen.
(5) Natürlich wird jetzt viel Geld in die Hand genommen (werden müssen?). Es gibt immer solche, die so eine Krise selbstständig überstehen und andere, die am unteren Rand der Pyramide wursteln und dann plötzlich in solch einer Situation im Sumpf ersticken. Das Geld wird die Grenze etwas nach unten verschieben und Glück und Pech neu oder anders verteilen, aber an der Realität wird die Menge Geld nichts ändern. Ausserdem haben wir das Geld ja gar nicht. Schuldige zu suchen, sollten wir uns gleich ganz sparen. Solche Ereignisse gehören zum Leben.

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.